SOZIALES SCHAUFENSTER

Stadtplanung

Nibelungenkaserne: Bürokomplex statt „Quartierszentrum“

Offiziell wird es als „Quartierszentrum“ auf dem Nibelungenareal bezeichnet, doch das, was im denkmalgeschützten Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Kaserne und dem angrenzenden Grundstück nun entstehen soll, sind schlicht zwei Bürogebäude mit Supermarkt und Gastro. Eine immer wieder geforderte öffentliche Nutzung in dem Gebäude, das die Stadt 2018 inklusive 12.300 Quadratmetern Grund verkauft hat, ist offenbar nicht vorgesehen. Sämtliche Planungen liefen abseits der Öffentlichkeit.

Die Stadt Regensburg hat das ehemalige Wirtschaftsgebäude auf der Nibelungenkaserne und das umliegende Grundstück verkauft – jetzt entstehen dort zwei Bürogebäude statt eines tatsächlichen Quartierszentrums. Foto: as

Sie hängt noch an der Vorderseite des imposanten Wirtschaftsgebäudes auf der ehemaligen Nibelungenkaserne: die Tafel zum „1. Baukulturfest“, das eine Reihe namhafter Initiativen, Verbände und Vereine unter Beteiligung der Stadt Regensburg – die „Initiative Baukultur Regensburg“ – hier veranstaltet hat. Sechs Jahre ist das her. „Regensburg besteht ja nicht nur aus der alten Stadt“, hatte Silke Bausenwein von der Bayerischen Architektenkammer damals die Wahl des Ortes für das Fest auf dem neuen Baugebiet Nibelungenkaserne begründet. „Gerade bei Planungsprozessen der Zukunft ist die Vermittlung und öffentliche Beteiligung der Regensburger Bürger wichtig“, so Bauseweins Rat an die Stadt Regensburg. Doch just die Planungen zur Nutzung des Gebäudes, in dem dieser Ratschlag gegeben wurde, scheinen ein neuerliches Exempel dafür zu sein, wie man es nicht macht.

Bebauungsplan: Alles kann, nichts muss…

Öffentlich zugängliche Informationen der Stadt Regensburg dazu, was mit dem denkmalgeschützten Gebäude und der dazugehörigen Grundstücksfläche von rund 12.300 Quadratmetern passieren soll, gibt es kaum. Lediglich im Bebauungsplan für das gesamte, mit über 30 Hektar ungleich größere Nibelungenareal ist davon die Rede, dass ein „Sondergebiet Quartierszentrum“ rund um das Wirtschaftsgebäude entstehen solle. Zulässig sind dort demnach eine Reihe von Nutzungen – von Einzelhandel bis Gastronomie, von Wohnen bis hin zu Einrichtungen „für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke“, von Büronutzung bis hin zu „nichtstörenden“ Gewerbebetrieben.

Ein „Alles kann, nichts muss“-Potpourri, das nie konkretisiert, geschweige denn öffentlich im Stadtrat debattiert wurde – trotz Bestrebungen und Anfragen des alteingesessenen Bürgervereins Süd-Ost, der bis heute darauf pocht, in dem Quartierszentrum auch eine öffentliche Nutzung/ soziale Infrastruktur zu etablieren.

Stadt schweigt, Investor vermarktet

Mittlerweile ist klar: Die Stadt Regensburg hat Gebäude und Grundstück irgendwann zwischen 2018 und 2019 an einen Nürnberger Investor verkauft. Der Preis ist nicht bekannt, er soll aber dem Vernehmen nach vergleichsweise niedrig gewesen sein.

