SOZIALES SCHAUFENSTER

Im Gespräch mit Fridays for Future-Aktivisten

Wenn Jugend Politik macht

Am Freitag war es wieder so weit. Mehr als tausend Schüler trugen zum wiederholten Mal ihre Forderungen nach mehr Klimaschutz auf die Straßen. Zum ersten Mal fand die Demonstration am Nachmittag statt. Warum sie sich dazu entschlossen haben, was mittlerweile erreicht werden konnte und was die Auseinandersetzung mit der Politik bei ihnen selbst verändert hat, erzählen fünf Schüler aus dem Orgakreis.

Dem außerhalb der Schulzeit am letztem Freitag. Allen Kritikern zum Trotz kamen weit über 1.000 Menschen. Fotos: Bothner

Vormittags gehen sie in die Schule. Nachmittags dann, neben den Aufgaben, die das Schulleben so mit sich bringt findet Freizeit statt. Doch das ganze steht immer mehr unter dem Zeichen einer politischen Aneignung des eigenen Lebens. „Seit ich hier mit mache denke ich vielmehr darüber nach, wie ich eigentlich leben möchte und welche Auswirkungen mein Handeln haben könnte“, erzählt Christine, eine der Regensburger Aktivistinnen und Mitorganisatorin bei Fridays for Future.

Die Realschülerin macht dieses Frühjahr ihren Abschluss und plant dann an die Fachoberschule zu wechseln, um das Abitur zu machen. „Wir können etwas bewegen“, da ist sie sich sicher. Und auch bei vielen ihrer Mitschüler bemerke sie einen gewissen Wandel. Das stimme zuversichtlich, dass sich wirklich etwas bewirken lasse. Tatsächlich scheint derzeit Bewegung in die Politik gekommen zu sein. Bereits am 29. März hatte der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber zur Klimakonferenz nach Erlangen geladen und sich dem Unmut der Jugendbewegung gestellt.

Direkt danach waren die Stimmen zunächst etwas verhalten, wie Student Ferdinand von Mitstreitern weiß. „Es lief einfach vieles noch nicht rund“, sagt er über den organisatorischen Ablauf. Vielleicht musste man auch erst zueinander finden. Und da aufgeben bei den Schülern bislang nicht zur Diskussion steht, luden sie selbst am 12. April zu einem Treffen mit allen Landtagsfraktionen nach München. Ferdinand, der 2018 bereits sein Abitur gemacht hat, war dabei.

Ein gemeinsames Klimagremium

„Dieses Treffen war wirklich konstruktiv und wir sind mit einem guten Gefühl rausgegangen“, so der Jurastudent. Die Politiker seien den Plänen der Schüler gegenüber sehr aufgeschlossen gewesen. Gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten wurde die Gründung eines Klimagremiums festgelegt. Diesem sollen neben Vertretern der einzelnen Fraktionen auch Gewerkschaftsmitglieder, Personen aus der Wirtschaft und Menschen angehören, die von Fridays For Future vorgeschlagen werden. Es habe sich aber auch gezeigt, dass die Fraktionen mit ihren langen Entscheidungswegen und der Reformdrang der jungen Leute erst noch in Einklang gebracht werden müssen, lässt Ferdinand durchklingen.

Für Leonie ist es definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. „Wir haben hier einen Dialog angestoßen“, den gelte es nun weiter aufrecht zu erhalten, sagt die Gymnasiastin. Am 9. Mai findet ein weiteres Treffen mit den Landtagsfraktionen statt. Hier soll bereits festgelegt werden, wer dann künftig dem geplanten Gremium angehören und wie dieses funktionieren soll. Sehr zur Freude auch von Ferdinand. „Uns wurde zugesichert, dass bis Ende 2019 endlich ein bayerisches Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht wird, das den Klimawandel ernst nimmt.“ Noch vor den Sommerferien wollen die Regensburger Schüler einen eigenen Forderungskatalog für die Stadt entwickeln und offiziell vorstellen.

Auch Wolbergs bat schon um ein Gespräch

Es tut sich also einiges und die jungen Leute machen sich viele Gedanken, wie sie Politik mit gestalten können. Dabei nehmen sie die Entscheidungsträger ernst, wie Anton betont. „Wenn sich Politiker für unsere Sache aussprechen oder uns sogar loben, dann glaube ich denen das in jedem Fall.“ Doch Anton, der gerade sein Abitur schreibt, sieht gewisse Parteien mittlerweile auch kritischer und erwartet, dass den Worten Taten folgen. Schließlich stehe der Klimawandel nicht erst seit gestern vor der Türe. Zu lange hätte die Politik tatenlos zugesehen. „Und wer jetzt sagt, wir brauchen für Veränderungen einfach Zeit, der nimmt das Thema nicht ernst“, sind sich Ferdinand und die anderen sicher.

Zwar können die fünf Schüler mittlerweile besser nachvollziehen, wie Entscheidungsfindungen funktionieren und wie Parteien teilweise ticken, doch deshalb haben sie noch lange kein Verständnis für die derzeitige Politik. In Regensburg habe man bisher ohnehin nicht viel von den Politikern gehört, ist Anton ein wenig enttäuscht. Zwar habe sich Joachim Wolbergs vor kurzem bei den Schülern gemeldet und um ein Gespräch gebeten, doch die wollen mit allen Parteien in einen gemeinsamen Dialog treten und nicht mit einzelnen Politikern. „Uns ist unsere Überparteilichkeit wichtig“, geben die Fünf zu verstehen.

ÖDP-Antrag im Stadtrat

Grundsätzlich sei man allen Gesprächen gegenüber offen und freue sich über konstruktive Diskussionen, aber eben am besten mit allen Parteien. Vergangene Woche nun gab MdB Peter Aumer (CSU) in einer Pressemitteilung bekannt, dass er derzeit einen Termin für ein gemeinsames Treffen mit den anderen Abgeordneten aus der Region und den Klimaaktivisten auslote. Bei diesem sollen die Forderungen der jungen Leute nicht nur Gehör finden, sondern auch kritisch diskutiert werden, heißt es in der Ankündigung. Die ÖDP hat für den heutigen Mittwoch einen Antrag an den Stadtrat eingereicht, der zu einem gemeinsamen Dialog des Stadtrates und Fridays For Future auffordert. So langsam scheinen auch die Regensburger Politiker aktiv zu werden.

Die fünf aus dem Orgateam – gemeinsam diskutieren die Schüler, was sich ändern soll und wie sie vorgehen wollen.

Im Alltag versuchen die Schüler währenddessen ihr Handeln so gut es geht den eigenen Forderungen anzupassen. Jeder könne etwas tun, lautet die Devise. Ob nun Plastikmüll reduzieren oder auf unnötigen Konsum verzichten, die Möglichkeiten seien vielfältig. Leonie hat deshalb auch ihre Ernährung umgestellt. „Ich habe es endlich geschafft und esse nur noch vegetarisch“, sagt sie und ist gleichzeitig begeistert, wie viel sie alle durch die politische Arbeit schon gelernt haben und immer noch lernen. „Wir kommen mit so vielen interessanten Menschen zusammen und führen Diskussionen, die in der Schule nie stattgefunden hätten“, ergänzt Mali. Ihr Selbstbewusstsein sei durch Fridays For Future unglaublich gestärkt worden.

„Sich nicht vereinnahmen lassen“

Die Schüler versuchen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und wollen sich dabei nicht vereinnahmen lassen. „Wir wollen auf unseren Demos keine Flyer und Fahnen von anderen Gruppen oder Parteien“, erklärt Anton und betont noch einmal die Überparteilichkeit. Auch wenn unter den Schülern durchaus Mitglieder von Parteijugendorganisationen vertreten sind,. Die fünf sind sich aber auch bewusst, dass viele ihrer Altersgenossen nicht mit dem gleichen Ehrgeiz an das Thema Klimaschutz herangehen.

„Wir sind etwa 20 Leute, die sozusagen den harten Kern hier in Regensburg bilden. Viele unterstützen unsere Sache“, sagt Christine. Aber es gäbe auch immer die Unverbesserlichen. Den Vorteil der Schülerbewegung sieht Mali derweil gerade darin, dass die Aktivisten alle noch so jung sind. „Wir dürfen uns einfach noch mehr erlauben und auch mal etwas auf den Putz hauen. Wir probieren momentan einfach aus, wie Politik funktionieren kann und was wir bewirken können.“

Für letzten Freitag hatte man erneut zur Demonstration in der Regensburger Altstadt aufgerufen. Anders als die dreimal zuvor fand diese nicht mehr als Schulstreik während der Unterrichtszeit statt, sondern, wie von vielen gefordert, in den Nachmittagsstunden. Dabei wolle man dies in keiner Weise als Einknicken vor den Kritikern verstanden wissen, betonen die fünf.

Ein Forderungskatalog an die Stadt Regensburg

Seit Beginn der Proteste Anfang diesen Jahres wird die Fridays For Future Bewegung in Deutschland von einer Debatte über die Legitimität des Schulschwänzens begleitet. Immer wieder wird der Bewegung vorgeworfen, die meisten Schüler gingen lediglich auf die Straße, um dem Unterricht fernbleiben zu dürfen. Tatsächlich gebe es auch einen gewissen Prozentsatz, der die Demonstrationen zum Schulschwänzen nutzt. Doch der Großteil sei wirklich an dem Thema interessiert und aus Überzeugung mit auf der Straße, da sind sich die Aktivisten in Regensburg sicher.

Der Erfolg am Freitag gabt den Organisatoren recht. Knapp 1.500 Menschen waren es, die für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und einen raschen Kohleausstieg demonstriert haben. Den mehr als tausend Schülerinnen und Schüler schlossen sich diesmal auch viele Erwachsene an. „Wir wollen durch die Verlegung in den Nachmittag auch Erwerbstätigen die Möglichkeit geben teilzunehmen“, erklärt Mali einen weiteren Aspekt der zeitlichen Änderung.

