SOZIALES SCHAUFENSTER

Holzgartensteg

Koalition beschließt umstrittene Brückenvariante

Die Koalition hält an Plänen für den Holzgartensteg fest und stimmt gegen CSU und ÖDP für den Vorschlag der Verwaltung. Die Opposition hingegen fordert, mehrere Varianten zu berücksichtigen. 

Die untersuchten Varianten für den Holgartensteg – nur eine funktioniert, sagt die Verwaltung.

Die Variante 3 soll es nun endgültig werden. Nachdem in den vergangenen Monaten viel darüber diskutiert wurde, ob und wenn ja, wo der künftige Holzgartensteg verlaufen soll, hat sich am Dienstag die Mehrheit im Planungsausschuss dem Vorschlag der Verwaltung angeschlossen. Die Fahrrad- und Fußgängerbrücke soll somit weiterhin in der Lagevariante 3 vom Maria-Beer-Platz direkt auf den Grieser Spitz führen. Von dort wird der Fahrradverkehr dann zum Grieser Steg weitergeleitet. 

„Nachhaltiges und sicheres Verkehrsnetz“

In der Vergangenheit hatte es dagegen merklichen Widerspruch gegeben, unter anderem vom Verein Donauanlieger und dem Bund Naturschutz. Die Kritiker befürchten einen massiven Eingriff in das Naherholungsgebiet. Die Mehrheit der Stadträte sieht in der künftigen Fahrradbrücke hingegen eine attraktive Verbindung vom Stadtnorden in den Stadtsüden und die Altstadt. „Wir wollen ein nachhaltiges und sicheres Verkehrsnetz aufbauen“, betont SPD-Fraktionschef Klaus Rappert. Dazu brauche es mehr Wege auch abseits der Autostraßen. Ein Punkt, in dem sich im Grunde alle Stadträte, quer durch die Fraktionen, einig sind.

Im Stadtrat geht es am Dienstagnachmittag denn auch nicht um die Frage, ob es diesen Brückenschlag geben soll. „Wir müssen eben manchmal Entscheidungen treffen, die ökologisch durchaus weh tun“, sagt auch Benedikt Suttner (ÖDP). Das bedeute aber noch nicht, dass Variante 3 die einzig sinnvolle darstelle. Zwar habe die Stadt im Nachgang der Informationsveranstaltung am 4. April die angebrachten Bedenken und Befürchtungen ernsthaft aufgegriffen, „einige Möglichkeiten, wie eine Klappbrücke wurden bisher jedoch gar nicht in Betracht gezogen“, kritisiert er das Ergebnis der Verwaltung. Daher solle dem geplanten Wettbewerb eine detaillierte Machbarkeitsstudie zur Variante 3, aber auch den Varianten 4 und 5, die einen Brückenschlag bis zur Wöhrdstraße vorsehen würden, vorgeschaltet werden. 

„Bürger bestmöglich miteinbezogen“

Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer sieht keine Alternative zur Variante 3. Foto: Archiv/ Staudinger

Doch diesem Ansinnen erteilt die Koalition eine klare Absage. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat keinen Zweifel daran, dass die Variante 3 die beste aller Lösungen ist. „Die bestehenden Zweifel der Bürger wurden bestmöglich miteinbezogen“, so Maltz-Schwarzfischer. Sie habe selbst mit Verbänden und dem Weltkulturerbekomitee vor Ort über etwaige Bedenken gesprochen. Als Ergebnis bleibe der Vorschlag der Verwaltung bestehen.

Günther Riepl (Freie Wähler) wird dann kurzzeitig etwas emotional. Die Kritiker sollten einfach mal auf die andere Donauseite gehen, da könne man mal einen wirklichen Naturraum erleben. „Am Grieser Spitz ist im Sommer doch eh ständig Ramba Zamba mit den ganzen Festen“, so der Stadtrat.

Gegen eine kompletten Flußquerung, wie es bei Variante 4 und 5 vorgesehen wäre, sprechen für Verwaltung und Koalition der Eingriff in das nördliche Ufer des Unteren Wöhrd und die höheren Kosten. Am Rande: Das Problem mit der Variante 4c – der Verkauf der dafür notwendigen Fläche an einen Bauträger im Jahr 2009 – wird am Dienstag nicht thematisiert. „Wir müssen bedenken, dass Fördermittel auch von der Wirtschaftlichkeit des Projektes abhängen“, so Planungsreferentin Christine Schimpfermann.

Sensibler Umgang mit Geld?

Ein Argument, das Suttner nur bedingt gelten lassen möchte. Schließlich sei mit Variante 3 auch eine gleichfalls kostenintensive  Neugestaltung der Wegekreuzung vor dem Andreasstadl verbunden. Für Irmgard Freihoffer (Linke) wird bei Autotrassen das Thema Geld oft weniger sensibel verhandelt. Eine weitere Untersuchung der Alternativen sei notwendig, um auch die Bevölkerung mitzunehmen. Am Ende stimmt aber auch Freihoffer für die Vorlage.

Die favorisierte Variante der Stadt für den Holzgartensteg. Plan: Stadt Regensburg

Das sieht man (ausnahmsweise) auch bei der CSU so. Fraktionschef Josef Zimmermann fordert, in den zu beschließenden Wettbewerb neben der Variante 3 auch  4 und 5 aufzunehmen.  Dieser Antrag bekommt ebenfalls keine Mehrheit. Am Ende setzt sich die Koalition mit Variante 3 durch, für die nun ein Planungswettbewerb ausgelobt wird. Dieser soll noch in diesem Jahr starten.

Radwege und Lärmschutzplan

Dass das Thema Verkehrsnetz aktuell weit oben auf der Agenda rangiert, zeigen die weiteren Tagesordnungspunkte. So wird einstimmig der Radwegeverbindung Richtung Westen zwischen Lilienthalstraße und dem Anschluss an die Sinzinger Fahrradbrücke grünes Licht gegeben. Für die geplanten Verbesserungen der Verkehrssicherheit in der Liebhartstraße, die für 2023 geplant sind, sind auch sichere Rad- und Fußgängerverbindungen in Leoprechting vorgesehen.

Viel Druck auf die Politik kommt aktuell auch von außen. So läuft seit April der Regensburger Radentscheid, den bereits über 4.000 Menschen unterschrieben haben – zwei Drittel der erforderlichen Unterschriften. Mehrere Organisationen fordern darin den Ausbau sicherer Radwege sowie reine Fahrradtrassen, beispielsweise in Nebenstraße und Wohngebieten.

