SOZIALES SCHAUFENSTER

Glosse

Die Krone des Idioten

Der Kunde ist König. Diese langjährige Meinung zeigt (nicht nur) in der Gastronomie manchmal entsetzliche Auswirkungen im Tagesgeschäft. Eine Polemik über Tresenterroristen in Zeiten von Corona.

Von Martin Stein

Das Problem von Corona ist nicht, dass es tötet. Das Problem von Corona ist, dass es die Falschen tötet. Wenn die Chinesen noch ein bisschen an der Feinjustierung ihres Virus schrauben könnten, so dass es weniger die körperlich als vielmehr die geistig Schwachen derbröselt, dann könnte das ein von der Erde dringend benötigtes darwinistisches Runderneuerungsprogramm bedeuten. Die Mortalitätsrate des Virus würde doch so schön mit der Stupiditätsrate der allgemeinen Menschheit korrelieren.

Kurz innegehalten und Selbstschau betrieben – ja, Sakrament! Was für Ansichten! Was für eine Polemik! Menschenverachtend! Was will der Autor damit bezwecken? Le scandale pour le scandale, oder will er Lisa Eckhart in die Kiste kriegen? Nun…

Eigentlich geht es um die Beobachtung, dass diese Pandemie schon ganz eigene Extremismus-Spitzen hervorbringt, und dabei meine ich nicht einmal Attila Hildmann und Xavier Naidoo und die Adrenochrom-Minen bei Thalmassing. Nein, ganz im Kleinen, im Alltag, passieren immer wieder Dinge, die beweisen: Corona ist tatsächlich die Krone, die sich der Idiot aufsetzt.

Das gewählte Beispielfeld ist völlig willkürlich und ganz unzufällig – die Gastronomie. Weil dieser Wirtschaftszweig unter der Situation besonders zu leiden hat. Weil die langjährige Meinung, der Kunde bzw. Gast sei König als betriebswirtschaftliches Gegenstück zur antiautoritären Erziehung manchmal entsetzliche Auswirkungen im Tagesgeschäft zeigt. Und, nicht zuletzt, weil ich mir ganz persönlich keine Sorgen mehr über eine rachsüchtige Google-Bewertung machen muss (Der Autor war bis vor kurzem selbst noch Gastronom. Anm. d. Red.).

Eines noch: Natürlich geht es auch im Folgenden um Minderheiten; zahlenmäßig sind die allermeisten Gäste Gott sei Dank ganz liebe Menschen. Numerisch ist der Tresenterrorist eigentlich zu vernachlässigen, aber aufgrund seines grauenhaften und verachtenswerten Verhaltens sichert er sich ganz mühelos eine überproportionale Aufmerksamkeit. Das liegt mit auch daran, dass zur Zeit jede Kleinigkeit zur weltanschaulichen Frage hochgejazzt wird, wie sich immer wieder schön am Mundschutz zeigen lässt, diesem winzigen stofflichen Glaubensbekenntnis.

Man kann das Ding ja nicht mögen und sich mühsam im Internet auf diversen Schwurbelseiten 28 gute Gründe dagegen zusammengegoogelt haben – es ist allerdings eine Zumutung, diese Gründe dann im Restaurant der Bedienung ans Knie zu nageln.

Ich greife zum Fallbeispiel: Diese Bedienung, die vier Monate lang nichts verdient hat und nun dank der verschiedenen Auflagen für weniger Umsatz doppelt so viel laufen muss – und dabei natürlich eine Maske zu tragen hat, und zwar stundenlang – muss sich von Dieter, der bei einem der großen Konzerne der Umgebung als Vize-Bleistiftanspitzer monatlich Vier Zwei netto nach Hause bringt und seine Kurzarbeit gemütlich bei 96 Prozent der Bezüge daheim abgesessen hat, erzählen lassen, weshalb er diesen Eingriff in seine Freiheit als unzumutbar empfindet.

Ja genau. Diese Bedienung hat die Regeln nicht gemacht, und nach ihrer persönlichen Meinung dazu fragt auch keiner. Aber als seelische Mülltonne für den Verbalquark des Gastes soll sie trotzdem herhalten.

