Stadtrat entscheidet am Donnerstag

Kritik an geplanter Container-Unterkunft wächst

Die Sozialen Initiativen appellieren an den Stadtrat: „Stellen Sie mehr Wohnfläche zur Verfügung.“

Blick in einen Container. 13,6 Quadratmeter für zwei Personen. Foto: as

Blick in einen Container. 13,6 Quadratmeter für zwei Personen. Foto: as

Nach den Linken und der Piratin Tina Lorenz haben sich nun auch die Sozialen Initiativen (SI) kritisch zu der geplanten Container-Unterkunft für Flüchtlinge im Stadtwesten geäußert. „Stellen Sie mehr Wohnfläche zur Verfügung und schaffen Sie Container an, wo die Sanitärbereiche individuell integriert sind“, heißt es in einem Appell an den Stadtrat und die Bürgermeister, den der gesamte SI-Vorstand unterzeichnet hat.

Wie berichtet, erteilte der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Regensburger Stadtrats der Verwaltung vergangene Woche den Auftrag, den Bauantrag für eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtwesten vorzubereiten. Dort sollen 100 Menschen untergebracht werden, größtenteils in 13,6 Quadratmeter großen Doppelzimmern in Container-Bauweise. Das entspricht gerade so den Mindeststandards des Bayerischen Sozialministeriums.

Langfristige Unterbringung in GUs macht krank

Verkauft wurde den Stadträten diese Unterkunft als Bestandteil des Winternotfallplans der Regierung, der eine Unterbringung der Menschen auf so engem Raum für etwa sechs Monate vorsieht. Tatsächlich können die Container-Module zum Bau dieser Unterkunft aber erst im April angeschafft werden; dann ist der Winternotfallplan bereits ausgelaufen. Der Beschluss des Ausschusses umfasst allerdings auch die langfristige Vermietung der Container als Gemeinschaftsunterkunft (GU) an die Regierung. Die durchschnittliche Unterbringungszeit der Menschen in solchen GUs betrug 2012 drei Jahre, mindestens umfasst sie aber die Dauer des Asylverfahrens beim Bundesamt für Migration – also etwa ein Jahr.

Nach einer Langzeitstudie der Missionsärztlichen Klinik Würzburg macht die Unterbringung in GUs zu diesen Standards krank. Das kam bei einer Expertenanhörung des Bayerischen Landtags 2009 zur Sprache, wo der Würzburger Mediziner Dr. August Stich unter anderem ausführte:

„Das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft ist aus vielen Gründen belastend. Diese Belastung äußert sich in psychischen und körperlichen Krankheiten. (…) Meist führt eine organische Abklärung der Schmerzen zu keiner fassbaren Diagnose. Wir deuten diese Schmerzen als Somatisierungsstörungen, als ‚Schmerzen der Seele‘.“

In der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses hatten sowohl Tina Lorenz wie auch Richard Spieß das Vorhaben abgelehnt. Die Stadt schaffe sich mit einer räumlich so knapp bemessenen Container-Anlage „ohne Not einen sozialen Brennpunkt“, so Lorenz. Spieß stellte (erfolglos) einen Änderungsantrag zur Abstimmung. Er führte die Argumente aus der Expertenanhörung im Landtag auf und forderte die Unterbringung der Flüchtlinge in Einzelcontainern mit eigener Nasszelle. So könne man wenigstens ein Mindestmaß an Privatheit garantieren.

Bunte Beengtheit: Der Entwurf für die Container-Unterkunft. Grafik: Stadt Regensburg

Bunte Beengtheit: Der Entwurf für die Container-Unterkunft. Grafik: Stadt Regensburg

Die Sozialen Initiativen schließen sich dieser Forderung in ihrem Appell an den Stadtrat weitgehend an. „Erfahrungen aus den städtischen Notwohnungen haben gezeigt bzw. zeigen, dass die hygienischen Verhältnisse in Gemeinschaftsduschen und/ oder WCs der menschlichen Würde widersprechen und außerdem schwer zu kontrollieren sind“, heißt es darin weiter. Gemeinschafts-Sanitäranlagen und zu kleine Wohnbereiche seien „keine guten Empfangssignale für Menschen, die teils aus Zeltstädten kommend bereits ähnliche ‚Lagersituationen‘ erleben mussten“.

Wolbergs und Co vergreifen sich im Ton

Am kommenden Donnerstag berät nun der gesamte Stadtrat über die Container-Unterkunft. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hat bislang erklärt, dass es ohnehin nicht sicher sei, dass die Container-Unterkunft komme. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass intensive Betreuung der Flüchtlinge „manchen Quadratmeter wett“ mache und ein Einzelzimmer mit Nasszelle nicht „der deutschen Lebenswirklichkeit“ entspreche.

Im Rahmen der Eröffnung der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge warf Wolbergs Kritikern an der Container-Unterkunft vor, Munition zu liefern für „diejenigen, die versuchen, daraus Kapital zu schlagen“. Mit dieser Argumentation ist Wolbergs in der Koalition übrigens nicht allein. Auch Margit Kunc (Grüne) und Ludwig Artinger (Freie Wähler) vergriffen sich ähnlich im Ton und sprachen mit Blick auf Lorenz und Spieß von „Zündelei“.

