SOZIALES SCHAUFENSTER

Verwirrung um AstraZeneca

Impfstoff für Eingeweihte?

Nach dem Corona-Impfstopp von AstraZeneca an unter 60-Jährige am vergangenen Dienstag blieben 25 Dosen im Regensburger Impfzentrum liegen. Daraufhin wurden auch Personen aus den Priorisierungsgruppen 3 und 4 geimpft, die eigentlich noch gar nicht an der Reihe sind. Profiteure der Resteverimpfung scheinen besonders Eingeweihte gewesen zu sein. Die Stadt betont, nicht von der Impfordnung abzuweichen.

Das Regensburger Impfzentrum am Dultplatz. Foto: om

„Als info – ist bisher nur intern eine Anweisung aber man kann sich anmelden wenn man es weiß: man kann sich in regensburg (egal wie alt) mit AstraZeneca impfen lassen. Einfach in der Impfonline anrufen und Termin vereinbaren“ (Alle Fehler im Original). Dann folgen die Telefonnummern des städtischen Impfzentrums.

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Es handelt sich um eine Chatnachricht, die seit Mittwoch vergangener Woche etliche Male in Regensburg verbreitet wurde und sowohl für Aufregung als auch für Irritation sorgte. Corona-Impfstoff AstraZeneca für alle? Einfach so ohne Vorerkrankungen und jenseits der ordentlichen Priorisierungsstufen?

Resteverimpfung: Wer wusste Bescheid?

Die Mittelbayerische Zeitung berichtete an diesem 31. März eher beiläufig über angeblich 1000 Impfdosen, die im Impfzentrum liegen und trotz Umplanungen schnellstmöglich verimpft werden sollen. Durch die tags zuvor von der Ständigen Impfkommission (STIKO) geänderte Impfempfehlung – keine AstraZeneca-Impfungen mehr an unter 60-Jährige – habe es Terminumplanungen gegeben, wodurch einige Dosen des Vakzins mit dem schlechten Image freigeworden seien.

Die BILD vermeldete am Donnerstagmorgen, in Regensburg gelte fortan „AstraZeneca für JEDEN, der will“ und berief sich dabei auf eine städtische Sprecherin. Doch längt nicht alle hatten die Chance von dieser Nachricht zu profitieren. Denn bis heute hat die Stadt Regensburg hierzu offiziell nichts vermeldet. Von den Terminen außerhalb der eigentlichen Impfreihenfolge dürften vor allem Eingeweihte profitiert haben. So etwa städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und politisch vernetzte Personen.

BILD-Story statt Impfung

So feierte Ende letzter Woche ein Regensburger FDP-Jungpolitiker stolz seine AstraZeneca-Impfung bei Instagram. Ein anderer FDP-Politiker, Florian Hilpoltsteiner, erschien mit einem Partei-Kumpel und BILD-Journalisten beim städtischen Impfzentrum und wollte seinen zuvor vereinbarten und bestätigten Impftermin medienwirksam wahrnehmen.

Laut BILD bekam er die Impfung dann doch nicht, weil keine Vorerkrankung vorläge. Das Vorstandsmitglied der bayerischen FDP spricht selbst von Priorisierungsstufe 4, der er zugeordnet sei. Die Stadt stellt den Grund für die Impfverweigerung anders dar. Der Mittelbayerischen Zeitung zufolge störte man sich beim Impfteam am Dultplatz vor allem an der journalistischen Begleitung Hilpoltsteiners und nicht an der fehlenden Vorerkrankung.

Statt einer Impfung bekam er nur eine BILD-Story. Er wollte nicht nur sich, sondern auch sein Umfeld noch besser schützen. Die Impfung wurde ihm vor Ort jedoch verwehrt. Er hoffe, dass der Impfstoff jetzt nicht weggeworfen wird…“. Die BILD spricht von „Chaos im Impfzentrum.“

SPDler sagt bestätigten Termin wieder ab

Die Befürchtung, dass Impfdosen ungenutzt bleiben, hatte zunächst auch ein Regensburger SPDler mit der Prioritätsstufe 4. Telefonisch habe man ihm seitens des Impfzentrums mitgeteilt, dass die Priorisierung keine Rolle spiele. Er buchte zunächst einen Termin, den er bestätigt bekam.

Als ihm die Intransparenz des Verfahrens bewusst wurde, habe er seinen Impfslot allerdings wieder abgesagt, so der Sozialdemokrat gegenüber regensburg-digital. Es gebiete „schon die Solidarität, konsequent darauf zu achten, dass zuerst die am meisten gefährdeten Gruppen geimpft werden,“ so der Politiker. Im Hinblick auf die Stadt spricht er von einem „Kommunikationsdefizit, dessen Ausmaß gerade jetzt fatal“ sei. Er wisse persönlich von jungen Leuten, die trotz Prioritätsstufe 4 bereits mit AstraZeneca geimpft seien.

Stadt: Rund 15 Dosen an Prio 3 und 4

Die Stadt spricht von vereinzelten AstraZeneca-Impfungen „an Impfwillige, die nicht in Priorität 1 oder 2 verordnet waren“. Aufgrund des Impfstopps von AstraZeneca an Personen unter 60 am 30. März seien noch „circa 25 Impfdosen im Regensburger Impfzentrum übrig“ gewesen, so Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra gegenüber unserer Redaktion.

„Diese Impfdosen gingen an Personen, die sich gemeldet hatten, sich mit AstraZeneca impfen zu lassen,“ darunter auch rund 15 Personen, die den Prioritätsgruppen 3 und 4 angehören und damit eigentlich noch nicht an der Reihe wären.

Die Stadt begründet das damit, dass wenn circa 1.000 Impflinge über das bayerische Impfregistrierungssystem BayIMCO eingeladen würden, es passieren könne, dass eine niedrigere Priorität nach „‚oben rutscht‘, da sich über einen kurzen Zeitraum hinweg plötzlich zahlreiche Terminslots öffnen“.

Stadt: Keine Abweichung von Impfordnung

Dem Leiter des Impfzentrums Richard Leberle seien aktuell vier solcher Fälle bekannt, so Roenne-Styra. „Prinzipiell wurde entschieden, dass diese Impflinge auch eine Impfung bekommen, da sie sich um einen Platz bemüht und diesen auch ordnungsgemäß bekommen haben.“ Die Stadt betont auf Anfrage ausdrücklich und trotz der vorliegenden „wenigen Einzelfälle“ keine „außerplanmäßigen“ Impfungen vorzunehmen, sondern sich „nach wie vor an die Impfordnung“ zu halten.

Ein Update der Software sorge nun dafür, dass Termine für AstraZeneca automatisiert an Personen über 60 Jahre vergeben werden, sobald sich keine höher priorisierten Personen in der „Warteschlange“ befinden. Die jungen Eingeweihten müssen also wieder warten.

Insgesamt liegt die Impfquote in Regensburg (Stand 05. April) übrigens bei knapp 12 Prozent (Erstimpfung) beziehungsweise 5,6 Prozent (Zweitimpfung). Es wurden bisher fast 27.000 Impfdosen verabreicht.

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Kommentare (88)

  • arno Nym

    |

    Das ist nicht nur in Regensburg so.
    In Franken das Gleiche. Impfstoff übrig, nix offizielles, aber wer Leute aus dem Impfzentrum kannte wurde informiert. Letztlich war der Andrang dann doch so groß, dass die Polizei einschreiten musste, da Zuviels Wind bekommen hatten. Es worden Dutzende Personen der Kategorie 4 mit Astra Zeneka geimpft….

  • Dugout

    |

    Die Stadt weicht also nicht von der Impfordnung ab, aber nach dem Stopp der Impfungen an unter 60 jährige(!) trudeln zufällig zwei Jung FDP-ler und ein “SPD-ler” der Priorität4 im Impfzentrum ein? Mit 4 ist er mit Sicherheit unter 60 und nicht vorerkrankt.
    Man mag sich eigentlich schon nicht mehr aufregen, aber manchmal packt einem einfach die Wut.
    Ich bin Priorität 2 und warte seit Monaten auf einen Anruf des Impfzentrum. Aber dort ist man nicht in der Lage, oder nicht willens, diese Personen die sie ja sowieso anrufen müssen, um ihnen einen Termin mitzuteilen, zu verständigen?
    Das ist einfach eine Unverschämtheit.
    Und dann noch so etwas:
    “Ein Update der Software sorge nun dafür, dass Termine für AstraZeneca automatisiert an Personen über 60 Jahre vergeben werden, sobald sich keine höher priorisierten Personen in der „Warteschlange“ befinden. ”

    Wo soll man da anfangen? Es macht einen sprachlos, ein Update brauchts also dafür?
    Ich weiß , laut einer Aussage direkt aus dem Impfzentrum von Tagen, da sind gerade mal die Hälfte der Termine wahrgenommen wurden. Die Situation ist also kein Einzelfall und kommt von Beginn an vor.

  • Solitär

    |

    Der erst genannte FDP-ler in dem Beitrag ist Tarek Carls. Der war sich für noch keine Selbstinszenierung zu schade.
    Ansonsten halt alles wie immer in dem Kleinstadtmief von Regensburg: Filz, Vetternwirtschaft und überambitionierte Lokalpolitiker (mit der entsprechenden Mediengeilheit). Wenn es nicht so (tot)ernst wäre, wäre es zum Lachen.

  • Mr. T.

    |

    Grundsätzlich ist es ja OK, wenn man etwas pragmatischer vorgeht. Aber dann muss auch Transparenz herrschen. Aber das ist in dieser Stadt ja leider ein Fremdwort – wohl bedingt durch die häufigen Donaunebel. Aber schön zu wissen, dass einen wenigstens noch Spezlschaft gewisse Vorteile schafft.

    Schade nur, dass der Junge Liberale nicht geimpft wurde. Immerhin war er so selbstlos, sich impfen zu lassen, um sein gesamtes Umfeld zu schützen. Wenn jede*r von denen selbst hätte geimpft werden müssen, wäre dies sehr viel aufwändiger gewesen. Und dass ihm die qualitätsjournalistische Begleitung seiner Selbstlosigkeit auch noch negativ ausgelegt wurde, ist ein Skandal. Wär er mit dem Aigner hingegangen, hätte er zumindest Tetanus bekommen.

  • Untertan Giesinger

    |

    Zitat; “Der Mittelbayerischen Zeitung zufolge störte man sich beim Impfteam am Dultplatz vor allem an der journalistischen Begleitung Hilpoltsteiners und nicht an der fehlenden Vorerkrankung”.
    ___________________

    Der Kernsatz des Artikels.
    Super!

  • Markus Frowein

    |

    @Dugout (6. April 2021 um 21:37)

    Vielleicht hängt die Priorität einfach von der Parteizugehörigkeit ab?
    Bei der FDP habe ich jetzt nichts anderes erwartet, aber bei der SPD?