Vielleicht sollten manche Konzerne die Zeit nutzen, um für manche Mitarbeiter eine Basisschulung Charakter durchführen zu lassen. Pro zusätzlicher Gehaltsstufe ein Schulungsnachmittag mehr.

Kürzliches Highlight unter den Maskenverweigerern: „Mir ist das egal, ich kann mir die Strafe leisten!“ Ja, du schon, du Troglodyt, aber der Wirt zahlt im Zweifelsfall das Zwanzigfache, und das nach Monaten, in denen er liebend gerne nichts verdient hätte, weil kein Einkommen pro Monat viele tausend Euro über der grausamen Wahrheit gelegen wäre.

„Ja, hättet ihr halt vorher anständig gewirtschaftet.“ Antwort siehe oben. Vize-Bleistiftanspitzer. Lebensleistung: passionierter Ü-Ei-Sammler.

Überhaupt herrscht hin und wieder eine erschreckende Ignoranz gegenüber den massiv gestiegenen Anforderungen der Gastronomen. Alle Tische müssen immer wieder desinfiziert werden. Dokumentationen müssen angelegt werden (superlustig: ich schreib da jetzt Angela Merkel rein, weil die dürfen das ja eh nicht kontrollieren…), Aschenbecher, Pfeffer und Salz stehen nicht parat. Unverzeihlich für ein Klientel, das es gewohnt ist, alles zu bekommen, und das sofort. Die Wartezeit wird dann genutzt, um Google mitzuteilen, dass man sich nicht hinsetzen durfte, wo und wann man wollte. Ja, geht’s noch, fragt der erzürnte Gast. Ja, geht’s noch, frage ich zurück.

Corona ist manchmal auch das Sahnehäubchen auf einem altbekannten Hundehaufen – auch in Gestalt des allseits bekannten und verhassten Junggesellenabschieds. Pandemie und Junggesellenabschiede, das passt schon vom Grundgedanken her großartig zusammen. Wie zwei hässliche Geschwister, die zusätzlich noch am Arsch zusammengenäht sind. Es offenbart sich, wie gerade öfters, eine massive Phantasielosigkeit, was den Freiheitsbegriff angeht. Als ob Artikel eins Grundgesetz bedeuten würde, dass jeder Bürger zu aller Zeit und in beliebiger Lautstärke seine defizitäre Persönlichkeit ausleben darf. Vielleicht verdiente der besagte Artikel ein Addendum: Die Würde mancher Menschen muss gar nicht eigens angetastet werden.

Gut, Junggesellenabschiede – wenn sich zwölf Mann ein Gehirn teilen, ist das mit dem Abstandhalten natürlich schwierig. Maskendisziplin sowieso. Und, gemeine Welt – wo kann man denn eigentlich als Mann heute noch ungestraft Sexist sein? Bestellung nur mit Busenkommentar? Laut und pöbelnd und grölend? Nix darf man mehr. Schon fies. Aber so mancher Junggesellenabschied ist schon für sich ein einziges Argument für ein Versammlungsverbot, wenn man sieht, wie eine Handvoll Proleten einen eigenen Mega-Bazillus formen.

Und was für vergessen geglaubte Charaktere während dieser Krise plötzlich wieder aus ihren Löchern hervorkriechen! Besonders bemerkenswert dabei ist die volljährige Variante des Turnbeutelvergessers. Wir bemerken, dass Cordula und Günter, die damals in der Neunten immer einen Zettel gegen den Schwimmunterricht in der Tasche hatten, ihr Prinzip in die Neuzeit herübergerettet haben. Na Bravo. „Ich habe eine Befreiung von der Maskenpflicht.“ Super. Den Hobby-Winkeljuristen haben wir alle in unserem Leben noch gebraucht. Der Querdenker ist natürlich auch ein Gscheithaferl. Nicht verwunderlich, wenn man den Anteil an Genitivapostrophfetischisten bedenkt, die sich trotzdem für klüger halten als das gesamte Robert-Koch-Institut.

