SOZIALES SCHAUFENSTER

Regensburger Tennis-Klub vs. Breitensport

Vage Zusage oder konkrete Pläne?

Der Regensburger Tennis-Klub möchte wegen Mitgliederzuwachs expandieren und mindestens drei weitere Tennisplätze auf dem jetzigen Gelände der Städtischen Sportanlage am Weinweg bauen. Viele Vereine und Verbände, die dort bisher ihre sportliche Heimat haben, fürchten durch die Erweiterung verdrängt zu werden. Am Dienstag hat der Sportausschuss der Stadt Regensburg erstmals über das Thema beraten. Bürgermeisterin und Sportreferentin Astrid Freudenstein versicherte dabei, dass es in der Sache noch keine Planungen gebe. Die Aussagen des Sportamtsleiters sprachen jedoch eine andere Sprache.

Wird möglicherweise künftig zugunsten von Tennisplätzen verkleinert: Städtische Sportanlage am Weinweg. Foto: om

Lacrosse und Rugby, American Football und Leichtathletik, Fußball und Schulsport – das ist nur eine kleine Auswahl dessen, was auf der Städtischen Sportanlage am Weinweg stattfindet. Zahlreiche Vereine und Verbände trainieren und spielen dort. Ein breiter Querschnitt des Regensburger Breitensports. Doch schon seit Monaten machen Gerüchte die Runde.

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Tennisverein glaubt an Erweiterung im Frühjahr 2021

Die Anlage solle zugunsten des Regensburger Tennis Klubs (RTK) verkleinert werden, heißt es schon länger. Hermann Hage, der bis zum Amtsantritt von Bürgermeisterin Astrid Freudenstein und daraus folgenden neuen Ressort-Zuschnitten zuständiger Sportreferent war, habe dem Tennisverein eine entsprechende Erweiterung zugesagt, so die Befürchtung. Auf Kosten der Vereine, die bisher auf diesen Flächen Sport treiben.

Und während von städtischer Seite keine Kommunikation mit den potentiell Betroffenen erfolgte, zeigte sich der RTK in seiner Vereinszeitschrift „Aufschlag“ 2020 „zuversichtlich, im Frühjahr 2021 mit 3 zusätzlichen Freiplätzen in die Saison zu gehen.“ (Bisher hat der Club sieben Freiplätze und eine Tennishalle.)

Vereine und Verbände fürchten Verdrängung

Am Dienstagnachmittag befasste sich auf Antrag der Grünen nun der Sportausschuss in seiner ersten Sitzung mit der Angelegenheit. Im Juni hatten zehn Vereine und Verbände einen Brief an die neue Sportreferentin Astrid Freudenstein verschickt und ihre „Besorgnis gegenüber der geplanten Erweiterung der Tennisplätze des RTK an der Städtischen Sportanlage am Weinweg und der damit verbundenen Verringerung der Vereins- und Breitensportkapazitäten“ geäußert.

Die Anlage sei seit vielen Jahren „das sportliche Zuhause von vielen Vereinen und Breitensportlern verschiedenster Sportarten wie Fußball, Lacrosse, Rugby, American Football, Leichtathletik, Wanderverein sowie mehreren eingetragenen Vereinen, insbesondere auch des Schulsports“.

Platz 4 der Städtischen Sportanlage am Weinweg. Foto: om

Die Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichner, darunter Ski- und Wanderclub 1949 Regensburg, Rugby Club Regensburg, Bayerischer Fußballverband Kreis Regensburg, FC Kosova Regensburg, FK Phönix oder die Bunte Liga, seien betroffen darüber, dass die Vereine und Nutzer der städtischen Sportanlage „anscheinend vor vollendete Tatsachen gestellt“ würden.

OB: Keine Tennisplatzerweiterung ohne Ausweichalternativen

In einem knappen Antwortschreiben Anfang Juli ließ Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer nach Rücksprache mit Freudenstein die Vereine wissen, dass „eine mögliche Realisierung“ der RTK-Erweiterung von vielen Faktoren abhinge und dann möglich sei, „wenn Alternativen für den aufzugebenden Sportplatz vorhanden wären“. Kurzfristig seien diese Alternativen jedoch nicht vorhanden. Die Bedingung für die Abgabe einer städtischen Sportfläche zugunsten des Tennisvereins scheint damit zunächst nicht gegeben zu. Zunächst.

