SOZIALES SCHAUFENSTER

1. Mai-Kundgebung in Regensburg

Rote Fahnen über Regensburg

Etwa 800 Menschen beteiligen sich an der DGB-Demonstration zum 1. Mai. Einige wenige wollen aber nicht so ganz mitziehen.

„Es ist unser Tag. Lasst ihn uns gemeinsam feiern.“ Die Hauptrednerin der diesjährigen Kundgebung zum Tag der Arbeit auf dem Regensburger Haidplatz beschwört die Kraft der Gewerkschaften und der Arbeitnehmer. „Wir müssen an einem Strang ziehen, dann können wir auch in Europa endlich gemeinsame Arbeitsstandards erkämpfen.“ Dr. Verena Di Pasquale, die stellvertretende Landesvorsitzende des DGB Bayern, betont in ihrer Rede wie wichtig ein solidarisches Europa sei und erklärt, vor welchen Herausforderungen man derzeit stehe.

Doch beginnen wird die Geschichte schon ein wenig früher. Ab 9 Uhr morgens versammeln sich Gewerkschafter, Politiker der Stadt, Mitglieder verschiedener Regensburger Gruppen – Alevitische Gemeinde, attac, Friedensnetzwerk oder auch Aktivisten der Fridays For Future-Bewegung – vor dem Gewerkschaftshaus. Von dort wird sich der Demonstrationszug über die Maxstraße und den Domplatz zum Haidplatz bewegen.

Nicklichkeiten mit dem „Revolutionären Block“

Es ist ein buntes Meer an Fahnen, Schildern und Transparenten. Wie in den vergangenen Jahren schon wird der Zug von der Sambagruppe Sarará und einer Blaskapelle begleitet. Tradition muss sein. Das dachten sich auch etwa 40 Personen, die sich zum „Revolutionären Block“ nahe des Ostentors einfinden und sich mit einem LKW kurz vor dem offiziellem Start an die Spitze der Gewerkschaftsdemo setzen wollen. Auch solche Nicklichkeiten werden wohl zur Tradition. Bereits 2018 gab es das gleiche Vorhaben. Und auch damals war der DGB nicht gewillt, diesen Block vorneweg laufen zu lassen. Also reiht sich der „Revolutionäre Block“ im hinteren Feld der Demo ein. Der LKW muss leider draußen bleiben. Die bestehenden Konflikte sind erst mal überwunden. Wir werden an späterer Stelle hierzu noch mehr erfahren.

Zentrales Thema am 1. Mai: die Europawahl. Fotos: Bothner

Die Stimmung während des Demonstrationszuges ist ausgelassen und so marschieren bei recht angenehmen Temperaturen über 800 Menschen (laut Polizeiangaben 600) durch die Innenstadt. Vorneweg die Stadtoberhäupter Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Bürgermeister Jürgen Huber, Stadträte der Grünen und der SPD sowie Gewerkschaftsfunktionäre. Das Gemeinsame Motto: Europa. Jetzt aber richtig!

„Streik auf allen Ebenen“

Am Haidplatz warten bereits die Sozialen Initiativen mit ihrem 1. Mai-Fest. Bierbänke stehen da und an den Ständen gibt es Getränke, Leberkässemmeln, Burger, gebratene Nudeln. Auch das hat Tradition. Und während sich langsam alle auf dem Platz einfinden und verteilen, skandieren die „Revolutionären“ einige Parolen. „Streik auf allen Ebenen“, rufen sie. Dann ziehen sie von dannen. Es herrscht Ruhe. Jürgen Scholz – IG Metall Regensburg – betritt die Bühne. Er hält dieses Jahr die Begrüßungsrede. „Seit mehr als 70 Jahren herrscht Frieden in Europa, länger als je zuvor“, führt Scholz in seine Rede ein. Dass in den 90er Jahren auch auf europäischem Boden durchaus kriegerische Handlungen stattgefunden haben, fällt dabei unter den Tisch. Auch das ist Tradition – nicht nur in Regensburg.