Erst vor zwei Wochen hat die Regensburger Fridays for Future-Bewegung acht Forderungen an die Stadt veröffentlicht. Darin sprechen sich die Aktivisten zum einen für die Ziele des Radentscheids aus und fordern darüber hinaus Tempo 30 in der gesamten Stadt. Eine Forderung, die bei der ÖDP auf große Zustimmung stößt. Diese fordert schon länger mehr Tempo-30-Zonen und hofft nun im Zuge der am Dienstag vorgestellten Vorschläge zum Lärmschutz hier einen Schritt weiterzukommen. Der Lärmaktionsplan Regensburg hat mehrere Orte mit erhöhter Lärmbelastung herausgestellt und notwendige Maßnahmen formuliert, darunter auch die Geschwindigkeitsreduzierung. Hierdurch könne kostengünstiger Lärmschutz betrieben werden, erklärt Antje Janßen, deren Unternehmen LK-Argus die Erhebungen für die Stadt durchgeführt hat.

Nebenbei leiste man dadurch auch einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Verkehrssicherheit, wie Irmgard Freihoffer (Linkspartei) ergänzt. Ihrer Meinung nach müsse überhaupt künftig der Fokus auf Fuß- und Radwegen liegen. Man werde an dem Thema dranbleiben, verspricht die Bürgermeisterin. 

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Kommentare (28)

  • Stammtischler

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    oiso i werd as nächste mal den Suttner wählen. das einzig wählbare überhaupt derzeit auf weiter Flur. nur schad, dass ma die Verwaltung ned a (ab-)wählen koo.. soichane liagnbliahm´ne Brezn..

  • Andreas Eckl

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    Ich hielte nach wie vor eine geradlinige Verbindung direkt in die Wöhrdstrasse, im Idealfall Variante 4c, oder die bereits als Eckert – Lösung gehandelte, für die beste Lösung im Gesamtzusammenhang.

    Wenn, hoffentlich bald, weitere Ziele für den unteren Wöhrd umgesetzt sind, nämlich:

    -Verkehrsberuhigung (nur Anwohner, 20 km/h)
    -Neugestaltung des Strassenprofils in diesem Zusammenhang und im Zusammenhang mit der Stadtbahn-Trasse
    -Parkhaus am Winterhafen
    -Anwohnerparkierung am Jakobigelände

    Dann wird man sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, warum man damals die Fahrrad – Verbindung so ums Eck hingebastelt hat.

    Interessant wird, wie die Kurve auf den, auch neu zu errichtenden, Grieser Steg gestaltet werden wird. Welcher dann ja für die Aufnahme des Verkehrsaufkommens breiter werden wird. Dazu auch noch höher werden soll. Die Gestaltung der Anschlussrampen auf beiden Seiten und die Frage wie man in der Proskestrasse mit der, grundsätzlich hoffentlich, hohen Radfahrer-Frequenz umgehen wird, wird spannend…

    Ich bin so frei und unterstelle dem Beschluss zu wenig Weitsicht.

    Gäbe man offensiv zu, dass bessere Lösungen aufgrund von Versäumnissen der Vergangenheit leider nun nicht mehr, so einfach, möglich sind, dann wäre ich zumindest zuversichtlich, dass ein Lernprozess langsam einsetzt. Diese Haltung kommt aber so derzeit nicht bei mir an….

  • gustl

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    Die Variante „geradeaus für Bürger“ stößt in Regensburg immer auf den Widerstand von Investoren und Bauträgern.

  • gustl

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    Sehr geehrte Frau Malz-Schwarzfischer, Die Vergewaltigung und Abholzung der Bäume am nördlichen Ufer des Unteren Wöhrd waren kein Eingriff? Mit Karl May gesagt, Sie sprechen mit gespaltener Zunge! gustl

  • cF

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    Neues Bürgerbegehren für die Stadt Regensburg?

    Zum Beschluss des Regensburger Stadtrats kann frau nur Herrn Staatsminister Aiwanger zitieren, der in Weilheim beim Kreisbauerntag sagte:
    „Verlasst euch nicht auf die Politik.“

    Wer erachtet in Regensburg die u.a. von Herrn Eckl favorisierte Variante 4 c als Grundlage für ein Bürgervotum als bestens geeignet?

  • dünnster Künstler

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    :::Warum, wozu…!?
    Die Radbrücke von der Holzgartenstraße zum Grieser Spitz ist ein Witz und so überflüssig und nutzlos wie schädlich. Variante 3 bringt den Radlerinnen gar nichts und verschandelt ein ökologisch wertvolles Naherholungsgebiet. Der Radverkehr wird hier neben Donauufer Badewiese, Spielplatz und Bolzplatz mit den spielenden Kindern, Fußgängern und angeleinten Hunden kollidieren. Heute ist Radfahren auf dem unversiegelten und schmal von Bäumen gesäumten Fußgängerweg verboten – mit dem Radlsteeg soll ausgerechnet hier, mit erheblichem Aufwand und dem Neubau des Grießer-Steegs eine schnelle und gut ausgelastete Radverbindung entstehen, die in den meisten Fällen eher einem Umweg darstellt. Sinnvoller wäre es all das Geld für konsequentere Brücken Lösungen oder besser zunächst für den Ausbau von vorhandenen Radwegen auf und unter anderen Brücken auszugeben.

    :::Ein paar Gedanken zum Holzgartensteeg als Innenstadtinszenierung:
    (-: …ich fühle mich anteilig in unsere Kulturverwaltung ein um im Rahmen unserer Welterbearena die Radltheater-Inszenierung nachzuvollziehen : Der überregionale Donauradweg heißt für die östereichisch-bayerischen Tourismusverbände nun „Römerradweg“; wegen dem nassen Limes. Der Römer-Radverkehr vom Grieser Spitz wird über einen neuen Grießer-Steeg hinweg entlang der neuesten Wahrzeichen unserer Stadtpolitik weitergeführt: Vorbei am Haus der Bayern und den Welterbesäulen „Fontana Regina“ am Dachauplatz bis zum neuen „Römer-Radl-Touristenrastplatz“ mit rostiger Eisentafel „Imerium Romanum Europäischer Donauraum“ neben der Bodensprenkleranlage am Ernst-Reuter-Platz (ohne RKK). Weder symphatische Radl-Touristen noch Regensburger Radlerinnen oder Römer können etwas für ihre Instrumentalisierung. Sie passen halt genauso gut ins eindimensional konstruierte Stadtimage wie der an dieser Stelle komplett überflüssige Radsteeg.)

