Fall Eisenberg: Verlorene Waffe, Flucht nach hinten

Tennessee5Das Regensburger Wochenblatt hat in seiner heutigen Ausgabe neue Details zum tödlich verlaufenen Polizeieinsatz am 30. April veröffentlicht. Der Student Tennessee Eisenberg wurde dabei von zwölf Polizeikugeln getroffen. Die Wochenzeitung beruft sich in ihrem Bericht auf Zeugenaussagen der eingesetzten Polizisten, die sechs Stunden nach dem Einsatz aufgenommen wurden. Demnach haben sich sieben der acht Polizeibeamte über das Treppenhaus zurückgezogen, nachdem das eingesetzte Pfefferspray keine Wirkung gezeigt habe. Eisenberg sei ihnen im Abstand von zwei Metern gefolgt, heißt es weiter. Der achte Beamte stand zu dem Zeitpunkt hinter dem 24jährigen und flüchtet, laut eigener Aussage wegen des Pfeffersprays, in den zweiten Stock. Der Beamte, der laut seiner Aussage von Eisenberg mit dem Messer bedroht wurde, flüchtete nach den ersten Schüssen ins Freie und verlor dabei seine Dienstwaffe. „Mit keinem Wort ist davon die Rede, dass Eisenberg Stoßbewegungen in ihre Richtung gemacht oder gar zu einem Sprung angesetzt hätte”, heißt es in dem Bericht. Auch der bedrängte Polizeibeamte habe dies nicht behauptet. Mittlerweile machen die acht Beamten von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Die tödlichen Schüsse auf Tennessee Eisenberg haben unterdessen für handfesten Streit in der bayerischen Staatsregierung gesorgt. Während Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung eine rasche Aufklärung gefordert hat, erneut betonte, dass nichts „unter den Teppich gekehrt werde” und Kritik an der Informationspolitik der Regensburger Staatsanwaltschaft geübt hat, bezeichnete Justizministerin Beate Merk (CSU) Herrmanns Äußerungen bezeichnete Merk gegenüber dem Bayerischen Rundfunk als „unredlich”. Man werde keinerlei Druck auf die Staatsanwaltschaft ausüben, so Merk gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Mittlerweile ließ Merk den Dissens mit ihrem Ministerkollegen via Presseerklärung relativieren. Es gebe keinen Dissens zwischen ihr und Herrmann, Spekulationen, dass hier etwas vertuscht werde, seien „unredlich”. Unverständlich bleibt allerdings nach wie vor, weshalb der leitende Oberstaatsanwalt Günther Rückdäschel wenige Tage nach dem Einsatz von Notwehr gesprochen hat und sich erst dann in Schweigen hüllte.

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Kommentare (72)

  • Eine, die meint -es reicht!

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    „Unverständlich bleibt allerdings nach wie vor, weshalb der leitende Oberstaatsanwalt Günther Rückdäschel wenige Tage nach dem Einsatz von Notwehr gesprochen hat und sich erst dann in Schweigen hüllte.“
    Es ist richtig diese Fragen zu stellen!
    Man/frau stelle sich vor, die Situation wäre gewesen: Tennessee Eisenberg hätte in dieser Auseinandersetzung einen Polizeibeamten erschossen.
    Dann wäre doch alles ganz flux gegangen. Tennessee Eisenberg wäre in Untersuchungshaft und die Staatsorgane wären in windeseile tätig geworden.
    Die Staatsanwaltschaft überlegt bei Jugendlichen, die jedes Wochenende von der Polizei durch die Stadt „getrieben“ werden auch nicht lange über Notwehr nach, wenns dann kracht. In diesem Falle ist der Jugendlichen an sich „immer der Täter“.

  • masterofdesaster

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    Was heisst hier das Ministerium übt keinen Druck aus ? Das ist die vorgesetzte Behörde, deren Weisungen die StA unterliegt. Die muss sich mit der Materie befassen. Immer wieder wird versucht vorzugaukeln, die StA sei eine objektive oder gar unabhängige Behörde, ähnlich unabhängig wie ein Gericht. Dem ist nicht so.

  • rosa rakete

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    Minister Herrmann verhält sich hier korrekt, meine ich. Einerseits keine Vorverurteilungen, andererseits keine Vertuschungsaktionen. Er muss es zustandebringen, sich sowohl hinter den Rechtsstaat als auch hinter seine Leute zu stellen (und zwar in dieser Reihenfolge), was nicht einfach ist. Schade, dass es der Justizministerin nicht gelingt. Aber vielleicht wird das ja auch noch. Die Presseerklärung ist ein Anfang.

  • Eichenstein

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    Ein ehemaliger Staatsanwalt aus Rom meinte heute morgen, dass er keinen einzigen Fall kenne, wo im Falle eines polizeilichen Eingreifens eine Tataffe (Messer, Postole etc.)am Tatort liegengeblieben oder vergessen worden waere. Dass das Messer des Musikstudenten mit dem er die Polizei bedroht haben sollte, nicht sichergestellt wurde, findet er hoechst merkwuerdig. Das hier verzweifelt versucht wird, eine plausible Erklaerung zu konstruieren erklaert die Hinhalte-Taktik. Aber jemehr Zeit verstreicht, desto weniger laesst sich im Nachhinein erfinden . . .
    Der Schriftsteller Swift sagt: es ist leichter die Wahheit zu sagen als zu luegen, denn jede Luege muss man mit 50 neuen Luegen beweisen.

  • Genervter

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    Mich kotzt diese Hetzjagt zwischenzeitlich nur noch an.
    Nur Vorurteile, keine Tatsachen, reine Spekuationen und was am meisten nervt, die Heiligsprechung des Messerstechers. Schon mal überlegt, dass er nicht in die Situation gekommen wäre, wenn er wieder jeder normale Mensch den Streit mit Worten ausgetragen hätte. Ist es zwischenzeitlich normal, dass jeder auf jeden mit einem Messer los geht?
    Ist es normal, dass Polizisten die Bösen sind, nur weil sie ihrer Pflicht nachkommen?
    All den selbsternannten Experten würde ich mal empfehlen, sich mit dem tatsächlichen Arbeitsalltag der Polizisten auseinanderzusetzen. Die gilt insbesondere für die Presse. Ich bin mir sicher, dass so manchen Sichtweise sich mehr als ändern würde. Ob die Polizisten 100 % -ig korrekt gehandelt haben, kann ich nicht beurteilen, da ich nicht dabei war und nur Spekulationen kenne und keine TATSACHEN. Aber, auch Polizisten sind nur Menschen und keine Maschinen! Der Staatsanwalt hat bis heute auch nicht die gegenteilige Aussage getroffen, dass keine Notwehrsituation vorhanden war.

  • Genervter

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    @hallhuber
    Hab ich gelesen. Hab Sie den letzten Absatz gelesen?
    Der restliche Artikel war das gleiche aufgewärmte, dass wir seit Wochen lesen.

  • Roswita Hallhuber

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    @Genervter

    Mal unabhängig von der Schuldfrage: Fühlen Sie sich wohl bei der Vorstellung, dass zwei Polizeibeamte, die gerade einen Menschen erschossen haben, bereits nach ein paar Tagen wieder ihren regulären Streifendienst verrichten dürfen?
    Und sind Sie sich sicher, dass eine solche Entscheidung im Sinne der wahrscheinlich traumatisierten Beamten ist?

    Von der völligen Pietätlosigkeit den Angehörigen Eisenbergs gegenüber fange ich erst gar nicht an…

  • Eichenstein

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    Noch einen Tip von Gianfranco, der fuer die Aufklaerung im Todesfall Eisenberg von aufschlussreicher Bedeutung sein koennte: warum stellt die Theatergruppe Eisenbergs den Fall am Tatort nicht nach? Zehn spielen die Polizisten, einer ist Eisenberg und diejenigen, die ihn erschossen haben, geben Regie und Anweisungen, wie es passiert ist. Ich denke, da wuerden hochinteressante Dinge zu Tage kommen . . . Wenn ihre Zeitung das in die Wege leiten koennte, waere dies ohne Zweifel ein grosser Schritt vorwaerts in der Aufklaerung . . .

  • Hans

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    „Genervter“ spricht von einer Hetzjagd und wird damit die Aufklärung der tatsächlichen Geschehnisse nicht verhindern! Die Wahrheit findet immer ihren Weg, früher oder später.

    Ich glaube, der getötete Tennessee Eisenberg wurde Opfer einer abgestumpften Polizei. Diese Polizisten müssen sich tagtäglich mit dem Bodensatz unserer Gesellschaft und natürlich auch mit sehr kriminellen und gewaltbereiten Tätern auseinandersetzen und dabei verlieren sie die erforderlichen feinen Sinne, welche bei diesem tragischen Einsatz erforderlich gewesen wären. Nicht nur der reflexartige Gebrauch der Schusswaffe sondern auch diese feinen Sinne sollten zur besseren Wahrnehmung ganz speziell und regelmäßig trainiert werden. Selbst wenn es theoretisch möglich sein sollte ein ganzes Magazin innerhalb von zwei Sekunden leer zu schießen, so erscheint es mir praktisch doch völlig unvorstellbar, dass zwei Polizisten hier gleichzeitig derartig überreagieren und dem Getöteten dabei mit mehr als der Hälfte aller Treffer in den Rücken schießen um dabei angeblich einem in gleicher Richtung (Schussrichtung) bedrohten Kollegen zu helfen. Diese beiden Polizisten verweigern die Aussage, vermutlich um sich selbst nicht zu belasten. Die ganze Geschichte ist nicht plausibel.