Ob man nun öfters am Nachmittag demonstrieren werde, wisse man aber noch nicht. „Vor der Europawahl wollen wir in jedem Fall noch einmal auf die Straße“, so Leonie. „Geplant ist vorläufig am Freitag den 24. Mai um 11 Uhr zu demonstrieren. Denn wir streiken, bis die Politik handelt.“ Auch danach soll es mit Streiks weiter gehen, konkretes sei aber nicht nicht geplant. Jetzt stehe vor allem die Erarbeitung eines gemeinsamen Forderungskataloges für Regensburg an.

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Kommentare (71)

  • Mr. T.

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    Schön, wie die Mädels und Jungs den DrEckls dieser Welt die Luft aus der Galle lassen!
    Und sehr interessant, wie sie im Laufe ihres Engagements ihr eigenes Verhalten ändern.

  • joey

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    am Nachmittag geht’s.

    Wenn dann machbare Forderungen kommen, hat das alles einen Sinn gehabt.
    Beispiel für machbare Forderung: Verzicht (Selbstverpflichtung) auf Flugreisen und mehrfache Fernurlaube im Jahr. Verzicht auf Kreuzfahrten, denn die sind reines Öko- und Sozialdumping. Am eigenen EFH Fassadenbegrünung anlegen.

    Wir brauchen nicht gleich mehr Vorschriften, sondern bürgerliches Engagement. Wenn jeder selber was tut, hat sich eine freiheitliche Gesellschaft selber geholfen. Neue Vorschriften können nur für neue anlagen gelten, die riesigen BMW Dächer ohne jede Begrünung sind hingegen „genehmigt“. Aber vielleicht kann man da ja auch was machen und das greenwashing so gut es geht ausnutzen.

  • MaSlos

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    Erfreulich das ‚die Jugend‘ wieder weiter blickt als bis zum nächsten Handydisplay.

    Traurig die Naivität: ein bisschen fahrradfahren & Körner knabbern wird die Welt garantiert nicht retten!

    Ohne Überwindung des Kapitalismus & der grenzenlos Überbevölkerung der Erde helfen auch noch so viele Demos leider nichts!

  • Bürni

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    Sinnvolle Forderungen wären zum Beispiel: sofortiges verbot des Baus von SUVs, Tempolimit auf Autobahnen, verpflichtender Tag im Monat autofrei, Ausbau der Fahrradwege und weniger Platz für Autos, Ausbau der Bahn, Verlegung des gesamten Güterverkehrs auf die Bahn usw usw. mir würde da noch so einiges einfallen. ;)

  • Piedro

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    Herr Wolbergs will sich auch beteiligen? Weniger heiße Luft könnte natürlich helfen…

    Ich finde es sehr erfreulich, wie Konstruktiv die Schüler unterwegs sind, und wie sie dabei unterstützt werden, zB von namenhaften Wissenschaftlern, denen „Kritiker“ nicht so ohne weiteres vorwerfen können sie hätten eh keine Ahnung, wie es sich Herr Lindner erlaubte.

  • Mr. T.

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    Freiwillige Selbstverpflichtungen derer, die demonstrieren, wie von joey erwähnt, sind natürlich ein Schmarrn. Dann müsste jeder, der glaubwürdig was für die Umwelt tun will, seinen Öko-Fußabdruck gegen Null schrumpfen, und der Rest kann beruhigt weiter leben, wie wenn es kein Morgen gäbe.
    Umweltsünden sollten kosten! Es kann nicht sein, das der Zug zum Flughafen mehr kostet, wie der Flug in den Süden. Verzicht müsste sich auch lohnen. Wenn das SUV auch nicht viel teurer kommt als der Kleinwagen bringt das zu wenig zum Umdenken.

  • R.G.

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    @MaSlos
    „Ohne Überwindung des Kapitalismus & der grenzenlos Überbevölkerung der Erde helfen auch noch so viele Demos leider nichts!“

    Bite nicht am Kondomverbot der Kirche rütteln!
    Beten Sie lieber den Rosenkranz!
    ; (

  • Ronald McDonald

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    „GANZ GANZ DÜNNES EIS !!“
    ist auf einem Pappschild zu lesen: offenbar das Motto des entsprechenden naturwissenschaftlichen Hintergrundes der demonstrationsberauschten Wir-retten-die-Welt-EventsucherInnen.
    Das Klima retten: jawohl, machen wir!
    Und demnächst machen wir uns dann an die Schiefe der Ekliptik, da gibt’s sicher auch was zum Machen, Drehen, Schrauben und Retten, rein klimatisch gesehen.
    Wie gut, daß die Volksbeschäftigungstherapeuten Anette Widmann-Mauz (CDU) und Stephan Mayer (CSU) ein neues „echtes Gemeinschaftswerk von Staat und Zivilgesellschaft, das den Schutzbedürftigen, aber auch der ganzen Gesellschaft nutzt“ speziell für diese bunt-verblödeten weißen Noch-Wohlstands-Jugendlichen (interessieren sich Regensburgs farbige „Climate-Refugees“ nicht für ihre Fluchtursache?) aufgetan haben: https://www.n-tv.de/politik/Bundesbuerger-sollen-Fluechtlinge-integrieren-article21008269.html
    Dank des Obergrenzen-Horst-Seehofer (CSU) – offensichtlich zutreffend aus Kabarettistenmund „Vollhorst“ genannt – darf und kann diese freizeitdemonstrantische Jugendbewegung bald für die „der EU – Kommission für 2018 und 2019 zugesagten“ (mindestens) 10.200 Resettlement-Neuankömmlinge (mit Nachzugsfaktor 4 – 6) dann Hand- und Spann- und auch Mietenbürgschaftsdienste verrichten.
    Wie meinte doch der Namensgeber des Regensburger Geibelplatzes: „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen …“; oder ist etwa das Asperger-Syndrom kontagiös, eine Aufgabe für „Jugend forscht“?
    Und nachdem nun auch schon ein Erzbischof (natürlich ein Geibel-Deutscher) der katholischen Zeitgeistkirche durch die freitäglichen Schulschwänzer-Klima-Randälchen „ein wenig an die biblische Szene vom Einzug Jesu in Jerusalem erinnert wurde“ https://www.erzbistumberlin.de/medien/rundfunk/wort-des-bischofs/radiowort/news-title/der-palmsonntag-und-die-freitagsdemos-3941/
    dürfen wir alle hoffen, daß in das ökumenische Klimakirchengesangbuch aufgenommen wird:
    Oh, heilige Greta Thunberg, breit‘ den Geschwurbel-Mantel aus, mach‘ uns ein Schutz und Schild vorm eigenen Nachdenken daraus, laß uns darunter sicher steh’n, bis alle Klimastürm‘ vorübergeh’n, Anwärterin des Nobel-Friedenspreis, in deiner Güte uns alle Zeit reflexionslos behüte …
    Das Nach-Geibel’sche Deutschland ist ein Irrenhaus: https://www.youtube.com/watch?v=lTn3Bj92ApA

  • eingeborener

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    Es hat uns viel Freude gemacht, mit den Schülern und Schülerinnen zu demonstrieren !
    Wie gehts weiter ?
    Ihr einziges Druckmittel ist der Pflichtverstoss namens „Schulstreik“, sie sind ansonsten ja nicht mal als Wähler für Parteien interessant. Falls es den Politikern gelingt , sie soweit einzuschleimen, dass sie sich im Gelabere mit Politikern in irgendwelchen Gremien totlaufen, statt weiter mit Schulstreiks das Thema am Kochen zu halten ,dann war es das. Denn : Die „vielen Erwachsenen“ habe ich nicht gesehen , sondern nur etwa 90 OTH-Studenten und einige Dutzend ältere Menschen. Leider.

  • joey

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    @Mr. T.
    die Welt retten können wir sowieso nicht. Schon gar nicht in Deutschland mit 2,3% CO2 Anteil.
    Vorbild kann man sein. Glaubwürdig für bestimmte Werte werben, besonders wenn es nicht viel kostet, sondern nur Luxus (mehrfache Urlaubsreisen im Jahr) spart.
    Wer anderen Vorschriften macht, muß vorangehen. Siehe Pharisäer, das Thema ist alt.

  • Barnie Geröllheimer

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    Wir könnten insgesamt sparsamer leben, d.h. nicht mehr so viele Konsumgüter kaufen und nicht mehr verreisen. Bräuchten wir auch nicht, wenn die Temperaturen um 2° C ansteigen. Wir hätten dann ein Klima wie an der nördlichen Adria. Das Wetter ist dann lange ausreichend gut um Rad zu fahren und wir könnten auch auf Privatautos verzichten (wie schon in der Republik 1.0). Ohne Urlaubsreisen und Autos bräuchten wir auch weniger Lohn und könnten deswegen alle Waren, die wir brauchen wieder selbst herstellen, anstatt aus Ländern mit geringen Löhnen importieren zu müssen. Wir müssen also zügig die 2° C Grenze überschreiten und nicht umgekehrt.

  • Queen of Suburbia

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    Ihr seid viele und ihr seid klasse! Ich habe selbst Kinder in eurem Alter (und darüber) und bin auf euch alle sehr stolz.

    Bleibt weiterhin überparteilich und lasst auch in Zukunft nicht zu, dass sich Leute mit Imageproblemen an euch heranwanzen, nur um euch für ihre eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Lasst euch bitte auch nicht von gelegentlichen Logorrhoe-Auswürfen irritieren (z.B. Ronald McDonald, s.o.); einige Schreiberlinge nutzen Foren (nicht nur dieses, auch viele andere) lediglich dazu, um ihre Bedeutungslosigkeit im analogen Leben zu kompensieren. Tatsächlich könnt ihr euch einer breiten Unterstützung und allgemeinen Wohlwollens sicher sein.

    All eure Anliegen sind vollkommen berechtigt! Bin schon gespannt, welche Punkte euer Forderungskatalog für Regensburg enthalten wird.

    Ich wünsche euch viel Erfolg und Spaß bei allen weiteren Aktionen und werde euch am 24. Mai Gesellschaft leisten, sofern ihr (wie ich vermute) nichts gegen Unterstützung von Leuten aus einer etwas höheren Altersklasse einzuwenden habt.