    :::Andere Radwege:
    „Wir wollen ein nachhaltiges und sicheres Verkehrsnetz aufbauen“, betont SPD-Fraktionschef Klaus Rappert. Dazu brauche es mehr Wege auch abseits der Autostraßen. Ein Punkt, in dem sich im Grunde alle Stadträte, quer durch die Fraktionen, einig sind.
    YUPP!

    ::: ….scheiterten bisher:
    z.B. Der lang angedachte Radweg entlang der Gleise vom Bahnhof am LERAG_Gelände und Pürkelgut vorbei nach Burgweinting/Obertraubling/Neutaubling/Industriegebiete scheiterte daran, dass die neue Autobahnbrücke hinter dem ehem. Landesgartenschauerwartungsgelände Pürkelgut 5m kürzlich zu kurz für eine Durchfahrt gebaut wird/wurde. Hier hat die Verwaltung in vollem Bewusstsein anders entschieden, (vorsorglich Geld gespart), Prioritäten gesetzt und ihre eigenen naheliegenden uns sinnvollen Pläne wieder stillschweigend in der Schublade verschwinden lassen. Die Mitarbeiter bedauern wohl die vertane Chance, aber das politische Klima in der Verwaltung passte wohl nicht. Der Stadtrat hat davon wohl gar nichts mitbekommen oder nicht aufgepasst. Diese fahrlässig aufgegebene Chance beißt sich um so mehr mit dem neuen (klimaschonenden) Freiflächenkonzept für den Stadtosten, das eben solche begrünten Verbindungen von Stadträumen vorsieht.

    Aber naja,unmittelbar neben der niegelnagelneuen Autobahnbrücke könnte nun (irgendwann) noch ein Radtunnel unter der 6-spurigen Autobahn gegraben werden, sagt der auch für den Grießer Steeg zuständige Verkehrsplaner. Sehr wahrscheinlich ist das nicht.
    Arme Verkehrsexperten in der Verwaltung: Sie wollen zur rechten Zeit das Richtige- können aber nicht. Zur falschen Zeit sollen sie jedoch das Falsche auf den Weg bringen.

    Den schnellen Rad Weg entlang der Obertraublinger-& Landshuterstraße empfinde ich als Radfahrer täglich als eine Zumutung aus Hitze, Abgasen, Feinstaub-Dreck im Winter und überaus lästigem Autoverkehr. Die Seitenstraßen sind mit parkenden Autos verstopft. Wie schön wäre es doch gemeinsam mit anderen Radler*innen unbehelligt von der Autopest Strecke auf Radschnellwegen in neuen Alleen und Grüngürteln zu machen.

    Mit dem Prestigeprojekt Holzgartensteeg werden Radler*innne allerdings weder schnell Strecke machen noch Strecke sparen können.

  • Biber

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    Lieber @dünnster Künstler, ich muss gestehen, dass ich Ihre Beiträge in diesem Forum oft nicht übermäßig schätze, obendrein sind sie mir meist zu langatmig. Hier treffen Sie aber den Nagel auf den Kopf: die Tatsache, dass eine Radbrücke an dieser Stelle völlig nutzlos ist, kommt in der Diskussion leider nicht vor. Scheinbar hat sich die Stadt Regensburg in den Kopf gesetzt, jetzt ums Verrecken irgendwo eine Radlbrücke hinzubauen. Fast möchte ich den Verantwortlichen hinter all ihrem Geschwurbel sogar einen Ansatz von gutem Willen unterstellen; was wieder mal den Satz bestätigen würde: das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

  • Wintermute

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    @Biber: Das kam mir von Anfang an so vor. Das Thema gibt es ja seit den 90ern. Seitdem hat sich das so verfestigt, dass irgendwie niemand mehr an Alternativen denkt, weil man weiß, dass ja seit Jahren hier eine Brücke hin soll. So hat sich auf jeden Fall auch die erste Vorlage gelesen.

  • Monetäre Kriterien

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    Stichwort Donauradweg: Mir geht bei der Variante 3 nicht aus dem Kopf, dass es sich um eine Verlängerung des Weges (bereits geteert) handelt, der unterhalb des Spitalgartens entlang durch die Steinerne führt. In gewissem Sinn auch eine Verlängerung des Wegs vom Wehr (Radlbrücke Pfaffenstein, Dultplatz) her. Also eine West-Ost-Verbindung um Regensburg links liegen zu lassen ;-)

    Vielleicht würde es auch helfen über „weiche“ Lösungen (was ist eigl. das Problem?) zu sinnieren, z.B. die Befahrung der Nibelungenbrücke in beide Richtungen (pro Seite) zu gestatten.

    Mir scheint es fast so, als sollte Futter für die Regensburger Bau-Szene her – jetzt wo die Grundstückspfründe verteilt sind. Wie wäre es da mit einem 3. Tunnel Pfaffenstein für die Stadtbahn?

    Denn, wir brauchen Arbeit und Kohle für Scheiße, sonst sterben wir.

    Entschuldigt bitte meinen aufkommenden Zynismus!

  • Ralf D.

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    Das mit der Ost-West-Achse ist nicht von der Hand zu weisen. Herr Dr Hammerl hat in der Stadtratssitzung selbst 1:1 wörtlich das so formuliert. Er sähe das gar nicht so als Nord-Süd-Verbindung, eher von Schwabelweis bis Sinzing „unter der Seinernen durch am Spital vorbei und über Dultplatz bis Sinzing raus. Na ja, nur mal noch ein paar Schlaglöcher beim Spital am Weg auffüllen, dann ist’s fertig.“

    Dieses Argument ist allerdings komplett hanebüchen oder will die Stadt in den gesamten Weg eingreifen? Spätestens ab Grieser Steg bis Spital müsste der Weg ja auch verbreitert und geteert werden um Radfahrer und Fußgänger aufnehmen zu können.

    Plappert da Herr Dr Hammerl nur vor Dich unreflektiert hin in so einer Sitzung oder ist da doch etwas dran und das vielleicht auch der Grund, warum das Stadtgartenamt diese Beschlussvorlage angeblich intern gar nicht mitgezeichnet hat?

  • Ralf D.