  • masterofdesaster

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    @genervter

    Dass der Job von Polizisten sicher unterbezahlt und nervenaufreibend ist, so dass man zum „Genervter“ wird, ist das eine. Dass vieles dafür spricht, dass hier ein verheerender Fehler vertuscht werden soll, ist das andere. Wo ist der direkte zusammenhang ?

    Was die Staatsanwaltschaft dazu seihert, ist völlig autoritätslos; die erfüllen in solchen sachen nur politische Aufträge.

  • Bernhard Segerer

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    Die verlorene Dienstwaffe könnte ein Hinweis auf ein Szenario sein, in dem das Opfer diese Waffe entweder an sich genommen hat oder dies einfach nur von den noch bewaffneten Kollegen befürchtet wurde. Könnte eine Panik auf Seiten der Polizei erklären, was natürlich keine Entschuldigung für ihr Verhalten ist.

  • Hercule Poirot

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    @Bernhard Segerer

    Natürlisch, und ‚ier kömmen wir zu Kern von Problem: Das Opfärr war in Liebä mit den Frauän där beiden Schützen. Darauf’in habän die beiden Übeltätär den Mitbewonärr mit seinen Vorstrafän wegen, nennen wir es „typisch studentisch Problem“, unter Drück gesätzt. Darauf’in ‚at der Mitbewonär appeler la police, wenn Sie verstehen, was isch meinö.
    Zu dieser Zeit war das Opfär beschäftigt mit schälen von, wie sagt man?, pomme de terre.

    Und er ahnte nischts!

    Usw., usf.

  • waldorf

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    Ich würde gerne hören was jemand sagt, wenn er, nachdem ihm einer mit dem Messer in der Hand nachläuft und verspricht ihn abzustechen, die Polizei zu Hilfe holt von denen zu hören bekommt „halten Sie durch. wir haben gerade aus München einen Psychologen und ein Sondereinsatzkommande angefordert. Die werden bald hier sein“.

    Mann oh Mann, diese hartleibige Ausblenden der Vorgeschichte, die zu dem Polizeieinsatz führte. Diese unbedingte Ablenken vom abnormen Verhalten des Angreifers. Was soll denn damit erreicht werden

  • Roswita Hallhuber

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    @waldorf
    @Genervter

    Dann geben Sie halt wenigstens zu, dass Sie bei der Polizei arbeiten! Sie können doch Ihr Pseudonym behalten.

    Alles andere wirkt etwas… nun ja.. feige?

  • waldorf

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    ***Dann geben Sie halt wenigstens zu, dass Sie bei der Polizei arbeiten! Sie können doch Ihr Pseudonym behalten.***

    Nein, ich arbeite nicht bei der Polizei. Dennoch habe ich eine andere Meinung als Sie. Sie diesen Umstánd nicht hinnehmen können, tut es mir leid.

  • Roswita Hallhuber

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    @waldorf

    Ich nehme ihre Meinung nicht hin, ich nehme sie jedoch zur Kenntnis. Und das ist doch schon mal was.

    Mich würde aber interessieren: Wie kommen Sie zu dieser Meinung? Schliesslich arbeiten Sie ja, wie sie sagen, nicht bei der Polizei.

    Vielleicht sind Sie schon mal von der Polizei gerettet worden?

  • Waldorf

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    +++mich würde aber interessieren: Wie kommen Sie zu dieser Meinung? Schliesslich arbeiten Sie ja, wie sie sagen, nicht bei der Polizei. +++

    Mit meiner Person hat das Ganze doch nichts zu tun. Es geht darum: jemand bedroht einen anderen mit einer Waffe, verfolgt ihn und droht damit, ihn abzustechen. Der flüchtet und ruft die Polizei zu Hilfe. Dann bedroht er die zu Hilfe gerufenen Plizeibeamten und greift sie an. Diese Vorgeschichte blenden bestimmte Leute einfach aus.

  • Genervter

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    Ich arbeite auch nicht bei der Polizei und schließe mich dem Kommentar von Waldorf an.
    Die Vorgeschichte wird mir auch eindeutig zu sehr ausgeblendet. Das Ergebnis ist tragisch für beide Seiten, denn auch die Polizisten werden sich die Frage stellen, ob sie anders reagieren hätten können.
    Alles hat immer zwei Seiten und hier wir meiner Meinung nach nur immer das Ergebnis betrachtet und nicht die Umstände, die dazu geführt haben.

    Deshalb rede ich von Hetzjagd.

    Und an @ Hallhuber

    Sie reden von Dienst machen dürfen. Vielleicht war es auch ein Dienst machen MÜSSEN?

  • hallohallo

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    @waldorf

    ….Ich würde gerne hören was jemand sagt, wenn er, nachdem ihm einer mit dem Messer in der Hand nachläuft und verspricht ihn abzustechen, die Polizei zu Hilfe holt von denen zu hören bekommt “halten Sie durch. wir haben gerade aus München einen Psychologen und ein Sondereinsatzkommande angefordert. Die werden bald hier sein”.
    Mann oh Mann, diese hartleibige Ausblenden der Vorgeschichte, die zu dem Polizeieinsatz führte. ….

    Ja, was könnte der wohl denken, während er im Sonnenstudio sitzt? Möglicherweise könnte er sich etwas Sommerbräune zulegen und wenn es ganz lange dauert noch eine Pediküre machen lassen.

    Der Mitbewohner war nicht mehr gefährdet. Das wird hier gerne ausgeblendet.

    So wie es aussieht haben die Polizisten vollumfänglich total versagt und wollen das jetzt auch noch kaschieren.

    Ich hoffe diese Menschen werden für immer aus dem Dienst entfernt und bekommen nie wieder eine Waffe in die Hand. Und dieser Ruckdäschel gleich mit.

    Und dieser erste Vorsitzende der Beamten-Polizeigewerkschaft gleich mit, der den Angehörigen und deren Anwälten „öffentliche Hetze“ vorwirft, nur weil diese nach der Wahrheit fragen.

    Ich verstehe eh nicht, wie es in einem Rechtsstaat möglich sein kann, dass den Anwälten nicht umfassend Einblick in die Ermittlungsakten gewährt wird.

    Salamitaktik der schlimmsten Bananenjustitz.

    Meine Meinung.

  • Hans

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    hallohallo hat vollkommen recht!
    Die Angehörigen und deren Anwälte sind äußerst zurückhaltend. Mir wäre vor laufender Kamera schon lange der Kragen geplatzt, aber diesen Fehler werden die Angehörigen und deren Anwälte sicherlich nicht machen. Aber sie werden den Weg bis zur Aufklärung sicherlich konsequent und souverän durchziehen. Dafür meinen Respekt!

  • Roswita Hallhuber

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    @Genervter

    „Sie reden von Dienst machen dürfen. Vielleicht war es auch ein Dienst machen MÜSSEN?“

    Klar! Ganz nach dem Motto, wenn man vom Pferd gefallen ist, muss man sich sofort wieder in den Sattel schwingen!

    Ich glaube kaum, dass einem Polizeibeamten, der gerade jemanden – zumal unter ungeklärten Umständen – getötet hat, so etwas befohlen werden kann.

  • Arbeiterstimme

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    Hatte nicht der Polizeidirektor Manichl, Passau, auch ein Messer vors Haus gelegt? Mit Messern geht die Polizei recht lasch um. Herr Ruckdäschel: Wäre es nicht möglich alle Messer und Messerträger aufzulisten? Sinnvolle Arbeit für Sie. Oder taugen Sie für mehr?

  • masterofdesaster

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    Ob ein Messer im Spiel war, ist doch gerade die Frage, oder ?

    Bislang ist das Messer wohl nur Gerücht.

  • Eichenstein

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    Untersuchung der Polizeilichen Aussage: Pfefferspray-Einsatz bei Eisenberg wirkungslos.
    Mit freundlicher Unterstützung von Rechtsanwalt Dr. Müller a. D.

    Reizgas und Pfefferspray:
    Informationen des Herstellers
    In der Regel wird bei der Anwendung von DEFENOL bereits beim ersten Sprühstrahl das Gesicht des Angreifers getroffen. Ungeschützte Augen schließen sich durch sofort entstehenden brennenden Schmerz reflektorisch, je nach CS-Menge kommt es zu einem Lidschluss, der mehrere Minuten anhalten kann. Auf der Gesichtshaut erzeugt CS ebenfalls einen brennenden Schmerz, gleiches gilt für Mund und Nasenschleimhäute. Der Betroffene ringt nach Luft, obwohl die Sauerstoffversorgung des Körpers gewährleistet ist. Diese subjektive Atemnot wird durch das Brennen des Reizstoffes hervorgerufen, der Betroffene versucht durch tiefes Einatmen instinktiv den Schmerz zu mildern, dabei gerät jedoch der Reizstoff noch tiefer in die Atemwege und verstärkt die Symptome.