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Kommentare (40)

  • erik

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    kürzlich war in einer Zeitung zu lesen: “ Obdachlosigkeit in München – Er sei durch die Gesellschaft gezwungen zu seinem Waldleben gekommen“**.
    Was ist an einer Kontainerlösung so schlecht, innländische Vertriebene, die durch die Politik an den wirtschaftlichen und sozialen Rand bzw Abgrund der Gesellschaft gedrängt wurden, würde sich sicher anstellen um dort einen Platz zu bekommten!
    **Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/obdachlosigkeit-in-muenchen-irgendwann-muss-ich-da-raus-1.2224659

  • Dubh

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    @ erik
    „Herbert F. schaute sich zwar noch die Notunterkunft in der Pilgersheimer Straße an, aber dann war seine Entscheidung schnell gefällt. Er habe dort „Schreierei und Krawall“ erlebt, „die eine Hälfte der Männer sind schwere Alkoholiker, die andere ist psychisch krank.“ Dann doch lieber der Wald. „Ich bin sehr mit der Natur verbunden. Ich habe Schnee und Regen, gut, aber das ist alles sauber. Und ich habe meine Ruhe“, sagt er.

    Fast schon trotzig konstatiert er, im Vergleich mit einer Massenunterkunft in einem Heim sei doch der Wald „allererste Klasse“
    Ihr Link!

    Der Mann ausgerechnet stellt sich für eine Unterbringung mit einem Wildfremden direkt auf engstem Raum, und vielen anderen mit Gemeinschaftsklos, Duschen Kochgelegenheiten , Ihrer Meinung nach an?

    Das könnte er seit Jahren haben – komisch, dass ihn genau das in den Wald getrieben hat, wo er auch im Winter bleibt.

    Und noch komischer dass viele Obdachlose das so halten, obwohl die Kommunen gesetzlich verpflichtet sind jedem die Unterbringung in einer Notunterkunft zur Verfügung zu stellen – viel wollen da nicht hin, und viele gehen nicht einmal bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt freiwillig zum Übernachten in entsprechende Einrichtungen.

    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/regensburg/artikel/lieber_unter_der_bruecke_schla/42457/lieber_unter_der_bruecke_schla.html

    Offensichtlich wollen die allermeisten Obdachlosen sich nicht mal in bitterkalten Nächten der sinnfreien Willkürherrschaft und dem Dreck im städt. Obdachlosenasyl unterwerfen – wen wundert’s!
    Container mit Nasszelle in denen sie die Tür hinter sich alleine zusperren können, wären möglicherweise auch für Obdachlose – sogar für obdachlose Frauen – ein willkommenes Angebot!

    Es geht nicht um Container an sich, sondern zuerst darum „wie“ die Flüchtlinge dort untergebracht werden!

  • Marion Puhle

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    Es geht in erster Linie um Privatsphäre, die nicht gegeben ist.
    Auf engstem Raum zusammenleben und das mit Personen, die sich nicht kennen, stellt schon eine Herausforderung dar.
    Und es geht um traumatisierte Menschen, die zur Ruhe kommen müssen, was weder in einer Gemeinschaftsunterkunft wie der Plattlingerstr. noch in Containern möglich ist.
    Und es geht darum, dass die Flüchtlinge keine Perspektive haben und in ständiger Angst vor der Abschiebung leben müssen.
    Das ist sozialer Sprengstoff genug.
    Bekannt ist, dass Lagerleben auf Dauer krank macht und das nachweislich.
    5 Jahre und länger sollen die Flüchtlinge dort untergebracht werden. Ich mag jetzt schon eine Prognose wagen, dass aus den 5 Jahren schnell 10 Jahre und mehr werden.
    Fakt ist, dass die Verschärfung des Asylrechts u. die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften und Containerdörfern wenig mit Willkommenskultur zu tun haben.
    Wie wäre es, wenn wir dem Beispiel von Berlin folgen und Flüchtlinge, die es wünschen in Wohngemeinschaften vermitteln. Wäre zumindest eine Alternative.
    Wir sind für die Abschaffung der Gemeinschaftsunterkünfte und jetzt auch Containerdörfer eingetreten und daran wird sich auch nichts ändern. Vielleicht sollte die Regierung ihren Ermessensspielraum erweitern und Menschen die seit Jahren in Flüchtlingslagern leben, den Auszug gestatten. Die Stadt müsste
    ein bestimmtes Kontingent an Wohnraum nur für Flüchtlinge freihalten, damit wir endlich von den Massenunterkünften weg kommen. Im Übrigen sind die Massenunterkünfte der Bedrohung von Rechts ausgesetzt. Es wäre daher wichtig zu dezentralisieren und möglichen Brandanschlägen u. sonstigen Angriffen nicht Vorschub zu leisten.
    Marion Puhle

  • erik

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    @ Dubh – na wenn sie mal kein Politiker sind, die die Ursache für Armut und Elend bei den betroffenen immer selber suchen, anprangern von unhaltbaren Zuständen aber bitte nur in anderen Ländern, manchmal habe zumindest ich den Eindruck, die Politik und deren Medien-Mafia beschäftigt sich mit dem Elend der Flüchlinge nur deshalb so ausführlich, um von der Verelendung und Verarmung die sie mit ihren Gesetzen selbst im eigenen Land zu verantworten hat, abzulenken. Die wahren Bandstifter sind die Politiker, die versuchen Flüchlinge und Einheimische gegenseitig auszuspielen, die sich zwar gerne als liebevolle und fürsorgliche Politiker mit Mutter-Beimer-Charakterzügen darstellen, aber auch immer eigene Hintergedanken dabei haben, nämlich meistens ihre Wählerschaft zu bedienen.

