SOZIALES SCHAUFENSTER

Spurensuche im "Nibelungenhain"

Energiekonzept? Nebenkosten? Anwälte und Propaganda!

Niedrige Nebenkosten? Innovatives Energiekonzept? Während weder die Stadt Regensburg noch die Bauteam Tretzel GmbH unsere Fragen zu diesen angeblichen Vorteilen der BTT-Wohnungen auf dem Nibelungenareal beantworten wollten, reagierte Firmenchef Volker Tretzel auf die von uns veröffentlichten Recherchen mit einer persönlichen Erklärung vor dem Landgericht Regensburg. Doch die wesentlichen Ungereimtheiten und Kritikpunkte bleiben. Sowohl die Stadt Regensburg als auch BTT haben mittlerweile Medienanwälte eingeschaltet, um auf unsere Recherchen zu reagieren.

Monolog vor Gericht statt Antwort auf journalistische Nachfragen: BTT-Chef Volker Tretzel. Foto: Oswald

Wenn ein wegen Vorteilsgewährung Angeklagter nach 34 Verhandlungstagen eine erste persönliche Einlassung ankündigt, sind die Erwartungen groß. Liefert er neue Hinweise, die strafmildernd zur Wahrheitsfindung beitragen? Gibt er ein Geständnis ab, oder will er mit bislang unbekannten Dokumenten seine Unschuld beweisen? Nichts von alldem tat Volker Tretzel am 35. Verhandlungstag des Korruptionsprozesses gegen ihn, Joachim Wolbergs und zwei Mitangeklagte am Landgericht Regensburg. Stattdessen offerierte der Eigentümer des Bauteam-Tretzel-Konzerns (BTT) vor der Wirtschaftsstrafkammer seine hinlänglich bekannten energiepolitischen Grundsätze und versuchte das Zustandekommen der angeblich günstigen Nebenkosten für die von seiner Firma erbauten Wohnungen zu erklären. Die Redaktion von regensburg-digital ordnet Tretzels Auftritt ein.

Zur Frage des Anschlusses ans öffentliche Stromnetz

Anlass für Tretzels Einlassung vor Gericht waren ausführliche Hintergrundrecherchen von regensburg-digital, in denen unter anderem das angebliche „innovative Energiekonzept“ hinterfragt und die angeblich günstigen Nebenkosten der BTT-Wohnungen am Nibelungenareal („Nibelungenhain“) thematisiert wurden.

Besonders betonte Volker Tretzel gegenüber der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts, dass der von den BTT-Blockheizkraftwerken produzierte elektrische Strom sehr wohl ins öffentliche Netz eingespeist werden könne. Aus dem Netz werde auch Strom auch bezogen, die BTT-Anlagen würden am sogenannten Regelmarkt der Leipziger Strombörse teilnehmen. Rund 85 bis 90 Prozent des BTT-Strombedarfs der BTT-Wohnungen würden vor Ort produziert werden.

Der zentrale Makel bleibt

Der Abgasturm der Heizanlage auf dem Tretzel-Baugebiet Nibelungenkaserne mit Kühlaggregat.

regensburg-digital hatte vor der Berichterstattung über Tretzels Energiekonzept sowohl bei BTT als auch bei der REWAG angefragt, ob es einen Anschluss ans öffentliche Netz gäbe. Da BTT damals auf unsere Anfrage nicht antwortete und die REWAG angab, dass sie von der BTT „keinen Strom zur weiteren Vermarktung (aufnimmt)“ und „keinen Strom an BTT-Bewohner (liefert)“, gingen wir von einem Arealnetz ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz aus. Der von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene Energienutzungsplan bestätigte diese Annahme. Dort heißt es im Teilbericht B von April 2014: Die BTT-Arealnetze „ werden mit erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerken und Spitzenlast-Gaskesseln sowie teilweise Holzpellet- und Heizöl- Kesseln beheizt.“ Eine Besonderheit sei bei BTT, „dass die Wohnungen über eigene Strom-Arealnetze direkt mit dem Strom aus dem Blockheizkraftwerk beliefert werden“.

Auf Nachfrage bestätigte der Pressesprecher der Regensburg-Netz GmbH zwischenzeitlich gegenüber unserer Redaktion, dass zwischen dem BTT-Arealnetz und dem Regensburger Netz ein Energieaustausch stafffinde. Da die BTT-Wohnareale aber nur im sehr geringen Maß Strom ins öffentliche Netz einspeisen und ihren Verbrauch fast vollständig vor Ort selber produzieren, verbessert die Netzanbindung die nicht gerade gute ökologische Bilanz der BTT-Anlagen nur geringfügig. Der unzeitgemäße Einsatz von fossilem Erdgas für den Betrieb der BHKWs, das Fehlen von Photovoltaik und Solarthermie und die überaus problematische Vernichtung von Wärme im Sommer bleiben die zentralen Makel des BTT-Energiekonzepts.

Zum Einsatz fossiler und regenerativer Energieträger

Volker Tretzel bestätigte in seiner Einlassung sowohl den Einsatz von fossilem Erdgas („von Putin“) für den stromgeführten Betrieb der Blockheizkraftwerke, als auch den Betrieb einer Kühleinrichtung zur Wärmevernichtung. Der von regensburg-digital kritisierte Einsatz von fossilem Erdgas (statt Biogas), sei aber, so Tretzel, nur teilweise richtig. Es gäbe nämlich am Nibelungenareal einen Heizkessel, der mit regenerativen Holz-Pellets befeuert werde. In welchem Ausmaß die BTT GmbH in ihren Wohnarealen Holz-Pellets zur Gewinnung von Heizwärme verfeuert, hat Tretzel allerdings nicht dargelegt.

In einer Presseerklärung Tretzels nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft vom 13. März 2017 hieß es noch: „Wegen der zu erwartenden Energiepreisentwicklung wird ein redundantes Energiesystem mit Erdgas, Pellet oder Öl geliefert.“ Daran wird deutlich, dass es der BTT nicht um regenerative Energieversorgung, sondern allein um wirtschaftliche Überlegungen geht. Unsere damalige Berichterstattung hat die Möglichkeit, bei einem Spitzenwärmebedarf Holz-Pellet zu verfeuern, durchaus erwähnt. Ob und in welchem Umfang dies geschieht, ist bislang ungeklärt. Der bereits erwähnte Energienutzungsplan deutet darauf hin, dass dies nur in geringem Ausmaß geschieht. So oder so: Ökologisch innovativ ist das BTT-Energiekonzept nicht, im Gegenteil.

