„Ja mei, solang’s nix kaputt machen”

demo2Als es um Inhalte geht, sind die Schüler und Studierenden wieder weitgehend unter sich. Sie haben bereits den Uni-Campus erreicht. An die 2.000 sind es zum Schluss doch noch geworden, die am Mittwoch auf die Straße gegangen sind und damit ihren Protest gegen die herrschende Bildungspolitik fortgesetzt haben. Auch einige Gewerkschaftler, Lehrer und Dozenten haben sich unter die Demonstranten gemischt. In die Breite bringen die Studis ihrer Forderungen bislang nicht. Zumindest nicht auf dem Domplatz. Dort gibt es keine erwähnenswerte Kundgebung. „Ich will nicht so viel über unsere Inhalte sagen”, bekennt der Redner auf dem Domportal. Das merkt man. „Es geht richtig geil ab”, freut er sich über die eintrudelnden Demonstranten, er bedankt sich bei den Energiekonzernen fürs gute Wetter (Klimawandel), lobt die Polizei, die sich bislang als Freund und Helfer gezeigt habe, schimpft auf den massiven Lobbyismus in der EU, „ob nun von Rüstungskonzernen oder der Bertelsmannstiftung”, und vergisst nicht zu erwähnen, dass „wir auf Sexismus und Rassismus scheißen”. Ansonsten: „500 Euro pro Semester ist einfach voll daneben” und „Schnauze voll von politischen Aussagen, denen seit Jahren keine Handlung folgt”. Dann geht’s los – Richtung Uni. Lautstark, auffällig und mit vielen Transparenten. „Bildung ist ein Menschenrecht”, „Reiche Eltern für alle” oder „Humboldt statt Heubisch” steht darauf. Schülerinnen von FOS/BOS oder Albrecht-Altdorfer-Gymnasium haben Solidaritäts-Transparente dabei. Der Protest erhält Zuspruch. Sei es nun der eine oder andere applaudierende Passant am Straßenrand, Regensburger, die sich mit nach oben gestrecktem Daumen aus ihren Fenstern beugen oder eine ältere Dame, die, als der Demonstrationszug an ihr vorbei kommt, meint: „Ja mei, solang’s nix kaputt machen.” Kaputt gemacht wird an diesem Tag nichts. Die Polizei lobt in ihrer Pressemitteilung ausdrücklich den friedlichen und „völlig unproblematischen” Verlauf der Demo. Polizeidirektor Wolfgang Mache zeigt sich auf der Galgenbergbrücke besonders zuvorkommend und holt für die Ordner ein Megaphon aus dem Kofferraum seines Streifenwagens. Im Gegenzug werden einige Schüler und Studenten, die sich gerade zu einer Sitzblockade auf der Friedenstraße niederlassen von den Ordnern aufgefordert, weiter zu gehen. „Freie Fahrt für freie Bürger? Freie Bildung für freie Bürger!” steht auf dem Transparent, das vorneweg getragen wird. Autofahrer hupen rhythmisch als der Zug vorbei kommt. Es klingt zustimmend. DSCF1250An der Uni angekommen, es dämmert bereits und wird kühl, erhält der Protest etwas Breite. Inhaltlich. Eine Studentin schildert ihren stressigen Uni-Alltag. Den Lerndruck, die Nebenjobs, Prüfungsdruck, Studiengebühren. „Die Selektion von Kindesbeinen an findet an den Hochschulen ihren Höhepunkt”, lautet ihr Fazit. Sozialschwächeren werde die Chance auf universitäre Ausbildung genommen. „Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weiter auseinander.” Robert Wengert, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaften (GEW), attackiert die zunehmende Privatisierung im Bildungsbereich. Das Konzept „Bildung neu denken” ist für ihn ein schlagendes Beispiel. Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) hat unter dieser euphemistischen Bezeichnung eine Studie zur Reform des deutschen Bildungswesens in Auftrag gegeben. „Bildung darf nicht im leeren Raum stattfinden, sondern muss sich am Vollzug des Lebens, der Arbeit und des Berufes orientieren”, heißt es darin. „Kostenbeteiligung der Nutzer von Bildungseinrichtungen” oder „Erleichterung der Privatisierung von Bildungseinrichtungen” sind weitere Thesen des Forderungskatalogs. „Der Markt wird damit zur einzigen Orientierungsnorm”, kritisiert Wengert. Vieles wurde von der Politik bereits umgesetzt, z.B. Studiengebühren, Verschulung, Orientierung des Studiums an den Bedürfnissen der Wirtschaft. „Die Regierungsvorgaben der schwarz-gelben Koalition stehen weiter für soziale Auslese und Elitenbildung.” 4133433571_2eb73c4b0f1Klare Worte, denen am Schluss der Kundgebung einer der Besetzer das Modell entgegen hält, das sich die Studenten im zentralen Hörsaalgebäude glauben, geschaffen zu haben. Eigenes Veranstaltungsprogramm, eine Volksküche, Arbeitsgruppen, in denen Bildung „tatsächlich neu gedacht” werden soll. „Das alles basiert nicht auf Geldwirtschaft, sondern auf Kooperation und Dialog”, beschreibt der Besetzer seine Vision. Der Platz vor der Unikugel ist zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich leer geworden. Am Freitag probt die Gewerkschaft ver.di die Vernetzung und lädt um 15 Uhr zum Workshop für Studierende und Beschäftigte an den Regensburger Hochschulen in den H10. Ein „Campus der Zukunft“ steht auf der Agenda. P.S.: Die Besetzer an der Universität Regensburg äußern sich regelmäßig auf ihrer Webseite.