In der Sitzung vom Dienstag bestätigte Bürgermeisterin Astrid Freudenstein dann doch, dass ihr Vorgänger als Sportreferent, Hermann Hage, dem RTK mündlich zugesichert habe, zu prüfen, ob Erweiterungsmöglichkeiten für Tennisplätze am Weinweg bestünden. Es gebe aber „keinerlei schriftliche Festlegungen, gar nichts,“ betont die CSU-Politikerin. „Außer dem Versprechen“, eine Lösung zu finden, gebe es auch keine „Planungen im eigentlich Sinn“.

Sportamtsleiter präsentiert konkrete Szenarien

Doch nicht nur die Zuversicht des RTK in seiner Vereinszeitung legt nahe, dass man über das Stadium eines unverbindlichen Prüf-Versprechens schon längst hinaus ist. In der Sitzung vom Dienstag präsentiert Sportamtsleiter Johann Nuber dem Ausschuss ein Luftbild der Sportanlagen am Weinweg. Dabei ist die Hälfte des Platzes 4 rot markiert. Dieser Bereich ist konkret im Gespräch, um den Tennisplätzen weichen zu müssen.

Der RTK habe zunächst vier Tennisplätze gefordert. Für Nuber sind jedoch drei „das allerhöchste“. Man könne maximal einen halben Sportplatz abtreten. Und das auch nur dann, wenn „Ersatzmöglichkeiten“ für die am Weinweg trainierenden und spielenden Vereine zur Verfügung stünden.

Die Sportanlage aus der Luft. Die geplante Tennis-Erweiterungsfläche ist rot markiert. Bild: Stadt Regensburg, Markierung: om

Darüber hinaus scheint es weitere genauere Absprachen mit dem Tennisverein zu geben. So weist Nuber darauf hin, dass sich der RTK bei einem Abtreten der Hälfte von Platz 4 am nötigen Umbau der Flutlichtanlage beteiligen würde. Nicht nur das widerspricht der städtischen Darstellung, wonach es bisher nur die mündliche Zusage von Ex-Sportreferent Hage gebe.

Der Sportamtsleiter hat auch für die fehlenden Platzkapazitäten ein ebenfalls sehr konkretes Szenario parat. Ab nächstem Jahr stehe am Katharinenhof gegenüber den Barmherzigen Brüdern wieder ein Sportplatz zur Verfügung und noch heuer werde in Burgweinting mit dem Bau eines weiteren Sportplatzes begonnen.

„Wir können nur einen halben Platz hergeben, wenn wir die beiden Plätze in Burgweinting und Prüfening fertig haben,“ so Nuber. Auch im neuen „Sportpark Ost“ werde mindestens ein Großfeld mit Hybridrasen entstehen. Der Verlust des halben Platzes sei somit „locker zu verkraften“, wenn man es schaffe ein bis zwei Vereine umzusiedeln. Als Grund für den Flächenbedarf beim RTK nennt Nuber den Mitgliederzuwachs von 240 im Jahr 2011 auf aktuell über 500.

Sorge um Fortbestand der Sport-Kultur am Weinweg

Doch so einfach ist es nicht. Besonders die „Umsiedlung“ sieht beispielsweise ein Vertreter des FK Phönix kritisch. Sein Verein habe seit 30 Jahren seine „sportliche Heimat“ am Weinweg. Es sei ein „seltsames Verfahren“, wenn man nun den Begehrlichkeiten des Nachbarvereins (RTK) einfach weichen müsste. Am Weinweg passiere im Bereich des „Breiten- und alternativen Sports unglaublich viel“. Es fänden nicht nur Trainings und Spiele, sondern auch Turniere und Wettkämpfe statt, für welche die Infrastruktur der Sportanlage wichtig sei.

Auch die Zusammenkunft und das Nebeneinander verschiedener Sportarten sei der Reiz des Geländes. Denn es gehe längst nicht nur um Fußball (wie Nuber und Freudenstein in der Sitzung mehrfach nahelegen). Man sei „besorgt um den Fortbestand dieser Kultur“, sagt der Fußballer, der zu den Hauptunterzeichnern des Briefes gehört, aber angesichts der „flachen Hierarchien“ bei Phönix nicht namentlich genannt werden möchte.