Sorgte immer wieder für Unruhe: der „Revolutionäre Block“.

Plötzlich kommt Unruhe auf. Vom Alten Rathaus kommend nähert sich erneut der „Revolutionäre Block“. „Streikbrecher“ rufen sie dieses Mal – und ziehen langsam und lautstark noch einmal über den Haidplatz. Verwirrte Blicke bei den einen, amüsiertes Grinsen bei den anderen. Ernste Mienen bei den Klassenkämpfern.

„Europa nicht den rechten Populisten überlassen“

Ohne Kommentar fährt Scholz fort. Europa sei die Antwort auf die derzeitigen Herausforderungen. Schließlich mache der Klimawandel ebenso wie die Digitalisierung und Globalisierung an keiner Staatsgrenze halt. Als Gewerkschaften wolle man Europa nicht den rechten Populisten überlassen. Deshalb gehe es bei der anstehenden Europawahl um viel mehr als um ein neues Parlament, so Scholz. Dann übergibt er das Mikrofon an die Hauptrednerin.

Jürgen Scholz beschwört das Friedensprojekt Europa.

Di Pasquale betont zu Beginn ihrer Rede die vielen Erfolge der vergangenen Jahre. „Wir haben richtig ordentliche Lohnerhöhungen erkämpft und das quer durch alle Branchen.“ Auch Arbeitszeitverkürzungen habe man teilweise erreichen können. „Wir sind immer dann erfolgreich, wenn wir gemeinsam unsere Ziele verfolgen“, schwört die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende die Anwesenden auf die gemeinsame Gewerkschaftsarbeit ein. So habe man auch den Kündigungsschutz und die Mitbestimmung in den Betrieben verbessern können. Besonders froh sei man über die Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge.

Bei der Europawahl müsse es nun darum gehen, ein weiteres Erstarken der rechten Parteien zu verhindern. Denn eines habe laut Di Pasquale auch Tradition. „Überall dort wo rechte Parteien regieren hatte das immer gravierende Folgen für die Arbeitnehmer.“ Ein solidarisches Europa könne nur durch europaweite Zusammenarbeit funktionieren. „Wir fordern einen Mindestlohn für die gesamte EU“, so Di Pasquale.

„Der Minijob ist einer der größten Motoren des Niedriglohnsektors.“

Neben dem Kampf für ein weiterhin bestehendes gemeinsames Europa sehen die Gewerkschaften aber auch hierzulande viele Baustellen. Insbesondere an der Ausgestaltung der Minijobs durch die bayerische Landesregierung übt die Gewerkschafterin scharfe Kritik. Diese plant die Einkommensgrenzen von derzeit 450 auf künftig 530 Euro pro Monat anzuheben. Doch sei das eben der völlig falsche Ansatz und stehe den Interessen der Arbeitnehmer diametral entgegen. „Der Minijob ist einer der größten Motoren des Niedriglohnsektors. Sie bieten keine soziale Absicherung und sind Ausbeutung pur.“

Die geplante Erhöhung zementiere dabei lediglich diese Form der prekären Beschäftigung. Gerade Frauen kämen oft aus dieser Sackgasse nicht heraus und so sei der Weg in die Altersarmut bereits vorgezeichnet. Die Forderung des DGB ist daher: sichere Arbeitsplätze für alle. Das könne nur durch sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse garantiert werden. Doch hier warte schon die nächste Gefahr. Die immer stärker um sich greifende Flexibilisierung der Arbeit sei vor allem im Sinne der Arbeitgeber. „Mitbestimmung und Flexibilität dürfen keine Einbahnstraße für Arbeitgeber sein.“ Aus Arbeitnehmersicht stelle das derzeitige Arbeitszeitgesetz den richtigen Rahmen dar. Daran dürfe nichts geändert werden.

