SOZIALES SCHAUFENSTER

Debatte um Straßennamen und Café

Drei Mohren und kein Dialog

Die einen sagen, es sei eine klar rassistisch konnotierte Formulierung und ein Relikt der Kolonialzeit. Andere halten die frühmittelalterliche Hochkultur der Mauren als Wortherkunft entgegen. Das Wort Mohrund die Regensburger Drei-Mohren-Straße erfahren derzeit viel Aufmerksamkeit. Miteinander geredet wird offenbar nicht. Die Besitzer des gleichnamigen Cafés werden angefeindet.

Im Zuge der Debatte um die Drei-Mohren-Straße ist auch das dortige Café in die Kritik geraten. Foto: bm

Im Sommer hat der Regensburger Stadtrat eine Expertinnen-Kommission eingesetzt, die das Regensburger Straßennamenregister kritisch begutachten soll. Im kommenden Jahr wird das Gremium, zu dem unter anderem der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit, gehört, seine Arbeit aufnehmen. Am Ende erhofft sich die Stadt einen Verfahrensvorschlag für den Umgang mit historisch umstrittenen oder gar bedenklichen Namen(spatronen), wie zum Beispiel der Danziger Freiheit.

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Umbenennungen sind dabei nicht ausgeschlossen, wenngleich sie auch nicht priorisiert werden. Mitglieder der im Sommer neugegründeten AG Straßenumbenennung fordern aber bereits jetzt im Fall der Drei-Mohren-Straße in der westlichen Altstadt eine sofortige Umbenennung des kolonialrassistischen Namens(AG Straßenumbenennung). Am vergangenen Freitag veranstaltete die Arbeitsgruppe eine Online-Veranstaltung rund um die Themen Rassismus und Kolonialismus. Einen alternativen Straßennamen haben sie auch bereits parat.

Antirassimus- versus Rassismusforschung

Es ist nicht das erste Mal, dass es Kritik an der Straßenbenennung gibt. Bereits 2016 kam es zu einer Aktion, bei der die Drei-Mohren- in Drei-Möhren-Straße umgetauft wurde. Und schon damals wurde der kolonialrassistische Kontext des Wortes Mohrund die spätestens seit der Zeit der Kolonialisierung negative Konnotierung als Argument herangezogen.

Eine Kritik, die auch die promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin Dr. Natasha Kelly am Freitag vorbringt. Kelly, die in London geboren, laut eigener Aussage aber in Deutschland sozialisiert wurde, arbeitet seit vielen Jahren zu den Themen Kolonialismus und Feminismus. Als Schwarze stünde sie selbst sowohl privat als auch beruflich schon immer vor zahlreichen Hürden. Doch ihr selbst geht es gerade nicht um die individuelle Ebene, also die persönlichen Erfahrungen nicht-weißer Personen in Deutschland. Kelly geht es um den strukturellen Rassismus und wie dieser in Deutschland bis heute immer wieder rekonstruiert werde.

Natasha Kelly forscht seit vielen Jahren zum Thema Kolonialismus und wie Rassismus strukturell fortwirkt.

Es gibt einen Unterschied zwischen einer Antirassismusforschung und einer Rassismusforschung, erklärt sie. Letztere reduziere den Blick auf die Ebene der Betroffenen und gehe meist von weißen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus. Der Rassismus hat sich aber auf einer strukturellen Ebene überall eingeschrieben, so dass viele Menschen ihren eigenen Rassismus auch gar nicht merken.Kelly, die bereits an mehreren Universitäten in Deutschland und Österreich lehrte und forschte, spricht in diesem Kontext daher von einer notwendigen Dekonstruktion, also einer Art Aufspüren und Offenlegen der Wurzeln des gesellschaftlich verankerten Rassismus. Postkoloniale und Dekolonisierungsprozesse müssen erfolgen, nur dann könne überhaupt verstanden werden, wie Rassismus innerhalb der Polizei, aber auch im Kindergarten, an den Hochschulen und in den Wissenschaften reproduziert werde.

Schwarzes Wissen bis heute kaum Thema

Die Vorfälle in den USA, die zu den Protesten der Black Lives Matter-Bewegung geführt haben, hätten dies wieder einmal eindrucksvoll gezeigt. Kelly geht es insbesondere um das herrschende Machtgefüge. Wir müssen die bestehenden Machtstrukturen sichtbar machen und zeigen, weshalb schwarzes Wissen bis heute nicht Eingang in die Wissenschaft findet.Schließlich habe Deutschland auch eine schwarze Geschichte. Wir füllen mittlerweile ganze Bibliotheken mit dem Wissen von schwarzen Deutschen, sagt sie durchaus verärgert. Aber das wird nicht anerkannt. Sucht mal das Buch ‘Farbe Bekennenin den Bibliotheken. Das wird, wenn dann überhaupt, unter Afrika geführt. Aber nicht unter Deutsch.

Das Buch, auf das Kelly anspricht – Farbe bekennen: afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte – hat May Ayim 1984 veröffentlicht und damit einen bis heute wichtigen Beitrag zur deutschen Kolonialgeschichte aus einer nicht-weißen Perspektive geleistet. Die 1960 in Hamburg geborene Frau studierte Anfang der 1980er Jahre in Regensburg, wo sie sich auch immer stärker mit gesellschaftlichen Themen und Rassismus beschäftigte. Später wurde sie als Dichterin, Pädagogin und Aktivistin der afro-deutschen Bewegung bekannt. Geht es nach der AG Straßenumbenennung und Natasha Kelly soll May Ayim künftig Namenspatin der Drei-Mohren-Straße werden.

Rassismus gibt es im heutigen Deutschland nicht

Ab 1984 lebte Ayim in West-Berlin, wo sie sich nach eigener Aussage in der multikulturellen Umgebungweniger isoliert gefühlt habe. Auch ihre Diplomarbeit reichte sie 1986 bei einer Berliner Professur ein. Ihr damaliger Professor an der Uni Regensburg habe die Arbeit Afro-Deutsche: Ihre Kultur- und Sozialgeschichte auf dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungenmit den Worten abgelehnt: Rassismus gibt es im heutigen Deutschland nicht.Wenige Jahre später versuchte Ayim dann ihre Erfahrungen – und die vieler anderer nicht-weißer Deutschen – nach der Wiedervereinigung 1990 in dem Gedicht gegen die deutsche Scheinheitzu verarbeiten.

Ich werde trotzdem afrikanisch sein, auch wenn ihr mich gerne deutsch habt. Ich werde auch deutsch sein, auch wenn euch meine Schwärze nicht passt.Kelly zitiert am Freitag vor den rund 160 online Zugeschalteten eben jene Zeilen aus Ayims Gedicht zu Beginn ihres Vortrages. In Berlin wurde mittlerweile ein Platz nach der 1996 durch Suizid verstorbenen Frau benannt.

Als wären wir Schwarze alle Migranten

Kelly rezipiert zunächst Ayims Erfahrungen Anfang der 1990er Jahre. Die Wende habe für Schwarze eine neue Situation bedeutet. Selbst ein deutscher Pass stellte keine Einreisemöglichkeit zu den Feierlichkeiten in Ostdeutschland dar.Hier sei deutsche Geschichte klar als eine rein weiße geschrieben worden. Das neue Wir, das der damalige Kanzler Kohl ausgegeben hatte, hat bis heute keinen Platz für alle, gibt sie Ayims damalige Worte wieder. Generell habe die Wende den Fremdenhass in Deutschland befeuert, meint Kelly. Und 2020 seien Ayims Texte leider aktueller als je zuvor, wie auch der Vorfall in Hanau Anfang des Jahres gezeigt habe. Die deutsche Politik und die Gesellschaft haben nichts dazu gelernt, so Kellys ernüchterndes Fazit.

Rassismus wird immer im Migrationskontext diskutiert. So als wären wir Schwarze alle Migranten und als hätten wir den Rassismus mitgebracht.Dabei herrsche auch hier Rassismus bereits seit langem vor. Dass Innenminister Horst Seehofer hundert Jahre nach der Verabschiedung des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes von 1913 – dies stellt bis heute eine Grundlage für das reguläre deutsche Staatsangehörigkeitsrecht dar – eine Stammbuchforschung fordere, sei ebenfalls Ausdruck dieser Denke.

Sprache ist Macht

Die Debatte 1913 begann damals zuerst in den Deutschen Kolonien und wurde in der Folge im Reichstag im Konzept einer Volksnation und eines homogenen Volkes weitergeführt. Der Kolonialismus prägte spätestens ab der Westafrika-Konferenz vom 15. November 1884 die deutsche Außenpolitik unter Reichskanzler Otto von Bismarck. In dieser Zeit sei der Begriff Mohrbereits klar negativ konnotiert gewesen und abwertend verwendet worden, so Kelly weiter.

Und da Sprache stets eine Form von Macht darstelle – ein Aspekt, der heute wesentlicher Bestandteil einiger prägender philosophischer Denkschulen ist – könne eine Straße nicht mehr als Drei-Mohren-Straße geführt werden. Schwarze werden bis heute auch sprachlich aus dem deutschen Raum herausgehalten und so die Vorstellung aufrechterhalten, dass schwarze Menschen hier nicht hergehören.Kelly fragt dann eher suggestiv: Wie viele Schwarze sind denn Namenspatrone für Straßen?

Die Mauren als Wegbereiter der europäischen Kultur

Dass Rassismus ein generelles Problem darstelle, das wollen auch Julia und Johannes Schmucker nicht bestreiten. Die beiden Architekten betreiben das Café Bar Drei Mohren in der gleichnamigen Straße und sehen sich seit dem Sommer ebenfalls mit deutlicher Kritik konfrontiert. Denn auch das Café müsse umbenannt werden, forderten Mitglieder der AG schon Ende August bei einer Demo auf dem Bismarckplatz, an der Ecke zur Drei-Mohren-Straße.

Vor kurzem wurde versucht, das Schild des Cafés Drei Mohren anzuzünden. Rechts daneben: Eine Stellungnahme der Eigentümer.

 

Der Name beziehe sich natürlich auf die Straße selbst, die laut Werner Chrobak nach dem berühmten Augsburger Hotel benannt worden sei. Viel wichtiger ist uns aber der Bezug auf die Mauren, stellt Johannes Schmucker im Gespräch mit regensburg-digital klar. Wir wollten uns damit eigentlich vor einer Kultur verneigen, die uns fasziniert.Schnell holt er ein Buch über die in Granada stehende Alhambra. Das Weltkulturerbe gilt heute als eines der bedeutendsten Beispiele der maurischen Architektur und war im Mittelalter eine wichtige Stadtburg der muslimischen Herrscher auf der iberischen Halbinsel. Im Café Drei Mohren hängt ein Bild der Alhambra. Die Mauren waren mit die größten Kulturtreiber für ganz Europa und waren damals in Kunst, Architektur oder Medizin gegenüber anderen weit voraus, so Schmucker.