    Das bayrische Innenministerium
    Wie ein sechsmonatiger Modellversuch bei der bayerischen Polizei ergeben hat, wirkt Pfefferspray schneller und auch wesentlich zuverlässiger als das früher teilweise verwendete Reizstoffspray . . . Seine Wirkung auf die Augen äußert sich in einem sehr starken Brennen, das den sofortigen Lidschluß zur Folge hat.(Verlust der Orientierung durch vorübergehende Ausschaltung des Sehvermögens) Der Pilotversuch der Polizei belegte, daß das neue Einsatzmittel bei richtiger Anwendung auch besser in geschlossenen Räumen einsetzbar ist: Da die Wirkung des Pfeffersprays nur eintritt, wenn es die Schleimhäute benetzt, ist die Beeinträchtigung von in der Nähe befindlichen Personen deutlich verringert. Die zielgenaue Sprühweite beträgt bis zu 4 m Entfernung.
    Um alle betroffenen Justizbediensteten auf das neue Einsatzmittel vorzubereiten, werden sie für den Umgang mit dem neuen Wirkstoff intensiv geschult.

    Bericht eines Betroffenen:
    Der Spray war so stark, daß ich nachher 10 Minuten lang mein Auge ausspülen mußte – obwohl ich nur kleinste Mengen über meinen Finger ins Auge bekam. Ich möchte nicht wissen, wie angenehm es ist, wenn man da eine ganze Sprühladung abkriegt.

    Vorfall an der Ostsee: 13.05.2009
    Kloster (Insel Hiddensee). Sogar auf dem eher beschaulichen söten Länneken gibt es Nachbarschaftsstreit. Am 13.05.2009 ging es soweit, daß der Inselpolizist Pfefferspray einsetzen und den Gebrauch der Schußwaffe androhen mußte.
    Ausgangspunkt sind länger anhaltende Grundstücksstreitigkeiten in Kloster. Ein 55-jähriger Hiddenseer rief kurz vor 16.00 Uhr in Bergen auf Rügen die Polizei an, weil seine Nachbarn einen Zaun setzen. Der darüber informierte Inselpolizist begab sich vor Ort um den Streit zu schlichten. Dabei stellte sich heraus, daß der angetrunkene Anrufer zuvor seine Nachbarn mit einer Axt bedroht hatte. Der Beamte beruhigte die Situation und kündigte dem 55-jährigem die Gewahrsamnahme an, wenn er weitere strafbare Handlungen begeht. Wenig später teilten die Nachbarn mit, daß der Störenfried den Zaun beschädigt hat. Bei der Durchsetzung des angedrohten Gewahrsams kam es zu einer Rangelei zwischen dem Polizisten und dem Mann. Das dabei eingesetzte Pfefferspray zeigte bei dem Angetrunkenen überhaupt keine Wirkung.
    Er versucht danach dem Beamten mit einem Holzscheit an den Kopf zu schlagen. Erst nach Androhung des Schusswaffeneinsatzes ließ sich der Wüterich bändigen. Zwei Beamte des Bäderdienstes setzten mit einem Wassertaxi vom Festland zur Insel über und brachten ihn in die Zelle nach Bergen. Ein Atem-Alkoholtest ergab einen Wert von 2,73 Promille.“

    Weitere Bemerkungen des Reizgas-Herstellers:
    Auf stark betrunkene Personen wirken weder CN noch CS, aber auch Pfeffersprays nur eingeschränkt. Je nach Trunkenheitsgrad vertragen diese Personen eine „volle Ladung“, ohne Wirkung zu zeigen. Im alkoholisierten Zustand ist das Schmerzempfinden stark bis völlig reduziert, gleiches ist aus der Narkose bekannt. Lediglich Pfeffersprays rufen eine reflektorische Reaktion des Atemtraktes hervor, so daß dem Getroffenen ´die Luft wegbleiben kann, aber nicht muß.

    Fazit: Eisenberg war zur Tatzeit (Bericht der Obduktion) weder betrunken noch stand er unter irgendwelchem Einfluß narkotisierender Substanzen. Zudem war Eisenberg nach Aussage seines Bruders in den letzten Tagen nicht in bester gesundheitlicher Verfassung. Nach ärztlicher Auffassung war das Opfer zudem leicht untergewichtig. (70 kg bei 184 cm Größe) Das unter diesen Umständen die Verwendung eines Pfeffersprays, welches auf engstem Raum angewendet wird keine nachhaltige Wirkung zeigt, ist aufgrund der vorherrschenden Tatsachen nahezu auszuschließen. Es erhärtet sich daher der Verdacht, daß der Einsatz eines Pfeffersprays erst gar nicht erfolgte, wie dies im Obduktionsbericht des Toten auch eindeutig festgestellt wurde.

    Fazit: Die Aussage der Polizisten, daß sie sich nach dem Einsatz des Pfeffersprays zurückgezogen hätten, weil das Gas offenbar keinerlei Wirkung zeigte, ist stark in Zweifel zu ziehen. Noch unglaubwürdiger wird die Darstellung, der Polizist, der laut Aussage während des Pfefferspray-Einsatzes hinter Eisenberg stand, hätte „einen Würgereiz“ bekommen. Nach Aussage des Sprayherstellers, ist das nur möglich, wenn man im Gesicht getroffen wird. (Siehe oben: „ . . . da die Wirkung des Pfeffersprays nur eintritt, wenn es die Schleimhäute benetzt“) Die Wirkungslosigkeit des Pfeffersprays bei Eisenberg läßt sich also nur damit erklären, daß der Beamte an Eisenberg vorbei, seinem Kollegen der hinter Eisenberg stand ins Gesicht sprühte, welcher daraufhin die Flucht ergriff . . . Da dieser Tathergang eher unwahrscheinlich gewesen sein dürfte, ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß ein Pfefferspray bei Eisenberg nicht zum Einsatz gekommen ist, wie dies der Obduktionsbericht zweifelsfrei bestätigt. Die Behauptung der Polizei ist damit mehr als nur in Frage gestellt . . .

    Algarve, Rechtsanwalt Dr. Müller a. D.

  • deejay115

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    @eichenstein

    ist nicht ganz richtig was sie schreiben. es wurden spuren von pfefferspray auf den kleidungsstücken gefunden. auch ist ein würgereiz sehr wohl wahrscheinlich. wenn man durch den mund atmet (was bei anstrengungen oder auch psychischen stress öfter vorkommt). auch muss man nicht zwingen betrunken sein oder drogen genommen haben. herr benedikt eisenberg hat seinen bruder als im (originalzitat aus der zdf sendung) „blutrausch“ beschrieben. psychische aufgewühltheit kann ebenfalls das wahrnehmungsvermögen sowie die schmerzempfindlichkeit beeinflussen. dementsprechend auch die wirkung von pfefferspray. auch wenn er nicht im gesicht getroffen worden ist (durch die bewegungen die er gemacht hat) und sich vom ort des sprayens entfernt ohne ernsthaft was abbekommen zu haben, verfehlt das ganze seine wirkung. mit den teilen kann man zwar 4 meter sprühen, aber nach ein bis zwei mal drücken sind sie leer.

  • britt

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    @deejay

    sie nehmen es ja bei den anderen kommentatoren sehr genau. dann sollten sie auch selbst etwas genauer sein und zitate nicht aus dem zusammenhang reißen und bewusst falsch darstellen. benedikt eisenberg hat seinen bruder im zdf nicht als „im blutrausch“ beschrieben. er hat davon gesprochen, dass tennessees mitbewohner so etwas in der art gesagt habe und das für unglaubwürdig gehalten.

    so oder so: für 12 kugeln gibt es bei dieser von den polizisten selbst beschriebenen situation keinen grund. rumballern kann man auch ohne ausbildung.

  • waldorf

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    ***für 12 kugeln gibt es bei dieser von den polizisten selbst beschriebenen situation keinen grund.***

    Dafür kann es sehr wohl einen Grund geben. Nämlich dann, wenn man jemanden nicht töten, sondern daran hindern will, weiterhin andere Personen (hier die zum Schutz des bedrohten Mitbewohners gerufenen Polizisten)zu bedrohen und den Angreifer zunächst durch Schüsse in die Beine stoppen will.

    Hätten die Polizeibeamten sofort auf Kopf oder Herz gezielt, hätte ein einziger Schuss ausgereicht. Der Umstand, daß die Polizisten versucht haben, die Angriffe des Eisenberg zunächst mit milderen Mitteln zu unterbinden, bringt jetzt die Vorwürfe, wegen der vielen Schüsse.

    Der Getötete hat mit seinem Verhalten (er hat seinen Mitbewohner angegriffen und wollte ihn abstechen. Später hat er die vom angegriffenen zu Hilfe herbeigerufenen Polizisten angegriffen und hat von dieses Attacken auch nicht abgelassen). All dies muß bei der Beurteilung des Geschehensverlaufs einbezogen werden.

    Die Vorverurteilungen die hier aus bestimmten Kreisen vorgenommen werden, führen zu nichts.

  • hallohallo

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    @deejay115

    “ mit den teilen kann man zwar 4 meter sprühen, aber nach ein bis zwei mal drücken sind sie leer.“

    Und die acht bis zehn Polizisten vor Ort hatten davon nur! ein so lächerliches Döschen?