Irreguläre Minderung von Nebenkosten

Ein weiterer Punkt, auf den Tretzel in seiner Erklärung vor Gericht einging, waren die angeblich geringen Nebenkosten der Wohnungen auf dem Nibelungenareal. Zur Erinnerung: Als im Oktober 2014 drei Wohnbauflächen (WA 1, 2 und 4) an das Bauteam Tretzel vergeben wurden, waren diese vorgeblich geringen Nebenkosten von BTT ein zentrales Argument. Den Stadträten wurde in der nichtöffentlichen Sitzung vom 23. Oktober eine vergleichende Zusammenstellung der Nebenkosten präsentiert, bei der die BTT mit 1,44 Euro je Quadratmeter am besten abschneidet.

Eigentlich liegen die BTT-Nebenkosten – zusammengestellt laut §2 Betriebskostenverordnung – mit 1,97 Euro lediglich im marktüblichen Durchschnitt. Da der BTT-Konzern aber als einziger Bieter unter der Rubrik „weitere Einsparungen“ einen Betrag in Anschlag bringen konnte, reduzieren sich die fiktiven monatlichen BTT-Nebenkosten auf die oben genannten 1,44 Euro – so die Behauptung. Aus der unserer Redaktion vorliegenden Zusammenstellung der Regensburger Stadtverwaltung geht dies unverkennbar hervor.

Die Vorschläge der Verwaltung für die Vergabe der drei Flächen auf dem Nibelungenareal vom Oktober 2014. „Weitere Einsparungen“ konnte nur BTT bieten.

Angesichts der Tatsache, dass die Stromkosten eines Mieters als verbraucherabhängige Kosten nicht zu den Nebenkosten im Sinne der Betriebskostenverordnung gehören, stellt diese Minderung der Nebenkosten nach Tretzel-Art aber eher eine irreführende Propaganda denn eine seriöse Grundlage für den millionenschweren Grundstücksverkauf dar.

Niedrige Stromkosten sind Tretzels Alleinstellungsmerkmal

Wie kam die Idee von der fiktiven Minderung der Nebenkosten überhaupt ins Vergabeprocedere? Laut der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft gegen Tretzel, Wolbergs und Co. von Ende Juli 2017 kam das unseriöse Konstrukt „weitere Einsparung“ auf heimliche Weise in die Ausschreibung. Konkret geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der führende BTT-Mitarbeiter Heinz K. das Vergabekriterium „geplante Maßnahmen um Nebenkosten einzusparen“ über den damaligen SPD-Fraktionschef Norbert Hartl in der Ausschreibung lanciert hatte. Auf die Weise sollte, so der Vorwurf, offenbar sichergestellt werden, dass BTT den Zuschlag bekommt und zugleich eine formal unanfechtbare Begründung vorgegeben werden. Denn: Die niedrigen Stromkosten sind ein Alleinstellungsmerkmal des BTT-Konzerns.

Das Mietangebot von BTT für eine Vier-Zimmer-Wohnung mit hohen Nebenkosten. Screenshot: Immonet

Unsere Redaktion hat Anfang Dezember 2018 bei der Stadtverwaltung und Anfang dieses Jahres bei Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer nach Erläuterungen dieser unüblichen und nicht sachgerechten Minderung von Nebenkosten gebeten – und mehrere Abfuhren erhalten. Ihr Argument: die Zahlen seien in „nicht öffentlicher Sitzung“ verhandelt worden. Anlass der aktuellen Anfrage waren unter anderem erste Mietangebote für Wohnungen in „Nibelungenhain“, bei denen die prognostizierten Nebenkosten deutlich über den versprochenen 1,97 Euro und weit jenseits von 1,44 Euro pro Quadratmeter liegen.

Anwälte statt Antworten

Seit letzter Woche liegt unserer Redaktion nun ein Schreiben einer von der Stadtverwaltung beauftragten Erlanger Anwaltskanzlei für Medienrecht vor, das die Ablehnung unseres Auskunftsbegehrens unter anderem so begründet: Mit Blick auf die laufenden Gerichtsverfahren sei „zu erwägen, dass eine vorgreifliche Berichterstattung in der Presse die Prozesse beeinflussen könnte, weshalb im Hinblick auf laufende Verfahren grundsätzlich besondere Zurückhaltung erforderlich ist.“

Dass die Berichterstattung von regensburg-digital „die Prozesse beeinflussen könnte“, daran glaubt unsere Redaktion eher nicht. Dass die Stadtverwaltung eine fundierte Berichterstattung verhindern will, hingegen schon. Wir lassen das ablehnende Schreiben der Regensburger Stadtverwaltung bzw. der beauftragten Kanzlei gerade prüfen und werden gegebenenfalls – nach Prüfung der Erfolgsaussichten und möglicher anfallender Kosten – gegen die neuerliche Auskunftsverweigerung klagen.

Am Rande: Auch die Bauteam Tretzel GmbH hat zwischenzeitlich eine Medienkanzlei beauftragt, um auf unsere Recherchen zu reagieren. Die Anfragen unserer Redaktion hat BTT zwar nach wie vor nicht beantwortet. Allerdings lässt man anderen Medien via Rechtsanwalt mitteilen, dass man deren Nachfragen zu unseren Berichten zum Anlass nehme, um in geeigneter Weise gegen angeblich „unwahre Angaben“ vorzugehen, die auf regensburg-digital veröffentlicht worden sein sollen. Erfahren haben wir von diesen Drohgebärden bislang allerdings lediglich durch die Nachfrage von Kollegen. Wir warten ab.

Zur fraglichen Ermittlung der Nebenkosten

Was die Stadtverwaltung mit Hilfe eines eigens beauftragten Rechtsanwalts nicht preisgeben will, hat der wegen Korruptionsverdacht angeklagte BTT-Chef Volker Tretzel in Form der eingangs erwähnten Einlassung aber wenigstens teilweise verkündet. Was konnte Tretzel zur Aufklärung beitragen?

Wer bei Tretzels Einlassung sensationelle Einspareffekte oder einen überprüfbaren Berechnungsmodus erwartete, ging leer aus. Was Tretzel mit dem Duktus einer energiepolitischen Grundsatzrede (Tenor: pro Atomkraft, gegen erneuerbare Energien, Energiewende ist dumm und REWAG ist gemein, BTT ist super) Richtung Wirtschaftsstrafkammer vortrug, kann man im Wesentlichen auf der Internetseite des BTT-Konzerns nachlesen: BTT sei ein marktführendes Wohnbauunternehmen, das Wohnungen mit besonderem Ambiente baue und einzigartige „Konzepte zur Einsparung von Nebenkosten durch Lieferung von Energie-, Kommunikations- und Servicediensten“ biete.