Öffentlich gemacht hat den Verkauf und die künftige Nutzung allerdings nicht die Stadt Regensburg selbst. Dort gab es eher Informationsverweigerung. Noch im August 2020 beklagte sich der Bürgerverein Süd-Ost in einem Schreiben an die Oberbürgermeisterin darüber, dass „die Bewohner seit Jahren über Inhalt und Zeitplan der Realisierung des Quartierszentrums nicht informiert“ worden seien. „Die privatrechtlichen Verträge erlauben dies lt. Aussage von Verwaltung und Politik nicht, trotz großem Informationsbedarf und mehrmaligem Nachhaken von unserer und anderer Seite.“

Dass das Gebäude bereits verkauft und dort keinerlei öffentliche Nutzung vorgesehen zu sein scheint, geht aber aus der Internetseite hervor, auf der besagter Nürnberger Investor – die N.I.K. Nibelungen Immobilien Kaserne GmbH & Co. KG – bereits seit Sommer 2020 die ehemals städtischen Flächen vermarktet. Das Projekt „Nibelungen-Terrassen“ sieht demnach den Ausbau des früheren Wirtschaftsgebäudes sowie einen zusätzlichen Neubau vor. Abgesehen von einer Einzelhandelsfläche (1.500 Quadratmeter) sowie einer Gastronomie (rund 800 Quadratmeter) wird es in dem sogenannten „Quartierszentrum“ ansonsten ausschließlich Büroflächen geben – über 8.000 Quadratmeter.

Ausschreibung forderte öffentliche Nutzung

Mit dem Text der Ausschreibung, über die die Stadt das Grundstück Ende 2015 zum Verkauf anbot, haben diese Planungen kaum noch etwas zu tun. Damals wurde von den Bietern unter anderem gefordert, im Konzept bis zu 500 Quadratmeter Schulungs- und Werkstatträume für das Projekt „Technik for Kids“ vorzusehen, die von der Stadt zu einem vergünstigten Preis angemietet werden können. Der große Saal im Obergeschoss des Wirtschaftsgebäudes solle „zumindest temporär“ öffentlich genutzt werden können – etwa für Ausstellungen, Veranstaltungen und als Prüfungsraum. Zudem wird eine katinenähnliche Gastronomie für bis zu 750 Mittagessen gefordert, um den Unternehmen am umgebenden TechCampus „einen abwechslungsreichen und preislich attraktiven Mittagstisch“ anbieten zu können. Und als letztes schließlich 1.500 Quadratmeter Einzelhandelsfläche. Die Angebote werde die Stadt nach dem Konzept, der städtebaulichen Umsetzbarkeit sowie dem Kaufpreis bewerten, heißt es weiter.

Warum nun am Ende ein Konzept den Zuschlag erhalten hat, das weder die damals geforderten Schulungsräume noch einen öffentlich nutzbaren Veranstaltungssaal vorsieht, warum nun statt eines tatsächlichen „Quartierszentrums“ zwei Bürogebäude mit Supermarkt und Gastro entstehen, bleibt angesichts der nichtöffentlichen Vergabeentscheidung offen.

Es gab andere Konzepte

Fest steht aber, dass es durchaus Angebote anderer Bieter gab, die diese Vorgaben der Stadt aufgegriffen hätten. Das Regensburger Architekturnetzwerk Basqué Et Partner beispielsweise hat auf seiner Internetseite das Konzept veröffentlicht, mit dem man an der Ausschreibung teilgenommen hatte. Im Erdgeschoss des Gebäudes wäre hier ein Besucherzentrum zur Geschichte der Nibelungenkaserne vorgesehen gewesen, verbunden mit einer „Kreativgastronomie mit Kunst- und Kulturcharakter“, im Obergeschoss ein großer Veranstaltungssaal. Die Räume für das „Technik for Kids“-Projekt waren Bestandteil der Planungen, ebenso Ateliers und Proberäume im Kellergeschoss und soziales Wohnen im Dachgeschoss.

Es ist nur ein kleiner Auszug dieses Konzepts, das aber offenbar nie in die engere Wahl gelangte, geschweige denn in eine öffentliche Debatte.