    Und dieser eine Döschen-Beamte hat vor Angst so gezittert, dass er – trotz einer Treffgenauigkeit auf 4 Meter – überallhin sprühte, nur nie in Tennessees Gesicht?

    Warum hat nicht jeder Polizist ein Pfefferspray Döschen (oder zwei)?

    Warum hat nicht jeder Polizist einen Schlagstock?
    (damit auf Distanz gehalten – Armlänge plus Schlagstock versus Armlänge plus Küchenmesser – wäre eine Messerverletzung doch gar nicht durchführbar)

    Warum schaffen es sechs bis acht Polizisten nicht, zwei nervlich durchdrehende Kollegen ruhig zu stellen?

    Mit jedem „Erklärungsversuch“ verstärkt sich ehrlich gesagt nur der Eindruck, dass da inkompetente Luschen bei der Polizei am werkeln sind.

    Und das mindeste ist, dass das hier endlich mal aufgedeckt und zugegeben wird!

    Und wenn am Ende nur ein wöchentliches Training dabei raus kommt: Wie treffe ich mit meinem Pfefferspray-Döschen jemanden ins Gesicht. oder: Wie halte ich einen Menschen mit Küchenmesser mit meinem Schlagstock auf Distanz.

    Man könnte es ja langsam aufbauen und mit Dosenwerfen anfangen, damit die Frustrationsrate bei der Polizei nicht gleich so nach oben schnellt.

    Meine Meinung.

  • masterofdesaster

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    Es soll Spuren von Pfefferspray an der Kleidung gegeben haben. Warum nur an der Kleidung ?

    Wie heisst es so schön: es müssen in einer Notwehrsituation 2 Schüsse fallen, ein Warnschuss in die Luft und einer „auf den Mann“. Nur wird manchmal die Reihenfolge verwechselt.

    Bin mal gespannt, was die sich für eine Geschichte ausdenken werden. Am besten gar keine. Hoffentlich meint es Minister Herrmann mit seiner Aufklärerei ernst. Sonst steht es übel, wirklich übel um die Autorität von Justiz und Exekutive. Bereits mit der Mannichl – Affäre hat sich Bayern hübsch in die Bananenrepublik-Klasse katapultiert. Ein überreizter Polizeioffizier tischt der Öffentlichkeit ein sagenhaft lächerliches Lügenmärchen auf und wird dafür auch noch befördert.

    Hier hat keiner mehr Lust auf Bauerngrotesken, die von Leuten aufgeführt werden, die offenbar sogar zum Betrügen zu dumm sind. Das geht einfach gegen meinen Bürgerstolz, in einem Lachnummern-Staat zu leben.

    Von mir aus widersprechen sich am Ende alle Aussagen und es lässt sich nichts nachweisen. Kein Angeklagter muss sich selber belasten. Aber die Justiz darf das nicht decken und die exekutive es nicht organisieren.

  • hallohallo

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    @ waldorf

    „Dafür kann es sehr wohl einen Grund geben.“

    NEIN!

    „hier die zum Schutz des bedrohten Mitbewohners gerufenen Polizisten“

    DER MITBEWOHNER WAR NICHT MEHR GEFÄHRDET! ER BEFAND SICH IN EINEM SONNENSTUDIO!

    Hören Sie doch endlich auf das menschliche! und! strategische! Versagen der beteiligten Polizisten mit kruden „Erklärung“sversuchen zu verharmlosen.

    Das wird dadurch ja immer nur noch schlimmer und abstruser und noch inkompetenter, so dass man am Ende nur zu dem Schluss kommen kann, dass überhaupt kein deutscher Polizist (und nicht nur die hier beteiligten Versager) mehr eine tödliche Waffe tragen darf, wenn das alles so normal und selbstverständlich ist.

    Meine Meinung.

  • deejay12345

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    @hallohallo

    ich habe nicht gesagt dass ich es gut finde was da passiert ist, oder irgendjemand in schutz nehmen will. ich habe lediglich gesagt, dass pfefferspray kein allheilmittel ist und dadurch ein angriff abgewehrt werden kann. ich habe derzeit noch keine meinung pro oder contra. ich lese alles aufmerksam und warte nach wie vor auf den bericht. es muss aufgeklärt werden, und ich bin mir sicher, allein schon auf öffentlichen druck hin wird da noch einiges ans tageslicht kommen. herr ruckdäschel verhält sich kontraproduktiv. das muss derzeit die polizei ausbaden. was ich aber sehe ist, dass sich die infos zum bericht häufen. also steht das bald eine pk an. diese wird aber durch den urlaub des gegengutachters verzögert. darauf muss man halt warten können.

  • Hans

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    Diese bereits bekannten Fakten muss man sich einmal verdeutlichen:
    Zuerst wird der Getötete „beschlagnahmt“ und auf Anordnung der Behörden obduziert. Dabei werden Organe entnommen und bei der erfolgten zweiten Obduktion auf Veranlassung der Angehörigen können die Schusskanäle und damit auch die Schussrichtungen und Schussabfolge deshalb nicht mehr vollständig nachvollzogen werden. Dann wird das Gutachten der Behörden nicht bekannt gemacht, sondern man lässt sich offensichtlich Zeit damit. Nun warten die Behörden auf das Gutachten des von den Angehörigen beauftragten Gutachters, angeblich weil die Sache „Ernst genommen“ wird und weil man die Erkenntnisse des zweiten Gutachters doch gerne in die Ermittlungen mit einbeziehen möchte. Mir scheint es so, als wenn die Behörden vor Veröffentlichung ihrer Version nun gerne wissen möchten welche brisanten Tatsachen in dem unabhängigen Gutachten dargestellt werden. Somit sind die Behörden in der lauernden Position und können reagieren bzw. ihre Version in den als besonders unglaubwürdigen und unschlüssig entlarvten Punkten anpassen. Zugleich wird nun der Zeitfaktor auf den Gutachter der Angehörigen geschoben, denn auf dessen Urlaubsende müsse man ja nun warten. Die Politiker haben wieder eine Möglichkeit gefunden um auf Zeit zu spielen und können erst mal wieder nichtsagende Antworten geben. Ganz trauriges und peinliches Bild für Bayern!

  • waldorf

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    **Hören Sie doch endlich auf das menschliche! und! strategische! Versagen der beteiligten Polizisten mit kruden “Erklärung”sversuchen zu verharmlosen.**

    Andersrum. Hört ikhr doch auf mit euren Vorverurteilungen und euren vor Polizei-Hass strotzenden Anwürfen.

  • Hans

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    waldorf: Es gibt hier keinen Polizeihass und auch keine Vorverurteilungen!
    Es wird aber Aufklärung gefordert und Kritik geäußert. Sie jedoch verdrehen die Tatsachen und möchten die Aufklärung verhindern. Sie sprechen ständig von einem Messer und vom „abstechen“. Ob es das Messer wirklich gibt ist weiter fraglich und der angeblich bedrohte Mitbewohner hat selbst regelmäßig Drogen konsumiert, da fängt man schon mal an zu spinnen. Mit Ihrer Einstellung tun Sie mir nur leid!

  • waldorf

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    +++ tun Sie mir nur leid!+++

    geschenkt.

    Nochmals: Erstens, man wird dem Geschehensablauf nicht gerecht, wenn man die Vorgeschichte (ich weiß ja, daß manche das nicht gerne hören und ausklammern möchten) negiert.
    Zweitens, es bringt auch nichts andere Poster, die nicht ins selbe Horn stoßen (Polizisten sind Killer etc.) zu verunglimpfen.

    +++ Es gibt hier keinen Polizeihass und auch keine Vorverurteilungen!++

    Und es bringt auch nichts die Vorverteilungen ableugnen zu wollen. einer aus der Gilde der Polizistenfresser wollte doch erst unlängst alle Polizeibeamten die vor Ort waren entlassen und ins Gefängnis stecken. Wenn das keine Vorverurteilung und kein Polizeihass ist….

  • Weber

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    Selbst deejay12345 am 01. Aug 2009, 10:25 Uhr mit offensichtlicher Polizeinähe hat „derzeit noch keine meinung pro oder contra. ich lese alles aufmerksam und warte nach wie vor auf den bericht. es muss aufgeklärt werden, und ich bin mir sicher, allein schon auf öffentlichen druck hin wird da noch einiges ans tageslicht kommen. herr ruckdäschel verhält sich kontraproduktiv. das muss derzeit die polizei ausbaden.“

    Ohne Vorlage neuer Tatsachen keinen Zweifel zu haben, dass Notwehr oder Nothilfe vorlagen, ist ganz sicher ein Vorurteil. Dass der CSU-Innenminister genau dieses eigene Vorurteil in der heutigen MZ verbreitet, macht im Rechtsstaat erforderlich, dass sein Chef ihn entlässt. Schlimm genug war, dass Ruckdäschl den Fehler machte und zumindest nicht wiederholte. Aber nach den Fakten und sehr klärungsbedürftigen Umständen, die allein hier diskutiert wurden, ist eine nochmalige Wiederholung des Fehlers durch einen für Rechtspflege verantwortlichen Minister zu dumm und zu dreist.

  • BB

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    @waldorf

    1.Negieren Sie den Umstand, daß der Mitbewohner beim Eintreffen der Polizei in Sicherheit war?