    Sie müssen nur so tun, als seien Sie jung, geltungssüchtig und Demokrat,
    dann klappt’s auch mit dem Impfen, wie man an einigen Beispielen sieht.

  • Untertan Giesinger

    |

    Jetzt noch was dazu, da ich vermeiden muß, alles zusammenzupacken.

    Störte sich das sogenannze Impfteam nicht vor allem an der öffentlichen Wahrnehmung und der namentlichen Erkennung der spritzender Ärtzte?

    Diese Ärtzte, die für ein Schweinegeld, Menschen eine mRNA reinspritzen?
    Viel Vergnügen!

  • Norbert

    |

    Ich bin 74 Jahre alt, habe mich vor drei Monaten beim Impfzentrum Regensburg angemeldet. gehöre also zur Prioritätengruppe 2
    Bis heute habe ich keinen Termin vom Impfzentrum bekommen. Wie kann es sein, dass Menschen wie ich mit 74 Jahren keinen Impftermin bekommen, aber es sogenannte Restimpfstoffe gibt.
    Bei mir hat bis heute niemand angerufen.
    Auf eine Rückfrage von mir gestern beim Impfzentrum bekam ich nur die Antwort, dass seien interne Entscheidungen des Impfzentrums. Ich möchte geimpft werden, wenn ich nach Recht und Gesetz dran, bin aber sehr verwundert über die vielen Ausnahmen.
    Norbert

  • Dugout

    |

    @ Markus Frohwein

    Auf der Seite der Stadt Regensburg kann man exakt nachlesen wie der Ablauf ist:

    “Bitte beachten Sie:
    Sie müssen sich nur einmal registrieren und werden automatisch kontaktiert, sobald Sie an der Reihe sind. Eine weitere Kontaktaufnahme mit dem für Sie zuständigen Impfzentrum ist daher nicht erforderlich.

    Bitte verzichten Sie auch auf Nachfragen, da dies die Kapazitäten der Impfzentren belastet und zu Verzögerungen im Ablauf der Terminvereinbarungen führt. ”

    Wer sich daran hält scheint der Dumme zu sein!
    https://www.regensburg.de/aktuelles/coronavirus/corona-impfzentrum-am-dultplatz

  • Bruckmandl

    |

    Ein Journalist hätte jetzt noch die Erwähnten für eine Stellungnahme zu Wort kommen lassen. Das sind halt die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen einem Blog und Qualitätsmedien…

    Die Aussage, “jeder, der will, soll sich mit AstraZeneca impfen lassen können” stammt doch von Söder. Ist das jetzt Insiderwissen, wenn man sich dafür die PK anschauen muss?

    Grundsätzlich finde ich es richtig und begrüßenswert, wenn keine Impfdosen weggeworfen werden. Dass man als Prio 2 wochenlang auf die Impfung wartet, ist einfach nur bezeichnend für das Organisationstalent in diesem Land.

  • Günther Herzig

    |

    @Dugout
    Ich habe Verständnis für Ihre Verärgerung. Aber es war doch zu erwarten, dass Impfdosen übrig bleiben. Dann hätte beispielsweise ich in einer nachweisbaren Art schriftlich per Mail oder wie auch immer mein Interesse an einer Berücksichtigung dokumentiert. Ich nehme an, dass man Sie berücksichtigt hätte und nicht riskiert hätte, dass es nachträglich zu Kritik kommt.

  • Günther Herzig

    |

    Der Untertan Giesinger ist schon wieder dabei böse Mächte zu wittern.

  • Markus

    |

    Aufgemerkt Norbert, in Regensburg wird nicht nur in der kommunalen Volksvertretung mit heiser Nadel gestrickt.

  • Samy Ateia

    |

    Irgendwann muss man auch pragmatisch werden bevor der Impfstoff im Müll landet. Solange man sich vorher um mögliche Nachrücker mit Priorität bemüht hat und dann niemand kommt, sollen sie doch impfen wen sie können.

  • Bert

    |

    @Bruckmandl

    Die Stadt und damit auch der Leiter des Impfzentrums kommen zu Wort. Ausführlich.

    Das Zitat stammt erkennbar nicht von Söder. Der hat das deutlich anders gesagt:

    „IRGENDWANN wird man bei Astrazeneca speziell mit sehr viel Freiheit operieren müssen und sagen müssen: Wer will und wer es sich traut quasi, der soll auch die Möglichkeit haben.“

    Und es besteht auch keine Gefahr, dass nicht verimpfte Astra-Dosen weggeworfen werden.

    https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/SARS-CoV-2-Spike-Glycoprotein-ChAdOx1-S_56301

    Das ist der feine Unterschied zwischen jemandem, der Texte liest und jemandem, der quatscht.

  • Tom

    |

    @bruckmandl:

    Getroffene Hunde bellen wohl?

    Der namentlich Erwähnte hatte doch seine Stellungnahme bereits vorab per Bild medienwirksam abgegeben?

    Ansonsten hat Solitär weiter oben die Situation ja schon gut zusammengefasst…

  • Regensburger mit g

    |

    Laut Aussage einer Mitarbeiterin des Impfzentrums am Telefon waren das nicht nur Einzelfälle, sondern insgesamt an die 300 Termine, die vergeben wurden an Leute in Gruppe 3 oder 4. Wer auch immer da von 25 Impfungen oder noch weniger spricht, verschweigt die Wahrheit. Da ist noch mehr dahinter. @Stefan Aigner, bitte dranbleiben.

  • Dugout

    |

    @ Günther Herzig
    Vielleicht haben sich unsere Kommentare irgendwie überschnitten. Ich habe zwei Kommentare vor ihnen geschrieben wie es explizit, auf der Stadt Regensburg/ Impfseite geschrieben steht. Man soll eben NICHT hinterher rufen oder nachfragen.
    Das Impfzentrum hat eine meterlange Liste mit Namen/ E-Mail/ Telefonnummern all derer, die alle eher an der Reihe sind als die im Bericht genannten.
    Das Impfzentrum muss diese Menschen ja sowieso verständigen um ihnen einen Termin mitzuteilen. Warum machen sie es dann nicht gleich? Weil es erst ein “Update” braucht um diese Menschen zu filtern? Totaler Schwachsinn.
    Gerade weil es ja klar ist, vom ersten Tag an, dass immer einige Termine nicht wahr genommen werden können, fragt man sich doch warum es drei Monate dauert um so etwas vernünftig zu regeln.
    Wobei es im Bericht ja gar nicht um solche Fälle geht. Es geht um Impfstoff der aufgrund eines Impfstopp für unter 60 jährige(!) zur Verfügung stand. Wenn im Bericht dann von drei Vordrängler unter 60(!) die Rede ist, dann würde ich mir das schon gerne mal erklären lassen.
    Hier sind anscheinend nicht wenige der Meinung, Impfstoff würde weggeworfen wenn man nicht so verfahren würde, wie hier geschehen. Das ist falsch, es ist auch keine Impfung “Umsonst” egal wer geimpft wurde. Es kann mir nur keiner erzählen dass man quasi “aus lauter Verzweiflung” den nächstbesten geimpft hat, weil sich die Priorität2 Kandidaten verweigert haben oder nicht erreichbar waren. Das ist absolut unglaubwürdig. Alleine hier haben sie bereits zwei Menschen kennen gelernt die seit Monaten auf einen Anruf des Impfzentrum warten und die nicht verständigt wurden, an keinen einzigen Tag, zu keiner der vielen Gelegenheiten.

  • Dagmar

    |

    Ich habe heute telefonisch folgende Auskunft vom Impfzentrum erhalten:

    “Momentan geht gar nichts, wur haben keinen Impfstoff.”

    Meine Frage war, ob es für Prio 3 eine Möglichkeit gibt, vorzeitig mit AstraZeneca geimpft zu werden.
    Ich finde das alles undurchsichtig. Fairness und Transparenz geht anders. Ich erwarte ein klares Statement seitens der Stadt und nicht noch mehr Nebelkerzen in der Provinz-MZ

  • Michael

    |

    Hi, ich selbst habe am Montag die AZ Erstimpfung bekommen, bin 32 Jahre alt und eigentlich nicht in der Prio. Aber ich war eben über einen Kontakt in der Lage dort anzurufen und dann wurde meine Registrierung in einen Termin umgewandelt. Ich sehe darin nichts Falsches um ehrlich zu sein. Auch einige Freunde wollten sich mit AZ impfen lassen, da war schon nichts mehr möglich. Es zeigt einfach nur wie hoch die allgemeine Impfbereitschaft ist. Wer das medial für sich nutzen will, das finde ich widerum fragwürdig.

  • Bert

    |

    @Michael

    Denjenigen, die sich impfen lassen wollen, würde ich das auch nicht vorwerfen. Chancengleichheit wäre halt schön.

  • Dugout

    |

    @ Michael

    Saludos Amigos

  • Mr. T.

    |

    Michael, jetzt wär’s natürlich interessant, aus erster Hand zu erfahren, wie man an solche Informationen kommt.
    Ich verstehe, dass man das nicht öffentlich bekannt gibt mit dem Effekt, dass dann auf einmal Tausende vor der Tür stehen. Ich verstehe aber nicht, warum man dann nicht wenigstens versucht, Priorisierte kurzfristig zu erreichen. Und so kurzfristig kann das alles ja auch nicht gewesen sein.

  • Mr. B.

    |

    Zu Michael: …”über einen Kontakt”??????

  • HussleHu

    |

    @Solitär
    Jemanden an den Pranger zu stellen, weil derjenige ein Impfangebot wahrgenommen hat (bei dem derjenige dachte, es handle sich um Restposten, die schnell verimpft werden sollen) ist lächerlich. Das klingt als wäre da jemand froh einen politischen “Gegner” bloßstellen zu können.
    Ich kenne auch Leute von anderen Jugendorganisationen die geimpft wurden oder nur nicht geimpft wurden, weil sie keinen Termin bekommen haben. Da braucht man jetzt keine FDP-Verschwörung draus machen (Ich hab übrigens rein gar nichts mit der FDP am Hut, aber dieses einseitige verurteilen nervt mich).

    Die Info, dass man dort anrufen kann und womöglich einen der AstraZeneca-Termine bekommt wurde in jeglichen Gruppen geteilt (von Quiz-Gruppen mit 100 Leuten bis Familien-Gruppen) und kam so wahrscheinlich auch in den Gruppen der Jugendorganisationen an.

  • Piedro

    |

    @Michael
    “Ich sehe darin nichts Falsches um ehrlich zu sein.”