Es wird vermeldet, dass die Diffamierungen von Menschen mit Befreiung von der Maskenpflicht zunehmen. Sehr schön. Wer zu krank ist, um sich für die zehn Meter vom Tisch zum Klo eine Maske aufzusetzen, der sollte tatsächlich generell das Risiko Außenwelt nicht auf sich nehmen, zuhause leicht Verdauliches bei Lieferando bestellen und sich Gedanken darüber machen, wer auf seiner Beerdigung die Panflöte spielen könnte. Und alle anderen sollten sich damit abfinden, dass ihren Attesten der gleiche Wert beigemessen wird wie den Emails der nigerianischen Herrscherfamilie.

Der Alpha-Attestbesitzer klingt übrigens dann so: „Ich habe eine Befreiung von der Maskenpflicht, aber die muss ich Ihnen nicht zeigen, weil da haben Sie überhaupt kein Recht, dass Sie die sehen dürfen.“ Wieder halt ein ganz Gescheiter. Anfangsverdacht Reichsbürger.

Was dabei immer wieder erstaunlich ist, wie verwundert und verärgert diese Leute sind, wenn man sie dann nicht bedienen will. Weil diejenigen, die immer ganz genau wissen, was der Arzt oder die Polizei oder der Staat darf, dabei gerne völlig aus den Augen verlieren, dass Meinungsfreiheit nur bedeutet, dass sie jeden Dreck äußern dürfen, aber nicht, dass man ihnen dabei auch zuhören muss. Schon gar nicht im eigenen Lokal.

Es gäbe noch etliche weitere kleine Anekdoten der unschönen Art zu erzählen, aber das ist nicht notwendig. Die Quintessenz der Erkenntnisse der letzten Monate ist, dass diese Pandemie in Deutschland einen ganz verabscheuungswürdigen Typus hervorgebracht hat – und zwar den Freiheitskämpfer.

Also, den bundesdeutschen Freiheitskämpfer. Den privilegierten Freiheitskämpfer mit Rundumversorgung und Krankenversicherung. Den All-inclusive-Freiheitskämpfer. Den Typ, der „Faschismus!“ plärrt, weil er auf dem Weg zum Klo einen Umweg gehen muss. Der eine Bedienung demonstrativ als Lakaien eines Polizeistaats behandelt, was er sich genau deswegen traut, weil er in keinem lebt. Der durch seine überlaute Lächerlichkeit eine Verhöhnung darstellt all der Menschen auf diesem Planeten, die tatsächlich in einer Diktatur leben und sich im Kampf dagegen großen Gefahren aussetzen. Und dabei eine Maske tragen.

Im Grunde sind es übergroße, verzogene Rotzlöffel, die „Ich hasse dich“ plärren, weil sie Fernsehverbot gekriegt haben. Der einzige Vorteil bei der Sache ist, dass man sich mit manchen Menschen nicht mehr mühsam minuten- oder gar stundenlang unterhalten muss, um rauszufinden, dass sie Idioten sind. Insofern gibt das Virus tatsächlich auch Lebenszeit zurück. Lasset uns dankbar sein dafür.

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Kommentare (41)

  • Mr. T.

    |

    Nach dem ersten Absatz hab ich mir gedacht, dass ist das Beste was ich bislang zum Thema Corona gelesen habe.
    Und die restlichen Absätze sind dem dann in nichts nachgestanden. Wenn’s nicht so müssig wäre, würde ich jetzt aufstehen, mir einen Hut aufsetzen und ihn dann ein paar mal vor Martin Stein ziehen. So soll er wenigstens wissen, dass ich es für angebracht hielte.
    Chapeau et merci!

  • Bernd

    |

    Herrlich! +1

  • Tania

    |

    Omei, a schreibender ‚Obergschaftler‘ und mit bis vor kurzem selbst noch Gastronom. Jedoch im Hintergrund mit allgm. tieferen Sinn.
    Aber wo bleibt der (Gast-)Kommentar eines sog. ‚Idioten‘?

  • Hans

    |

    Auf gehts Tania! Schreib!

  • Weichser67

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    Danke für diese Worte, es ist nichts hinzuzufügen, alles gesagt und ich ziehe in Ermangelung eines Hutes die Kappe !

  • Raphael

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    Eine wundervolle Tirade! Danke.

  • Stephan F.

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    Grandios. Danke!! :-)

  • Robert

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    Um was geht es Herrn Stein? Eigentlich gehe es um die Beobachtung, dass diese Pandemie schon ganz eigene Extremismus-Spitzen hervorbringe, meint die wunderbar geschriebene Polemik.