Dr. Verena Di Pasquale: „Mitbestimmung und Flexibilität dürfen keine Einbahnstraße für Arbeitgeber sein.“

Stattdessen müsse die Politik endlich wieder für die Tarifbindung sorgen. Seit Jahren, so Di Pasquale, könne eine regelrechte Tarifflucht bei den Unternehmen festgestellt werden. Dadurch werde Dumpinglöhnen die Tür weit auf gestoßen und Gewinne würden auf dem Rücken der Beschäftigten erwirtschaftet. An die Bundesregierung stellt sie die Forderung, die Tarifbindung bei Betriebsübergängen und Ausgliederungen aufrechtzuerhalten.

„Macht endlich Politik für die Mehrheit der Bevölkerung.“

Viele Themen sind es, die von der Gewerkschafterin an diesem Tag angesprochen werden. Der Fachkräftemangel ebenso wie die von Bundesminister Heil geforderte Grundrente und das Thema Wohnen stehen auf der Agenda des DGB. Viel Arbeit stehe bevor, doch dürfe man davor nicht zurückschrecken. Nicht als Gewerkschaft und schon gar nicht als Regierung. „In Richtung Staatsregierung sage ich: Packt es endlich an! Macht endlich Politik für die Mehrheit der Bevölkerung.“

Dann heißt es, das Wetter genießen und den 1. Mai ausklingen lassen. Auch die „Revolutionären“, die auf dem Platz vor dem Salzstadel eine eigenen kleine Kundgebung abgehalten haben, packen ihre Schilder wieder auf den LKW und ziehen davon.

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Kommentare (16)

  • Beno

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    Der LKW gehört nicht den Falken.
    Falsch recherchiert.

  • Michael Bothner

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    Danke für den Hinweis, wurde im Text bereits rausgenommen.

  • erich

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    hier kürzlich zu lesende Meldungen, die die Politiker und Parteien die in den letzten Jahren und Jahrzehnten regiert haben ohne ihre Propaganda und frisierte Statistikmaske zeigen:

    Vermögensschock: Die Deutschen sind die armen Würstchen der EU. Der Welt-Reichtums-Report zeigt, wie arm die meisten Deutschen wirklich sind. Von den Ländern der alten EU liegt nur Portugal hinter Deutschland. In den meisten Ländern besitzen die Bürger mehr als doppelt so viel Vermögen wie hierzulande.
    Der Medianwert des geldwerten Vermögens für die Erwachsenen liegt in Deutschland bei 47.000 Dollar. Schon im krisengebeutelten Griechenland sind es mit 55.000 Euro 8000 Euro pro Nase mehr. Dass die unmittelbaren Nachbarn – Holländer (94.000), Dänen (87.000 Dollar), Belgier (168.000 Dollar) – reicher als die Deutschen sind, kann kaum verwundern. Man sieht es bei jedem Besuch. Erstaunlich allerdings, dass Franzosen (120.000) und Italiener (125.000) mehr als doppelt so reich wie die Deutschen sind. Lichtenstein (168.000) und Schweiz (229.000) bilden erwartungsgemäß die Spitze.

    Laut einer Meldung (basierend auf einer Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, eine staatliche Behörde) verzichten 3.100.000 bis 4.900.000 Antragsberechtigte auf Hartz IV und leben so in verdeckter Armut und erscheinen in keiner Statistik mehr.

    Hartz IV: Im Vergleich zum österreichischen Sozialsystem ein Witz!

    Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland so groß wie vor 100 Jahren

    Nur noch 47 Prozent der Beschäftigten mit Tarifvertrag: „Gesellschaftlicher Skandal“

    Menschenwürde? Banane vom Jobcenter für Hartz IV Empfänger

    Rund zwei Monate nach dem Tod eines Jugendlichen in Speyer, der verhungern musste, weil ihm die Behörden durch Sanktionen sämtliche Sozialleistungen versagt hatten (WCN berichtete), hat die Bundesregierung eingeräumt, die Streichmaßnahmen der örtlichen GfA wären „rechtsfehlerhaft“ gewesen. Konsequenzen, um etwaige zukünftige Todesfälle zu vermeiden, will man aber offenbar nicht daraus ziehen.

  • Joachim Datko

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    Midijob – mit voller Sozialversicherung, z.B. auch Krankenkasse!