Stadt wollte keine Debatte

Eine solche öffentliche Debatte, wie ein Quartierszentrum denn aussehen könnte, wurde von städtischer Seite tunlichst vermieden. Anfragen und Forderungen des Bürgervereins wurden abgeblockt oder blieben unbeantwortet. Entgegen dem 2014 gegebenem Ratschlag von Silke Bausenwein, demzufolge bei Planungsprozessen „die Vermittlung und öffentliche Beteiligung der Regensburger Bürger wichtig“ sei, hat die Stadt Regensburg wieder einmal eines ihrer Grundstücke verkauft und anfängliche Vorgaben derart aufgeweicht, dass am Ende kaum etwas davon übrig geblieben ist. Da passt es irgendwie, dass die Seite baukultur-regensburg.de, die immer noch auf der alten Tafel am Wirtschaftsgebäude beworben wird, schon lange nicht mehr online ist.

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Kommentare (28)

  • joey

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    Baukultur war in Regensburg bisher eher eine Spendenkultur. Wer weiß…

  • Herbert Gruendner

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    Eine Soko IMMO Regensburg 2021 ist sicherlich schon in den Startlöchern.

  • XYZ

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    Die eigentliche Frage scheint mir, ob der BPl mit der Festsetzung ‘Quartierszentrum’ noch eingehalten wird: darunter versteht man normalerweise kaum Büroflächen mit etwas Einzelhandel und Gastronomie drumherum, sondern auch soziale und kulturelle Einrichtungen aller Art, wobei die Formulierung ‘Quartierszentrum’ eher auf einen weiteren Umgriff schliessen lässt.

  • Mr. T.

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    Eine öffentliche Debatte in Regensburg? Dagegen ist ja Nordkorea das Paradies der Bürgerbeteiligung.

    Wahrscheinlich hat es in alter Regensburger Manier einen deutlichen Nachlass auf den Kaufpreis gegeben. Und im Gegenzug dafür wurde dem Käufer erlassen, sich an die Ausschreibung halten zu müssen.

  • KW

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    Ich versuche ja mit negativen Aussagen zurückhaltend zu sein (glaube ich zumindest), aber dass die “Stadt” nach dem Schaidinger/Wolbergs Desaster, dass mit Verurteilung des Zweitgenannten wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit Immobilien-Entwicklern ein vorläufiges Ende fand, tatsächlich NICHTS gelernt hat, ist wirklich eine Schande.
    Wenn ich dieses typische Immobilien-Entwickler Kunstwort “Nibelungen-Terrassen” schon lese, muss ich mich fast übergeben.

  • XYZ

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    Das erinnert irgendwie nur noch an die – parteiübergreifende – bau- und planungsrechtliche Zustimmung des Stadtrats zu den LAGO-Hallen 1+2: keine ersichtliche Planung. Und nur nebenbei: das StBauFG sieht m.W. sogar nicht unerhebliche Zuschüsse vor, falls korrekt geplant und beantragt (Integrierte städtebauliche Konzepte in der Städtebauförderung).

  • Günther Herzig

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    Zitat: Eine immer wieder geforderte öffentliche Nutzung in dem Gebäude, das die Stadt 2018 inklusive 12.300 Quadratmetern Grund verkauft hat, ist offenbar nicht vorgesehen.
    Dann hätte die Stadt das Grundstück eben nicht verkaufen dürfen. Es handelt sich um ein wertvolles Grundstück, mit dem der Käufer im Rahmen des Bebauungsplans und einer geregelten Nutzung tun und lassen kann, was er will. Der Kaufpreis dürfte immens gewesen sein. Die Stadt kann doch nicht verkaufen und dann die öffentliche Nutzung vorschreiben.

  • Mr. B.

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    Bei Geld, Geld, Geld gibt es anscheinend bei der Stadt Regensburg keine demokratischen Entscheidungen??? Immer noch Verdacht auf Gutsherrenpolitik???? Es kann doch nicht sein????
    Da gefällt sogar mir der Vergleich von oben mit Nordkorea. Natürlich nur zu den Bausachen der Stadt. Aber aus der Vergangenheit nichts gelernt??? Hier ist wahrscheinlich noch viel Aufklärung erforderlich!!
    Bitte RD bleibt dran!!!!