In Tretzel-Wohnanlagen gibt es alles aus einer Hand: Strom, Telefon, Heizung – nicht unbedingt freiwillig. Foto: Archiv

Daraus sollen die „weiteren Einsparungen“ resultieren, aufgrund derer BTT den Zuschlag für das Nibelungenareal bekam. Extra angeführt hat Tretzel noch, dass aufgrund des hohen Bau- und Dämmstandards (gefördert nach KfW40-Programm) der Energiebedarf für die Heizung sehr gering sei. Dies hat in der bisherigen Diskussion niemand bestritten. Allerdings ist der Anteil der tatsächlichen Heizkosten an der gesamten Warmmiete bei hochgedämmten Bauten nicht alleine ausschlaggebend.

Wie wirkt sich der Strompreis auf die Nebenkosten aus?

Als Hauptargument führte Tretzel in seiner Einlassung die niedrigen BTT-Stromkosten an, die mit 17,9 Eurocent pro Kilowattstunde tatsächlich weit unter den üblichen Marktpreisen liegen. In welchem Ausmaß kann sich der niedrige BTT-Stromtarif auf die Gesamtnebenkosten auswirken?

Zur Abschätzung dieser Frage hat unsere Redaktion eine Stromabschlagsrechnung für eine etwa 75 Quadratmeter große BTT-Wohnung für das Jahr 2015 ausgewertet. Diese hat als einen jährlichen Stromverbrauch von rund 1.300 kWh. BTT berechnet dafür inklusive Zählergebühr rund gut 300 Euro. Würde derselbe Kunde die gleiche Strommenge von der REWAG beziehen, müsste er dafür gut 430 Euro berappen.

Legt man diese Ersparnis bei den Stromkosten gemäß dem Tretzel-Modell „weitere Einsparung“, das den Stadträten anlässlich der Grundstücksvergabe präsentiert wurde, auf die Nebenkosten um, ergäbe dies eine Minderung von rund 15 Eurocent je Quadratmeter im Vergleich zu einem Bezieher von REWAG-Strom. Ein recht bescheidener Wert, mit dem die in Aussicht gestellten Nebenkosten von 1,44 Euro nicht erreicht werden könnten. Legt man für die 75 Quadratmeter einen höheren Jahresverbrauch von 2.500 kWh zugrunde, (auch eine solche Verbrauchsinformation liegt uns vor) ergibt sich eine fiktive Minderung der Nebenkosten um 26 Eurocent je Quadratmeter – immer noch zu wenig, um von 1,97 auf 1,44 Euro pro Quadratmeter zu kommen.

Das BTT-Modell bleibt insgesamt aber regelwidrig und begünstigt nur Nutzer mit einem verschwenderischen Energiekonsum. Erstes Fazit: Wer große Mengen fossil erzeugten Strom verbrauchen will, kommt bei der BTT relativ günstig davon. Zweites Fazit: Als Vergabekriterium in einer Bewertungsmatrix für den Stadtrat haben solche fragwürdig zusammengeschusterten Nebenkostenprognosen, die den individuell unterschiedlichen Stromverbrauch miteinbeziehen, nichts verloren.

Internet, Warm- und Kaltwasser sind relativ teuer

Dieser fiktiven und irregulären Nebenkostenminderung durch die Berücksichtigung des BTT-Stromtarifs steht andererseits eine Latte relativ hoher Kosten gegenüber. Etwa die für den Internetzugang (BTT GIGA FLAT analog) in der Höhe von 29,90 Euro pro Monat. Hierzu haben die Bewohner von BTT-Wohnungen jedoch wohl keine Alternativen, da kein anderer Internet-Anbieter Zugang zu dem BTT-Areal hat.

Noch gravierender schlagen die relativ hohen Kosten für die Warmwasserbereitung in BTT-Wohnungen zu Buche. Laut einer unserer Redaktion vorliegenden Jahresabrechnung sind die Jahreskosten für Warmwasser (hier für die relativ niedrige Tagesmenge von 22 Liter) für die besagte 75 Quadratmeter große Wohnung mit über 180 Euro größer als die Heizkosten, die mit rund 155 Euro abgerechnet wurden.

Es raucht bereits: Das Blockheizkraftwerk auf Tretzels Baufläche am Nibelungenareal. Foto: Archiv

Legt man für einen Zwei-Personen-Haushalt einen mittleren täglichen Warmwasserverbrauch von 40 Liter zugrunde, muss ein BTT-Mieter dafür über 270 Euro auf den Tisch legen. Als monatliche Nebenkosten ausgedrückt würden die Warmwasserkosten etwa 30 Eurocent je Quadratmeter betragen. Wenn Mieter noch mehr Warmwasser verbrauchen, können die Kosten dafür die für die Heizungswärme auch um ein Mehrfaches übersteigen.

Das heißt: Auch die hohen Kosten für die Warmwasserbereitung, die (anders als der Stromverbrauch) gemäß der Betriebskostenverordnung zu den Nebenkosten gehören, bestimmen die Warmmiete in BTT-Wohnungen entscheidend. Über diese Warmwasser-Kosten hat Volker Tretzel sich freilich weder vor der Wirtschaftskammer ein- noch anderswo ausgelassen.

Um die Vergleichsrunde abzuschließen, seien hier noch die BTT-Preise für Kaltwasser angeführt. Laut einer vorliegenden Abrechnung kostet der Kubikmeter Kaltwasser mit über 3,30 Euro netto (inklusive Zählergebühr) etwa einen Euro mehr als bei der Konkurrenz.

Verwirrung statt Aufklärung

Die Einlassung von Volker Tretzel vom 29. Januar 2019 vor dem Landgericht hat nicht nur bei Joachim Wolbergs („Ich habe nicht alles verstanden“. Politiker seien aber gut beraten, wenn man „mit Leuten aus der Wohnungsbauwirtschaft“ spreche.) sondern auch bei der Zuhörerschaft einige Verwirrung ausgelöst.