    Zitat: „„Der Minijob ist einer der größten Motoren des Niedriglohnsektors. Sie bieten keine soziale Absicherung und sind Ausbeutung pur.““

    An den maximalen Verdienst im Minijob schließt sich der Midijob (Gleitzone) an. Dort ist z.B. die Krankenversicherung inklusiv, soviel ich informiert bin.
    Details z.B. unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Midijob

  • Piedro

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    Rote Fahnen werden automatisch rosa wenn ein DGB-Aufdruck (gleich in welcher Farbe) drauf ist.

    „Der Minijob ist einer der größten Motoren des Niedriglohnsektors. Sie bieten keine soziale Absicherung und sind Ausbeutung pur.“

    Auch schon gemerkt? Supi! Der DGB hat tatkräftig mitgewirkt, dass diese Ausbeutung möglich wurde. Früher war das eine Möglichkeit des Zusatzverdienstes, heute in vielen Bereichen Normalität. Gewollt von allen Neoliberalen, der SPD und dem DGB.

    Dereinst freute sich Herr Schröder nen Ast über den Niedriglohnsektor, aus seiner Rede in Davos:
    „Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. Ich rate allen, die sich damit beschäftigen, sich mit den Gegebenheiten auseinander zu setzen, und nicht nur mit den Berichten über die Gegebenheiten. Deutschland neigt dazu, sein Licht unter den Scheffel zu stellen, obwohl es das Falscheste ist, was man eigentlich tun kann. Wir haben einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt.“

    Der BESTE Niedriglohnsektor in Europa hat die soziale Verwerfung extrem befördert – wie gewollt. Ohne die Mitwirkung der Gewerkschaften am Hartz-System wäre das so nicht möglich gewesen. Und heute jammern sie und spielen sich wieder als Klassenkämpfer auf? Heuchler!

    Schröder freute sich auch über die weltweit beste medizinische Versorgung. War einmal. Über das beste Bildungssystem. War mal, inzwischen muss man sich Bildung wieder leisten können, der Anteil von Arbeiterkindern an den Unis geht kontinuierlich zurück. Warum wohl? Schröder fabulierte über die geringsten Lohnstückkosten. Supi! Die sind inzwischen noch besser geworden, nur kommt davon in der Breite nix an. Und das von ihm gelobte System der Alterssicherung ist voll in die Binsen gedrückt worden, Riester sei Dank.

    „Meine Damen und Herren, dieses Programm, das wir gegen erheblichen gesellschaftlichen Widerstand durchgesetzt haben, beginnt zu wirken.“

    Die Gewerkschaften hatten mit diesem Widerstand ganz genau gar nichts zu tun, und das System wirkt, ganz ausgezeichnet sogar. Exportweltmeister, Vermögensschonung wo es nur geht, nachhaltige Entrechtung von Erwerbslosen. Und auf einmal fallen den Gewerkschaften ein, dass sei gar nicht so gut für den Großteil der Bevölkerung? Immerhin.

    Erwerbslosen ist dringend anzuraten aus der Gewerkschaft auszutreten. Nicht nur, weil ihre Interessen in diesem Tarifvertragabschlussverein nicht vertreten werden. Sollten sie anwaltliche Unterstützung brauchen MÜSSEN sie sich von der Gewerkschaft vertreten lassen, und die Chance da ein Lusche zu geraten steht leider sehr gut. Interessiert ja auch keinen, Erwerbslose gehören ja nicht (mehr) zur Arbeiterschaft.

