SOZIALES SCHAUFENSTER

Wahlkampf der CSU

Mit Herz und Merz

Einen „spannenden Abend“ verspricht OB-Kandidatin Astrid Freudenstein zwei Tage vor der Wahl – und hat Friedrich Merz nach Regensburg eingeladen. Damit positioniert sich die Kennerin vieler Durchwahlen in München und Berlin deutlich.

Astrid Freudenstein beim Frühstücken in Berlin: „Friedrich Merz kennt Regensburg, er war zuletzt im Sommer kurz zu Besuch. Er freut sich sehr auf den 13. März!“ Foto: privat

Sie ist unbelastet von den Regensburger Korruptionsvorwürfen, sie ist in der CSU und auf den Plakaten kommt sie ganz sympathisch rüber – Astrid Freudenstein gehört zweifellos zum Favoritinnenkreis bei der anstehenden Oberbürgermeisterwahl. Doch wirklich gut läuft ihr Wahlkampf (Motto: „Beherzt für Regensburg“) derzeit nicht.

Selbst CSU-Anhänger waren angesichts von Freudensteins wenig kämpferischer, um nicht zu sagen uninspirierter Rede zum Neujahrsempfang der Partei enttäuscht, mit ihren Auftritten bei Podiumsdiskussionen bietet sie immer wieder  Angriffsfläche für die politischen Konkurrenten, und regelmäßig wird ihr vorgehalten, dass sie als Bundestagsabgeordnete im Stadtrat wieder mal nicht da war.

„Es ist gut, wenn man die Durchwahl kennt…“

Da tut es gut, mal mit einem Pfund wuchern zu können, das die kurzzeitige Leiterin der Zentralabteilung im Bundesverkehrsministerium von Andreas Scheuer, im Wahlkampf schon öfter in die Waagschale geworfen hat: ihre guten Kontakte zu den Spitzen in Landes- und Bundespolitik. Man könne einiges erreichen, wenn man bei Anrufen dort „die Durchwahl kennt und sich beim Gesprächspartner nicht erst vorstellen muss“ ist ein Satz, den Freudenstein in verschiedenen Variationen gerne mal einflicht. Und auch für ihren Wahlkampf hat sie nun wo angerufen und auch einiges erreicht.

„Sowohl der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, als auch der heiß gehandelte Friedrich Merz von der CDU sind der Einladung der Regensburger OB-Kandidatin Dr. Astrid Freudenstein gefolgt. Beide kommen im März nach Regensburg“, verkündet die CSU Regensburg heute voller Stolz in einer Pressemitteilung. Diese Woche habe sich Freudenstein bereits in Berlin zum Frühstück mit Merz getroffen, um den Regensburg-Besuch zu besprechen. „Friedrich Merz kennt Regensburg, er war zuletzt im Sommer kurz zu Besuch.“ Er freue sich sehr, freut sich Freudenstein und verspricht (für den 13. März) einen „spannenden Abend“.

Profil schärfen

Wofür Friedrich Merz „heiß gehandelt“ wird, muss gar nicht eigens erwähnt werden. Nach dem voll aufgegangenem Coup der AfD bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen, geplant von dem Faschisten Björn Höcke, mitgetragen von der dortigen FDP und CDU und schon lange vorgedacht von der sogenannten „Werte-Union“, dem CDU-Pendant der Tea Party-Bewegung bei den Republikanern, hat die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Rückzug angekündigt. Friedrich Merz gilt als aussichtsreicher Kandidat für ihre Nachfolge. Er werde das Profil der Union wieder schärfen, nach rechts verschieben und so Wähler von der AfD zurück gewinnen, lauten einige Argumente seiner Befürworter.

Natürlich schärft auch Astrid Freudenstein ihr Profil, indem sie einen stockkonservativen Ex-Lobbyisten einlädt, den Favoriten der „Werte-Union“ und zumindest in der Vergangenheit Vertreter eines Sozialdarwinismus, der sogar manchem FDPler zu weit ging. Ob Freudenstein das bei einer möglichen Stichwahl helfen wird, bei der sie größtenteils Wähler aus dem linken oder liberalen Bürgertum für sich hinzu gewinnen müsste, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht hatte sie nur die Durchwahl von Armin Laschet und Jens Spahn nicht.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, dass Astrid Freudenstein mit ihrer Gegnerschaft zum Holzgartensteg gegen die Linie ihrer Partei agieren würde. Tatsächlich hatte die CSU zunächst gegen den Grundsatzbeschluss zur Ausschreibung eines entsprechenden Planungswettbewerbs gestimmt. Lediglich die Folgebeschlüsse hat man mitgetragen. Wir bitten für diese Wissenslücke und den daraus resultierenden Fehler um Entschuldigung.

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Kommentare (27)

  • SG:

    |

    @Julian 86
    das mit epoch times muss aber jetzt nichts heißen,
    wenn dann ist jetzt wegen dem Link die Suchmaschine daran schuld,
    weil die suchmaschine eben diesen bericht von epoch times gleich an erster stelle
    stellte, eben weil er neu war.
    bitte keine verschwörungstheorien

    # 9 Dinge, die Sie noch nicht über Friedrich Merz wussten
    https://www.der-postillon.com/2018/11/9-dinge-merz.html

  • XYZ

    |

    Epoch times ist eine Publikation in Anknüpfung an die New York times, berichtet heute umfangreich über die Münchner Sicherheitskonferenz. Gegründet von chinesischen Auswanderern. Probleme von Flüchtlingen werden allerdings ausgeklammert, wie zu Tibet und Sinkiang (Uiguren). Insofern der AfD nahestehend. Vertritt nationale Interessen.

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