Glosse

Sitzgelegenheiten auf der Anklagebank

Die Stadt Regensburg stellt derzeit neue Sitzmöglichkeiten „ohne Konsumzwang“ auf. Das bedeutet: Man kann sich dort hinsetzen, ohne einen Latte Macchiato oder eine Holunderschorle schlürfen zu müssen. Das ist eigentlich keine Meldung wert, doch in Regensburg werden solche Bänke zum Politikum. Dabei ist die Zankerei über diese Sitzgelegenheiten nur ein Oberflächenphänomen. Ein Plädoyer für die Bänkerettung.

Von Marius Cramer

Neue Steinbänke am Viereimerplatz – sogar Designermöbel. Das ist meinem Hintern prinzipiell egal, wenn er sich daraufsetzt, aber gut, das Auge entspannt sich halt mit. Der Altstadt mangelte es in der jüngeren Vergangenheit an Sitzmöglichkeiten, die eben nicht zu einer Gaststätte gehörten. Wollte man kurz mal entspannen, ohne mindestens ein Getränk in einem Café zu bezahlen, hatte man oft Pech. Deswegen missbrauchen junge Leute bisweilen auch die Stufen rund um die Neupfarrkirche einer Hühnerstange gleichend als Sitzbank. Auch nach 22 Uhr, wenn die Gastronomie gezwungen ist, ihre Stühle und Tische im Freien zu räumen, kann man dort noch im Sommer Biertrinkende auf den Stufen beobachten.

Das gefällt einigen nicht. So beschwert sich zumindest ein Lärm hassender Künstler, Sprecher der „Bürgerinitiative für eine bewohnbare Altstadt“, über die neu errichteten Bänke am Viereimerplatz. Dort lungern nachts nämlich bestimmt immer diese juvenilen Gammler herum und aus den mit den Smartphones verbundenen Bluetooth-Boxen dröhnen obskure Rhythmen, die von elektronisch modifizieren Sprechgesängen begleitet werden.

Doch wie war das damals in der goldenen Zeit? Ein Blick auf die Regensburger Altstadt des vergangenen Jahrhunderts. Fotos aus den Sechzigern zeigen herabbröckelnde Fassaden, die Plätze sind mit PKWs vollgeparkt und viele alte Häuser waren schlecht ausgestattet – wie das in der Provinz nach dem Krieg halt so üblich war. Dort hausten dann nach der lang ersehnten Gründung der Universität unter anderem die Studenten oder ärmlichere Leute, während es ansonsten schicker war, in einem kleinem Häuschen mit Garten in den äußeren Stadtteile zu residieren. Damals war man froh, wenn man überhaupt mal Leute in den Gassen der Altstadt gesehen hat. Von hoher Kneipendichte und Studentenclubs war da nicht die Rede. Die Thundorfer Straße war sogar Rotlichtmilieu. Davon aber ist nichts mehr geblieben.

Böse: die neue Bank am Viereimerplatz.

Nun ziehen – gerade jetzt zu Semesterbeginn – marodierende Horden an Erstsemestern krakeelend von Bar zu Bar. Am Campus verteilen „Promoter“ Unmengen an Papierabfall in Form von Gutscheinen an die Neubewohner der Stadt. Das Nachtleben der tanzenden Akademiker in spe wird bestimmt durch hippe Zappelbuden, die sich in den Händen einiger weniger befinden.

Dabei tragen die Discotheken stets wechselnde Namen – wie zum Beispiel die Techno-Bunker beim Petersweg-Parkhaus, weil sie alle paar Monate mal in Insolvenz gehen. Trotzdem locken sie unzählige Volljährige an, die aber gleichzeitig noch tief in der Pubertät stecken. Das zeigen auch die entsprechenden Werbemaßnahmen. Der nicht mehr existente Club „Weekend“ versuchte zum Beispiel mit Z-Promi und Nackt-Djane Micaela Schäfer testosterongeplagte Jünglinge auf ihre sonst atmosphärelose Elektro-Hölle aufmerksam zu machen. Nur Gutscheine an der Uni reichen da halt nicht aus bei der großen Konkurrenz. Erfolglos, das Kabuff ging pleite und heißt jetzt „Peter & Paul“.