Bizarrer könnte die Situation um die vom Bauteam Tretzel (BTT) für das Nibelungenareal in Aussicht gestellten Nebenkosten nicht sein. Während die Stadtverwaltung partout keinen Einblick in die prognostizierten Nebenkosten gewähren will, und zur Begründung eine Anwaltskanzlei beauftragt, während das Unternehmen auf Anfrage ebenfalls schweigt und gegenüber anderen Medien behauptet, dass wir unwahre Angaben veröffentlichen würden, gegen die man vorgehen werde, nutzt der BTT-Besitzer Volker Tretzel den laufenden Korruptionsprozess als Bühne, um seine angeblich niedrigen Nebenkosten über den grünen Klee zu loben.

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Kommentare (31)

  • Mr. T.

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    Respekt, so schlecht können die Recherchen gar nicht sein. Sonst würden auch kleinere Geschütze reichen. Ich bin gespannt, wie’s weitergeht …

  • Reiner Wehpunkt

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    Eine bessere Auszeichnung für kritischen Journalismus kann es ja kaum geben:
    ganz offensichtlich fürchten ALLE Beteiligten, nicht nur die Angeklagten, die ausführliche, sachliche und ehrliche Berichterstattung von regensburg-digital wie der Teufel das Weihwasser.
    Oder noch klarer formuliert: wie ein großer, mit stinkender Jauche gefüllter Ballon eine winzig kleine rd-Nadelsitze fürchtet …

    Sollten die Steuergeldverbrater, Multimillionäre oder wer auch immer tatsächlich mit ihren prall gefüllten Geldtaschen Rechtsmittel gegen rd auffahren, ist eine Sonder-Spende fällig.

    Vielen Dank für dieses vorbildliche Engagement.

  • R.G.

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    Bescheidene Fragen von mir einfachem Gemüt:
    Beispiel eins: Wenn es zu einem Defekt oder einer Wartung der Anlage kommt, sind die Mieter dann ohne Lichtstrom, ev. Internet, ev. Telefon, Heizung und Warmwasser?

    Ich hatte in diesem Winter mit meinem zugegeben teureren Anbietermix, als einziger Mieter eines Mehrparteienhauses anderer Bauherren, bei einem gröberen Energiegebrechen innerhalb der Wohnanlage, wenigstens Warmwasser.

    Beispiel zwei aus einer deutschen Stadt:
    Wir unterhielten ein eigenes Kono nur für Abbuchungen von Miete und Nebenkosten. Naiv wie ich war, kontrollierte ich zu Monatsanfang, ob alles ordnungsgemäß abgelaufen sei.
    Ich rechnete jedoch nicht damit, dass mir der Wärmelieferant plötzlich weitere €2000 binnen nicht mal 30 Tagen abbuchte, und am 31. Tag noch €1500 einforderte.
    Inzwischen las man in einer Zeitung von Mietern, denen aus gleichen Abbuchungsfehlern die Delogierung drohte, weil sie nun schon zwei Mieten nicht mehr zu zahlen fähig waren.

    Ich konnte den Kampf mit dem Wärmelieferanten durchstehen, man stellte mir damals bloß über Weihnachten in einem extrem kalten Winter die Heizung ab, spät im Jänner bekam ich ein wertloses Entschuldigungsschreiben, und das Geld ohne Zinsen retour.

    Wäre ich Mieter einer Anlage, in der alle Energiekosten samt Monatsmiete vom Bauträger und Vermieter eingehoben würden, berechtigte dann eine Nichtzahlung eines Teils der Kosten über zwei bis drei Monate – in meinem Beispiel, einer zu hohen Forderung für Wärmeenergie aufgrund eines massiven Buchungsfehlers – zur Kündigung des Mietsverhältnisses?

  • Lothgaßler

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    Die Berichterstattung von regensburg-digital hat ins Ziel getroffen, also weiter stochern. Das Vergabekriterium Nebenkosten ist nach derzeitigem Stand von Seiten BTT frisiert und von Seiten einiger Vertreter der Stadt ungeprüft durchgewunken worden.
    Die Antwort der von der Stadt Regensburg eingeschalteten Medienanwälte ist doch eine nette Einladung an das Gericht höflich um Auskunft zu bitten. Auch könnte das Gericht Experten hören um die Einlassungen von Tretzel objektiv einzuordnen.
    Tretzel ist „Baulöwe“ aber kein Baufachmann oder Energiefachmann, seine Einlassungen sind fachlich wenig qualifiziert (sage ich mal als Ing.), erst wenn sich seine Fachleute (in seinen Firmen) oder die von ihm beauftragten Fachleute (Externe) äußern, dann wirds fundiert.
    „Regelmarkt der Leipziger Strombörse“: das ist interessant und kann hinterfragt werden. Das deutet ja darauf hin, dass die Kraftwerke gar nicht dem Bedarf seiner lokalen Abnehmer angepasst wird, sondern an die Erfordernissen des Strommarktes, also an die Preise an der Strom-Börse. Um an der Strombörse handeln zu können muss er bestimmte Parameter (fixe Leistung in kW/MW in der Zeitspanne von X-Uhr bis Y-Uhr) garantieren, nicht so wie ein PV-EEG-Einspeiser das ins Netz speisen was halt über ist.
    Ein Posten zur Minderung der Nebenkosten wurde vergessen bzw. vernachlässigt: Die üppigen Wasserflächen müssen nicht gemäht werden, somit kann ein halber Gärtner eingespart werden (Ironie).

  • Checker

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    Interessant ist dass der Hartl das mit den Nebenkosten für das BTT geregelt hat. Weil der wolbergs hat es ja mit Sicherheit eh nicht verstanden oder nicht auf dem Schirm gehabt.
    Dass der Trezl die Dummheit und Naivität der SPD Granten ausgenutzt hat liegt ja wohl auf der Hand.
    Die Aussage von Frau Wild da würden wir wohl über den Tisch gezogen sollte doch nun mal in ganz Regensburg angekommen sein.

  • mkv

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    In dem Strafverfahren gegen BP Wulf waren durch die Bank die Medien im Nachhinein peinlich von sich selbst berührt, wenn man sie daran erinnerte, dass sie gar mit dem BOBBYCAR des Nachwuchses argumentiert hatten.

    Daran musste ich denken als ich las von „relativ hohen Kosten des Internetzugangs (BTT GIGA FLAT analog) in der Höhe von 29,90 Euro pro Monat“. Niemand ist im Rahmen der Vertragsfreiheit gezwungen mit BBT überhaupt einen Vertrag abzuschließen.