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    Was man vielleicht auch einmal nennen sollte: Laut einer Neben-Anmerkung von Bürgermeisterin Malz-Schwarzfischer in der zweistündigen Diskussion im Stadtrat findet nächstes Jahr irgendeine Art von zentralem (kommunaler?) Fahrrad-Kongress oder -Austausch in Regensburg statt und dann müsse man da ja auch etwas vorweisen und herzeigen können. Zusätzlich warten die Förderer aus Landesebene nicht ewig und wollen Ergebnisse sehen. Hat man da also zusätzlich eigenen Druck jetzt einfach tätig zu werden und Weiß jemand, was das für ein Treffen/Kongress nächstes Jahr genau ist?

  • Wintermute

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    @Ralf D.: Ost-West-Achse Sinzing bis Schwabelweis wäre doch eher ein Argument für die Variante 6 (Brücke über Regen) als Verbindung der Dämme am Donaunordufer. Sicher billiger als Variante 3 und da muss niemand den Schlenker über Stadtamhof machen.

  • Dugout

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    „Ost-West-Achse Sinzing bis Schwabelweis wäre doch eher ein Argument für die Variante 6 (Brücke über Regen) als Verbindung der Dämme am Donaunordufer. “

    Warum?

    Bei Variante 3 hab ich eine durchgehend attraktive Strecke an der Donau entlang, von Prüfening bis Weichs. Ich kann durch die gesamte Stadt IM GRÜNEN fahren. Donau Arena, DEZ, Gewerbepark, Baseball Stadion…. alles abseits des Autoverkehrs erreichbar. Das ist doch fantastisch!

    Eigene attraktive Straßen und Strecken für Radfahrer sind doch die Zukunft. Nicht ein um einen Meter breiterer Radweg an der Frankenstraße entlang oder über Brücken und Kreuzungen mit gefühlt 25 Ampelanlagen.

  • Ralf D.

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    @Wintermute:
    Da gebe ich Ihnen Recht, aber hier zählt mittlerweile jedes noch so an den Haaren herbeigezogene Argument für die beschlossene Trasse.

    Wobei so eine Ost-West-Achse über diese beschlossene Variante schon eine ganz andere Hausnummer nochmals wäre, weil dann ja ganz andere, zusätzliche Widerstände, Eingriffe und Gegenargumente angesagt wären.

    Überlegen Sie nur was das für das aktuell noch explizit für Fußgänger vorbehaltene Wegestück zwischen Grieser Steg zur Steinernen Brücke zusätzlich bedeuten würde.

  • Ralf D.

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    „Eigene attraktive Straßen und Strecken für Radfahrer sind doch die Zukunft. Nicht ein um einen Meter breiterer Radweg an der Frankenstraße entlang oder über Brücken und Kreuzungen mit gefühlt 25 Ampelanlagen.“

    Ja, vor allem „nicht ein um einen Meter breiterer Radweg an der Frankenstraße entlang oder über Brücken und Kreuzungen mit gefühlt 25 Ampelanlagen“ ist ja vor und nach dem Holzgartensteg im Sinne eine Nord-Süd-Achse voll gegeben, so dass so ein Sahnestückchen Brücke dort nur noch den Lückenschluss bedeutet.

    Die Verhältniss für Radfahrer sind sowohl im Norden stadtauswärts, als auch gen´Süden stadteinwärts vor und hinter dieser Holzgartenbrücke unter aller **++##$$$, der gesamte von der Stadt propagierte Verkehrsfluss über diese Brücke ist eine reine Lücke an allen Stellen.

    Ok, Ost-West wäre da verständlich zumindest, aber um solch eine Achse geht es der Stadt ja gar nicht, oder wohl dann doch? Sämtliche Argumentation und Herleitungen der Stadt berufen sich auf Nord-Süd.

    Die Armen Menschen im Stadtnorden aus dem Bürgervereins Regensburg Nord e.V des Herrn Vorsitzenden Herrn Rappert, seines Zeichens auch SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzender, die dann über Lücken springend und wartend zu ihrem Sahnestückchen kommen müssen um danach Richtung Altstadt auch nur wieder Gefährdungen und fehlenden Radverkehrsanbindungen ausgesetzt zu sein.

  • Dugout

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    @Ralf D.:
    Keine Ahnung was sie mir sagen wollen.
    Weil die Nord-Süd Verbindung, in ihren Augen, schlecht ist , darf man natürlich eine wunderbare West-Ost Verbindung nicht bauen.
    Was soll das nebenbei bemerkt sein, diese “ Holzgartenbrücke“ ? Der Rad und Fussgängersteg? Der hat noch keinen Namen so viel ich weiß.
    Mir persönlich wäre eine Variante 4c auch lieber. Aber doch nicht so wie sich die Brückenverweigerer das vorstellen.Da gab es ja auch schon die ganz schlauen die meinten man kann ja auf eine Abfahrt auf den Rockzipfel verzichten !
    Natürlich sollte man auf so einen Unsinn gar nicht eingehen. Eine Variante 4c mit ausgebauten Radwegen sowohl am Gries, Richtung Grieser Steg – Spital- Wehr, als auch zum Südufer und weiter zur Eisernen Brücke.
    Das wäre doch wunderbar!
    Leider hats die Stadt verbockt. Bleibt eben nur Variante 3.

  • Lothgaßler

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    Es gilt auch für Radl-Verbindungen der alte Spruch zu Straßen: Jede Straße die neu gebaut wird, die wird auch befahren. Jetzt wird der Wettbewerb einen oder ein paar Entwürfe erbringen, die dann zeigen wie es tatsächlich aussehen wird.
    Die nächsten Radl-Brücken könnten dann an lange umstrittenen Orten entstehen (z.B. beim/in der Nähe des Eisernen Stegs). Ich denke, da kommt jetzt einiges an (alten Schubladen-) Ideen auf uns zu.

    Die Diskussion zeigt doch ein paar Punkte auf:
    – Radl-Verbindung, egal ob OST-WEST oder NORD-SÜD oder sonstwas, sind Verkehrswege, die unterhalten (Schlaglöcher, Räumdienst) und beleuchtet (nicht notwendigerweise dauerbeleuchtet, es gäbe „intelligente“ Lösungen) werden müssen.
    – die Wegeführung sollte so sein, dass nicht an jeder für den Autoverkehr geschaffene Kreuzung der Radler anhalten muss, also möglichst kreuzungsfreie/-arme Strecken.
    – Autos sollten diese Radl-Verbindungen möglichst nicht beeinträchtigen (zuparken, Blendwirkung, Staus u.a.).
    – Radlwege sollten in beide Richtungen befahren werden können.
    => Radlwege sind vollwerteige Verkehrswege, nicht irgendwas Reingeflicktes und Gestückeltes bzw. verbreiterte Fußgängersteige. Die Realität sieht anders aus und ich bin von dieser Radlbrücke nicht restlos überzeugt, mir sind die Vorzüge gegenüber bestehenden Verbindungen etwas zu gering.
    Sicher ist: Der Donauübergang mit den Anschlussverbindungen muss „verkehrssicher“ gestaltet werden (Beleuchtung, Breite, ggf. Geländer, Bauminspektionen, Räumdienst Schnee/Laub, schlaglochfrei). Und wie will man den motorisierten Verkehr von der Nutzung abhalten, bzw. will man das überhaupt (e-Bikes, e-Scooter, e-Dingsbums oder auch stinknormaldröhnende Motorroller)? Wenn nein, dann dürften die Sicherheitsanforderungen zunehmen.