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Kommentare (27)

  • Besetzer

    |

    Wer uns an der Uni/FH helfen will:

    Spendengesuch der Besetzer_innen* der Universität Regensburg

    Sie finden uns im zentralen Hörsaalgebäude. Wir können größere Sachen auch selber abholen. Solidarität hilft uns allen! Sie erreichen uns unter: ag_mobilitat@web.de

    Müllbeutel, Kabeltrommel, Lampen, Mehrfachstecker, Besen, Kochtöpfe, mobile Herdplatten, Obst&Gemüse, internetfähige PCs, Lappen, Geschirr, Besteck, Tassen, Schnur, Matratzen, Kissen, Farben, Decken, Ordner, Batterien AA, Kehrschaufel, Sofas, Staubsauger, Spülmittel, Klebeband, Eddings, Kühlschrank, Fahrräder und Weingläser

  • Manfred Veits

    |

    „Das alles basiert nicht auf Geldwirtschaft, sondern auf Kooperation und Dialog”,

    Den Mangel an Kooperationswilligkeit und -fähigkeit zu überwinden, ist (iS Kondratieffs)die(!) Basisinnovation des 21. Jahrhunderts.

  • Manfred Veits

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    „Wenn wir weiter kritisches Denken und Eigenständigkeit fördern wollen, brauchen wir den Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden“, sagte Frau Prof. Wintermantel, HRK-Präs.

    Und: mutiges Handeln. Nämlich von der Politik wirkmächtig das notwendige GELD einzufordern.

  • Joachim Datko

    |

    Zuviel Geld im Bildungssystem!

    Zu „Nämlich von der Politik wirkmächtig das notwendige GELD einzufordern. … Manfred Veits am 26. Nov 2009, 11:16“

    Es wird im Bildungssystem viel zu viel Geld sinnlos verbraten. Wir werden eines Tages noch am Bildungsbürokratismus ersticken.
    Man sollte die Schul- und Studienzeiten verkürzen.
    Ich würde z.B. den Religionsunterricht ersatzlos streichen.
    Siehe auch:
    „Jeder zweite Deutsche würde den Religionsunterricht streichen.“
    http://sonntags.zdf.de/ZDFde/inhalt/10/0,1872,2268106,00.html?dr=1

  • eduard buchinger

    |

    an @Manfred Veits und @all

    Ja endlich tut sich was, auch in den Köpfen
    der Regensburger Bürgerschaft nebst ihrer
    sogen. Vertreter!
    Das war ja nicht mehr auszuhalten, 500,–E „Studienbeiträge“, Verschlung und Einschränkungen den Studiums,
    viel zu kurze und belastende – orientierungsbe- schränkte Bachelor – Master Studiengänge, Stagnatiion der Lehre und Verschlechterung der Lernbedingungen etc …!