    Das ist bei den Nutznießern von “Kontakten” oft so, ob es um Provisionen, einen neuen Fußboden oder eben eine Impfung geht, die einem noch nicht zusteht. Wozu hat man schließlich “Kontakte”, wenn es falsch ist, davon zu profitieren? Gut, ein Mitmensch, der vielleicht mehr gefährdet ist, trägt ein Risiko weiter, aber der hat halt keine “Kontakte”, so what? Der “Kontakt” findet es vermutlich auch nicht falsch, einem Amigo einen Vorteil zu verschaffen, schließlich hat das ja große Tradition.

    Was Sie und Ihresgleichen für falsch halten ist dabei nicht mal wichtig, an Egoisten gewöhnt man sich. Anders ist es bei denen, die Ihnen den Termin gegeben haben, obwohl sie über eine Datenbank von Personen verfügen, die im Gegensatz zu ihnen – auch ohne “Kontakt” – berechtigt waren Ihre Dosis zu erhalten. Die sind ihrer Aufgabe, ihrer Verantwortung, ihrer Pflicht nicht gerecht geworden. Vermutlich meinen die auch, dass daran nicht falsch sei. Aber das kann man halt auch anders sehen, wenn dieser Vorgang bekannt wird (was Sie vermutlich mit “medial nutzen” bezeichnen).

  • Armin Schöffmann

    |

    Ich habe Verständnis für die Vorgehensweise des Impfzentrums:
    Die Beschleunigung des Impftempos ist wichtiger als die exakte Berücksichtigung der Impfreihenfolge unter allen Umständen. Es ist kein Einzelfall (so mehrfach erlebt), daß Impfdosen verfallen, weil die Entscheider entweder den Aufwand für eine korrekte Ermittlung der Nachrücker nicht leisten können oder sich schlichtweg dem (sozial)medialen Fallbeil über eine mögliche Bevorzugung von Privilegierten nicht aussetzen wollen.
    Grundsätzlich leistet jede verimpfte Dosis mehr, unabhängig davon wer sie bekommt, den entscheidenden Beitrag zur Überwindung der COVID-19 Krise.
    Was viele hier nicht verstehen wollen ist, daß die zunehmende Schwerfälligkeit dieses Landes auch damit zu tun hat, daß es deutlich einfacher ist, risikoarm, langsame oder gar keine Entscheidungen zu treffen, als eine Sache mit 90%iger Optimierung aber endlichen Ausführungszeiten voranzubringen.
    Glauben Sie nicht, daß angesichts geschätzter Kosten des COVID-19 bedingten Shutdowns von >280 Mio. EUR pro Tag die hier geführte Diskussion etwas müssig ist?

  • Andreas

    |

    @Michael: Ich finde ihr Verhalten zutiefst unethisch. Falls ich Ihnen einmal begegnen sollte, sage ich Ihnen das gerne noch einmal auf die direkt bayerische Art. Hier würde das zensiert werden.

  • Piedro

    |

    @Solitär
    @Armin Schöffmann
    Sicher ist es besser zu impfen als zu vernichten, gar keine Frage. Aber warum kommen dann jene zum Zuge, die “Kontakte” haben? Doch nur, weil sie die haben. Nun wissen wir nicht, welcher Art diese Kontakte sind. Vielleicht Personal aus dem Impfzentrum, vielleicht in leitender Position, vielleicht aus “der Politik”, die sich den Informationsfluss zwecks Amigobevorzugung gesichert haben.
    Es erscheint mir jedenfalls naiv anzunehmen, dass es nicht möglich gewesen wäre Mitbürger zu kontaktieren, die für die Impfung berechtigt sind und darauf schon warten. Machbar ist das, und der Aufwand steigt nicht, wenn man so jemanden anruft statt einen “Kontakt” zu informieren. Es wird auch nichts beschleunigt, wenn man die Dosis über “Kontakte” an den Menschen bringt statt über die Datenbank verteilt.

    Und was haben die Kosten des Lockdowns (Shutdown haben wir nicht) damit zu tun? Sinken die, wenn die Amigos ihren Vorteil nutzen? Steigen die, wenn sie es nicht tun?

  • Erzieher*in

    |

    Ich war am Wochenende mit zwei Personen unterwegs die beide Prio 4 sind. Ich bin Prio 2 mit Vorerkrankung, arbeite in einer Kita und habe seit Monaten Kontakt zu teilweise bis zu 25 Kinden die keine Masken tragen und Abstände einhalten können, ich kam mir schon etwas blöd vor dass ich der einzige war der noch keine Impfung erhalten hat.
    Ich habe auch Kolleginnen die verzweifelt versucht haben sich freiwillig mit Astra impfen zu lassen aber abgewiegelt wurden da schon alle Dosen vergeben waren.
    Ich gönne jedem seine Impfung, auch meinen beiden Bekannten und mache niemanden einen Vorwurf der eine solche Möglichkeit nutzt, denn der Fehler liegt hier im System und bei der Person die das zu verantworten hat, aber so etwas darf einfach nicht passieren!

  • HussleHu

    |

    Das war nicht die Schuld derer, die sich impfen lassen haben, sondern ein Kommunikationsfehler des Impfzentrums.

    Hier mein Erfahrungsbericht:
    Am Mittwoch bekam ich von meiner Mutter, die Lehrerin ist, die Nachricht, dass AstraZeneca-Impfungen wegen dem neuen Beschluss übrig sind. Sie meinte bei Ihnen an der Schule lassen sich nur 3 damit impfen, die anderen warten auf den von Biontech und dass ich mal fragen kann ob man auch so geimpft werden würde.
    Ich rufe da also an und sage, dass ich gehört habe, dass AstraZeneca-Impfungen übrig sind. Zu Beginn frage ich, ob das nur für Lehrkräfte gilt oder auch für Leute ohne Priorisierung. Ich habe mich da also nicht über Kontakte heimlich “vorgedrängelt” sondern bei der offiziellen Nummer angerufen und klar gesagt, dass ich KEINE Prio hab.
    Die Frau meinte, das wäre momentan kein Problem weil die Termine schnell vergeben werden sollen.
    Ja, ich finde es auch sehr überstürzt, dass nicht die Leute aus Prio 1 und 2 angerufen wurden, aber zu dem Zeitpunkt klang das alles noch nach “Wir öffnen für alle weil wir Angst haben, dass sich zu wenige, nach den neuen Bestimmungen, kurzfristig mit AstraZeneca impfen lassen wollen”.
    Am Donnerstag Morgen ruft eine Freundin auch dort an und bekommt gesagt, dass gerade keine Termine mehr zu vergeben sind, “sie” sie aber *gerne* Impfen würden. Sie hat auch gesagt, dass sie keine Prio hat und das sehen die vom Impfzentrum ja auch sofort über die Anmeldung beim Impfportal. Ihr wurde dann gesagt, sie solle nachmittags nochmal anrufen, vielleicht sind da welche frei. Ich glaube nicht, dass die Angestellten am Telefon jemanden absichtlich bevorzugen wollten, die hatten einfach komische Anweisungen scheint es (Keiner den ich kenne, hatte Kontakte zu Mitarbeitern im Impfzentrum).

    Nachmittags habe ich dann auch von einem gehört, der seinen Impftermin wieder storniert hat, weil er in Mittelbayerischen gelesen hat, dass die Termine nur an Ü60 verteilt werden sollten. Die Frau am Telefon sprach da scheinbar bereits von einem Fehler. Gleichzeitig und später wurden aber noch Termine an andere junge Menschen ohne Prio vergeben. Und ja, ich geb meinen Impftermin nicht ab, wenn dann dafür einer meiner gleichaltrigen Studienkollegen oder so geimpft wird und der “Fehler” nicht behoben wird.

    Das klingt alles nach einem sehr großen Kommunikationsproblem innerhalb des Impfzentrums. Ich hoffe, dass die durch das entstandene Chaos ihre interne Kommunikation überarbeiten und stimme Armin Schöffmann zu; jede verabreichte Dosis ist letztendlich gut.

  • Erzieher*in

    |

    @Armin Schöffmann

    Derartige Aussagen wie ihre machen mich jedoch schon wütend.

    Sie sehen also nichts verwerfliches daran dass meine Kolleginnen und ich weiterhin ohne Möglichkeit die Hygiene Regeln einhalten zu können weiter unsere Gesundheit riskieren sollen, da ein Impfzentrum es nicht auf die Reihe bekommt die Menschen in der Prio 2 zu kontaktieren und ihnen ein Impfangebot zu unterbreiten?

    Sie finden nichts verwerflich daran wenn eine Person die im Homeoffice ist und nicht täglich gezwungenermaßen Kontakt zu bis zu 25 Kindern ohne Maske und Abstand haben muss, vor dieser geimpft wird?

    Viele Kolleg*innen fühlen sich sowieso seit Monaten nurnoch verheizt von diesem Staat der bewusst und aktiv unsere Gesundheit massiv gefährdet da er die „Notbetreuung“ nicht gesetzlich regelt?

    Im Sozial-sowie Gesundheitsbereich wird sich nach dem Überwinden dieser Krise einiges tun, den deutlicher dass wir diesen Staat überhaupt nichts wert sind, nichtmal unsere Gesundheit und im schlimmsten Fall unser Leben werden wir nie wieder vergessen!
    Genauso wenig wie wir Menschen in dieser Gesellschaft nicht vergessen die Derartiges Verhalten nichtmal mehr „verwerflich“ finden!

  • Hthik

    |

    @Piedro 7. April 2021 um 12:43

    “Es erscheint mir jedenfalls naiv anzunehmen, dass es nicht möglich gewesen wäre Mitbürger zu kontaktieren, die für die Impfung berechtigt sind und darauf schon warten.”

    Es ist die wichtige Frage. Das Vorgehen erscheint doch ganz banal: sobald sich abzeichnet, dass Dosen übrigbleiben kontaktiert man die Leute nach Priorität, dass sie sofort kommen können, mit der Aussicht vielleicht eine Impfung zu erhalten. Dann kann man soviel mehr kontaktieren, dass unwahrscheinlich ist, dass Dosen übrigbleiben, aber möglicherweise reisen einige umsonst an. Meiner Ansicht nach gibt es genug Leute, die schon für eine solche Aussicht froh wären und wer nicht will, der muss ja nicht.

    Was ist eigentlich aus der Dosis geworden, die der rücksichtsvolle Herr von der SPD abgelehnt hat?

  • Dugout

    |

    Q Armin Schöffmann
    ” Es ist kein Einzelfall (so mehrfach erlebt), daß Impfdosen verfallen, weil die Entscheider entweder den Aufwand für eine korrekte Ermittlung der Nachrücker nicht leisten können oder sich schlichtweg dem (sozial)medialen Fallbeil über eine mögliche Bevorzugung von Privilegierten nicht aussetzen wollen.”

    Was soll denn da bitte “ermittelt” werden?