    2. Schimpfen über/Kritik an einzelne(n)Polizisten bezieht sich nicht auf die gesamte Polizei und bedeutet schon gar keinen „Haß“ auf alle Polizisten.

    3. Ein „Vorverurteiler“ sind Sie selbst. Für Sie steht fest, daß die verantwortlichen Beamten zweifelsfrei korrekt gehandelt haben und Herr Eisenberg den Tod verdient hatte.

  • Sternenfee

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    Also, mal ganz ehrlich, egal wie viel pro oder contra. Aber selbst einem Blinden fällt auf, daß die zuständigen Stellen in diesem Fall wissen, daß sie Mist gebaut haben und nun wird, da die Argumente ausgehen, auf den Angehörigen rumgehackt. Der Gutachter hatte seinen Urlaub schon lange geplant und daß die Polizei in Bayern so etwas bringt, konnte er nicht ahnen; und wenn sich die Staatsorgane so lange Zeit lassen, ist es nicht verwunderlich, wenn dieser seinen Utrlaub antritt; vor allem, wenn er keine Unterlagen von der Staatsanwaltschaft Rgbg erhält. Wie lange hat es denn gedauert, daß die Familienanwälte Einblick in die polizeilichen Gutachten bekamen?8wiehe Medienberichte) Wer verschleppt hier was? Auf Nachfrage bei entsprechenden Stellen habe ich erfahren, daß ein aussagekräftiges Gutachten, vorausgesetzt das alle Unterlagen da sind (Foto´s, Berichte, Geschoße, Waffen, Asservate) in 2-3 Tagen erstellt sein kann.
    Immer noch irritiert es mich, daß Ruckdäschel das Messer nicht herzeigt. Und da´der Innenminister Herrmann auf einmal wieder sein Fähnchen in den Wind hängt, zeigt nur, daß er zu feife ist, für eine eigene Meinung. Und dann soll er für sich behalten, was er meint. allein schon die Aussage, daß Polizisten jetzt mehr in Deeskalation geschult werden sollen, widerspricht seiner momentanen Meinung. Und mit Verlaub Herr Herrmann 6 Schuß in kurzer Zeit, da hat der jeweilige Polizist nicht mal mehr das Denken angefangen. Er schoß nur noch in Panik. Was schreiben die Zeitungen die letzten Tage: Herr Eisenberg hat sich nicht, man merke sich das, n i c h t mit stoß- oder Angriffsbewegungen den Polizisten zugewendet. ich glaube schon, daß das neue Gutachten interessant ist; bisher wurde nur zugegeben, was bewiesen werden könnte und das wird auch für die Zukunft gelten. Was ich hoffe, ist, daß ab diesem Fall , Polizisten nicht mehr als die alleinigen Wahrheitsträger gehandelt werden können.

  • masterofdesaster

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    @sternenfee

    hinsichtlich Herrmann bin ich etwas anderer Meinung. Man sollte es unterstützen, wenn sich hier ein Minister – wie ich meine recht mutig – gegen Filz und Vertuschung stellt, wenn auch zunächst vielleicht mehr rhetorisch, aber eben immerhin. Apriorisch kann man nicht von einer rein taktischen Motivation ausgehen. kann schon sein: vielleicht macht er es auch nur, um nachher bei der Aufarbeitung glaubhafter rüberzukommen. Aber es spricht für eine gewisse Grundintelligenz, die andere (in Worten: StA) in diesem Zusammenhang nicht besonders deutlich an den Tag legten. Und er schützt den Ruf seines Ministeriums u damit letztlich der Polizei. Aber immerhin riskiert er Auseinandersetzungen mit seinen Kabinettskollegen. Hier nimmt vielleicht mal einer nicht den einfachsten Weg und duckt sich.

  • Weber

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    @masterofdesaster am 02. Aug 2009, 08:28 Uhr
    Vor dem MZ-Interview konnte man Herrmann so verstehen, dass er sich als Minister gegen Filz und Vertuschung stellte, wenn auch zunächst vielleicht mehr rhetorisch, aber eben immerhin.
    Jetzt kennt er immer noch nicht den Hergang , sagt auf die Frage „Halten Sie den Fall für aufklärbar?“ nur „Ich bin zuversichtlich, dass wir nach Abschluss der Untersuchungen ein klares Bild haben werden.“ und nimmt aber trotzdem das Ergebnis vorweg: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass Notwehr oder Nothilfe vorlagen.“

    Wie kann man dem Minister nach diesem Schwenk „eine gewisse Grundintelligenz“ zubilligen? Ist das nicht dumm? Und – weil er so dumm gar nicht sein kann – ist das im Rechtsstaat nicht äußerst dreist? Der Ministerpräsident ist in der Pflicht, diesen Innenminister rauszuschmeißen!

  • grace

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    So sieht eben „brutalstmögliche Aufklärung“ aus.

  • Eichenstein

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    Kinderoper fuehrt zu Polizeieinsatz (14.09.2008)

    Dortmund. – In der Uraufführung des Stücks „Wer andern nach der Pfeife tanzt …“ kam es am Samstag in der Dortmunder Kinderoper zu einer unvorhergesehenen und gefährlichen Begegnung. Der Sänger Christian Pienaar in der Rolle des Räubers Schnorr von Klau flüchtet sich in dem Stück vor der Polizei in die Kinderoper. Er bittet die Kinder, leise zu sein und beginnt dann, seine Geschichte zu erzählen. Dabei schaut er mehrmals durch den Bühnen- und Notausgang nach draußen, ob die angebliche Polizei noch da ist. Als Pienaar zum zweiten Mal die Tür aufmachte, sah er – für die Zuschauer nicht zu sehen – in die Mündungsöffnung einer echten Polizeipistole.
    Vor dem Haus hatte ein Passant beobachtet, wie ein Mann mit einer Strumpfmaske über dem Kopf durch diese Tür in das Gebäude geschlüpft war – der Darsteller –, und einen vorbeifahrenden Streifenwagen angehalten. Die Polizisten wollten der Sache nachgehen und hatten auch schon Unterstützung angefordert. Als Pienaar dem Polizisten erschrocken die Tür vor der Nase zuschlug, klopfte dieser mehrmals an die Tür und rief deutlich vernehmbar „Aufmachen!“. Nur Regisseurin Solvejg Bauer wusste in diesem Moment, dass diese vehemente Aufforderung nicht zur Inszenierung gehörte.
    Einer der beiden Polizisten hatte unterdessen auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes am Eingang zur Kinderoper die Oberschließerin des Theaters angetroffen und forderte, die Vorstellung zu unterbrechen, um den Räuber/Darsteller zur Rechenschaft ziehen zu können. Durch das Eingreifen des zufällig anwesenden Schauspieldirektors Michael Gruner und nachdem Regisseurin Bauer hinzugebeten worden war, konnten die Polizisten von der Harmlosigkeit des Vorfalls überzeugt werden und stellten die Ermittlungen ein. Eine Unterstützung durch weitere Einsatzkräfte war nicht erforderlich.
    Gar nicht auszudenken, wenn dergleichen in Regensbug passiert waere. Da haette man neben dem Darsteller und den Regisseur vielleicht auch noch die Kinder erschossen mit der Begruendung: die wollten uns angreifen – das war Notwehr . . .

    Acht Polizisten gegen einen Musikstudenten – das klingt ungefaehr so, als wenn ein Kind einem Dutzend Soldaten Grimassen schneidet und die vor lauter Angst den Kleinen mit Pnnzerfaeusten in Fetzen schiessen . . . in Notwehr natuerlich . . .

  • Eichenstein

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    Neun Verletzte nach Messerstecherei (3.09.2005)

    Hamburg – In einem Lokal auf der Vergnügungsmeile im Stadtteil St. Pauli war es nach ersten Erkenntnissen zu einem Streit am Tresen gekommen. In dessen Verlauf stach der 50-Jährige zunächst auf seinen Kontrahenten ein und verletzte diesen am Hals. Als er anschließend von zwei Türstehern auf die Straße gesetzt wurde, stach er die beiden nieder und verletzte sie schwer.

    Danach wütete der Mann vor dem Lokal und ging wahllos mit dem Messer auf Passanten los. Dabei wurde auch eine Frau verletzt. Der Mann konnte schließlich von der Polizei überwältigt werden. Die beiden durch Stiche in Bauch und Unterleib schwer verletzten Türsteher mussten im Krankenhaus operiert werden.

    Dieser Mann war nun wirklich gefaehrlich wohingehen Eisenberg nach Aussagen der Regensburger Polizei – immer vorausgesetzt, die Sache mit dem Messer ist keine plumpe Erfindung – noch nicht einmal den Versuch unternommen, dass heisst KEINEN DER POLIZISTEN TAETLICH ANGEGRIFFEN HAT. Notwehr ist aber erst dann gegeben, wenn ein taetlicher Angriff stattfindet. Dem aber widerspricht die Polizei. Das es aufgrund einer Aussage der Polizei sogar hoechst unwahrscheinlich ist, dass Eisenberg ein Messer in Haenden hatte, werde ich bei anderer Gelegenheit eroertern . . .