Man sieht: Die Bank ist nur ein Symptom oder eher oberflächlicher Sündenbock. Das Problem liegt viel tiefer.

Die Internetseite der Bürgerinitiative, die allen Anscheins seit 2011 nicht mehr aktualisiert wurde, dokumentiert die Beweggründe der Betreiber. Sie wollen Ruhe habe, schließlich zahle man ja extra höhere Mieten. So verdirbt man, wenn man seinen eigenen Willen nicht bekommt, in guter deutschen Spitzelmentalität einfach allen den Spaß. Auch denen, die einfach nur gemütlich in den friedlich bleibenden Kneipen ruhig und gemütlich ein paar Biere schlürfen wollen. Unter der Rubrik „Richtig beschweren“ empfiehlt die Bürgerinitiative wie man alteingesessen Bars das Geschäft versaut, indem man ihnen das Ordnungsamt auf den Hals hetzt, wenn mal ein paar Raucher zu laut sind. Und reichen die Schankwirtschaften den selbsternannten Rettern der bewohnbaren Altstadt nicht als Beschwerdeobjekt, dann greift man halt auf die Sitzbänke zurück, die Älteren und Gebrechlichen am helllichten Tage eine Oase der Entspannung sein können.

In seltenen skurrilen Fällen jedoch sind bestimmte Schankstuben sogar derselben Meinung wie besagte Bürgerinitiative, wenn auch aus diametral anderen Grund. Vor dem Haus Heuport, das sich direkte gegenüber vom Dom befindet, wurden ebenso Bänke von der Stadtverwaltung aufgestellt – dieses Mal aus Holz. Das gefällt der Edelgaststätte überhaupt nicht. Etwa nicht, weil dort dann abends Leute abschimmeln und laut sind. Nein, sie können sechs Tische weniger aufstellen. Das soll ein Verlust von 100.000 Euro pro Saison sein. Ergo ist ein Tisch vis-à-vis zum Dom 15.000 Euro im Jahr wert. Interessanter Einblick – wie viel Verlust macht eigentlich eine Bar, wenn ihnen dauernd von Steuergeldern bezahlten Gesetzeshüter auf den Hals geschickt werden?

Anders böse: die Holzbänke vorm Haus Heuport.

Ein Tipp ans Haus Heuport. Wie wäre es mit einer Neuorientierung? Einfach die ganze Innenausstattung raus und alles zubetonieren, eine überteuerte Anlage mit High-End-Boxen rein, weibliche Teilnehmerinnen vom Djungelcamp zum Auflegen anheuern und bäm – megageiler Studentenclub. Namensvorschlag „Porta Porni“ (Versteht Ihr, wegen Porta Foeni, höhö). Dann holt ihr locker die Hunderttausend wieder rein.

Alternativ meldet ihr ab und zu einfach Insolvenz an, gründet ’ne neue GmbH und startet wieder von vorne. Publikum wird euch nie fehlen. Eure Problembänke werden dann einem neuen Zweck dienen. So werden sie keine zahlende Gäste mehr wegnehmen, sondern wie die in der Obermünsterstraße zu Kotzbänken umfunktioniert. Ist im torkelnden Zustand eh schwieriger, seinen Mageninhalt im Stehen auf die Straße zu entleeren.

Der Stellvertreterkrieg um die Sitzgelegenheiten ist somit ein anschauliches Lehrstück Regensburger Machtspielchen. Tut die Stadtverwaltung mal was Gutes, dann macht sie es doch falsch und es findet sich schon irgendwer, der dagegen mobil macht.

Über die neuen Bänken, mit denen die Maxstraße neulich bestückt wurde, hat sich bisweilen noch niemand mokiert. Wieso? Ich vermute zwei Gründe: Erstens, weil dort niemand wohnt, dessen Egomanie nicht die Inanspruchnahme der ganzen Stadt einfordert. Zweitens: Dort hat kein Yuppischuppen Angst um seine Gewinnmaximierung.