    Wenn der Autor sich (provokativ) wünscht, die Chinesen könnten doch einen Virus basteln, der die richtigen töte, wenn er von einem darwinistischem Runderneuerungsprogramm faselt, das die geistig Schwachen derbröseln soll, ist sein (Wunsch)Denken von dem vieler Corona-Verschwörungsdenker kaum zu unterscheiden.
    Auch diese fordern in ihren Redebeiträgen, dass zum Beispiel eine angeblich anvisierte (Zwangs)Impfung deshalb abzulehnen sei, weil diese in die natürliche Auslese in der Menschheit verfälsche.

    In Nazideutschland war die staatlich organisierte und gesellschaftlich weitgehend getragene Vernichtung von sog. geistig Schwachen grausame Realität. Nach 1945 haben die Täter in der BRD vielfach weiter gedient und die Ermordung in verantwortlichen Stellen verleugnet oder legitimiert. Stein ist Teil dieser Nachkriegsgesellschaft, er fordert keine staatlich organisierte Vernichtung von (geistig oder körperlichen) Schwachen. Nein, das tut er nicht: das soll letztendlich und indirekt einen Chinesen-Virus machen.
    Es scheint Stein völlig egal (oder unbekannt?) zu sein, dass er Teil einer Gesellschaft ist, die den sog. Behindertenmord weitgehend verleugnet, legitimiert oder kleingeredet hat. Teil einer Gesellschaft, die sich den Tod von sog. geistig Schwachen wieder herbeiwünscht, dieses Mal darwinistisch organisiert und anscheinend ohne ärztliche Gegenmaßnahmen.

    Seine Polemik wäre richtig gut gewesen, hätte er die geistig Schwachen (ideell) nicht zerbröseln lassen. Leicht abgewandelt, könnte er mit folgendem Bonmot auf jeder mittelmäßigen Corona-Verschwörungsdenker-Demo auftreten: Wenn es nur einen Virus gäbe, der die ganze Politikerkaste und als erste Angela Merkel hinraffe.

    Eine Lisa Eckhart in die Kiste zu kriegen, scheint eine weitere (nur angedeutete) Tagträumerei zu sein. No Chance.

  • Hans

    |

    Schau Robert, der Martin meint das mit dem Virus der nur Dumme tötet nicht so. Die ganzen Corona-Rebellen und wie sie alle heißen eben schon. Da liegt der kleine aber feine Unterschied. Aber Ihre Kritik lässt einen ja fast meinen, Sie fühlen sich durch diesen Text angegriffen…

  • Mr. T.

    |

    Robert, man muss schon sehr viel Böswilligkeit mitbringen, um Martin Stein hier mißzuverstehen. Er meint mit “geistig schwach” sicher nicht diejenigen, die mancher auf Grund ihrer mentalen Leistungsfähigkeit als geistig schwach bezeichnet. Er meint da wohl genau diejenigen, die sich als Krone der Schöpfung sehen weil sie sich einer vermeintlichen Elite zugehörig fühlen, welche die “Wahrheit” hinter der großen Weltverschwörung erkannt hat – gleichzeitig aber irgendwie mit ICD-10 F7x diagnostiziert werden könnten. Also eher Opfer des Dunning-Kruger-Effekts als des T4-Programms. Die mentalen Geisterfahrer, die sich der ihnen entgegenkommenden Mehrheit der Bevölkerung überlegen fühlen. Und auch der Wunsch, dass diese Klientel Opfer des Virus werden sollte, ist mehr als klar als Satire zu erkennen.
    Sie sind wohl auch einer derjenigen, die, wenn sie jemanden mit nem durchgestrichenen Hakenkreuz sehen, diesen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen anzeigen, oder?

  • winniePuh

    |

    Schuster bleib bei deinen Leisten.

    Schon bei Eckart ist es schwierig mit so einer Rhetorik -und die ist brilliant.

    Versucht das ein mittelmäßiger Hobbyspaßmacher, hört es sich halt nur braun an.

    Ich weiß, daß soll hintergründig und humorig sein, es ist aber nichts dahinter, das ist braun in die Hose gegangen.