  • BÜSO

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    Als Vorstand des Bürgerverein Süd-Ost und als Privatperson bin ich gleichermaßen über den Verlauf dieses Vorgangs entsetzt. Danke an RD, dass dieses Thema nochmals für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
    Dass nach Jahren der Geheimnistuerei ein Investor zum Zuge gekommen ist, der nun ganz offensichtlich keine Auflagen für „soziale Infrastruktur“ erfüllen muß und trotzdem nun über 11.300qm beste Büro- und Gewerbeflächen vermarkten kann, ist ein Skandal.
    Wenn es stimmt, dass die über 12000qm für rund 3,8 Mio Euro(??) verschleudert wurden, also lediglich ca. 300€/qm (der marktübliche Preis in dieser Lage liegt bei eher 1000€/qm !) – inklusive eines denkmalgeschützten Gebäudes, dann kann der Stadtrat eigentlich nur die Rückabwicklung des Grundstückgeschäfts fordern bzw. einleiten, es sei denn, die Stadtpolitik und die Verwaltung werden von sich aus tätig.
    Skandalös ist aus meiner/unserer Sicht auch, dass die Mitglieder des städtischen Grundstückausschusses aus zwei Legislaturperioden mit 17 Stadtratsmitgliedern dieses Vorgehen über die gesamte Zeit mitgetragen haben und die Informationsblockade –gegen besseres Wissen- mitgestützt haben.
    Wie oft darf der Bürger und Steuerzahler noch mit dieser Desinformationspolitik getäuscht werden? Wie lange soll der “Ausverkauf” städtischer Flächen noch weitergehen? Und wohlgemerkt – das alles ist vor Corona und den folgenden Streichungen passiert!

  • Burgweintinger

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    Herr Aigner, war wirklich die Stadt der Verkäufer? Ich dachte immer Kasernengrund ist Eigentum des Bundes/Landes und die Stadt hat nur ein Vorkaufsrecht.

  • XYZ

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    Aigner 15.45:
    Ja so ist es: die Stadt hat das gesamte Areal vom Bund günstig erstanden und dann ebenso weiter verkauft – anstatt eigene planerische Vorstellungen zu entwickeln und umzusetzen. Das mag zwar bei der Unterbesetzung des städt. Planungsamtes und der ‘Entscheidungs-Hoheit’ des Stadtrats verständlich sein, und denkmalgeschützte Objekte sind nun mal schwer zu ‘vermarkten: Aber da gibt es m.W. städtebauliche Förderungsmittel, sofern man dazu ein Entwicklungskonzept für einen Stadtteil hat, dazu gab es ja genügend Anregungen.

  • Samy Ateia

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    Sehr schade, wir sind da heute vorbeispaziert und hatten uns gedacht das eine Mischnutzung zwischen Büros und Veranstaltungsräumen für Vereine, Probenräume, Ateliers oder ähnliches verbunden mit einer Gastronomie + Austellungsräumen dort perfekt hinpassen würden. Kreative und soziale Räume die auch von den benachbarten Studenten mit belebt werden könnten. Das vorgesehene Konzept klingt jetzt eher nach langweiliger Profitmaximierung und Kommerz.

  • Monetäre Kriterien

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    @ Mr. B
    “…aus der Vergangenheit nicht’s gelernt…”

    Die Vergangenheit lehrt doch immer wieder, dass eine etwaige Bestrafung unabhängig von der Beute des Raubzugs betrachtet werden kann.

    Einfaches Bsp.: Ein Bankräuber versteckt Geld, damit er es nach seinem Gefängnisaufenthalt verwenden kann.

    Heutzutage sind die “Geschäfte” mehrdimensionaler, es gibt taktische Finessen wie Bauernopfer u. dgl.