  • Da Bene

    |

    500,-€ fürs studieren sind zuviel, aber monatlich 800,- versaufen, dem Pizza Dienst und den Mobilfunkbetreibern opfern geht schon , oder ?!!

    Von der sämtlichen Lehranstalten sollte man solche Gestalten schmeissen.
    Wie üblich frech, vorlaut und gerade aus den Windeln raus.
    So etwas will künftig Führungspositionen irgendwo bekleiden. Gott bewahr uns !!
    Aber wahrscheinlich sind die, die am lautesten brüllen mit Studiengängen unterwegs, die völlig zweckfrei sind.

    Nur weiter so, die Rechnung kommt, ganz sicher.

  • Heribert

    |

    @ da bene

    Interessant, was Sie so von sich geben.

    Was ist den ein „zweckfreier“ Studiengang?
    Woher haben Sie Ihre Zahlen (800 Euro für Pizzadienst etc.)?
    Wissen Sie, wie viele Arbeiter- und Angestelltenkinder nicht mehr studieren, weil sie es sich nicht leisten können?

    Und generell: Was ist Ihnen denn zu frech und zu vorlaut?

    Sie geifern nur rum. Woher nur diese Aggressivität?

  • Roland Hornung

    |

    @da bene

    Scusi, cosa vuoi ?

    Warum so aggressiv ?

    Was ist ein “ zweckfreier “ Studiengang, was
    dann im Gegensatz ein “ zweckunfreier “ oder
    “ zweckgebundener “ ???

    Vielleicht
    “ zweckfrei “ = eigenständiges Denken ?

    Und

    “ zweckgebunden “ = nach obenbuckeln, nach
    unten treten ???

    Viele Fragen von Roland Hornung

  • deejay12345

    |

    ich möchte mich mal kurz als arbeitgeber zu dem ganzen äussern. zum einen vorneweg: die studiengebühren empfinde ich als zu hoch. 100 – 200 euro pro semester sind das höchste der gefühle (wenn überhaupt). ebenfalls sollte das geld zu 100% den studierenden wieder zugute kommen. dann macht das ganze sinn. auch würde ich herausragende studenten oder schulabgänger von der gebührenpflicht ganz befreien. leistung muss belohnt werden. hier hätte man die möglichkeit dazu.

    im gleichen atemzug würde ich aber auch die leute zur kasse bitten, die die uni als schönen warmen platz zum erholen sehen oder nach dem dritten studiumswechsel immer noch nicht wissen was sie mal werden wollen. diese schwarzen schafe sollen die möglichkeit haben zu studieren was sie wollen. aber bitte nicht auf kosten der allgemeinheit.

    ich bin für eine regelstudienzeit. diese muss angemessen sein und muss auch das wiederholen eines semesters beinhalten. wird es aber mehr, muss es aus eigener tasche bezahlt werden.

    zu den anderen forderungen: leider ist es mittlerweile so, dass man als normaler mittlerständler einen deutschen absolventen kaum mehr berücksichtigen kann. die leistung an sich ist dabei nicht das problem. es gibt genug bewerber, darunter finden sich immer wieder ein paar sehr gute. das problem sind die immensen vorstellungen bezüglich gehalt und auch flexibilität. da muss der deutsche absolvent umdenken. und das ganz schnell. wir haben mittlerweile einen offenen markt.