    So weit, daß man sagt, hier lebt ein typisch deutscher Junge seine unterdrückten Faschotendenzen aus, will ich aber nicht gehen.

  • xy

    |

    Jetzt dachte ich über die Jahrzehnte meines bisherigen Lebens doch glatt, dass “Solipsismus” das schönste Fremdwort ist, das ich je erlebt habe. Aber jetzt kommt “Troglodyt” hinzu, das ich demnächst bei passender Gelegenheit unbedingt einmal anwenden muss. Danke, Martin!

  • joey

    |

    “Spaltung der Gesellschaft ist richtig”
    so könnte man diesen Artikel auch beschreiben.
    Dann gehen halt “Idioten” auf ihre Konzerte/Lokale und die Rechtgläubigen auf ihre.
    Da es im Winter wohl ein Veranstalter-/Lokalsterben ohnegleichen geben wird, hat sich die Frage, wer wem ein Bier serviert dann vorübergehend erübrigt.

    Vielleicht überleben die, die jedem ein Bier verkaufen und einen Heizpilz aufstellen.

  • Alfons

    |

    Wow, ich finds ebenso super. Zur Aufklärung noch ein paar Definitionen, vielleicht nieselts a bisserl Verständnis.
    Unter einer Glosse (von altgriechisch γλῶσσα glóssa, „Zunge, Sprache“, über lateinisch glossa) wird ein meist kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag in einer Zeitung, einer Zeitschrift oder im Fernsehen verstanden.
    Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Typische Stilmittel der Satire sind die Übertreibung als Überhöhung oder die Untertreibung als bewusste Bagatellisierung bis ins Lächerliche oder Absurde. Üblicherweise ist Satire eine Kritik von unten (Bürgerempfinden) gegen oben (Repräsentanz der Macht) vorzugsweise in den Feldern Politik, Gesellschaft, Wirtschaft oder Kultur.
    Polemik (von griechisch πολεμικός polemikós ‚feindselig‘ bzw. πόλεμος pólemos ‚Krieg, Streit‘)[1] bezeichnet einen meist scharfen Meinungsstreit im Rahmen politischer, literarischer oder wissenschaftlicher Diskussionen. Ziel ist, die eigene Meinung auch dann durchzusetzen, wenn sie sachlich nicht oder nur teilweise mit der Realität übereinstimmt. Der Begriff hat historisch einen Wandel erfahren; die ursprüngliche Bedeutung von Polemik war Streitkunst, ein literarischer oder wissenschaftlicher Streit, eine gelehrte Fehde.

  • heidi

    |

    “die geistig Schwachen derbröselt”, “darwinistisches Runderneuerungsprogramm”

    Euthanasie hatten wir schon mal in Regensburg. Finden sie das witzig?

    Nazis raus!

  • Altstadtkid

    |

    Super+

  • Johnny B Good

    |

    Der erste Absatz ist leider völlig daneben! Es geht bei verletzenden Äußerungen einfach nicht darum wie es der Autor meint sondern ob es Betoffene oder Angehörige von Betroffenen verletzt und das tut es! Finde ich schade dass bei RD scheinbar noch kein Bewusstsein dafür da zu sein scheint.

    Dem übrigen Text kann ich eigentlich nur zustimmen.
    Ich finde es jedoch sehr schade dass von progressiven Strömungen nach wie vor scheinbar keinerlei Kritik an sämtlichen Maßnahmen gibt und die Thematik vollständig Faschist*innen und Schwurbler*innen überlassen wird.
    Der Virus wird eventuell nie wieder ganz verschwinden, aufjedenfall wird er aber noch einige Jahre bestehen.
    Sollen Kinder die nächsten 2-3 Jahre keine richtige Bildung mehr erhalten? Sollen Jugendliche die nächsten Jahre akzeptieren dass sie vieles was ihre Eltern in ihrer Jugend gemacht haben unaufholbar nicht erleben können?
    Das sind die Fragen und die Realität die sich auch endlich die Reflektierten, Rationalen Menschen stellen müssen.
    Die sozialen Folgen sind nun irgendwann weitreichender als ein Virus der zweifelsohne nicht ungefährlich ist, jedoch wahrscheinlich auch nicht der Killervirus ist wie man anfangs dachte.