Wir sind gesprächsbereit

Seine Frau ärgert sich über den Umgang mit ihnen. Es sei schade, dass man sich nicht in den Dialog begeben könne. Bisher kam es nur zu Anfeindungen, so Julia Schmucker. Immer wieder seien den Sommer über junge Leute reingelaufen, hätten sich über den Namen beschwert und uns als Rassisten bezeichnet. Vor kurzem wurde dann auch versucht, das Schild über dem Eingang anzuzünden. Sie selbst wollten das gar nicht groß zum Thema machen, es sei auch eigentlich nichts passiert. Aber es zeige eben, wie die Debatte von manchen geführt werden. Ja das Wort hat in der Geschichte auch eine negative Deutung erfahren. Aber genau die wollen wir hinter uns lassen, so Johannes Schmucker.

Beide erzählen auch, dass sich bisher noch nie Schwarze beschwert hätten. Eine Zeit lang kam ein Student regelmäßig zu uns. Irgendwann hat er sich dann bedankt, dass er hier immer eine so angenehme Zeit verbracht hat. Der Name war für ihn überhaupt kein Thema.Sollte die von der Stadt einberufene Expertenkommission zu dem Ergebnis kommen, dass die Straße umbenannt werde, dann wollen sie sich nicht verschließen, so Schmucker. Er betont aber immer wieder, dass eine richtige Einordnung und eine historische Erklärung des Straßennamens etwa in Form von Tafeln eine sinnvollere Idee wäre als eine Tilgung aus dem Stadtbild.

Ein Wort mit einer schwierigen Vergangenheit

Für Natasha Kelly und die AG Straßenumbenennung stellt dies jedoch keine Option dar. Wie Quirin Quansah von der AG am Freitag sagt: Rassismus soll endlich als das verstanden werden, was es ist: ein Mittel zur Herrschaftsauslebung der Weißen.Straßennamen würden diese Machtstrukturen legitimieren. Kelly bezweifelt auch, dass es hier eine positive Herleitung geben könne. Das Wort ist eine Herabwürdigung und war stets eine Fremdzuschreibung der Weißen.

Das Wort Mohrist die älteste Bezeichnung für schwarze Menschen in der deutschen Sprache und kann vom althochdeutschen „morhergeleitet werden, das vom lateinischen maurus(= Mauren) kommt. Eine andere etymologische Herleitung verweist auf das griechische Wort mōros, das mit stumpf; töricht, dumm“ übersetzt werden kann. Zwar wurde das Wort auch schon vor der Kolonialzeit teils negativ verwendet, doch erfuhr es vor allem im 19. Jahrhundert insbesondere durch Kolonialisierung eine deutliche Umdeutung.

In den vergangenen Jahren kam es schon zu ähnlichen Debatten, meist im Zusammenhang mit Darstellungen von Schwarzen wie dem bekannten Sarotti-Mohr. Das Unternehmen reagierte damals und änderte das Firmenlogo zu einem goldfarbenen Magier ab. In Coburg wird mittlerweile über das Stadtwappen diskutiert. Das ziert ein stilisierter Mohrmit wulstigen Lippen. Ob die geforderte Umbenennung in Regensburg Realität wird, hängt vor allem an der Arbeit des Expertengremiums ab. Einer vorgezogenen Umbenennung besonders umstrittener Straßennamen erteilte der Stadtrat bereits im August eine Absage. Die Grünen-Fraktion hatte damals einen entsprechenden Antrag gestellt.

 

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Kommentare (76)

  • gift im hirn

    |

    Abgesehen davon, dass für mich das Wort “Mohren” noch nie eine negative Bedeutung hatte: Es ist unglaublich, mit welchen Mitteln und mit wie viel Hass gegen solche Begriffe oder gegen Menschen, die sie verwenden, vorgegangen wird.

    Da wird einfach ein Wort, welches viele seit Ewigkeiten benutzen, als rassistisch erklärt und deren Verwendung mit Gewalt, Online-Mobbing und Doxing zu verhindern versucht. Ich bin der Meinung, intelligente, frei denkende Menschen sollten sich dem entgegenstellen, in dem wir die Bedeutung der Worte verändern oder die Geschichte als lehrreiche Vergangenheit einordnen (anstatt sie zu verbieten und zu vergessen). Die Stellungnahme der Drei-Mohren-Inhaber ist ein sehr gutes Beispiel.

    Bitte stellt euch gegen diese sinnlose Hexenjagt, es ging schon mit anderen Worten “blacklist, whitelist” hoch her. Es ist kaum zu glauben, dass nicht auch die “rote Liste” als rassistisch (Indianer?) angegangen wurde.

  • Mr. T.

    |

    Rassismus ist hierzulande völlig legal und jede*r kann ihn nach ihrer*seiner Facon ausleben. Dann darf mensch sich aber nicht beschweren, wenn es von anderen vorgehalten wird. Auch wenn es keine Gesetze verbieten, der Anstand würde dies – sofern in Restmengen vorhanden.

    Die Betreiber des Cafes machen leider den Kardinalfehler und bewerten den Namen nach ihrem privilegierten Eindruck. Sie müssten das Betroffene bewerten lassen. Und dann auch nicht nur auf Betroffene achten, die es nicht stört. Auch wenn ihnen kein rassistischer Vorsatz unterstellt werden darf, sind sie nicht ausreichend rassistisch sensibel.

  • beobachter

    |

    Was kann man tun, um diesen unsäglichen Aktivitäten zur Umbenennung jahrzehntelang benutzter Straßennamen den Wind aus den Segeln zu nehmen?

  • Hindemit

    |

    Zunächst einmal vielen Dank, dass über diese gelungene Online-Veranstaltung berichtet wird. Stimme Mr. T zu, dass es sich das Betreiberpaar hier viel zu leicht macht. Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) sowie Experti*innen für Sprache und Kulturforschung wie A. Stefanowitsch oder S. Arndt sprechen es klar aus. Das M*Wort ist für Schwarze Menschen in der übergroßen Mehrheit ein Synonym für das N*Wort, war von Anfang an eine abwertende Fremdbezeichnung. Es spielt keine Rolle, ob das selbsternannte “linksliberale” weiße Betreiberpaar (MZ/ Eckl) sich daran nicht stört. Sprache ist Handeln, Sprache ist Verantwortung, Sprache ist ein Spiegel der Gesellschaft und somit zum Glück einem stetigen Wandel unterzogen.
    Mann muss nicht selbst im Rollstuhl sitzen, um zu begreifen, dass eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft besser ist. Das M* Wort ist nicht zu trennen von menschenfeindlichen Völkerschauen und massenhaft verschleppten und ausgebeuteten Schwarzen Menschen. Ganz zu schweigen davon, dass der Begriff stereotypisiert, nicht im geringsten der Vielfalt Afrikanischer Kulturen gerecht wird.

  • Klaus Bücherl

    |

    Man könnte das Café ja in “Drei Mauren” umbenennen

  • gift im hirn

    |

    Der Kommentar von @Hindemit erinnert mich an einen alten Witz:

    Zwei Christinnen tuscheln über einen Atheisten: “Stell Dir vor, der kommt in die Hölle und WEISS ES NICHT EINMAL”.
    [ bezogen auf “Es spielt keine Rolle, ob das selbsternannte “linksliberale” weiße Betreiberpaar (MZ/ Eckl) sich daran nicht stört” ]

    Ich wehre mich dagegen, Wörter nicht mehr benutzen zu dürfen (die ich in neutralem oder positivem Kontext benutze), nur weil sich vielleicht irgendwer, den ich nicht kenne und niemals treffen werde, daran stören könnte.

    | Das M* Wort ist nicht zu trennen von menschenfeindlichen Völkerschauen
    | und massenhaft verschleppten und ausgebeuteten ….

    So? Wer sagt denn das? Und warum sollten wir es nicht trennen? Ich habe beim Begriff

    | …Schwarzen Menschen.

    auch genau dieses Bild im Kopf. Und jetzt? Darf ich rumlaufen und verlangen, man möge “Schwarze Menschen” nicht mehr benutzen, weil mich das an die verunglückten Versuche erinnert, durch Wortverbote etwas wieder gut zu machen?

    Ich geh jetzt in die Küche und verspeise einen Negerkuss – und denke dabei nicht an Sklavenschiffe, sondern an eine schöne, gebildete dunkelhäutige Frau.

  • R.G.

    |

    Gehen wir es aus Sicht der Betreiber an, die sich nur Gutes beim Wort Mohr denken, weil ihnen die mauretanische Kultur dabei einfällt. das ist doch schon eine nette Vorgabe.
    Kommt der Mann abends von der Arbeit, sagt die Frau, dass du Weißer da bist, ist gut. Im Bett haucht sie, Weißer, das war heute schön. Ihrer Bürokollegin erzählt sie, ich habe einen Weißen geheiratet, auf die Frage welchen Beruf er hat, antwortet sie, er ist ein Weißer. Das kann für sie wirklich das Antöööörnende an ihm sein, dass er gar so weiß ist. Das Kind mag in der Familie ganz unschuldig die ersten Worte Mammma und Weisa lernen. Jedes Kind sollte eine gute Mama und einen braven Weißer haben.
    Tagt eines Tages der Stadtrat und Papa ist einer dabei, schreibt die Zeitung, die Weißen haben alles besprochen. Ja was und wer? Seid nicht lästig, sie waren weiß!

    Ich vernehme, dass dunkelhäutige Menschen, denen man eine individuelle Bezeichnung nicht zumaß damals, die liebevoll Mohr genannt wurden wie das wunderbare Land Mauretanien mit seinen schönen Ornamenten, das als Zärtlichkeit empfinden sollten von Menschen, die samt den ihnen Gleichsehenden nicht etwa Tadelakte heißen, weil die Haut aller Weißen so schön blass schimmert.

    Die Menschen hatten schon Namen; als man sie wie Besitz herholte, wurden sie nach unserem Glauben getauft, verpasste man ihnen einen zweiten.

    Das Schicksal eines Afrikaners verkörpert sehr schön, wie ein von einem Europäer gegen ein Pferd eingetauschter Nigerianer es bis auf den Österreichischen Kaiserhof bringen konnte, wo er schließlich Freund von hohen Adeligen war. Voll integriert!
    Dennoch präparierte man seine Haut nach seinem Tode und stopfte ihn aus. Zusammen mit anderen Afrikanern habe er vor afrikanischer Kulisse den Menschen eine Vorstellung vom hochfürstlichen Mohr vermittelt, aber nun dargestellt als halbnackter Wilder mit Muschelkette.

    Liebe Betreiber des Lokals, so lieb hatte man sie, die Mohren, und man darf sich bei solchen Geschichten an das schöne Mauretanien erinnern, oder einfach tief betroffen sein über die Weißen, wie wild und unkultiviert sie waren.