  • Teddy

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    @ Puhle

    Frau Puhle, merken Sie eigentlich nicht, was Ihre Argumentation im letzten Absatz auslöst.

    Sie liefern mit Ihrer Argumentation: „Die Stadt müsste
    ein bestimmtes Kontingent an Wohnraum nur für Flüchtlinge freihalten“ den Rechten die Agitationsmunition um Ressentiments gegen nicht deutsche zu schüren und zu belegen (!) und Mitläufern wie in der Pegida Bewegung den Weg zu ebnen für deren krude Theorien und mit „Es wäre daher wichtig zu dezentralisieren und möglichen Brandanschlägen u. sonstigen Angriffen nicht Vorschub zu leisten.“ liefern Sie gleich noch die Angriffsziele mit.

    Was der Begriff „Containerdörfer“ mit dem in den Medien abgebildeten Gebäude (aus mobilen Elementen – Containern) am Weinweg zu tun haben soll ist mir auch nicht klar. Hier entsteht keine Mega-Containeranlage für 500 und mehr Menschen wie anderenorts, zudem auch nicht ín einem abgelegenen Industriegebiet sondern mitten in der Gesellschaft. Mitten in einer vorhanden Infrastruktur mit Ärzten, Läden, ÖPNV, öffentlichen Sportflächen und das fußläufig zentrumsnah.

    Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, dass in der Plattlinger Straße und anderen Gemeinschaftsunterkünften durchaus Menschen leben, die längst ausziehen dürften. Warum tun die es denn nicht. richtig, weil es für diese Personen-(Einkommens-)Gruppe, gleich ob deutscher Geringverdiener, langjährig hier lebender Ausländer, Geduldeter oder Asylbewerber auf dem hiesigen Wohnungsmarkt nichts oder viel zu wenig Angebot gibt.

    Machen Sie doch einen Vorschlag, wie Sie quasi von heute auf Morgen in Regensburg 100 Menschen vom Single bis zur Großfamilie am Wohnungsmarkt dezentral versorgen wollen?

    Zu sagen, was man nicht will ist leicht, konstruktive und umsetzbare Lösungen anzubieten, die kurzfristig auch noch funktionieren in einem angespannten Wohnungsmarkt wie in Regensburg ist eine ganz andere Sache.

  • Bert

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    @Teddy

    Die Argumentationsmuster für Pegida und Co liefern nicht diejenigen, die eine menschenwürdige und nicht krankmachende Unterbringung von Flüchtlingen fordern. Die Argumentationsmuster liefern diejenigen, die sich nicht um soziale Ungerechtigkeiten in diesem Land kümmern. Die Argumentationsmuster liefert eine unsoziale Politik.

    Ihre Reaktion ist, wenn ich das richtig sehe: In Regensburg sind viele Leute schlecht untergebracht und haben Probleme, Wohnraum zu finden, deshalb dürfen wir Flüchtlinge nicht zu gut unterbringen, weil es sonst Vorurteile geben könnte. Die Reaktion könnte auch lauten: Wir als Stadt Regensburg buttern mehr in sozialen Wohnungsbau. Wir richten endlich unsere Notwohnanlage her. Wir kritisieren, dass im Karmelitenpalais die meisten Wohnungen leer stehen, weil dort Mieten zwischen 15 und 16 Euro pro Quadratmeter verlangt werden anstatt dem dafür verantwortlichen Immobilien Zentrum noch auf die Schulter zu klopfen, weil sie angeblich etwas gegen Wohnungsknappheit tun.

    Auch die Ziele für Brandanschläge liefert nicht derjenige, der davor warnt. Die Stichwortgeber für Brandanschläge sind Politiker wie Innenminister Herrmann und andere CSU-Heinis, die ständig vor kriminellen Ausländern warnen, Deutschpflicht zuhause fordern oder bei 200.000 Menschen in 2014 von „Flüchtlingswelle“, „Flüchtlingsansturm“, Flüchtlingsproblem“ sprechen.

    Es war diese Stadtregierung, die eine neue Willkommenskultur ausgerufen hat. Wer solche Ansagen macht, muss auch liefern und sich daneben auch um andere soziale Probleme – ich sag nur, um Uns-Wolli zu zittieren – „Megathema bezahlbarer Wohnraum“, kümmern.

  • Marion Puhle

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    @Teddy
    Ich möchte mit aktuellen Zahlen nochmals darauf hinweisen, dass
    es in Deutschland vermehrt zu Angriffen auf Asylunterkünfte kommt.
    „Die Zahl der rechtsextremen Angriffe auf Flüchtlingsheime in Deutschland hat dramatisch zugenommen. Das Bundeskriminalamt zählte in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres bereits 86 derartige Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte – von Hakenkreuz-Schmierereien über eingeworfene Scheiben bis zur Brandstiftung.“ Nachzulesen bei Spiegel Online.
    Dezentral heißt: Flüchtlinge in kleinen Häusern über das Stadtgebiet verteilt unterzubringen. Im Landkreis wird das praktiziert.
    Die Wohnsituation ist entspannter. Es gibt bereits erfolgversprechende Projekte, Flüchtlinge, sofern sie es wünschen, in Wohngemeinschaften unterzubringen.
    Im Übrigen sollten Flüchtlinge selbst entscheiden dürfen, wo sie wohnen wollen. d.h. private Wohnsitznahme.
    Daran, dass Flüchtlinge aus den Flüchtlingslagern nicht ausziehen können, weil sie keinen geeigneten Wohnraum finden, dafür sind nicht die Flüchtlinge verantwortlich zu machen.
    Den sozialen Wohnungsbau hat man in den letzten Jahren einfach schleifen lassen.
    Marion Puhle