  • CF

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    Das Maß des Menschen? Der Fuß.

    Die Ausmaße der Altstadt? Ein mal zwei Kilometer.

    Die Planungsreferentin? Sie sprach schon vor etwa 7 Jahren von Quartiersgaragen.

    Wo sind diese? Dauer-Park-and-Go, gewiss auch auf dem Platz der Dult?

    Der zunehmenden Übergewichtigkeit von frau und man der eigenen Gesundheit halber entgegenlaufen? Ja.

    Gepart mit schlauen, emissionsfreien, kostenfreien „Kleintransportern“, die innerhalb der Altstadt im Schritttempo feste Kreise ziehen und jederzeit auf Zuruf die Menschen „be- und entladen“. Bad Birnbach grüßt Regensburg.

    Wo sind all die Querdenker*innen? Die Probleme von heute und morgen kann frau nicht mit Denken und Handeln von gestern lösen.

  • Ralf D.

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    @Dugout: Was ich Ihnen sagen will?

    Es geht bei diesem Vorhaben um keine Ist-West-Trasse. Die in die Prüfung mit einbezogenen daraus resultierenden Maßnahmen für solch eine Trasse, waren völlig andere und weitere, als die jetzigen in der Beschlussvorlage vorgelegten. Herr Dr Hammerl hat das leichtsinnig in der Sitzung ins Spiel gebracht, geplant, ausgeschrieben und finanziert wird aber eine Nord-Süd-Anbindung.
    Beides also ganz andere Hausnummern mit ganz unterschiedlichen Konsequenzen und Rahmenbedingungen.

  • Dugout

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    @Ralf D.
    Haben sie irgendein Problem damit wenn man sehr bequem und ungestört, im Grünen ,von Prüfening nach Weichs fahren kann?
    Diese tolle Sache bekommen sie doch quasi „Geschenkt“ mit dem neuen Steg. Es ist doch völlig egal ob das eine Nord-Süd Anbindung ist. Das ist ja zum totlachen alles.

    Übrigens bin ich die Trasse am Sonntag schonmal abgefahren, mit für mich wenig überraschenden Erkenntnissen .

    Die Strecke ist durchgehend ausreichend breit bis auf ein kurzes Stück am Spitalgarten entlang. Selbst wenn man meint, man müsse den Weg verbreitern steht kein Baum im Weg! Ausnahme drei Bäume Richtung Grieser Spitz. Der Weg ist nur zu einem geschätzten Viertel asphaltiert. Warum soll man ihn jetzt plötzlich am Grieser Spitz asphaltieren. Eine „Absturzsicherung(?) gibt es auch sonst nirgends an der Donau oder am Kanal entlang. Warum soll so etwas plötzlich am Grieser Spitz nötig sein?
    Das lachen endgültig nicht mehr verkneifen konnte ich an der Spitze selbst. Dieser Ort , ich nenn ihn ja gerne: „cerull`s end“ , dieser „fast magische Ort“ (Zitat Cerull) ist nun wirklich der letzte Ort der durch einen Radfahrsteg entstellt werden kann. Ich rate jeden sich mal persönlich ein Bild zu machen von dieser Tristesse aus verrosteten Schiffartszeichen, asphaltierter Fläche und geparkten Autos der Donauschiffer.

    Den Erholungswert dieser Örtlichkeit, bestehend aus Wiese und Spielplatz, mindert ein Radfahr- und Fussgänger Steg nicht im Geringsten. Nur mit der Inbesitznahme öffentlichen Grundes durch ein paar Anwohner wird etwas gestört werden. Ja, da muss man eben teilen lernen.

  • Ralf D.

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    Da zitiere ich doch nochmals gerne das Tiefbauamt selbst in der ersten Beschlussvorlage:

    „Auswirkungen auf den Naherholungsraum Am Gries
    Das Naherholungsgebiet am Grieser Spitz dient derzeit vornehmlich der stillen Erholung sowie als Spiel- und Bewegungsfläche. Durch die räumliche Lage zur Altstadt und die derzeitigen Erschließungswege ist die Fläche einer der wenigen qualifizierten Naherholungsräume für die zentrale und östliche Altstadt. Mit der geplanten Brückenbaumaßnahme und den vorgesehenen Veränderungen im Wegesystem wird sich der derzeit ruhige Charakter der Grünanlage deutlich ändern. Erholungssuchende, die die Stille und Abgeschiedenheit des Landschafts- und Naturraums suchen, werden Radfahrern begegnen, die die Grünfläche als Transitraum auf dem Weg von A nach B nutzen. Um in diesem Zusammenhang Konflikte zu vermeiden, bedarf es eines Planungsansatzes, der nicht nur die eigentliche Wegetrasse zwischen neuer Brücke und Grieser Steg behandelt.“

    Genau diesen Planungsansatz vermissen aber viele Kritiker.

    Zum Transit-Weg an sich: Dass dieser verbreitertet werden muss um sowohl Fahrradfahrer wie Fußgänger in möglichst friedlicher Koexistenz in beide Richtungen zu leiten UND dazu geteert werden muss, ist der Wille der Stadt. Zumindest die Verbreiterung wird mehr als schwierig an manchen Stellen, viel der jetzigen Uferpromenade kann bei 3.5-4.5m (wohl eher die breitere Variante bei Fußgängern und Radfahrern gemeinsam auf einem Weg) da nicht mehr übrig bleiben. Baulich und charakterlich als Ruhe- und Flaniermeile. Der Bereich des Weges ab Boltzplatz liegt außerdem beriefst im der echten Welterbezone, nicht mehr im Puffer.