  • Anton Zimmer

    |

    Pauschalisierend, diffamierend und rassistisch Menschen mit ernsthaften Atemwegserkrankungen gegenüber. Ist der Autor zufällig HNO- oder Lungenfacharzt um so einfach urteilen zu können? Hier geht es gerade in eine höchst gefährliche Richtung. Die Gesellschaft wird ständig mehr und mehr gespaltet. Ganz nach dem Motto „Teile und herrsche“. Habt bitte etwas Empathie

  • Günther HerzigIch bin beeindruckt

    |

    Ich bin beeindruckt und stelle zufrieden fest, mich, jedenfalls hier in diesem Fall, auf der Seite der Mehrheit zu befinden. Und besser, als sonst, zu erkennen: Manche können das Wort Satire zwar schreiben, aber verstehen tun sie nichts. Mit denen müssen wir halt leben.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu “Günther Herzig”- Habe ich Sie richtig verstanden? Wenn also Satire übers (erträgliche)
    Ziel hinausschießt und jemand das kritisiert, dann ist er / sie zu blöd, die Satire “richtig”
    zu begreifen.

  • Joachim Datko

    |

    Jedem seine Ehre lassen!

    Zitat: “Die Mortalitätsrate des Virus würde doch so schön mit der Stupiditätsrate der allgemeinen Menschheit korrelieren.”

    Bei uns in Deutschland ist die “Mortalitätsrate” von Covid-19 relativ gering. Da können wir uns ja freuen, wenn wir auf Ihrer Intelligenz-Messlatte gut wegkommen.

    Das hat sogar einen tieferen Sinn. Wir haben uns auf die Ratschläge der Professoren verlassen. Dazu kommt noch, dass die Erfahrungen bei der Behandlung der Patienten zu einer erfolgreicheren Behandlung führen.

  • Günther Herzig

    |

    Sehr geehrte gnädige Frau Vietze (darf man als Sozialdemokratin so eine Anrede hinnehmen?),
    wer erlaubt Ihnen meine Worte zu verdrehen und in einer nicht gerade freundlichen Art und Weise zu interpretieren?
    Deshalb zum Mitschreiben für die, die sich nicht mehr alles merken können: Satire kann über ein erträgliches Maß hinausschießen. Ob aber etwas erträglich ist, wollen Sie festlegen. Am Beispiel Lisa Eckhart lässt sich schön anlesen, wieviele nicht in der Lage sind, Satire zu erkennen. Für Lisa Eckart ist es schon Glück nicht mehr als Hexe verbrannt zu werden. Und wer für sie eintritt, um zu beteuern, dass sie alles andere als eine Antisemitin ist, wird ebenfalls öffentlich niedergemacht, wie Dieter Nuhr. Das ist heute alles so einfach. Man braucht nur eine Tastatur, um sich mit einem wohligen Gefühl über andere herzumachen, meistens anonym. Das jedenfalls kann und will ich ihnen nicht nachsagen. Ich habe Respekt für sie, sonst würde ich mir auch nicht die Arbeit machen meine Haltung zu Satire näher zu erklären.

  • Mr. T.

    |

    Wie ich im Kommentar zu Robert schon geschrieben habe, kann es auch Böswilligkeit sein, Frau Vietze. Aber Hanlon gebietet eigentlich was anderes.

  • WillieS

    |

    Sehr geehrte gnädigr Herr Herzig,

    “Ob aber etwas erträglich ist, wollen Sie festlegen”

    Wer soll es denn festlegen?

    Irgendein “Satirepabst”?
    Der Schreiber der “Satire”
    Sie?

    Ich meine, ob etwas unerträglich ist, entscheidet immer nur der Einzelne selbst.

    Wenn Frau Vietze sagt, dass es für sie nicht erträglich ist, ist das ihr gutes Recht..
    Das nennt man Meinungsfreiheit, Herr Anwalt…

  • Günther Herzig

    |

    Willie S
    Ruhig Brauner, Ist ja gut!
    Satire kann gar nicht unerträglich sein. Es ist halt nur Satire, Das was Elfriede Vietze meint, ist dann nach meinem Verständnis nicht mehr Satire, Herr Irgendwer oder was!
    Wer es festlegt, wollen Sie wissen? Am ehesten der Verfasser!
    Wie wäre es wenn wir den Verfasser der Glosse Martin Stein bitten, dazu etwas zu sagen?