  • ExRA

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    Gestern auf Facebook:
    „Der Traum der Geld-Eliten von der totalen Verblödung der Konsumenten-Massen sei erfüllt, so wird erzählt, wenn man die Menschen soweit bringt, daß man ihnen sogar die eigene Atemluft verkaufen kann. Beim Wasser sind wir schon soweit und bei der Atemluft steht es unmittelbar bevor. Anstatt uns für das Ein-Atmen zahlen zu lassen, werden wir halt für das Aus-Atmen (CO2!) zur Kasse gebeten. Völlig egal. Zahlen für Atmen. Nicht einfach etwas für gut finden, weil es „grün“ aussieht! Hinterfragen! Nachdenken! Warum und für was soll ich zahlen? Selber draufkommen. Hirn einschalten. Gracias!😘“
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • mkv

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    Was ist wichtig und eilig?

    Die Forderung der Jugend, der sich vernunftbegabte Erwachsene nicht entziehen können, JETZT zu handeln. Auch Regensburg braucht einen Nachhaltigkeitsplan für die nächsten 30 Jahre, mit kurz-, mittel- und langfristigen Zielen, Strategien und Maßnahmen. Die anstehenden Kommunalwahlen 2020 erscheinen als das richtige „Forum“, den Parteien, Wahlvereinigungen und ihren Mitgliedern/Politikern entsprechende Wahl-Prüfsteine mitten in den Weg zu stellen …. und nur die zu wählen, die beim kooperativ zu führenden Kampf gegen Pest (Klimakrise) und Cholera (Artensterben) lokal (Regensburg Stadt und Landkreis), inhaltlich überzeugend, glaubwürdig und glaubhaft führend vorangehen (Avantgarde) wollen und es auch (wie Klopp) verstehen, die Menschen zu begeistern – bei der schrittweisen aber unaufhörlichen Änderung unserer Lebens- und Arbeitsweise.

    Die Jugend hat einen prominenten Befürworter: Robert Watson. Er mahnt uns alle:

    „Die Welt muss erkennen, dass der Verlust der biologischen Vielfalt und der menschengemachte Klimawandel keine rein ökologischen Themen sind, sondern auch Entwicklung, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte, Sicherheit, Gleichheit und moralische Fragen betreffen. Die Zukunft der Menschheit hängt davon ab, jetzt zu handeln. Wenn wir es nicht tun, werden es uns unsere Kinder und zukünftige Generationen nie vergeben.“

    Sir Robert Watson ist Chemiker. Der Brite stand zwischen 1997 und 2002 dem Weltklimarat vor, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) vor. Seit 2017 leitet er den Weltbiodiversitätsrat, das Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Watson_(Chemiker)

  • Nonkonformist sagt

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    Kommentar gelöscht. Wenn’s geht, ohne Schimpfwörter kommentieren.

  • ExRA

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    Für einen MENSCHENGEMACHTEN Klimawandel haben wir als Spezies salopp ausgedrückt den Arsch noch zu weit unten – Gott sei Dank! Aber es läßt sich halt gut Geld damit verdienen, den Leuten einzureden, sie seien daran Schuld, daß sich das Klima verändert. Daß es immer wärmer und trockener wird, daß die Pole abschmelzen und die Gletscher verschwinden und daß wir auch durch unsere Atmung hierzu betragen, weil wir ein Umweltgift ausstoßen, das als Treibhausgas CO2 die Atmosphäre aufheizt. Das ist doch so die gängige Lesart, oder? Was hat sich Gott bloß dabei gedacht, als er die Lungenatmer schuf? Was für eine Fehlkonstruktion, dieser Mensch! Deshalb muß man die auch, kaum daß sie auf der Welt sind, mit Impfstoffen gegen alles mögliche vollpumpen, weil sie sonst eingehen. Manchmal denke ich echt, ich bin im falschen Film, wenn ich mir vergegenwärtige, was man selbst (oder gerade?) hochintelligenten Menschen in puncto „Klimawandel“ an hahnebüchenem Blödsinn in die Köpfe gepflanzt hat. Atmung=Umweltgift? Erde=Treibhaus? Was sagt denn Ihr gesunder Menschenverstand? Oder Ihr „Hausverstand“, wie die Österreicher sagen? Vielleicht doch die Lust verloren, dem mainstream zu folgen, daß eine CO2-Steuer unumgänglich ist? Alternativlos, sozusagen. :-)
    Ich spreche hier nicht von RICHTIGER Umweltverschmutzung und Zerstörung der Natur! Dagegen ist vehement einzuschreiten. Leider sind die, die einschreiten müßten oft identisch mit denjenigen, gegen die eingeschritten werden müßte. Mir tun halt die jungen Leute leid, die derart in die Irre geführt oder in ihren Irrtümer belassen werden, weil man das bestens instrumentalisieren kann. Man müßte ihnen halt schlicht die Wahrheit sagen.

  • R.G.

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    Weshalb man sich nicht mit einzelnen Polotikern treffen möchte, das habe ich nun verstanden
    Weitergedacht, vielleicht wäre es richtig, sich grundsätzlich mit keinen Politikern ablichten zu lassen, nicht mal mit ganzen Stadtregierungen.
    Bilder mit Politikern würden immer vereinnahmt für Wahlkampfzwecke.

    Auf Fotos der Jugendbewegung sollten nur Jugendliche ohne Parteikennung abgebildet sein.

    Ich möchte noch einen Aspekt aufgreifen.
    In meiner persönlichen Umgebung und in der der Kinder erlebten wir Verzweifelte. In dem meisten Fällen hatten die jungen Leute unter anderem leise an der Hoffnungslosigkeit angesichts des Zustandes der sie erwartenden Welt gelitten, verbunden mit dem Gefühl, nichts dagegen tun zu können, und folgend an der Unmöglichkeit, mit allen Sorgen allein umgehen zu müssen.

    Deshalb: Lasst euch nicht in eurer Zukunftssorge vereinzeln, sprecht und handelt wo möglich miteinander über eure Gedanken, besteht weiter auf das Recht eure Stimme auf vielerlei Art und zu unterschiedlichen Themen konstruktiv zu erheben, schreibt, komponiert, malt, demonstriert, haltet Reden, weil es mit gesundheitserhaltend ist!

  • ExRA

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    Werte(r) R.G.! Ihr Vorschlag beläßt die jungen Leute in Angst und Verzweiflung und versucht lediglich die Auswirkungen einer Lüge zu therapieren. Wenn Sie selber daran glauben, daß die Welt an CO2 zugrunde geht, dann meinen sie es ja wenigstens gut mit den jungen Leuten. Aber wie schon geschrieben: Am besten ist, ihnen die Wahrheit sagen.

  • Piedro

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    @ExRA
    Quietscht das eigentlich so was zu schreiben?

    Es ist doch wirklich nicht mehr etwas tiefer in die Materie einzusteigen um bei der zunehmenden CO2-Belastung und deren Auswirkung nicht von Atmung fabulieren zu müssen.

  • Piedro

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    @ExRA
    „Am besten ist, ihnen die Wahrheit sagen.“
    So wie man Ihnen die „Wahrheit“ gesagt hat?

    Keine Sorge, die finden die Wahrheit schon selbst raus, die sind nicht blöd, die informieren sich umfassend, die tauschen sich aus und traben, entgegen Ihrer Behauptung, nicht nur hinter anderen her um sich vereinnahmen zu lassen. Sie können ja man hingehen und mit Ihrer „Wahrheit“ hausieren, die Argumente werden sie bestimmt verblüffen. Aber Vorsicht bei Faktenresistenz, darauf nehmen die keine Rücksicht, da sind sie gnadenlos. Mit Atmung brauchen sie intelligenten Menschen in dieser Debatte nicht kommen, obwohl das witzig ist.

  • R.G.

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    @ExRA
    Auf Ihre Wahrheit warte ich schon länger, erzählen Sie doch einfach, was wahrer als die von den Jugendlichen eingemahnten Notwendigkeiten ist.
    Bitte, reden Sie, zum Wohle der Jugend, und auch im Sinne einer eigenen inneren Hygiene!
    Seien Sie ein würdiger Lehrer!

  • Mr. T.

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    Schön, wenn da jemand weiß, im Besitz der Wahrheit zu sein!
    An wen erinnert mich das nur?
    Mangels medizinischen Fachstudiums verkneife ich mir jetzt jede Diagnose …

  • R.G.

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    Werte/r ExRA!

    Zur näheren Erläuterung meiner Haltung.
    Dürfte ich mit/für engagierte/n Jugendliche/n zum Thema „Durch Menschen verursachter Klimawandel?“ein Wochenendseminar gestalten, würde ich Recherchematerial und Suchworte zu konträren Positionen vorrätig halten.

    Je nach Begabung und Wunsch stünden den Teilnehmern Material und Medien zu, um aus künstlerischer (foto-graphischer, filmischer) Sicht,in einem Theaterstück oder mit ernsthafter Pantomime, schreiberisch/schrifstellerisch, in einer kurzen Rede, oder in geleiteter Diskussionsrunde, irgendeine beliebig ausgesuchte, jedoch typisch gezeichnete Position zu dem Thema aufzuzeigen.
    Danach bestünde je nach Stimmung im Saal die Möglichkeit, entweder die Konsequenzen aus der dargestellten Haltung, bezogen auf konkrete örtliche Projekte, darzustellen, oder einfach die Meinung probeweise zu wechseln

    Der Weg, wie Menschen ihre Wahrheit entwickel(te)n, ist mir sehr wichtig. Ich meine, in der Entscheidung zwischen schwarzer Brachialpädagogik gegen konstruktive Entwicklung von Meinungen, somit der sorgfältigen Wahl der Vermittlungsmethodik, entscheidet sich das Selbstwertgefühl der jungen Menschen.

    Juristen sollten verstehen, dass die Begründung einer Entscheidung ein Urteil erst rechtfertigt.
    Ich höre die Meinung als Einleitung, und die Begründung als eigentliche Essenz.

  • ExRA

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    Ja, fein! Dann habt Ihr ja endlich jemanden, auf dem Ihr mit geschliffener Zunge herumsticheln könnt. Tut gut, nicht wahr? :-) Wenn dieser innere Bahnhof abgeklungen ist, verbleibt die simple Frage: Verursacht das von Menschen produzierte CO2 den Klimawandel oder nicht? Nenne mir einer einen wissenschaftlichen Beweis und ich leiste sofort Abbitte vor versammelter Mannschaft!

