SOZIALES SCHAUFENSTER

Ein Holocaustüberlebender erzählt

Das Vergangene kennen, um das Heutige einschätzen zu können

Im Rahmen des städtischen Jahresthemas „Jüdisches Regensburg“ war der Holocaustüberlebende Ernst Grube in der neuen Synagoge zu Gast.

Ernst Grube erlebte als Kind einer jüdischen Mutter den Holocaust. Foto: Bothner

Seine Stimme ist ruhig und etwas leise. Die mehr als 100 Anwesenden in der neuen Synagoge müssen genau hinhören, während der Holocaustüberlebende und langjährige politische Aktivist Ernst Grube von seinen Erfahrungen als jüdischer Jugendlicher in München erzählt. Sein Tonfall ist nüchtern, fast schon sachlich. Doch seine Worte zeichnen ein deutliches Bild und vermitteln immer wieder eine klare Bewertung des Erlebten.

„Sie müssen doch selber spüren, welche Verantwortung Sie haben.“

Kurz vor Ende der Veranstaltung wird Grube deutlich. Eine junge Frau meldet sich nach seinem Vortrag zu Wort. „Welche Verantwortung haben ich und meine Generation heute denn noch“, möchte sie wissen. „Sie müssen doch selber spüren, welche Verantwortung Sie haben und einen eigenen Umgang damit finden“, gibt Grube zurück. Er könne niemandem dabei helfen. „Das ist nicht mein Anspruch und nicht meine Aufgabe.“

Alles zuvor Erzählte kulminiert in dieser Aussage: Grubes Erfahrungen als Verfolgter Nazideutschlands, seine politischen Aktivitäten, seine stets mahnenden Worte etwa gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands nach 1949 und die siebenmonatige Haft 1955. Grube übernahm selbst immer Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen, das habe ihn die Geschichte gelehrt. Noch bis heute setzt er sich dafür ein, dass die Erinnerung an die Vergangenheit und an die Millionen Schicksale lebendig bleibt.

„In der Gegenwart mit der Erinnerung leben“ – unter diesem Titel erzählt Grube seine Geschichte. Der Sohn eines Malers und KPD-Mitglieds und einer jüdischen Mutter wird im Dezember 1932 in München geboren. Als Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wird, ist Grube erst einige Wochen alt. Die Familie lebt damals im Umfeld der Münchener Synagoge.

1938 beginnt die Arisierung. Die Synagoge wird abgerissen, die Wohnungen werden enteignet. „Der Herbst kommt und meine Familie wird getrennt. Wir Kinder werden in ein jüdisches Heim gesteckt“, so Grube. In der Familie gab es zuvor keine jüdische Erziehung. „Nun erlebte ich zum ersten Mal eine jüdische Gemeinschaft.“ Für den fünfjährigen Ernst ist es eine ganz neue Welt, die er in seinen Erzählungen aber sehr positiv schildert. „Wir Kinder gaben uns im Heim damals gegenseitig Halt und sprachen uns Mut zu.“ Das sei für ihn sehr wichtig gewesen. Drei Jahre wird er dort verbringen, in dieser „verschworenen Gemeinschaft“, wie er sie nennt.

„Plötzlich war Hilflosigkeit das bestimmende Gefühl.“

Ab Oktober 1941 müssen alle Juden den gelben Stern tragen. „Ich habe das zunächst gar nicht richtig einordnen können.“ Doch mit dem Stern seien auch Hass und Ablehnung spürbarer geworden. „Wir konnten uns nicht mehr frei in der Stadt bewegen. Man bespuckte uns und beschimpfte uns als Saujuden.“ 1941 beginnen in ganz Deutschland auch die Deportationen von Jüdinnen und Juden. „Wir wussten bereits acht Tage vor dem 20. November 1941, dass 23 von uns abgeholt werden sollen. Plötzlich war Hilflosigkeit das bestimmende Gefühl.“ Tag um Tag vergeht. Dann der Abschied von 23 Kindern. „Im Heim war danach alles anders.“

In ganz München werden Juden aus ihren Wohnungen vertrieben und wenige Monate später kommt es zu einem zweiten Transport von erneut 23 Kindern sowie den Betreuerinnen aus dem Heim nach Litauen, wo sie erschossen werden. Die Gestapo verkündet im Frühjahr 1943: München ist judenfrei. „Doch das stimmte nicht ganz. Wir waren wieder zu unseren Eltern zurückgekehrt und lebten weiterhin in München.“  In der Familie werden die Kinder nun mit den Ängsten der Mutter konfrontiert.