  • Veronika

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    „(…)und ein Einzelzimmer mit Nasszelle nicht „der deutschen Lebenswirklichkeit“ entspreche.‘.“
    ———————-
    Na wunderbar! Es sollte aber so sein, damit man nicht wie hier in den Kommentaren zum Teil wieder anklingt, deutsche Obdachlose mit Flüchlingen „ausspielen“ kann.
    Es ist einfach nicht zu verstehen, warum man nicht Privatunterkünfte anfragt und nutzen will. Diese GU sind doch wirklich nur dazu gedacht diese Leute baldmöglichst „weiterzuvertreiben“, denen eine normale Lebensführung unmöglich zu machen.

  • Veronika

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    Zusätzlich: Wollte Bayern nicht jetzt sogar über Weihnachten noch Flüchtlinge in andere Bundesländern weiterschieben? Dies scheint nur deshalb nicht möglich zu sein, weil sich die anderen Bundesländer geweigert haben. Die Bayer. Staatsregierung will dies jetzt als eigene Mildtätigkeit verkaufen.

  • Marion Puhle

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    @Teddy
    „Priorität hat in Regensburg allerdings die Sicherheit der Asylbewerber, erst recht nach den Vorfällen in Vorra. Drei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma kontrollieren das Gelände rund um die Uhr, die Polizei verstärkt ihren Streifendienst. Die Unversehrtheit der Bewohner zu garantieren, ohne dass die sich wie in einem Gefängnis eingesperrt fühlten, das sei ein schwieriger Spagat, räumt der Regierungspräsident ein. Müller bezeichnet die Geschehnisse von Vorra als „menschenverachtende Straftat“ von Verirrten. In Regensburg, versichert Oberbürgermeister Wolbergs, sei die Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen sehr hilfsbereit und aufgeschlossen.“ (Nachzulesen in der Süddeutschen Zeitung vom 15.12.2014).
    Es besteht eine potentielle Gefahr von Rechts. Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis.

    Marion Puhle

  • Veronika

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    @Marion Puhle:

    Danke für Ihre Ausführungen! Einfach mehr Belebung herbeiführen, grössere Sozialräume schaffen und dort einen dauerhaften staatlichen/ städtischen Informationspunkt für die Flüchtlinge einzurichten, würde sicher auch gegen Angriffe helfen.
    Sollte nämlich ein hier ausgelagertes Büro einer städtischen/ staatlichen Einrichtung angegriffen werden – könnte mir auch gut eine polizeiliche Infostelle vorstellen, um den Flüchtlingen die Angst vor der Polizei zu nehmen – hätte so etwas dann die richtige „Gewichtung“. Man sollte hier etwas „kreativ“ sein, um normale Verhältnisse garantieren zu können.
    Kameraüberwachung nicht zum Wohngebäude hin, sondern vom Wohngebäude in die Umgebung würde sicher ebenfalls helfen können.

    Dann wünscht man sich selbstverständlich auch, dass die „einschlägigen“ Randalierer hoffentlich längst auf dem Radar der Sicherheitsbehörden zu finden sind.

  • joey

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    Container sind besser als viele verschimmelte Altbauten, in denen Asylbewerber in der Vergangenheit untergebracht wurden. Übrigens: wo viele der Flüchtlinge herkommen, sieht es deutlich schlechter aus, in Somalia gibt es sicher recht wenig Spielzimmer und Bastelräume für die Fraueninitiative.

    Für ein Übergangsheim wäre die Containeranlage vielleicht passend, bei einem längeren Aufenthalt müssen wir die Menschen selbstverständlich nach unseren Maßstäben (hier!) ordentlich unterbringen.

    Container sind teuer! Sie haben nur die Vorteile, daß man sie schnell aufstellen und wieder abbauen kann. Die Flüchtlingsproblematiken werden uns noch viele Jahre erhalten bleiben. Es muß etwas „Gescheites“ errichtet werden, aber dafür bräuchte man eine vorausschauende und vorsorglich rechtzeitige Politik.

  • Marion Puhle

    |

    @jeoy
    „Übrigens: wo viele der Flüchtlinge herkommen, sieht es deutlich schlechter aus, in Somalia gibt es sicher recht wenig Spielzimmer und Bastelräume für die Fraueninitiative.“
    Dieser Satz ist bodenlos. Egal wie es in den Ländern ausschaut, es ist unsere Pflicht, Menschen wie Menschen zu behandeln.
    Marion Puhle

  • Sonja Früh

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    Allmählich werde ich den Verdacht nicht los, dass hier einige die Neuregensburger mit möglichest grusligen Beschreibungen über zu erwartenden Verhältnisse erschrecken wollen. Gottseidank Dank können die wenigsten den ganzen Unsinn lesen.

  • Karl Hartz

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    Tja, da kann man wirklich nur noch aus dem Containerfenster schauen und auf bessere Zeiten hoffen!
    Vielleicht noch einen „Duden“ als Lektüre auf den Tisch?