    @HussleHu
    ” “Wir öffnen für alle weil wir Angst haben, dass sich zu wenige, nach den neuen Bestimmungen, kurzfristig mit AstraZeneca impfen lassen wollen”.”
    Ich frage auch sie gerne nochmal:
    Wenn ein Impfstopp für unter 60 jährige verhängt wird, wieso wurde der Impfstoff dann an unter 60jährige großzügig vergeben?
    Streng genommen gab es nur einen Impfstopp für Frauen unter 60.
    Glauben sie wirklich man hat Angst haben müssen keinen über 60jährigen der Kategorie 1 und 2 zu finden? Da gibt es mehr als genug die seit Monaten warten. Auch das sag ich gerne nochmal.
    Für mich liegt da eine riesengroße Schweinerei in der Luft

  • M2d2

    |

    Ich bin auch Erzieherin im Kiga und komme mir ziemlich veräppelt vor.
    Seit über einem Jahr wird mir alles Mögliche “angedroht”, von Reihentestung bis Impfung. Die Hysterie und Aufregung war groß….
    Leider ist bislang nichts passiert.

    Für mich hört sich die momentane Impftermin Vergabe nach reiner Willkür und Zufall an. Langsam stellt sich auch das Gefühl von Fremdscham ein und ich muss mich doch fragen, wie so etwas in unserer modernen Stadt in unserem fortschrittlichen Bayern möglich ist.

  • Privatfrau

    |

    #Michael
    Mit welchem Maß an Selbstgefälligkeit, Dummdreistigkeit und Unverfrorenheit muss man ausgestattet sein, sich öffentlich damit zu brüsten, “eben über einen Kontakt in der Lage gewesen zu sein, dort anzurufen”?
    Fehlte nur noch der Zusatz: Selbst schuld, wer keine Kontakte hat.
    Im übrigen schreit Ihr Outing geradezu nach straf- oder OWi-rechtlichen Ermittlungen.
    @Alle
    Ist vielleicht ein Juristy zugegen, der zur Aufhellung beitragen könnte?

  • P. Marks

    |

    Beziehungen müssen nicht sein.
    Priogruppe 4, 46 Jahre, ein (1) Anruf bei Allgemeinarzt in der Nähe, Versprechen zukünftiger Patient zu werden,
    Impftermin am nächsten Tag, Biotech (nur vom Feisten). Von wegen, erstmal nur Astra bei den Hausärzten.
    Der Unterschied: Privatpatient. Alles geht in dieser Bananenrepublik.

  • R.G.

    |

    Der Beginn der Listen lag bei aufgedeckten Vorreihungen von Politikern oder anderen Menschen mit Beziehungen.

    Es war in mehreren Ländern aufgeflogen, dass bei der Impfung z.B. in Pflegeheimen, angebliche Restmengen an “zufällig anwesende” Politiker, zur Hierarchie oder zu Aufsichtsräten gehörende oder ähnlich wichtige Personen verimpft worden waren.
    Ursprünglich ging es um Impfmaterial von Biontech und Pfizer, das überraschend teilweise ein bis zwei Dosen mehr Inhalt hatte als angegeben, die Verbrauchsfrist nach Öffnung betrug äußerst kurze Zeit. Man habe spontan reagiert, weil es keine Anweisungen hiezu gab, so rechtfertigte man sich in jedem Fall.
    Es wurden daraufhin Modi =Listen gefunden, wer von den Jüngeren bei künftigem Überschuss zu einer zufällig übrigen Impfung kommen dürfe. Es war gewissermaßen eine rückwirkende Rechtfertigungsstrategie, aus der eines nicht abzuleiten sein sollte, eine Diskussion, weshalb man bisher Restdosen nicht an Älteste oder sonst zu einer besonderen Gefährdetengruppe Zugehörige verimpft habe.

    Die öffentliche Diskussion sollte daher positiven Druck ausüben, dass für Restdosen zuerst Ersatzpersonen aus den Gruppen der Gefährdetsten gewählt werden mögen, bevor man Jüngere und Gesündere “mit Kontakten” vorreiht.

  • Mr. B.

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    Die Erzieherinnen in diesem Blog schildern für mich persönlich recht glaubhaft!
    @ Michael: Er gehört vermutl. zu der selbst ernannten “Oberschi cht” in Regensburg, wenn vermutlich auch nur als Sohn, welchem schon im Elternhaus keinerlei Solidarität gelernt wurde.
    Sein Verhalten paßt nicht in diese Gesellschaft, wo andere viel mehr von der Pandemie betroffen sind!
    Guter Artikel von RD. Bleiben Sie bitte dran!

  • auch_ein_regensburger

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    Wenn ich mir die Kommentare hier so zu Gemüte führe, wundert es mich nicht mehr, dass die Impfkampagne so zäh vorwärts kommt im Vergleich zu Ländern wie den USA. Die Deutschen sind ein Volk von Neidhammeln. Soll man wirklich lieber Impfstoff ungenutzt liegen lassen als jemanden impfen, der „nicht an der Reihe“ ist?

  • Mr. B.

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    @auch ein Regensburger!
    Das Wort Neidhammel wurde hier in Regensburg die letzten Jahre von Leuten ins Spiel gebracht, welche zu Unrecht die Hand aufgehalten hatten und erwischt wurden!
    Ehrliche, welche selbst etwas erreichen, sind hiervon natürlich ausgeschlossen!!!
    Nur zu ihrem Verständnis!!!!
    Es gibt genügend priorisierte Impfwillige!!!

  • Dugout

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    @auch_ein_ Regensburger

    ” Soll man wirklich lieber Impfstoff ungenutzt liegen lassen als jemanden impfen, der „nicht an der Reihe“ ist?”

    Warum sollte der Impfstoff sonst liegen bleiben? Wo kommt dieses Märchen her.
    Die Impfkampagne läuft immer noch so zäh, weil es die Verantwortlichen nach drei Monaten immer noch nicht geschafft haben Impfstoff zu beschaffen.
    Ausser blabla ist bisher nix. Die Zahl der Impfungen pro Tag stagniert seit Wochen!
    Falls es ihnen aufgefallen ist spricht man mittlerweile von Ende Mai(!) bis, aber dann ganz bestimmt und ich schwöre es euch, und blablabla die Impferei aber dann so richtig abgeht…..

  • Untertan Giesinger

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    Puh, wenn ich die Kommentare hier so lese, dann bestärkt mich das in meinen Gedanken ans auswandern. Es fragt sich nur wohin? Für die Schweiz reicht meine Kohle nicht. Meine “Impfdosis” könnt Ihr übrigens gerne haben. Ich werde mich garantiert nicht spritzen lassen.
    Zu Günther Herzig: Ich wittere sie nicht nur, ich habe die Nase voll von denen!
    Entschuldigt bitte alle meine Rechtschreibfehler; vor allem letzte Nacht. Es liegt auch an meiner Medizin, die ich zu mir nehmen muß. Da habe ich spät abends dann nicht nur optische Unzulänglichkeiten.

  • Armin Schöffmann

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    @Erzieher*in
    Vielleicht zu Ihrer Beruhigung: Auch Ich arbeite nicht im Homeoffice und wurde bisher nicht geimpft.

    Aber grundsätzlich stimme ich Ihnen zu: Das Nichtimpfen von Menschen Ihres Berufes mit täglicher Exposition ist inakzeptabel – das steht außer Frage. Insgesamt gibt es seit Beginn der Misere enorme Versäumnisse beim Schutz der Angestellten in vielen sozialen Berufen, deren plausible Begründung bisher aussteht.

    Ich glaube aber, daß es bei der Geschichte hier um etwas Anderes ging, das mit der fraglichen Weiterverwendungsmöglichkeit des Astra-Impfstoffes zu tun hatte und nicht darum, “Privilegierten” einen Impfvorteil zu verschaffen.

    Ihrer drohenden Aufforderung zur Verurteilung will ich nicht entsprechen, weil ich glaube, daß hier die pragmatische Absicht, nämlich im Zweifelsfall mehr Menschen zu impfen als die Reihenfolge zu befolgen, im Vordergrund stand.

  • XYZ

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    Norbert 06.0 1
    Bin auch ein 70-jähriger, versorge aber noch eine Tochter, die ausgerechnet Biochemie Studentin und jetzt zum Master zugelassen: Impfung ging, da behördlich normiert nicht. Bleibe also brav zu Hause und vermeide jeglichen Kontakt, um noch etwas sorgen zu können – die Bürokratie interessiert das nicht, bin ja auch nicht mehr im Produktiions-Prozess tätig und noch nicht im Altersheim.

  • R.G.

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    @Armin Schöffmann schrieb:
    “Ich glaube aber, daß es bei der Geschichte hier um etwas Anderes ging, das mit der fraglichen Weiterverwendungsmöglichkeit des Astra-Impfstoffes zu tun hatte und nicht darum, “Privilegierten” einen Impfvorteil zu verschaffen.”
    Ich habe das Gefühl, dass viele Politiker und andere Entscheider rund um die Frage der Ersatzimpflinge bei einer Show namens “Doof oder Kindisch” mitmachen möchten.
    Wenn man Impfungen in Senioreneinrichtungen und Pflegeinheiten plant, fällt dem normal tickenden Gehirn sofort ein, dass ein Teil der Patienten bzw. Klienten aus der Liste erkrankt, wegen Spitalsaufenthalten abwesend, oder plötzlich verstorben sein wird.
    Die Organisation, wie man die verbleibenden Dosen an gleich Priorisierte binnen kürzester Frist verimpfen könnte (zum Beispiel Kontaktadresse eines nahen Heimes mitliefern!), gehört eigentlich zum Grundkonzept dazu. Ergeben sich dann plötzlich und unerwartet aus einer Packung mehr Impfmengen als erwartet, wie bei Biontech und Pfizer, muss man nur das vorhandene Konzept für die korrekte Weitergabe übriggebliebener Dosen anwenden und nichts Neues erfinden.
    Stellt man sich aber doof, wird man die allernormalsten Fragen nach dem Umgang mit verbleibenden, schnell an Ersatzpatienten abzugebende Impfdosen nicht durchdenken wollen, in manchen Fällen bewusst, um Schlupflöcher zu lassen.

    Beide Pokale, den für Doofspielen und den für Kindischsein, würde ich vergeben, wenn die Astra Zenenca Impfung für Menschen unter … Jahre ausgesetzt oder verboten wird, aber trotzdem keine priorisierten Gruppen = Menschen älterer Jahrgänge Zugang zur Impfung damit erhalten, sondern Leute aus dem “verbotenen Alter”, und das nur weil sie auf einer Warteliste (in der Regel einer für Smartphonebesitzer) stehen und gerne Astra Zeneca jetzt und gleich wollen.
    Gänzlich abstrus wird es, wenn dann noch Kritik an irrational anmutenden Entscheidungen als Neid abgetan wird.
    Wer so weit geht, sollte als Zähler von Streusplittkörnern Arbeit haben dürfen, denn da ist keine sinnige Argumentation gefragt.