Grüne und Brücke sehen Tennisplatzerweiterung kritisch

Ähnlich skeptisch zeigen sich im Sportausschuss auch Stimmen aus der Opposition. Grünen-Stadtrat Daniel Gaittet, der den Berichtsantrag im Ausschuss gestellt hatte, kann zwar das Anliegen des Tennis-Klubs nach Erweiterung verstehen, jedoch sei es problematisch, wenn eine öffentliche, vom Vereins- und Breitensport genutzte Fläche zugunsten eines einzigen Vereins verkleinert werden solle. Zudem sei es „kommunikativ extrem unglücklich,“ dass die betroffenen Vereine von der geplanten Erweiterung zunächst über die Website des RTK erfahren haben.

Laut Brücke-Stadtrat Tom Mayr glaubten zudem RTK-Mitglieder, mit denen er gesprochen habe, nicht, dass ein Mangel an Tennisplätzen herrsche. Der Verein wolle demnach eher weg vom Breitensport hin zu mehr Kommerzialisierung. Da gebe es wohl einen „Wettbewerb mit dem Tennisclub Rot-Blau.“ Dass dieser „auf dem Rücken des Breitsports“ ausgetragen werden solle, halte die Brücke für „zumindest sehr fragwürdig“, so Mayr. Dem Stadtrat zufolge sei auch zu hören, dass es mit dieser Erweiterung nicht genug sein soll, „weil man entsprechend expandieren möchte und weil man der angesehenste Verein in Regensburg werden möchte.“

Die abschließende Hoffnung Astrid Freudensteins bei diesem Thema „die Kuh vom Eis“ zu bringen, dürfte sich nicht so schnell und versöhnlich erfüllen. Die Bedenken der Vereine und Breitensportler sind nach der Sportausschusssitzung keinesfalls ausgeräumt.

Disclaimer: Der Autor spielt Fußball beim Team Blutgrätsche 05 in der Bunten Liga.

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Kommentare (23)

  • Mr. T.

    |

    Die Zusage einer wohlwollenden Prüfung und das Versprechen, eine Lösung zu finden, kann schon viel heißen in Regensburg ;-)

  • Volker Dollinger

    |

    Als Tenniseinsteiger und Familienmitglied beim RTK möchte ich der Darstellung im Artikel, der Verein wendet sich vom Breitensport ab, entschieden widersprechen. Der Verein positioniert sich nicht nur als sehr familienfreundlich, sondern lebt dies auch. Die hohen Zuwachsraten an Familienmitgliedschaften und der enorme Boom im Kinder- und Jugendbereich sind ein Resultat von großem ehrenamtlichen Engagement.
    Wir wurden als Breitensport-Familie wertschätzend und auf Augenhöhe im Verein aufgenommen. In eine Kultur die von der Vorstandschaft geprägt und vorgelebt wird, die aber so gar nicht mit der Darstellung im Artikel einhergeht und auch ganz andere Ziele verfolgt.

    Die Aussagen von Brücke Stadtrat Tom Mair kann ich in keiner Hinsicht nachvollziehen.
    Ich würde mich freuen wenn er sich in diesem Thema weiter informiert – gerne mal bei einem Besuch vor Ort

  • Franzi

    |

    Wenn man den Flächenverbrauch sieht, hat der Fussball bisher doch eine zu grosse Dominanz in unserem Weltkulturerbe.
    Nimmt es doch einfach nur sportlich, die vermeintliche ‚Begehrlichkeiten des Nachbarvereins‘.
    Wie wärs mal wieder, eine Pferderennbahn zu reaktivieren?

  • Horst

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    Auf einem Tennisplatz kann man ausschließlich Tennis spielen, meistens zu zweit, maximal zu viert. Tennis wird nur 6-7 Monate im Jahr gespielt, von Oktober bis April/Mai ist normalerweise kein Spielbetrieb möglich und die Flächen liegen brach. Zur Nutzung des Platzes muss man Vereinsmitglied sein – der Jahresbeitrag für eine normale Mitgliedschaft im RTK liegt bei 215€.

    Inwiefern, liebe Stadt Regensburg, profitiert die Regensburger Allgemeinheit davon, wenn eine vielseitig und ganzjährig verwendbare, öffentlich zugängliche städtische Rasensportfläche zu diesem Zweck versiegelt und dem öffentlichen Zugang entzogen wird?