    absolventen aus dem ausland befinden sich vom können her mittlerweile auf augenhöhe mit deutschen hochschulabsolventen. die leistungsbereitschaft, die flexibilität sowie das eigenständige weiterbilden sind um vielfaches höher. hier muss ein umdenken her, sonst bleibt der deutsche (mit bachelor oder ohne) auf der strecke. mir wird zu viel diskutiert und zu wenig geleistet.

    das sich natürlich sofort auch die gewerkschaften wieder dran hängen ist klar… dabei sind die es doch, die deutsche arbeitsplätze vernichten wie die sonne wasser in der sahara. gewerkschaften sollten sich nicht nur bei uns umsehen, sondern auch begreifen, dass der markt offen ist und ihre forderungen internationalen kriterien anpassen. ich kann nichts für die globalisierung.

    die menschheit an sich will frei, demokratisch und grenzenlos sein. arme länder holen auf und erreichen wohlstand. das war von den westlichen ländern gewollt und jede menschenrechtsorganisation hat dafür gekämpft. man hat mit den armen ländern viel geld verdient. jetzt stehen die auf eigenen füßen und bringen ebenfalls gute leute hervor die auch ins ausland (zu uns oder anderswohin) wollen.

    jetzt muss man sich auch mal mit den nachteilen der globalisierung beschäftigen. der konkurrenzkampf wird höher und härter. bitte liebe studenten (und ich war selbst mal einer): berücksichtigt das in euren forderungen! lasst euch nicht auf die gewerkschaften ein, sondern denkt eine runde weiter.

    ich stehe in vielen punkten auf seiten der studierenden. aber bei manchen punkten muss ich mich kopfschüttelnd fragen in welcher welt sie leben beziehungsweise was sie damit erreichen wollen. weniger bereitschaft sich durch das studium zu „quälen“ verschafft keinen vorteil. im gegenteil.

  • Daniel Gilch (Schülersprecher FOS/BOS)

    |

    ich möchte mich hier recht herrzlich bei allen demonstranten für ihr erscheinen bedanken. ohne euch wäre die harte arbeit der letzten 5 tage vergeblich gewesen ;)

    ich denke, die tatsache, dass wir es mit einem organisationsteam von 13 leuten – wovon zu jeder zeit ca 6 bis 7 da waren – und 5 tagen planungszeit geschafft haben eine demo mit annähernd 2000 schülern, studenten, lehrern, dozenten, eltern, gewerkschaftlern und sonstigen gruppen auf die beine zu stellen, ist anzeichen genug, dass sich etwas ändern muss! dass man nicht länger an der bildung sparen darf, keine soziale ungerechtigkeit mehr herrschen und nur schwer zu beweältigender druck auf studenten und schüler nicht mehr die regel darstellen dürfen!
    der staat muss sich wieder selbstfinanzieren!

    mfg daniel gilch

  • Tommy

    |

    Aus dem Bereich „Unterstützer“ der Homepage regensburg-besetzt.de zur Kenntnis:

    Zitat Anfang.
    „Vielen Dank!
    Wir bedanken uns für die Spenden!
    Atlantis (Geldspende)
    Bäckerei Ebner (Sachspende)
    Brauerei Thurn & Taxis (Sachspende)
    CityBioMarkt (Sachspende)
    Fix und Flott (Sachspende)
    Getränke Nagler (Sachspende)
    Händlmaier (Sachspende)
    IG-Metall (Sachspende)
    Jet-Tankstelle Bajuwarenstraße
    Jugendherberge Regensburg (Sachspende)
    Kaufland Abt.Arcarden
    Mc Donald’s (Sachspende)
    Privatkellerei (Sachspende)
    Sarik Feinkost (Sachspende)
    Thurn und Taxis (Sachspende)
    Ver.di (Sachspende)
    Werkhof Regensburg (Sachspende)
    Frau Christine Frey (Geldspende)“
    Zitat Ende.

    Händlmaier, Kaufland, McDonalds, Thurn und Taxis…. alles für nen „guten Zweck“.