  • R.G.

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    @”Ihrer drohenden Aufforderung zur Verurteilung will ich nicht entsprechen, weil ich glaube, daß hier die pragmatische Absicht, nämlich im Zweifelsfall mehr Menschen zu impfen als die Reihenfolge zu befolgen, im Vordergrund stand.”
    Ich werde Ihnen das Ergebnis glauben, wenn mich Ihr Rechenweg überzeugt.
    Wie rechnet sich, dass 100 Menschen über 70 , die nun endlich eine Impfung mit Astra Zeneca haben hätten könnten, zahlnmäßig”weniger” gewesen wären, als 100 an deren Stelle geimpfte jüngere Menschen aus einer Warteliste?
    Sie schreiben ja von einem Mehr bei der jetzigen Lösung.

  • Coronaleugnerleugner

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    Ich dachte schon diese Pandemie hätte nichts mehr zu bieten, aber da treibt sie der Regensburger Impfskandal alle raus. Den Anderl, den guten Bayern, mit kaum verhohlener Drohung. Der Privatpatient, der den letzten Zweifel an unzulänglichen Staatsführung offen legt. Und sogar die Erzieher*innen beziehen endlich eine eigene Position, wenn auch ohne ein Wort über die nervige Kundschaft und deren Befinden.
    Ich wurde ungebeten aus zwei unterschiedlichen Richtungen über dieses große Geheimnis informiert, hab weder was dafür gegeben noch die Möglichkeit genutzt. Aber nur deshalb, weil ich mir die Zeit lieber mit Zaudern und Kommentare lesen vertrieben habe. Zufällig war das ja grad an dem Tag, als AZ den nächsten Stop bekommen hat und ich will nicht wissen wieviele auf Ihren Termin verzichtet haben. Vielleicht sind die am Impfzentrum ja gar nicht nur blöd und dürften offiziell niemanden einladen, vielleicht wars auch unglückliche Kommunikation, wer weiß? Aber hier eine Amigoaffaire zu konstruieren ist ungefähr so intelligent wie die Vermutung, beim Aldi hätten sie die dritte Kasse aufgemacht, weil die Kundin, die die Gelegenheit nutzt und ihr Glump aufs Band schmeißt, den Kassierer bestochen hat.
    Vor lauter heulen und hetzen bleibt die wahre Verschwörung verborgen: Wer sich opferbereit für den AZ meldete und nach Terminvergabe diesen ändern musste, bekam wohl einen Ausweichtermin mit Biontech. Gut das stand jetzt nicht im Titel und bringt das Problem über die Systemkritik vielleicht bis vor die eigene Haustür. Was mache ich, wenn ich Eingeweihter bin? Werde auch ich meine Intelligenz, die nur so sprüht sobald ich an eine Tastatur komme, auch schamlos einsetzten. Kann ich mich überhaupt noch guten Gewissens beim Aldi in die Schlange stellen?
    Lange Rede kurzer Sinn: Was die Kerle* im Impfzentrum meiner Meinung nach brauchen, sind etwas weniger Experten von außen, ein Bissl Luft zum Jonglieren und die Möglichkeit Ausnahmen auch wieder zu löschen. Sonst würd ich an deren Stelle das Zeug beim nächsten Mal wegschütten.

  • Mr. T.

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    Vielleicht lenkt heute ja der Schlegl etwas vom Corona-Thema ab in Halle an der Donau 😉

  • KW

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    @Coronaleugnerleugner
    Schöner, treffender Kommentar.
    @ Mr. T.
    Danke für die kleine Erinnerung, hätte man doch glatt vergessen. Den Gag mit Halle an der Donau kapier ich zwar nicht ganz?

  • Xaver B.

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    Aufgrund einer aktuten Krebsbehandlung meines Sohnes sind meine Frau und ich als Prio Gruppe 2 eingestuft. Meine Frau wurde mit 49 Jahren noch mit Astra geimpft. Was mich gewundert hat, kein Mensch hat beim Impfzentrum irgendeinen Nachweis verlangt, dass unser Kind krank ist. Meine Frau wurde alleine aus Angaben im Online Portal geimpft. Was ich mich nun frage ist, wenn sich das wiederum rumspricht kann jeder irgendwelche Angaben machen um eher geimpft zu werden. Ohne Kontrolle mach dieser Priorisierung dann sicher keinen Sinn mehr. Ich denke es geht nur noch darum, im Wettlauf mit den anderen Bundesländern gut dazustehen.

  • QwerTzu

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    BILD: “…Von den Terminen außerhalb der eigentlichen Impfreihenfolge dürften vor allem Eingeweihte profitiert haben. So etwa städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und politisch vernetzte Personen.”

    Die entsprechende Information war kein gut gehütetes Geheimnis der “Elite”, ich bekam die Information zur Möglichkeit einer Impfung durch einen Anruf beim Impfzentrum Regensburg als kleiner Angestellter am 31.03. sogar auf mehreren Kanälen mit.

  • Dugout

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    @KW
    “In Halle hat der Stadtrat am Mittwoch in einer Sondersitzung Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) vom Dienst suspendiert. Damit haben die Stadträte auf den Impfskandal um Wiegand reagiert, der sich gegen das Coronavirus hatte impfen lassen, bevor er laut Impfreihenfolge an der Reihe gewesen wäre.”

    Nur mal so für die ganz Gscheiden hier die meinen das wäre irgendwie lustig was hier wie dort so abgeht.

    https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/halle/impfskandal-wiegand-suspendiert-100.html#:~:text=Halles%20Oberb%C3%BCrgermeister%20Bernd%20Wiegand%20hat,nicht%20an%20der%20Reihe%20war.&text=Demnach%20geht%20die%20Staatsanwaltschaft%20Halle,gegen%20die%20Bundesimpfverordnung%20versto%C3%9Fen%20wurde.

  • Piedro

    |

    @QwerTzu
    Aha. Es war kein Geheimnis, aber man musste eingeweiht sein. Man musste nicht zur “Elite” gehören, “nur” politisch vernetzt sein, oder in einer Behörde arbeiten, die diese Information verbreitet.
    Auf den feinen Unterschied kommt es an, nicht wahr? Dann kann man sich auch als “kleiner Angestellter” von denen Unterscheiden, die eigentlich den Vorrang hätten. Der Fehler liegt nicht bei Ihnen, dass Sie die Möglichkeit genutzt haben, die Ihnen angeboten wurde, der Fehler liegt bei denen, die eigentlich den Auftrag haben nach Gefährdung zu impfen, aber das Angebot lieber über Behörden oder politische Kontakte verbreiten. Es sollte nachvollziehbar ein, dass dies als falsch verstanden und empfunden wird.

  • Markus Frowein

    |

    @Armin Schöffmann (7. April 2021 um 12:17)

    “… Überwindung der COVID-19 Krise …”

    Angesichts der vielen beteiligten Nullen und Egoisten sehe ich ziemlich schwarz,
    dass diese Krise jemals überwunden wird. Ich stelle mich auf Schlimmeres ein …

  • Jürgen

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    Ich verstehe die ganze Diskussionen nicht.
    Es ist etwas übrig, weil irgendjemand abgesagt hat.
    Dann muss der Impfstoff trotzdem verimpft werden, weil wir sonst noch in 5 Jahren darüber debattieren wer als nächstes dran ist.
    Typisch Deutsch, labern bis das Trommelfell platzt und das eigentliche Ziel dabei völlig aus den Augen verlieren.

  • Dugout

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    @Jürgen
    “Dann muss der Impfstoff trotzdem verimpft werden, weil wir sonst noch in 5 Jahren darüber debattieren wer als nächstes dran ist.”

    Es geht nicht darum ob der übrige Impfstoff verbraucht wird, sondern an wem er verimpft wird.

  • Dr Eisenbarth

    |

    In diesen schwierigen Zeiten sind offensichtlich wieder viele Gutmenschen unterwegs (ich mach’s nur damit nix weggeschmissen wird). Solange Restl nicht überbleiben finde ich es i. O.

    ‚Kurir die Leut nach meiner Art,
    widewidewitt, bum bum‘
    https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Andreas_Eisenbarth

  • Piedro

    |

    @Jürgen
    Es war nicht “etwas übrig”, sondern ca. 1000 Dosen standen zur Dispostion. Sie glauben wirklich, die wären weggeworfen worden, weil bereits geöffnet? Oder wollen Sie, dass das geglaubt wird? 1000 Dosen, die nicht denen verfügbar gemacht werden, die priorisiert sind, sondern unter der Hand an Behördenmitarbeiter und politisch vernetzte Personen verteilt. Zu debattieren gibt es da eigentlich gar nichts, schon gar nicht wem diese Impfungen zustehen, das ist glasklar geregelt. Verabreicht wird es dagegen irgendwelche Hanseln, die sich hier damit brüsten nichts daran zu finden es anderen weggenommen zu haben, auch keine “kleinen Angestellten” die, die bevorzugt werden, weil sie nicht im Supermarkt arbeiten, in einer Kita, in einer Schule…, sondern am Schreibtisch der Stadtverwaltung. Wenn diese Kenntnisnahme Ihre Trommelfelle belasten ist das natürlich bedauerlich.

    Ca. 1000 Impfdosen, das ist schon ne Hausnummer. Alle die behaupten, die wären sonst weggeworfen worden, lügen entweder bewusst, oder haben das Hirn bereits abgeschaltet, damit keine unangenehmen Gedanken aufkommen. Wenn die Stadtverwaltung davon Kenntnis hatte und den Umstand der Bevölkerung verschwieg, sollte das schon Konsequenzen haben. Zumindest sollte das eine Stellungnahme wert sein, aber mei, da kann man ja nicht sagen es läge an anderen Stellen, der die eigene Verantwortung zugeschanzt wird. Was sollte man also sagen? Etwa, dass da was falsch gelaufen ist? Das geht ja gar nicht. Da könnte man ja annehmen, ein(e) OB trüge Verantwortung, und das könnte die Bürger verunsichern.

  • Skyrider

    |

    Hervorragend. Das städtische Impfzentrum schafft es nicht, eine Liste mit Ü60 Personen zu erstellen und dann wenn sich abzeichnet, dass Impfstoff übrig bleibt, aus dieser Liste “Nachrücker” zeitnah zu verständigen.
    Aber einem “Jüngling” aus der Politik schnell eine Impfung zu verschaffen, das klappt mit den nötigen “Kontakten” anscheinend problemlos.
    Wenn die Impfreihenfolge in den Impfzentren so konsequent “kontrolliert” wird, wie in diesen Fällen, dann sind die Ü60 Personen später als die Ü18 Personen geimpft.
    Aber in Bayern kommt man halt mit “Kontakten”, besonders mit politischen, noch immer am schnellsten vorwärts.