    Die Abgrenzung zur Böschung hin wird in der Tat fraglich sein und noch ziemlich kontroverse Diskussionen bringen. Tatsache ist aber auch, dass hier nicht für ein paar Dutzend Fahrräder geplant wird, sondern ein sinnvoller Ausbau des Wegenetzes um den Transitstrom aufnehmen zu können. Die dort entstehende Situation mit Wegesbreite und zwei Hand bis zur steilen Böschung haben wir so nicht in Regensburg bei echten Radverkehrswegen wie dort geplant und über Grieser Steg sich fortsetzend. Sowohl Schillerwiesen, der Holzgartenstraßen- Damm selbst, aber auch im Bereich des gesamten oberen Wöhrds sind über zusätzliche Ausweichflächen vorhanden wenn’s mal eng wird und ohne gleich buchstäblich einen Steilhang in die Donau hinunter zu stürzen.

    Was auch in Ihrer Betrachtung und Überlegung gar nicht vorkommt: Das damit verbundene Problem des Neubaus des Grieser Stegs und des Eingriffs in das Areal vor dem Andreasstadel. Aktuell ist überhaupt nicht klar ob und wie das funktionieren sollte, nicht mal der Verwaltung selbst, die da von großen Herausforderungen und Problemen spricht. Lesen Sie einmal die erste Beschlussvorlage für den Grieser Steg und stellen sich dann nochmals die Frage, ob die Trasse am Spitz bei dieser Problematik und zu erwartenden Eingriffen – abseits des Hochwasserschutzes noch so viel Sinn ergibt, wenn man es im Gesamtzusammenhang betrachtet.

    Dass dort hinten am Spitz selbst eine Brücke ohne großen Schaden landen kann, wird Ihnen jeder unterschreiben. Der ganze Rattenschwanz und Rest ist das Futter vieler Kritiker, die es abseits von Herrn Cerull in großer Zahl gibt aus den verschiedensten Stadtteilen.

    Die Reduzierung der Kritiker auf „Not-In-My-Backyards“ und den unangenehmen Donauanlieger eV wird ein strategischer Fehler sein in meinen Augen.

    Am Ende haben wir wieder ein Bürgerbegehren und zwar nicht gegen die Brücke, sondern für ein schlüssiges Gesamtkonzept mit ebenso schlüssigen Anschlüssen an beiden Seiten sowie der Erhaltung des Status Quo des Naherholungsgebiets. Und das könnte knapp werden bei dieser Millioninvestition, was für Regensburg und seine Verwaltung ja typisch wäre und bitter, weil dann womöglich gar nichts kommt – auch nichts Sinnvolles wie andere Trassenführungen und ein längst überfälliger Ausbau der Wöhrdstraße auch für alle Verkehrsteilnehmer und unter Einbezug der zukünftigen Stadtbahntrasse. Das wäre eine weitsichtige Planung, aber nicht da Gestochere der Verwaltung und Koalition im Nebel ihrer selbst geworfenen Nebelkerzen.

  • Wintermute

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    @Dugout: „Nur mit der Inbesitznahme öffentlichen Grundes durch ein paar Anwohner wird etwas gestört werden. Ja, da muss man eben teilen lernen.“

    Über die Sache an sich kann man ja streiten, auch ich lehne die Variante ab. Aber die Anwohner pauschal als bornierte Egozentriker unter Führung von Herrn Cerull zu beschreiben, finde ich schon arg schwach. Dieses Argument habe ich zuletzt schon öfter gehört und es ist grundfalsch, so leicht und einfach es auch klingen mag.

    Weder hat Herr Cerull besonderen Einfluss auf viele der Anwohner – seine Argumentation wird oft sehr stark abgelehnt. Noch habe ich bisher auch nur eine*n dort getroffen, die*der das als sein Eigentum betrachtet und nicht teilen will. Im Gegenteil. Das Einzugsgebiet ist viel größer als die Ecke der Anwohner*innen und einige Anwohner*innen interessieren sich auch nicht besonders für den Spitz. Diejenigen, die sich für den Erhalt interessieren, wissen die abgelegene Lage fast inmitten des Stadtzentrums als grüne Ruhezone zu schätzen und wollen dies auch gerne mit allen anderen teilen. Deswegen wollen die Leute ja auch, dass die Ecke so bleibt. Damit alle was davon haben, die wollen.

    Na, den Unterschied bemerkt? Sie wollen teilen und können es.

  • cF

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    Brückenplanungen stoppen!

    Wie Sie den durch selbst „geworfene Nebelkerzen“ fabrizierten „Nebel“ der Verwaltung im Gegenlicht der sachlich-fachlichen Aufklärung durchbrechen, Herr Ralf D., das ist schon beeindruckend.

    Ehe das von Ihnen angesprochene – nächste – Bürgerbegehren in die Gänge kommt: Erscheint es nicht logischer, eine zeitgemäße Mobilitätserschließung des Unteren (wie auch Oberen) Wöhrd zunächst mit den Bürgern in Angriff zu nehmen? Um erst dann im Gesamtkonzept sich der künftigen Erreichbarkeit der Altstadt zu Fuß bzw. mit dem Rad zu widmen. Erst dann mag sich herausstellen, ob (!!) eine Radbrücke überhaupt unverzichtbar ist und wo (!!) diese (oder auch mehrere) in Abwägung der Allgemeininteressen dann klugerweise zu platzieren ist.

    Ich meine derzeit: Die bekannten aktuellen Brückenplanungen sollten gestoppt werden. Denn wenn man sich zurücklehnt, könnte sich durch eine mehr komplexeren D´raufsicht auf die Verhältnisse ganz neue Entwicklungen ergeben, für die heute noch niemand ein Auge hat.

    An die Wurzel des alten Denkens gehend:
    „Der Pkw ist die Geißel der Menschheit. Lasst uns Straßen zurück bauen, die Bahn stärken…“ (Klaus Gietinger in der Wochenzeitung Freitag).

    Jedenfalls für die Zentren der Städte, für Regensburg bedeutet das die sog. Altstadt, scheinen hier neue Erkenntnisse und trendige Überzeugungen auf. Es wird wohl ohne „Kämpfe“ um den öffentlichen Raum nicht „gehen“ (siehe nach München, wo der Stadtrat zwei Rad-Bürgerbegehren übernommen hat) und geschätzt noch eine Dekade andauern.

    Aber: Die Wende (in den Köpfen) kommt so oder so. Bei der derzeitigen Hitze eher schneller als mancher sich vorstellen mag.

    Daher erscheint es mir logischer, die Rad-Brücken-Pläne derzeit auf „Eis“ zu legen. Zur allseitigen „Abkühlung“.