  • R.G.

    |

    @Horst
    Jeder Sport auf unversiegelter Fläche ist einem mit versiegelter Fläche vorzuziehen.
    Der Zaubersatz, man sollte bereits versiegelte Flächen überbauen bzw. auf ihnen bauen dürfen musste und wird voraussehbar unter anderem zur Begehrlichkeit führen, Flächen unter irgendwelchen Vorwänden erst mal nur versiegeln zu dürfen (“Tennisplatz”), um später Baupläne aus der Tasche ziehen zu können.
    Das Programm der Koalition ließ Schlimmes erahnen, weil sich darin ein Bekenntnis zum Vereinsport fand, das schließt von Beginn an die Breite aus, denn wer kann sich für zwei bis drei Kinder plus Eltern Vereinssport auf Dauer leisten, erst recht einen, für den es Trainerstunden zu zahlen gilt?
    Frau Freudenstein hatte vor der Wahl einen mich äußerst alarmierenden Logikschluss vorgetragen, sie wollte vor dem Bahnhof was Schönes gebaut haben, WEIL es derzeit dort schwierige Menschen habe. (Super, mein Nachbar nervt heute mit dem Rasenmäher, sofort bei ihm zubetonieren!)
    Wenn man das weiterdenkt, kann man überall wo sich ein Privilegierter aufregt, eine Versiegelung oder ein Betonlösung rechtfertigen.
    Verjagungspolitik wäre ein anderes Wort.
    Die Bürger unterhalb der jetzigen Obermittelschicht müsste man doch einfach in Slums vor der Stadt pferchen, nicht wahr?
    Damit die Besseren ganz unter sich sind. Jedem von ihnen einen Raumanspruch an den öffentlichen Freiflächen wie den Villenbesitzern in Hollywood an Besitz eignet!

  • kb

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    Der “Disclaimer” hat eine deutlich kleinere Schriftgröße als der Artikel selbst – nicht daß das jetzt so bedeutend wäre, aber es fällt halt auf.

  • GSH

    |

    Sorry, aber hier muss ich mal beim Bericht selbst und bei den Kommentaren dazwischen grätschen. Eine abschliessende Meinung habe ich mir selbst noch nicht gebildet, aber hier werden Sachen genannt, die einfach falsch sind:
    1. American Football trainiert seit Saison 2019 auf dem Gelände beim Frein TUS und war vorher beim ESV 1927. Nur die fünd oder sechs Punktspiele der Saison sind im Stadion der Bezirkssportanlage
    2. Familien können sich sehr wohl Vereinssport leisten. Es gibt tolle Familienangebote und Anreize. Auch bei einem Tennisverein. Geld spielt keine Rolle, wenn es um ein Sommercamp geht, oder um den Klavierunterricht, oder das Kinderyoga, aber der Sportverein mit seinen ehrenamtlichen Trainern ist dann plötzlich zu teuer und es ist nur was für die gehobene Oberschicht.
    3. Ist ein Rasenfußballplatz, oder ein Kunstrasenplatz keine versiegelte Fläche? Wo ist der Unterschied zu einem Tennisplatz?
    4. Wieviele Fußballmannschaften wurden dieses Jahr im Bereich Regensburg abgemeldet? Auch ohne Corona? Wieviele Fusionen gibt es? Ja, Regensburg hat ein Hallenproblem im Winter, aber an Fußballplätzen draußen scheitert es nicht.

    Danke.

  • R.G.

    |

    @GSH
    Sie gehören also zur “Geld spiel keine Rolle”-Schicht, denn sonst würden sie nicht zynisch schreiben:

    ” Geld spielt keine Rolle, wenn es um ein Sommercamp geht, oder um den Klavierunterricht, oder das Kinderyoga,”
    Ich kenne entschieden mehr Familien, die sich Kindercamp und Klavierunterricht oder Kinderyoga nicht leisten können.

  • Mr. T.

    |

    GSH, es gibt durchaus Familien, die von staatlicher Hilfe leben müssen. Und die können nicht jedes Kind zum Golfen UND Fliegen schicken. Da muss man sich jeden weiteren Vereinssport schon genau überlegen.
    Ein Rasenfussballplatz ist keine versiegelte Fläche weil das Regenwasser versickern kann.

  • H. Müller

    |

    Das Problem scheint mir vor allem, dass die Stadt Regensburg wieder einmal in einem zweifelhaften (weil absolut intransparenten) Verfahren ohne Not ein Filetstück aus ihrem wertvollen städtischen Grund, der einer großen Zahl von Sportlern dient, aus den Händen gibt. In diesem Fall zwar wohl an einen Verein, aber doch handelt es sich um ein Abtreten von kommunalem Eigentum in private Hände.

    Ich hatte gehofft, dass diese Praxis zum Vorteil einiger weniger und zu Lasten der großen Masse seit den Wolbergs-Prozessen nachlassen würde. Dabei war ich wohl zu naiv.