    Nach Rücksprache mit einem Immobilienfachwirt mit einigen Jahrzehnten Berufserfahrung in der schönen Domstadt lässt sich festhalten:
    Ganz allgemein sind heutezutage Nebenkosten von EUR 2,50 als günstig zu bezeichnen. In Regensburg finden sich Wohnanlagen, da liegen die NK sogar bei EUR 4,50. Ein Betrag von EUR 3.00 – 3.50 ist heute das teure Maß der Dinge.

    Soweit die Stadtverwaltung Auskunft verweigert und von ihrem guten Recht Gebrauch macht, ihrerseits einen Anwalt einzuschalten, erscheint mir die städtische Sorge, ja Angst, einen Fehler im Hinblick auf die nicht-öffentliche Sitzung (als formales Argument, hinter dem man sich zu verstecken sucht) zu machen, vordergründig. Lieber lässt man sich auf Auskunft verklagen und folgt dann reinen Gewissens dem Urteilsspruch des VG Regensburg. Das ist alles legitim und wäre im Hinblick auf das oft nicht differenzierende Ansetzen von nicht-öffentliche Sitzungen (ich habe bereits insoweit Ausführungen gemacht) im Sinne der Transparenz und Kontrolle zu begrüßen.

    Darüber hinaus ist mein Eindruck auch, dass r-d – über die professionelle Berichterstattung (schreiben, was ist) hinsichtlich des bereits Monate währenden Prozesses hinaus – Gefahr läuft, seinen guten Ruf aufs Spiel zu setzen, indem es eine Art ökologisch-nachhaltigen „Nebenkriegsschauplatz“ (auch mit Blick auf den heutigen rechtlichen Hinweis der Vorsitzenden) zum laufenden Prozess zunehmend vertieft, wodurch die Frage der zitierten Gefahr der (versuchten?) Beeinflussung des Prozosses sich von alleine stellt. Und zwar durch die „Redaktion“, nachdem dieser Bericht den Verfasser nicht erkennen lässt.

  • Piedro

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    Kompliment an rd! Ein Baulöwe, eine Bürgermeisterin und ein Stadtrat machen sich restlos lächerlich, weil die Wahrheit nicht wahr sein soll. Die Annahme, mit Drohgebärden und den damit verbundenen Kosten Einfluss auf Journalismus nehmen zu wollen ist nicht mal mehr albern. Glauben diese Leute tatsächlich, dass Herr Aigner allein da steht wenn irgendwelche Kanzleien anfangen Kosten zu verursachen? ABER GANZ BESTIMMT NICHT! Sie mögen viel HABEN, Macht und Geld und Einfluss und Netzwerke, aber wir SIND viele. Je mehr sie versuchen zu verhindern, dass Stimmviech und Mietviech sich mit dem auseinandersetzen was sie da treiben, um so mehr werden sich damit beschäftigen. Und wenn nur jeder zweite einen Zehner springen lässt ist das mehr als ausreichend um den Advocatenbütteln paroli zu bieten. Solches Gebaren zieht seine Kreise, über Regensburg hinaus. Bedrängte Journalisten finden immer Unterstützung, gleich ob sie ein Despot, ein Baulöwe oder eine deutsche Stadtverwaltung bedrängt. Die Wahrheit anerkennen wird am Ende billiger sein, das kostet nur die Reputation, und die ist eh nicht so viel wert wie es sein sollte. Gebt es einfach zu: dieses Energiekonzept ist ein Lügengespinnst, der Stadtrat hat sich aufs Glatteis führen lassen, die Mieter bleiben über und dürfen mehr zahlen als versprochen, die Verwaltung hat nicht den Bürgern, sondern ihrem „Gönner“ gedient. Erspart euch weitere Peinlichkeiten – oder amüsiert uns weiter, wenn’s denn sein muss.

    „Es ist gefährlich, anderen etwas vorzumachen, denn es endet damit, dass man sich selbst etwas vormacht.“
    Eleonora Duse

  • Stefan Aigner

    |

    @mkv

    „Darüber hinaus ist mein Eindruck auch, dass r-d – über die professionelle Berichterstattung (schreiben, was ist) hinsichtlich des bereits Monate währenden Prozesses hinaus – Gefahr läuft, seinen guten Ruf aufs Spiel zu setzen, indem es eine Art ökologisch-nachhaltigen ‚Nebenkriegsschauplatz‘ (auch mit Blick auf den heutigen rechtlichen Hinweis der Vorsitzenden) zum laufenden Prozess zunehmend vertieft, wodurch die Frage der zitierten Gefahr der (versuchten?) Beeinflussung des Prozosses sich von alleine stellt. Und zwar durch die ‚Redaktion‘, nachdem dieser Bericht den Verfasser nicht erkennen lässt.“

    Sofern Sie sich an der Autorenschaft „Redaktion“ stören: Für sämtliche hier veröffentlichten Berichte stehe ich ganz persönlich in der presserechtlichen Verantwortung. Und insbesondere hinter dieser Recherche, an der ich mitgearbeitet habe, stehe ich voll und ganz. Warum wir „Redaktion“ gelegentlich verwenden bzw. nicht jeden Autor/jede Autorin nennen, wird im Impressum erläutert. Wir werden uns – trotz Ihrer Warnung – auch nicht davon abhalten lassen, dieses Thema weiter zu vertiefen. BTW: Meine Nebenkosten liegen bei 1,60.

  • mkv

    |

    Kommentar gelöscht. Die Moderation unseres Forums bleibt auch weiterhin uns vorbehalten.

  • R.G.

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    @mkv
    Als wir in unserer Jugendzeit eine Diva interviewten, stellte ihre Management vorher klar, Fragen zu Privatleben, Aussehen, Gesundheit und Vorleben würden nicht beantwortet, sonst stünde sie auf und gehe, und wir würden aus der Suite gegangen.
    Wir fragten daher, wie spät es sei. Sie stand empört auf und ging, und wir wurden gegangen.

    Wir sprechen nicht von Diven und ihren Launen, sondern schon von einem durch den Bauträger selbst vorgestellten Energiekonzept, nicht wahr?
    Dieses während eines laufenden Prozesses zu überprüfen und hinterfragen, sei unzulässige Prozessbeeinflussung?

    Lust auf eine Kritische Presse im Dornröschenschlaf, bis ein Prinz aus Bauträgers Gnaden sie in hundert Jahren, wenn alles vergessen ist, durch einen Kuss wecke?