    Prädikat: Mitschuldig. Setzen. Fangt mal ganz von vorne an und meditiert ein wenig über Solidarität. Ich habe einmal aus Interesse eine Erwerbslosengruppe von Verdi besucht. Es war schlicht zum kotzen. Reine Deppenpropaganda, jeder Funken von Initiative wurde mit Verweis auf Gewerkschaftsmitglieder in den Institutionen ausgetreten. Danach wusste ich zweierlei: ich war froh nicht erwerbslos zu sein. Und ich will nie die Unterstützung dieses Vereins brauchen. Und die eigenen Interessen stehen über allem was sie von sich geben. Gewerkschaften sind zweifelsfrei sinnvoll, aber wenn sie sich als Beitrag einer sozial gerechten Gesellschaft aufspielen ist das in etwa als ob ein pädophiler Priester sagt die Kindlein sollten zu ihm kommen. Die taugen nur noch als Regulativ für die Entlohnung, damit die wenigstens über der Inflationsrate liegt – bei immer weniger Erwerbstätigen.

    Wirklich traurig.

    Echte Gewerkschaften müssten neu gegründet werden. Und die werden dann nicht in den DGB aufgenommen.

    „“Dieses System zwischen Fördern der Qualifikation
    und Fordern der Leistung von denen, die leistungsfähig sind, wird nach einer
    Übergangszeit auch zu einer Reduzierung der Arbeitslosigkeit in Deutschland führen.“

    AUCH! Alles sonstige war so gewollt. Nicht zuletzt vom DGB.

  • Piedro

    |

    @Joachim Datko
    Hat der „Philosoph“ hier etwa ein Verständnisproblem? Wenn diese Pläne umgesetzt werden ist man mit 530 € im Minijob. Dann ist nix mehr mit Sozialversicherung. Die wird dann vom Transferleistungsträger finanziert. Mensch darf dann halt mehr arbeiten ohne einen Rentenanspruch zu generieren, ohne einen Anspruch auf Alg1 zu erarbeiten (den immer weniger Erwerbstätige zusammen bekommen, dank befristeter Verträge, auch ein Mit-Verdienst des DGB, der das zwar immer wieder kritisiert, aber den „Sozialdemokraten“ weiter die Stange hält statt das Kind beim Namen zu nennen, ob es Schröder, Gabriel oder Nahles heißt). Unterm Strich gut für Arbeitgeber, ein weiteres Minus für viele, sehr viele Mitbürger. Soziale Marktwirtschaft 3.0 .

  • Ratisponikus

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    @ erich: Interessant das die Schweizer die vermögendsten Europäer sind – vor allem da sie nicht mal in der EU sind. Dachte ja nach dem ganzen Brexit-Geschrei, dass man in Europa zum Hungertot verurteilt ist, wenn man nicht zur EU gehört.

  • Eingeborener

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    ,schön‘ zu lesen, dass mit den Bgm Maltz Schwarzfischer und Huber und Co. Vertreter ausgerechnet der Parteien an der Spitze g,elaufen sind, die Hartz 4 eingeführt haben und der Wrtschaft den Niedriglohnsektor geschenkt haben. Wer solche Leute an der Spitze laufen lässt , ist kein ernst zu nehmender Gegner des Neoliberalismus.

  • Ronald McDonald

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    Zum Thema „seit 70 Jahren herrscht Frieden in Europa“ aus der Scheuklappensicht eines Gewerkschaftsbonzen: https://www.youtube.com/watch?v=xoQEjTlW3cQ

    Zum Thema „daß in den 90er Jahren auch auf europäischem Boden durchaus kriegerische Handlungen stattgefunden haben … fällt unter den (IG Metall-) Tisch … nicht nur in Rgbg.“ aus der Sicht eines „elder statesman“: https://www.youtube.com/watch?v=keWZofL30So – ab 0:32 !

  • Joachim Datko

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    Zu Eingeborener 17:29 – „[…] Vertreter ausgerechnet der Parteien an der Spitze g,elaufen sind, die Hartz 4 eingeführt haben und der Wrtschaft den Niedriglohnsektor geschenkt haben. Wer solche Leute an der Spitze laufen lässt , ist kein ernst zu nehmender Gegner des Neoliberalismus.“

    Wer sollte stattdessen an der Spitze der Demo zum 1. Mai in Regensburg gehen? Etwa der „dünnste Künstler“ oder die Personen hinter dem Transparent: „STREIK! KLASSENKAMPF STATT „SOZIALPARTNERSCHAFT“

    Das Transparent
    „1. MAI 2019 EUROPA. JETZT ABER RICHTIG!“
    lässt viele Deutungen zu. Man kann damit auch ein Europa der „Vaterländer“ meinen, was ich bevorzuge. Das würde auch Großbritannien, Polen und vielen anderen Ländern entgegenkommen.

