SOZIALES SCHAUFENSTER

Vortrag

Rassismus: Eine „Phantasie weißer Menschen von Schwarzen“

Mit einer „Info-Radtour“ durch den Regensburger Stadtosten vorbei an verschiedenen Geflüchtetenunterkünften endeten am Sonntag die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus. Teil dieser Aktionswochen war auch ein Vortrag über Rassismus in Bildung und Gesellschaft und warum es sich für einen selber lohnen könnte, sich damit auseinanderzusetzen.

Eine rassismuskritische Arbeit sei „Sorge um sich selbst”, sagt Karim Fereidooni.

Er wolle hier „nicht die Sprachpolizei spielen“, erklärt der Bochumer Juniorprofessor Karim Fereidooni zu Beginn seines Vortrages. Im Rahmen der Regensburger Internationalen Wochen gegen Rassismus haben das Evangelische Bildungswerk und die Friedrich-Ebert-Stiftung den Rassismus- und Schulforscher zu einem Online-Vortrag eingeladen. Das Thema: „Warum ist es nach wie vor so schwierig über Rassismus in Gesellschaft und Schule zu sprechen?“ Die knapp 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lädt der Referent ein, sich in den kommenden 60 Minuten darauf zu fokussieren, „was Rassismus Ihnen beigebracht hat“.

Fereidooni, der an der Ruhr-Universität Bochum am Lehrstuhl für Didaktik der sozialwissenschaftliche Bildung lehrt, wird von einer „Gewalt gegen Weiße“ sprechen, die politische Wahlfreiheit hochalten und sich gegen ein „Bashing von weißen Leuten“ positionieren. Was bei einem Vortrag über Rassismus verwundern mag, fügt sich letztlich in eine eher ungewöhnliche Forderung ein.

Warum Rassismuskritik betreiben?

Denn Rassismuskritik – das betont er einige Male – dürfe nicht über Schuld funktionieren. „Nicht der anderen Menschen wegen, sondern wegen der Sorge um sich selber“ müsse man sich kritisch mit der Thematik auseinandersetzen. Anstatt die eigene Freiheit einzuschränken, soll „Rassismuskritik Ihnen helfen, Dinge wahrzunehmen, die sie vorher nicht wahrgenommen haben, also Dinge die Ihnen bislang lebensfremd waren.“ Es gehe darum, eine neue Altagseinsicht zu erhalten und zu verstehen, wie es von Diskriminierung Betroffenen geht.

Mehrfach schlägt Fereidooni dabei Vergleiche zu anderen Diskriminierungsformen. So würde Sexismus nach einer ähnlichen Systematik ablaufen. „Ich als heterosexueller Mann werde nie erfahren können was es heißt, sexistisch diskriminiert zu werden.“ Stattdessen werde er als belastbarer, eloquenter und sogar intelligenter als Frauen wahrgenommen. „Wenn meine Partnerin mir von ihren Sexismuserfahrungen berichtet, kann ich entweder ihre Erfahrungen abwerten und sagen, das sei bestimmt nicht so gemeint gewesen oder sie solle sich doch nicht so anstellen.“ Als Alternative schlägt der Bochumer vor, zu fragen was sich das Gegenüber wünscht und wie man gemeinsam gegen Diskriminierung im Alltag angehen könne.

„Ich muss nicht neutral bleiben“

Genau darum gehe es auch bei einer rassimuskritischen Bildungsarbeit: Nicht neutral zu bleiben, sondern einzuschreiten. Eine Forderung, die er durchaus mit dem sogenannten Beutelsbacher Konsens vereinbar sieht. Dieser wurde 1976 in Beutelsbach, einem Stadtteil der baden-württembergischen Stadt Weinstadt als Grundkonsens der politischen Bildung an Schulen verfasst. Der Konsens enthält ein Indoktrinationsverbot, fordert kontroverse Diskussionen zur freien Meinungsbildung im Unterricht und soll letztlich die Schüler in die Lage versetzen, sich aktiv am politischen Leben zu beteiligen.