„Hoffnungsschimmer in einer grausamen Welt“

1943 wird Grube wegen des gelben Sterns der Zugang zu einem öffentlichen Luftschutzbunker verwehrt. Während eines Bombenangriffs der Alliierten muss er sich deshalb in einem Busch verstecken. Zu diesem Zeitpunkt lebt der junge Ernst mit seiner Familie bereits in einem Ghetto in Milbertshofen, ein Stadtteil von München. „Als Halbjuden entgingen wir den in großem Umfang stattfindenen Deportationen. Unser Vater hatte sich immer geweigert, die Scheidung einzureichen. Das hat uns am Ende mit das Leben gerettet.“

Grube zeigt immer wieder Originalaufnahmen. Hier die ehemalige Münchener Synagoge.

„Von alldem wussten wir natürlich nichts Konkretes. Auch was aus unserer Familie, unseren Tanten und Onkeln geworden ist, wussten wir nicht.“ Es ist ein ständiges Leben mit der Angst, mit Gewalt und Hass, gibt der 86jährige mit ruhiger aber eindringlicher Stimme zu verstehen. Doch die Jugendlichen geben sich auch im Ghetto Halt und Mut.

Fast täglich hängen sie am Radio und verfolgen die russische Berichterstattung. „Jede Niederlage der Wehrmacht ließ in uns die Hoffnung aufkommen, der Krieg könnte irgendwann enden und wir dann alle noch am Leben sein. Es waren Hoffnungsschimmer in einer grausamen Welt.“ 1945 rückt das Ende des Krieges bereits näher.

Theresienstadt – das Ende jeder Hoffnung

Doch dann kommt der Brief, der jede Hoffnung zu Nichte macht. Der Zwölfjährige, seine Geschwister und die Mutter werden Anfang 1945 nach Theresienstadt verlegt. Die ehemalige österreichische Garnisonsstadt in der damaligen Tschechoslowakei wurde von den Nationalsozialisten zum Sammel- und Durchgangslager umfunktioniert und ist ein wichtiger Teil der Vernichtungsmaschinerie. Grube zeichnet das Bild einer Festung und eines Gefängnisses. „Kein Entkommen, keine Hoffnung. Es war eine riesige Stadt. Wir wurden aufgeteilt und mussten alles abgeben.“ Fast drei Monate teilt er sich mit elf anderen Jugendlichen ein knapp 20 Quadratmeter großes Zimmer. „Wir tauschten uns über unsere Ängste und Nöte aus.“ Wieder einmal ist die Gemeinschaft unter den Jugendlichen ein wichtiges Gut, um mit der Gewalt und der Todesangst umgehen zu können.

Am 8. Mai 1945 wird Theresienstadt schließlich von der Roten Armee befreit. Grube und seine Familie sind noch am Leben. „Zwei Punkte haben dafür gesorgt, dass ich heute hier stehen kann. Mein Vater hat sich bis zum Schluss nicht scheiden lassen und wir galten somit immer als Halbjuden.  Hätte der Krieg allerdings nur zwei Monate länger gedauert, wir wären vermutlich alle umgebracht worden.“

Der Krieg ist zu Ende

Bereits in den Tagen zuvor kommen tausende jüdische Menschen in Theresienstadt an. „In vielen Lagern und Ghettos schickten die Nazis die letzten Überlebenden auf die sogenannten Todesmärsche. Die meisten der Menschen, die hier ankamen waren krank und abgemagert.“ Eine Typhus-Epidemie rafft viele Menschen auch noch in den ersten Tagen nach Kriegsende dahin. „Es musste erst sicher gestellt werden, dass von uns keine gesundheitliche Gefahr mehr ausgeht. So konnten wir auch erst sechs Wochen später nach München zu unserem Vater zurückkehren.“

Grube fängt in der Folge eine Malerlehre bei seinem Vater an, holt das Abitur nach und wird später Berufschullehrer. Doch die Geschichte holt ihn bereits nach wenigen Jahre wieder ein. „Nach der Gründung der BRD zeigte sich früh, dass die Entnazifizierung so gut wie nicht stattgefunden hatte. Wenige Jahre nach Kriegsende waren diejenigen, die die Voraussetzungen geschaffen haben, dass meine Tanten und Onkel ermordet wurden wieder dabei.“ Als dann Anfang der 1950 der Ruf nach einer Wiederbewaffnung Deutschlands laut wird, sind es maßgeblich jene Täter von früher, die hier tätig sind, betont Grube.

