SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 24. November 2009

fh-marschDie Studierenden an der FH Regensburg sind Pragmatiker. Im Stanglmayerhörsaal läuft um kurz vor 15 Uhr gerade die Vollversammlung an. Es ist eng, in den Gängen und an den Türen stauen sich die Studis, von hinten drängen immer noch Menschen nach. „Kuschelt euch zusammen.” Die Besetzung liegt auch an der Fachhochschule schon seit Tagen in der Luft. Vor der Tür beginnen die ersten, sich häuslich niederzulassen. Für die mindestens 500 Teilnehmer im Plenum gibt es Getränke. „Wir sind vorbereitet”, meint ein Architektur-Student trocken und grinst. Vorbereitet sind auch die Organisatoren der Vollversammlung – der ersten überhaupt an der Regensburger FH. Ein zweiseitiger Forderungskatalog wird im Saal verteilt. Handzeichen und einige Diskussionsregeln, die einen reibungslosen und disziplinierten Ablauf gewährleisten sollen werden zusätzlich darauf erläutert. Die Forderungen sind konkret. Hier geht es nicht um die Weltrevolution, sondern um bessere Studienbedingungen. Eine Verlängerung der Regelstudienzeit, reduzierter Prüfungsdruck, eine andere Notengewichtung, studentische Beteiligung in den Prüfungsausschüssen, weg mit den Studiengebühren. Die Stadt Regensburg wird aufgefordert, sich an der Finanzierung des Studentenwerks zu beteiligen. „Realistische Forderungen”, lautet die Maxime, die Andreas Gmeiner vom Podium ausgibt. Auch wenn mancher gern mehr hätte, aber: „Wir wollen ernst genommen werden.” Die Diskussionen verlaufen ruhig und relativ zügig. Gibt es größeren Gesprächsbedarf, werden die Punkte in kurzfristig gegründete AGs ausgelagert; man hat schon aus den Erfahrungen an der benachbarten Uni gelernt. Dort läuft die Besetzung seit mittlerweile einer Woche. Bei einer Kundgebung im Vorfeld der Vollversammlung gab es gegenseitige Solidaritätsbekundungen. Fünf Musikpädagogen haben Politik und Hochschulleitung unter Applaus den (Gamsgebirg)marsch geblasen. Bayern ist das Bundesland mit den meisten besetzten Hochschulen. Die mal leiser, mal lauter formulierte Hoffnung der FH-Studis – „hoffentlich sind wir mit dabei” – tritt wenige Stunden später ein. BildungsstreikErst zu diesem Zeitpunkt, am Ende der Vollversammlung, lässt die Disziplin etwas nach: Bei der Diskussion über eine Besetzung der FH bricht immer wieder Applaus los. „Damit haben wir ein Ergebnis: Es kommt fürs erste zu einer unbefristeten Besetzung”, lautet die trockene Feststellung vom Podium. Damit wolle man den Forderungen Nachdruck verleihen, heißt es in dem entsprechenden Antrag. Es ist 17.21 Uhr. „Wer glaubt, dass uns die Luft ausgeht, täuscht sich”, murmelt ein angehender Maschinenbauer in Richtung der Medien. „Studieren und besetzen geht zusammen, wenn’s einem genügend stinkt.” Man darf davon ausgehen, dass bereits Pläne in Arbeit sind, um eine Rund-um-die-Uhr-Besetzung zu gewährleisten, via Twitter werden bereits Schlafsäcke und Decken organisiert. Hier haben sich Pragmatiker versammelt.

Fall Eisenberg: Tat wird nachgestellt

Die Regensburger Staatsanwaltschaft hat bei den Ermittlungen zum Tod des Studenten Tennessee Eisenberg eingelenkt. Wie der zuständige Oberstaatsanwalt Edgar Zach gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte, sollen Ermittler die Tat nun vor Ort nachstellen. Damit ist die Staatsanwaltschaft auf eine Forderung eingegangen, die von den Rechtsanwälten der Familie bereits im September erhoben wurde. Hintergrund sind die […]

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