Jeder dürfe die AfD wählen, stellt Fereidooni klar. „Aber ich habe Möglichkeiten, mit politikwissenschaftlichen Mitteln die AfD im Seminar zu bearbeiten und diese auch unter wissenschaftlichen Standards als rechtsextrem zu bewerten.“ Das sei vom Beutelsbacher Konsens klar gedeckt. „Ich muss als Pädagoge nicht neutral bleiben. Aber ich muss den Schülern die Wahlfreiheit lassen.“

Ebenso dürften weiße Personen mitteilen, „wenn sie der Ansicht sind, es gibt einen umgekehrten Rassismus gegen Weiße oder Deutsche“. Jedoch würden nun mal alle wissenschaftlichen Erkenntnisse dagegen sprechen. Darüber müsse informiert werden. „Rassismus ist eine Erfindung der weißen Menschen, um die Versklavung Afrikas zu rechtfertigen“, wird der Didaktiker dann sehr deutlich.

„Der Rassismus hat Rassen erfunden.“

Seinen Ausgang habe der Rassismus in der Zeit der Aufklärung. Diese gelte bis heute als „positiver Referenzpunkt“. Die Aufklärung als Zeitalter neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und dem Beginn moderner Rechtsüberzeugungen ging aber auch einher mit dem Beginn der Kolonialisierung. Dies habe laut Fereidooni zu einem gewissen Problem geführt. „Man brauchte daher einen Kniff, dies zu rechtfertigen. Und deshalb wurden Weiße als oberste Stufe des Menschen angesehen.“ So habe etwa der deutsche Philosoph Immanuel Kant davon gesprochen, dass nur weiße Menschen in der Lage seien, wissenschaftlich zu denken. Fereidoonis Fazit: „Der Rassismus hat Rassen erfunden.“

Mit ihm seien dann auch Begriffe wie das „N-Wort“ als „klare Fremdzuschreibung“ und „Abwertung“ aufgekommen. Solche Worte könnten nicht neutral gedacht werden, wurden sie doch geschaffen, „um schwarzen Menschen ihr Menschsein absprechen zu können“. Verschweigen sollte man deren Existenz und historische Bedeutung allerdings nicht. Im Bildungskontext müsse mit diesen Begriffen gearbeitet werden. Der Uni-Professor fordert aber einen sehr achtsamen und kontextbezogenen Umgang.

„Eine gesamtgesellschaftliche Tatsache“

Ihm gehe es keineswegs darum, möglichst viele Menschen in eine rechtsextreme Ecke zu stellen, erklärt er dann. Auch eine Gleichsetzung von „Rassismus gleich Rechts“, wie sie allzu oft vollzogen und nicht selten als Abwehr eingesetzt werde, sei nicht haltbar. „Der Großteil der Menschen hat sicherlich kein geschlossenes rassistisches Weltbild.“ Erhebungen wie etwa die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigten allerdings, dass entsprechende Meinungen und Aussagen wieder deutlich verbreiteter und akzeptierter seien. Und gleichzeitig würden Menschen „ausflippen, wenn von Rassismus gesprochen wird“. Zudem könne wissenschaftlich belegt werden, dass Rassismus eine „gesamtgesellschaftliche Tatsache und kein ‚Problem‘ bestimmter gesellschaftlicher Schichten“ sei.

Die Mitte-Studie untersucht die Einstellungen wie Rassismus und Antisemtisimus in der Gesellschaft.

Hier kommt der Experte auf einen zentralen Punkt seiner rassismuskritischen Betrachtung zu sprechen: Das „Weiß-Sein“. „Bis heute gilt weiß als Norm.“ Das zeige sich prägnant daran, dass Bleeching-Produkte – Produkte, die die Haut aufhellen sollen – gerade außerhalb Europas sehr gefragt seien. Und hier bringt Fereidooni die erwähnte „Gewalt gegen Weiße“ ins Spiel. Er ist überzeugt: „Weißen wird in ihrer Sozialisierung Gewalt angetan.“ Nur so könne verstanden werden, warum es überhaupt zur Reproduktion rassistischer Vorurteile komme. Diese seien eine „Phantasie weißer Menschen von Schwarzen“. Eine verkürzte Wahrnehmung der Realität.