Die Stadt als Organismus, die von verschiedenen Interessengruppen bevölkert wird, wächst und wandelt sich. Das wird maßgeblich beeinflusst von wirtschaftlichen und persönlichen Interessen. Also, liebe Bürgerinitiative, verleiht lieber dem Rentner, der Zeit seines Lebens gearbeitet hat und leider mit seiner Altersarmut-Rente aus der Stadt vertrieben wird, weil er sich die Miete nicht mehr leisten kann, eine Stimme. Oder tut endlich mal was, dass uns diese ungekrönten Könige des Nachtlebens nicht weiter mit neuen Geschäftsideen terrorisieren, aber bitte lasst die armen Bänke in Ruhe, die haben nun wirklich niemanden was getan.

Offenlegung: Marius Cramer ist Mitglied bei den Jusos.

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Kommentare (25)

  • Günther Herzig

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    Wenn einer Recht hat, hat er Recht! Und sowas von…

  • Lenerl

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    @ Günther Herzig

    Stänkern Sie schon wieder oder hatten Sie einen (nicht sehr gehaltvollen) Wochenendkurs in „I bims, Deine Jugendsprache“? Oder meinen Sie das ernst?

    Alle drei Optionen sind natürlich ok. Mich würde es nur interessieren.

  • Mathilde Vietze

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    Auf jeden Fall die sind jetzt aufgestellten Holzbänke schöner und bequemer als
    diese bunten, undefinierbaren Gebilde, die dereinst überall herumstanden und
    – völlig zurecht – Unmut erregten.

  • Günther Herzig

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    Ich liebe Leute, die vielseitig interessiert sind, auch wenn vielleicht nicht jeder immer alles versteht.
    Wo liebes Lenerl darf ich künftige Beiträge vorher zur Billigung einreichen?

  • Mr. T.

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    Für die Wahlenstrassler hätt ich auch einen Vorschlag: Einfach bei der Renovierung das Pflaster weglassen. Dann wird sie zumindest bei schlechtem Wetter tagsüber durch die Touristen und Nachts durch die Feiertrinker weniger frequentiert.

  • Lenerl

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    Ich, lieber Herr Herzig, verstehe tatsächlich nicht immer alles. Aber sowas von….
    Sie dürfen Ihre Beiträge aber weiterhin sehr gerne bei Regensburg Digital einreichen.
    Auch zur Missbilligung.
    Schönen Tag noch!

  • Lothgaßler

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    Ich bin etwas verwirrt: das Problem sind die Sitzmöbel, die Kneipen, die Altstadtbewohner, …?
    Kein Altstadtbewohner hat etwas gegen eine lebenswerte und lebendige Altstadt. Was einen an die Toleranzgrenzen bringt, das sind die Blüten der Spaßgesellschaft. Während der einzelne Spaßbürger meist nur ein kleiner Sünder ist, machts die Masse seiner Mitspaßbürger für die Bewohner zunehmend schwer erträglich, zumindest an den Spaßbrennpunkten. Der Spaßbürger geht nach seinem Spaß nach Hause und lebt als Spießbüger den Rest der Woche weiter. Der Bewohner toleriert so gut es geht die Masse der Spaßbürger 24 Stunden am Tag/ 7 Tage die Woche/ 365-x Tage im Jahr, bis ihm gelegentlich der Kragen platzt.
    Nein, die Sitzgelegenheiten stören nicht und so mancher Platz im Herzen der Altstadt könnte noch aufgehübscht werden (Arnulfsplatz, Alter Kornmarkt, Ernst-Reuter-Platz), dabei so manche Brunnenanlage mit Stil errichtet werden. Ich träume von autofreien Wochenenden, von geschäftsfreien Wochenenden, von einer Citymaut, von Müllreinigungsstopp am Wochenende (damit die Spaßgesellschaft sich vor sich selber eckeln kann), oder davon, dass alle Kassensysteme manipulationssicher werden und klargestellt wird: der öffentliche Raum gehört allen, mit oder ohne Getränk. Ich bin ein Träumer!

  • R.G.