  • waldorf

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    Der Nick alleine reicht (der Mensch, der seinem Mitbewohner nach dem Leben trachtete und dann nach Angriffen auf die zu Hilfe eilenden Polizeibeamten ums Leben kam, hieß Eisenstein) zur Einschätzung der Objektivität des Verfassers aus.

  • rantanplan

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    @waldorf
    „der Mensch, der seinem Mitbewohner nach dem Leben trachtete und dann nach Angriffen auf die zu Hilfe eilenden Polizeibeamten ums Leben kam, hieß Eisenstein“
    aha!
    noch ein toter.

  • BB

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    @waldorf

    Ihr „Nick“ (Herr Eisenberg war Waldorf-Schüler) reicht aus, um Ihren Charakter einzuschätzen. Anscheinend wollen Sie den Toten und seine Angehörigen verhöhnen.

  • Eichenstein

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    Zu „Der Nick alleine reicht“ von Waldorf

    Gerichtsverhandlung: Der Staatsanwalt zum Richter: „Ich habe hier in diesem Gutachten zum Tode Heisenberg eine interessante Feststellung gemacht: Der Gutachter unterzeichnete mit Weichenstein nennt sich aber im Gutachten selber Heisenstein. Das Gutachter ist befangen. Das Gutachten muss man erst gar nicht lesen, ist doch klar das der da nicht objektiv sein kann.“ Der Richter zum Staatsanwalt: „Aber was sind sie fuer ein Trottel, was hat ein Schreibfehler mit der Sache selbst zu tun? Ist etwa die Darstellung mit dem Pfeffrspray subjektiv? Also Herr Staatsanwalt: ihr Sohn ist doch Bauer, Dann helfen sie ihm lieber beim Kuehemelken . . .“
    Der Staatsanwalt bohrt eine weile nachdenklich in der Nase und meint dann zum Richter: „Sie irren Herr Richter, heute werden die Schafe gemolken.“

  • deejay12345

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    @Eichenstein

    ihr beispiel zeigt leider nur, dass wenn man sich als harmlos zu erkennen gibt, man nichts befürchten muss. also muss bei hrn. eisenberg doch mehr gewesen sein (könnte man in ihren beitrag hineininterprätieren, was ich aber nicht machen will, weil eh schon zu viel spekulation im raum ist)…

    @ Hans am 01. Aug 2009, 14:50 Uhr
    woher wissen sie bzw. wo steht geschrieben, dass der mitbewohner angeblich regelmässig drogen konsumiert hat? habe das bisher noch nirgends gelesen, daher würde mich die quelle interessieren. denke das wäre ein interessantes detail, ob bei dem mitbewohner auch ein drogentest veranlasst wurde. evtl. hätten sie einen link für mich. danke.

  • Eichenstein

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    Kommentar eines weinseligen Franken

    Wenn der Rückdäschel eindlich rausruckt das Däschel sagen wir nicht mehr „Ruckst nicht raus das Däschel, tritt zu-rückdäschel“ Denn rückt ers raus das Däschel, hält er ja nichts mehr zurück der Rückdäschel, da zieht er das Däschel hervor und wir sagen dann nicht mehr Rückdäschel sondern sehr geehrter Herr Vordäschel . . .

  • Hans

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    Der regelmäßige Drogenkonsum des Mitbewohners ist im Umfeld bekannt, jedoch nicht aktenkundig.
    Das hat bisher offensichtlich auch niemanden interessiert. Es ist ja auch noch nicht einmal von offizieller Seite bekannt gemacht worden wie der genaue Wortlaut des „Notrufes“ gewesen ist. Bis jetzt ist nur tarnen, täuschen und Beamtenmikado angesagt.

  • maigret

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    wieso wird hier eigentlich öfter über das messer diskutiert.
    es wurde doch eines sichergestellt.
    oder wurde eisenberg aufgrund von hörensagen abgeknallt?

  • Eichenstein

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    @ maigret: „Wieso wird eigentlich hier oefter ueber das Messer diskutiert?“

    Weil das Messer nach nunmehr einem VIERTEL JAHR noch immer keiner gesehen hat. Ich erinnere mich an einen aehnlichen Fall in Sueditalien. Messerstecher gegen Polizist. Es wurde nach wenigen Tagen eine Pressekonferenz einberufen, wo das Messer des Taeters in der Nachrichtensendung oeffentlich gezeigt wurde und die Polizei vor laufender Kamera dazu Stellung nahm.

    Im Ubrigen waere es ja ganz im Sinne der Entlasstung der Polizisten, das Messer zu zeigen. Warum verstrecken sie es, wenn sie es sichergestellt haben? Es waere doch der beste Beweis fuer die Notwehr-These. Warum darf die Oefenntlichkeit das Beweisstueck nicht sehen? Mit welcher Begruendung . . .
    Wenn es jetzt ploetzlich auftauchen sollte gehe ich jede Wette ein, dass die Anwaelte der Familie Eisenberg eine weitere Untersuchung anfordern – Fingerabdruecke etc . . .
    Fazit: Je laenger die Sache hinter dem Berg gehalten wird um so schwieriger wird eine glaubwuerdige Darstellung . . . Denn nach einem viertel Jahr ist immer noch NICHTS geklaert . . . ES wird weiter geschwiegen. WARUM???

    Und sage mir niemand etwas gegen Spekulationen. Was bleibt den Menschen denn uebrig, wenn man ihnen die Wahrheit vorenthaelt . . .
    Auch die Polizei spekuliert, wenn ihr die Beweise fehlen . . . Nun soll es aber im Fall Eisenberg durchaus Beweise geben. Warum macht man den Spekulationen dann nicht endlich ein Ende? –

  • Weber

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    Die Justuzminsterin bezog ja schon früh – vor Faktenklärung – Position zugunsten der Todesschützen. Da der Innenminister sich zeitweise zweifelnd äußerte, war es wohl beider Chef, der die Richtung gegen den Rechtsstaat entschied. Wüsste man das wirklich, müsste Seehofer zurücktreten. Eindeutig sind der Innenminister und Justizministerin aber selbst verantwortlich für ihre Interviews. Ihre somit nachweisbare voreilige Parteinahme geht über eine allg. Unschuldsvermutung weit hinaus. Das darf im Rechtsstaat nicht durchgehen!

  • Eichenstein

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    @Weber: „muesste Seehofer zuruecktreten . . .“

    Die folgerichtige Konsequenz! Nun glaube ich natürlich nicht, daß Seehofer der Rechtsstaat so sehr am Herzen liegt, das er wegen des allzu freizügigen Polizeieinsatzes, bei dem außer einem unbekannten Musikstudenten niemand sonst zu Schaden gekommen ist, seinen Platz räumen wird. Der Fall Eisenberg ist für die allermeisten doch vollkommen unerheblich. Das einer Ministerin im sonnigen Spanien ihr Dienstwagen abhanden kam, ist weitaus gravierender. Da wurde in den Medien tagelang ausführlichst berichtet. Schließlich stehen wir vor einer politischen Wahl. Tödliche Verirrungen im Rechtsstaat – Ha! Wir schaffen vier Millionen Arbeitsplätze! Da könnt ihr mit der Bagatelle Eisenberg einpacken, wenn es in der Republik jetzt mächtig aufwärts geht! Diese alles begeisternde Euphorie vor dem größten Aufschwung den Deutschland je erwartete – warum sich mit solch unerheblichen Dingen die lachende Zukunft beschweren, wo uns doch nur noch Erfreuliches zu Ohren kommt: ungeahnte Steuererleichterungen, sichere Renten bis zum jüngsten Tage, Vollzeitbeschäftigung bis in die letzte Bedürfnisanstalt . . . Kann ein zartes Unrecht die Freuden von 80 Millionen Menschen trüben? – Und überhaupt: sagte nicht jemand, daß dieser Eisenberg ein sozialkritischer Schauspieler war? Bei allem Verständnis: solche Leute verderben uns unseren optimistisch-euphorischen Blick in eine glänzende Zukunft. Vor diesen Leuten sollte man sich eher in Acht nehmen. Vielleicht hat dieser Eisenberg unseren gewissenhaften Polizisten gar von einer pessimistischen Zukunft geredet und sie sind deshalb in Panik geraten, weil sie um ihren Schweinebraten und die deftigen Knödel fürchteten. Vielleicht sagte er ihnen, daß sie dergleichen sich schon bald nicht mehr leisten können, weil ihre Gehälter drastisch gekürzt werden . . . Polizisten mit leerem Magen . . . da hat man Hunger, da will man jagen . . . Und in den Geschichtsbüchern aus dem Jahre 3245 wird es heißen: „Damals herrschte überall Kannibalismus: in den Banken, in den Betrieben, selbst auf mancher Polizeistation. An manchen Opfern, die zur Obduktion freigegeben wurden, war nichts mehr zu untersuchen. Abgefieselt bis auf die Knochen . . . Das Beweismaterial regelrecht aufgefressen“. . . Und wir trösten uns, weil’s doch nur Theater ist, ein Theaterstück und nicht wahre Geschichte . . . ach, was ist nicht alles Theater . . . der Tod ist in Regensburg nur eine Komödie . . .