    Angelo Suliman heißt er bei Wiki, vormals der Mohr vom Kaiserhof.
    Treibt einem das nicht die Tränen in die Augen, wenn man hört, was Menschen zugefügt werden durfte, weil an sie nicht als Individuen erkannte, sondern als äußerliche, uns lebend oder tot nützen dürfende “Mohren”körper?
    Sie, die Opfer, kennen tausende solcher Geschichten, es ist ihnen wichtig, dass man sie und ihre Vorfahren und Landesbewohner endlich als unter anderem durch ihre Namen und Charakter unterscheidbar erkennt!
    Es geht hier nicht um’s Rechthaben, sondern um den ausstehenden Entwicklungsschritt der beängstigend wilden aber ach so romantischen Weißen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Angelo_Soliman

  • Mr. T.

    |

    gift im hirn, Sie brauchen sich gar nicht groß wehren und dürfen weiterhin alle Wörter so benutzen, wie Sie es wollen. Ihnen kann es zurecht egal sein, ob sich davon jemand beleidigt, verletzt oder herabgewürdigt fühlt. Sie müssen auch nicht reagieren, wenn Sie jemand deswegen kritisiert. Niemand kann Ihnen etwas verbieten. Allerhöchstens Ihr Anstand – falls Sie sich so etwas moralisches überhaupt leisten wollen.

  • R.G.

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    @gift im hirn
    Wenn man schon vor Schulklassen pubertärer Jugendlicher stehen durfte, um einen Votrag zu halten, weiß man, dass mitunter in dem Alter buchstäblich alles, von der Gurke bis zur Banane oder dem Apfel oder einem Karton, von ihnen als Vergleich für den Körper des bevorzugten Geschlechts oder das eigene angewachsene”Sexwerkzeug” betrachtet wird. Ein, zwei Jare später kann das schon von allen über-lebt sein, ihr Geist ist dann frei, Texte normal zu verstehen und auf Menschen freier zu reagieren.

    Ich sehe ihre obige Assoziation als Ausdruck ihrer jetzigen Entwicklungsstufe und ich möchte sie trösten, das geht im Normalfall vorbei. Spätestens in der Oberstufe. Da wissen Sie dann, dass man mit solchen Worten Frauen verletzt.

  • Angelika Enderl

    |

    Das wort mohr war im mittelalter gang und gäbe für einen menshen mit dunkler hautfarbe.. Dann kam das wort neger . Das stammt von sklavenhandel aus afrika. Der weisse mensch sah in.den anders farbigen.menschen einen untermenschen. Eskimo.ein schimpfwort für die inuit. Genauso die zigeuner. Es sind menschen mit eigener sprache. Da wird auch wieder unterschieden zwischen roma und sinti. Diese volksgruppen stammen vielleicht von iindien.ab
    Osteuropäer araber usw. haben zur zeit keinen guten ruf. Aber es sind menschen wie du und ich. In jeden volk gibt es gute und schlechte. Und zum schluss natürlich die juden. Die hatte der massen mötder hitl
    er und paladine für das elend der welt.verantwortlich.gemacht.
    Es sind israeliten. Juden ist ein.stamm unter vielen. Es ist halt ein wort für den glauben aus israel. Die chtisten haben einen menschen namens jesus zum gottrs sohn.
    erkoren
    Dieses ganze rassastische ist schlecht für die erdengemeinschaft.
    e

  • rudiratlos

    |

    Kommentar gelöscht. Trolle unerwünscht.

  • gift im hirn

    |

    Hallo Mr. T,
    die Unterstellung, ich hätte weder Anstand noch Moral, ist nur ihre Meinung. Sie aber tun so, als wäre es eine allgemeingültige Wahrheit (weil ich ja die bösen Worte sage…)

    Das ist das Problem von “social justice warriors” – sie erheben sich über alle anderen, als hätten sie die universell gültige Maßstab-Tabelle für ihr aktuelles Lieblings-Thema gefunden.

    Nein, mit ist es nicht egal, ob sich jemand von mir herabgewürdigt fühlt, ganz im Gegenteil. Ich will nicht, dass mir jemand unterstellt, ich müsse das N* und M* zwangsläufig herabwürdigend meinen – weil das könne ja gar nicht anders sein. Unterstellt von jemanden, der überhaupt gar nichts mit mir oder meinem Gesprächspartner zu tun hat (oder Cafe-Betreiber / Kunde)

    Stehen jetzt alle Besucher dieses Cafés auf Ihrer ‘haben keinen Anstand und Moral’-Liste? Wenn nein, warum nicht?

  • rudiratlos

    |

    Kommentar gelöscht. Nutzer gesperrt.

  • XYZ

    |

    Da geht so einiges durcheinander. Wenn ich mich auf die Schnelle so richtig erinnere: Mohren waren im Mittelalter hoch angesehen, Christen aus Äthiopien und Nubien, die dann islamisiert und verfolgt wurden und flüchteten. Die dunklere Hautfarbe spielte keine Rolle. Der Mohr Balthasar von den Hl. drei Königen ist in Bayern Tradition – bitte auch ergänzen!

  • Mr. T.

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    Vielleicht sollte man nicht unbedingt das Mittelalter als Maßstab heranziehen. Nicht alles, was damals noch durchaus politisch korrekt war, ist heute noch auf der Höhe der Zeit.

  • Taxifahrer

    |

    Alles schön und gut. Aber für mich ist es letztendlich doch zweitrangig, ob ein Bettler in der Drei-Mohren-Straße oder in der Martin-Luther-King-Gasse sitzt. Am Ende bleibt das zentrale Problem, dass dort ein Bettler sitzt.

  • R.G.

    |

    Corona mit seinen wirtschaftlichen Folgen erzeugt in uns große Unsicherheit.
    Private Lokalbetreiber haben Angst, ob sie noch bis Sommer bestehen können.
    Die kleinsten zusätzlichen wirtschaftlichen Forderungen scheinen unbewältigbar.

    Ich würde den Architekten empfehlen einen Text zu erfassen, in dem sie bekennen, sich dem Thema zu nähern, ein Prozess, dem man sich gerne weiter öffne.
    Finanziellen Einsatz erfordernde Überlegungen wie eventuelle Umbenennungen etc. bitte man, auf die Zeit zu verschieben, wenn die Lokale für einige Monate wieder gewinnbringend geführt werden konnten.

    Da die Initiative bereits Drei Mohren zu Drei Möhren gemacht hatte, könne man sich gut vorstellen, dass man das Lokal mit Möhren-Bildern gestalte, als Zeichen, wie bereitwillig man die Anliegen der Betroffenen unterstütze.
    Die Noch-Beibehaltung der älteren Worte am Schild, und eine im Inneren durch die Gestaltung sichtbar gemachte Distanzierung davon, zeige den Weg, den man selbst genommen habe in Sensibilisierung, man verstehe das als Ermunterung für die Gäste, selbst Verständnis für benachteiligte Gruppen zu zeigen, um als Gesellschaft in der Krise zusammen zu wachsen.

  • Tom

    |

    Das vorangegangene Posting von RG beschreibt vorzüglich die wahnwitzige Absurdität der gesamten Diskussion. Da wird von dem Betreibern gefordert sie sollen sich “dem Thema nähern und sich dem Prozess öffnen”. Und, wenn sich dann fragt, wie denn das funktionieren soll, gibt es gleich mal den Wahnsinnstipp das Cafe mit ein paar politisch korrekten Möhrchen Bilder zu verschönern. Wunderbar!
    Wie wäre es denn mal, wenn man sich tatsächlich mal mit dem Cafe und seinen Betreibern auseinandersetzen würde?

    Wer das Cafe Drei Mohren kennt weiß, dass es nicht nur ein wunderschönes gastronomisches Kleinod in Regensburg ist, sondern man würde auch schnell feststellen, dass es darüber hinaus ein multikultureller und für ALLE Regensburger offener Treffpunkt ist. Die Betreiber leben mit Ihrem Cafe eine weltoffene, von jeglichen Vorurteilen und Ressentiments befreite Lebenseinstellung vor.
    Es ist kein Zufall, dass sich im Cafe ein kompletter Querschnitt der Regensburger Bevölkerung trifft, vom Künstler bis zum Unternehmer, vom Schüler bis zum Rentner, vom Oberpfälzer bis zum Menschen mit Integrationshintergrund (politisch korrekt?)…… Alle werden im Cafe mit der gleichen wunderbaren Gastfreundlichkeit willkommen geheißen.

    Von dem, was die Betreiber für eine integrative Gesellschaft leisten, können all die ideologisch verbrämten Pseudoweltverbesserer nur träumen.

  • Mr. T.

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    Tom, niemand bestreitet, dass dem so ist. Trotzdem kann einfach nur der Name in manchen Menschen sehr bedrückende Gefühle auslösen, was sicher nicht im Sinne der Betreiber ist. Auch dann, wenn dieser Name von den jetzigen Betreibern sicher nicht herabwürdigend gemeint ist. Im Besten Falle wird nicht einmal der Anschein von Rassismus erweckt.

  • beobachter

    |

    +++Von dem, was die Betreiber für eine integrative Gesellschaft leisten, können all die ideologisch verbrämten Pseudoweltverbesserer nur träumen.+++

    Diese “Pseudoweltverbesserer” (i.ü. ein sehr treffender Ausdruck) glauben, mit der Umwidmung von Begriffen eine Änderung der Einstellung der Mitmenschen herbeiführen zu können. Vielleicht ist es aber auch nur Profilneurose. Jedenfalls wähnen sie sich moralisch überlegen und fühlen sich als die “Guten”.

  • R.G.

    |

    @Tom
    Sie haben zwei Situationen, ein in der Echtwelt betriebenes Cafe mit echt freundlichen Betreibern, und eine virtuelle sowie akademische Empörung, die durchaus auf realen Verletzungen aufbauen.
    Um die wirkliche Gastfreundlichkeit im Lokal ungestört beweisen zu können, könnte man durch plakative Aktionen – hier hat eine Aktion die Drei Möhren (augenzwinkernd?)vorgegeben – auf sich, wie man seinen Dienstleistungsberuf in der Gastronomie verstehe, wieder aufmerksam machen. Die Betreiber unterstützten mit dem opticen Zitat friedliche Aktionen, die auf die Notwendigkeit von … aufmerksam machen.

    Man muss nicht immer Aufträge an auswärtige Werbeagenturen vergeben, wie es in Regensburg sonst üblich scheint. Das kriegen zwei Architekten mit ihren gestalterischen Fähigkeiten auch selbst hin.

  • Piedro

    |

    Dazu erzähl ich dann auch mal was. Der Freund eines Freundes betreibt seit vielen Jahren ein afrikanisches Restaurant in Wien. Hoffentlich immer noch. Er ist das, was man als schwarz bezeichnet, obwohl es ein in seiner Heimat üblicher Grauton der Haut ist. Er darf sich über zufriedene Gäste freuen, viele stammen aus Afrika, andere mischen sich aus Wienern und Restösterreichern zusammen, manchmal ist auch ein Piefke dabei. Er hat erzählt, dass er seit Jahren Stress mit irgendwelchen Hanseln hat, die sich daran stoßen, dass ausgerechnet er Mohrenbräu ausschenkt. Eines der besten Biere Österreichs, da sind wir einig, mit einem alten Namen und einem Mohrenlogo. Sehr empfehlenswert. Der Wirt sah es nicht ein die Brauerei zu wechseln, und der Vorwurf einen wie auch immer geratenen Rassismus zu unterstützen fand er so lächerlich wie das Brauereipogrom gegen die Vorarlberger. Trotzdem hat es das kleine Restaurant sogar in die Presse geschafft, weil besonders Berufene es für angebracht hielten den Wirt anzuprangern.