  • R.G.

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    @ExRA
    Das da
    „Nenne mir einer einen wissenschaftlichen Beweis und ich leiste sofort Abbitte vor versammelter Mannschaft!“
    klingt wie Rosenkrieg und den habe ich selbst bei einer schwierigen Trennung verweigert.
    Muss am Schluss einer in Jägerstolz mit Gewehr, den Fuß auf der getöteten wilden Meinung des Gegners, als Sieger dargestellt werden und einer staubbedeckt am Boden Abbitte leistend?

    Das hat was Kriegerisches.
    Wie ein erhoffter Sieg über die Meinungsvielfalt!

  • Mr. T.

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    ExRA, anthropogener (also von Menschen verursachter) Klimawandel wird nicht alleine durch Ausatmen und Furzen von Menschen verursacht. Da kommt alles dazu, was durch Menschen verursacht wird, egal ob ein von Menschen angestecktes Lagerfeuer oder ein von Menschen gebautes Frachtschiff. Sogar die Abgase von Kühen, die extra von Menschen in Massen gezüchtet werden.
    Kann man mit so viel Naivität überhaupt ein Jurastudium beginnen oder ist das schon das Endstadium eines erfolgreich abgeschlossenen Jurastudiums?

  • ExRA

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    @R.G.: Sieg über Meinungsvielfalt? Was haben „Meinung“ und „Wahrheit“ gemeinsam? Nichts. Ich habe beileibe nichts gegen Meinungsvielfalt einzuwenden, im Gegenteil, aber gibt es denn mehrere Wahrheiten, eine Art „Wahrheits-Vielfalt“? Ich persönlich kenne in dieser Welt nur EINE Physik, EINE Mathematik, EINE Chemie, EINE weltweit gültige Naturwissenschaft. Da existiert keine Meinungsvielfalt. 1+1=2 und nicht irgendetwas anderes und CO2 ist Kohlendioxid und kein Treibgas (diesen Begriff gibt es in der naturwissenschaftlichen Chemie nicht), genauso wenig wie die Erde ein „Treibhaus“ ist. Klären wir doch zuerst die Begriffe, die wir gemeinsam verwenden, bevor wir die Kinder ihren eigenen Weg zur Wahrheit finden lassen, okay? Was hat das mit „kriegerisch“ zu tun, wenn ich – selber in wissenschaftlichem Denken ausgebildet – nach einem wissenschaftlichen Beweis dafür verlange, daß der Klimawandel rein menschengemacht ist? Mir geht es schon lange nicht mehr um das Recht-Haben, ich habe allerdings die Nase voll von diesen ewigen Lügereien und deshalb spreche ich „meine“ Wahrheit aus. Ich führe mit jedem eine nach wissenschaftlichen Regeln geführte sachliche Diskussion zu diesem Thema, aber bitte nicht mit einer derart emotional beladenen Sprache wie in Ihrem letzten post. Okay?

  • R.G.

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    @Mr.T.
    Wurscht, was es ist, wenn es nur am Ende in Fraktur gedruckt wird.

  • R.G.

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    @ExRA
    “ Ich habe beileibe nichts gegen Meinungsvielfalt einzuwenden, im Gegenteil, aber gibt es denn mehrere Wahrheiten, eine Art „Wahrheits-Vielfalt“? “
    Ja die gibt es.
    Ich flog schon über den Rand der flachen Erde drüber. Die Vertreter der einen Wahrheit wissen, da hätte ich ins Meer fallen müssen.
    Die mit der Gegenwahrheit behaupten, ich lebe nur noch, weil es dort rund weiterging.
    Beide Seiten sind der Meinung, ihre Wahrheit schließe die andre aus.
    Wenn es EINE Wahrheit gibt und die richtig sein soll, so erschließt sich mir Einfaltspinsel das höchstens durch die Begründung.

    Ich frage nach ihrer Meinung oder Wahrheit bezüglich CO2 Ausstoß und möglicherweise Treibhauseffekt, und bitte um eine möglichst fundierte Begründung.
    Aber spannen sie mich bitte nicht weiter auf die Folter!

  • Bernd

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    @ExRA
    https://climate.nasa.gov/scientific-consensus/

    Zitat: „Multiple studies published in peer-reviewed scientific journals show that 97 percent or more of actively publishing climate scientists agree*: Climate-warming trends over the past century are extremely likely due to human activities. In addition, most of the leading scientific organizations worldwide have issued public statements endorsing this position. The following is a partial list of these organizations, along with links to their published statements and a selection of related resources.“

  • mkv

    |

    Zur „Wahrheits-Vielfalt“ (welch´ ein Wort), wenn auch nicht im Trump´schen Sinne der Alternativen Fakten – harten Fakten beim PIK.

    Die Wahrheit steckt in der Natur. Dafür gibt´s den Ehrenpreis.

    Und zwar 450-fach. Stets der eigen-spezi(es)fischen Ausprägung des Naturwüchsigen folgend.

    Die Bestätigung, warum das so und nicht anders ist, deutet sich schon im Wortstamm von VERONICA unübersehbar an.

    Sehe, es ist WAHR, es ist UNIK – und ja: es hilft. Das ist medizinsich unstreitig, Seit unvordenklichen Zeiten.

    Der Anti-Ehrenpreis freilich gilt dem „Klima-Leugner“. Wie es um den menschengemachten CO2-Anstieg steht, findet sich beim
    PIK – https://www.pnn.de/wissenschaft/klimaforschung-potsdam-nicht-ohne-umstrittene-massnahmen/23164160.html

    Tipp: Aus dem Ehrenpreis aber kann man auch einen DIP machen.

  • Ex-Regensburgerin

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    Ich stimme den Beiträgen von ExRA zu!

    Und ich habe erst gestern im BR gehört: 85% der Treibhausgase verursachen die USA, Indien und China. Es ist schon richtig, dass wir Maßnahmen ergreifen, aber nicht wieder so hysterisch wie beim Kernkraftwerkausstieg und bei der Energiewende, die einfach von Merkel ohne Plan aufoktroyiert wurden. Unsere Energiekosten haben sich dadurch verdoppelt, was inzwischen für unsere Familie grenzwertig ist, Wir fahren keinen SUV und fliegen nicht in der Gegend herum, leben schon seit mehr als 20 Jahren „bewußt“. Deutschland kann meiner Meinung nicht die Welt retten, aber einen Anfang machen, wenn auch um uns herum in der EU dann unsere alten Diesel gefahren werden, weitere Kernkraftwerke an die deutsche Grenze gebaut werden, die sichersten in der Welt abgeschaltet werden, nämlich die bei uns. Wenn dann unsere Friday-Kids alle auf Flugreisen, Autos, Führerschein verzichten, fange ich an, an sie zu glauben. Nur könnte dann sein, dass die Schlüsselwirtschaften Deutschlands zerstört wurden und wir dann alle wieder von vorn anfangen müssen, aber ich mache mir keine Sorgen, den die Jugend ist ja zu allem bereit!

  • Queen of Suburbia

    |

    @ ExRA
    Ich hätte hier ein kurzes Video für Sie von zwei Herren, die hoffentlich Ihren hohen wissenschaftlichen Anforderungen an Ihre Gesprächspartner genügen. Es handelt sich um Prof. Harald Lesch (Lehrstuhl für Physik und Astrophysik an der LMU München) und Prof. Stefan Rahmstorf (Lehrstuhl für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam, Mitarbeiter am Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam).

    https://www.youtube.com/watch?v=pxLx_Y6xkPQ

    In diesem Video zerpflücken die beiden ein „Klima-Quiz“, das von der AfD bei einer Fridays-for-Future-Demo an die Schüler verteilt wurde. Gut erklärt, keine Sorge, auch Sie werden der Argumentation folgen können und danach verstehen, was es mit diesem CO2 auf sich hat.

  • mkv

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    Die QUEEN ergänzend, ganz erhellend:

    SPD vs. AfD! Heftiger Zank zwischen Kühnert und Reil – Markus Lanz vom 09.04.2019 | ZDF

  • joey

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    hört mir auf mit der Wissenschaft. Wissenschaftler bestätigen alles, was ihre Karriere befördert. Deren große Mehrheit hat schon für richtig befunden:
    – daß man Hexen verbrennen soll
    – daß man Menschen aus Afrika versklaven darf
    – daß man Indianer ausrotten darf, wenn sie nicht zum Christentum konvertieren
    – wie man Juden an einer Nase erkennt
    – …
    Man findet bei der „Mehrheit“ der Wissenschaft immer den aktuellen Zeitgeist, auch wenn er noch so rassistisch ist. Ich habe hier gezielt Beispiele gewählt, denen hier hoffentlich keiner zustimmen kann. Das aber war in allen zeitgenössischen Gesellschaften völlig akzeptiert, nur wackere Ehrlich haben es gewagt, Minderheitspositionen zu vertreten, denn das hat sie Ansehen, Karriere, Gelder … und teilweise sogar das Leben gekostet.

    Verstand und Menschlichkeit haben immer wieder bewirkt, daß viele doch nicht alles geglaubt haben, was ihnen Medien und Autoritäten vorgesetzt haben.
    Besonders muß man aufmerksam sein, wenn Kinder eingebunden werden. Da ist immer was falsch.

  • Giovanni

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    Was ist denn hier los?
    „Hört mir auf mit der Wissenschaft“
    – wem sollen wir sonst glauben wenn nicht 97% aller Wissenschaftler? Hendrik M Broder?

    Wie erklärt ihr euch denn das wechselnde Klima, die schmelzenden Gletscher und Nordeise?

  • Bernd

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    @joey
    Was ist denn das jetzt für ein Schmarrn?