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    Ein herzliches Hechlwauwau von unserem Hund an die Stadt Regensburg für die Hebung seiner Markierqualität!

    Er meint: „Während man bei einer altmodischen Sitzbank nur zwei interessante Beine untenrum zum Markieren vorfindet, hat man bei einer Anpinkelspirale wie am Viereimerplatz rundum Möglichkeiten sich geruchlich zu verewigen.
    Sowie die Menschen mir ihren Unterschenkeln dran ankommen werden, riechen sie nachher selbst wie Hund, au fein, wau!

    Weil ich immer was für Schwächere übrig habe, wau, gibt es für die Förderung des Wohlergehens der Regensburger Ratten schon gleich gute Vorschläge?“

  • Peter Kern

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    Ein achteckiger Brunnen und daneben eine Sitzspirale, alles in unterschiedlichen Materialien – das ist optisch ein Graus und für mich wieder ein Beispiel für die Unfähigkeit der dafür Verantwortlichen, diese Stadt wenigstens im Kleinsten etwas schöner zu gestalten.

    Sitzen auf einer Kreisscheibe bietet zudem die größtmögliche Distanz zu seinem Sitznachbarn. Für ein Gespräch muss jeder seinen Kopf maximal verdrehen. Das soll mal einer menschlich verstehen.

    Die Texte vom Cramer gefallen mir nicht sehr gut. Altstadtbewohner generell als Egomanen zu beschimpfen, finde ich beleidigend und einfältig. Erhellendes habe ich noch nicht entdeckt.

  • Burgweintinger

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    @ Lothgaßler

    Danke, wieder was gelernt:
    Der Spaßbürger = Spießbürger, der Bewohner ist tolerant, kein Spaßbürger und somit kein Spießbürger…
    … diese Logik wär fast ein Beitrag in der Sendung Quer wert, über die Provinz um und außerhalb Münchens…

  • Hans

    |

    @Peter Kern

    Man sollte die runden Bänke so machen, dass man zwangsläufig nach Innen schaut und so mehr Sozialkontakt hat. Notfalls ohne Stängel in der Mitte!

    Aber eigentlich ist es ja auch so gestaltet. Tun Sie Ihre Beine doch einfach nach Innen. Think positive – na werds scho :P

  • R.G.

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    @Hans
    Danke für den Lachanfall. ; )))

    Bei der Sendung „Inas Nacht“ kann man den für Spanner hochspannenden Sitzschwung von einer Bankseite zur andern schon mal vorab sehen.

    Den Versuch, zehn außenrum ihre Füße abstellende Sitzende nach dem Schwung in den Innenkreis, in dem nur die Hälfte der Knie Platz hat, ihre Extremitäten verstauen zu lassen, möchte ich sehen.

    Zur Lösung des scheinbar Unlösbaren kann man das Kamasutram auslegen…

  • R.G.

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    Übrigens bin ich der Meinung, dass man den Platz nach den optischen Verbesserungen gut in „Vereimerplatz“ umtaufen dürfte.

  • Meier mit "ei"

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    @Mathilde Vietze:
    Das waren doch die „Christa- Meier- Hütchen“! ;-)

  • Lothgaßler

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    @Burgweintinger: Zuviel der Ehre, denn diese logische Schlussfolgerung stammt nicht von mir, das waren ganz alleine Sie. In München, der Welthauptstadt, sans rabiater wiea bei uns (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kneipen-schliessen-nach-anwohnerprotest-psychoterror-auf-whatsapp-1.4367150). Die Kneipe bei mir um die Ecke bekam eine EMail mit einer konstruktiven Kritik und der Wirt hält sich halbwegs an die Abmachung. Provinz halt! Er ist allerdings Geschäftsmann und kein Spaßbürger, und er wohnt nicht bei seiner Kneipe (dann ist er wohl ein Spießbürger?).
    Ich will Ihnen nicht zunahe treten, aber Burgweintinger können bei dem Thema einfach nicht mitreden, weil in Burgweinting is ja der Hund verreckt, da ziehts keinen Spaßbürger oder Touristen freiwillig hin. Also schauns zu, dass in Burgweinting ein paar Bänke und Getränkeautomaten aufgstellt werden, damit dort ein bisserl was von unserer kosmopolitischen Freizeitgesellschaft Fuß fassen kann. Gibts das Puff noch, oder hat das auch schon geschlossen? Von mir aus verlagern wir die Dult zu euch naus. Fragts den Kittel, der organisiert euch ein Papstbesuch-Gedächtnis-Orgelkonzert und ein Strudelrennen im Aubach. Das nächste Bürgerfest könnte auch in Burgweinting stattfinden, muss doch nicht immer alles in der Altstadt lokalisiert sein. Warum keine Junggesellinnenabschiede bei euch, nach 4 Schnäppsen ist denen eh alles egal.
    Interessanterweise kümmert sich der Cramer nicht um die wahre Provinz in Regensburg, also um die abgehängten Stadtteile, wie Burgweinting eben. Ein Skandal!

