Entdecke Veranstaltungen in Regensburg Alle Kultur Oekologie Soziales Kino

Autor Archiv

Zuerst Richard Williamson und jetzt der notorische Judenhasser Gerd Walther: Zum zweiten Mal in kurzer Zeit wurde ein Strafbefehl der Regensburger Staatsanwaltschaft gegen einen Holocaustleugner wegen formaler Fehler aufgehoben. Wie uns Oberstaatsanwalt Dr. Wolfhard Meindl bestätigt, hat das Landgericht Regensburg das Verfahren wegen Volksverhetzung gegen den 65jährigen Gerd Walther eingestellt. Begründung: In der Anklage werde der Tatvorwurf nicht ausreichend beschrieben. Derzeit laufe dagegen eine Beschwerde der Regensburger Staatsanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Nürnberg. Gert-WaltherBeim ersten Verfahren gegen den holocaustleugnenden Piusbruder Richard Williamson 2010 hatte der bereits gerichtsbekannte Berliner Gerd Walther (Foto links bei der Verhandlung in Regensburg 2011) sich vor die laufenden Fernsehkameras gedrängt und unter anderem behauptet: „Die Gerichte haben doch bei den Auschwitzprozessen Beweisnotstand. Es gibt keinen forensischen Beweis für die Offenkundigkeit des Holocaust.“ Es folgte eine Strafanzeige und ein Strafbefehl wegen Volksverhetzung. Vom Amtsgericht Regensburg war der Mann deshalb im Mai 2011 zu einer Bewährungsstrafe von vier Monaten verurteilt worden. Angesichts von Walthers Vorstrafenregister – unter anderem Volksverhetzung, Betrug, Vortäuschen einer Straftat – ein eher mildes Urteil.

Der Gerichtssaal als Bühne

An den zwei Verhandlungstagen nutzte Walther die Gerichtsverhandlung in Regensburg, um im Rahmen eines stundenlangen Monologs den Holocaust zu relativieren, zu leugnen und seinem pathologischem Judenhass freien Lauf zu lassen. Der Berliner gilt als Sprachrohr des Rechtsterroristen Horst Mahler und dessen Lebensgefährtin Sylvia Stolz, die beim Prozess auch anwesend war. Gegen die Verurteilung durch das Amtsgericht ging Walther in Berufung. Nachdem der Prozess mehrfach verschoben wurde, stellte das Landgericht das Verfahren am 13. Februar schließlich ein. Die Anklageschrift habe die Tat nicht ausreichend beschrieben, heißt es auf Nachfrage beim Gericht zur Begründung.

Schon bei Williamson: Formfehler im Strafbefehl

Bereits beim von großem Medienrummel begleitetem Verfahren gegen Bischof Richard Williamson musste sich die Regensburger Staatsanwaltschaft vom Oberlandesgericht Nürnberg ins Stammbuch schreiben lassen, dass ihr Strafbefehl und die daraus resultierende Anklageschrift fehlerhaft sei. Nachdem Williamson zunächst von Amts- und Landgericht zu Geldstrafen verurteilt worden war, hob das Oberlandesgericht diese Beschlüsse entsprechend auf und stellte das Verfahren ein. Die Staatsanwaltschaft stellte einen neuen Strafbefehl aus, erhob im vergangenen Jahr erneut Anklage und erreichte beim Amtsgericht erneut eine Verurteilung. Ob diese in den kommenden Instanzen Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Williamsons Rechtsanwälte wollen notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Holocaustleugnung für Spezialisten

Inwiefern der Tatvorwurf gegen Gerd Walther in der Anklage der Staatsanwaltschaft nicht ausreichend beschrieben worden sein soll, war am Mittwoch nicht zu erfahren. Sämtliche Akten befänden sich derzeit beim Oberlandesgericht, so Sprecher Wolfhard Meindl. Insofern könne man zu Details keine Auskunft geben. Es ist aber wahrscheinlich, dass Walthers Formulierung damit zu tun haben dürfte: „Es gibt keinen forensischen Beweis für die Offenkundigkeit des Holocaust.“ Bereits seit Jahren versuchen Walther und seine Schwestern und Brüder im Geiste, die Holocaust-Leugnung über diese Hintertür zu legalisieren: Man leugnet einfach nicht mehr den Massenmord an den Juden, sondern das Wissen um die eindeutigen und lange bekannten Beweise für diesen Massenmord.

Verurteilung „trotz aller Wortspiele“

Das Amtsgericht Regensburg ließ sich davon seinerzeit nicht beeindrucken. „Trotz aller Wortspiele“ bleibe sowohl objektiv wie subjektiv die Behauptung, dass der Massenmord an den Juden nicht stattgefunden habe, begründete Richterin Ursula Schimke-Kinskofer damals Walthers Verurteilung. Mit einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Nürnberg zur Beschwerde der Regensburger Staatsanwaltschaft wird nicht vor drei Monaten gerechnet. Walther selbst feiert die Einstellung als Erfolg und ruft zum „2. Deutschen Befreiungskrieg“ auf.  
Wie sich der DGB ein dickes Ei gelegt hat...