    Und hier habe ich auch schon den Titel für euer nächstes Theaterstück liebe Regensburger Bühnenfreunde:

    „DER TOD IST IN REGENSBURG NUR EINE KOMÖDIE:“ –

    „Ausgezeichnet! Vortrefflich! Ich hätte es nicht besser schreiben können.“ Höre ich Tennessee rufen . . . „Und schreib auch die Musik dazu . . .“ Und noch während ich über die Musik nachdenke fällt mir bereits der Schlußsatz zu diesem Theaterstück ein: „Die höchste Art einen Toten zu ehren ist, wenn man ihn wieder unter die Lebenden stellt.“ – Und da überlege ich, fiel der Gedanke jetzt mir ein oder ward mir’s eingeflüstert? Ist’s das Letztere, ist ja Eisenberg der eigentliche Autor . . . und also ist der Tote wieder unter den Lebenden . . . Das nennt man dann – Unsterblichkeit

  • deejay12345

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    @Eichenstein

    man merkt, dass sie persönlich davon betroffen sind. daher ist ihre reaktion verständlich. ich wäre wahrscheinlich in der gleichen situation ebenso verbittert.

    grundsätzlich schimpfen hier aber viele immer auf die polizisten. was sollen die denn machen? winnenden war damals gerade 3 wochen her. da waren eh noch alle aufgewühlt weil es damals hies: warum haben die den nicht schon eher gestellt?

    es kommt ein notruf von seinem mitbewohner. die polizisten treffen tennessee mit einem messer an. das legt er nicht weg. er bedrängt die beamten. er wird erschossen. das ist in kurzform die geschichte zu dem ganzen.

    wenn sie mehr wissen wie wir alle hier herr eichenstein, dann lassen sie es uns wissen und sagen uns was wirklich passiert ist. jeder der mehr in das oben geschriebene hineininterprätiert spekuliert. entweder pro oder contra polizei/tennessee. wenn man pro polizei sein will, könnte man sagen, sie haben nicht sofort geschossen. wenn man pro tennessee ist, sagt man, das ganze traut man ihm nicht zu.

    für mich ist die schlüsselfigur immer noch der anrufer. wenn dort das wort „amok“ tatsächlich gefallen ist (3 wochen nach winnenden) dann trägt er eine große mitschuld an dem ganzen. oder es war tatsächlich so: tennessee ist amok gelaufen.

    aber vorsicht: dies war ebenfalls nur eine spekulation von mir. wissen tu ich es nicht. daher sollte man abwarten was die berichte der gutachten ergeben. ich vermute aber mal, das deshalb die presse auf das ganze noch nicht 100%ig anspringt. es sind zu viele spekulationen. sämtliche berichte, ob süddeutsche, mz oder auch im fernsehen sind sehr vorsichtig vormuliert. man unterstellt niemandem irgendetwas. weder tennessee (dass er tatsächlich amok gelaufen ist) noch der polizei dass sie falsch reagiert hat. aber ich glaube kaum, dass in einem land wie deutschland, wo man schon wegen einem strafzettel in der bild steht und die leute sensationsgeil sind, das ganze unter den teppich kehren könnte. wenn ein BEWEIS der schuldfrage vorliegt glaube ich gehts erst richtig los.

    ich habe drei fragen auf die es bisher keine antwort gibt:

    – was wurde beim notruf konkret gesagt?
    – wurde der mitbewohner vor betreten des hauses persönlich kontaktiert um informationen zu erhalten?
    – warum legte tennessee das messer nicht weg?

  • Hans

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    Eines ist doch klar, es waren mindestens 8 Polizisten vor Ort und mindestens 2 Polizisten haben geschossen. Weshalb können wir uns nicht darauf verlassen, dass diese Beamten die tatsächlichen Ereignisse wahrheitsgemäß und nachvollziehbar berichten und somit die Tötung des jungen Mannes vielleicht erklärbar wird?

  • Eichenstein

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    @ deejay 12345

    Winnenden mit dem Fall Eisenberg zu vergleichen ist schon sehr gewagt. Eisenberg ist nach eigenen Angaben der Polizei nicht Amok gelaufen. Er hat, ebenfalls nach Angaben der Polizei, keinerlei Anstalten gemacht, auf einen Beamten einzustechen. Er hatte das Messer, gesetzt daß es eines gab (noch hat es keiner gesehen), nur in der Hand gehalten. Und das ist etwas, worüber nicht spekuliert werden muß, weil es bekannt gegeben wurde. Notwehr – und ich sage es hier noch einmal – ist aber erst dann gegeben, wenn ein direkter Angriff stattfindet. Dieser Angriff hat aber nach eigenen Angaben der Polizei nicht stattgefunden. KEIN BEAMTER WURDE TÄTLICH ANGEGRIFFEN! Das ist eine unumstößliche Tatsache. Ja laut eigener Polizeiaussage wurde von Eisenberg noch nicht einmal der Versuch unternommen. Und diese Tatsache muß man im Auge behalten. Der Tatbestand der Notwehr wird hier von der Polizei selber in Frage gestellt und zwar durch ihre eigene Aussage. –

  • deejay12345

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    @Eichenstein

    ich vergleiche nicht mit dem fall winnenden. ich sage nur, dass das mit sicherheit noch in den köpfen war, wenn über funk das wort „amok“ (wie mehrfach unbestätigt berichtet) benutzt wurde. darum würde mich interessieren was der mitbewohner gemeldet hat, bzw. wie das ganze an die beamten weitergegeben wurde. wenn nämlich von häuslicher gewalt berichtet wurde kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen dass 4 streifenwagen bzw. 8 polizisten aktiviert werden. daher muss der notruf entsprechende brisanz bergen.

  • Sternenfee

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    @masterofdesaster

    bzgl. Herrmann: er macht keinen Rückzieher, er stapft in dieselben Fußstapfen wie der StA: Es war Notwehr, obwohl er mittlerweile doch auch die Ergebnisse der Berichte kennt.

  • hallohallo

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    @deejay12345

    Soweit ich es den Berichten entnehmen konnte, wurden die Streifenwagen nicht gezielt aktiviert, sondern der „Notruf“ wurde über den Polizeifunk weitergeleitet und alle in der nähe befindlichen Streifenwagen rauschten selbständig an. Eine Einsatzkoordination gab es scheinbar nicht. Möglicherweise war das ja auch ein zentrales Problem, weshalb der „Einsatz“ aus der Kontrolle lief.

  • deejay12345

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    @hallohallo

    das ist ja gerade die kernfrage die ich mir stelle: was wurde beim notruf gesagt? was ging dann über den funk das sich gleich mehrere wagen zum ort des geschehens begaben? blind und wild fahren die nicht drauf los. das die alle im gleichen bezirk zufällig unterwegs waren und selbständig da hin fahren ist auch ziemlich unwahrscheinlich. von daher denke ich der schlüssel liegt in der alamierung. war von einer öffentlichen gefahr die rede? sagte der mitbewohner das er verfolgt und weiterhin bedroht wird?

  • hallohallo

    |

    @deejay12345

    ja, ich möchte weder in der Haut der Polizisten noch der des Mitbewohners stecken. Die werden sicherlich ihr Leben nicht mehr froh.
    Eine (inzwischen nicht mehr) Freundin von mir rief mal die Polizei, da ich am Telefon, aus privaten Gründen, sehr verzweifelt war. Was ich dann erlebt habe, hat mein Vertrauen in die Polizei für immer zerstört. Wenn ich jetzt nur aus der Distanz Beamte in Uniform sehe, wird mir schlagartig übel, mein Kreislauf sackt ab und im meinem Kopf schreien nur die Worte: „Fasst mich nicht an, nicht anfassen!“
    Das „Verhalten“ der – und ich schreibe es hier bewusst -Bullen hat mich traumatisiert.
    Ich traue diesen Personen alles zu.
    Vor allem auch Lügen nach dem Einsatz. Und sich gegenseitig aufputschen.
    Jeden stinkenden Penner an der Straßenecke könnte ich umarmen, aber bei dem Anblick eines Bullen in Uniform kommt mir auf hundert Meter ein durch Ekel ausgelöster Brechreiz.
    Insofern kann ich mir vorstellen, wie die sich da „verhalten“ haben. Wie hirnlose Tiere in Uniform.

    Mein Meinung.

  • Meier Franz

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    @deejay12345

    Meine Gratulation an diesen Schreiben. Einer der wenigen sachlichen Beiträge, die es wert sind gelesen zu werden. Mit interessanten Argumenten. Auch wenn es für beide Seiten ein Pro und Contra gibt, aber es kommt auf die Art und Weise an, wie man seine Argumente vertritt!

  • hallohallo

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    @deejay12345
    „das ist ja gerade die kernfrage die ich mir stelle: was wurde beim notruf gesagt?“

    Wenn Sie alles darauf reduzieren wollen, wäre das ja geradezu eine grauenhafte Methode per Telefonat Menschen, die einem auf den Schlips getreten sind, durch die Polizei aus dem Weg räumen zu lassen.

    Meine Meinung.