  • Regensburger Bürger

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    Kommen Sie mal wieder runter, Frau Puhle. Joeys Satz ist keineswegs „bodenlos“. Wäre hier in D blutiger Bürgerkrieg, und die Schweiz würde mich aufnehmen, wäre ich um Container Regensburger Bauart samt Verpflegung und Kleidung endlos dankbar. Ich würde keineswegs nach dem hohen Lebensstandard verlangen, den der durchschnittliche Schweizer pflegt. Wie käme ich dazu? Stattdessen würde ich in meinem Container Schwizerdütsch lernen, Knödeln und Kraut abschwören und mich so schnell und so gut wie nur möglich an die dortige Lebensart anpassen – schon allein deshalb, weil ich alles dafür tun würde, in diesem reichen Paradies so lange zu bleiben wie möglich. Und wenn in D der Krieg endlich aufhörte, würde ich zurückkehren. Und wenn nicht, würde ich, wie oben geschrieben, so shcnell wie nur möglich ein „bayerischer Schweizer“ werden.

  • Marion Puhle

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    @Regensburger Bürger
    Es geht hier nicht darum, möglichst hohe Lebensstandards einzufordern, sondern darum, andere Alternativen der Unterbringung zu finden. Z.B. Flüchtlingen die Möglichkeit zu bieten, in einer Wohngemeinschaft zu wohnen oder selbst eine zu gründen, sofern sie es wollen.
    Oder kleinere Unterkünfte, hier ist die Wohnsituation viel entspannter.
    Wie die Schweiz mit Asylbewerbern umgeht, können Sie in vielen Artikeln nachlesen.
    Asylbewerber in der Schweiz
    Freibad-Verbot für Flüchtlinge
    Flüchtlinge müssen in „Asylbewerber-Zentren“ harte Regeln erdulden – zum Schutz der Schweizer Bevölkerung. Wer sich widersetzt, wird bestraft.
    GENF taz | „Baden verboten!“ Bislang galt ein solches an Gewässern aufgestelltes Schild immer unterschiedslos für alle Menschen. Doch in Bremgarten im Schweizer Kanton Aarau ist das neuerdings anders. Dort ist lediglich den Flüchtlingen, die hier im Anfang dieser Woche eröffneten ersten von sechs geplanten „Bundeszentren für Asylbewerber“ untergebracht werden, der Zugang zum örtlichen Freibad durch ein großes Verbotsschild untersagt.
    nachzulesen http://www.taz.de/!121483/
    Wünsche angenehmen Aufenthalt.
    Marion Puhle

    Die Flüchtlinge – bislang 23 Männer, Frauen und Kinder, unter anderem aus Tibet und dem Sudan –, dürfen auch alle anderen Sportanlagen des Ortes, die Kirchen sowie die Bibliothek nicht betreten. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen.

    Ich wünsche Ihnen angenehmen Aufenthalt als Asylbewerber in der Schweiz.
    Marion Puhle

  • Otto

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    Mit wie viel Blindheit muss man geschlagen sein um nicht zu erkennen, dass der Regensburger Immobilienmarkt bei der Vorgabe des Freistaats 100 Personen kurzfristig Quartier zu bieten nichts anderes als diese Containerlösung hergibt.

    Soll die Stadt die Hände in den Schoss legen und nichts tun, um sich diesem medialen Sturm im Wasserglas, der hier gegen die Containerlösung angezettelt wird zu entziehen?
    Soll sie nichts tun in der Hoffnung, dass Frau Puhle ihr dann schon helfen wird genügend Plätze in WGs oder Räume für eigenen Wohngruppen für Flüchtlinge zu finden?

    Will jemand vielleicht eine Lösung wie z.B. in Köln: http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-notunterkunft-in-koeln-so-leben-fluechtlinge-im-baumarkt-1.2270850

    Einen leerstehenden Baumarkt hätten wir an der Frankenstraße ja. Wollen die, die jetzt die Container so vehement ablehnen dann als Notfalllösung die Kölner-Variante in ehemaligen Regensburger Max Bahr Gebäude haben?

    Es behauptet doch niemand, dass die Containerlösung optimal wäre, aber wenn der Wohnungsmarkt nichts hergibt, weil in die Luftschlösser von Frau Puhle keine Asylbewerber einziehen können muss man halt vielleicht auch mal Kompromisse eingehen.
    Neuer Container mit sozialer Betreuung ist sicher bessere als manch abgewirtschaftete schimmelige Bauruine, die zur dezentralen Unterbringung andernorts von privat angemietet wurde und noch wird.

    Irgendwo reicht es Frau Puhle man muss auch mal das halb volle Glas erkennen und nicht immer über das halb leere Glas lamentieren, insbesondere wenn man selbst keine bessere bzw. wie überhaupt gar keine Lösung anbieten kann. Gedankliche Luftschlösser – WG, Einzelzimmer mit Nasszelle etc. – sind kein aktueller Beitrag zur Problemlösung.

  • Bert

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    @Otto

    Frau Puhle wettert doch nicht gegen Container, sondern mehr gegen deren Zuschnitt (zwei Personen, die sich nicht kennen, auf 13,6 qm; ggf. über mehrere Jahre).

    Außerdem ist es eine Sache der Redlichkeit, klarzustellen, dass die Stadt hier eine langfristige Gemeinschaftsunterkunft auf den Weg bringt und kein kurzfristiges Notquartier im Rahmen des Winternotfallplans. Die Vorlage für den Stadtrat ist Leut-Verarsche.

  • Regensburger Bürger

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    Kommentar gelöscht. Keine persönlichen Beleidigungen.