„Welche Gewalt wurde Weißen angetan?“

„Mich interessiert, welche Gewalt weißen Menschen angetan wurde, dass sie nur einen bestimmten Teil unserer Realität wahrnehmen und deshalb Schwarze oft nur als Gewalttäter, unintelligent und dergleichen mehr wahrnehmen können.“ In einer Migrationsgesellschaft könne eigentlich nicht am Aussehen festgemacht werden wo eine Person herkomme. Immerhin würden schwarze Menschen seit über 400 Jahren in Deutschland leben, so Fereidooni. Und doch würden viele noch annehmen, diese Personen könnten gar nicht von hier sein. Behauptungen, die der Forscher im Laufe seines Vortrages auch an Hand einer selbst durchgeführten Befragung an Schulen belegt (die gesamte Dissertation findet sich hier).

Auf Grund des Aussehens, nehmen Schülerinnen an, ihr Lehrer komme nicht aus Deutschland.

Die Realität werde den eigenen Vorstellungen entsprechend angepasst und verändert. Ein Umstand, der schon 1992 im Rahmen eines Experimentes in den USA nachgewiesen wurde. Damals wurde Probanden eine Aufzeichnung einer weißen US-Amerikanerin vorgespielt. Wurde den Personen aber gleichzeitig ein Bild einer schwarzen Person gezeigt, nahmen sie einen Akzent war, den es gar nicht geben konnte. „Wenn Sie nun bei mir einen Akzent wahrnehmen – und ich weiß, dass ich keinen habe – dann weiß ich, warum das so ist“, erklärt Fereidooni.

Muss man aus allem ein Problem machen?

Dies sei kein belangloser Effekt, sondern habe weitreichende Folgen. So würden Personen zusätzlich zu ihrem Aussehen auch über die Sprache als „anders“ wahrgenommen werden. „Es geht damit auch immer eine Absprache der fachlichen Kompetenz einher“, das hätten zahlreiche Studien mittlerweile ergeben. Die Sprache führe aber noch zu einem weiteren interessanten Punkt. „Während Spanischlehrer zum Beispiel selbstverständlich miteinander spanisch reden dürfen, wird Schülern untersagt, sich auf arabisch zu unterhalten.“ Hier werde eine ganz klare Abwertung vollzogen, die keinerlei Rechtfertigung habe.

Ein Umstand, den Fereidooni mit Begriff des „Migrationshintergrunds“ noch einmal vertieft. Dabei handele es sich um ein Kofferwort, in das alles mögliche reingepackt werde. „Der Schüler ist schlecht in der Schule? Ja klar, der hat Migrationshintergrund. Die Schülerin bekommt zuhause keine Unterstützung? Ja klar, die hat Migrationshintergrund.“ Positive Bezüge gäbe es hier nicht. „Ich hab noch nie gehört, dass jemand sagt: ‘Das Kind ist sehr intelligent. Ja klar, es hat einen Mitgrationshintergrund.’“

Schule als Möglichkeitsraum verstehen

Hier zeige sich mit am deutlichsten, warum es eine stärkere Auseinandersetzung mit Diskriminierungserscheinungen an Schulen und Lehrkräfte brauche, „die dafür sensibel sind“. Überhaupt stelle sich die Frage: „Wie lange bleibt jemand eine ‚Migrantin‘?“ Laut Fereidooni könne der Begriff, der ebenfalls eine Fremdzuschreibung sei, überhaupt nicht die „Heterogenität dieser Menschen“ fassen und sei letztlich unbrauchbar. Gerade an Schulen müsse es „integrierendes Wir“ geben, das ohne Fremdzuschreibungen funktioniere. Aus einer Schülerbefragung von 2014 zitiert er den Schüler Harun und dessen Erfahrung, als ‚nicht-deutsch’ kategorisiert zu werden

„Ich sag mal so, in der Gesellschaft brauchst du dich selber nicht einzustufen. Das machen die anderen für dich. Und die lassen dir auch keinen Raum, die lassen dir auch keine Zeit, dich selbst einzustufen […] selbst zu finden, wo du hingehörst. Du wirst als erstes in deine Schublade gesteckt.“

Diese Absprache des Deutsch-Seins gelte es endlich zu hinterfragen und zu ändern. Schließlich sei Deutschland schon immer eine Migrationsgesellschaft. Am „Weiß-Sein“ könne die gesellschaftliche Zughörigkeit daher nicht festgemacht werden.  Schulen sieht Fereidooni dabei als „Möglichkeitsräume der Thematisierung von Rassismus und Rassismuserfahrungen“. Dazu brauche es allerdings eine „rassismuskritische Erweiterung der Professionskompetenz von Lehrkräften”.