  • Piedro

    |

    @mkv
    Nebenkriegsschauplatz… naja. Als Leser finde ich diese Zusammenhänge ziemlich interessant, auch im Zusammenhang auf die Vergabe an BTT. Den guten Ruf sehe ich auch nicht gefährdet, davon ausgehend, dass die hier aufgestellten Behauptungen zutreffen. Und auch wenn die Auskunftsverweigerung unter Verweis auf nichtöffentliche Stadtratstäuschung legitim sein mag – transparent geht ganz anders. Sollen sie halt weiterhin die Auskunft verweigern (wie ist das eigentlich im Zusammenhang mit dem Informationsfreiheitsgesetz zu werten?), wenn sie das für angebracht halten. So kommen die Fakten halt kleinweis ans Licht, und das wirft dann eigene Schatten auf das Schweigekonsortium. Das lässt sich nicht verhindern, auch nicht durch „Medienkanzleien“. So lange rd sauber arbeitet hat die Redaktion nichts zu befürchten. Behaupte ich mal ganz blauäugig. Sollte es zu einem Prozess kommen wird das den guten Ruf ebenso stärken wie die Verbreitung.

    Wo es bei mir als juristischen Laien hakt: kann Berichterstattung, die objektiv und faktisch korrekt ist, mit dem Vorwurf der Prozessbeeinflussung belastet werden? Wie kann es für die Rechtsprechung gefährlich sein, wenn Tatsachen und Zusammenhänge auch außerhalb des Gerichtssaals öffentlich werden? Sollten kritische Medien schweigen bis ein Verfahren beendet ist, und dann nur über das Ergebnis berichten?

  • Piedro

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    @R.G.
    Mei, ihr wart ja damals schon schlimmer als der Aigner heute ist!

    Aufstehen und gehen würden die Beteiligten bestimmt gern. ;)

  • Bertl(Original)

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    Das mit der möglichen Beeinflussung des Gerichts durch Rechercheveröffentlichungen in rd halte ich für einen Vorwand. rd-Veröffentlichungen sind nicht sensationell, sondern informativ. Und darauf hat die Öffentlichkeit doch ein Recht: informiert zu werden, sei es, um sich ein Bild zu machen, wen man wählen soll, sei es, um sich zuu entscheiden, auf was man beim Immobilienkauf achten soll, sei es, um Nebenkosten auf Wirtschaftlichkeit überprüfen zu können. rd dient durch seine gewissenhafte Recherche und seine informativen Artikel der Allgemeinheit.

  • Mr. T.

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    „Beeinflussung des Prozesses“ – so ein Blödsinn! Der Prozess wird vielleicht von weiteren Fakten, die ans Tageslicht kommen, beeinflusst, aber doch nicht durch die Bericherstattung darüber. Hätten die Ermittlungsbehörden besser gearbeitet, müsste das nicht erst der Investigativjournalismus aufdecken.

  • Dieter

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    Wie kommt eigentlich die Mietkaution wie abgebildet zustande?
    Die Obergrenze sind 3 Kaltmieten ohne Betriebskosten – bei 4410€ wäre die Kaltmiete 1470€?
    Selbst mit Stellplatz geht das nicht wirklich auf.

  • Joachim Datko

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    Zitat: „Internet, […] sind relativ teuer
    Dieser fiktiven und irregulären Nebenkostenminderung durch die Berücksichtigung des BTT-Stromtarifs steht andererseits eine Latte relativ hoher Kosten gegenüber. Etwa die für den Internetzugang (BTT GIGA FLAT analog) in der Höhe von 29,90 Euro pro Monat.“

    Ich zahle, wenn ich die verschiedensten Einzelposten richtig addiert habe, 26 € für max. 50 Mbit/s im Download. Das sind 4 € weniger, es ist aber nur ein kleiner Bruchteil des Datendurchsatzes in der Wohnanlage der Firma BTT (GIGA FLAT). Dazu habe ich noch zwei „Telefonleitungen“ inklusiv. Als einmalige Anschaffung musste ich noch ein Modem für ungefähr 190 € kaufen. Auf zehn Jahre umgelegt nochmals 1,6 € im Monat.

    Unklar ist mir, wie es sich mit Fernsehkanälen bei BTT verhält, die ich nicht habe.

    Von einem Bekannten habe ich seine Kosten:
    35 €/Monat Internet über Kabel, ohne Fernsehen für 100 Mibit/s

    BTT scheint bei den Nebenkosten doch günstig zu sein.

  • Schröck Hans

    |

    Wer versteckt sich eigentlich hinter „mkv“? Und warum ist „mkv“ nicht Teil der Redaktion?

  • JoJo

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    Leider kommt einfach nicht rüber wer, was zu leisten hat um die Einsparrungen zu erhalten, welche letztendlich zu den geringen Nebenkosten führen.
    Vielleicht sinken die Nebenkosten auf 1,44€/qm wenn man kein Wasser, Strom oder sonstiges verbraucht. Die Wohnung also de facto nicht bewohnt.
    Oder man betreibt eine immense Einsparung bei den Nebenkosten indem der Mieter zum Beispiel Heizlüfter statt den Heizkörpern verwendet oder das Wasser für das Bad im Wasserkocher erwärmt. (Wenn ich mich nicht Irre, ist Strom kein Teil der Nebenkosten)

  • Robert Werner

    |

    @mkv
    Werter Herr mkv,
    drei akkreditierte Journalisten von regensburg-digital beobachten und begleiten den Strafprozess gegen die Angeklagten Tretzel, Wolbergs, Hartl und W. – namentlich: Stefan Aigner, Martin Oswald und ich. Teilweise sind wir zu zweit vor Ort. Ihre Spekulationen, hinter der Autorenschaft „Redaktion“ könnte irgendwer anderes vorborgen sein, sind haltlos und abwegig.

    Ihre Befürchtung, unsere laufende Berichterstattung könne oder solle die Wahrheitsfindung am LG beeinflussen, wurde schon wiederholt zurückgewiesen. Bitte unterlassen Sie diese Unterstellungen – die irgendwie auch schmeichelhaft klingen ;) – endlich.

    Ich persönliche lese Ihre juristisch-argumentierenden Beiträge und Einschätzungen zum Prozess auf rd in der Regel mit Gewinn, würden Ihnen aber nie zuschreiben, Sie könnten damit den Prozessverlauf beeinflussen.

  • Giesinger

    |

    An Schröck Hans:

    Meinen, allerdings schon alten Recherchen nach, ist Herr mkv ein Regensburger Anwalt.
    Neben vielen hilfreichen und klugen Beiträgen, hat er meiner Meinung nach, seinen (anwaltlichen?) Hang zur Schwurbelei nicht ganz im Griff.