    Dabei fehlt für die gesamte Sportanlage, die sich bereit jetzt sehr viele Leute teilen müssen, offenbar seit Jahren ein schlüssiges Gesamtkonzept aus einem Guss.

    So wurde auf genau dem jetzt betroffenem Platz (einer von 3 Großfeld-Rasenplätzen) erst vor ca. zwei Jahren und nach viel zu langem Zögern die einzige(!) Flutlichtanlage des gesamten Geländes auf Rasen gebaut. Die Kosten dürften sich im sechsstelligen Bereich bewegt haben.

    Ein fünfter Platz, etwas zu klein für Großfeldspiele, wird kaum gepflegt und besteht zu großen Teilen aus Maulwurfhügeln, wie auch die Qualität der anderen Plätze aufgrund mangelnder Pflege stetig abnimmt.

    Der „Kunstrasenplatz“ ist nach heutigen Maßstäben nicht als solcher zu bezeichnen und bedarf dringend einer Erneuerung.

    Falls man in der Verwaltung der Meinung ist, die Sportanlage müsse auch Tennisplätze anbieten, wäre auf dem Gelände dazu auch anderweitig Platz zu finden, z.B am östlichen Ende südlich des Stadions, oder z.B. auf einem Teil des besagten fünften Platzes bei gleichzeitiger Schaffung eines Fußball-Kleinspielfeldes.

    Der Grund muss dabei aber auf jeden Fall in städtischem Besitz bleiben. Tennisvereine und Schulen könnten die Plätze entsprechend den Vorgaben der Stadt nutzen.

    Aber dazu wäre eben ein Gesamtkonzept erforderlich, das alle Gruppen mit einbezieht, und keine Flickschusterei, bei der zudem der Verdacht der typischen Regensburger Mauscheleien besteht.

  • Ronald Traeger

    |

    Toller Verein
    Toller Zusammenhalt
    550 Mitglieder
    Viel Kinder und Jugendliche
    Aber nur 7 Plätze Ständig ausgebucht
    (Viel zu wenig))
    Der Rasenplatz wird seit Jahren meist zum Rugby genutzt
    Drei TennisPlätze würden dort von vielen bespielt werden
    Gebt der “Randsportart “ Tennis eine Chance sich weiter zu entwickeln!

  • XYZ

    |

    @Volker Dollinger in den Tennis-Vereinen gibt es zwei Möglichkeiten das Training (steuerrechtlich begünstigten Zweckbetrieb) zu organisieren:
    1. Verein organisiert Training selbst: Kosten (ca. 30 €/Stunde (Brutto, inklusiv. Halle 7%, aktuell 5%) Verein hat zwar Ausgaben für Trainer/Soziailvers. Abgaben, generiert aber Einnahmen.
    2. Verein übergibt das Training an eine fremde Tennisschule. Tennisschule stellt die Rechnungen an die Eltern: 40€/Person/ Einzeltraining bei jeder weiteren Person wird gestaffelt. 48 €/ St./3 Personen. (Preis Brutto 19%, aktuell 16%) + extra Hallenkosten. Im Gegenzug muss die Tennisschule einen Anteil an Einnahmen zurück an den Verein überweisen. Diese Einnahmen müssen direkt wieder an die zahlenden Eltern gegeben werden. Z.B. Familie mit 3 Kindern hat bei kommerziell geführter Tennis-Schule für alle Kinder 1/Woche Training: der Familie muss der Verein mindestens für ein Kind komplett Trainerkosten + Hallenkosten erstatten. (Prinzip der Gemeinnützigkeit). Trainiert ein Kind 3/Woche – das gleiche: mindestens 1/Woche + Hallenkosten übernimmt der Verein.