Nie dagewesen: Gewerkschaft streikt gegen Gewerkschaft

Es ist in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht vorgekommen: Am morgigen Dienstag bestreikt sich die Gewerkschaft quasi selbst. ver.di hat rund 700 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. Die zentrale Kundgebung findet in Berlin statt – direkt vor der Zentrale des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

SPD nominiert OB-Kandidaten

Krönungsmesse mit Udes Werbeagentur

Es war eine Veranstaltung wie aus dem Bilderbuch. Bei seiner Nominierung zum OB-Kandidaten der SPD erhielt Joachim Wolbergs 69 von 70 Stimmen. Auch ansonsten scheint die von ihm engagierte Werbeagentur ganze Arbeit geleistet zu haben. Kein Wunder: Sie berät auch Christian Ude.

Kosten für ersten Bauabschnitt verdoppelt

Steinerne Brücke: Zeit ist viel Geld

Billig ist besser? Von wegen. Für die Sanierung des ersten Abschnitts der Steinernen Brücke gab die Stadt just dem günstigsten Anbieter den Zuschlag. Doch bereits im November stand fest, dass sich aufgrund der jahrelangen Verzögerungen die Kosten mindestens verdoppeln würden. Mit dem Rauswurf des Unternehmens dürfte das alles noch einmal ein ganzes Stück teurer werden.

Hauptsache die Statistik stimmt

Ihre Arbeitsagentur rät: Traumjob Leiharbeit

Hauptsache eine gute Statistik – das scheint die Maxime bei der Arbeitsagentur Regensburg zu sein. Anstatt einen 21jährigen Facharbeiter ernsthaft bei der Arbeitssuche zu unterstützen erhielt er fast ausschließlich Angebote von Leiharbeitsfirmen. Darunter unseriöse und gerichtsbekannte Unternehmen. Man lehne grundsätzlich mit keiner Firma die Zusammenarbeit ab, heißt es auf Nachfrage.

Banden- und gewerbsmäßiger Betrug

Bundesweite Großrazzia: Regensburger Stadtrat kurzzeitig festgenommen

Als „juristische Allzweckwaffe“ und „Multiaufsichtsrat“ der S&K-Gruppe wird er auf kritischen Anlegerportalen bezeichnet: Der Regensburger Rechtsanwalt und CSB-Stadtrat Dr. Gero K. Am Dienstag wurde K. im Zuge einer bundesweiten Razzia gegen die Unternehmensgruppe vorläufig festgenommen. Mittlerweile befindet er sich wieder auf freiem Fuß.

Weltliche Gynäkologie für Regensburg gefordert

„Pille danach“: Auch Barmherzige Brüder lenken ein

„Es ist bedauerlich, dass man in Regensburg immer noch daran erinnern muss, dass Familienplanung ein Menschenrecht ist“, sagt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Peter Sturm. Er fordert eine eigene Gynäkologie am Universitätsklinikum – trotz des Einlenkens der Barmherzigen Brüder, die nun die „Pille danach“ zumindest an Vergewaltigungsopfer abgeben wollen. Dieser nach wie vor eingeschränkte Zugang zur Notfallverhütung sei zum einen kein großer Schritt, zum anderen müsse es auch eine Klinik gegen, die ambulante Schwangerschaftsabbrüche anbietet, sagt das langjährige Vorstandsmitglied im Landesverband von der familienpolitischen Organisation pro familia.

Kollateralschaden des Papst-Rücktritts

Papst-Stück abgesagt

Wie’s der Teufel so haben will. Am Montag wurde noch darüber nachgedacht, das Stück umzuschreiben, am heutigen Dienstag kommt die Absage. Wie berichtet, hätte das Kasperltheaterstück „Benedettos blaue Schuhe“, eine Co-Produktion von Larifari-Macher Christoph Maltz (Foto) und Joseph Berlinger, am Freitag uraufgeführt werden sollen. Nun sagt Maltz: „Ich habe mich schweren Herzens entschlossen, unser Stück […]

Rücktritt Benedikts bringt Kasperl in Bedrängnis

Wie einmal der Papst sogar den Kasperl hereingelegt hat

Die Bundeskanzlerin und der Hausmeister in Pentling, der Oberbürgermeister und die kritischen Laien, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Mesner Herbert Meier, Horst Seehofer und der Stadtpfarrer von Neumarkt: Alle wurden sie zum Rücktritt von Papst Benedikt befragt. Alle haben sie dazu etwas zu sagen. Und überall hört und liest man etwas von „Respekt“, „Überraschung“ und „Verständnis für diesen Schritt“. Die Stellungnahme von Christoph Maltz fällt knapper aus. Er sagt in einer ersten Reaktion nur: „Scheiße.“ Denn just ihn als Protestanten trifft der Rückzug Benedikts am härtesten.

„Da schreiben doch viele was ins Internet“

Kein Asyl für bloggenden Regime-Kritiker

Seit drei Jahren setzt er sich auf seinem Blog kritisch und fundiert mit dem Regime im Iran auseinander und diskutiert Möglichkeiten einer demokratischen Revolution: Der in Regensburg lebende Politikwissenschaftler Mursat H.. Die Cyber-Polizei im Iran hat seine Seite blockiert. Trotzdem drohe ihm im Iran keine Gefahr, befindet das Bundesamt für Migration. Zumindest nicht „mit hinreichender Wahrscheinlichkeit“. Ähnlich sieht es offenbar auch das Regensburger Verwaltungsgericht.

drin