    Zum Rumschwurbeln auch an @mkv:

    Man lese doch bitte nochmal den letzten Absatz von mkv’s Beitrag vom 4. Februar 2019 um 20:29.

    Ich schmeiß mich weg!

  • Lothgaßler

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    @mkv:
    Wenn Regensburg-digital immer nur das scheiben würde was ist, dann wären wir nicht hier um uns über diverse Themen/Meinungen auszutauschen.
    Bei den „Nebenkosten“ geht es um Hinterleuchtung eines lt. diverser Zeugen wichtigen Kriteriums bei der Vergabe von Grundstücken, d.h. dieser Teil ist keine Prozess-Berichterstattung, sondern investigativer Journalismus. Warum nannte BTT zwei Ansätze, dabei einen bisher unerklärt niedrigen Ansatz, und warum hat das in der Verwaltung und im Stadtrat niemand kritisch hinterfragt? Für das Gericht mag das womöglich nicht ganz so wichtig sein, könnte es aber werden. Für Regensburg ist das durchaus wichtig, denn die Frage steht im Raum, ob diese Art Angebotsbeurteilung nicht Teil des Problems an und für sich ist. Dieses Problem löst kein Gericht, das muss Regensburg selber lösen. Einige Stadträte scheinen zumindest über diese Sache nachdenklich geworden zu sein.
    Um zu leuchten braucht es Licht, und das Licht fällt mitunter auch auf weniger interessante Randbereiche, aber um das zu erkennen, muss erst einmal ausgeleuchtet werden. Die wahrgenommenen Einzelfakten können dann von der Redaktion aufgearbeitet und von uns kommentiert werden.
    Wenn BTT bzw. Tretzel persönlich durch seltenen Redebeitrag dieses Thema „wichtig“ für den Prozess macht, dann ist das bemerkenswert und nötigt mir ein Lächeln ab. Allerdings „gehört“ dieser Prozess nicht den Beklagten oder den Juristen, sondern dem Volk, in dessen Namen hier verhandelt und abschließend Recht gesprochen wird. Die Öffentlichkeit (das Regensburger Volk) interessiert sich durchaus dafür, wie diese niedrigen Nebenkostenansätze von Tretzel zustande kommen, und ob diese Nebenkosten tatsächlich niedriger sind als anderswo und was das ggf. gesellschaflich bedeutet (z.B. durch Nichtbeteiligung an der Finanzierung gemeinschaftlicher Aufgaben).

  • Umweltebewusst

    |

    Wird das BHKW stromgeführt und mit Kühlung der anfallenden Wärme betrieben, stellt das für mich einen ganz klaren Planungsfehler dar.
    Es kann nicht sein, dass wir auf der einen Seite über Schadstoffausstoße im mg-Bereich reden und auf der anderen Seite ein Tretzel Energie aus dem Schornstein rausbläst. Gratulation zu dieser Meisterleistung.

    Zitat blockheizkraftwerk.org:
    … Es lohnt!!!!! sich daher, möglichst viel Elektrizität zu produzieren. Wird die anfallende Wärme entsprechend genutzt, ist hiergegen auch nichts einzuwenden. Wird anstatt eines Wärmespeichers jedoch überschüssig Wärme über einen Notkühler ungenutzt an die Umwelt abgeführt, wird der eigentliche Vorteil des Blockheizkraftwerks, die effiziente, zeitgleiche Nutzung von Wärme und Strom, hinfällig.

  • Joachim Datko

    |

    Die Belastung der Nebenkosten durch Umlagen ist schlecht!

    Zu Lothgaßler 12:14 Zitat: „[…] wie diese niedrigen Nebenkostenansätze von Tretzel zustande kommen, und ob diese Nebenkosten tatsächlich niedriger sind als anderswo und was das ggf. gesellschaflich bedeutet (z.B. durch Nichtbeteiligung an der Finanzierung gemeinschaftlicher Aufgaben).“

    Die Belastung der Nebenkosten durch gesellschaftliche Aufgaben führt viele Bürger in die Zahlungsunfähigkeit. Unabhängig davon, ob der Strom des Anbieters Tretzel mit der EEG-Umlage belastet ist oder nicht: Das EEG ruiniert viele Menschen mit knapper Kassenlage. 2017 wurde 4,8 Millionen Menschen in Deutschland die Stromabschaltung wegen Zahlungsverzugs angedroht. Auf der anderen Seite sitzen oft „Investoren“, die die Umlagen abgreifen, weil sie wohlhabender werden wollen. Viele Menschen und Organisationen haben sich sogar beruflich darauf spezialisiert, den Armen zu helfen. Würde man die Menschen nicht so stark mit Nebenkosten belasten, bräuchten sie weniger Hilfe. Ich bin für niedrige Wohnnebenkosten.

    Welche negativen Auswüchse Umlagen erreichen, hat man am „Kohlepfennig“ im Nachhinein gesehen.

  • Piedro

    |

    @Joachim Datko
    „2017 wurde 4,8 Millionen Menschen in Deutschland die Stromabschaltung wegen Zahlungsverzugs angedroht.“

    Um es gleich zu sagen: Sie haben nicht unrecht, aber zu simpel gedacht. Dazu:
    https://www.wiwo.de/technologie/green/energiewende-eigentliche-profiteure-sind-die-vermieter/19728618-2.html
    https://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article170212880/Wahnsinn-Energiewende.html

    In 2017 gab es 344.000 Stromsperren in D-Land. Die Hälfte der Betroffenen bezogen Alg2. Der Grund dafür ist, dass der Stromanteil in den Alg2-Regelsätzen die tatsächlichen Kosten nicht deckt und Nachzahlungen nicht geleistet werden konnten. (Eigentlich sieht der Gesetzgeber hier unbürokratische Hilfe vor, zumindest in Form eines Darlehens (was das Problem natürlich nicht löst, sondern verschiebt), aber in der Praxis wird auch da nicht immer geholfen.) In den letzten Jahren ist der Regelsatz zwar um 17 % angestiegen, die Strompreise haben sich hingegen im selben Zeitraum um 27 % erhöht. Wenn zudem ein Teil des Regelsatzes für die Miete aufgewendet werden muss, was immer häufiger der Fall ist, hat man die Wahl zwischen Wohnung ohne Strom oder keine Wohnung.