    Prost! Mahlzeit!

  • Joachim Datko

    |

    Vernünftig wirtschaften
    – deutsches Bildungssystem ist zu teuer und zu ineffektiv.

    Wichtig sind kürzere Durchlaufzeiten in Schulen und Hochschulen, es ist vieles überflüssig.

    Zu „Daniel Gilch (Schülersprecher FOS/BOS) am 26. Nov 2009, 18:55“

    Die Verschuldung darf nicht mehr steigen. Die Bevölkerung nimmt massiv ab, die Bildungskosten müssen sinken.

    ( landkreis-regensburg.de : “Die Schülerzahl an den Grundschulen ging gegenüber dem Vorjahr um 215 Schüler (2,62 %) zurück. Auch die Zahl der Schulanfänger reduzierte sich um 8,22 %.”)

    Wohin kann Maßlosigkeit und zügellose Verschuldung führen?
    Aktuelles Beispiel:
    „Dubai ist überschuldet. … Lange hat Dubais Herrscher Scheich Mohammed bin Raschid al Maktoum ein großes Rad gedreht.“
    Siehe:
    http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentar-unternehmen/glitzerstaat-am-ende-dubai-faellt-seinen-ambitionen-zum-opfer;2490111

    Ich kann vor den Verschwendern öffentlicher Mittel nur warnen!

    http://www.monopole.de/Datko.gif

  • Desmo

    |

    Zitat von deejay12345:

    „das sich natürlich sofort auch die gewerkschaften wieder dran hängen ist klar… dabei sind die es doch, die deutsche arbeitsplätze vernichten wie die sonne wasser in der sahara. gewerkschaften sollten sich nicht nur bei uns umsehen, sondern auch begreifen, dass der markt offen ist und ihre forderungen internationalen kriterien anpassen. ich kann nichts für die globalisierung.“

    Was für ein hanebüchener Unfug!

  • deejay12345

    |

    @Desmo

    eher weniger unfug… was hat eine gewerkschaft an der uni zu suchen? dort werden die leute ausgebildet die in den führungsetagen sitzen (sollen, evtl mal werden). das sind genau die leute, die die gewerkschaften bekämpfen. das steht also für mich im krassen gegensatz.

    die gewerkschaften treten für arbeitnehmerrechte ein. seit wann sind gewerkschaften partner der eliten??? lesen sie mal wie viele jobs und gelder gewerkschaften verbrannt haben nur weil man nicht die augen aufmachen möchte und an veralteten strukturen festhält. wenn sie dieses wissen haben, unterhalten wir uns weiter.

  • Heribert

    |

    @deejay

    was hat eine gewerkschaft an der uni zu suchen?
    na ja: dort gibt es auch zukünftige arbeitnehmer. für die rechte von arbeitnehmern einzutreten bedeutet nicht zeitgleich arbeitgeber zu bekämpfen. das sagen allenfalls solche, die glauben, man könne leute zu löhnen beschäftigen, die kaum fürs existenzminmum reichen. dann bin ich froh, wenn die gewerkschaft solche arbeitgeber „bekämpft“. wobei: wann geschieht das eigentlich noch?

    an den unis sind nur leute, die später in den führungsetagen sitzen? wo leben sie eigentlich? das war vielleicht in den 60er oder 70er jahren so.

    es ist immer wohlfeil, feste auf die gewerkschaften einzuürügeln, die sich sowieso bei den vergangenen lohnrunden sauber zurückgehalten haben.

    sie geben hier lediglich durch nichts belegte vorurteile von sich.