  • János

    |

    Hallo Zusammen!
    Ich bin auch der Meinung, dass jede Sportart ihre Berechtigung hat, geachtet, respektiert, unterstützt und geschätzt zu werden. Deshalb finde ich auch hier mal wieder, dass eine offene Kommunikation von allen Seiten von Anfang an wichtig gewesen wäre.
    Franzi, Du sagst: „Nehmt es sportlich!“ Ja, Du hast Recht. Aber die Bedingungen hierfür waren Seitens des Tennisvereins nicht gegeben gewesen. Hinter dem Rücken sämtlicher ansässiger Vereine wurden mit Herrn Dr. Hage Vereinbarungen getroffen, Pläne geschmiedet wie bspw. Bodenproben entnommen. Zu keiner Zeit sah sich irgendjemand dafür verantwortlich, mit den anderen Vereinen in Kontakt zu treten. Diese werden vor fast vollendete Tatsachen gestellt und erfahren vom Vorhaben über die Homepage vom Tennisverein. Würdest Du das als sportlich und fair bezeichnen?
    In einer offenen Diskussion von Beginn an, wäre es leichter, damit umzugehen.
    Zudem fühlt man sich am Weinweg seit vielen Jahren sehr wohl. Würdest Du so locker umgehen, wenn jemand kommt, Dich vor fast vollendete Tatsachen stellt und Dir sagt, Du wechselst jetzt das Stadtgebiet, was im schlimmsten Fall auf einige Vereine nun zukommen könnte. Warum fällt es uns Menschen immer so schwer sich in die Lebenssituationen von anderen hineinzuversetzen? „Solange es mich selbst nicht betrifft, ist es mir ja wurscht…“ Ich finde das wirklich traurig.
    Es geht hier in erster Linie darum, wie die Menschen miteinander umgehen. Und wenn der Tennisverein ohne des Wissens der anderen Vereine im Geheimen Platzbelegungsprotokolle erstellt, heißt das für mich, dass kein Interesse darin bestand offen und ehrlich mit ihrem Anliegen umzugehen.

  • karl

    |

    Wie viele sind im Tennisverein, die nicht in einem Einfamilienhaus oder Reihenhaus wohnen? Tennis ist eine Sport für die “Beßeren”. Wie soll eine Familie deren mutter verkäuferin ist und der Vater irgendwo in der montage arbeitet es bewerkstelligen, die kinder zum Tennis zu bringen und wiedere abzuholen. Auch im Ferienprogramm der stadt sind gewisse aktivitäten nur für diejenigen die Geld und Zeit und ein Auto haben ausgelegt . Wie Tennis. Die städtische Sportanlage am Weinweg ist wird von sehr vielen Vereinen und den unterschiedlichsten Sportarten benutzt. fußball ist hier nicht das maßgebendste.

  • Peter Datz

    |

    Der Rasenplatz um den es geht, wird nicht wie Herr Traeger behauptet, ausschließlich für Rugby benutzt, sondern von verschiedensten Vereinen und Sportarten und wie in unserem Fall seit über 10 Jahren von einer Hobby Fußballgruppe(mit 40 Mitgliedern unterschiedlichsten Alters) jeden Freitag. Der Platz ist zu den Hauptbelegungszeiten z.B. am Freitag gut ausgelastet, so dass wir schon in der Vergangenheit teilweise nicht spielen konnten. Bei Veräußerung des Platzes hätten wir keine Möglichkeit mehr am Weinweg zu spielen.

  • Jan

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    “Du kannst doch die Haut des Wildschweins nicht verkaufen, bevor Du es erlegt hast” (Miraculix)
    Dieser PR-Fauxpas des RTK ist nur der unfassbar schlechten Kommunikation seitens der Stadt geschuldet. Auf der einen Seite scheint schon alles geplant, nur noch nicht offiziell (und sowas in Regensburg! sorry, kann ich mir bei solchen Themen nicht verkneifen) auf der anderen Seite wird überhaupt nicht darüber informiert. Die Nutzer*Innen der Städtischen Sportanlage wären wohl vor vollendete Tatsachen gestellt worden, wenn sich Gerüchte um die RTK-Rundschrift nicht verdichtet hätten. Als Nutzer der Anlage am Weinweg habe ich ohnehin seit Jahren das Gefühl, dass das ganze von Seiten der Stadt sehr stiefmütterlich behandelt wird und dass es gar keinen halbwegs handfesten Plan zur Erhaltung und Verbesserung gibt. Es würde mich nicht wundern, wenn das Sportamt auf Anfrage nichtmal ansatzweise Auskunft geben könnte, wie viele Sportler*Innen die Anlage überhaupt nutzen. Allein der Zustand des Kunstrasenplatzes (Linien sind herausgerissen, stattdessen blanker Beton) ist mit bedenklich euphemistisch umschrieben.