  • Piedro

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    @ExRA
    „Was haben „Meinung“ und „Wahrheit“ gemeinsam? Nichts.“
    Oh doch. Sie sind der Meinung die Wahrheit zu kennen. Das geht vielen anderen auch so. Manche wissen ganz genau es ist wahr, dass die Erde eine Scheibe ist. Das ist so ein Exemplar: https://www.youtube.com/watch?v=hHC_S9wb-xA Es gibt Parallelen zu Ihrer Kommunikation: da sind welche die lügen, es gibt einfache, wissenschaftliche Gegenbeweise, die meisten haben diese Lüge einfach als Wahrheit übernommen und richten danach ihre Meinung aus.

    „…und CO2 ist Kohlendioxid und kein Treibgas (diesen Begriff gibt es in der naturwissenschaftlichen Chemie nicht), genauso wenig wie die Erde ein „Treibhaus“ ist. “
    Weia? Und weil es den Begriff in der wissenschaftlichen Chemie (angeblich) nicht gibt ist CO2 kein Treibgas? Gibt es keine Treibgase? Was für ein erlesenes Argument! Der Begriff Treibgas weist Gase aus, die für bestimmte Zweck verwendet werden. Können Sie bei wikipedia nachlesen (gerne auch andernorts, falls ihnen die Quelle nicht behagt, weniger ausführlich zB im Duden. „reibgase sollen keine chemischen Reaktionen mit den weiteren Stoffen des Gemischs eingehen. Zu den bekanntesten Treibgasen zählen: Dimethylether, FCKW (z. B. Trichlorfluormethan, Dichlordifluormethan), Kohlendioxid, Kohlenwasserstoffe (z. B. Propan, Butan), Luft, Stickstoff. Ich setze einfach mal voraus Sie wissen, dass Kohlendioxid CO2 ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Treibgas
    Ja, die Erde ist kein Treibhaus, das haben sie gut erkannt. Das hat aber auch nie jemand gesagt. Die Rede ist vom Treibhaus effekt, und das heißt nicht, dass jemand den Planeten unter Glas gesetzt hat, und von Treibhausgasen, die keinesfalls in Treibhäusern eingesetzt oder gar gebildet werden. Auch hier kann wikipedia helfen:

    „Treibhausgase (THG) sind infrarotaktive Spurengase, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen anthropogenen Ursprung haben können. Sie absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen langwelligen (infraroten) Wärmestrahlung (thermischen Strahlung), die sonst ins Weltall entweichen würde. Entsprechend der lokalen Temperatur emittieren sie auch Wärmestrahlung, deren zur Erde gerichteter Anteil als atmosphärische Gegenstrahlung die Erdoberfläche zusätzlich zum kurzwelligen Sonnenlicht erwärmt. Die natürlichen Treibhausgase, insbesondere Wasserdampf, heben die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche um etwa 33 K auf +15 °C an.[1] Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt hätte die untere Atmosphäre im globalen Mittel nur −18 °C, was Leben auf der Erde kaum möglich machen würde.“
    Die wissenschaftlichen Quellen können Sie dem Artikel entnehmen: https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas#cite_note-Roedel-2
    Die Verständnisprobleme hinsichtlich des Wortes Treibhauseffektes lassen sich hier lindern: https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt

    „Klären wir doch zuerst die Begriffe, die wir gemeinsam verwenden, bevor wir die Kinder ihren eigenen Weg zur Wahrheit finden lassen, okay?“
    Bitte sehr, gern geschehen.

    „…wenn ich – selber in wissenschaftlichem Denken ausgebildet – nach einem wissenschaftlichen Beweis dafür verlange, daß der Klimawandel rein menschengemacht ist? Mir geht es schon lange nicht mehr um das Recht-Haben, ich habe allerdings die Nase voll von diesen ewigen Lügereien und deshalb spreche ich „meine“ Wahrheit aus.“
    Niemand hat behauptet, der Klimawandel sei rein menschengemacht, die Rede ist jedoch davon, was menschliches Handeln dazu beiträgt. Hier werden Sie selbsts begrifflich unsauber. Kann mal passieren. Bisher haben Sie es allerdings versäumt irgendein wissenschaftliches Argument anzuführen. Sie reden nur davon, dass andere Lügen und wieder andere die Lügen glauben, „die Wahrheit“ jedoch nicht kennen – natürlich im Gegensatz zu ihnen. Da sind die Freunde der flachen Erde mitteilsamer, gelle? Ich vermisse in Ihrer Kommunikation jegliches Argument, das nicht infantil daher kommt, sondern tatsächlich fundiert ist.

    „Ich führe mit jedem eine nach wissenschaftlichen Regeln geführte sachliche Diskussion zu diesem Thema, aber bitte nicht mit einer derart emotional beladenen Sprache wie in Ihrem letzten post.“
    Sie verwenden Begriffe wie Lügen, ihr FB-Zitat, dem nichts hinzuzufügen ist, diskreditiert ihre Kommunikationsgegner (die mit Argumenten) als dumm, dazu dieser lustige Sager vom Atmen, unter Einbeziehung Gottes wie der Impfung gegen Krankheiten – und dann wundern Sie sich über emotionale Reaktionen? Na dann. Polemik ist gut dazu geeignet emotionale Reaktionen nach sich zu ziehen. Sie zeigen selbst eine, nämlich Trotz.
    Verkünden Sie doch mal ganz sachlich ihre „Wahrheit“ und untermauern sie diese mit Fakten, mit Studien, mit Experimenten, mit irgendwas wissenschaftlichem, damit die wahrheitsfernen unter uns die Chance bekommen ihre Meinung zu ändern. Alles andere ist wertlos, sollten Sie also auf dieses Vorgehen verzichten, etwa, weil die Leserschaft dessen nicht wert genug ist oder ihnen ohne echte Argumente nicht geglaubt wurde: bitte. Das ist heutzutage nicht wirklich ungewöhnlich, man kann dann ja praktischerweise bei seiner „Wahrheit“ bleiben und andere der Dummheit, Verblendung, der Lüge bezichtigen oder eine heimtückische Absicht unterstellen, der man sich durch Rückzug stolz und weiterhin argumentationslos entzieht.

  • Piedro

    |

    @Ex-Regensburgerin
    „Ich stimme den Beiträgen von ExRA zu!“
    Ich auch. Atmen ist nicht klimaschädlich. Supi!

    „Es ist schon richtig, dass wir Maßnahmen ergreifen, aber nicht wieder so hysterisch… bla bla.“
    Finde ich auch. Und zwar schnell und möglichst umfassend, weil nicht mehr viel Zeit bleibt. Das ist ja auch keine neue Erkenntnis, sie lässt sich schon aus den Studien des Club of Rome ableiten (von Industriellen beauftragt und finanziert, über Jahrzehnte) oder etwa der umfassenden Studie Global 2000, 1977 von Jimmy Carter, US-Präsident, beauftragt. Inzwischen kann man sich jede Bemühung sparen, wenn sie nicht schnell und konsequent erfolgt. Das hat nichts mit Hysterie zu tun, das ist Realität.

    „Unsere Energiekosten haben sich dadurch verdoppelt…“
    Welche Kosten haben sich seit 2000 nicht verdoppelt? Zu den Energiekosten: In 2006 hat sich das „bereinigte operative Ergebnis“ (Reingewinn) des e-on-Konzerns um 31 Prozent erhöht. Man darf davon ausgehen, dass es bei anderen Konzernen nicht viel anders aussieht.

    Deutsche Stromversorger konnten ihre Gewinne zwischen 2009 und 2013 um bis zu 75 Prozent steigern. ( http://www.taz.de/!5070341/ ) Hinzu kamen Kosten, die durch die „Energiewende“ und Gesetzgebung anfallen.

    „Deutschland kann meiner Meinung nicht die Welt retten, aber einen Anfang machen, wenn auch um uns herum in der EU dann unsere alten Diesel gefahren werden, weitere Kernkraftwerke an die deutsche Grenze gebaut werden, die sichersten in der Welt abgeschaltet werden, nämlich die bei uns.“
    Ja, und wir können auch nicht alle Flüchtlinge der Welt aufnehmen, ganz klar. Nuklearkraftwerke sind klimaneutral, aber das ist der einzige Vorteil. Die Folgekosten für Entsorgung etc. wurde immer schon der Allgemeinheit aufgelegt, vom Transport bis zur Lagerung. Und deutsche KKWs waren nicht so sicher wie sie offenbar glauben, es gab jede Menge Störfälle, die jedoch nur begrenzt bekannt wurden, weil das nicht, kaum und immer verspätet (nicht durch die „Verantwortlichen“ kommuniziert wurde.
    Zu den gemeldeten Störfällen (über 4000!):
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/stoerfaelle-in-deutschen-akw-4000-mal-alarm-a-750889.html
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_meldepflichtiger_Ereignisse_in_deutschen_kerntechnischen_Anlagen
    Allein das, was in Brunsbüttel und Stade nicht offiziell gemeldet wurde geht auf keine Kuhhaut.

    Was den Dieselexport angeht haben Sie natürlich recht, aber hier geht es nicht um CO2 und Klima, sondern um Feinstaub (eine sehr fraglich geführte Diskussion – anderes Thema). Diesel haben einen geringeren CO2-Ausstoß als Benziner.

    „Wenn dann unsere Friday-Kids alle auf Flugreisen, Autos, Führerschein verzichten, fange ich an, an sie zu glauben. “
    Bitte, glauben Sie einfach wem und was sie wollen, kein Problem. Aber diese Argumentation ist einfach keine. Es geht um Notwendigkeiten, für uns alle, als Menschheit, nicht um einen Glaubwürdigkeitsanspruch an überwiegend Minderjährige.

    „Nur könnte dann sein, dass die Schlüsselwirtschaften Deutschlands zerstört wurden…“
    Tja der Knackpunkt ist aber: es wird noch viel mehr zerstört als Schlüsselwirtschaften. Die Lebensgrundlage. Auch bei uns. Zur Wirtschaft: es ist eine Herausforderung, aber vor allem eine Chance für die Wirtschaft, sich den dringenden Erfordernissen anzunehmen. Als eines der (noch) führenden Technologieländer kann D-Land nicht nur Vorreiter sein, sondern sich auch wirtschaftlich behaupten. Jedoch nur, wenn schnell und konsequent gehandelt wird. Das schönste Auto hilft wenig wenn die Lebensgrundlage fehlt. Arbeitsplätze und so weiter sind kein Argument mehr wenn es um Nahrung geht, um extreme Stürme, Fluten und Überschwemmungen, Dürre und nicht zuletzt Artensterben? Da sind die Kids schon ganz richtig unterwegs: dieses Denken hat sich schon gestern überholt, weil notwendiges Handeln aus genau diesen Gründen ausgeblieben ist.