    Es ist völlig egal wie vernünftig oder berechtig eine Forderung ist, wenn sie dogmatisch gedeckt ist. Da wird angegriffen, etwa, wenn ein Schornsteinfegermeister (in xter Generation) Neger heißt und seine Firma nicht unbenennen will, weil er nun mal so heißt. Das Firmenlogo ist natürlich auch nicht opportun, egal wie alt das sein mag, es würde auch nicht helfen den dunkelhäutigsten Afrikaflüchtling als Azubi einzustellen, vermutlich würde dem auch gleich untersagt in der Firma eines Negers zu arbeiten. Herr Neger ist Antirassisten zum Feind geworden. “Schwarze” Menschen sollen sich von Mohren fern halten. Und wehe eine Apotheke ist nach den “Mauren” benannt. Da muss es ja schon peinlich sein “weiße” Haut zu haben.

    Zum Glück werden die anderen nicht gefragt, der Sinti nicht nach dem Zigeunerschnitzel, der Afrikaner nicht nach Vorarlberger Brauwerk, oder dem Namen eines Traditionscafés. Die brauchen da gar nicht reden, das Dogma ist doch längst geklärt. Da kann man/frau/sonstsches ernsthaften Antirassismus auch mal ein bisschen lächerlich machen.

  • Roche-Dirac

    |

    Bei diesem, wie nenne ich es am besten, Vorgang um das erwähnte Cafe, sollten wir auch im Blick behalten, dass die Betreiber was die Benennung betrifft, keine Straftat, kein Vergehen begangen haben.
    Wir leben nun mal in einer liberalen, freiheitlichen Gesellschaft in der letztlich alles erlaubt ist, was nicht explizit verboten ist. Und das finde ich gut – und hoffentlich auch viele andere.

    Konkret heisst das die Betreiber des Drei-Mohren-Cafes müssen es aushalten, dass sie kritisiert werden – Sachbeschädigungen müssen sie aber natürlich nicht hinnehmen, die sind illegal – und umgekehrt, müssen andere es auch aushalten, dass jemand sein Cafe nach drei Mohren benennt. Wer wie was diese drei Mohren auch immer sein sollen.

    Es wird keine Lösung geben, es sei denn es wird gesetzlich oder höchstrichterlich verboten bzw. strafbewehrt das Wort Mohr zu benutzen, da es eine Beleidigung o.ä. darstellt.

  • Shorty

    |

    Herr, lass Hirn vom Himmel regnen. Haben wir denn keine anderen Probleme?
    Die Rassismus-Debatte ist wichtig und muss geführt werden, aber nicht über an den Haaren herbeigezogene “hochstilisierte” Themen wie das “Drei-Mohren”.
    Es sterben bei uns jeden Tag hunderte Menschen an Corona, zig Tausende verhungern täglich in armen Ländern und Aber-Millionen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, Bildung und medizinischer Hilfe. In Syrien herrscht Krieg und an unseren Aussengrenzen hausen Menschen in Elendsunterkünften.
    Und hier diskutieren immer die gleichen Leute und geben schlaue Ratschläge.
    Oder wie Gerhard Polt sagte: Brauchts das, ha? Brauchts das? Ich glaube nicht!
    Investiert Eure Zeit, Energie und Geld in Projekte, die vordringlicher sind. Aber es ist mglw. auch viel bequemer, vom Sofa ungefragt schlaue Ratschläge abzugeben. Aber diese Diskussion ist eben gerade en`vogue und wenn sonst nichts offen hat….
    Mein Ratschlag:
    Wenn der Weltfrieden erreicht ist, dann können wir uns gerne um das “Drei-Mohren-Problem” kümmern, so es dann noch besteht. Und wer die Betreiber kennt, der weiß, dass denen jeglicher Rassismus völlig fremd ist.
    Und nein: Der Weltfriede wird nicht dadurch erreicht, dass man das Lokal umbenennt und stundenlang darüber diskutiert.
    Habe fertig!

  • Mr. T.

    |

    Ich stell mir grad vor, wie dem/der Shorty Unrecht geschieht und dann erst mal der Weltfrieden als dringlicheres Problem hingestellt wird 😂
    Drunter geht’s nicht? Wobei, wenn ich entscheiden müsste, ob das Cafe umbenannt wird oder die Welt befriedet wird, würd ich auch letztens nehmen.

  • Die Mehrheit

    |

    Darüber muss man doch nicht ansatzweise diskutieren. Jeder normaldenkende Mensch stört sich nicht daran. Immer wieder die linken Pseudowissenschaftler, die nicht ernst zu nehmen sind.
    Es grüßt, ein ,,Mensch mit Migrationshintergrund”

  • KW

    |

    @Shorty
    “[…] dass man das Lokal umbenennt und stundenlang darüber diskutiert. Habe fertig!”
    Klassisches Forenverhalten:
    1. Feststellen, dass die Diskussion unnötig sei.
    2. Sich dann an der selben mit einem der längsten und absurdesten Beiträge beteiligen.

  • Hindemit

    |

    Da haben wir sie wieder, die reflexhaften Abwehrreaktionen wie aus dem Lehrbuch. Entscheidend soll also die Perspektive von weißen Nicht-Betroffenen sein. Mit diesem Null-Argument könnte man dann auch gleich jegliche Debatte um gesellschaftliche Minderheiten abschaffen und Errungenschaften zum Schutz von Minderheiten außer Kraft setzen. Das Prinzip der Menschenrechte erschließt sich im 21. Jahrhundert leider immer noch nicht allen. Ein weiterer Klassiker: der eigene Migrationshintergrund soll quasi gleich einer Impfung (oder noch besser: quasi genetisch) vor Rassismus schützen. Was für ein Krampf. In unserer Stadt hat auch schon mal eine migrantische Community (ehem. GUS Staaten) zur Selbstjustiz gegenüber Geflüchteten aufgerufen. Die entsprechenden Artikel finden sich bestimmt noch hier auf RD. Herr Aigner war damals einigen Attacken ausgesetzt, wenn ich mich richtig erinnere. Es gibt auch schwule Nazis, wetten? Zum Thema Rassismus in nicht Weißen Communities hier eine Anregung: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/rassismus-in-der-schwarzen-community-100.html. Wäre schön wenn der kurze Artikel gelesen werden würde. Viel Hoffnung habe ich aber nicht.

  • Mane K.

    |

    Hmm… Wie ich etwas oder jemanden nenne, bleibt ja wohl mir überlassen

  • MB

    |

    Wie wär´s mit Cafe Balthasar? Der Name hat einen schönen erhabenen Klang und, das ist der Clou, bezeichnet nicht den schwarzen König.

  • Heiter Weiter

    |

    Alle, die die Diskussion über die Bezeichnung “Mohr” für übertrieben oder sinnlos halten oder an ihrem ach so heiligen Sprachgebrauch um jeden Preis festhalten wollen (kennt man ja auch von der Seite, die die Bemühungen um gendergerechte Sprache ablehnt), oder gar behaupten, es gebe keinen nennenswerten Rassismus in unserer Gesellschaft, möchte ich auf Folgendes aufmerksam machen:
    Anti-Rassismus richtet sich gegen das Aufrechterhalten gewohnter weißer Machtpositionen, die sich in der Sprache niederschlägt, es geht dabei logischerweise nicht primär um die Sicht der weißen Mehrheit, sondern um die Sicht der von rassistischen Denk- und Verhaltensweisen als M***, N*** oder sonstwie als andersartig ausgegerenzten negativ Betroffenen.
    Empfehlenswert hierzu:
    Alice Hasters Buch “Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten”

  • Gab

    |

    zur ‚Möhre‘:
    Das Wort soll ja aus dem Germanischen stammen und Wurzel bedeuten.
    Auffällig ist, dass die Dolden der Karotte in der Mitte eine violette bis schwarze Einzelblüte inmitten von weißen Blüten bildet, die sogenannte ‚Mohrenblüte‘ (Erkennungsmerkmal).
    Komischer Zufall?

  • Piedro

    |

    @Heiter Weiter
    Moin.
    “…oder an ihrem ach so heiligen Sprachgebrauch…”
    Es geht nicht um Sprachgebrauch, sondern um einen Namen. Mit einem historischen Bezug, der nun in eine aktuelle Debatte eingebunden wird um ihn negativ zu kennzeichnen. Der Sprachgebrauch ist was ganz anderes, und “Mohr” dürfte dahingehend eher selten verwendet werden.

    “…Bemühungen um gendergerechte Sprache…”
    Da sprechen Sie was an! Ganz korrekt müsste das Café “Drei Mohrende” heißen!

    “…oder gar behaupten, es gebe keinen nennenswerten Rassismus…”
    Wer – den man ernst nehmen könnte – tut denn sowas?

    “…möchte ich auf Folgendes aufmerksam machen:”
    Herzlichen Dank dafür. Natürlich hat Sprache mit Machtstrukturen zu tun. Manchmal wird sie so stark beeinflusst, zB, wenn fremdländische Soldaten Landesteile besetzen. Oder wenn Gewerkschaften eine feste Arbeitszeit erstreiten. Auch wenn sich ein Innenminister äußert, aber das ist nix gegen das, was in den “Sozialen Medien” abgeht. Gerade in den letzten Jahren hat sich der Sprachgebrauch signifikant geändert, aber keine Analyse wird da den Mohren als signifikant kennzeichnen. Wer sich also ernsthaft und produktiv der Auswirkung von Sprache auf latenten und akuten Rassismus entgegenstellen will, soll sich besser eine andere Spielwiese suchen. Das tägliche Leben bietet da oft Möglichkeiten, wenn zur Zeit auch leider eingeschränkt. Oder gerade. RG hat einen Besuch in dem Café empfohlen. Beim nächsten Besuch in der Stadt bestimmt, Daumen gedrückt, bisher sind wir da nur vorbei gelaufen. Andere könnten das ja auch mal tun, wenn sie denn wieder dürfen.

  • Heiter Weiter

    |

    @Piedro
    Schönen Vormittag !
    Sprachgebrauch: Gehört der Gebrauch des Wortes “Mohr” im gewohnten Sinne nicht zum überkommenen Sprachgebrauch ?
    Andere Spielwiese: Es ist sicher richtig, dass das nur noch selten gebrauchte Wort “Mohr” nicht im Zentrum der Bemühungen gegen den alltäglichen, häufig unbewussten, Rassismus stehen muss, aber es kann halt Teil davon sein, und da kann man ja das eine tun, ohne das andere zu lassen.
    Dabei geht es eben nicht darum, wie ein Mitglied der machtbesitzenden Mehrheit etwas “meint” (und dabei den innewohnenden Rassismus vielleicht gar nicht bemerkt), sondern wie es von den Mitgliedern der betroffenen Minderheit aufgefasst wird, und da ist das Wort “Mohr” eben zumindest diskussionswürdig.