    Für mich wird es immer verwunderlicher wie geil manche Menschen darauf sind noch 2€ mehr als ihr Nächster in der Tasche zu haben. Dafür geben sich selbst “Fußsoldaten” her, die von vornherein wissen, dass ihnen am Ende nichts bleibt, außer ein wenig Fame.

    Traurig! Auch, dass die Vergangenheit offensichtlich nicht nachhaltig genug gelehrt hat, dass Geld/Macht/Besitz allein nicht glücklich macht.

    Diese Trunkenheit, die unsere Gesellschaft gekapert hat, turnt mich ab und ich sehe kaum Hoffnung für die Zukunft.

  • Beder

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    Eine Rückabwicklung wäre wünschenswert. Halte ich aber für Fantasie und würde nur noch länger für Baubrache und Baustellen sorgen. Als Anwohner muss ich sagen, dass das Kind längst in den Brunnen gefallen ist. Vom angeblichen Vorzeigeviertel bleibt nicht viel. Vermutlich im Quartierszentrum dann ein “City”-Supermarkt und ein Urban-Chiq-Franchisefraß-Restaurant. Schade – und auch gegenüber im anderen denkmalgeschützten Gebäude, welches die Uni nun zum Gästehaus ohne öffentlichen Nutzen umbaut, hätte man nen schönen Biergarten realisieren können.
    Jetzt kann es die Stadt ja in der Prinz-Leopold-Kaserne von Neuem probieren. Vielleich klappt es ja dann mit dem Vorzeigeviertel.

  • joey

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    @BÜSO
    ich habe einen Investor im gleichen Baugebiet beraten (unbebautes Grundstück), der hatte auch ähnliche Konditionen. Alle Grundstücke werden zu einem günstigen Preis vergeben, allerdings bisher nur direkt an ansässige Firmen. So kann deren Abwanderung verhindert werden, weil sie in Neutraubling günstiger…

    Allerdings könnte ich mir vorstellen (weiß es nicht), daß sich die Stadt beim noch günstigeren Einkauf vom Bund zu irgendwas verpflichtet hat und das geplante Quartierszentrum daraus entstanden ist.

  • Mathilde Vietze

    |

    Hat sich eigentlich einer von den Kommentatoren zuerst erkundigt, w a r u m
    das so gelaufen ist, ehe er / sie sich in Vermutungen und Vorwürfen ergeht.

  • Alfons

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    Zu Frau Vietze
    „Die privatrechtlichen Verträge erlauben dies lt. Aussage von Verwaltung und Politik nicht, trotz großem Informationsbedarf und mehrmaligem Nachhaken von unserer und anderer Seite.“
    Dieses Zitat weisst darauf hin, dass der Ablauf und die Gründe von der Stadtverwaltung nicht mitgeteilt werden. Daher ist man gezwungen auf Grundlage der Erfahrungen der Vergangenheit unter Einbeziehung der Informationen die man hat, keine öffentliche Nutzung des Gebäudes contra nur kommerzielle Nutzung z.B. seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Und die führen zwangsläufig zu, ich nenn es mal absoluter Unverständnis bzgl. des städtischen Handelns.
    Sollten sie jedoch Zugang zu anderen Informationen haben, teilen sie uns diese doch Bitte mit.

  • peter sturm

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    die maus beißt den faden einfach nicht ab!
    die stadt regensburg bleibt der “individuelle gesamtkapitalist” der immobilienwirtschaft. vollkommen egal wen wir wählen.
    frau schimpfermann erfüllt diese aufgabe seit jahren exzellent.

  • Jakob Friedl

    |

    ÖDP, Grüne, Linke und Ribisl stellten am 25. November 2020 einen Antrag auf Nachprüfung eines nichtöffentlichen Beschlusses des Grundstücksausschusses vom November 2020, der vor Weihnachten in nichtöffentlicher Stadtratssitzung abgehandelt wurde. https://ribisl.org/nachpruefungsantrag-nibelungenkaserne-mannschaftsgebaeude/
    Auf einen parallel dazu erarbeiten Fragenkatalog der Ribisl-Partie gab es keinerlei inhaltliche Antwort.