  • Tom Mayr

    |

    In der Sache Weinweg, Tennis vs. Fußball:
    Es ist richtig, dass ich mich aufgrund eigener Affinitäten eher bei den Fußballern zuhause fühle. Am Weinweg wurde ich 2005 deutscher Meister auf der DAM. Dort spielen unter der Woche weit mehr Mannschaften als in der Ausschusssitzung aufgelistet wurden. Die Fußballplätze nehmen naturgemäß mehr Menschen (aus verschiedenen Sportarten) in Anspruch, als die Tennisplätze. Aber es ist auch richtig, dass ich mich nicht persönlich mit den Verantwortlichen des Vereins RTK in Verbindung gesetzt habe. Das war vielleicht ein Fehler. Sollte ich da jemandem zu nahe getreten sein, dann tut mir das leid. Fakt ist aber, dass ich von mehr als einem Mitglied des Tennisvereins mitgeteilt bekommen habe, dass eine Erweiterung der Tennisplätze für den normalen Spielbetrieb in deren Augen nicht zwingend notwendig erscheint. Das ist natürlich auch nur eine subjektive Meinung, das ist mir schon bewusst. Ich möchte hier nur klarstellen, dass ich nicht einfach etwas daher gesagt habe oder irgendetwas erfunden habe – wie käme ich dazu? -, sondern eine Meinung aus dem Verein selbst kommuniziert habe. Dass meine Äußerung so hohe Wellen schlägt, überrascht mich etwas. Das zeigt mir aber, dass wohl Redebedarf besteht. Aber Frau Bürgermeister hat ja einen Runden Tisch zugesagt. Und letztendlich interessiert ja eh niemanden wirklich, welche Meinung ich dazu habe. Also lasst uns miteinander reden. Grüße, Stadtrat Mayr.

  • Uli

    |

    Es geht hier in keinster Weise um Fußball gegen Tennis oder welche Sportart hier in Regensburg wichtiger erscheint.
    Der Umgang miteinander ist der Punkt sowie auch der fehlende Wille der Parteien Tennis/ Stadt Regensburg eine Lösung für alle zu finden.
    Und wie kann es immer noch in Regensburg so sein,das eine Person hier eine Zusage tätigt und danach viele Verantwortliche der Stadt Regensburg dieser nachlaufen….und das auch noch mit dem Versuch ohne wirklichen Beschluss.
    Haben manche Politiker hier nichts aus der jüngsten Vergangenheit gelernt?
    Anscheinend nicht.
    Und danach fragen sich die Parteien: Wo kommt der Verdruss und die mangelnde Wahlbeteiligung her?
    Hmmm,oft liegt die Antwort ganz nah.

  • Josh McRae

    |

    Privilegiengesellschaft und “hinterm Rücken”. Wenn diese 2 Dinge aufeinandertreffen wirds ekelhaft.

    Genau das ist hier mal wieder mal passiert. Da gibt es mündliche Zusagen vom Doc, welche er dem Tennisverein macht ohne dass überhaupt irgendwelche Vertreter der anderen Sportvereine mit einbezogen wurden. Da werden Bodenproben genommen und es gibt ein Treffen nur mit Vertretern des Tennisvereins und der stv. Bürgermeisterin.

    Es geht hier um Zuwendung durch gesellschaftliche Privilegien, die dann der Eine eben geben kann, weil er Jemanden kennt, der wiederum Jemanden kennt. Es ist natürlich immer gut “Jemanden” zu kennen und sein Netzwerk auszubauen. Wenn es aber so genutzt wird, wie hier geschehen dann kann man das meiner Meinung nach als Privilegienkorruption ohne Rücksicht auf die Anderen bezeichnen.

    Es kann doch nicht sein, dass nur weil wieder Irgendjemand Jemanden kennt der auch eine bestimmte Sportart “besser”, “gediegener” oder “elitärer” findet als Fussball oder gar dieses heiden- und rüpelhafte Rugby, wo sich Menschen mit scheinbar roher Gewalt versuchen das “Ei” abzuluchsen, die (scheinbare) “Elite” wieder mal die Nase vorn hat?!?

    „Größe“ sollten meiner Meinung nach aber jetzt bewiesen werden, indem man zurückrudert um eine gemeinsame Lösung zu finden, mit der alle leben können. Denn es gibt was, das diese Sportvereine allesamt verbindet und das ist und bleibt der Sport ansich! In diesem Sinne:

    bleib(ts) sportlich!

    PS: zu Franzi: „sportlich“ nehmen kann man nur was, wenn das „Spiel“ auch sportlich fair war.