  • Ex Regensburger

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    @Erich und @Piedro sei Dank für die erhellenden und knallhart-realistischen Postings. Da kam einiges, was ich nicht wußte. Auch dass die „reichen Germanen“ nicht so reich sind, offenbar nur die „oberen 10.000“, dann als Wirtschaftsmacht ist mehr da als z.B. bei Italien.
    Auch der Schulterschluß DGB-SPD ist mitunter problematisch, da sollten die Gewerkschaften öfters klare Kante zeigen.
    @Ratisponikus: Man kann freilich ohne die EU reich sein (Schweiz) und erst recht arm, deshalb wollen ja so viele „arme Länder“ in die EU.

    Wie man am EU-Mitgliedern Belgen u. Italien sieht, kann man gut in der EU sein u. Vermögen haben. Trotzdem ist Italien kurz vor dem finanziellen Kollaps, wie man unschwer merkt, muß man jedoch Staatsfinanzen von den persönlichen Vermögen der Bürger unterscheiden.

  • Piedro

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    @erich
    „Hartz IV: Im Vergleich zum österreichischen Sozialsystem ein Witz!“
    Das war mal. Die Koalition aus den angeblich konservativen Neoliberalen (ÖVP) und den Rechtspopulisten arbeitet mit Hochdruck daran, die Ärmsten der Bevölkerung weit schlechter zu stellen als Alg2-Bezieher in D-Land. Versprochen hat man zwar „nur“ den Flüchtlingen das Geld zu nehmen, aber jetzt wird die Mindestsicherung abgeschafft, die Notstandshilfe (vergleichbar mit der ehemaligen Arbeitslosenhilfe) soll abgeschafft werden, Kinderzuschläge werden gekürzt bis zum Gehtnichtmehr, Unterstützung von Caritas u.ä. werden angerechnet, auch bei behinderten Kindern… Abgesehen von der Ausweitung der Arbeitszeit auf „freiwillige“ 12 Stunden/Tag und anderen Gemeinheiten. Zum Drüberstreuen eine Steuerreform zum Vorteil der Reichsten, Angriffe auf die Pressefreiheit, Packerln mit „Identitären“ und anderem Nazipack.

    https://kontrast.at/sozialhilfe-neu-behinderung-kinder/
    https://kontrast.at/mindestsicherung-kuerzung-spenden/

    Und das mit den armen Portugiesen hat sich auch bald erledigt, nachdem die Rechten abgelöst wurden macht das Land einen gewaltigen Satz nach vorn, durch Maßnahmen, die unsere „Sozialdemokraten“ für Teufelswerk und die Knalltüten zwischen CDU und AfD für sozialistische Untergangsszenarien halten.

    https://kontrast.at/portugal-wirtschaft-rechtspopulisten/

    Nicht uninteressant:
    https://kontrast.at/eu-sozialunion-ferrara/

  • Piedro

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    Auch kein Thema für unsere „Sozialdemokraten“ oder gar die Gewerkschaften:

    https://kontrast.at/steuerhinterziehung-eu-gesundheit/
    „Etwa 1.150 Milliarden Euro geben alle EU-Staaten für ihre Gesundheitssysteme aus. Das ist nur etwas mehr als all das Steuergeld, das Konzerne und Millionäre mit Steuerhinterziehung oder Steuertricks am Fiskus vorbeigeschleust haben.“

    2 Mio €/die Minute, die in den Kassen der EU-Staaten fehlen. Aber die Matschbirnen der Nationen regen sich über Flüchtlinge auf, weil die Geld kosten…

    Und was sagen die Gewerkschaften dazu? Eigentlich gar nix, aber am 1. Mai ist das plötzlich auch ein Thema für die Sonntagsreden der Steigbügelhalter.

    https://www.google.de/search?client=opera&q=Gewerkschaft+Steuerflucht&sourceid=opera&ie=UTF-8&oe=UTF-8

  • Radlweg-Demo !