  • Regensburger Bürger

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    Liebe Frau Puhle,
    exakt diese Reaktion (Hinweis auf die gegenüber D viel rigidere Praxis in CH plus Häme) habe ich erwartet. Faszinierend: Ich kann offenbar in die Zukunft blicken.
    Allerdings kenne ich die Situation in CH offenbar viel besser als Sie, nämlich aus eigener Anschauung und nicht nur aus linksgerichteten Medien – und bin übrigens ebenfalls der Ansicht, dass derlei eines reichen Landes unwürdig ist.

    Aber es ist eh wurscht, denn darum ging’s mir doch gar nicht. Doch das wiederum interessiert Sie nicht. Sie lesen nur “Schweiz + Asyl” – und – puff! – es läuft Ihr instinktives Beißprogramm gegenüber vermeintlich feindselig Gesinnten ab.

    Eine sachliche Diskussion mit Ihnen ist so nicht möglich. Haben Sie schon mal in Erwägung gezogen, dass Sie mit Ihrem agressivem Verhalten der Sache (sprich: den Hilfsbedürftigen) einen Bärendienst erweisen? Es gäbe durchaus noch andere, die gerne helfen würden – die jedoch verbeissen Sie mit Ihrer Aggressivität. Sie sollten mal in sich gehen und sich fragen, was die Leute im Container eigentlich davon haben, wenn statt einer breiten solidarischen Bürgerschaft immer nur die Frau Puhle um sie herumwuselt.

    Einen schönen Tag noch.

  • Marion Puhle

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    @Otto
    Ich habe 2 Vorschläge gemacht, um die Diskussion der Unterbringung von Flüchtlingen anzuregen.
    In Berlin gibt es bereits eine Initiative, die Flüchtlinge in Wohngemeinschaften vermittelt.
    Ich halte das schon deshalb für zielführend, weil die Integration gefördert wird.
    Die Unterbringung von Flüchtlingen in kleinere Unterkünfte über das Stadtgebiet verteilt, würde die räumliche Enge, wie wir sie in Massenunterkünften haben, entzerren. Im Übrigen wird die dezentrale Unterbringung im Landkreis praktiziert. Es gibt kaum Klagen. Das trägt dazu bei, dass sich die Menschen insgesamt wohler fühlen.
    Bislang hält man am altbewährten System, nämlich der Lagerunterbringung in Massenunterkünften fest, die bekanntlich zu seelischen Erkrankungen führt.
    Um tatsächlich eine Willkommenskultur zu schaffen, müssen wir Alle neue Ideen entwickeln, damit aus einer Scheinbaren auch eine wirkliche Willkommenskultur wird.
    Marion Puhle

  • Regensburger Bürger

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    Liebe Frau Puhle,
    ich glaube nicht, dass sehr viele der 140.000 Regensburger etwas gegen eine dezentrale Unterbringung einzuwenden haben. Dennoch würde ich mir gerade von Ihnen etwas mehr bayerischen Pragmatismus wünschen: Lieber erstmal & kurzfristig Container als, wie von einem Mitforisten als Negativbeispiel erwähnt, ein leerstehender Baumarkt oder eine verschimmelt leerstehende Pension!

    Um zu erfahren, wie problematisch bis unmöglich es ist, die von Ihnen geforderten „dezentralen Wohngemeinschaften“ zu etablieren, fragen Sie am besten mal oben am Uniberg nach… – ich als Student wäre meinerzeit heilfroh gewesen, einen nagelneuen, schicken Container wohnen zu dürfen statt in einer abgewohnten 8-Quadratmeter-Bude mit Klo auf dem Gang und Gemeinschaftsdusche (und das 5 Jahre lang!).

    Aber darum geht’s nicht: Es ist schlicht unmöglich, in der zweitteuersten Metrolpole des teuersten Bundeslandes Deutschlands auf die Schnelle „nette, gemütliche, zentrumsnahe WGs mit allen Schikanen“ zu finden. Die mag es vereinzelt geben, aber doch nicht für hunderte von Flüchtlingen (und falls doch: wo bringen wir dann die Studenten unter, denen genau diese Wohnungen dann fehlen? Im Baumarkt?)

    PS: Für alle, die sich damit nicht auskennen: „Container“ suggeriert dem Außenstehenden oftmals „billig/kalt/zweitklassig/blechern/etc“, was jedoch ganz und gar nicht der Fall ist. Die jahrelang genutzten „Container“-Labore am Uniklinikum etwa waren weitaus luxuriöser und „lebenswerter“ als die im Uni-Altgebäude vorhandenen, ungemütlichen „Beton“-Labore. Ich habe selbst in beiden jahrelang gearbeitet – von innen hatte man in den Containern das Gefühl, in einem schicken Neubau arbeiten zu dürfen. „Container“ bedeutet genauso wie „Holzhaus“ nichts Schlechtes, sondern beschreibt lediglich die Konstruktionsweise. Es ist keine Villa, aber auch keine Hütte, sondern ein ganz normales, schnell aufzustellendes Behelfshaus (in unserem Fall mit zweckmäßig-karger Innenausstattung, klar). Jedes Fertigeigentumshaus der 1980er ist weitaus „kaputter“…

  • Knurrhahn

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    @ Regensburger
    Leider gibt es diesem Forum keine positiv oder negativ Kennzeichnung der Beiträge. Deshalb auf diesem Wege: Ich bin begeistert. Endlich hat mal jemand dieser unsäglichen Miesmacherei von Wohncontainern sachliche Argumente entgegengesetzt.

