CSU

Regensburg streicht Kulturpreis

architektenoscar„Sie sanieren den Haushalt nicht, wenn die Stadt ein Jahr lang keine Broschüren mehr druckt”, erklärte Oberbürgermeister Hans Schaidinger bei der CSU-Pressekonferenz am Montag mit Blick auf die angespannte Regensburger Finanzlage. Einsparungen in solch geringer Höhe seien kein adäquates Mittel, um die Geldknappheit zu bewältigen, so der OB.

Weshalb die Stadt deshalb einen ihrer drei Kulturförderpreise gestrichen hat, ist – nicht nur angesichts dieser Aussage – kaum zu erklären. Die eingesparte Summe liegt bei 1.500 Euro. Das ist ein nicht erwähnenswerter Bruchteil des städtischen Haushalts, der bei rund 500 Millionen Euro liegt. Der Arbeitskreis Kultur nennt die Einsparung denn auch eine „blamable, kulturfeindliche Maßnahme”. Das Preisgeld habe, verglichen mit anderen Städten, ohnehin kaum mehr als symbolischen Charakter, so der Vorsitzende Eginhard König. „Umso beschämender wirkt die Kürzung einer Förderung, die jungen Künstlern und neuen Gruppen zugute kommen soll.” Stadtrat Jürgen Huber (Grüne) nennt die Streichung ein „fatales Signal” für die Kulturszene. „Die Regensburger Grünen waren und sind der Meinung, dass die Kultur nicht der erste Bereich sein kann, bei dem gespart wird, während fragwürdige Vorhaben wie die Sallerner Regenbrücke oder das RKK am Ernst Reuter Platz weitergetrieben werden, was ein Vielfaches kostet.“

Seit 1971 wird der Kulturförderpreis der Stadt Regensburg in drei Kategorien vergeben, künftig nur noch in zwei. Auf der anderen Seite: Die Stadt streicht nicht nur Preise, sie führt auch neue ein. In diesem Jahr wurde erstmals ein Architekturpreis vergeben. Dafür gab es allerdings kein Geld, sondern drei „Architektur-Oskars” (Foto).

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9 Kommentare

  1. @veits

    Gratulation, Sie haben es durchschaut! Die Bewerbung hat nur einen Zweck, die Stadthalle zu puschen.

  2. @ victor lustig

    Ja – da ging es wohl darum, in die mit der Preisverleihung einhergehende und erhoffte zweistellige Millionenförderung zu kommen – um wieder zu bauen, zu bauen, zu bauen …

  3. Hallo Herr Aigner – es wurde nicht der Kulturpreis gestrichen, sondern es gibt statt 3 nur 2 Kulturförderpreise.
    Dennoch sollte man drüber nachdenken, ob die Einsparung dieser 1500 Euro das Gelbe vom Ei gewesen ist.
    Die 1500 Euro hätte der Kulturreferent sicherlich auch wo anders in seinem Etat finden können.

  4. Unglaublich, dass der Kulturpreis bloß 1500€ ist! Äh war! Soll das ein Witz sein? Jetzt sind wir aber nichtmehr weltweit an dritter Stelle führend oder? Aber bestimmt noch im vorderen Mittelfeld!
    Lohnt es sich da noch sich für Kultur einzusetzen, oder ist diese (ich möchte fast schon sagen symbolische) Politik eben nur dazu da Kultur zu zersetzen um sie dann durch etwas anderes zu ersetzen und noch ein paar Atrappen aufzustellenum sicherzustellen, das nichts nachkommt?
    Undenkbar in anderen Städten ist das!!!!!!!!Und das nach einer Kultur0hauptstadtbewerbung bei der Geld keine Rolle zu spielen schien.
    Ich bin gespannt ob das ewig so weitergeht und ob von oben genannten Gruppierungen ein wirkungsvollen Protest für einen freie Kultur auf die Beine gestellt werden kann, mit allen anderen Akteuren!

    Wie wärs denn mit nem Kunststreik?
    Wenn das niemanden stört, liegt das vielleicht auch an der schlechten Kunst.

    Ps: die Verantwortlichen sollten sich über jede kritische Stimme, die sie noch nicht erstickt haben freuen, denn wenn alles um sie herum schweigt ist dann sind sie arbeitslos verbeamtet oder haben auf einmal etwas mehr zu tun, weil sich niemand mehr anbiedert und der Schein gewahrt werden muß.

    MAXXXL

  5. ps.

    was in regensburg wirklich wichtig ist, das zeigt diese schlagzeile aus der “mz” von heute.

    “…Ironman Regensburg: Faris Al-Sultan startet…”

  6. manche erinnern sich vielleicht noch:

    vor einiger zeit wollte regensburg mal europäische kulturhauptstadt werden. die stadtspitze hatte weder kosten noch mühen gescheut. sogar brezen aus dem hubschrauber gab es…

    und jetzt verzichtet man wegen 1.500 € auf den kulturpreis. jämmerlich.

  7. es wird sehr schwierig werden, mit geringeren einsparungen eine
    größere öffentliche wirkung zu erreichen. wir haben keinen koffer
    voller geld, sondern vollller ideen
    eine kennen wir jetzt

  8. das ist mal wieder typisch und einfach beschämend für meine Stadt. Ich bitte bei den Künstlern um Entschuldigung für einen OB, der sich nur noch durch “Blinden Aktionismus” statt durch überlegte Handlungen auszeichnet.
    Gute Nacht Regensburg!!!

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