Das Kultur- und Kongresszentrum soll auf den Ernst-Reuter-Platz. Darauf hat sich der Stadtrat am Mittwoch mehrheitlich festgelegt. Es wird aber noch viele Jahre dauern, bis gebaut wird. Ein Ausblick.
Man kann Günther Riepl nur ein sehr, sehr langes Leben wünschen. Folgt man nämlich Oberbürgermeister Hans Schaidinger, dann wird Riepl seinen 80. Geburtstag schon hinter sich haben, wenn am Ernst-Reuter-Platz ein Kultur- und Kongresszentrum („RKK“) gebaut werden wird. Am Mittwoch debattierte der Regensburger Stadtrat wieder einmal die Standortfrage und am Ende prophezeite Schaidinger: „Den Spatenstich wird nicht der übernächste Stadtrat vornehmen. Wahrscheinlich wird es erst der überübernächste sein.“ An diese, seine Worte werde man sich dann erinnern.
40 Jahre wird es dann her sein…
Und wenn diese Worte zutreffen, dann wird man etwa das Jahr 2030 schreiben, wenn der politische Enkel Schaidingers die Schaufel in einen locker aufgeschichteten Erdhaufen treiben, in die Kameras lächeln und „es ist vollbracht!“ rufen würde.
40 Jahre wäre es dann her, seit Riepl – damals frisch als Einzelkämpfer von den Freien Wählern in den Stadtrat eingezogen – zum ersten Mal den Vorschlag für eine Stadthalle am Ernst-Reuter-Platz eingebracht hatte und sich in der Folge erklären lassen konnte, dass dieser Standort „völlig ungeeignet“ (CSU-Fraktion in wechselnder Besetzung und die Stadtverwaltung) und er „nicht nur irr, sondern wirr“ (der frühere CSU-Fraktionschef Herbert Schlegl) sei.
Vielleicht mit einem Schmunzeln würde man sich daran erinnern, dass die CSU zuvor über 20 Jahre lang auf den Donaumarkt fixiert war wie ein – vielleicht latent aggressives – Gänseküken auf seine Mutter und sich – zeitweilig auch unterstützt von ein paar roten Rohrspatzen – dafür bei einer Oberbürgermeisterwahl und drei Bürgerentscheiden gehörig rupfen lassen musste.
Was würden Schaidinger und Riepl 2030 sagen?
Und dann würde man darüber nachdenken – vielleicht im Rahmen einer Rede beim Richtfest –, wann sich die Zeiten in dieser „Schicksalsfrage für Regensburg“ (diverse Politiker jedweder Couleur) dann doch geändert haben. Wann die Regensburger Stadtverwaltung plötzlich zu dem Schluss kam, dass der völlig ungeeignete, viel zu kleine und mit nichts zu rechtfertigende Standort, der zuvor noch als erster aus allen Prüfungen gekegelt worden war, plötzlich, nach eingehender Untersuchung, das Beste war, was Regensburg überhaupt passieren konnte.
Stadthalle am Ernst-Reuter-Platz: Ein Wahlplakat der Freien Wähler aus dem Jahr 2002.
Und vielleicht würden Hans Schaidinger und Günther Riepl, der eine auf seinen Gehstock, der andere auf seine vielleicht 35jährige Braut gestützt, Witze über die Grünen reißen. Jene Partei, die es dann am 26. September 2012, als man sich endlich auf die Grundsatzentscheidung für diesen Standort verständigte, immer noch den Unteren Wöhrd favorisierte.
Ein gewisser Jürgen Mistol…
Hämen würden die beiden bei einem Gläschen Salutaris darüber, dass ein gewisser Jürgen Mistol, heute bayerischer Ministerpräsident, die damals mehrheitlich verabschiedete Vorlage als „die abenteuerlichste, die ich je gesehen habe“ bezeichnet und davon gesprochen hatte, dass „hier die Gesetze der Logik außer Kraft gesetzt“ worden seien. Davon, dass man zu einem Kongresszentrum in den letzten Jahren „nur Theaterdonner“ vernommen habe und er angesichts einer derart falschen Standortentscheidung den Verdacht hege, “dass das Stück nun abgesetzt werden soll”.
„Aber mei, ich wollte ja auch mal einen Tunnel“, würde Riepl dann vielleicht sagen. „Und ich sogar eine Brücke“, würde Schaidinger lachend entgegnen. Dann würden beide in ihre Hovercrafts steigen, und sich über die Donau und weiter hinauf auf den Dreifaltigkeitsberg chauffieren lassen – zum Abschlussspringen der Vier-Schanzen-Tournee.
Epilog
Am Mittwoch hat sich der Regensburger Stadtrat gegen die Stimmen von Grünen, ödp und Linken für weitere Stadthallen-Planungen auf dem Ernst-Reuter-Platz ausgesprochen. Alle Aussagen aus dieser und früheren Stadtratssitzungen wurden originalgetreu zitiert.
Erneute Schlappe für die Regensburger Abmahn-Kanzlei Urmann und Collegen (U+C). Eine Einstweilige Verfügung, die eine Betroffene gegen die Kanzlei erwirkt hatte, bleibt in Kraft. Das entschied das Landgericht Essen am Mittwochnachmittag (Az. 4 O 263/12) und wies eine Klage von U+C ab.
Die Debatte um die Napoleon-Inschrift nimmt an Schärfe zu. Mit seinen Thesen zur Napoleon-Inschrift in Stadtamhof gerät Stadtarchivar Dr. Heinrich Wanderwitz jetzt ins Visier des Historikers Dr. Marcus Junkelmann. Ein Gastbeitrag.
Überraschend ist es nicht: Der Donaumarkt wird ein Viertel der Reichen und Schönen. Am Dienstag stellte die Unternehmensgruppe Trepnau ihren Entwurf für das Ostermeier-Areal vor und nun ist endgültig klar: Im Umfeld des „Museums für Bayerische Geschichte“ wird der Quadratmeter nicht unter 4.000 Euro zu haben sein.
Tagungszentrum oder Kunsthalle? Am Mittwoch diskutiert der Stadtrat die Nutzung der Schlachthof-Gebäude. Die Linken kritisieren Demokratie-Defizite beim Oberbürgermeister, die Grünen fordern, die Hallen wieder zurückzukaufen. Hans Schaidinger kann sich dagegen zurücklehnen: Die Beschlussvorlage fürs Tagungszentrum soll nämlich nur „begrüßt und zur Kenntnis genommen“ werden.
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Kampfesmut braucht es nicht nur als Soldat bei Wehrmacht und Bundeswehr, sondern auch bei der tagtäglichen Arbeit – zum Beispiel auf einer Baustelle in Regensburg. Da überschneiden sich auch die Durchalteparolen.
Der Armut in Deutschland steht ein Privatvermögen von über acht Billionen Euro gegenüber. Das Bündnis UMFAIRTEILEN fordert nun, Reiche stärker zu besteuern. Am Dienstag wird darüber mit einem prominent besetztem Podium diskutiert.
Im Rechtsstreit zwischen der Diözese Regensburg und unserer Redaktion hat das Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde der Diözese gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg bestätigt.
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Kinder sind nicht immer wohlgeraten. So auch in Shockheaded Peter – der Geschichte vom Struwwelpeter. Die Junk-Opera von Phelim Mcdermott, Julian Crouch und Martyn Jacques feierte am Freitag im Regensburger Velodrom Premiere.
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