  • infozentrale

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    Hi Cramer

    da wird der Förderverein Altstadt aber nicht zustimmen,wenn du Sitzplätze fördern willst.
    Was das kostet!
    Und was die Cafes dann an Geld verlieren!
    Frag doch mal an beim Vorstand ! ;)

    Was du aber vergessen hast , das WC vor der Sparkasse, man könnte es auch
    Güllegrube nennen , ich war nur einmal drin und NIE WIEDER!,
    da war ca 3 tage nicht mehr gereinigt worden , ich kam mir vor wie auf dem Uni Klo ,
    ja das könnte man auch mal auf einen menschlichen Stand bringen.
    Zumindest hygienisch.Optisch evtl später mal….wenn wir wieder
    eine funktionierende Regierung haben…..wenn überhaupt.

    Und ja Cramer , dann frag doch mal den Vorstand noch was er zu den Schadstoffen für
    seine Gäste am Jakobi Parkplatz sagt?
    Sie sind nähmlich weit über allen Grenzwerten ! Inkls Feinstaub !

  • Burgweintinger

    |

    Ha, da Lothgassler, macht auf schlau und entblößt sich selbst komplett mit seiner Kommentierung…, nur peinlich

    Stell dir vor, ich wohne schon seit 26 Jahren in der Dänzergasse…

  • Ronald McDonald

    |

    „Nun ziehen … Horden von Erstsemestern krakelnd [sic!] von Bar zu Bar“.
    Wie darf mensch [sprachliches Entgegenkommen für Juso-Mitglieder-Schreiberlinge] sich das vorstellen – bildhaft: trunkene Horden von Erstsemestern krabbel-krakelnd auf allen Vieren von Bar zu Bar?
    Vielleicht handelt es sich um Erstsemester der neuen Dummschwätzer-Disziplin Pflegewissenschaft an der Rgbger Fachhochschule, die sich alkoholgestört an den Bernhard Klapp’schen Kriechgang (https://www.amazon.de/Das-Klappsche-Kriechverfahren-Bernhard-Klapp/dp/3133606123) erinnern?
    Wie gut, daß diese Erstsemesterhorden lediglich krakeln und nicht krakeelen – aus wär’s mit der Nachtruhe der altstadtbewohnenden LeistungsträgerInnen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Meier mit ei“ – Die „Christa-Meier-Hütchen“ sahen aber ganz anders aus und –
    die waren auch nicht zum Draufsitzen.

  • Moartl

    |

    Dieses Gemotze über die Sitzgelegenheiten ist sowas von provinziell, dass es einen graust. Da wird mir schlagartig wieder klar, dass Regensburg in den Köpfen von allzu vielen Miesepetern immer noch das katholisch-schwoarze-miesgrämige Hauptstadt-Kaff der Oberpfalz ist, das es bis zur Gründung der Universität gewesen ist. Da möcht ich am liebsten sofort einen Auswanderungsantrag nach Freiburg oder Münster oder Erlangen oder lieber gleich nach Kopenhagen stellen

  • R.G.