Die Täter kehren zurück

„In München engagierte ich mich bereits bei der Freien Deutschen Jugend und der KPD und ging mit den Gewerkschaften auf der Straße protestieren.“ Hier sei ihm sein Vater ein Vorbild gewesen, der selbst lebenslang bekennender Kommunist war. Grube ist umtriebig, engagiert und kämpft in der Folge gegen die Verjährung der Kriegsverbrechen. „Es war ein Kampf gegen das Vergessen“, so Grube. Ein Kampf, den er bis heute weiterführt.

1955 kommt er dann wegen seiner Aktivitäten ins Gefängnis. „Der offizielle Vorwurf lautete Widerstand gegen die Polizei.“ Es kommt zu zahlreichen Solidaritätsbekundungen. So etwa bei der 1. Mai-Demo des DGB 1955 in München. „Da waren große Transparente zu sehen. Das war natürlich ein tolles Gefühl, zu wissen: Ich bin nicht alleine.“

Elisabeth Reinwald von pax christi drückt ihren tiefen Respekt aus. „Ich weiß nicht, woher Sie immer noch diese Energie nehmen.“

In den 1970ern kommt es dann zu den Radikalenerlassen der Bundesregierung. Erneut wird Grube, der weiterhin in der DKP aktiv ist, angegriffen und muss seine Tätigkeit als Lehrer aufgeben. „Nach großer Kritik und Widerstand wurde die Entlassung zurückgezogen und ich durfte wieder praktizieren.“ Grube kämpft in der Folge weiter als „überzeugter Antifaschist gegen die alten Strukturen und die neuen Entwicklungen“.

Aufgeben ist kein Option

2010 kommt es zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der Politik und den Sicherheitsbehörden. Grube, der seit vielen Jahren aktives Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) ist, wird namentlich im bayerischen Verfassungsschutzbericht erwähnt. Dem VVN wird vorgeworfen, die Mitgliedschaft von ehemals Verfolgten als demokratischen Anstrich zu benutzen. Wieder gibt es gesellschaftlichen Protest. Grubes Name wird daraufhin aus dem Bericht gestrichen. Doch er wird weiterhin beobachtet. Auch die VVN bleibt bis heute unter Beobachtung des bayerischen Verfassungsschutzes. „Das gibt es sonst in keinem anderen Bundesland“, kritisiert Grube auch an diesem Abend die Behörde.

Mit Blick auf die derzeitigen Entwicklungen nehme er viele Parallelen zu früher war. Wenn es etwa um die Schmähung von Politikern gehe oder den Umgang mit Geflüchteten. „Am Ende geht es stets darum das Vergangene zu kennen. Nur dann können wir das Heutige richtig einschätzen.“ 

 

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Kommentare (11)

  • Haim o Herrmann

    |

    zu Die Täter kehren zurück
    Selbst wenn Sie zwischenzeitlich verstorben sind halten alte Seilschaften ihr ruchloses Andenken auch heute noch in Ehren. Ein Prof. von Hitlers Gnaden wird immer noch in Regensburg als Ehrenbürger geführt und eine Strasse ist nach ihm benannt. D. Th. Schrems war mit den Regensburger Domspatzen nicht nur am Nürnberger Parteitag präsent um mit der musikalischen Untermalung Goeppels Ziele zu fördern, nein er erschien auch auf Hitlers Geburtstag um selbiges mit einem Ständchen zu verschönern.

  • Blas Femi

    |

    In vielen Städten Deutschlands und auch in Regensburg sind Messing-Steine im Bürgersteig eingelassen, die an die Schicksale der Bewohner der Häuser erinnern, vor deren Türen diese Stolpersteine angebracht sind. Wer die Inschriften liest, lässt die Benannten für einen kurzen Moment unvergessen machen.

    Befremdlich, wenn Imbissbuden ihre Stühle und Geschäfte ihre Auslagen darauf abstellen dürfen. Aber in einer Stadt, in der Reichskriegsflaggensammler im Stadtrat sitzen, wundern diese Schändungen nicht.

  • dünnster Künstler

    |

    @Blas Femi
    Deshalb sind in München Stolpersteinverlegungen im öffentlichen Raum leider verboten.

    Ich finde es eher befremdlich, dass sich der Diskurs bei der Neugestaltung des Dachauplatzes ausschließlich um Mittelalter, Aufenthaltsqualität dank Imbissbude, Wimpel statt Winkel (s.u.!) und Römer-Militarismus drehte. (Heraus kam das belanglose Weltkulturerbezeichen „Fontana Regina“).

