SOZIALES SCHAUFENSTER

Beiträge mit Tag ‘Jüdische Gemeinde’

Zensur, Vertragsbruch und fehlender Anstand

Ungers letzte Tat

Geschäftig und erreichbar war Klemens Unger bei Kritik und unangenhemen Angelegenheiten eher selten. Foto: Archiv/Staudinger

Während sich Kulturreferent Klemens Unger zu seinem Abschied im Licht der Domillumination sonnte, ging er an anderer Stelle auf Tauchstation. Aus dem Buch einer Expertin für jüdische Geschichte strich er eigenmächtig ganze Passagen, schriftliche Absprachen brach er, E-Mails beantwortete er nicht. Nun ist die von Unger zensierte Publikation erschienen und die Autorin erhielt nicht einmal ein Belegexemplar.

Eine geradezu freundschaftliche Verabschiedung durch Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer für den „lieben Klemens“, eine Eloge in der Mittelbayerischen Zeitung über den „besonderen Stil“ des „Lenkers vom Haidplatz“ und schließlich ein viel gelobtes Lichtspektakel am Regensburger Dom – für Klemens Unger war sein Ausscheiden aus dem Amt als Regensburger Kulturreferent ein Abschied nach Maß. Manchmal können aber gerade die kleinen Dinge ein etwas anderes Licht auf Ungers „besonderen Stil“ werfen. Und eine solche kleine Sache ist, offenbar in den Augen der Stadt Regensburg, der Umgang des Kulturreferenten mit einer renommierten Expertin für jüdische Geschichte. Denn nicht nur bei der Domillumination blieb die „Judensau“ am Sakralbau im Dunkeln.

Jüdische Grabsteine werden dokumentiert

Verwitterte Steine zum Sprechen bringen

Seit 52 Jahren folgt der Forscher Michael Brocke der Spur der Steine. Alte jüdische Grabsteine. Als Trophäen vielhundertfach in der Altstadt verbaut. Professor Michael Brocke, namhafter deutscher Judaist und amtierender Direktor des Steinheim-Instituts in Essen, bringt sie zum Sprechen. Gebannt hören ihm die Regensburger zu. Michael Brocke schöpft aus einem Forschungsfundus von fünf Jahrzehnten.

Text zur sogenannten "Judensau"

Zensur-Streit: Unger bricht schriftliche Vereinbarung

Mit einer nichtssagenden Antwort reagiert Kulturreferent Klemens Unger auf eine Anfrage zu seiner Zensur eines Textes über die „Judensau“ am Regensburger Dom. Mails der betroffenen Autorin beantwortet er seit Wochen nicht. Schriftliche Vereinbarungen bricht er. Die Bürgermeisterin sieht keinen Grund, sich einzumischen.

„Regensburg - Mittelalterliche Metropole der Juden“

Ausstellung will mit falschen Vorstellungen aufräumen

Vor wenigen Wochen jährte sich zum 500. Mal die Vertreibung der Regensburger Juden von 1519. Im Gedenken an diesen widerrechtlichen Akt, der „unter aktiver Beteiligung weiter Teile der Regensburger Bevölkerung“ geschah, zeigt das Historische Museum die nächsten elf Wochen die äußerst aufwändig und detailreich gestaltete Ausstellung mit dem Titel: „Regensburg – Mittelalterliche Metropole der Juden“. Darstellt wird die „Geschichte der jüdischen Gemeinde von ihren Anfängen im 10. Jahrhundert bis in das Jahr 1519 in verschiedenen Aspekten und Facetten“.

Buchbesprechung

Jüdische Lebenswelten in Regensburg

Auf dem Platz der im Jahre 1938 in Regensburg zerstörten Synagoge wird derzeit eine neue erbaut. Anlässlich dieses Neubaus und zur Unterstützung der jüdischen Gemeinde hat der Publizist Klaus Himmelstein einen weiteren Sammelband herausgegeben: Jüdische Lebenswelten in Regensburg – Eine gebrochene Geschichte, erschienen im Pustet-Verlag.

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