  • XYZ

    |

    Nochmals zu Jakob Friedl:
    Empfehle dazu nur den ‘Leitfaden für die Praxis’ der Hansestadt Hamburg von 2013 zur integrierten Stadtteilentwicklung, Seite 12: “Quartierszentren können durch Neubau oder Umbau bestehender Gebäude entstehen. Generell anzustreben ist eine Mischung von Nutzern. Dazu sollte regelmässig geprüft werden, ob private Anbieter (u.a. Arztpraxen etc.) einbezogen werden können.” Scheint irgendwie unbekannt . . .

  • XYZ

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    Dazu wäre nur noch Northcote Parkinson zu zitieren:
    Die einfachen Themen werden ausführlich diskutiert (da jeder was davon versteht), aber nicht die wichtigen (hier nur der Grundstücks-Ausschuss) – oder sein berühmtes Wort: “Die Kompetenz der Inkompetenz”.

  • Gustl

    |

    wahrscheinlich hatte GMS wie einst Schaidinger gedacht, dass schnell verkauft werden muss, nachher wills keiner .

  • Samson

    |

    Wer dort einen Bürokomplex und einen Supermarkt hinbauen will, kommt sicher nicht aus Regensburg.
    Die Stadtbau hätte dort Wohnungen errichten können und zwar eine Menge.
    Da rufe ich eine Wetbewerb aus und vergebe an einen Generalunternehmer.
    Dazu brauche ich 3 Stunden von zu Hause aus.
    Und wenn ich nicht weiss was ich will…. Dann schreibe ich es dazu.
    Wettbewerb um die weiter nutzung des stadteigenen Areals ehemanliges Kasernen Viertel.
    Pressemeldung raus, dem Webmaster für die Homepage von Regensburg geben.

    Aber nein …
    früher unter Scheidinger kam es zu solchen Anzeigen in der MZ:

    Grundstucksanzeige, dann eine Bebauung stellen wir uns wie folgt vor:
    Dann die Tretzeltürme in einer Abbildung.
    Jetzt wirds gleich unter der Hand verschoben, an eine schwachsinnige Nutzung.

    Die Vergangenheit ist aber noch nicht aufgearbeitet:
    Ceterum censeo:
    was ist eigentlich mit der Tielgarage am Arnulfsplatz und warum wurde die an den damaligen Präsidenten des Jahn Regensburg verramscht?