    Es wäre im Rahmen des Neugestaltungswettbewerbs angebracht gewesen (und ist es immer noch), auch die mangelhafte Aufarbeitung nach 1945 und die damit verbundene Geschichte des weißwaschenden Gedenkens zu thematisieren und sich Gedanken um Formen von Erinnerungskultur und entsprechende Zugänge im öffentlichen Raum zu machen. Selbstverständlich kann ein Platz gleichzeitig unterschiedliche Funktionen erfüllen.

    „Dachauplatz. Erinnerung gestalten“, so hieß eine Reihe von Kunstaktionen, die ich im Vorfeld der Neugestaltung durchführte:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=5018

  • dünnster Künstler

    |

    zu oben: „befremdlich“ ist ein dummes Wort, „verwerflich“ oder „unangebracht“ wäre besser…

  • Ronald McDonald

    |

    @ Blas Femi 30.09.2019, 10:07h

    Was haben Sie da schon wieder, nach Ihrem sinngemäßen Kommentar hier
    https://www.regensburg-digital.de/ohne-acht-stadtraete-und-mit-rotem-plueschherz/28092019/#comments,
    mit den „Reichskriegsflaggensammlern im [Rgbger] Stadtrat“?

    Welche Reichskriegsflagge meinen Sie denn?
    Die von 1867/71 – 1892, die von 1892 – 1903, die von 1903 -1919/21, die von 1921/22 – 1933, die von 1933 – 1935, die von 1935 – 1938 oder die von 1938 – 1945?
    Gerade bei diesem Artikel hier, sollten Sie zur Kenntnis nehmen, daß unter der Reichskriegsflagge von 1903 – 1919/21 jüdische Deutsche teilweise hochdekoriert, z. B. Leutnant Wilhelm Frankl, für das noch nicht geschrumpfte Deutschland mit einer Einstellung gekämpft und ihren Blutzoll entrichtet haben, die heute auf diesem Blog als faschistisch, ewiggestrig [Kommentatorin Mathilde Vietze], militaristisch und dergleichen mehr verunglimpft werden.
    Daß unter den „im Bürgersteig mit Messing-Steinen eingelassenen Erinnerungen an Hausbewohner“ auch solche Hausbewohner aufgeführt werden, die „ihre vaterländische Pflicht für Nation, Volk und Kaiser erfüllt“ (O-Ton auf jüdischen Kriegsgräbern auf dem Neuen Jüdischen Friedhof zu München) haben – unter einer Reichskriegsflagge – ist eine andere, tragische Sache – nicht jeder hatte die Fortune eines Generalfeldmarschall Erhard Milch, welcher ebenfalls unter vier (!) Reichskriegsflaggen seiner und (noch) unserer Nation diente.

    Lassen Sie doch Ihrem CSU-Liebling Michael Lehner den von Ihnen behaupteten Spaß am Sammeln von Reichskriegsflaggen – man wird doch wohl noch sammeln dürfen; schenken Sie ihm nach seinem Einzug in den Rgbger. Stadtrat ein rotes CSU-Plüschherz mit einem Reichskriegsfähnchen Ihrer Wahl.
    Aber Obacht bei der Auswahl im Falle einer öffentlichen Überreichung: https://www.belltower.news/die-reichskriegsflagge-erkennungszeichen-moderner-nazis-42566/

    Außerdem gilt: Man ist, was man ißt!
    Dank der Stefan Aignerschen Lichtbildnerkünste (siehe 2. Bild von oben hier https://www.regensburg-digital.de/ohne-acht-stadtraete-und-mit-rotem-plueschherz/28092019/#comments
    ist bewiesen: Ihr kommunales Haßobjekt ist harmlos, weil, wer Weißwürste ißt, ist selbst eine, eine rotbackige, also harmlos!

  • R.G.

    |

    @Michael Bothner
    Herzlichen Dank für den Bericht über den Vortrag eines mutigen – und in meinen Augen so schönen – Menschen!

    Zum Thema Stolpersteine:
    Diese kann ich nur als Notlösungsversuch akzeptieren, da wo eine Anbringung einer Tafel am Haus eines Ermordeten nicht möglich war.
    Ich wohnte selbst in einer Mietwohnung, aus der ein Mann deportiert worden war.
    Es spiegelt den Charakter der Hausbesitzer wider, dass auf ihrem Gebäude keine Gedenkplakette gestattet wurde.
    Der Erinnerungsdienst bemüht sich aber, wo irgendwie möglich, Gedenksteine nicht auf dem Boden anzubringen.