  • Marion Puhle

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    Mangelnde Perspektive, schlechte Lebensbedingungen, die Verschärfung des Asylrechts und die ständig drohende Abschiebung zermürben viele Flüchtlinge. So ist die Zahl der Suizidversuche von Flüchtlingen in Bayern zuletzt auf 48 in diesem Jahr stark angestiegen.
    Das sollte alarmierend genug sein.
    Die Kommentare von Regensburger, Otto, Dubh u. Knurrhahn, wobei hier zu vermuten ist, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt, helfen nicht wirklich weiter und sind von Aggressivität durchsetzt. Auf diesem Niveau ist keine vernünftige Diskussion möglich. Es sind Vorschläge, über die man durchaus diskutieren kann und wenn Sie sich daran nicht beteiligen wollen, dann sollten Sie es damit bewenden lassen.
    Marion Puhle

  • Dubh

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    Knurrhahn : “ Ich bin begeistert. Endlich hat mal jemand dieser unsäglichen Miesmacherei von Wohncontainern sachliche Argumente entgegengesetzt.“

    Leider befasst sich kein EINZIGER Kommentar hier – ich habe extra nochmal nachgesehen – mit der Miesmacherei von Wohncontainern!

    @ Regensburger
    Bei dem Satz „nicht 2 erwachsene traumatisierte Fremde in einen winzigen Container zusammensperren“ bleibt bei Ihnen, wie diversen anderen, dann leider nichts als die Worte – „nicht Container“ hängen?!

    Es wäre auch schon mehrmals darauf hingewiesen worden worum es zuallerst geht.
    z.B. hier http://www.regensburg-digital.de/kritik-an-geplanter-container-unterkunft-waechst/16122014/#comment-229934

    Das Textverständnis einheimischer hier mittlerweile überwiegend Kommentierender entsetzt mich zutiefst……………….

  • aa

    |

    Kommentar gelöscht. Keine persönlichen Beleidigungen.

  • Veronika

    |

    @Marion Puhle: Danke für den Hinweis auf dieses Modell in München!
    ———–
    Niemand hat etwas gegen Wohncontainer. Auch bei diesen gibt es unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten, in den USA sogar schon fertige „Container-Hotels“. Es geht aber um das menschliche Miteinander, und dieses schafft man eben auch nur dann, wenn man die Leute zueinander bringt um Ängste abbauen zu helfen. Solange man einander nicht kennenlernen kann, sind Fremde eben „Fremde“. Wie wäre es denn, die Flüchtlinge und Asylsuchenden einfach mal von Politik wegen mit deren neuen Nachbarn in Kontakt zu bringen. Weihnachtsfest o. Ä. wäre doch eine gute und auch finanzierbare Sache, wenn sich einige PolitikerInnen und sonstige „Lokalgrößen“ bereiterklären, hier zu moderieren.

  • Regensburger Bürger

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    Liebe Frau Puhle,
    nin, ich bin nicht Dubh (und auch nicht Otto, Knurrhahn,…). Allein dass Dubh mich permanent und süffisant quer durch alle Foren hinweg angreift, sollte dies ausreichend erkennen lassen. Bin doch kein Masochist…

    Ferner, lieber Dubh, kann ich auf dem Foto ganz oben beim besten Willen keinen WINZIGEN Container erkennen… ein ganz normales, leerstehendes Zimmer studentischer Größe für zwei (?) Personen hingegen schon. Gut, ein Stockbett… aber sowas gibt’s in Jugendherbergen und Kinderzimmern auch. Und wenn Sie dann noch ein oder zwei Bilder an die Wand hängen und ein paar Blumen auf den Tisch stellen, sieht’s nicht viel anders aus in in einer x-beliebigen Ferienpension in Oberbayern, die 80 Euro und mehr pro Nacht kostet.

    Dann tauschen diejenigen Bewohner, die gar nicht miteinander können, noch die Zimmer; wir verteilen Vorhängeschlösser, damit nix geklaut wird, und den Traumatisierten gönnen wir ein Einzelzimmer (wobei: ob das wirklich psychotherapeutisch so schlau ist?) – und schon klappt es mit dem Zusammenwohnen auf Zeit. Also: was ist das Problem? Ich kann keins erkennen. Manche haben wirklich an allem was auszusetzen.

  • Rechnung

    |

    Kommentar gelöscht. Irgendwann wird der Blödsinn echt zu groß.

  • Bernd Lauert

    |

    Ich verstehe die ganze Diskussion nicht.
    Wo kämen denn jetzt auf einmal freie Wohnungen anstatt Container her?
    Was ist so schlimm daran in einem Contaiener für eine begrenzete Zeit leben zu müssen? Ich denke das so ein Container einen sehr großen Luxus darstellt wenn man sich a nschaut wie die Leute vorher gelebt haben. Es gibt hier sauberes Wasser und das in allen Temperaturen. Die Flüchtlinge werden verpflegt und eingekleidet und medizinisch betreut. Was können/sollen wir noch machen?
    Die ganze Aktio soll ja auch nur zeitweilig sein. Die Menschen werden hier mangels Sprachkenntnisse auch keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben oder landen bestenfalls in der Leiharbeit.Mit diesem Einkommen werden sie hier in der Stadt auch kaum eine Wohnung anmieten können. Selbst normale Arbeiter und Angestellte stemmen die Mieten hier ja kaum noch.
    Wir tun doch schon einiges um den Flüchtlingen hier eine sichere und saubere Unterkunft zu bieten.