  • Piedro

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    @Giovanni
    Da schwanken die Argumentationen zwischen dem Willen Gottes und der Natur. Unter Ausschluss von Tatsachen funktioniert das ja auch ganz gut. Oder durch schlichte Simplifizierung der „Klimaleugner“. Etwa das zurückgehende Poleis zurückgeht, weil die „kleine Eiszeit“ in der vorletzten Jahrhundertwende zurück gegangen ist. Zusammengepappt mit Un- und Halbwahrheiten, Ignoranz gegenüber der Zusammenhänge und der felsenfesten Absicht komplexe Zusammenhänge und Argumente zu ignorieren oder von vorn herein zu leugnen kommt so was dabei raus: https://www.youtube.com/watch?v=R22SeVwVO6Y . Leider war Burschi nicht in der Lage eine gute Tonqualität zu liefern.

    Ein schönes Beispiel für die Pseudoargumentation: der CO2-Wert steigt schneller als die Temperaturkurve. Als hätten Meeresströmungen, vor allem der Golfstrom, der sich seither sehr geändert hat und durchaus geeignet ist, Europa durch Klimaerwärmung eine Eiszeit zu bescheren, nichts damit zu tun. Ebenso Einflüsse wie der zurückgehende Regenwald, die Auswirkungen durch Schmelzen der Schelfeises (da wird vor allem Methan freigesetzt, nicht CO2, aber Methan hat ähnliche Auswirkungen) oder das Tauen der Permafrostböden in Sibirien (dito) . Aber „erklären“ lässt sich das alles vortrefflich, und manche halten das für wissenschaftlich haltbar. Diese Gläubigen kommen dann unterm Strich zu dem Schluss, ihre argumentativen Gegner seien einer Täuschung erlegen, würden von Profiteuren vereinnahmt und bla bla.

  • joey

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    @Giovanni und Bernd
    hab ich etwa Jehova gesagt?
    (OK, das ist was für Senioren. Früher gab es mal einen britischen Film mit Religionskritik „Life of Brian“.)

    Nachsehen: „Atlantikum“.

  • Bernd

    |

    @joey
    Die ganzen genannten Beispiele (Hexenverbrennung, Versklavung, Rassismus, Genozid) quer durch alle Epochen einer „Wissenschaft und der großen Mehrheit der Wissenschaftler“ zuzuschreiben, um den Forschungsstand zum Klimawandel zu diskreditieren, erscheint mir als ein schnell in die Tastatur hineingeklopfter, undurchdachter Schmarrn.
    Das können Sie besser. Auch wenn Sie ansonsten den vom Menschen beeinflussten Klimawandel „durch Verstand und Menschlichkeit“ wegrationalisieren wollen.

  • joey

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    @Bernd
    Kennzeichen von Wissenschaft ist immer das „vielleicht“. Ausnahmsweise gibt’s von mir ein längeres Post als Antwort, ich möchte nicht Piedro sein.

    Das Klima war schon deutlich wärmer als heute, z.B. das Atlantikum in Mitteleuropa vor ca. 8000 Jahren, eine paradiesische Zeit auch in der Sahara (Luft konnte mehr Feuchtigkeit transportieren). Wichtigster Beweis Fossilien. Seither ist das Klima kontinuierlich abgesunken, hatte nochmal ein Zwischenhoch im Mittelalter und einen schweren Ausschlag in die Kälte im 17. Jhdt. Seither steigt es wieder. Diese Bewegungen bis zum 19. Jhdt sind ganz offensichtlich ohne Mensch.

    Selbstverständlich hat der heutige Mensch Auswirkungen auf das Klima. Ressourcenschonung bzw. Umstieg auf erneuerbare Ressourcen ist immer sinnvoll. Wir haben in Deutschland aber auch schon viel erreicht, deswegen können wir auch nur noch mit sehr hohem Aufwand wenig sparen (Hyperbelfunktion). Und wenn der Klimatrend anhält, werden sich viele Gebäudeemissionen von selber einsparen, weil wir bei einem neuen Atlantikum deutlich weniger Heizung brauchen. Umgekehrt wäre Panik angesagt: wenn sich das Klima weiter abkühlen würde.

    Die größten Themen sind in Afrika, wo eine Bevölkerungsexplosion mit einer gewaltigen Ineffizienz gepaart ist. Ob wir nun Infrastruktur in Afrika bauen oder diese wegen Massenimmigration in Europa deutlich erweitern müssen: ohne gewaltige Menge Zement wird das nicht gehen – um mal ein technisches CO2 Einzelproblem beispielhaft zu bringen.

    Ich fliege schon seit langem nicht in Urlaub und lasse auch die Alpen in Ruhe, habe meine Fassaden begrünt und alle Dächer mit PV, einen Garten mit hoher Biodiversität … und baue beruflich sehr gut gedämmte Gebäude. Ich mache was ich kann.

    Aber Panik oder Kinderkreuzzüge helfen dabei überhaupt nicht. Harald Lesch und andere „Haltungsjournalisten“ befördern inzwischen ihre schnelle Karriere als Reiter auf der Sau durchs Dorf – das wird der einzige Effekt sein.

  • Franz

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    Ich finde die Disskusion zu emotional wir sollten uns erstmal im Klaren sein über welche Dimensionen wir reden. Ich habe den Eindruck das vollkommen überreagiert wird im Moment, vorallem in Deutschland….

    Die Luft besteht aus 78 %N2, 21%O2, 1%Ar, …………0,04% CO2. (CO2 = Spurengas)

    2013 betrug der Anteil des C02 in der Luft 396 ppm, (da 1% = 10.000ppm(partspermillion))
    2023 erhöht sich der Anteil ca. um 27ppm wobei Deutschland davon ca. 0,6 ppm dazu beiträgt. Bei auf Null sinkenden Ausstoß wäre das also die Einsparung die Deutschland erreichen könnte…… Der deutsche CO2 Ausstoß ist im Moment eher Rückläufig bzw. konstant, während in China, Indien und die USA der Ausstoß steigt… CO2 Emissionen können auch als Maß für die Industrialisierung angesehen werden damit auch auch für den Wohlstand eines Landes.
    Pro Kopf Emissionen in T/Jahr
    USA: ca. 18 T bei 314 Mio. Einwohner
    BRD: ca. 9,5 T bei 80 Mio. Einwohner
    China: ca. 7,0 T bei 1.340 Mio. Einwohner
    Indien: ca. 1,8T bei 1.200 Mio Einwohner
    Wenn z.B. China und Indien ihre CO2 Emissionen im Rahmen ihrer Entwicklung weiter nach oben fahren werden bei der Einwohner Zahl, dürfte auch dem letzten klar sein das, die deutsche CO2 Emissionen die jetzt schon so gut wie keine Rolle spielen, das aller aller kleinste Puzzleteil sind….. Ob in China auch am Freitag demonstriert wird ?

  • Bernd

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    @joey
    „Aber Panik oder Kinderkreuzzüge helfen dabei überhaupt nicht.“

    Ist das ein FDP-Zitat? Kleiner Sch(m)erz.

    Das ist eben der Unterschied in der Haltung – und in diesem Sinne möchte ich auch wieder auf den Artikel zurückkommen: Es ist ein beliebter Argumentationspool, Deutschland mache eh so viel, die anderen um uns herum mit ihren unsicheren Kernkraftwerken, viel mehr könne man eh nicht mehr machen, sollen doch erst mal USA und China an den großen Schrauben drehen…

    Nur so wird eben keine Veränderung angestoßen, keine Führungsrolle eingenommen, keine Fortschritte erzielt, sondern wieder gemütlich die Handbremse angezogen. Nach dieser Denke hätten wir immer noch Glühbirnen im Einsatz und (praktisches) Wissen zur tatsächlich möglichen Energiewende mit erneuerbaren Energien.

    Die Kinder- und Jugendlichen haben das ganz gut erkannt und ihre Wirkung ist, Zitat: „Wir haben hier einen Dialog angestoßen“ (natürlich nicht nur sie, auch viele andere Aktivisten*, Umweltschützer* und natürlich auch Wissenschaftler* schon ein paar Jahrzehnte und auch die haben etwas bewirkt). Es wird auch nicht nur in Regensburg demonstriert, siehe u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Fridays_for_Future („Weltweit sollen 1.789.235 Menschen am 15. März 2019 an den Demonstrationen von FFF teilgenommen haben.“) und der Druck auf die Politik wächst.

    Schließlich geht es den Teilnehmer/innen der FFF auch nicht ausschließlich um Treibhausgase (Ach ja, ihr Thema, Atlantikum und Co: Eine sehr schöne Sammlung von Argumenten und Gegenargumenten bietet https://skepticalscience.com/argument.php), sondern auch um Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung usw. Die jungen Leute sollten deshalb in ihrem Engagement nicht nur auf ein Thema reduziert werden, den die Bewegung im Namen trägt.

    @Franz
    „Ob in China auch am Freitag demonstriert wird ?“
    Was ist die Denke hinter der Frage? Dass es toll wäre, wenn ein in vielen Belangen autoritärer Staat Kindern und Jugendlichen mit schonungsloser Härte zeigen würde, dass die Wirtschaft Vorrang hat? Oder dass die Kinder und Jugendlichen hier verzogene Schratzen mit zu viel Freiheit sind? Ganz toll, Franz!

  • joey

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    @Bernd
    aus meiner praktischen Arbeit: es werden Fenster mit Uf 1,3 gegen 0,9 ausgetauscht. Der CO2 Aufwand zur Herstellung ist höher als die Einsparung. Hyperbelfunktion. 1,3 ist technisch überholt, aber keine Katastrophe. Wir haben einen guten Standard im Bestand.