  • dünnster Künstler

    |

    http://www.stolpersteine-regensburg.de/

    schreibt:
    „““
    Liebe …,

    wir dürfen Dich zu unserer nächsten Verlegung von Stolpersteinen ganz herzlich einladen. Wir verlegen acht neue Steine am
    Dienstag, 8. Oktober ab 9.30 Uhr

    Der erste Stein wird für Heinrich Lutterbach, einem Zeugen Jehovas, vor dem Eingangsbereich des neuen Museums der Bayerischen Geschichte verlegt. Von der Stadtspitze und der Leitung des Museums werden Grußworte gesprochen. Eine frühere Schülerin berichtet von ihrer Recherche zu Hern Lutterbach, während zwei Musiker, die ihn gekannt und bei ihm Instrumentalunterricht gehabt hatten, die Veranstaltung musikalisch begleiten. Eine Schulklasse aus Obertraubling sowie ein P-Seminar des Pindl Gymnasiums werden neben anderen Gästen anwesend sein.

    Die nachfolgenden fünf Steine werden an Opfer der Krankenmorde gedenken, die letzten zwei an Menschen jüdischen Glaubens, die nach Piaski deportiert worden waren.

    Im Anschluss an diese Verlegung werden vier Steine wieder in den Boden eingesetzt, die während des Baus der neuen Synagoge aus ihm herausgenommen worden waren.

    Wir würden uns sehr freuen, sollte es Dir möglich sein, uns bei der Verlegung ein Stück zu begleiten oder zu besuchen.

    Zu Deiner weiteren Information seien anschließend die einzelnen Verlegestellen in ihrer zeitlichen Reihenfolge aufgeführt.

    Mit besten Grüßen
    U. F. für die Stolpersteine Regensburg

    9.30 Uhr: vor dem Eingangsbereich des Museums der Bayerischen Geschichte
    10.15 Uhr: auf der Südseite des Museums der Bayerischen Geschichte
    11.00 Uhr: Margaretenstraße 7
    11.35 Uhr: Portnergasse 7
    11.50 Uhr: Haaggasse 13
    12.25 Uhr: Gumpelzhaimerstraße 5
    13.00 Uhr: Am Brixener Hof 2

    „““

  • dünnster Künstler

    |

    Investigatives Theater der Künstlerin Christiane Mudra
    über Nachkriegs-Nazi-Justiz und NS-ideologische Kontinuitäten : „Kein Kläger“
    http://keinklaeger.investigativetheater.com/
    Ernst Grube hat als Zeitzeige mitgewirkt.

  • Wurstkopf

    |

    @dünnster“Künstler“
    Dass dir selbst sensible Themen wie diese nicht zu schade sind, schamlos (wie unter fast jeden RD-Artikel) alle Leute mit nerviger Eigenwerbung vollzuspamen, sagt viel über deinen Charakter aus. Führ‘ deine Selbstgespräche doch wo anders.

  • Kartenmaler

    |

    Vielen Dank für den Hinweis auf die nächste Verlegung von Stolpersteinen.

    Wer in Regensburg Stolpersteine sucht, kann inzwischen viele davon auf Open Street Map finden, weitere werden in den nächsten Wochen ergänzt. Da sie so klein sind und die Patina die gleiche Farbe annimmt wie das Straßenpflaster, sind sie sehr leicht zu übersehen. Diese Suchabfrage: https://overpass-turbo.eu/s/IGh zeigt sie an, man kann auf die genauen Positionen zoomen.

    Über einen Stuhl auf den Stolpersteinen habe ich mich neulich auch erschrocken. Foto: https://squeet.me/photo/11090784285d9110a2be54f437551442-0.jpg

    Ein Teil der Stolpersteine befindet sich inzwischen in bedauernswertem Zustand. Das gilt insbesondere für das Ensemble an der Weißenburgstraße 31. Durch Abgase und Bauarbeiten sind die Stolpersteine so stark verschmutzt, dass man die Inschriften schwer lesen kann.

    Die Stolpersteine kann man gut mit Metallpolitur und einem Topfschwamm reinigen, außerdem braucht man Wasser zum Abspülen.

  • Nocheinüberlebender

    |

    Haim o hat vollkommen Recht: Wir müssen vollständig aufarbeiten und ständig dran erinnern; wer seine Vergangenheit kennt tappt auch nicht in die Fallen und Geschichte wiederholt sich nicht: Vergangenheit kennen, Gegenwart verstehen, Zukunft gestalten!

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