  • Dugout

    |

    @Mr.T.
    Guter Text. Vielleicht schicken wir ihn dem Bürgermeister von Halle. Taugt vielleicht als Plädoyer.

  • RegensburgerIn

    |

    Warum rennen junge und gesunde Menschen zu Impfung? Was versprechen sie sich dafür? Angst vom sterben oder Urlaub?
    Für euch/uns ist Korona doch im Regelfall nicht gefährlich.
    Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit positiv zu werden und davon mit 32, 43 usw. zu sterben?

    Es ist doch logisch, dass ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, kranke Menschen und andere Risikogruppen Priorität haben müssen.
    So in meiner Familie wäre nur die eine Impfung für meinen Vater, 70, starker Raucher,sehr wichtig…und nicht für alle Kinder und Enkelkinder.
    So könnte man die Sterblichkeit auch senken.
    Ich wäre in Gruppe 2,aber überlasse gerne die Impfung jemandem,der die wirklich braucht.

  • R.G.

    |

    @
    RegensburgerIn
    8. April 2021 um 21:02 | #

    Sie treffen das Thema sehr genau.
    Sind die älteren Jahrgänge die Gefährdetsten, die die Todesstatistik anführen, und werden sie deshalb als wichtigste und zuerst zu impfende Gruppe genannt, so sollte man das auch so organisieren.

    Aber ein widerständiger Teil Bayerns scheint auf Häuptlinge der doppelten Zunge gemacht zu haben. Das ist das Empörende, dass man wieder das Gegenteil dessen tat, was man in Worten transportierte.

    Derlei Politikerverhalten fühlt sich für mich an, wie einen Sack pubertärer Kinder hüten, wo Ja ein Nein ist und ein Nein ein Ja. Der einzige Trost für die schweren Jahre im Privatbereich, man hatte dafür mal wenige Minuten Spaß als Paar.

  • Gscheidhaferl

    |

    @RegensburgerIn
    Streng genommen beruht die Priorisierung letztlich auf Mutmaßungen. So gut wie möglich abgesichert mit medizinischen Daten. Trotzdem aber keine 1000%-ige Gewissheit. Niemand kann einem bislang Belastbares zu möglichen Spätfolgen sagen. Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber was Corona beispielsweise für Kinder bedeutet, werden wir vielleicht erst in einigen Jahrzehnten wirklich sehen. Außerdem reden wir von statistischen Wahrscheinlichkeiten. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf mag bei Corona bei jüngeren Leuten niedriger sein. Damit lässt sich die Priorisierung grundsätzlich rechtfertigen. Davon haben Sie aber im Einzelfall nichts, wenn Sie Pech haben und trotz geringen Alters beatmet werden müssen und nicht wissen, ob sie es überleben werden. Worauf ich hinaus will: Es gibt gute Gründe, warum sich auch Jüngere eine Impfung wünschen können und warum ihnen auch schnellstmöglich Gelegenheit dazu gegeben werden sollte. Im Augenblick heißt das: Nachdem diejenigen, mit dem mutmaßlich höheren Risiko, versorgt sind. Darüber sollte aber nicht vergessen werden, dass das Risiko für Jüngere vielleicht geringer ist. Aber auch sie sind einem ernstzunehmenden Risiko ausgesetzt.

  • XYZ

    |

    Regensburgerin 21.06
    Da haben Sie völlig recht: das Risiko kann letztlich nur der Hausarzt im Einzelfall beurteilen, sei es bei Jüngeren oder Älteren ab 60. In einem grenznahen oberpfälzer Städtchen besorgte und impfte schon vor Weihnachten mit dem russischen Vakzin Sputnik V ein Hausarzt: da stitten die Oberen noch darum, ob es mehr oder weniger als 90 % Wirksamkeit erbringe und sei ja gar nicht zugelassen – die lukrativen Geschäfte interessierten wohl andere.

  • Stefan Egeli

    |

    Mein Gott, was soll die Aufregung!? Warum wird hier so ein Fass aufgemacht? Es war Impfstoff übrig, den vor wenigen Tagen viele nicht mehr wollten. Das ist wieder mal typisch deutsch. Dieses Land und die darin lebenden Leute stehen sich seit Jahren selbst auf den Füssen, weil immer und überall etwas oder jemand gesucht wird, den man unbedingt wegen der geringsten Verfehlung an den Pranger stellen muss. Merkt man eigentlich noch, wie lächerlich sich Deutschland mittlerweile wegen diesem verdammten übertriebenen Gerechtigkeitssinn und Selbstzerfleischung in der ganzen Welt macht? In GB, in Israel in USA, überall hauen die das Zeug durch, wer kommt, der wird geimpft und kann bald wieder ein normales Leben führen. Und hier wird wieder so ein Fass aufgemacht, nur weil ein paar Hanseln Impfstoff bekommen haben, den andere evtl. eher bekommen sollten. Was solls, ich bin auch noch nicht geimpft und werde irgendwann dran kommen.

  • Mr. T.

    |

    Gscheidhaferl +1

    Stefan Egeli, Ihr zweiter Satz ist falsch und somit die ganze Argumentation.

  • R.G.

    |

    Herr Stefan Egeli, da es auf eine Impfung wartende Menschen der statistisch am meisten gefährdeten Gruppe gibt, kann es keinen Überschuss gegeben haben, wenn Verimpfung an die gefährdetste Gruppe wirklich und immer noch noch oberstes Gebot war.

    Tatsächlich wurde vom ewigen Vorreiter, dem einem Geilomobil (!) seine Karriere verdankende Kanzler Kurz im Nachbarland, mit einer wohl “geilen” Idee ein neues Fass aufgemacht, das vorhersehbar zu Legenden über momentanen Vakzin- Überbestand oder Irrtümliche Öffnung falscher Listen, aufgrund derer man schnell an Jüngere oder Politiker und Freunde verimpft habe, führen würde.:
    Der grüne Pass für schon “immune” Personen, sprich für schon Geimpfte, mit dem ihnen und großteils nur ihnen der Zugang zu Reisen und voller Teilnahme am wirtschaftlichen Leben gesichert sein solle. ( Wohlgemerkt, der Erfinder der Idee, Kanzler Kurz, MUSS vermutlich davon ablenken, dass er schlicht zuwenig Vakzine bestellte, eine Durchimpfung ist so nie und nimmer vor dem neuen Millenium zu glauben :) )

    Klar führt ein Grüner Pass zu einem sofortigen Wettrennen um die Impfung durch das für die Ankurbelung der Wirtschaft vermeintlich “wertere” Leben und eine Nachreihung und noch größeren Absonderung des “unwerteren” Lebens mit seinem Weniger an Leistungs- und Kaufkraft.

    Die Politik der doppelten Zunge und des gespaltenen Herzens ist damit wieder eröffnet. Es gab schon mal in der Schule Rechenbeispiele nach der Art: Wieviele gesunde Deutsche könnten von dem leben, was ein einziges unwertes Leben verbraucht?
    Das ist nur einen Wimpernschlag der Geschichte entfernt.

  • Stefan Egeli

    |

    R.G
    genau Menschen wie Sie meinte ich mit meiner Argumentation. Sie betreiben unter einem Pseudonym Haarspalterei. Hier wird eine, wie in vielen Kommentaren zu lesen, Amigoaffäre aus einer Nichtigkeit gemacht. Ich gehöre auch zur Prio 2, kam aber nicht dran, weil ich im Landkreis wohne. Ja und, was solls. Es waren Impfdosen übrig und man hat das öffentlich gemacht. Mir wurde es bekannt, weil mich viele Freunde und Familienangehörigen über SMS oder Whattsapp darüber informierten, das hat halt einfach die Runde gemacht. Keiner von denen, die mich informierten, ist politisch aktiv. Wenn man viele Freunde hat, bekommt man halt viele Infos. Die haben sich halt gedacht, wir geben das bekannt und dann kann sich jeder impfen lassen, wer das AZ will. Mein Gott, ja, man hätte es anders machen können. man muss das aber nun auch nicht unbedingt gleich zur Staatsaffäre machen. Ich hoffe mal, Sie lieber RG sind auch immer so genau mit allem, was sie tun. Beurteilen kann ich es nicht, da ich Sie ja nicht kenne. Trotzdem ein schönes Wochenende.

  • Piedro

    |

    @Stefan Egeli
    Das ständige Wiederholen der Mär von den übrig gebliebenen Impfdosen macht diese nicht wahrer. Wenn man ein Flascherl öffnet, und daraus lassen sich gerade nicht alle Dosen verabreichen, dann bleibt etwas über. Eine bis drei Impfungen pro Flascherl. Wenn hunderte Flascherl da stehen und Termine werden abgesagt, dann sind diese Flascherl nicht über, sie wurden lediglich nicht wie geplant verwendet.
    Unwahr ist auch die Behauptung, es würde etwas öffentlich gemacht. Wie soll diese Veröffentlichung denn stattgefunden haben? Wer hatte denn die Möglichkeit auf diese Dosen zuzugreifen? Menschen mit politischen Kontakten, Bekannte des Personals im Impfzentrum, vermutlich in eher exponierter Stellung, oder Personen mit einem Arbeitsplatz in der Verwaltung. Das nennen Sie “bekannt gemacht”? Na dann… Es mag sie irritieren, aber das ist nicht die Öffentlichkeit.
    Eine Staatsaffaire macht daraus keiner, der feststellt, dass dieses Vorgehen nicht richtig ist. Regensburg ist nicht der Staat, das ein von Korruption und Vetternwirtschaft geprägtes Provinzkaff, wo so gut wie keiner das Format hat, irgendeine Verantwortung zu übernehmen und dazu zu stehen. Haarspalterei? Aber sicher doch. Und dann auch noch unter Pseudonym, ungeheuerlich! Pseudonyme Argumente sind zu vernachlässigen, weil der Klarname fehlt, oder wie soll das verstanden werden?
    Ach ja: wer viele Freunde hat… Das zeigt wes Geistes Kind hier zum Vortrag kommt. Was ist mit denen, die weniger, keine oder gar die falschen Freunde haben, solche ohne “Kontakte”? Die haben halt Pech gehabt, sollen sie sich halt gescheit vernetzen, dann haben sie auch keine Nachteile. Gerade die Alten hatten doch Zeit genug dazu.

    Warum nicht kurz und knapp eingestehen: das ist nicht gut gelaufen, so ist das nicht richtig, das sollte zukünftig anders geregelt werden, nämlich so, wie es aus gutem Grund geplant wurde? Warum das nicht klar und deutlich einfordern, falls mal wieder ein paar hundert Impfdosen “übrig bleiben”?

  • R.G.

    |

    @Stefan Egeli
    “Hier wird eine, wie in vielen Kommentaren zu lesen, Amigoaffäre aus einer Nichtigkeit gemacht.”