  • Burgweintinger

    |

    Mr.T. hat völlig recht mit seinem ersten Kommentar. Sich hier aus der Linie zu nehmen mit ihrer (Cafe Betreiber) Erklärung, zeigt wie unsensibel sie sind. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Herr Schmucker weiß, dass früher bei den Ministranten keiner den Mohr machen wollte, als diese am 6.Jan von Haus zu Haus zogen, keiner der Ministranten wollten den N* machen…
    Die Zweideutigkeit dieses Wortes ist würde ich sagen mehr oder weniger allen Jahrgängen bis einschließlich 1985 bekannt, ich vermute sogar, dass bei einer Befragung, die meisten sogar als erste Antwort nicht die Mauren nennen würden.

  • R.G.

    |

    Position 1:
    Für die Cafebetreiber und ihre Freunde kommt der Namensstreit wie eine Ungerechtigkeit daher, haben sie doch durch ihren studierten Beruf Interesse an den maurischen Bauformen und deren Erschaffern. Man hört, in ihrem Betrieb bedienen sie gerne eine bunte Gesellschaft, sie dividieren nicht auseinander. Ausgerechnet in der Zeit der wirtschaftlichen Bedrohung durch temporäre Verbote zur Berufsausübung wegen COVID-19, kommt die Umbenennungsdiskussion, wie eine persönliche Anschuldgung, wie ein Luxusproblem Gelangweilter.

    Position 2:
    COVID-19 macht die Wunde noch größer. Jeder weitere Schmerz wäre vorher bereits ein Zuviel gewesen. Ausgeschlossen die Menschen der eigenen Hautfarbe seit Jahrhunderten aus vielen Orten, benachteiligt in den beruflichen Wegen, nicht als denkende Geschöpfe wahrgenommen ohnehin, die Frauen noch mehr auf’s Fleisch reduziert als die weißen “Schwestern”.
    Als hier geschätzt gewesene Vorbilder weist man seitens des Mehrheitsvolkes bis in die Herrenhäuser emporgestiegene, gegen Tiere eingehandelte oder gekaufte Diener, darunter einen wegen seines exotischen Aussehens nach dem Tode Ausgestopften, vor.
    Es begann mit der Sprache, mit einem entpersönlichenden Sammelnamen für die Dunkelhäutigen, der lediglich aufgrund e i n e r Äußerlichkeit zugemessen wurde und das Wesen gar nicht berücksichtigte, sagen die Linguisten. Aufhören mit dem Unrecht, muss mit den Worten beginnen, denn aus ihnen wurden, werden Taten!

    Weil jetzt auf beiden Seiten die Verletztheit auf einem größeren Schmerz aufsitzt, dem Gefühl der Existenzbedrohung, ist die Zeit der großzügig versöhnenden Gesten gegeben – oder der manifestierten Trennung.
    Seht die Chance!

  • beobachter

    |

    +++Oder gerade. RG hat einen Besuch in dem Café empfohlen. Beim nächsten Besuch in der Stadt bestimmt, Daumen gedrückt, bisher sind wir da nur vorbei gelaufen. Andere könnten das ja auch mal tun, wenn sie denn wieder dürfen+++

    ich habe mir auch vorgenommen, das Cafe hin und wieder zu besuchen. Auch und gerade um die angefeindeten Betreiber zu unterstützen.

  • Jonas Wihr

    |

    Au contraire, Herr / Frau / divers Burgweintinger. Der Ministrant, der geblackfaced wurde, war im wahrsten Sinn des Wortes King. Darum haben wir als Buben gerauft, den Mohren geben zu dürfen!
    Ironiemodus an : Ceterum censeo – der Texter des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht” wird umbenannt in Joseph Afrikaner. : Ironiemodus aus. Anders ist diese Debatte ja nicht zu ertragen. Und jetzt gönne ich mir eine Blutorange der Sorte “Moro”. Hm, köstlich … :

  • KW

    |

    Tatsächlich unglaublich, wie sich hier jetzt einige Weißbrote schikaniert fühlen, weil man über etwas diskutiert, dass sie sich offensichtlich gar nicht vorstellen können oder besser gesagt nicht vorstellen wollen.
    Fakt ist:
    Nicht-Weiße sind in Weißen-Gesellschaften, wie z.B. Deutschland, permanent einer mehr oder weniger offensichtlichen Diskriminierung ausgesetzt. Ein Durchschnitts-Weißer wird in diesem Land eben keine Sprüche hören wir “He du Weißer”, er wird nicht mehrmals im Jahr, nur weil er weiß ist, von einer Streife angehalten werden, er kennt dieses Gefühl überhaupt nicht.
    Ach ja, dem weißen Ministranten hat man am Ende seiner Gesangsrunde die schwarze Farbe wieder abgewischt. Möchte nicht wissen was im Kopfe des Buberl, das sich angeblich drum gerauft hat den Schwarzen “King” zu geben, wohl vorgegangen wäre, wenn die starke Pigmentierung für den Rest seines Lebens nicht mehr abgegangen wäre.

  • joey

    |

    Rassismus ist eine Frage der Definition. Da kann man alles reinpacken.
    Auch Erdogan fühlt sich ja als Kämpfer gegen den Rassismus, der die “türkische Rasse” in Deutschland und Frankreich immer so “hart” trifft, wenn man erklärte Rassisten wie die Grauen Wölfe verbieten will.

    “Mischlinge” wie ich werfen dann die ganze Kampflogik sowieso durcheinander.
    Ich gehe zudem davon aus, daß Mr.T. und Heiter Weiter rein “weiß” sind und daher kein Recht auf ihre Machtpositionen haben.
    Oder wir einigen uns darauf, daß es zwar medizinische Unterschiede auch nach Herkunft gibt, wir jedoch sowas nicht als Rassebegriff in politischen Diskussionen verwenden wollen.

    Ach ja: Hutu und Tutsi sind Afrikaner, die sich gegenseitig wegen irgendwelcher Merkmale abgeschlachtet haben, um eine Dominanz zu erreichen.

  • XYZ

    |

    Jonas Wihr 15.56:
    Die Reminiszens an die Blutorange ‘Moro’ ist ja köstlich. Die war auch von dunklerer Farbe und kam vom ehemals arabischen Sizilien oder wohl weiter her von Mosambik. Der Saft war ebenso köstlich, von den Schalen wurde Marmelade gekocht. Jetzt gibt’s nur noch Süss-Orangen im Supermarket, angebaut auf Plantagen, gerne von afrikanischen Arbeitern.

  • Mr Ludwig

    |

    Zitat @KW
    | Fakt ist:
    | Nicht-Weiße sind in Weißen-Gesellschaften, wie z.B. Deutschland, permanent
    | einer mehr oder weniger offensichtlichen Diskriminierung ausgesetzt.

    Ungeachtet dessen, ob diese Aussage so stimmt: Und Sie glauben ernsthaft, daran ändert sich etwas, wenn wir in Regensburg eine Straße umbenennen?

    | Ein Durchschnitts-Weißer wird in diesem Land eben keine Sprüche
    | hören wir “He du Weißer”,

    In meinem Umfeld wird auch keiner Sprüche wie “He du Neger/Mohr/etc” hören.

    Das Problem ist eben, dass diejenigen Personen, die jemanden *vermeintlich* wegen der Hautfarbe herabwürdigen, sich von Straßennamen und politischer Korrektheit nicht abhalten lassen. Es ist eine Frage von respekt- und liebevollem Umgang mit Mitmenschen. Straßen- oder Cafenamen sind dann irrelevant.

    Da wird von Leuten wie Ihnen immer von den ‘privilegierten Weißen’ gesprochen, ohne zu merken, dass ihr euch für so superpriveligiert haltet, dieser fiktiven Gruppe auch noch Vorschriften zu machen. Wie arrogant muss man sein, jemanden einreden zu wollen, er würde etwas ganz anders meinen als er glaubt das er es meint.

    Wie vermessen ist es, ein mit Brief und Siegel (Stellungnahme Cafebetreiber) gemachtes Statement einfach für null und nichtig zu erklären, nur weil man anderes Moralempfinden hat.

    Liebe MoHralapolstel, kommt mal runter und kehrt vor eurere eigenen Haustür.

  • Mr. T.

    |

    Es ist kaum zu glauben, wie viele Leute ein so dermaßen großes Problem mit dem Lesen und Verstehen von Geschriebenem haben. Nach zig Kommentaren gibt es immer noch welche, die meinen es würden hier Vorschriften gemacht oder gar noch etwas verboten oder jemandens Meinung umgedeutet.

    Wie schon von vielen geschrieben, jede*r darf sagen und meinen, was sie*er will, auch rassistisches. Jede*r darf ihr*sein Geschäft so nennen, wie sie*er will. Die gestzlichen Grenzen geben da ganz viel Spielraum. Und jede*r darf auch ihre*seine eigene Auslegung des Gesagten haben.
    Aber entscheidend ist eben nicht, wie man etwas meint, sondern wie etwas ankommt. Und dann kann man – wenn man will – darauf Rücksicht nehmen und seine Äußerungen so anpassen, dass sie auch so rüberkommen, wie man es meint und nicht mißverstanden oder unangenehm wahrgenommen werden können. Man kann, man muss es nicht einmal.
    Und genauso wenig, wie irgendein Gutmensch jemandem vorschreiben kann, was sie*er zu sagen und nicht zu sagen hat, kann aber auch niemand jemand vorschreiben, wie sie*er etwas zu verstehen hat.
    Die Betreiber des Cafes geben sich sicherlich viel Mühe, klarzustellen, dass der für manche Menschen herabwürdigende Name ihres Cafes nicht so herabwürdigend gemeint ist, aber diese Botschaft wird niemals alle, die sich dadurch herabgewürdigt fühlen, so erreichen, dass sie die Herabwürdigung dadurch relativieren könnten.
    Deswegen wäre es eben viel einfacher, auf Rassismen zu verzichten, als Rassismen mühsam als nicht so gemeint zu erklären. Wie gesagt, es wäre einfacher, aber man muss es wirklich nicht. Man muss es nicht mal erklären.

  • beobachter

    |

    +++Und Sie glauben ernsthaft, daran ändert sich etwas, wenn wir in Regensburg eine Straße umbenennen?+++

    +++In meinem Umfeld wird auch keiner Sprüche wie “He du Neger/Mohr/etc” hören.+++

    +++Das Problem ist eben, dass diejenigen Personen, die jemanden *vermeintlich* wegen der Hautfarbe herabwürdigen, sich von Straßennamen und politischer Korrektheit nicht abhalten lassen. +++
    +++Liebe MoHralapolstel, kommt mal runter und kehrt vor eurere eigenen Haustür.+++

    All das kann ich bedenkenlos unterschreiben

  • Mathilde Vietze

    |

    Die bloße Umbennung einer Straße ist lediglich eine “Beruhigungspille,” die gar
    nichts ändert und über die möglicherweise sogar mancher Farbige lachen muß.
    Wichtig wäre, daß das Thema in allen gesellschaftlichen Kreisen Eingang findet
    und daß bereits in der Schule die Kinder zum Anti-Rassismus erzogen werden.