  • Man soll ja nicht hetzen, aber ich mach’s mal… » Regensburg Digital

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    […] Donnerstag weiß ich, welche Befürchtungen der Oberbürgermeister und Teile der Koalition haben, wenn Sie jenen „Zündelei“ vorwerfen, die mehr Platz für Flüchtlinge in der geplanten Containe…. Bei Ihnen hat diese Forderung nämlich tatsächlich […]

  • Derfnam

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    *** Die Stadt müsste ein bestimmtes Kontingent an Wohnraum nur für Flüchtlinge freihalten, damit wir endlich von den Massenunterkünften weg kommen. ***

    Sehr geehrte Frau Puhle,

    ihr Vorschlag halte ich für absolut inakzeptabel.
    Jedermann weiß, dass wir in Regensburg einen Wohnungsmangel haben, d.h. es gibt viele Menschen in Regensburg, die viele Monate lan händeringend nach einer Wohnung suchen. In in dieser Situation wollen sie Menschen, die erst vor kurzem nach Regensburg gekommen sind (Flüchtlinge, bzw. Asylbewerber) priviligieren und ihnen eher Wohnraum zuschanzen als den Einheimischen?

    Damit beschädigen sie das Verhältnis zwischen Ihrer Klientel und den Bürgern der Stadt massiv.

  • Derfnam

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    ***Wäre hier in D blutiger Bürgerkrieg, und die Schweiz würde mich aufnehmen, wäre ich um Container Regensburger Bauart samt Verpflegung und Kleidung endlos dankbar. Ich würde keineswegs nach dem hohen Lebensstandard verlangen, den der durchschnittliche Schweizer pflegt. Wie käme ich dazu? Stattdessen würde ich in meinem Container Schwizerdütsch lernen, Knödeln und Kraut abschwören und mich so schnell und so gut wie nur möglich an die dortige Lebensart anpassen – schon allein deshalb, weil ich alles dafür tun würde, in diesem reichen Paradies so lange zu bleiben wie möglich. Und wenn in D der Krieg endlich aufhörte, würde ich zurückkehren.***

    Da ist viel Wahres dran, Danke für diesen Beitrag.

  • hs

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    habe 4 Jahre lang eine neue Wohnung in Rgsb gesucht und bin deshalb auch gegen eine Kontigentslösung. Immer mal schön alle gleichbehandlen, egal welche Rasse oder Herkuft, hinten anstellen ist Fairness.

  • Marion Puhle

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    @Derfnam @hs
    Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt? Sicherlich nicht deswegen, weil Flüchtlinge die Wohnungen besetzt halten. Die Stadt hat den sozialen Wohnungsbau vernachlässigt und das über Jahre hinweg. Stattdessen können gut betuchte Menschen in Regensburg Luxuswohnungen kaufen.
    Wenn ich von einem bestimmten Kontingent an Wohnungen für
    Flüchtlinge spreche, dann meine ich, ist das fair genug. Denn dieses Kontingent wird relativ klein ausfallen.
    Ich halte nichts davon, Einheimische gegen Flüchtlingen auszuspielen. Mich lässt das Gefühl nicht los, dass hier eine Neiddebatte vom Zaun gebrochen wird, an der ich mich sicherlich nicht beteiligen werde.
    Alle haben das Recht auf vernünftigen Wohnraum.
    Marion Puhle

  • Marion Puhle

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    An einem aktuellen Beispiel möchte ich verdeutlichen, wie wichtig es ist, ein bestimmtes Kontingent an Wohnungen für Flüchtlinge freizuhalten.
    Vor ca. 1. Monat habe ich 1 Annonce für einen Flüchtling aus dem Irak geschaltet.
    Es meldeten sich daraufhin etliche Vermieter, die eine Wohnung frei hatten.
    Als ich den Vermietern mitteilte, dass die Wohnung nicht für mich, sondern für einen Flüchtling aus dem Irak, ist, wiegelten sie mit den Worten an:
    „Na, einen Ausländer wollen wir nicht. Eine Andere entgegnete, ich überlege es mir, ich rufe Sie wieder an. Auf den Anruf warte ich bis heute.
    Ein anderer Vermieter teilte mit, „na, das tue ich mir nicht an, einen Ausländer in meine Wohnung zu lassen und legte auf. “
    Und das ist nur ein Beispiel von Vielen.
    Vorurteile gegen Flüchtlinge u. Ausländer bestehen. Die mangelnden Sprachkenntnisse kommen erschwerend hinzu.
    Flüchtlinge, die zudem auch noch schwer traumatisiert sind, tun sich verdammt schwer, eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt zu finden.
    Ich halte es daher für dringend erforderlich, ein bestimmtes Kontingent an Wohnungen für Flüchtlinge freizuhalten.
    Und ich halte nichts davon, wenn Kommentatoren hier ihren Egoismus ausleben, getreu nach dem Motto. „Erst ich, danach kommt lange nichts und dann der Flüchtling. So bitte nicht.
    Marion Puhle

  • Regensburger Bürger

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    „Alle haben das Recht auf vernünftigen Wohnraum.“

    Eine typische Politikerphrase. Die sondern auch immer wohlfeile Sätze ab, gegen die man schwerlich was einwenden kann – und das war’s dann aber auch.

    „Alle Menschen sind gleich!“
    „Freie Fahrt für freie Bürger!“
    „Mehr netto vom brutto!“
    „In der Nacht ist’s finster, und am 24. kommt das Christkind!“

    Sind Sie Politiker, Frau Puhle?

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