SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 18. Mai 2021

Er war ein Fürst zu Sayn-Wittgenstein, nannte sich sich aber auch YAH, Arkon oder Augustus. Als „Führer der plejadischen Sternflotte“ versprach er denen, die an ihn glauben, göttliche Weisheit. Tatsächlich ist der „weltweit bedeutendste zeitgenössische Mystiker“, der in einem niederbayerischen Weiler Anhängerinnen um sich scharte, ein Kindervergewaltiger mit Faible für Pornos, Porsche und Reichsflugscheiben. Eine Reportage.

Ausschnitt aus einem Einladungsflyer zu einem ZEN-Seminar 2005 in Österreich.

Es ist Mittwoch, der 17. März 2021, kurz nach 9 Uhr morgens. Die Vorsitzende Richterin Elke Escher verliest das Urteil. Der Angeklagte ist schuldig des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in 75 tatmehrheitlichen Fällen. Unter Einbeziehung einer Strafe wegen Steuerhinterziehung bedeutet das: sechs Jahre und vier Monate Haft. Eine Simultandolmetscherin übersetzt dem englischsprachigen Täter den Urteilsspruch ins rechte Ohr. Er muss damit gerechnet haben. Die Taten hat er wenige Tage zuvor in vollem Umfang gestanden. Eine Regung zeigt der Vergewaltiger nicht.

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