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Kommentare (14)

  • joey

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    „Rassismus ist eine Erfindung der weißen Menschen, um die Versklavung Afrikas zu rechtfertigen“
    Nein. Sklaverei gab es überall auf der Welt, auch in Afrika. Auch ist seit der Antike gut dokumentiert, daß “weiße” blonde oder rothaarige Sklaven und besonders “*Innen” in Nordafrika sehr teuer gehandelt wurden. Deswegen haben islamische Korsaren an Irlands Küste eingefangen, was sie kriegen konnten, was nur durch eine Kette von Küstenfestungen beendet wurde.

    Sklaverei ist immer noch Realität… in Afrika. Rassismus wurde in Ruanda (“große” Hutu gegen “kleine” Tutsi) zur Blutorgie. Die politische Organisation an Stammesstrukturen ist eine Art Rassismus, da gehts nicht nur um kulturelle Unterschiede.

  • Gscheidhaferl

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    …ach joey

    Natürlich hat es schon immer Sklaverei gegeben. Nur hat es anfangs niemand für erklärungs- / rechtfertigungsbedürftig gehalten. Jede(r) konnte in Sklaverei geraten. Rassismus wird hier verstanden als ein pseudo-wissenschaftliches Theoriegebäude, dass eine an sich unhaltbare Praxis (es gab damals ja schon dieverse demokratische Verfassungen und Menschenrechtserklärungen) legitimieren sollte. Mit Rassismus sind im enegeren Sinne nicht die üblichen Vorurteile gemeint, die jede(r) gegen jede(n) hegt.

    Also Sklaverei ist nicht mit Rassismus gleichzusetzen. Sklaverei setzt auch keinen Rassismus voraus. Aber Rassismus ist eben sehr nützlich als Ausrede, warum bestimmte Freiheitsrechte nicht für alle Menschen gleichermaßen gelten sollen.

  • Mr. T.

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    Sehr interessante Ausführungen. Auch wenn ich das mit der Gewalt an Weissen nicht ganz kapiere. Man kann solchen Vorträgen nicht oft genug zuhören. Ich entdecke dabei jedes Mal neue Aspekte. Man muss einfach nur von Rassismus Betroffene sprechen lassen, statt mit ihnen darüber zu diskutieren, wie sie es empfinden sollen.

  • joey

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    @Gscheidhaferl
    Ja, nützliche Ausreden gibt es immer.

    Rassismus war lange Zeit Stand der Wissenschaft, so wie heute immer noch “die Wissenschaft” als absolute Autorität für politische Umtriebe benutzt wird. Es ging um die “Erklärung”, warum die damals so genannten “Neger” und die “Indianer” verschiedene technische und gesellschaftliche Entwicklungsstufen hatten.

    Judenhaß im spanischen Mittelalter wie auch das britische Weltreich mit seinem Sklavereiverbot sind Paradebeispiele, daß Rassismus und Sklaverei zwei unterschiedliche Verbrechen sind, die manchmal zusammenkommen. Im Artikel wird das aber zu sehr verknüpft, vermutlich um sich in eine Kolonialanklage einzureihen.

  • Miche

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    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie sachlich und entscheiden Sie sich mal für EIN Pseudonym.

  • Mr. T.

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    Rassismus und Sklaverei kommen nicht nur manchmal zusammen. Ersteres ist die Grundlage von Zweiterem. Mit rassistischen Abwertungen bestimmter Gruppen von Menschen konstruiert man ein Wertgefälle, welches das Entmenschlichen dieser Menschen für den Rest der Bevölkerung akzeptabler macht. Die Bevölkerung muss in dem Glauben gelassen werden, auf Grund ihrer Privilegierung nicht selbst Opfer zu werden. Auch wenn es manche hier meinen, hat Rassismus nicht unbedingt etwas mit der Hautfarbe zu tun. Diese ist nur das auffälligste Diskriminierungsmerkmal. Deswegen fällt beispielsweise das Versklaven von Germanen oder andere “Besiegte” durch die Römer in dieselbe Kategorie. Dasselbe gilt auch für die Verfolgung von Juden durch Christen.