  • Dugout

    |

    Wintermute:
    “ Diejenigen, die sich für den Erhalt interessieren, wissen die abgelegene Lage fast inmitten des Stadtzentrums als grüne Ruhezone zu schätzen und wollen dies auch gerne mit allen anderen teilen. Deswegen wollen die Leute ja auch, dass die Ecke so bleibt“

    Diese Argumentation ist schon faszinierend. Ich vervollständige ihren Satz gerne mal:….. und damit diese Ecke so bleibt, dürfen leider nicht alle mit dem Radl hinfahren, weil sonst ist sie ja nicht mehr so wie sie war.

    Diese ganzen Einwände sind insgesamt so lächerlich dass nichts mehr bleibt außer Egoismus als Erklärung dieses Verhaltens.
    Was soll das? Hier wird ein Stück Wiese zum „Weltnaturerbe“ hochgeredet, an dem es nach dem Bau eines Radlstegs zu hell und gleichzeitig zu dunkel ist. Über den zu viele fahren und den gleichzeitig keiner braucht. Der zu nah an der Brücke und gleichzeitig zu weit weg davon ist. An dessen anschließenden Wegen man plötzlich Sachen braucht die es sonst nirgends braucht?

    Warum wird hier ständig so getan als hätte Regensburg gerade eine Revolution namens Radlweg erfunden, dessen Folgen für die Menschheit nicht absehbar sind?

    Es wird nachher genauso sein wie vorher. Es wird schon für alle reichen.

  • Ralf D.

    |

    „und damit diese Ecke so bleibt, dürfen leider nicht alle mit dem Radl hinfahren, weil sonst ist sie ja nicht mehr so wie sie war.“

    Ach kommen Sie, sehen Sie doch die Welt nicht ausschließlich bestehend aus besitzende Privilegierte und benachteiligte Neider. Man könnte fast meinen Sie könnten in der Verwaltung tätig sein, da dort diese Stereotypen ständig argumentativ in dieser Sache kommen und diese auch noch ernst gemeint sind. Gruselig. Diese Reduzierung der Sachlage auf solch ein Argument, warum solch eine Brücke sinnvoll ist, wird all der Problematik doch nicht gerecht.

    Zu Ihrem Satz inhaltlich:

    Wissen Sie was? Sie mögen es kaum glauben, aber es steht Ihnen jetzt schon frei täglich mit dem Rad zu diesem Areal zu fahren und es zu vereinnahmen, zu nutzen, zu genießen. Allein gestern waren dort wohl geschätzt zwischen 300 und 400 Regensburger Schüler, Rentner, Studenten, Bürger, Erholungssuchende, Sonnenanbeter, Schwimmer, Fußballer, Eltern mit ihren Kindern, Großeltern und – auch wenn Sie das vielleicht ärgern mag – bestimmt auch diese egoistischen Stadtamhofer-Anwohner, die grimmig ihren Besitz verteidigen.

    Und der überwiegende Teil war wohl mit Fahrrad da. Es fährt also schon jeder hin bei Bedarf und das ist gut so. Die, die dort hinfahren finden es aber nicht so dolle wenn andere auf einem geteerten 4m-Weg dort in Form von Transitstrom durchfahren und durch diese Nutzungsänderung der jetzige, einmalige Charakter des Areals als einfach mal komplett reduzierte, entschleunigte Sackgasse, wo gar nichts sein kann und muss, (also eine Art Deadend in der Architektur) unwiederbringlich verändert wenn nicht gar verloren geht.

    Viele sehen keinen Sinn den Vorplatz des Andreasstadel mit den Platanen umzubauen, nur weil sie aus dem Stadtnorden die Donau nicht an zwei bestehenden Punkten (die verbessert gehören, ganz klar) queren wollen, oder nicht bereit sind gleich bis in die Wöhrdstraße zu fahren (Alternative Trassen). Nein, es braucht noch eine Brücke zwischen zwei bestehenden Brücken, die radfahrig beide von Holzgartenseite in 3 bis 5min zu erreichen sind für ein paar Millionen, weil sich’s Regensburg halt einfach leisten kann und Mobilität JETZ durchgesetzt und alles darauf durchoptimiert werden muss. Und das muss es nicht überall. In den 60ern oder 70ern hat man genau diese Fehler für die Autos gemacht, heute weinen alles der Versiegelung und teils schlechten Planung nach, unter der man nun leider – auch in Regensburg, was Verkehrsplanung betrifft.

    Das Ganze ist kein Klassenkampf, wie Sie das darstellen, es geht um ein lebendes Objekt Stadt und dessen Zukunft.

    Die Neider-Debatte können Sie gerne mit dem Tiefbauamt führen, dort denkt man ähnlich.

    Sie schreiben „an dessen Anschlüssen man Sachen braucht, die man sonst nirgends braucht“.

    Wenn Sie damit meinen, dass ein vernünftiges Rad- und Mobilitätskonzept damit getan ist einen Brückenschlag zu vollführen und die Defizite in der Grundstruktur nicht zusätzlich zu beheben, dann kann man das durchaus auch als Partikular-Perspektive bezeichnen und spricht von wenig Weitsichtigkeit.

    Denn genau das ist es ja: Genau DIESE DINGe im Sinne eines ganzheitlichen Radverkeherskonzepts braucht es eigentlich ÜBERALL, nicht nicht.

    Wir sprechen hier nicht von Neandertalern, die Angst vor geteerten Radwegen haben, sondern von Bürgern, die zu Recht ein ganzheitliches Konzept einfordern für ihre Stadt.

    Und da genügt ein plumpes „beim Spital wird’s zwar etwas eng, aber sonst geht’s“ nicht. Für Sie als Einzelperson mags da gehen, aber für den allgemeinen Strom dann nicht mehr sinnvoll. Da unterstellt Ihnen doch auch keiner „Egoismus“ in der Sache, wie Sie hier ständig gegen jegliche Kritiker argumentieren. Und das „für Die geht’s“ sollte nicht der Anspruch in der Sache sein solch eine städtplanerische Herausforderung zu lösen und zu meistern.

  • Dugout

    |

    @Ralf D.:

    „Allein gestern waren dort wohl geschätzt zwischen 300 und 400 Regensburger Schüler, Rentner, Studenten, Bürger, Erholungssuchende, Sonnenanbeter, Schwimmer, Fußballer, Eltern mit ihren Kindern, Großeltern “

    Selbst wenn dies stimmen würde wäre es nicht anders als an der Donau entlang der Badestellen. Probleme? Keine

    Genau das ist was ich meine: Hier wird ohne Ende dramatisiert auf Teufel komm raus.