    Als Vorbild ist wirksam, wer vernünftige Wege aufzeigt (Kosten/Nutzen), sonst erzeugt man das Gegenteil. Das vorgebliche Bejubeln von Gretas Hysterie durch EU Spitzen, Päpste und sonstige Scheinheilige löst in der Bevölkerung Ost- und Südeuropas überhaupt keine Bewunderung aus. Meine Kontakte aus den USA (div. Akademiker, liegen im Spektrum „Demokraten“) lachen. Auch sonst sind spleenige Europäer in deren ehem. Kolonien gut bekannt.

    P.S. das Klima von der Jungsteinzeit (Atlantikum hat mit Dinosauriern nichts zu tun) bis heute ist in Mitteleuropa und Nordafrika relativ gut belegt. Forscher kriegen ihre Mittel nur, wenn sie das in die Überschrift bringen, was gerade „in“ ist. Als Akademiker kann ich aber den Textkörper lesen.

  • Burgweintinger

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    @joey

    ich habe knapp 2 Jahre in den USA gelebt, ja genau die Amis, die lachen…, aber nur weil es neolieberale Volldeppen sind und keine Ahnung haben…
    und weiter? Sollen sie doch lachen, und dann?
    Ja ne, is klar, der Klimawandel ist nur ne spleenige Verschwörungstheorie! Sagt ja selbst der Präsident von den tollen Amerikanern, da geben ihm selbst diverse Akademiker, die im Spektrum „Demokraten“ liegen, Recht…
    Wahnsinn!
    Also Joe, auf ein weiter so, nach mir die Sintflut, ich gebe mein bestes, dass sie auch sicher kommt! Hauptsache die Amis finden mich dann toll!

  • R.G.

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    @Joey
    Leider wohnen wir in einer inzwischen mit modernsten Fenstern ausgestatteten Wohnung. Seither frieren wir uns in mildesten Winternächten bei höchstens 16 Grad Innentemperatur ab.
    Wir zahlen nun Heizkosten höher als andere bei doppelt so großer Nutzfläche.

    Energetische Sanierung kann in der Praxis heißen, alte gute Fenster raus, neue Fenster 10 cm kleiner als das Mauerloch rein, keinerlei Befestigung rundum außer Bauschaum (!), nur außen ein Millimeter Kosmetikbetönchen über dem Schaum und innen Wandfliesen. Stelllenweise freie Durchsichtslöcher(!) von außen bis ins Wohnungsinnere- als Ergebnis überall eine fette Kältebrücke!

    Bei allen Fallrohren statt vorher Dichtigkeit jetzt Probleme, Schimmel wäre das geringste. Während Starkregen gehen Wasserfälle vom Dach und nässen die Fassade durch, die nun aber nicht mehr austrocknet, denn Wärmedämmung heißt, Kunststoffe auf die Wand!

    An Sturmtagen entscheiden wir uns, wovor wir uns heute bevorzugt fürchten wollen, vor aus dem Bauschaum fliegenden Fenstern, wie Rollrasen herunterkommender Dämmung (so bei Freunden geschehen) oder Windböen in den Räumen.
    Kommen Sie mir bitte nicht mit hinterlüfteten Fassaden. Wo brächte man denn dann Kunststoffrestverwertungsinnovationen und Fungizide an den Mann, die man jetzt noch auf Fassaden pappen kann?
    Prozessieren als Lösung?
    Klar! Gegen die Firma? Die ist aufgelöst, die Subfirma in Konkurs, die SubSubfirma unbekannt.

  • Piedro

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    @RG
    Da freut sich man sich doch Mieter zu sein. Da bleibt einem wenigstens noch das eine oder andere Recht. Als Eigentümer bleibt man über.

    Ich hoffe sehr, dass so was nicht Standard wurde. Bei uns ist nix gedämmt, es gibt jede Menge Glas in großen Fenstern, die irgendwann in den späten Siebzigern oder so aus Holz gefertigt wurden. Wenn eine Wohnung neu bezogen wird werden die Fenster getauscht – und die Miete natürlich angepasst, aber bei uns haben sie das nicht mal getan als wir das nach einem Wasserschaden wollten. Der Vertrag ist schon etwas älter, für das Geld kriegst du zwar was anderes, aber wesentlich kleiner und schlechter gelegen. Die Fassade besteht aus dem regional üblichen Klinker. Ich frage mich schon lange wer eine geklinkerte Wand in Dämmstoff packen lassen will. Hier kriegen sie die Hütten auch ohne großartige Investitionen an den Mieter. Die Heizkosten halten sich im Rahmen, die Heizung stellt eine Neuerung der späten Sechziger dar, eine in den frühen Siebzigern authentisch installierten Deckenheizung. Echt jetzt. :) Reguliert wird das ganze über Ventile, die baugleich mit denen sind da in Küche und Bad das Wasser abstellen.

    Möge uns die Effizienz erhalten bleiben!

    Sie haben mein aufrichtiges Bedauern. Sie hätten joey bauen lassen sollen. In meiner Lehre haben wir bei zu großen Fenstern beigemauert. Einmal sind wir einem Fachwerkhaus gelandet, wo wirklich nix war um die gewünschten Fenster in die bestehende Bausubstanz einzufügen. Auch da haben wir Bauschaum verwendet, um die allerletzten Fugen zu füllen.

    Und wenn zwischen Dämmung und Innenputz nur Bauschaum ist, da sollte man doch froh sein, dass die Außenwelt wenigstens noch gedämmt wird.

  • joey

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    @ R.G.
    Es gibt einen „Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren“ der „RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V. „. Sowas macht man zum Vertragsbestandteil. Wenn man viel Geld investiert, beauftragt man einen Architekten oder Ingenieur mit der Bauleitung, das rentiert sich.

    Wenn das Haus Ihnen gehört, beauftragen Sie einfach einen anderen Fenstermontagebetrieb mit einer Behebung der Mängel. Die Kosten sind vielleicht gar nicht so hoch. Gute Fenster nützen nichts, wenn es durchzieht.
    Vielleicht können Sie es sogar selber: Bohrhammer, Stockschrauben aus Baumarkt und Illbruck Trioplex.

  • Bernd

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    @Joey
    „Als Vorbild ist wirksam, wer vernünftige Wege aufzeigt (Kosten/Nutzen), sonst erzeugt man das Gegenteil.“

    Damit meinen Sie vermutlich nicht die Fantastilliarden Euro Umlage auf die Allgemeinheit, die für die Folgekosten der Atomkraft und Kohleverbrennung aufkommen muss ;-)

    Dass _Ihre_ Kontakte in den USA lachen, kann ich nachvollziehen. Es würde aber den Kommentarbereich hier überstrapazieren, auch noch über das schmutzige Fracking bei dem giftige Chemikalien in die Erde und ins Wasser gepumpt wird, die Rolle der USA im Bezug auf Öl und den Frieden in der Welt, deren Umgang mit Müll und Mülldeponien, die toten Gewässer durch Fäkalien aus Massentierhaltung, Zerstörung von Naturschutzgebieten in der Ära Trump, den Anspruch auf die Arktis, den offenen Austausch von Politikern durch Lobbyisten (Schulbereich, Energie, Internet, …) usw zu diskutieren. Die brauchen wir als Vorbild!

    “ Forscher kriegen ihre Mittel nur, wenn sie das in die Überschrift bringen, was gerade „in“ ist. Als Akademiker kann ich aber den Textkörper lesen.“

    So wie wir das halt alle machen.

    Sie können sich ja mal die Hockeyschläger-Kontroverse zu Gemüte führen, vielleicht kennen Sie die ja sogar. So klein ist die Welt bei diesem Thema nicht, dass man von einer gleichgeschalteten Wissenschaft sprechen kann. Die Klimawandelleugner und -skeptiker-Gemeinde (die auch ihre eigene Agenda verfolgt, siehe USA) ist groß und potent genug um sich gegen den von ihnen vermuteten Mainstream zu wehren. Bislang aber inhaltlich mit geringerem Erfolg.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Hockey_stick_controversy

  • Franz

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    Nun Da meine bitte die Zahlen zu beachten um die Dimension zu begreifen nicht nachgekommen wird und weiter eher emotional statt sachlich diskutiert wird und teils undiszipliniert auf eine ganz logische Frage meinerseits geantwortet wird, muss ich davon ausgehen das ein Großteil der hier geschriebenen Diskussionbeiträge sich nicht sonderlich sachlich mit diesem Thema auseinander setzten daher erübrigt sich eigentlich jede weitere Diskussion …. Schade ganz wie in der Politik und Medienlandschaft zurzeit … ich Frage mich bloß warum ausgerechnet jetzt dieses Thema so aktuell ist… hätte ja auch schon vor 5 oder 10 oder 15 oder 20 usw… Jahren sein können … und warum glaubt man durch eine neue Steuerbelastung der meist normalen und geringeren Einkommen in Deutschland diese Entwicklung ändern zu können … obwohl jetzt schon Deutschland mit die höchsten Steuerbelastungen in diesen Einkommen Schichten hat…. vorallem da Steuern in Deutschland nicht zweckgebunden sind ? … Wer profitiert bzw. Verdient Geld damit am Ende von der aktuellen fast schon panischen Reaktion in Deutschland ? ….

  • Burgweintinger

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    @ Franz

    Ich vermute, dir antwortet deswegen keiner, weil erstens deine Zahlen so sind wie sie sind, und zweitens du mit deinem letzten Satz/Frage gezeigt hast, dass du selbst deine eigenen Zahlen nicht verstehst…
    BRD (ebenso alle anderen Industrienationen) müssen vom CO2 Ausstoß runter von derzeit 9,5 auf 6, wenn das nicht geschieht, warum sollten denn dann China / Indien was tun? Die Industrienationen haben den Planeten in den letzten 150 Jahren dorthin gebracht, wo er jetzt ist, nicht China, Indien etc.