    Immer die selbe Melodie

  • Fischer Annette

    |

    Als Anwohnerin bin ich zutiefst enttäuscht von der Regensburger Stadtpolitik.
    Sollte das Kasino (12.000qm) wirklich von der Stadt an einen Investor zum Schnäppchenpreis von 3,8 Mio Euro mit der Möglichkeit zur Renditemaximierung durch Büronutzung verkauft worden sein ohne soziale Kommunikationsflächen für die Anwohner im Kaufvertrag verpflichtend vorzuschreiben, halte ich eine Rückabwickelung des Kaufvertrages für dringend geboten. Eine Stadt darf Grundstücke und Gebäude nicht unter Marktwert verkaufen!
    Auf unsere ständigen Fragen nach dem Quartierszentrum haben die Politiker der Stadt immer betont, dass es keine Möglichkeit gibt, vom Käufer bestimmte Nutzungen zu fordern. Das ist falsch. Der Verkäufer eines Grundstückes kann dieses selbstverständlich unter Auflagen verkaufen. Richtigerweise ist dies bei unserer Genossenschaft von der Stadt auch so verlangt worden. (Wohnraum schaffen für mindestens 18 Menschen mit Behinderung)
    Für uns Anwohner ist nicht nur die Nutzung, die mit einem Quartierszentrum rein gar nichts zu tun hat, unverständlich, sondern auch die Zeit die dem Investor eingeräumt wird, um Supermarkt und Gastronomie zu bauen. Anscheinend stand der Investor ja schon unter Wolbergs fest. Unserer Genossenschaft wurde ein sehr enger Zeitrahmen für die Baufertigstäellung im Kaufvertrag vorgeschrieben.
    Warum dem Investor nicht einmal eine zeitliche Befristung zur Umsetzung seines Konzepts vorgeschrieben wurde, ist unerklärlich. Das Quartier wird seit Anfang 2017 bezogen, die allerletzten Bewohner ziehen gerade ein. Falls wirklich ein Supermarkt für das Quartier vorgesehen ist, liegt die Realisierung in weiter Ferne.
    Dass ein Personalmangel im Planungsamt Grund für den fehlenden städtebaulichen Gestaltungswillen sein soll, glaube ich nicht. Die Stadt hatte nämlich genügend personelle Kapazitäten, um eine aufwändige Bewerbung zum Deutschen Städtebaupreis2020 für das Nibelungenareal zu erstellen.
    Es ist wohl eher das Regensburger Modell von investorengebauten Schlafstädten, von dem alle unsere regierenden Politiker überzeugt sind. Auch die Grünen waren ja an der Entwicklung der Nibelungenkaserne beteiligt.
    Aber nicht nur für uns Anwohner ist die verpasste Chance eines lebendigen, Identität stiftenden Zentrums im Kasino traurig. Es hätte für das ganze Kasernenviertel ein Treffpunkt für Vereine, für kreative und engagierte Bürger werden können.
    Jetzt nur Augen zu und durch, kann und darf es nicht sein. Eine Rückabwicklung ist zu prüfen.

  • Andreas Eckl

    |

    Annette Fischer und BÜSO kann ich mich nur anschließen, es erscheint ein Patzer einer Tragweite zu sein, welche den Aufruf nach einer Korrektur plausibel macht, und man muss die notwendige Ernsthaftigkeit dabei nun mit Nachdruck einfordern!

  • Lenzerl

    |

    Danke, Dass RD die aktuelle Entwicklung an die Öffentlichkeit bringt. Ich bin gerade wie andere Kommentierende schwer enttäuscht von der fortgesetzten investorenorientierten Grundstückspolitik der Stadt. Ich möchte aber noch einen anderen Punkt mit einbringen, der im Artikel nur angerissen wurde:
    “Im Erdgeschoss des Gebäudes wäre hier ein Besucherzentrum zur Geschichte der Nibelungenkaserne vorgesehen gewesen.” Der Nürnberger Investor hat dem Areal in minimaler Orts- und Geschichtskenntnis den werblich-hässlichen Namen “Nibelungen-Terrassen” verpasst, der wie so oft der Geschichte des Kasernenviertels im 20. Jahrhundert Hohn spricht. (Eine ähnliche Entwicklung droht m.E. bei der Neugestaltung des Ostparks.) Als Historikerin und Stadtteilforscherin wäre ein Erinnerungs- und Gedenkort für die Identitätsbildung des Stadtostens aber extrem wichtig. Bitte, Herr Brandl, Herr Friedl, bleiben Sie hier am Ball!

  • R.G.

    |

    Regensburg lernt dazu und qualifiziert sich.
    Als humane Alternative.
    In Kürze könnte/n ein/ige Diktator/en einen äußerst verschwiegenen Platz suchen, der sich für ‘n Appel und ein Ei ausverkaufen möchte.
    Und es gibt sich in ganz Süditalien kein Ort so billig her.

    @Lenzerl
    sagt: “Der Nürnberger Investor hat dem Areal in minimaler Orts- und Geschichtskenntnis den werblich-hässlichen Namen “Nibelungen-Terrassen” ” verpasst”
    Sehn Sie, das Problem wäre bei einem Weiterverkauf an einen Ami gelöst, da hieße das gleich Nibelansgteressis.

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