    Bevor man klärt, ob eine Amigoaffäre vorliegt, geht es um die trockene Feststellung, wer die Astra Zeneca Impfdosen als nicht für die auf einen Impftermin wartenden Menschen oberster Priorität freigebbar erklärte, sondern für Leute mit geringerer Dringlichkeitsstufe. Das ist ein bewusster Akt.

    Wer trägt dafür die dienstliche bzw. persönliche Verantwortung, und wer dafür, dass dieser eine Mensch so entscheiden konnte?
    Verantwortung ist das Zauberwort!

    Man unterstelle “Verschwörung”, wo nichts dahinter sei, ist in der Regel Ablenkungstext, wenn es wo für die Presse etwas Unerwartetes “zu entdecken” gibt.

  • Stefan Egeli

    |

    RG und Pietro
    Sie beide nehmen sich schon sehr wichtig gell? Wie ich schon anmerkte, ist es leicht, sich hinter einem Pseudonym zu verstecken und viele Menschen so einfach runterzumachen. Sie beide nehmen es so einfach für sich in Anspruch, über die Angelegenheit urteilen zu können, ohne den genauen Hintergrund zu kennen. Und dabei fehlt es Ihnen auch noch an Mut, offen unter Angabe Ihres Namens andere anzugreifen und zu beschuldigen und zu beleidigen(welch Geistes Kind). Solche Aussagen disqualifizieren Sie eigentlich als ernstzunehmende Diskussionspartner.

  • R.G.

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    @Stefan Egeli
    Danke für den persönlichen Angriff auf mich.

    Da Sie es nicht verstanden haben wollen: Ich mahne ein, erst nach Kenntnis der Entscheidungsgrundlagen und Entscheider werde eine Bewertung möglich. Das ist das Gegenteil von Verurteilung oder grundloser Entlastung.

    Dass Sie mit herabwertenden Stereotypen antworten, wie bei einer politischen Gruppierung üblich, mich als Angreifer und – wegen Nicht-Echtnamensnennung – als feige hinstellen, ist schlicht Ablenkung vom Thema.

  • Piedro

    |

    @Stefan Egeli
    Da Sie mich so persönlich ansprechen, möchte ich Stellung nehmen. Ich verstecke mich nicht. Mein Name ist der Redaktion bekannt, Sie geht es schlicht nichts an wie ich heiße, wo und was ich arbeite, wo ich wohne, welche Petitionen ich zeichne, wo und wie ich engagiert bin, in welchen Ländern ich digitale Spuren hinterlassen habe, was wann und wo publiziert wurde, wie ich telefonisch erreichbar bin. Also sparen Sie sich Ihr “Urteil”, zumal Sie meinen “Hintergrund” nicht kennen. Es sollte reichen Ihnen zu sagen, dass ich im privaten Umfeld seit meiner Jugend als Piedro bekannt bin, und kein anderes Pseudonym im Netz nutze. Wenn Sie die Verwendung von Pseudonymen stört, wenden Sie sich an die Redaktion. Wenn Sie meinen, Argumente oder schlichte Meinungen abwerten zu können, weil unter Pseudonym verfasst, zeigt das nur wie wenig Sie beiden entgegen zu setzen haben. Da sind wir dann wieder bei des Geistes Kind, nicht wahr?
    All das ändert nichts daran, dass Ihre Behauptungen zumindest auf sehr wackeligen Beinen stehen, was angeblich übrig gebliebene Impfdosen angeht, und das Nutzen von Vorteilen durch nicht-öffentliches “Bekanntmachen” für Menschen mit “Kontakten” oder “Freunden” oder einem Job in der Verwaltung. Es steht Ihnen frei, auf meine Einlassungen dazu einzugehen, oder es nicht zu tun und sich lieber über Pseudonyme zu ereifern. Im Gegensatz zu Ihnen möchte ich aber keine Debatte über andere Kommentatoren führen, also diskqualifizieren Sie mich bitte als Diskussionspartner, sie diskutieren eh nicht, so lange Sie nicht sachlich auf die Argumentation anderer eingehen.
    Was nun meine Beträge zum Thema angeht: ich beziehe mich dabei auf die Informationen, die der Artikel vermittelt, und auf das, was in den Kommentaren geschrieben wird. Weiteres steht mir tatsächlich nicht zur Verfügung. Sollte das bei Ihnen anders sein, ist das bisher nicht erkennbar.
    Meine Position zum Thema ist eigentlich ganz einfach. Jene, die Impfdosen verteilen, sollen sicher stellen, dass Menschen mit dem höchsten Risiko geimpft werden. Das ist der Auftrag, hier liegt die Verantwortung. Diese Risikobewertung ist vernünftig und wurde mit großem Aufwand erstellt. Natürlich, wenn ein Flascherl angebrochen ist, und es steht kein priorisierter Impfwilliger zur Verfügung, möge man es sonst wem in den Leib drücken, und sei es ein Günstling, der seine Position oder sein Netzwerk nutzt um sich vor zu drängeln, wie bekanntlich mehrfach schon geschehen, oft unter fragwürdigen Umständen, die zT Konsequenzen nach sich zogen. So lange der Impfstoff ungeöffnet in der Kühlung steht ist er nicht über, egal wie oft dies mal eben so behauptet wird, oder von wem, ob mit dem “Mut” des Klarnamens oder nicht.
    Alle, die dieses Vorgehen negieren, negieren damit die Notwendigkeit der Priorisierung und den Anspruch der Priorisierten. Das sind meine Argumente und das ist meine Meinung. Sollten Sie dazu etwas zu sagen haben, tun Sie das bitte. Gerne auch zu den pseudonymen Beiträgen von Erziehern, Lehrern und anderen, gefährdeten Menschen, die Sie hier bereits zur Kenntnis nehmen durften, aber ignorierten. Alles andere ist nicht mehr erwiderungswürdig. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, bleiben Sie gesund und der Welt mit all ihrem Mut noch eine Weile erhalten.

  • Joachim Datko

    |

    Die Impfungen nehmen auch in Deutschland Fahrt auf. Hoffentlich geht es so zügig weiter.

    Stand Fr. 09. April 2021, 10:15 : Mindestens 14,7 % haben die Erstimpfung erhalten.
    Mi. – 575.067 Erstimpfungen
    Do. – 633.613 Erstimpfungen

    Siehe: https://impfdashboard.de/

  • R.G.

    |

    Was könnte eine Reichshälfte fürchten, was Schlimmes rauskommen könnte?
    Dass Coronaleugner sich um die Impfung bemühten oder stolze Maskennichtträger, bei denen kein medizinischer Hinderungsgrund zum Atmen durch den Lappen vorliegt, sich schnellschnell immunisieren ließen?
    Das wäre keine Enthüllung, sondern inzwischen gewohnt normal.

    Wodurch soll man sich schießlich von andren Parteien unterscheiden als durch Parolen, wenn es sonst keine wesentlichen inhaltlichen Unterschiede mehr gibt, nachdem alle über Jahrzehnte “vom gleichen Topf aßen”?

  • Hthik

    |

    @Skyrider 8. April 2021 um 18:09

    “Das städtische Impfzentrum schafft es nicht, eine Liste mit Ü60 Personen zu erstellen und dann wenn sich abzeichnet, dass Impfstoff übrig bleibt, aus dieser Liste “Nachrücker” zeitnah zu verständigen.”

    Amen.

    Allerdings sind da mildernde Umstände zu berücksichtigen.
    – man hatte nur ein Jahr Vorbereitungszeit die Impfungen zu organisieren
    – man konnte ja nicht damit rechnen, dass Menschen und Umstände nicht unfehlbar sind, dass etwa
    – manche sich nicht impfen lassen wollen, denn das Phänomen Impfverweigerung war bei allen anderen Impfungen bisher unbekannt
    – es praktische Probleme geben kann, wie etwa, wie der gehbehinerte Armutsrentner das Taxi zur Impfung bezahlen soll
    – alte Leute vielleicht mal einen Termin vergessen, oder sogar
    – alte Leute sterben, einfach so, ohne dies vorher auf dem erforderlichen Formblatt mit drei Durchschlägen anzukündigen.

    Das sind lauter bislang völlig unbekannte Phänomene. Das hat man vielleicht mal bei Akte X im Fernsehen gesehen, aber wer konnte denn damit rechnen, dass das wirklich eintritt?

  • Hthik

    |

    @Jürgen 8. April 2021 um 16:04

    “Typisch Deutsch, labern bis das Trommelfell platzt und das eigentliche Ziel dabei völlig aus den Augen verlieren.”

    “Gelabert” wurde hier eher zuwenig, weil keiner damit gerechnet hat, das so etwas überhaupt passieren kann. Sonst hätte man ja vorher etwas sagen können, um die Verwaltungsverantwortlichen darauf hinzuweisen, wie das zu erledigen ist. Es war seit langer Zeit von vornherein klar, dass es zu solchen Störungen kommen kann und auch, was man da tun kann, um trotzdem effizient zu impfen. Das ist die Bedeutung von Verwaltung überhaupt: Abläufe zu planen, so das sie nach vorgegeben Regeln auch tatsächlich ablaufen können. Was soll man von einer Verwaltung halten, die nicht verwalten kann?

    “Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?” – Matthäus

  • Hthik

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    @Stefan Egeli 10. April 2021 um 07:07

    “Sie beide nehmen es so einfach für sich in Anspruch, über die Angelegenheit urteilen zu können, ohne den genauen Hintergrund zu kennen.”

    Im Sinne von

    “Ist die Staatskunst anzuklagen
    in bezug auf Kraftfahrwagen?
    Gab die Polizeivorschrift
    hier dem Fahrer freie Trift?

    Oder war vielmehr verboten,
    hier Lebendige zu Toten
    umzuwandeln, – kurz und schlicht:
    Durfte hier der Kutscher nicht ?”

    Eingehüllt in feuchte Tücher,
    prüft er die Gesetzesbücher”

    – Christian Morgenstern, Extrakt

    möchte ich darauf hinweisen, dass, was der “genaue Hintergrund” ist, davon abhängt, was die Frage ist, über die man urteilen will.

    Wir wissen nicht genau, wessen Staatskunst hier anzuklagen ist. Die der Stadt, des Landes oder sogar des Bundes? Wer hätte hier die Leitlinien vorgeben können? Auch persönlich Verantwortliche kennen wir nicht. Aber wir kennen Beweismethoden. Eine ist der sogenannte Widerspruchsbeweis. Wenn die tatsächlichen Voraussetzungen vorliegen dass ein Verfahren erfolgreich ist und das Verfahren kompetent geplant ist, dann muss der tatsächliche Ablauf erfolgreich sein, in dem Sinn, dass er das gesetzte Ziel erreicht.