  • deejay12345

    |

    @heribert

    sie sagen es: zukünftige arbeitnehmer! dazu aber weiter untern… das man das lohndumping bekämpfen muss ist unbestritten. arbeit muss ihren preis haben.

    jetzt kommt das aber: es muss realistisch sein. mir geht bei allem gestreike totalst gegen den strich, dass man sich internationalen gegebenheiten nicht öffnet. man wollte die grenzöffnungen, jetzt muss man aber auch die augen aufmachen was das für den arbeitsmarkt bedeutet.

    was nutzt es dem studenten heute, wenn das lehrpensum heruntergefahren wird, der abschluss aber nichts mehr zählt. man darf bitte nicht vergessen was vor ein paar jahren gefordert worden ist: die bildung in deutschland muss wieder höher werden. jetzt schreit man: das ist alles zuviel! komisch ist nur, dass es einige (viele) trotzdem schaffen…

    sie sagen es in ihrem text: an unseren unis wachsen eben nicht mehr die eliten, führungskräfe, die denker und wisschenschaftler von morgen heran. warum? weil mittlerweile jeder studieren kann, ob er nun das zeug dazu hat oder nicht. das zieht natürlich auch die guten mit runter und verlangsamt die studien.

    jetz sag ich einen bitterbösen satz (aber anders kann ich es leider nicht umschreiben): die natürliche auslese ist an unseren unis nicht mehr vorhanden. sie hat versagt. leute die nichts an einer uni zu suchen haben blockieren mit ihrer dummheit die guten.

    gerade der nahe ostblock hat aufgeholt. dort kommen extrem gut ausgebildete leute zu uns. mit einem riesen vorteil: die mehrsprachigkeit. englisch, russisch, chinesisch. diese sprachen beherrschen nun mal das weltgeschehen. französisch und spanisch braucht man international nicht mehr (wobei es sicherlich kein nachteil ist).

    man muss mit seinen forderungen aufpassen (und das wissen auch die politiker): schraubt man das system zurück, verliert man den anschluss. dann ist ein abschluss nichts mehr wert. dann haben auch ihre gewerkschaften tatsächlich viele kunden: mehr oder weniger studierte menschen die bei bmw um arbeit am fließband betteln.

    es ist ein schmaler grad. geht es um studiengeführen unterschreibe ich alles. das muss weg oder krass zurückgefahren werden. was aber die qualifikation angeht, müssen sich die deutschen absolventen anstrengen. und dass wollte ich mit meinem post sagen, weil ich es tagtäglich vor augen habe: ausländische hochschulabsolventen sind mittlerweile gleich stark wenn nicht sogar besser ausgebildet, haben aber nicht die überzogenen vorstellungen deutscher studenten auf dem arbeitsmarkt (wobei ich nicht ausschliesse das das noch kommt). das ist eine gefahr. nicht für mich. mir kann es eigentlich egal sein. aber für die nächste generation.

    kurz noch zu den gewerkschaften: ihre punkte die sie ansprechen sind richtig. keine frage. was hat aber das an einer uni zu suchen? muss man heute schon mitglieder für die gewerkschaft (was übrigends auch einen beitrag kostet) werben? anscheinend ja. die gewerkschaften können hier nämlich nicht sonderlich viel beitragen…

  • eduard buchinger

    |

    an @Roland Hornung und @da bene

    Bona sera Senior Rolando Hornung!
    Come sta…?

    Viele Fragen von Prof. Dr. Roland Hornung FH Regensburg …?“

    Mit dem allergrößten Vergnügen, col più grande piacere, möchte ich Ihnen: Was Ihre Fragen betrifft, aus ganzem Herzen eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung
    ausstellen dürfen!“ Brego …!
    Grazie molto, Sie fragen zwar ziemlich persönlich und wertend,
    z.B.
    # @da bene

    Scusi, cosa vuoi ?

    Warum so aggressiv ? #,

    …dennoch zielführend und erfahren!“
    Brego, bekommen Sie, Senior Hornung, auch ausreichende
    Antworten?
    Gerne würde ich, MEHR ;-) diessbezügliches persönliches Engagement von Ihnen in der FH
    Regensburg RÜCKGEMELDET bekommen. Bisher waren es
    wohl noch mehr Lippenbekenntnisse, oder …?
    Nachträglich,
    buon compleanno – alles Gute zum Geburtstag! :-)

    Arrivederci Senior Hornung

  • Desmo

    |

    Zitat von deejay12345 „das sind genau die leute, die die gewerkschaften bekämpfen. das steht also für mich im krassen gegensatz.“

    Kann es sein daß sie grundlegende Übereinkünfte dieser Gesellschaft nicht verstanden haben?