  • joey

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    @Mr.T.
    richtig, aber dann muß man es eben anders benennen.
    Sklaverei war mal ganz normal und nicht nach Kulturen oder Hautfarben (Römer hatten griechische Sklaven).
    Durch die europ. Aufklärung wurden Menschenrechte entwickelt, die die Sklaverei unlogisch machten.
    Es gibt da einige Kulturen, die die europ. Aufklärung nicht anerkennen. Das Arbeitsrecht in vielen islamischen Staaten ist eine Art Knechtschaft, noch weniger wert als ein Sklave. Sklaven kosten ja was und bilden einen Verlust, wenn sie bei der Arbeit in Katar sterben würden.

  • Mr. T.

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    joey, man muss es nicht anders benennen, wenn jeder endlich kapieren würde, das Rassismus nichts mit der Vorstellung mancher von verschiedenen Menschenrassen (schwarz/weiß/etc), die es nicht gibt, zu tun hat.
    Wegen ausbeutenden Arbeitsverhältnissen muss man gar nicht bis zum Islam schauen. Die ach so christlichen Landwirte und Fleischerzeuger hierzulande gehen auch oft schlimm mit ihren importierten Lohnzerlegern und Erntehelfern um.

  • J.B.

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    Schade, dass ich nichts davon wußte hätte mich sehr interessiert.
    Der Text gibt immerhin einige Infos.

  • joey

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    @Mr.T.
    Ja da gibts einiges zu klären, aber den Schlachtern werden nicht die Pässe abgenommen und bei einem Unfall gibt es eine Versicherung. Ich glaube, da sind noch einige Unterschiede.

  • Hartnäckig

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    Rassismus hat n. E, nicht nur was mit der Hautfarbe zu tun.
    Das ist mehr ein Gefühl der Überlegenheit über andere Menschen.
    Und das zeigt sich auch im Alltag, wenn “Stoderer” über die “Bauern” vom Land, wenn Regensburger über die Stoapfälzer oder Waldler lästern. Oder ist das doch was anderes ?

  • Mr. T.

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    Hartnäckig, zum Teil ist das richtig. Aber die von ihnen angesprochenen Frotzeleien benachteiligen die andere Partei nicht strukturell. Die Stoderer und die Waldler werten sich zwar gegenseitig immer wieder ab, halten sich aber zumindest selbst immer für die Überlegenen.
    Wenn es aber um Hautfarbe, Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung oder ähnliches geht, gibt es eine Partei, die immer auf der Seite der Unterdrückten steht. Und nein, wenn man mal als weiße Person von einer PoC, vielleicht auch im Urlaub in Afrika, schlecht behandelt wird, ist das noch lange kein Rassismus, da dieser immer ein Macht- und Privilegiengefälle erfordert.

  • Gscheidhaferl

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    @Hartnäckig
    Das, was Sie beschreiben, sind doch überwiegend harmlose ‘Rivalitäten’, schlimmstenfalls dümliche Überheblichkeiten (was im Einzelfall auch schon verletzend genug sein kann). Wenn von Rassissmus bzw. Diskriminierung etc. die Rede ist, geht es schon um Handfesteres, wie z.B. das (eher systematische) Vorenthalten von allgemeinen Rechten oder Ressourcen, die durch die behauptete ‘Andersartigkeit’ (meistens im Sinne einer grundsätzlichen Minderwertigkeit) des/der Anderen gerechtfertigt wird.

    Die Grenzen sind natürlich fließend, wie zwischen ‘Spaß’ und ‘blutigem Ernst’ eben auch. Trotzdem ist ‘Spaß’ was anderes als ‘blutiger Ernst’, würde ich sagen.

  • R.G.

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    “„rassismuskritische Erweiterung der Professionskompetenz von Lehrkräften”.”

    Darf ich nach solchen Sätzen annehmen, dass dem Vortrgenden vorgemacht wurde, sein Publikum bestehe ausschließlich aus Lateinern?

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