    Das Ziel ist hier die Einhaltung der Impfpriorität. Das wurde nach dem, was wir wissen nicht erreicht. Also ist eine der Voraussetzungen falsch. Könnten das die tatsächlichen Voraussetzungen sein? Das könnte zum Beispiel eine Katastrophe im Impfzentrum sein, oder sonstige externe Störungen. Da kann man aber davon ausgehen, das uns derartige relevante Tatsachen bekannt wären. Aufgrund der journalistischen Sorgfaltspflicht würden die im Artikel stehen, weil das hier nicht irgendein Blog ist, sondern ein Blog mit diesem Anspruch. Also bleibt nur ein Planungsversagen. Das ist kein voreiliges Urteil, sondern simple Logik. Tertium non datur.

    Außerdem sind wir hier nicht vor Gericht, wo jeder Unsinn irgendwie rechtskräftig werden kann. Ich jedenfalls erlaube mir den Luxus, ein Urteil zu revidieren, wann immer neue (Hinter-)gründe auftauchen, die dies rechtfertigen und ich vermute solche verwöhnte Luxusgören gibt es hier mehrere.

    Natürlich wäre weiterer Hintergrund interessant. Waren es nun die fehlenden Vorerkrankungen oder die Begleitung, die die pressewirksame Impfung verhinderten? Letzteres fände ich doch merkwürdig. Wer mit Begleitzug mit Tschingderassabum aufläuft soll nicht bevorzugt werden, aber doch auch nicht benachteiligt. Für die Begleitung gilt dann eben dasselbe wie für den Dackel: Wir warten draußen. Könnte es sein, dass BILD doch mal richtig berichtet? Im Vergleich zur MZ ist die Messlatte ja nun nicht so arg hoch. Wissen würde ich diesen weiteren Hintergrund schon gerne, aber zur Not geht’s auch ohne.

  • Mr. T.

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    Es mag ja Gründe geben, für bestimmte Kontingente mal von der Priorisierung abzuweichen. Manche Stimmen fordern dies ja schon seit einiger Zeit.
    Aber es gibt sicher keine Gründe, diese Termine unter der Hand zu vergeben. TIR/WEN/NEW machen grad vor, wie man das transparent an die gesamte Bevölkerung kommuniziert und nicht erst im Spezlumfeld streut.

  • XYZ

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    Muss dpch mal rein sachlich nachtragen: Zu den Impfstoffzentren muss man erst mal irgendwie hinkommen, und sich vorher registrieren und ob man zu einer behördlich festgelegten Risikogruppe gehört: – auf der Theresienwiese (mal Oktoberfest) in München standen sie dann nur herum.Da hat der erweiterte oder zivile Katastrophenschutz, m. W. beheimatet im BStMdI , katastrophal zugeschlagen, statt es den bewährten Hausärzten zu überlassen. Wir befinden uns immerhin noch nicht in Kiegszeiten. Bei Vorsorge wären m. E. genügend Impfstoffe zu besorgen gewesen, und sei es das russische Vakzin.

  • Joachim Datko

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    Die EU und die Bundesregierung sind an der schlechten Impfstoffversorgung in Deutschland schuld. Die EU ist noch dazu für das Gesundheitswesen nicht zuständig.

    Zu XYZ 21:29 Zitat: “Bei Vorsorge wären m. E. genügend Impfstoffe zu besorgen gewesen, und sei es das russische Vakzin.”

    Nach den EU-Verträgen sind die einzelnen Nationalstaaten für das Gesundheitswesen zuständig. Die medizinische Versorgung der Mitgliedsstaaten liegt in der Verantwortung der einzelnen Nationalstaaten. Das gilt auch für die Finanzierung der Leistungen und den Leistungsumfang. Wer auf die EU setzt, wie die Bundesregierung, nimmt langsame Prozesse in Kauf. Das ist bekannt.

    Vor allem östliche Länder der EU sind durchaus bereit, unkompliziert den Impfstoff aus Russland einzusetzen. In Ungarn wird mit Sputnik V geimpft, obgleich der Impfstoff bisher keine EU-Zulassung hat.

  • Hthik

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    @Mr. T. 10. April 2021 um 17:12

    “Es mag ja Gründe geben, für bestimmte Kontingente mal von der Priorisierung abzuweichen.”

    Kann es ethisch erforderlich sein, sich an Regeln der Gemeinschaft zu halten, auch wenn diese Regeln unethisch oder unsinnig sind, ist eine Dauerfrage der Ethik. Die Antwort ist wohl: kann schon sein. Ich folge insoweit der praktischen Ethik, siehe gleichnamiges Buch von Peter Singer. Bleibt die Frage: war das hier so? Der möchte ich vorerst ausweichen, weil es darum nicht geht. Es geht etwa hierum:

    “Ein Update der Software sorge nun dafür, dass Termine für AstraZeneca automatisiert an Personen über 60 Jahre vergeben werden, sobald sich keine höher priorisierten Personen in der „Warteschlange“ befinden.”

    Dazu möchte ich auf die banale Tatsache hinweisen, dass die Verwaltung an das Gesetz und die verfassungsgemäße Ordnung gebunden ist. Nicht an die Software, denn nicht die Software ist das Gesetz, sondern das Gesetz ist das Gesetz. Das ist eine Auseinandersetzung, die ich gefühlt 1000 mal wegen oder mit diversen Ämtern, insbesondere der BA hatte. Das hier ist noch einer der glücklichsten Momente dabei, weil es “nur” Millionen gekostet hat, statt dass es auf Gedeih und Verderben ausgerollt wurde
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/60-Millionen-Euro-versenkt-Bundesagentur-fuer-Arbeit-stoppt-IT-Projekt-ROBASO-3627866.html Das ist der korrekte Umgang mit Software die nicht funktioniert: nicht einsetzen.

    Ich will an eine weitere banale Tatsache erinnern: Papier, Stift, Telefon etc. existieren und funktionieren noch. Sie sind am Markt erhältlich. Man kann immer noch verwalten wie zu Zeiten unserer Väter. Wenn es einen Konflikt gibt dazwischen wie das Gesetz vorschreibt, dass die Verwaltung zu funktionieren hat und wie die Software funktioniert, dann muss die Verwaltung diesen Konflikt dadurch lösen, dass sie die Software insoweit nicht nutzt, sondern parallel zu dieser andere Möglichkeiten nutzt. Das ist zwingend, soweit solche anderen Möglichkeiten überhaupt existieren. Dass diese Alternativen umständlicher, aufwändiger oder teurer sind, spielt keine Rolle. Ich kann keinen Grund erkennen, warum das hier nicht hätte funktionieren können.

    Das hier
    “Prinzipiell wurde entschieden, dass diese Impflinge auch eine Impfung bekommen, da sie sich um einen Platz bemüht und diesen auch ordnungsgemäß bekommen haben.”
    also das hier …

    Da weiß man gar nicht wo man anfangen soll. Schon die Semantik will nicht so recht passen. Wenn man in Einzelfällen entscheidet, auch wenn es mehrere hintereinander sind, dann hat man nicht prinzipiell entschieden. Prinzipiell hat man entschieden, wenn man eine Richtlinie erlässt, nach der künftige Einzelfälle zu entscheiden sind. Was ist hier also überhaupt geschehen? Wie war der Ablauf?

    Was heißt hier “ordnungsgemäß”? Ordnungsgemäß wird etwas erst, wenn es in einer Sache, die eine Entscheidung einer Behörde fordert, dieser folgt. Der Bürger darf sich auf die Verwaltung verlassen*, das heißt, wenn die sagt. wir impfen dich, muss er nicht prüfen, ob das zurecht erfolgt. Wenn ich wegen meines geplanten Anbaus frage und die Behörde sagt mir “Yo Digger, machma”, dann baue ich ordnungsgemäß, auch wenn die Entscheidung so nicht ergehen hätte dürfen. Wenn es jemand nicht glaubt, wedle ich mit der Baugenehmigung und habe fertig. Der übliche Terminus mit dem Behörden ihr Handeln zu rechtfertigen hätten, wäre dass es rechtmäßig ist. Wer weiß, wer weiß, vielleicht ist das sogar gemeint, dann ergibt das Argument aber keinen Sinn. Diese “Begründung” hat die Qualität des leider wahren Kalauers “Marihuana erlauben wäre illegal, weil es verboten ist.”. Sie reflektiert, was der durchschnittliche kleine Verwaltungsangestellte von Rechtsphilosophie weiß: nix. Das muss er auch nicht. Der Chef der ihn mit sowas rausschickt ist verantwortlich.

    Zu guter Letzt. Dass ein solches Parallelarbeiten, um Softwarefehler zu umgehen, teuer sein kann, ist nicht nur rechtlich unbeachtlich sondern sogar praktisch erwünscht. Das schafft nämlich einen Anreiz, dass die Software weniger Fehler enthält. Dabei ist es egal, ob diese im Haus entwickelt wurde oder extern. Im ersteren Fall dürfte klar sein, warum ein Anreiz besteht, im letzteren muss man dazu allerdings mit den Zulieferern Verträge schließen wie sie überall außer beim Wunderprodukt Software üblich sind, die das Kostenrisiko bei Vertragsverletzung auf den Verletzer verlagern.

    Software ist ein Arbeitsmittel, wie andere auch. Führt sie zu rechtswidrigem Handeln, darf die Behörde sie nicht nutzen. Man stelle sich vor, irgendwo im Keller des alten Rathaus finden sie eine Guillotine und beschließen dieses Arbeitsmittel einzusetzen – obwohl es vielleicht nicht 100% rechtmäßig ist – weil es den Umgang mit antragstellenden Bürger so sehr erleichtert, ja das Verwaltungsverfahren schon durch bloßen amtlichen Hinweis auf die Möglichkeit des Einsatzes erheblich verkürzt. Oder den Antragsteller.

    *Das stimmt nicht. Das hat man im Sozialrecht abgeschafft. Dort ist der Bürger für verwaltungsinternes Handeln verantwortlich. Aber das führt hier zu weit, auch wenn es zu weit geht.

  • Mr. T.

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    Hthik, bitte das Wort “Einzelfall” niemals im Plural verwenden! Wenn etwas öfter passiert, ist es kein Einzelfall mehr.

  • Mr. T.

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    Hier ein Artikel, in dem begründet wird, warum man in Amberg so vorgegangen ist:
    https://www.onetz.de/oberpfalz/amberg/5390-zusaetzliche-impftermine-sechseinhalb-stunden-vergeben-id3212268.html
    Aber auch hier wurde es offiziell verkündet und transparent gehandhabt. Dies entlastet das Regensburger Vorgehen höchstens in Bezug auf die Frage, warum für dieses Kontingent nicht auch die Priorisierung eingehalten wurde, nicht jedoch für die Weitergabe der Information in eingeweihten Kreisen.

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