  • Mathilde Vietze

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema.

  • Mathilde Vietze

    |

    Werter Günther Herzog, bei der SPD gibt es in puncto Anrede keine
    Vorschriften. Daß Satire übertreiben darf, hab’ sogar ich kapiert. Ich
    bin – ebenso wie Sie – dagegen, daß Leute, die eine andere Meinung
    haben, “fertiggemacht” werden, meine aber auch, daß Satire nicht
    so weit gehen darf, daß sie jemanden “fertig macht.”
    Ihnen alles Gute!

  • Robert

    |

    Ich fühle mich durch die Polemik Steins nicht angegriffen, Böswilligkeit hat mich auch nicht getrieben.
    Mir geht´s um die Frage, ob eine Polemik (nicht Satire) auf RD mit Begriffen wie „darwinistisches Runderneuerungsprogramm“ , das „die geistig Schwachen derbröselt“ arbeiten darf, ohne sich irgendwie von dem deutschen NS-Vernichtungsprogramm gegen zu „geistig Schwachen“ gemachten abzugrenzen (oder zumindest anzudeuten, dass es so etwas gab …)

    Ich halte H. Stein zwar für einen begnadeten Polemiker, einer Lisa Eckhart kann er das Wasser aber nicht reichen. Während L. Eckhart in dem derzeit kritisierten Auftritt in einer Art Figurenrede ihrem Publikum den Spiegel vorhält und u.a. antisemitische Stereotype und Denktraditionen aufdeckt
    (der Link zum Beitrag : https://www.youtube.com/watch?v=6h8g8-2rdV8),
    polemisiert Stein nur gekonnt gegen „Tresenterroristen in Zeiten von Corona“ (die ihn verständlicherweise nerven). Dafür nutzt er die RD-Öffentlichkeit.

    Oder anders gesagt: Während Eckhart Ressentiments aufdeckt, spielt Stein (diesbezüglich anscheinend ahnungslos und für meinen Geschmack etwas zu selbstgefällig) nur mit ihnen und verlängert sie dadurch – so mein kritscher Einwand.

  • Detlef Bassing

    |

    Wow, toll und dann noch die Frage ob mir der Text was Wert wäre…

    Gebt mir den Coronavirus im Tausch gegen mein Asthma und jeder ist glücklich weil ich dann auch Maske trage. Das Risiko ist überschaubar und das gehe ich gern ein!
    So lange diese Auflagen bestehen findet man mich in keinem Restaurant etc. mir Egal und allmählich reift in mir die Erkenntnis das ich alles was es derzeit nicht gibt oder nur eingeschränkt auch nicht wirklich vermisse und auch in Zukunft nicht brauche – schönes Leben noch!

  • Wolfram Draht

    |

    Als Musiker und Tontechniker fühle ich mich hier vom Gastronom verstanden. Ich mache die Spielregeln auch nicht, und wenn ich den Mischpultplatz verlasse, bin ich auch nicht erfreut darüber, das Maultäschle aufsetzen zu müssen. Aber ich bin froh, dass doch wieder was geht, denn die Überbrückungshilfe geht ja für mich wie für viele andere Solo-Selbständige eben nicht… und dann das Genörgel von Fatzkes, die sich eben nicht fragen müssen, ob sie das Jahr wirtschaftlich überleben werden. Und dann geht’s denen nicht mal ums Gesamte, um die Branchen in der Krise, oder so. Neeneee, denen geht es einfach nur um sich selber. Naja. So im Alter von drei oder vier, da hat man diese “ich will aber (nicht)”-Trotzphasen… oder war’s mit dreißig oder vierzig?