    Das wäre auch ohne die Umlagen nicht anders. Aber ich stimme Ihnen zu: manche Gelder sollten nicht von denen einkassiert werden, die selbst nicht oder kaum genug haben um klar zu kommen, während wirklich wohlhabende Bevölkerungsteile nachhaltig entlastet werden.

    Mit der irreführenden Behauptung zur BTT-Vergabe hat das jedoch wenig zu tun. Es ist gut, dass dieses Thema so gründlich ausgeleuchtet wird. Die Umlagen dürften jedoch eher nicht unter die behaupteten „sonstige Einsparungen“ fallen.

  • Checker

    |

    Umweltbewusst:

    Das Problem ist im Sommer braucht kein Mensch die Wärme welche bei der Stromerzeugung anfällt. Im Winter ist das kein Problem. Aber im Sommer muß die Wärme leider vernichtet werden. Darum sind ja auch die Blockheizkraftwerke nicht der Weisheit letzter Schluß.

  • Barnie Geröllheimer

    |

    Wenn wir die CO² Sektierer so weiter machen lassen, wird´s bestimmt noch´n KohleEuro. Dann fällt der Strom nicht bei 4,8 Mio aus, sondern bei 48 Mio. SPD, Linke und Grüne haben dann ihr Ziel erreicht: Armut für Alle.

  • Giesinger

    |

    Textzitat:

    „Wir lassen das ablehnende Schreiben der Regensburger Stadtverwaltung bzw. der beauftragten Kanzlei gerade prüfen und werden gegebenenfalls – nach Prüfung der Erfolgsaussichten und möglicher anfallender Kosten – gegen die neuerliche Auskunftsverweigerung klagen.“
    ————————-
    Das freut mich, so liebe ich „mein“ regensburg-digital! Meine moralische Unterstützung habt ihr!
    Falls es teuer wird, scheut euch nicht, und macht bitte einen kleinen Spendenaufruf.
    Zu „mein regensburg digital“

    Der alte Münchner EX-OB hat auch immer von „seinem München“ gesprochen, wohl, weil er es einfach so gern gehabt hat. Und dem EX-OB Münchens habe ich es tatsächlich auch abgenommen.

  • Piedro

    |

    @Barnie Geröllheimer
    Es gab 4,8 Mio Stromsperren, sondern 344.000. Das eine. Sektierer? Ernsthaft? Und ihr Ziel ist Armut für Alle? Herr, lass Hirn vom Himmel fallen. PLATSCH!

  • Lothgaßler

    |

    @Datko:
    Ich bin bei Ihnen mit der Kritik an diversen Umlagen, wenn auch nicht bei allen. Hat die Armut vieler Menschen tatsächlich mit den Mietnebenkosten zu tun? Ich zweifle daran, Armut hat andere Gründe. Irgendwie müssen gesellschaftliche Aufgaben gemeinsam gestemmt werden, dabei muss es gerecht und somit auch sozial zugehen.
    Das BTT-Modell klingt für mich wenig erstrebenswert, denn hier hat ja ein Immobilienentwickler seinen Vorteil ausgespielt, auf „seinem“ Gelände (das und die Infrastruktur gehört offensichtlich nicht den Wohnungseigentümern => die haben die Luft zwischen den Wänden gekauft), auf dem gerade wenige der Bedürftigen wohnen können. Denkt man größer und restriktiver, dann entstehen schnell Quasi-Monopole (dieses Viertel x, jenes Viertel y).
    Monopole! Sind Sie noch der Datko von früher? Monopole!
    Bei BTT bin ich mir nicht so sicher, ob die nicht auch EEG/KWK-Zulagen erhalten ;-)

  • Burgweintinger

    |

    @ Lothgassler

    „Hat die Armut vieler Menschen tatsächlich mit den Mietnebenkosten zu tun?“

    Wie Sie schon sagen natürlich nicht!

    Solange Kassierer/innen bei Aldi und Lidl nach 45 Jahren immer noch nicht von ihrer Rente leben können, aber die Eigentümer von Aldi und Lidl zu den reichsten Leuten dieses Landes zählen, wird es auch Armut für viele Menschen in diesem Land geben!

    Das will aber Datko nicht kapieren, er schimpft gerne gegen die Umweltpolitik (z.B. EEG). Hätten wir eine CO2 Steuer, dann wäre ganz schnell die Situation anders, dann wäre nicht jeder Brokoli, Gurke usw. in Plastik eingeschweisst, dann würde es bei Aldi und Co nicht mehr Plastik-Einwegflaschen geben, bzw., wenn schon, dann aber etwas teuerer (CO2-Steuer)…

    TZum Thema zurück: Ein BHKW kann an dieser Stelle durchaus Sinn machen, wenn es als Teil der Energieversorgung gesehen wird. Wurde denn im BTT- Energiekonzept ein Lastenheft vorgestellt? Normalerweise muss ich doch genau planen können, wieviel Energie (Strom und Wärme) jede Wohnung jeden Tag benötigt, Tagestemperaturen (24h) sind bekannt, Dämmung ist bekannt, somit Transmission der Energie,…,
    daraus ergibt sich ein Grundlast (Wärme und Strom). Diese sollte vom BHKW abgedeckt werden. Eventuel mit vernünftigen Speichersystemen (Wärme-& Stromspeicher) ergänzt werden, dann muss keine Wäre notgekühlt werden…

  • Joachim Datko

    |

    Zu Burgweintinger 08:53: „@ Lothgassler
    „Hat die Armut vieler Menschen tatsächlich mit den Mietnebenkosten zu tun?“
    Wie Sie schon sagen natürlich nicht!“

    Die Einnahmen sind für mich sekundär, meine Aufmerksamkeit gilt primär den Ausgaben. Ich habe zu oft gesehen, wie Menschen, die knapp bei Kasse waren, unnötige Ausgaben getätigt haben. Mehr Geld hätte ihnen nicht geholfen, weil sie dann in der Regel noch mehr ausgegeben hätten. Im Mittelalter hat man gesagt: Stadtluft macht frei! Heute könnte man sagen: Sparsames Wirtschaften macht frei.

    Bei den Wohnnebenkosten ist es mittlerweile so, dass sie schon die „zweite Miete“ genannt werden. Das müsste nicht sein, wenn sich da nicht Absahner breitgemacht hätten.

    Sollte BTT tatsächlich niedrige Wohnnebenkosten in Rechnung stellen, als andere Firmen, dann wäre das zu begrüßen.

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