  • KW

    |

    @beobachter @Mr Ludwig @ Mane K @wer_sonst_es_noch_nicht_kapiert_hat_oder_nicht_kapieren_will
    Da leider zu viele Menschen so denken wie Sie, wird sich durch das einfache Umbenennen eines Cafés von “Drei Mohren” auf z.B. “Drei Mauren” tatsächlich so schnell nichts an den im Alltag vorhandenenen Diskriminierungen gegenüber allen nicht ins “deutsche Weißbrot-Schema” passenden Menschen ändern.
    Es ist aber ein kleiner Anfang und führt ggf. dazu, dass auch die im Kopf langsamen und festgefahrenen vielleicht irgendwann anfangen umzudenken. Hoffentlich auch Sie.

  • beobachter

    |

    Dieses Thema spricht den Großteil der Bevölkerung nunmal nicht an. Auch wenn es noch so oft hier präsentiert wird, haben die Menschen kein vordringliches Interesse daran, jahrzehntelang verwendete Straßen- und Gaststättennamen zu verändern.

    +++Da leider zu viele Menschen so denken wie Sie, wird sich durch das einfache Umbenennen eines Cafés von “Drei Mohren” auf z.B. “Drei Mauren” tatsächlich so schnell nichts ……… ändern.++++

    Schön, dann haben wir ja doch einen Konsens.

  • Tobias

    |

    @Burgweintinger:

    Ich erinnere mich gut an meine Kindheit. In den 1990ern waren die Sternsinger in Schwabelweis am “Umgehen”, die dann für eine kleine Spende an der Haustüre gesungen haben. Meine Eltern haben dafür extra fünf Mark bereitgelegt, falls diese denn kommen. Ich fand es etwas merkwürdig, aber die haben da ihre 30 Sekunden heruntergesungen und gut. Kamen Sie, war dort ein Weißes Kind als Mohr unterwegs und war stolz, Sternsinger sein zu dürfen. Man hat ihn entsprechend dafür geschminkt.

    Ca. 23 Jahre später nennt sich das “Blackfacing” oder “Blackshaming” oder was für einen Blödsinn da aus den USA wieder herübergeschwappt und von übereifrigen (Weißen!) hier aufgegriffen wurde, damit diese wieder ein Hobby haben. Ich kann also ihren Behauptungen, keiner wolle den Mohr machen, zutiefst und aus Erfahrung widersprechen, während Ihr Post eher eine vermutende Anektdote zu sein scheint. Das heißt im Klartext, JETZT haben wir keinen Mohr als Sternsinger mehr, weil die angeblichen Anti-Rassisten mit ihrem Unsinn dazu beitragen, dass eben genau das politisch unmöglich gemacht worden ist. Oder noch einfacher: Ein nicht vorhandenes Problem aufgebauscht. Jetzt sind halt die mit Kreide auf Haustüren schreibenden nämlich alle Weiße.

    “Glückwunsch”??

  • Mr. T.

    |

    Natürlich spricht das Thema den Großteil der Bevölkerung nicht an. Es betrifft ja auch nur ein paar wenige Menschen, in denen solche Namen unangenehme Gefühle auslösen, und diejenigen, die deswegen Kritik ausgesetzt sind.
    Mit so einer Namensänderung wird man auch nicht viel am Rassismus ändern können. Aber deswegen zu meinen, nichts tun zu müssen, ist genauso bescheuert, wie zu meinen, man muss sich nicht an Geschwindigkeitsbeschränkungen halten weil wenn mans täte würden trotzdem noch Unfälle passieren.

    Aber interessant, dass das Thema für manche so marginal ist, dass sie sehr viel Aufwand betreiben, es für marginal zu erklären. Das ist eh meist der letzte Versuch, wenn man argumentativ am Ende ist.

  • Mr Ludwig

    |

    | Mit so einer Namensänderung wird man auch nicht viel am Rassismus ändern können.
    [….] hinkender Vergleich mit Autounfällen. […..]
    | Das ist eh meist der letzte Versuch, wenn man argumentativ am Ende ist.

    Das oben könnte man als Kunstwerk für sich so stehen lassen ;-)

    Aber nein, unsinnigen Aktionismus einfach durchzuwinken ist kein marginales Problem. Sie versuchen, das Wort Mohren mit aller Gewalt als etwas böses hinzustellen, dadurch steigt die Zahl der Leute für die dieses Wort negative Assoziationen hervorruft. Worüber bis jetzt kaum jemand nachgedacht hat, entzündet sich jetzt ein Streit. Tolle Arbeit, gratuliere.

    Ich kann auch @Tobias nur zustimmen. Kein schwarzer zur Hand, also malen wir einen von uns an. Kein Thema bisher, warum auch. Jetzt ist plötzlich alles ein Politikum.

  • Mr Ludwig

    |

    | @beobachter @Mr Ludwig @ Mane K
    | @wer_sonst_es_noch_nicht_kapiert_hat_oder_nicht_kapieren_will
    | Da leider zu viele Menschen so denken wie Sie, wird sich durch das einfache

    Völlige falsche Schlussfolgerung. Die mit @ markierten HABEN ES BEREITS kapiert und diskriminieren M*s und N*s nicht, OBWOHL sie durch die Drei-Mohren-Gasse ins Cafe drei Mohren spazieren.

    Bitte diese Tatsache mal setzen lassen. Eventuell gibt es keinen Zusammenhang zwischen Straßennamen und Rassismus? Mr T. haben wir ja schon davon überzeugt.

    Auch, wenn ich mich jetzt wiederhole: Ob ein Mensch einen anderen diskriminiert, hängt zum Grossteil von seiner Bildung und Erziehung ab. Schimpfwörter sind nur das Medium. Sobald M* und N* erfolgreich verbannt sind, wird ein anderes an die Stelle treten.

  • Burgweintinger

    |

    @Mr Ludiwg, Tobias…

    mag sein, dass Ihre erfahrungenso waren, meine auf dem Land waren anders, vielleicht habe ich mich auch zu undeutlich ausgedrückt. Es ging mir um den latenten Fremdenhass (weiß nicht, ob das Rassismus ist), der durch die Art und Weise wie man über den “dunklen” König sprach. Und natürlich war das zum Teil super als Mohr verkleidet im Januar rumzulaufen, konnte man ja sonst nur zu Maschkerer (Fasching) Zeit, mal abnormal zu sein und als Mohr verkleidet rumlaufen…
    Vielleicht hilft folgende Geschichte hierzu, worauf ich hinaus wollte:
    https://www.ted.com/talks/chimamanda_ngozi_adichie_the_danger_of_a_single_story

    Eine Frage noch, Herr Ludwig: “War die Moro aus dem Kolonialwarengeschäft? ;)

  • Mr. T.

    |

    Nein, schon wieder beim Lesen gestolpert und hingefallen. Ich bin sicher nicht davon überzeugt, dass es zwischen Straßennamen und Rassismus eventuell keinen zusammenhang gibt. Mir ist nur klar, dass das Umbennennen des Cafes oder der Straße den Rassismus nicht beendet. Dass es Straßennamen, Firmennamen oder Audrucksweisen gibt, die rassistisch sind, steht außer Zweifel.
    Man macht sich auch nicht zum Rassisten, wenn man durch die Gasse oder ins Cafe geht. Man macht sich höchstens zum Rassisten, wenn man den davon betroffenen vorschreiben will, von was sie betroffen sein zu haben und von was nicht. Oder wenn man ihnen vorschreiben will, wie sie was zu verstehen haben.

    Rassismus hat nicht nur etwas mit Bildung oder Erziehung zu tun. Ein Gauland beispielsweise ist wahrscheinlich wohl schlecht erzogen worden, aber ungebildet ist er nicht unbedingt.

    Die Welt dreht sich weiter und vieles ändert sich. Was früher mal ganz normal oder kritiklos akzeptiert war, ist es jetzt vielleicht nicht mehr. Es ist klar, dass viele davon gnadenlos überfordert sind und den Status Quo gerne anhalten oder besser um zwanzig Jahre zurückdrehen würden, aber das geht eben nicht. Man kann vrsuchen, sich weiterzuentwickeln, um den Anschluss nicht zu verlieren, oder man fällt eben aus der Zeit. Das ist ein ganz normales Problem für alte weiße Männer*innen. Nur weil Blackfacing früher kein Thema war, darf es nicht jetzt trotzdem eins sein. Es gab Zeiten, da hat man andere Menschen gegessen. Das ist zum Glück auch kein Thema mehr. Aber wohl nur weil die Menschen dazwischen eher bereit waren, sich weiterzuentwickeln, anstatt auf das Festhalten an alten, längst überholten Gewohnheiten zu pochen.

  • SH

    |

    Mag sein, dass der Wegfall der Drei-Mohren-Straße an rassistischen Einstellungen in unserer Gesellschaft kurzfristig nichts ändert. Die Umbenennung in May-Ayim-Straße aber würde einer schwarzen, deutschen Persönlichkeit Sichtbarkeit und Anerkennung im öffentlichen Raum verschaffen und das würde meiner Meinung nach langfristig schon einen Unterschied machen. Zur Bildung könnten ihre Werke und ihre Biographie jedenfalls einiges beitragen. Es gibt hier mehr zu gewinnen als zu verlieren, meine ich. Interessant finde ich, dass die Meinung der im Artikel erwähnten, promovierten Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt und auch selbst so ihre Erfahrungen gemacht hat, in den letzten 50 Kommentaren einfach ausgeblendet wird. Man mag ihr scheinbar nicht glauben.

    Ist aber auch klar, das ist ja alles nur „Pseudoweltverbesserei“, „unsinniger Aktionsimus“ und „nicht normaldenkende Pseudowissenschaft“, die sich ihre Themen „an den Haaren herbei zieht“ und anscheinend „keine anderen Probleme“ und obendrein nix besseres zu tun hat, als „Antirassismus lächerlich zu machen“, anstatt sich um den „Weltfrieden“ zu kümmern!!! Wenn diese -angeblich (!)- Betroffenen wirklich existieren sollten, dann leben die einfach im falschen „Umfeld“. Da hilft es, an die schöne „Alhambra“ und den rußigen, „heiligen drei König“ zu denken, tief ins „Mohrenbräu“- Glas zu schauen und dann von der gesellschaftlich- integrativen Kraft der drei Mohren, die nach heutigem Verständnis eigentlich drei Mauren sind, zu träumen. Wenn sich diese -angeblich (!)- Betroffenen dann obendrein einfach nix denken, wenn sie durch die Drei-Mohren-Straße gehen, dann ist doch alles gut, oder?
    #ironieoff

  • Tom

    |

    „ alte weiße Männer*innen“

    Vielen Dank, kürzer und entlarvender kann man die Absurdität dieser Diskussion nicht darstellen.

  • Sir Ludwig

    |

    Hallo Mr. T,
    ich nominiere Sie für den Forums-Award in der Kategorie hinkende Vergleiche. Argumentativ am Ende?
    | Nur weil Blackfacing früher kein Thema war, darf es nicht jetzt
    | trotzdem eins sein. Es gab Zeiten, da hat man andere Menschen gegessen

    Ich glaube schon. Das erfinden einer fiktiven Gruppe, auf der sich herumtrampeln lässt, findet sich auch schon:

    | alte weiße Männer*innen.

    Ich frage mich gerade, in welchem Personenkreis jemand, der “Männer*innen” schreibt, ernst genommen wird. Hoffen wir nur, dass derselbe nirgendwo eine Entscheidung trifft.