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema.

  • Oberbayer

    |

    Wie bereits einige Kommentatoren (bei diesem Beitrag hat auch @Piedro meine Zustimmung ;-) ) richtig aufgezeigt haben, haben die Gewerkschaften wenig bis nichts getan, um die Rechte und den Verdienst der Arbeitnehmer zu verbessern, sondern sind sogar für viele Fehlentwicklungen mitverantwortlich.
    Oder kann man die vielen Leiharbeiter, Menschen die mehrere Arbeitsstellen haben und trotzdem Leistungen beantragen müssen oder die Paketdienstfahrerbranche mit ihren Subunternehmern und menschenunwürdigen Bedingungen (teilweise Schlafen im Transporter, Urinieren in Plastikflaschen während der Fahrt aus Zeitdruck etc.) als Erfolg bezeichnen. Solange es diese Zustände gibt, die in den letzten Jahren nur schlimmer geworden sind, sollten die Gewerkschaften lieber ihre Arbeit machen, als selbstgenügsam durch die Gegend zu laufen und von ihren „Erfolgen“ zu phantasieren.
    Der wichtigste Erfolg der Gewerkschaftsführer zumindest die letzten Jahre war es, selber gut versorgt zu sein.

  • Ronald McDonald

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    @ Oberbayer 06.06.2019, 00:26h

    „Menschenunwürdige Bedingungen in der Paketdienstfahrerbranche mit ihren Subunternehmen … Urinieren in Plastikflaschen während der Fahrt aus Zeitdruck“ dürfen Sie hier nicht beklagen, sondern sollten diese besonderen, dem globalen Fortschritt geschuldeten Exkretionserleichterungen für jene Arbeitshelden der Last-Mile-Speditionswerktätigkeit mal mit dem richtigen Gewerkschaftsblick und davorgesetzter Capital-Sozial-Unions-Brille ansehen: die Verrichtung der Notdurft ist an öffentlich zugänglichen Orten nämlich polizeirechtlich verboten, insbesondere hier https://www.youtube.com/watch?v=DXP1Qk540FU; auch kann der entsprechenden Arbeitgeberschaft (leider noch) nicht zugemutet werden, in den Auslieferungskraftfahrzeugen Pixi-Klosetts mitzuführen oder den/die AuslieferungsfahrerIn auf einem Campingklo sitzend das Fahrzeug führen zu lassen.
    Nur auf diese – von Ihnen ohne das dazu nötige arbeitgeber- und gewerkschaftsfreundliche Nachdenken angegriffene – Weise kann in idealer Form das dringende Ausscheidungs- mit dem eiligen Zustellungsgeschäft verbunden werden; so etwas nennt der moderne mitteleuropäische Mensch – gleichgültig, ob schon länger hier wohnend oder noch nicht so lange – humaner Synergieeffekt.
    Die oben vorgestellten GewerkschaftslautsprecherInnen Verena di Pasquale und Jürgen Scholz würden sich glücklich nennen, wenn sie sich in ihren Denk-Workshop-Zimmern direkt am Schreibtisch so richtig ausnotdürftigen könnten (in Plastikflaschen und andere Plaste-Artikel), und nicht über lange Flure ohne E-Scooter zum gendergerechten Abtritt hasten müßten.
    Das ist diskriminierend für die beiden HeldInnen sozialer Vordenkarbeit: andere dürfen teilhaben am Just-in-time-Hype, sie aber nicht!
    Doch nicht nur diese beiden Kleindarsteller, in den anlaßüblichen 1.-Mai-Knallchargen-Rollen, haben da so ihre Probleme; das Plastikflaschendilemma trifft auch die Chargen-Prominenz https://www.welt.de/vermischtes/prominente/article13549754/Schauspieler-Gerard-Depardieu-uriniert-in-Flugzeug.html

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