    Zum Ersten: Nur ein kleiner Bruchteil der Absolventen wird „Wirtschaftselite“, der überwiegende Rest wird abhängig Beschäftigter. Was von großen Teilen der sogenannten „Elite“ zu halten ist sieht man im Moment an der Wirtschafts- und Finanzkrise, sowie an den Reaktionen der Politik, die eigentlich nichts verändert hat. Die nächste Blase ist also durch Versagen der „Eliten“ auf ganzer Linie vorprogrammiert.

    Zweitens: Hier bekämpft sich niemand! Gewerkschaften vertreten die berechtigten Interessen von abhängig Beschäftigten. Von „bekämpfen“ würde wohl nur jemand sprechen, der eine Interessensvertretung der Beschäftigten nicht anerkennt. In diesem Fall sollte man seine demokratische Grundeinstellung überprüfen.

    Drittens: An der Uni in Regensburg arbeiten 4000 Beschäftigte. Wer sollte die vertreten, wenn nicht die Gewerkschaft? Daß eigentlich auch Studierende dringend eine Gewerkschaft brauchen sieht man im Moment. Die Bildungspolitik ist dem hin und her der Parteien ausgeliefert und das Resultat sehen wir. Überparteilich und unahängig vertreten kann nur eine Gewerkschaft.

    Desmo

  • Desmo

    |

    Zitat von deejay12345: „lesen sie mal wie viele jobs und gelder gewerkschaften verbrannt haben nur weil man nicht die augen aufmachen möchte und an veralteten strukturen festhält. wenn sie dieses wissen haben, unterhalten wir uns weiter.“

    Sorry, es sind immer noch Arbeitgeber, die Betriebe schliessen, Menschen raus werfen, andere Betriebe nieder konkurieren, Aktienkurse manipulieren, Märkte zerstören oder übernehmen … inwiefern haben Gewerkschaften Jobs auf dem Gewissen? Weil sie Löhne erstreiten, von denen die Beschäftigten leben können sollen?

    Welche „veralteten“ Strukturen meinen Sie?

    Welche Gelder meinen Sie?

  • Hans

    |

    Wirtschaftselite ??? Wo soll die denn sein oder ist Elite seit neuen ein Schimpfwort das sind doch die die zu blöd waren die Wirtschaftskrise zu sehen was ja nicht wundert wenn man nicht einmal ein bisschen addieren
    multiplizieren und Graphen lesen kann sondern nur möglichst viel profit für sich rausholen will als „technischer Mensch“ kann ich die Wirtschaftsheinis nur belächeln tja es ist traurig früher hat ein Geschäftsführer einer Firma „nur“ das 100 fache seines Facharbeiters verdient und denn Rest gespart oder investiert tja nun schaut man das man selbst möglichst viel geld einschiebt und das die Aktionäre Glücklich sind es wird so kalkuliert das man grad so bei Null rauskommt… Die Mittelständischen Firmen sind die einzigen die unseren Staat am Leben halten Studiengebühren gehören endlich richtig eingesetzt oder abgeschafft das lustige oder traurige ist ja das die Lehrstühle genügend Geld haben die wissen nicht wohin damit aber für das marode uni Gebäude und das Personal ist der Staat zuständig dieser gibt die Gebühren ja direkt an die Lehrstühle weiter aber die können ja kein neues Gebäude bauen das kann ja nur der Staat der wieder rum kein Geld dafür hat usw… hm blöd man sieht mal wieder wie „schlau“ unsere Politiker sind manchmal frage ich mich echt ob die ihren Verstand abgeben müssen oder ob diese die ganze zeit betrunken sind