  • KW

    |

    Oh, Ludwig ist vom Mr. zum Sir mutiert. Wie das so schnell?
    Da hier schon die Meinung vertreten wurde, dass, wenn alle nur gebildet und gut genug erzogen seien, es kein Problem wäre Minderheiten durch abwertende Bezeichnungen auf öffentlichen Gebäuden zu diskriminieren, möchte ich kurz einen Blick in die jüngere deutsche Geschichte werfen. Ich meine damit die Zeit unserer – je nach Alter der hier kommentierenden – Väter, Großväter oder vielleicht Urgroßväter.
    Damals waren Rassisten im wahrsten Sinne des Wortes an der Macht, die eine industrialisierte Ermordung von Millionen, nach damaligen Definitionen “Andersartigen”, organisiert und durchgeführt haben. Wird hier sicher keiner leugnen, oder?
    Waren die alle ungebildet und/oder schlecht erzogen? Manche bestimmt, aber gerade die in den Führungsetagen vermutlich nicht.
    Wenn ich nun sehe, was für Gestalten sich mittlerweile in sämtlichen Landtagen und im Bundestag tummeln und wie die sich dort aufführen, wird mir schlecht. Ja, ich meine die sog. AFD, um mal den Bogen zu ähnlicher Rhetorik zu spannen (Im Sinne von “Ist ja alles nicht so gemeint”).

  • beobachter

    |

    +++ie eine industrialisierte Ermordung von Millionen, nach damaligen Definitionen “Andersartigen”, organisiert und durchgeführt haben. Wird hier sicher keiner leugnen, oder?+++

    Un schon samma wieder bei den NAZI’s. Ohhh Mannnnn.

    Godwin’s law immer wieder

  • Burgweintinger

    |

    wer kann mir helfen, ich kapiere es gar nicht mehr…

    Wollt Ihr sagen, wer gebildet ist kann nicht fremdenfeindlich/rassistisch sein? Hä?

    Das kann doch wirklich nicht so gemeint sein…, Leute bitte, wer davon redet, dass er/sie ebildet ist, ist es meistens nicht…

    das ist so wie die Menschen, die vom Geld reden, die haben meistens keins… … soviel zu den Vergleichen, Sir Ludwig…

    und dazu noch ein kleiner Verweis zu den (alten) weißen Männern, hier ein Songtext von NOFX:

    Whoa yeah, whoa yeah kill all the white man
    Whoa yeah, whoa yeah kill all the white man
    The white man call himself civilized,
    ‘Cause he know how to take over,
    The white man come to pillage my village,
    Now he tell me I have to bend over.
    Whoa yeah, whoa yeah kill all the white man
    Whoa yeah, whoa yeah kill all the white man
    No I do not like the white man up in me,
    He rape my people as he rape my country,
    Everything I love and cherish, he try to take away,
    We will be rid of him, soon come the day.
    Whoa yeah, whoa yeah kill all the white man
    Whoa yeah, whoa yeah kill all the white man
    kill all the white man
    kill all the white man
    kill all the white man
    kill all the white man

  • R.G.

    |

    Hat der Großteil der Kommentierenden den Artikel nicht gelesen?
    Die vermittelte Sachlage war nicht, ob Hinz und Kunz darüber diskutieren wollen, was der Mohr ihnen oder anderen bedeute.

    Das Problem ist, die Sache ist schon am Laufen, mit freundlichen (träumerischen?) Worten der weißen Betreiber (weltoffenen Architekten) auf der einen, und mahnenden Worten der farbigen Wissenschaftlerin auf der anderen Seite. Dahinter bauen sich virtuelle eher fanatische Meinungsgruppen auf.
    Gemeinsam ist ihnen zum größten Teil, dass sie einen Dialog mit den jeweils Andersdenkenden strikt verhindern wollen.
    Sachbeschädigung zeigt, das Stadium der Eskalation ist schon erreicht.
    @Mr. T.
    Eine politisch korrekte Umbenennung des Cafes zum jetzigen Zeitpunkt würde wieder Öl ins Feuer gießen, dann kämen die Nationalisten drohen und noch viel mehr. Das laut Betreiber bunte Publikum wäre nicht mehr sicher.
    Ein kleines Cafe kann den fehlenden gesamtgesellschaftlichen Dialog nicht stellvertretend zur Zufriedenheit aller führen, Umbenennungen müssen bei Straßennamen beginnen, wenn eine Gaststätte den Namen der Verkehrsfläche trägt.

    Deshalb war mein Vorschlag, als eine Form des beginnenden Dialogs seitens der Betreiber in der inneren Darstellung des Ortes vorerst kreativ aufzutreten, und auch mit der Wissenschaftlerin ein virtuelles Gespräch mit vorgefertigten Fragen zu führen, auf die sich beide Seiten vorbereiten können. Da die Zahl Drei im Namen des Lokals vorkommt, sollte eine dritte Person in der Rolle der Moderation dabeisein.

    Ich würde den Witz mit den Möhren im Lokal aufnehmen, mit Möhrenbildchen, Drei! Möhrenplätzchen zum Kaufen, und eventuell virtuell Möhrenlätzchen, mit denen sich Menschen jedweder Herkunft gesittet fotografieren können, immer zu dritt.

    Längerfristig gäbe ich der 3 als Namen die Hauptrolle.
    Zum Beispiel als großes 3, mit drunter dem Text dreidreidrei.

  • Julia und Johannes Schmucker

    |

    Es wundert uns als Betroffene sehr, welche Intensität die Debatte um den Namen unseres Cafes erreicht. Betroffen sind wir in mehrerlei Hinsicht. Betroffen als Betreiber,des Cafes. Betroffen, da es sich aus unserer Sicht nicht nur um eine Rassismus Debatte handelt, sondern ebenso um eine Debatte um gemeinsame Sprache und Geschichte und dem Umgang damit – insofern sind wir alle Betroffene, nicht nur Menschen schwarzer Hautfarbe und jeder darf dazu etwas meinen. Betroffen aber auch um die Qualität dieser Debatte – diese macht uns tatsächlich betroffen.
    Kern des Rassismus nach unserer Auffassung eine starke Verkürzung und Reduzierung eines Menschen ohne nähere Kenntnis seiner Person insbesondere auf Herkunft oder Hautfarbe, verbunden mit einem nicht gerechtfertigten Überlegenheitsgefühl. Dies ist alltäglich, es beginnt genau genommen schon in der Schule mit Worten wie Brillenschlange oder Pferdegebiss. Beides setzt herab und derjenige der so spricht fühlt sich dem anderen überlegen. Ich denke dies ist jedem hier in irgendeiner Form vertraut – Verkürzungen dieser Art.
    Zum Inhalt. Unstrittig ist wohl, dass die Bedeutung Mohr im ganz ürsprünglichen Gebrauch wertschätzend gemeint ist – andernfalls hätten Menschen nicht ihr Geschäft, ihre Gastwirtschaft ihre Apotheke oder Ihre Straßen danach benannt. Niemand nennt freiwillig sein geschäftliche Tun nach etwas,was er für minderwertig hält. Die Mauren waren also -zurecht- hochgeschätzt, auch gefürchtet. Noch Goethe wollte keinesfalls zur See reisen um nicht von den Mauren versklavt zu werden. Die Afrikaner waren Kultursbringer – wir verdanken Ihnen mehr als wir ahnen, dies beginnt bei der Religion, geht über die Kunst , die Kultur, Kaffee, die Medizin, Architektur, Mathematik, etc. Ohne Sie wären wesentliche griechische und römische Schriften der westlichen Kultur verloren gegangen. Sie waren weltoffen und tolerant.
    Mit Beginn der Kolonialisierung hat sich die europäische Haltung zu Menschen aus Afrika grundlegend geändert – sie wurden als Menschen zweiter Klasse,angesehen Dies war Ausdruck dieser Zeit, der Begriff dafür Mohr, da er Menschen schwarzer Hautfarbe zusammenfasste. Nun gerade diese Schicht aus der Geschichte heranzuziehen und daraus diese Debatte abzuleiten erscheint uns nicht schlüssig. Wäre der Begriff „Schwarzer“ gewesen würden wir heute darüber debattieren. In den 40 zurück liegenden Jahren in denen wir unseren Sprechraum erfassen können, kann ich mich nicht erinnern „Du Mohr“ als Schimpfwort wahrgenommen zu haben, im Gegensatz zu „Du Neger“. Beim Mohren ging es eher um die Darstellung als stereotyp mit wulstigen Lippen und servantil dienend. Wenn wir diesen historischen Begriff nun verbrämen ihn schleifen, was soll das bewirken? Wie gehen wir grundsätzlich mit dem Tun aus der Vergangenheit um? Wo fangen wir an, wo hören wir auf? Die historischen Hinterlassenschaften des hochgeschätzten Philosohenkaisers Marc Aurel sind mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Produkt von Sklavenarbeit – reißen wir die Porta Prätoria also irgendwann ab, aus Betroffenheit? Oder den Dom der Hexenverbrennungen wegen? Sollen sich Menschen die Mohr oder Moro heißen umbenennen? Das ist der Grund warum WIR eine Löschung für falsch halten. Jemand anderer darf das gerne für richtig erachten. Was uns jedoch abgeht in der Debatte ist die Bereitschaft zum Dialog. Einzig die Umbenennung erscheint akzeptabel. Wenn es also keine Alternative gibt- worüber ist dann zu diskutieren? Was ist das eigentliche Ziel einer solchen Debatte? Hat nach der Löschung der Mohr dann seine Schuldigkeit getan? Othello, war übrigens Feldherr von Venedig, also durchaus privilegiert.
    Wir bieten eine Möglichkeit an, sich mit den historischen Errungenschaften aus Afrika positiv auseinander zu setzen und auf sie, als für uns alle wesentlich hinzuweisen- das ist unser Angebot. Realität entsteht im Kopf, wenn Mohr nun wieder diesen positiven Klang bekommt, umso besser.
    Die Möhre liebe Antifa mit der ihr unser Cafe regelmäßig verziert ( welche sich im übrigen im Cafe immer wieder findet „Augenzwinker“ ja wir nehmen uns tatsächlich nicht so ernst) entstammt der Mohrrübe, die so heißt der schwarzen Blüte wegen- der Mohrenblüte – Mist aber auch!
    Man darf das ganze auch ein wenig tiefer hängen wir fühlen uns in der Regel nicht angefeindet , wir gehen gelassen mit dem angekokelten Schild um, es ist nichts passiert, so what – jeder darf zu uns kommen – hört auf über uns zu reden, redet mit uns Frau Kelly, Giovanna Baer, Quirin Quanssah – Liebe Kommentatoren ohne Klarnamen, hört auf uns aus der Anonymität des Netzes heraus ohne Kenntnis unsere Person und ohne Gespräch mit uns über uns zu urteilen – das sind Verkürzungen und das ist ja das was ihr doch nicht wollt, so haben wir es zumindest verstanden.
    Seht unsere Bereitschaft einen adäquaten Beitrag zur Debatte zu leisten und auf das Thema einzugehen- auf eine andere Weise als ihr, aber dennoch mit der gleichen Absicht.