  • Günther Herzig

    |

    @Franzi,
    ich erlaube mir einen Beitrag, der aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gelöscht wird, weil er bereits vorher, ohne dass es einer Erwähnung des Vorgangs bedurft hätte, in dem digitalen Spam-Ordner landete.
    Der RTK hieß RRTK (Regensburger Ruder- und Tennisklub mit großer Tradition) und residierte am Schopperplatz, Oberer Wöhrd. Soweit ich mich erinnere, gab es in den 50-er Jahren 5 Plätze. Ein Teil an der östlichen Grenze war, glaube ich gepachtet von der evangelischen Wohltätigkeitsstiftung und musste irgendwann zurückgegeben werden.
    Die Mitgliederstruktur wies in dieser Zeit schon erhebliche Überalterungsspuren auf. In diesem Club zu sein war der Nachweis in Regensburg einer gehobenen Bevölkerungsschicht anzugehören. Entsprechend dünkelhaft verhielten sich manche damals.
    Von Jugendarbeit in dieser Zeit zu sprechen ist eine monströse Übertreibung. Wenn, wie aus dem Artikel zu entnehmen, heute allein 200 Kinder Tennis lernen und spielen, -bei Kindern und Jugendlichen immer mit dem Ziel Wettkämpfe zu bestreiten-, ist das eine phantastische Entwicklung (Boris Becker und Steffi Graf sei Dank)
    Eine Tennisanlage zu bauen oder zu entwickeln ist wahrscheinlich erheblich schwieriger, als einen Fußballverein zu gründen. Und wenn die vielen Kinder in der Lage sind ihren Tenniscourt mit dem Fahrrad zu erreichen, statt mit der Hilfe von Helikoptereltern, wie das oft beim Fußball zu beobachten ist, stellt das einen eigenen Wert dar. Aus manchen Bemerkungen ist meine ich immer noch die Abneigung der

    Apropos: Eine Pferderennbahn gab es schon mal. Was mit diesen Flächen passierte, könnte am besten Volker Tretzel erklären.

  • Achim

    |

    Ich mag Tennis und finde auch, dass es zu wenig Plätze dafür gibt. Allerdings spiele ich nun schon seit über 15 Jahre auf diesem Platz Fussball und wir nutzen das Gelände auch für mehrere Turniere im Jahr. Es gab immer mal wieder mehr Sportarten und Mannschaften als Plätze. Ein Platz wurde bereits für das Asylantenheim gebraucht und es war zeitweise gar nicht so einfach zu kompensieren. Organisatorisch hat es dann geklappt. Vielleicht schaffen wir das dann auch mit noch einer Fläche weniger. Allerdings bedeutet das Kompromissbereitschaft und Verzicht unsererseits. Möglicherweise wären wir ja dazu bereit, wenn es keine alternativen Flächen für den RTK gibt, es irgendwie umsetzbar ist und wir miteinbezogen werden…

  • Markus Feilner

    |

    Wie einige Vorredner schon schrieben, es geht doch nicht um Fussball et al vs. Tennis. Die Vereine dürfen hier nicht gegeneinander ausgespielt werden, nur weil einer davon bessere Kontakte zu den Sportpolitikern hat.

    Es geht eigentlich auch nicht darum, dass hier auf der einen Seite Hunderte Sportler und eine hohe zweistellige Anzahl Vereine profitieren, während auf der anderen Seite ein Verein und seine Mitglieder stehen.

    Die demokratische Entscheidung wäre so simpel, wenn man nicht die Klüngelei im Blick hätte, sondern das, was den Menschen nutzt. Der Tennisclub ist da meiner Meinung nach auch ein Opfer: Ein Opfer von Machtspielchen und Taktieren (jetzt) und schlimmstenfalls typischer Regensburger Freunderlwirtschaft oder Klientelpolitik (vorher).

    Ein* Entscheider*in, der den Sport und die Menschen in Regensburg im Blick haben will, der sollte auch den Mut und die Professionalität haben, hier die richtige Entscheidung zu fällen. Und die muss für die Menschen in den Vereinen richtig sein, nicht dem folgen, wo unter der Hand mal Versprechungen gemacht wurden.

    Und dem Tennisverein sollte man mindestens eine Entschuldigung geben, besser gar einen Ausgleich. Denn die haben sich sicher schlicht gefreut über den Flächenzuwachs.

  • R.G.

    |

    Im ersten Herbst, Winter und frühen Frühjahr werden die armen Kindelein beim Tennis voraussichtlich noch nicht richtig in Lebensgefahr sein, weil sie im Freien so arg frieren müssen, aber im zweiten Jahr spätestens erwarte ich Frostbeulen und schwerwiegende Erfrierungen wie bei einer Himalaya-Tour.

    Traglufthallen helfen gegen das Frostleid.
    ; )

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