  • Pierre Wehrs

    |

    Gibt es eine ganze Southpark Folge darüber. Serviert Ihnen doch einfach das Yelper Special

    https://youtu.be/pDlR_ccnZww

  • Altstadtkid

    |

    @Wolfram Draht
    Sehr gut erkannt “An meinem Wesen soll die Welt genesen”, genau das ist die Mentalität

  • Tröster

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    Einfach mal bei Tucholsky nachschlagen: “Was darf Satire?”
    Dann erübrigt sich so mancher Kommentar…

  • Mr. T.

    |

    Die Frage ist nicht “Was darf Satire?”, sondern “Was ist Satire?”. Man kann nicht jeden hetzerischen Scheiss zur Satire erklären und dann darauf pochen, dass man deswegen alles darf. Man darf aber auch nicht so vernagelt sein, um in “Hängt die Grünen solange es noch Bäume gibt ” nur einen Mordaufruf zu sehen. Oder bei Herrn Stein eine Euthanasieverherrlichung.

  • mauNau

    |

    Lisa Eckart? Wie bitte?

    Is ja schön, dass sich der alte weiße Mann und Exwirt für das interessiert, was eine geniale Frau tut, die vom Alter her seine Tochter sein könnte.

    Aber den Namen “Eckhart” in diesem verkniffenen Mainstreamgewitzel auch nur zu erwähnen ist schon größenwahnsinnig.

    Wer nix wird wird Wirt, das ist er ned und zum Satiriker langt es bei weitem nicht.

    Schau, wenn man es kann, kann man Leute mit subversivem Witz die Luft beim Lachen abdrehen, wenn man es nicht kann, steht man als hohler Kasper da und sieht sich auch noch Rassismusvorwürfen ausgesetzt.

  • XYZ

    |

    Den verworrenen Gastbeitrag gelesen: Hinterm Tresen soll die Welt genesen, momentan coronabedingt geschlossen – erinnert mich nur an Bierzeltreden wie weiland in Vilshofen.

  • Günther Herzig

    |

    @WauWau
    ein phantastischer Beitrag?

  • Robbie

    |

    @ MauMau
    Uiuiui! Böse, aber leider saugeil! Ya made my day.

    @Münder Pelzig
    guckste, wa?

  • Hthik

    |

    Ich frage mich manchmal schon, was mir Satire, wie etwa das berühmte “Adolf Was an Underachiever” von Billy Hicks eigentlich mitteilen will. Insoweit ist das hier klarer. Die perfekte Lösung existiert aber bereits. Ein Barkeeper, der wie einst Pastor Fliege alles “verstehen” kann und auch als Superspreader ausscheidet https://yanu.ai/

  • Oli Hahn

    |

    Ja, jetzt besonders orginell war das wirklich nicht aber gleich das große Fass Nazi und Euthanasie aufmachen?

    Da muß schon mehr kommen. Allen grossen gefallenen Ex-Öffentlich-Rechtlich Beheimateten ist das mit einem Reizwort passiert:

    Bei Akif Pirrinci “linksgrünversifft”, bei Eva Herrmann “Autobahn”, bei Xavier Naidoo “Weltverschwörung”, bei Lisa Eckart “Unantastbare, die selbst antasten”.

    Jeden hat es daraufhin böse erwischt, und die meisten von denen sind jetzt im rechten Lager. Von den genannten, gab es schon vorher suspekte Äußerungen, die man aber noch durchgehen ließ.

    Es ist ein bischen wie bei diesen Pozzern. Das sind Schwule, die sich absichtlich mit HIV anstecken lassen. -Ich will das jetzt gar nicht bewerten, jeder wie er will.
    Die machen vielleicht x-mal ohne Gummi rum, nix passiert, sie können immer noch raus aus der Nummer, aber plötzlich -zack!- sind sie angesteckt. Sie gehören zur Pozzer-Community.

    Von daher -der Artikel lässt die Verhütung vermissen, es ist aber noch nix passiert.

  • R.G.

    |

    Herr Martin Stein hat, wie die Mehrheitsmeinung schreibt, unpassend rassistisch humorlt.
    Gewollt oder ungewollt ist mit seiner Figur des grantigen, raunzenden, populistischen Wirten eine Figur nach Art des Herrn Karl von Helmut Qualtinger geschaffen, ein Spiegel.

    An dessen Unwerten mögen sich die lamhinterteiligsten Regensburger zu einer politisch korrekten Meinung erheben!

    Herr Stein, das Un-Kind braucht nur noch einen Namen!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Herr_Karl

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