  • R.G.

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    @Julia und Johannes Schmucker
    Sie haben eben ein bisschen doziert, aber so etwa setzen sich gute Architekten mit Baustilen und den sie erschaffenden Menschen um, in Form eines inneren Monologs, auf den wieder ein Dialog mit Menschen der Gegenwart folgt.
    ” Was uns jedoch abgeht in der Debatte ist die Bereitschaft zum Dialog. Einzig die Umbenennung erscheint akzeptabel.”
    Das ist die Gefahr, dass man einen Dialog durch bloße Behübschungsaktionen, wie Umbenennungen es unter anderem sein können, endgültig abwürgen kann, und ja, auf beiden Extremseiten Wissenschaftler mit ihrer erworbenen Sachkompetenz den Durschnittsmenschen das Recht absprechen könnten, das Gespräch auf ihre Art zu beginnen.

    ” Was ist das eigentliche Ziel einer solchen Debatte? ”
    Immer häufiger der Versuch, die verkürzte Sprache der Sozialen Medien in die Echtwelt zu übertragen, eine Sprache der Likes und Dislikes, in der man sich als Held fühlen darf, wenn man recht viele Clicks erhält. Da wird dann Form mit Inhalt verwechselt.

    Wie kann man denen helfen, die an der Hohlwelt zerbrechen?
    Indem man Orte des Dialogs massiv fördert, so wie diese Seite. Ich bin der Überzeugung, Regensburg-digital hat gerade wegen seiner kritischen Berichterstattung viel Druck aus örtlichen Konflikten herausgelassen.
    Ein Beginn des Dialogs könnte auch ein Gespräch mit dem Autor des Artikels sein, bei dem man füreinander Fragen formuliert, und sich 3 Tage oder 3 Wochen später über die Antworten unterhält.
    In Herrn Bothner haben Sie jedenfalls ein forderndes Gegenüber mit der Fähigkeit, immer die Menschen zu sehen.

  • joey

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    Mit “Entsetzen” habe ich soeben entdeckt, daß die “Fröhliche-Türken-Straße” immer noch so heißt. Zwangsarbeit!

  • Mr. T.

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    Werte Familie Schmucker, schön, dass Sie sich hier zu Wort melden. Vor allem deutlich gehaltvoller als Ihre vielen zweifelhaften “Verteidiger” der “das wird man doch noch sagen dürfen”-Fraktion. Ihre Auslegung des in der Diskussion stehenden Begriffs und Ihr Aufruf zum Dialog in allen Ehren. Allerdings sehe ich hier eher einen Monolog. Wie denken Sie darüber, dass manche Menschen den Begriff eben nicht so sehen, wie Sie? Menschen, die Ihr Leben lang Nachteile und Erniedrigungen auf Grund ihrer Hautfarbe erleben und in denen solche Begriffe immer wieder negative Gefühle triggern. Führen Sie doch den Dialog mit einer solchen Person. Und suchen Sie sich dazu bitte keine Strohfrau oder keinen Strohmann, die/der da kein Problem sehen.

    Dialoge mit solchen Menschen sind sehr hilfreich. Ich habe im Sommer David Mayonga kennengelernt. Ein stinknormaler Bayer wie wir alle, der aber auf Grund der Tatsache, dass sein Vater eine andere Hautfarbe hat, ganz andere Erlebnisse als wir anderen Bayer*innen gemacht hat. Ich habe gedacht, ich wäre relatv ‘weit’ in meinen Bemühungen, mich antirassistisch zu verhalten – ‘weit gefehlt’ wäre der bessere Ausdruck gewesen. Er hat mir die Augen nochmal etwas weiter geöffnet. Er unterstützt übrigens folgendes unterstützenswerte Projekt: https://www.startnext.com/toiletpaper

  • Julia und Johannes Schmucker

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    Werter Herr Bothner, danke für den differenzierten Kommentar und die Nennung Ihres Namens, um Ihnen eine Last zu nehmen, ich Julia, bin “nur” Gastronomin und keine Architektin.

    Lieber “MR T” wir sehen sehr wohl die strukturelle Problematik des Rassismus. Sie ist wirklich ernst zu nehmen und in der Tiefe vorhanden. Wir halten nur anders dagegen – mit Wertschätzung der Kultur der Herkunft und Rückanbindung an die Wurzel des Begriffes. Nochmal , die Frage wie gehen wir grundsätzlich mit gemeinsamer Sprache wie mit Geschichte um? diese Thematik darf nicht ausgeblendet werden in dieser Debatte(und das passiert so nehmen wir es zumindestens wahr). Eine moralische Beurteilung der Vergangenheit aus heutiger Sicht jedweder Art in dieser Form halten wir für wirklich problematisch. Daher suchen wir und bieten wir an, eine anderen Lösung – Löschungen halten wir für grundlegend falsch, Einordnungen für richtig ( siehe Judensau am Dom) und unser “Monolog” entspinnt sich auch daraus, dass all das was wir nun noch ergänzt haben, leider so nicht im Artikel zu finden waren, obwohl wir das auch beim Interview gesagt hatten.
    Wir scheuen zudem keinesfalls den Dialog mit wirklich von Rassismus Betroffenen und hören gerne zu und werden alle Argumente hören und ernst nehmen, in jedem Fall wird diese Person Wertschätzung erfahren. Leider kommt niemand zu uns , weder von der Initiative, noch wenn wir auf entsprechende Mails antworten, immer mit dem Angebot eines persönlichen Gesprächs unsererseits, gibt es bisher immer keine Rückmeldung.

  • beobachter

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    +++Wie denken Sie darüber, dass manche Menschen den Begriff eben nicht so sehen, wie Sie? +++

    Vermutlich wird Familie Schmucker diesen Menschen das Recht einräumen dies nicht so zu sehen. Und umgekehrt ist der Familie Schmucker das Recht zuzubilligen, es so zu sehen, wie sie es sieht.

    +++Führen Sie doch den Dialog mit einer solchen Person. +++

    Dazu gibt es doch keinerlei Veranlassung. Das Cafe führt seit vielen Jahrzehnten diesen Namen. Der Cafebetreiber ist ebenso wie der allergrößte Teil der Bevölkerung mit dem status quo zufrieden. Ein paar Aktivisten sind es nicht. Die werden damit leben müssen, dass es der Lokalbetreiber ist, der bestimmt unter welchen Namen er sein Lokal betreibt und nicht die Aktivisten.

  • KW

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    (@ Redaktion: link zeigt eine Video von Simon Pearce)
    @All
    Zum Thema Alltgags-Diskriminierung von Farbigen und wer Simon Pearce und sein Programm noch nicht kennt. Sehr lustig, vor allem wenn man weiß ist und die wirklich lustig erzählten Geschichten eben (in der Regel) NIEMALS selbst erleben wird. Weil diese Geschichten beim Selbst-Erleben nämlich nicht mehr lustig sind:

  • Mr. T.

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    Werte Frau Schmucker, schön, wenn das Angebot zum Dialog steht. Ich hoffe, es findet sich noch jemand mit der Sicht der*des Betroffenen für einen konstruktiven Dialog.
    Ausblenden oder gar auslöschen darf man so etwas natürlich nicht. Auseinandersetzen ist wichtig. Bei der “Judensau” als Paradebeispiel bin ich auch nicht dafür, sie vom Dom zu klopfen. Sie sollte meiner bescheidenen Meinung nach vielmehr auffällig sichtbar abgedeckt werden, um einerseits niemanden zu verletzen, andererseits aber als Dokument der judenfeindlichen Tradition des Christentums mahnend erhalten zu bleiben.
    Wenn Sie es schaffen, trotz des belasteten und verletzenden Namens einen Ort der Akzeptanz, des Dialogs und des Antirassismus zu schaffen, ziehe ich meine sämtlichen Hüte. Ich befürchte eben, dass Ihre Botschaft Betroffene nicht (rechtzeitig) erreicht, um in ihnen keine negativen Gefühle auszulösen. An Ihrer guten Absicht besteht für mich kein Anlass zu Zweifeln.

  • Burgweintinger

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    @Beobachter.
    “Das Cafe führt seit vielen Jahrzehnten diesen Namen.”

    Was reden Sie für einen Nonsens! Das Cafe heisst noch nicht mal 10 Jahre so, vorher war da eine Kuchbäckerei & konditorei namens Opera drin…

  • beo

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    ++Was reden Sie für einen Nonsens!++

    Könnte man auch weniger aggressiv formulieren

    Also gut, dann korrigiere ich nach “Das Cafe führt seit vielen Jahren diesen Namen.”

  • R.G.

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    @Julia und Johannes Schmucker

    Wenn die Anonymen sagen, der Name und das Schild müssen weg.
    und Sie sagen, der Name muss bleiben, dann habt ihr keine Gesprächsbasis mehr und unbeantwortete Mails erklären sich von selbst.

    Ein Beginn kann dann sein, dass jede Seite ein bis zwei Antworten an folgenden Satz anfügt, am besten eine vom Verstand getragene und eine vom Gefühl getragene:
    Ich bin für die Entfernung des Begriffs “……”, weil…
    Ich bin für die Belassung des Begriffs “……”, weil…
    Annähern ist ein Prozess.

  • KW

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    Im Prinzip ist die ganze Geschichte vergleichbar mit Hundebesitzern die einen Hund haben der nicht der absoluten Niedlichkeitsklasse entspricht und diesen in Parks, wo z.B. auch Familien mit Kindern spazieren, ohne Leine rumlaufen lassen. Schließlich “wissen” die Hundebesitzer ja, dass “der [Hund] nichts tut und nur spielen will”. Die anderen, die möglicherweise Angst vor dem Hund haben, wissen das aber nicht.
    Meine Befürchtung ist aber, dass mein wirklich einfaches Vergleichs-Beispiel wieder nur von denen verstanden wird, die es eh schon verstanden haben.

  • Burgweintinger

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    Nonsens = Unsinn
    Sie haben Unsinn geredet, oder wie drücken Sie das aus, beo(bachter)? Wenn es kein Unsinn war, dann war es wohl eine Lüge…
    … aggressiv sind hier andere…, wenn Sie es aber so empfunden haben, dann bitte ich um Verzeihung.

  • beobachter

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    ++wenn Sie es aber so empfunden haben++

    Ja. Es war ja auch unmissverständlich. Und wird ja jetzt noch bekräftigt: “Sie haben Unsinn geredet”, “dann war es wohl eine Lüge…”

    Das ist halt ihr Stil. Ich nehme an, dass Sie im real live nicht so sind, sondern nur im anonymen Internet.

    +++… aggressiv sind hier andere+++
    naja…….

    , dann bitte ich um Verzeihung.++

  • KW

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    @beobachter
    Für jemanden der erwartet, dass dunkelhäutige Minderheiten sich von der Bezeichnung “Mohr” nicht diskriminiert fühlen sollen weil ja die Intention dessen der das Schild am Cafè montiert hat eine andere sei, reagieren Sie selbst aber erstaunlich empfindlich, wenn man Ihren Aussagen als Unsinn bezeichnet und Sie anschliessend sogar noch um Verzeihnung dafür bittet.

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drin