  • deejay12345

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    @hallohallo

    manchmal frage ich mich schon was manche leute im hirn haben und wie unverschämt man irgendjemand was unterstellt… ich habe überhaupt nichts reduziert und finde den tod von tennessee sehr schlimm. aber wenn man wirklich an der wahrheit interessiert ist, dann muss man alle fakten kennen. nur weil sie einen polizeihass haben und denen die komplette schuld geben, muss ich nicht auf den zug aufspringen. es gibt eine reihe offener fragen die mich interessieren. wenn sie nur daran interessiert sind das geschehen aus der anti-rechtsstaat-perspektive sehen zu wollen, bitte. ist ihr gutes recht. aber was ist denn wenn sich rausstellt, die beamten haben alles richtig gemacht und tennesee war wirklich nicht mehr zu bremsen und es wurde tatsächlich schlimmeres verhindert?

    – an alle die mich jetzt wieder zerreisen wollen: das ist keine meinung von mir, sondern nur eine andere mögliche sicht der dinge!!! –

    aus diesem grund verbiete ich mir selber, derzeit die schuldfrage irgendeiner seite zu geben. wir haben in dtld eine demokratie. daher habe ich eine andere meinung als sie und bin an der wahrheit interessiert. sie anscheinend nicht.

    gegenfrage: wenn sie schon so knallhart alles reduzieren, was haben dann die aussagen dass tennesee ein musikstudent, waldorf schüler, liebender freund und guter sohn, mit dem ganzen zu tun? das wird auch geglaubt und wird nicht hinterfragt. man könnte auch unverschämt sein und sagen: er war gar nicht so! sowas verbietet sich aber von selbst!

    genau das gleiche versuchen sie aber hier mit der darstellung der polizei. dann muss man das persönliche profil von tennessee ebenso weglassen wie meine frage nach dem grund für den einsatz. was bleibt dann übrig? jemand der mit dem messer jemanden bedroht und dabei stirbt. das ist mir zu einfach und entspricht auch nicht der wahrheit. alle fakten müssen auf den tisch! zum einen damit ein würdiges andenken an tennessee gewahrt ist, zum anderen aber auch, damit der rechtsstaat auch einer bleibt.

    was die politiker von sich geben interessiert mich ehrlich gesagt nicht. auch ob da einer zurücktreten soll oder nicht… kommt nichts nach was nicht auch wieder in die zwangsjacke gesteckt wird… von daher egal. politiker sind marionetten. daher nehme ich das geschwafel nicht all zu ernst. manche geben ungefragt ihren kommentar ab, manche gefragt (obwohl sie gar nichts sagen wollen). und dann werden die sätze umgedreht und das abenteuerlichste hineininterprätiert (wie sie das herr hallohallo bei mir machen). ergebnisse und taten (in diesem fall einen lückenlosen bericht, und wenn es noch ein jahr dauern sollte) mit allen zu berücksichtigenden fakten will ich sehen!

  • hallohallo

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    @deejay12345

    „wenn sie nur daran interessiert sind das geschehen aus der anti-rechtsstaat-perspektive sehen zu wollen, bitte. ist ihr gutes recht.“

    Was heißt wollen und was heißt Recht?

    Die Ärzte im Krankenhaus (mein Kopf musste mehrfach geröntgt werden) habe mir angeraten die Polizisten anzuzeigen, was auch meine Anwältin gerne tun würde. Aber ich habe mich ebenfalls intensiv in das Thema eingelesen und recherchiert.
    Man kann damit zwar während des Verfahrens Beamte von Beförderungen ausschließen und ein Eintrag bleibt für immer in deren Akten und so sich diese häufen, werden Beförderungen auch immer unwahrscheinlicher. Das ist natürlich gut, auf diese Weise zumindest Wiederholungstäter peu à peu auszusieben.
    Die Chance, dass letztlich die Beamten auch eines Dienstvergehens schuldig gesprochen werden ist wegen des Korpsgeist (schweigen/lügen) ziemlich gering. Auch, wenn meine Anwältin mir sagt, dass es bei mir sehr gut aussieht, habe ich Angst vor einem langen, Nerven zermürbendem Verfahren, oder eventuell sogar Hass-Übergriffen von Kollegen, etc.

    Für mich ist es sehr wichtig, wie sich die Aufklärung im Fall Tennessee Eisenberg gestaltet. Bisher löst es in mir nur unendliche, ohnmächtige Wut aus. Gerade auch dieses Gerede des DPOIG Menschen, von „öffentlicher Hetze“ der Angehörigen und Anwälte, welche ja auch nur nach der Wahrheit und den Gegebenheiten fragten (genau wie Sie) und die ihnen vorenthalten wurde. Genauso, wie die nur scheibchenweise an die Anwälte herausgerückten Ermittlungsakten. Oder, dass die Aufklärung der Vorgänge nicht im Interesse der StA liegt oder der Polizei, sondern nur auf Druck der Öffentlichkeit und der privatfinanzierten Arbeit der Anwälte irgendwie möglicherweise (hoffentlich) geschieht.

    Der ai-Bericht über unverhältnismäßige Polizeigewalt in Deutschland fordert präventive Maßnahmen. Die Behörden lehnen jedoch unabhängige Kontrollen bislang ab.
    http://www.amnesty.de/umleitung/2005/deu05/010?lang=de&mimetype=text/html&destination=suche%3Fwords-advanced%3Dpolizeigewalt%26country%3D77%26topic%3D227%26node_type%3D%26from_month%3D0%26from_year%3D%26to_month%3D0%26to_year%3D%26form_id%3Dai_search_form%26search2_x%3D42%26search2_y%3D4

    Schläger in Uniform – Polizeigewalt wird kaum verfolgt
    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/panoramapolizeigewalt100.html

    http://www.rav-polizeirecht.de/

    Meine Meinung

  • hallohallo

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    @deejay12345

    Ich wollte (und meine auch nicht, dass ich es tat) Ihnen keine Worte im Munde herumdrehen.

    Ich denke nur, egal, wie der Anruf und die Aussagen des Mitbewohners lauteten (ob das Wort Amok fiel oder nicht) und egal wie dieses dann vom Beamten am Telefon in den Polizeifunk weiter geleitet wurde, ich es von Beamten und ausgebildeten Polizisten vor Ort erwarten kann und muss, die reale Situation angemessen einzuschätzen.
    Für diese Ausbildung zahle ich Steuern.
    Ich habe als Bürger voller Vertrauen das Gewaltmonopol an den Staat und dessen Instanzen gegeben. Wenn dieses nicht der Norm des Rechtes entsprechend angewandt und somit missbraucht wird…

    ja, wohin soll das dann führen? Statt eines Volkes der Michels lauter Michael Kohlhaas?

    Meine Meinung.

  • Eichenstein

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    AUSZUG AUS DEM DEUTSCHEN STRAFGESETZBUCH

    Notwehr und Notstand

    § 32
    Notwehr

    (1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

    (2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

    Fazit: Nach mehrfachen und eindeutigen Aussagen der Regensburger Polizei, hat ein „rechtswidriger Angriff“ von Seiten Eisenbergs zu keinem Augenblick stattgefunden. Aufgrund dieser Tatsache kann nach deutschem Strafrecht von Notwehr nicht mehr gesprochen werden, da die Voraussetzungen hierfür laut polizeilicher Aussage gar nicht gegeben waren.

    Rechtsanwalt Dr. Müller a. D.

  • hallohallo

    |

    @deejay12345

    „ergebnisse und taten (in diesem fall einen lückenlosen bericht, und wenn es noch ein jahr dauern sollte) mit allen zu berücksichtigenden fakten will ich sehen!“

    UND WENN ES NOCH EIN JAHR DAUERN SOLLTE…

    ich glaube, dass solch eine Aussage von einem völligen Bystander sogar verständlich ist.
    Versuchen Sie sich aber mal in die Situation eines durch polizeiliche Übergriffe traumatisierten Menschen hineinzuversetzen, der nur wünscht, dass er es wegschieben könnte, um endlich wieder normal und im Gefühl der Sicherheit und körperlicher Unversehrtheit leben zu dürfen – und über ein Jahr, oder länger, wegen anhaltender neuerlicher Konfrontation mit dem Ereignis, nicht in sein unbeschädigtes Leben zurückkehren kann. Nach jedem Schriftwechsel erneut Alpträume hat, die über Tage jede vernünftige Alltags- und Arbeitsfähigkeit beinträchtigen.

    Das ist auch kein Hass, sondern sondern der umfassende Verlust des Vertrauens durch physisch und psychisch erlebte und ins Unterbewusstsein eingebrannte Ohnmacht und existenzielle Angst – mit dem weiteren Aspekt, aufgrund des sogen. Korpsgeist, nicht einmal eine Entschuldigung, geschweige denn angemessene Bestrafung der TÄTER zu bekommen, um Frieden zu machen und abzuschließen.

    Meine Meinung.

    ps. Anschuldigungen ohne A Umlaut, bitte ;
    pps. kein Herr, weilblich, 47 kilo, 167 cm und acht! Beamte, die mich gewalttätig aus meiner (vom Rechtsstaat geschützten!) Wohnung gerissen haben.

  • Das Grauen

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    Ehrlich, der Spiegel ist auch nicht mehr das, was er mal war. Hier die wohl letzte Vewrsion des Berichts, vom 7.11.:
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,659982,00.html

    Das steht NICHTS drin, was wir bei Regensburg-Digital nicht schon vor langem gelesen haben! Also, die kleine Regionalwebsite läßt das Nachrichtenmagazin aber ganz schön alt aussehen…

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