    |

    @Moartl
    Macht es mich großstädtisch, wenn ich meinen Kindern plötzlich Riesensessel ins Zimmer knalle und Opa mit fiesem Grinsen statt des Lehnstuhls einen zu niedrigen Sitzwürfel hinstelle?
    Bin ich Millionstadt-Bürger, weil ich Sitzflächen hinplane, die ganze drei Monate bereits wegen des Materials als zu kalt gelten werden, während man auf Holz in der gleichen Phase ohne gesundheitlichen Folgen sitzen könnte?
    Macht es mich zu einem gegenwärtigeren Menschen, wenn ich meinen berufstypischen Wissensvorsprung nutze, einige Maße an einem Außenmöbel um wenige Zentimeter verändere, sodass sich schwache und gebrechliche Menschen dort nicht mehr gut hinsetzen können (wodurch sie wie von Auftraggebern gewünscht im Stadtbild einer Touristenregion noch unsichtbarer werden), durchtrainierte mit langen Beinen aber wohlfühlen?
    Bin ich Großstädter, wenn ich die im umgrenzten Außenraum – der sich dort wie ein geschlossener Innenraum ohne Dach empfindet – aufgestellten Enzis und Enzos einer Millionenstadt, unüberlegt bloß nachahme und im Außenraum Regensburgs platziere, so wie sich Fans ein Riesenschloss maßstabsgetreu im Schrebergarten abbilden und sich dann wundern, dass dann im Erker nur mehr der Hamster sitzen könnte?

    Kann schon sein, dass man das „Gemaule“ der Mitnutzer eines Außenraums verunglimpft, weil man sie sich als anonyme und gefälligst duckmäuserische Untertanen vorstellt, die sich nur am Wahltag zu äußern haben.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Moartl“ – Ich bin in den Jahren 1940 bis 1958 in der Altstadt aufgewachsen. Damals
    war Regensburg eine verschlafene Beamten- und Bischofsstadt. Heute ist sie es, nicht
    nur dank der Universität, nicht mehr. Und wenn Sie die – vermeintliche – Spießigkeit
    der Regensburger an der Kritik der Sitzmöglichkeiten festzumachen versuchen, dann
    ist das schon sehr kleinkariert. Und – wer hindert Sie eigentlich daran, in die Städte
    Ihrer Träume auszuwandern?

  • Dieter

    |

    @Lothgassler

    „Der Spaßbürger geht nach seinem Spaß nach Hause und lebt als Spießbüger den Rest der Woche weiter.“

    So sieht es aus. Und wer die Altstadt schon ein bisschen länger kennt als ein paar Semester, kennt sie eben auch anders. Früher war sicher nicht alles besser, aber zumindest klappte das Miteinander besser. Die Stadt (Streife vor Ort oder Ordnungsamt) griff übrigens bei Beschwerden auch härter durch.
    Auch Sitzgelegenheiten gab es mehr, die wurden zwar immer wieder verstellt, aber das war eigentlich auch kein Problem.
    Jetzt gibt es eben nachts die Ballermannisierung der Altstadt, tagsüber die Disneyisierung und fast jeder hat, wie der Autor, sein egozentrisches Weltbild.

    Die Altstadt ist und bleibt auch Wohngebiet und ohne die Anwohner gäbe es sie in dieser Form schon lange nicht mehr, im Gegensatz zu den Kneipen und Clubs mit geringer Halbwertszeit.
    Statt dieses ausgelutschte Thema noch einmal auszukotzen, hätte man sich auch fragen können
    warum in allen anderen Stadtteilen die Kneipen und Wirtshäuser in den letzten 10 Jahren ausgestorben sind – vielleicht zu wenig Bänke? Oder zuviele?

    Die Wutbürger-Kolumne überzeugt nach wie vor weder inhaltlich noch sprachlich. Die Rechtschreibung zu verbessern spare ich mir, ärgerlich finde ich eher die ätzende Unwissenheit:
    „Alles Elektro-Insolvenz- Yuppie-Läden.“

    Hauptsache jeder kriegt sein vermeintliches Fett weg, außer die armen Rentner, „die Älteren und Gebrechlichen.“ Da fühlt man sich doch sehr an „Und wer denkt an die Kinder?“ erinnert.

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