  • deejay12345

    |

    zitat: „hm blöd man sieht mal wieder wie “schlau” unsere Politiker sind manchmal frage ich mich echt ob die ihren Verstand abgeben müssen oder ob diese die ganze zeit betrunken sind“

    da ist was wahres dran :D

    ich möchte bitte nicht mißverstanden werden: ich hab nichts gegen gewerkschaften. ich frage mich nur, was diese zum jetzigen zeitpunkt an der uni zu suchen haben? die 4000 angestellten gab es schon vorher.

    derzeit wird in den medien mehr darüber gesprochen wer die studierenden alles unterstützt. wer was zum essen organisiert oder wer sich solidarisch erklärt und dort einläuft. der eigentliche kern der sache geht dabei unter. so wirkt es auf jeden fall auf mich. ich habe gestern erst wieder einen bericht auf n-tv gesehen. dort wurden zulieferer und gewerkschaftsmitglieder interviewt. der zulieferer sagt für mich den satz des tages: „man muss in der heutigen zeit da sein wo es interessant ist. so hält man sich im gespräch“. fand ich mutig und ehrlich das er zugibt, das ihm der streik eigentlich egal ist. hauptsache er bekommt kostenlose werbung und ein gutes image. sowas kommt immer gut beim konsumenten…

    @desmo: noch kurz was zur wirtschaftskrise: warum kam die bei uns bislang noch nicht „richtig“ nicht an? weil dieses jahr wahlen waren und der staat gelder verschenkt hat um das ganze zu stabilisieren bzw. zu verschleppen… das schlägt schon noch richtig durch. keine angst. und genau deswegen, weil an unseren unis eben keine „eliten“ mehr rauskommen die soetwas sehen und lösungen dafür präsentieren können, sollte man die lehrpläne und das pensum der zeit anpassen. ich kann nur aus meinem alltag berichten: und da habe ich mit vielen absolventen aus dem ostblock zu tun die unblaublich viel wissen auch zu diesem thema haben und sehr gute arbeitsansätze liefern. diese qualifikation fehlt mir bei den deutschen (ich kann aber auch nur für den wirtschaftsbereich sprechen). daher aber meine frage: wie kann es das geben? warum hinken wir als bildungsland dem ausland so hinterher? und das nicht erst seit ein paar jahren, sondern jahrzehnten. die anderen haben unseren schlaf ausgenutzt. jetzt zahlen wir die zeche…

  • Roland Hornung

    |

    @ Don Eduardo Buchinger

    Ho declamato una “ lezione alternativa “ per
    gli studenti/ studentesse nella aula occupata.

    E – che cosa fa Lei ?

  • eduard buchinger

    |

    an @ Profesore Doktores Rolando HORNUNG

    # Ho declamato una ” lezione alternativa ” per
    gli studenti/ studentesse nella aula occupata.

    E – che cosa fa Lei ? #

    Von Roland Hornung am 29. Nov 2009, 13:10 Uhr

    verehrter Roland Hornung ich weis doch wie sehr
    Sie mit stdentesse nella aula occupata – beschäftigt sind, deswegen auch weiter viel
    Fortuna mit lieben studenten/inner

    Servus

  • eduard buchinger

    |

    an @Roland Hornung ;-)

    „“ E – che cosa fa Lei ?

    Von Roland Hornung am 29. Nov 2009, 13:10 Uhr „“

    Sehr geehrter Prof. Dr. Roland Hornung, Sie
    fragen: „E -che cosa fa lei?“…
    Leider kann nicht „jeder so gut Italenisch, wie
    Sie es vorgeben!

    Allerdings, will Ihnen keiner etwas böses, ich
    hoffe jetzt inständig, dass damit Ihre wehrte
    Frage beantwortet ist. In vollem Verständnis für Ihre Lage, …Merci!

    :-) ;-) :-( ;-)

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