    Nichts, aber auch gar nichts spricht gegen ein „ganzheitliches Konzept“ Es wird keines geben das diesen Radfahrersteg ausschließt. Das alles sind plumpe Ablenkungsmanöver, sonst nichts.

    Mit dem 70ger Vergleich in Bezug auf Autostraßen haben sie allerdings ein neues level erreicht.
    Vorschlag : Sie und ihresgleichen können gerne ihren nächsten Sonntagsnachmittags Erholungsaufenthalt nicht am Grieser Spitz, sondern mal an der Frankenstraße verbringen. Vielleicht wird ihnen ja der Wert einer Radverbindung über eine reine Radfahr- und Fußgängerbrücke und entlang einer autofreien Route von West nach Ost verständlicher.

    Es gibt nichts was dieser Brücke widersprechen würde.

  • Ralf D.

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    @Dugout:
    „Es gibt nichts was dieser Brücke widersprechen würde.“

    Einer Brücke vielleicht nicht, da sind sich zumindest viele einig. Aber es gibt sogar einiges, was dieser einen, beschlossenen Trasse über den Spitz widerspricht und was vor allem auch für bessere Alternativtrassen für die besagte und laut Stadt herzustellende Nord-Süd-Achse sprechen würde.

    Eine wirklich sinnvolle und zu Ende gedachte Ost-West-Verbindung ist eine gaaaanz andere Baustelle, da werden wir uns beide aber wohl nicht einig werden, muss aber auch nicht sein.

    „Selbst wenn dies stimmen würde wäre es nicht anders als an der Donau entlang der Badestellen. Probleme? Keine“

    Auch hier nochmals, auch wenn es ermüdend wird: Die Situation und Gegebenheiten an den Schillerwiesen entlang sind ganz andere. Es gibt dort keinen geteerten Weg, keine Uferpromenaden-Flaniermeile, kaum Bänke oder direkte Bäume daran entlang, geschweige denn schmale Wege und steile Böschungen, das gesamte Gebiet liegt alles andere als zentral im Gegensatz zu Wöhrd und Janhinselpark (wozu der Grieser Spitz gehört) und hat vor allem die Funktion des reinen Transits in vielen Bereichen (bis auf die paar Badestellen), der Weg hat keine Beleuchtung, führt kaum durch verkehrstechnische Nadelöhre, erlaubt ein normales Geradeausfahren und kein ZickZack wie hier bei dieser geplanten Querung, und hat keine x-Millionen verschlungen und den Umbau oder Neubau zweier Brücken benötigt. Es ist halt plump gesagt ein Weg um die Stadt herum und an Badestellen vorbei, immer mit schön viel Ausweichplatz auf beiden Seiten, der Charakter und die Nutzung ist mit dem Spitz einfach gar nicht zu vergleichen, auch wenn die Verwaltung das jetzt seit der letzten Stadtratssitzung als Referenz plötzlich mit anführt, wieso es denn bei dieser Trasse gar nicht so anders werden könne.

    Und DENNOCH: Dort zu Flanieren als Fußgänger oder Familie mit Kindern, die einfach mal laufen oder mit ihrem Rad herumschlenkern, macht keinen Spaß. Man muss ständig Helikopter spielen, wird ständig weg- oder prophylaktisch an-geklingelt. Also auch dort ist die Koexistenz von Rad- und Fußgängern nicht ideal, was uns die Verwaltung immer als Musterbeispiel nun präsentiert. Und das wie gesagt obwohl dort die Verhältnisse noch viel weitläufiger und offener sind, was das Bauliche am Rande betrifft.

    Dass die Frankenstraße kein Zustand ist, steht außer Frage. Ebenso die Wöhrstraße. Aber das darf kein Argument sein in einer sachlichen Diskussion diese Problemzonen nicht beheben zu müssen, sondern für Millionen ein kleines Puzzlestück zu bauen, das hinten und vorne keinen – extra für Sie: – echten Sinn ergibt, bis auf eine Ost-West-Achse in Minimalauspägung.

  • Wintermute

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    @Dugout: Die Einwände als lächerlich zu bezeichnen und deshalb als Basis puren Egoismus zu verorten, finde ich nicht minder egoistisch. Es wird alles weggewischt was nicht passt, damit als einzig sinnvolle Lösung der Steg übrigbleibt, den Sie genau so haben möchten. Finde ich egoistisch. Den Vorwurf kann man also genauso zurückgeben.

    Abgesehen davon:
    „Der Weg ist nur zu einem geschätzten Viertel asphaltiert. Warum soll man ihn jetzt plötzlich am Grieser Spitz asphaltieren“
    Steht so in der Vorlage des letzten Beschlusses drinnen, wenn ich mich nicht täusche, dass er asphaltiert werden soll. Die Verwaltung sieht dies so vor.

    „Was soll das? Hier wird ein Stück Wiese zum „Weltnaturerbe“ hochgeredet, an dem es nach dem Bau eines Radlstegs zu hell und gleichzeitig zu dunkel ist. Über den zu viele fahren und den gleichzeitig keiner braucht. Der zu nah an der Brücke und gleichzeitig zu weit weg davon ist. An dessen anschließenden Wegen man plötzlich Sachen braucht die es sonst nirgends braucht?“ Sie nehmen hier viele verschiedene Argumentationen verschiedener Leute mit ganz verschiedenen Ansätzen, rühren einmal kräftig um und machen sich darüber lustig. Kann ich mit den Befürworter-Argumenten auch machen, ist aber nur Quatsch, da das nur hilft, die Gegenseite abzuwerten.

    Und: Selbst das Tiefbauamt hat in der ersten Vorlage den EIngriff in den Raum (den übrigens niemand „Weltnaturerbe“ nennt – allen ist doch klar, dass es im wesentlichen nur eine Wiese ist) deutlich negativ beschreibt und charakter-verändernd nennt. Das Tiefbauamt konnte erkennen, was Sie nicht können, und hat das sogar klar in die Beschlussvorlage geschrieben. Welche egostischen Gründe hatte das denn?

    Liebe*r Dugout, ich glaube auch hier wollen viele den Radverkehr stärken, sehen den geplanten Steg aber nicht als die richtige Lösung dafür an. Wäre schön wenn Sie das anerkennen könnten. Ich habe Ihre Beiträge an anderer Stelle gerne gelesen und fand sie durchaus pointiert. Hier nicht so. An dieser Stelle kommen wir glaube ich nicht mehr zusammen, aber dann ist es halt so.

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