    Hier eine Lektüre, dann siehst du das Ganze mal von einem anderen Blickwinkel…
    https://www.dtv.de/buch/jason-hickel-die-tyrannei-des-wachstums-28163/

  • joey

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    @bernd
    ich fasse nochmal zusammen: ich mache (bei mir) was ich mit wenig Zusatzaufwand kann. Vielfalt im Garten und Fassadenbegrünung kostet (fast) gar nix. Ich kann auch ohne Thailands Strände glücklich sein und war nie in Neuseeland oder Macchu Picchu.
    Damit bin ich auch gerne Vorbild, dränge meinen Lebensstil aber nicht anderen auf oder schreibe ihn vor. Denn Freiheit ist auch ein Wert – wo der fehlt (z.B. im Sozialismus), ging es der Umwelt deutlich schlechter.

    Noch ein kleiner Ausblick in die politische Zukunft: ich hatte in letzter Zeit einige Besuche von Menschen, die erklärter Maßen Grün wählen. Diese Leute sind mit dem (Benzin) Auto 300 bzw 500km angereist und haben mir von ihren Urlauben (Flug) vorher und in naher Zukunft erzählt.
    Auch das letzte Politbarometer zur CO2 Steuer zeigt, daß immer nur die anderen sparen bzw zahlen sollen, aber nicht die Gutmenschen selber. Mal sehen, wie die auf eine konsequente Umsetzung reagieren werden.
    Falls ausführlich berichtet würde, wie Greta ohne Segelboot um die Welt reisen kann und wer die Spenden kassiert, ist die „Bewegung“ schnell am Ende. Mal sehen, wann die Medienverbünde (Gleichschaltung) umschwenken und Merkel die nächste Wende einleitet.

  • joey

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    @Burgweintinger
    Franz hat mit seinen Zahlen völlig Recht. Wir könnten Deutschland komplett ausschalten aber das Wachstum in China, Indien und Afrika macht das locker wett.
    Das Bevölkerungswachstum in Afrika geht noch Jahrzehnte weiter, selbst wenn man sofort drakonische Maßnahmen einleiten würde. Die Korruption in China und Indien macht diese riesigen Länder schon immer in weiten Teilen unregierbar, was natürlich sowieso für Afrika gilt. Korruption bedeutet immer ein „ich statt wir“. Da hilft keine Politikwende in Deutschland oder ein Buch im dtv.

  • Piedro

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    @Franz
    „Der deutsche CO2 Ausstoß ist im Moment eher Rückläufig bzw. konstant, während in China, Indien und die USA der Ausstoß steigt… CO2 Emissionen können auch als Maß für die Industrialisierung angesehen werden damit auch auch für den Wohlstand eines Landes.“

    Er wird ansteigen, schon weil kaum noch Diesel als Neuwagen zugelassen werden. Beziner haben einen höheren CO2-Ausstoß.

    Ihr Zahlen suggerieren, dass C02 für das Klima keine Rolle spielt, weil der Anteil und der Zuwachs so gering wären. Das wurde bereits weiter oben widerlegt, anhand der Richtigstellungen zum „Klimaquiz“ der AfD.

    Der C02-Ausstoß eines Landes ist auch ein Ausdruck des technologischen Stands. Da wird gerade in China aktuell nachgerüstet. Hier ist deutsche Technologie führend, weil entsprechende Systeme entwickelt wurden. Steigt der politische Druck auf die Entwicklung und vor allem Umsetzung technologischer Möglichkeiten regt sich auch was. Das beantwortet die Frage, warum gerade D-Land mit dem angeblich unbedeutenden CO2-Ausstoß reagieren sollte, wenn andere Länder einen weit höheren Anteil haben.

    Auch lassen Sie bei dem nebeneinanderstellen der nackten Zahlen die Bevölkerung außer acht. Wenn man die Emissionen anteilig auf die Bevölkerung umsetzt sieht das Ergebnis schon ein wenig anders aus. Da sind die Chinesen weiter vorn, und das bei schmutziger Technologie.

    Und dann schreiben Sie:
    „…die deutsche CO2 Emissionen die jetzt schon so gut wie keine Rolle spielen, das aller aller kleinste Puzzleteil sind….. Ob in China auch am Freitag demonstriert wird ?“

    Sie sind einem Trugschluss erlegen wenn Sie wirklich meinen, der deutsche Emissionsanteil spielte keine Rolle. Dann schieben Sie den letzten Satz ein, ehe sie später Sachlichkeit einfordern und sich von emotionalen Beiträgen distanzieren.

    Dann schreiben Sie: „… ich Frage mich bloß warum ausgerechnet jetzt dieses Thema so aktuell ist… hätte ja auch schon vor 5 oder 10 oder 15 oder 20 usw… Jahren sein können …“
    Wer sagt denn, dass dies kein Thema war? Das stimmt nicht. Nur die Aufmerksamkeit gegenüber wissenschaftlichen und politischen Mahnern war eine andere. Sie wurden entweder nicht ernst genommen oder ignoriert. Deshalb ist das Thema heute um so dringlicher.

    „… und warum glaubt man durch eine neue Steuerbelastung der meist normalen und geringeren Einkommen in Deutschland diese Entwicklung ändern zu können … obwohl jetzt schon Deutschland mit die höchsten Steuerbelastungen in diesen Einkommen Schichten hat….“
    Das Warum wird doch von den Befürworten klar beantwortet. Auch die Belastungsverteilung wird durchdacht, hierzu ein Verweis auf die Schweiz. Was Sie hier suggerieren ist nicht sachlich. Sie lassen wesentliche Aspekte des Disputes einfach außen vor. Auch enden Sie abermals emotional und werten die Reaktion – damit meinen Sie wohl die politische und gesellschaftliche Diskussion? – als panisch. Da hört die Sachlichkeit völlig auf, das ist kein Argument, das ist die tendentiöse Wertung des Umstands, dass jetzt auch die Politik Vorschläge einbringt um das anzugehen, was seit Jahrzehnten eben nicht oder unzureichend getan wurde.

  • Bernd

    |

    @joey
    Ignorieren Sie nicht, wie vor allem China im mittlerweile dreistelligen Milliarden Dollar Bereich in regenerative Energien investiert, weit(!) vor Europa, USA, Japan. Denn auch dort sieht man, dass die Kosten für die Umweltverschmutzung und -zerstörung mittlerweile den Wirtschaftserfolg überholen. Während wir noch über Stromtrassen und Energiespeicher diskutieren, bauen andere die Technologie aus, die wir später dann einkaufen werden.

    Mit diesen ganzen „Ich kenne jemand, der ist Grüner/Veganer/CDUler/Juso/Umweltaktivist/… und ein Depp, also sind alle XYZ-Deppen“ – oder „Einige der Schüler fliegen mit dem Flugzeug in den Urlaub also sind die alle heuchlerisch“ – Logik-Schlüssen kommen wir allerdings nicht weiter.

    Gerne darf Greta mit dem Flugzeug fliegen. Ursula von der Leyen macht ja auch Truppenbesuche nicht mit dem Seegelbot.

  • Franz

    |

    Da CO2 ein Gas ist, das sich gleichmäßig in der Atmosphäre verteilt ist anzunehmen das selbst wenn Deutschland CO2 Emission von Null hätte, was leider nur theoretisch möglich wäre, da der Gasaustausch von ca. 80 Mio. Individuen auch CO2 Emissionen erzeugt, leider an der derzeitigen Situation nichts ändern würde. Die Schuldfrage ob die alten Industrienationen jetzt dafür „büßen“ sollen das sie in ihrer Zeit den Wohlstand erzeugt haben von denen wir alle profitieren angebracht ist sehe ich schwierig. Alternativ hätte z.b. Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg eine Agrarnation werden können wie es ja auch teils gefordert wurde. Ob es uns jetzt dann so gut gehen würde, wie es aktuell der Fall ist, wäre zu bezeifeln. Tut mir leid ich wollte mit panisch usw. nicht den falschen Eindruck erwecken war nur meine nicht ganz objektive Sicht. Aus Erfahrung kann man glaube ich schon darauf schlièßen das wenn eine neue Steuer kommt, diese in Deutschland eher weniger gerecht und sozial verträglich umgesetzt wird. Viele mittlere und geringe Einkommen sind auf eine Öl oder Gas Heizung angewiesen oder müssen teils weite Strecken in die Arbeit pendeln. Wieso führt man nicht mal zuerst eine Steuer auf Flugbenzin usw. ein? Da Steuern in Deutschland nicht zweckgebunden sind könnte das neu eingenommen Geld zum stopfen von Haushaltslöchern und steigenden Kosten z.B. im Gesundheitswesen verwendet werden. Apropos Gesundheitswesen da haben wir im Moment ein richtig ernstzunehmendes Problem die Versorgunglage ist teils richtig schlecht bzw. nicht gegeben ich weiß nicht ob die dringend benötigten, in Deutschland unterbezahlten Fachkräfte, sich durch eine noch höhere Steuerlast im Land halten lassen…. zum Schluss möchte ich noch allen Pflegekräften danken für ihren täglichen Einsatz unter teils katastrophalen Umständen da gestern der internationale Tag der Pflege war. Auch ist es schön und bin ich dankbar das wir hier unsere Meinungen offen und ohne Angst Austauschen dürfen, da dies leider nicht selbstverständlich ist.

  • joey

    |

    @Bernd
    China investiert in alles. Auch in große Kohlekraft, Atomzeugs etc. Es ist auch grundsätzlich vernünftig, nicht nur ein Pferd im Stall zu haben.
    So sind zahlreiche Formen der Kernkraft einfach nicht erforscht.

    Daß von der Leyen nicht mit der Gorch Fock segelt, ist nachvollziehbar. Nur Jesus konnte übers Wasser, Greta muß emittieren. Und viele Menschen müssen auch in die Arbeit – also höre man auf, diese als CO2 Verschmutzer zu beschimpfen. Die Ökosteuer gibt’s ja schon lange, aber sie hat nichts gebracht. Die Gründe sind klar: es geht meistens nicht anders.

    Zumindest bei spaßmäßig begründeten Emissionen kann man sparen. Die Demos sollten sich aber nicht an die Politik, sondern an die Menschen selbst richten. Keiner zwingt uns zum Fernurlaub mehrmals im Jahr.

    Vermutlich endet unsere Diskussion bald. Danke für den netten Austausch. Danke auch an die Mods.

  • Burgweintinger

    |

    @ joe

    wieder jemand mit ausgenudelten Argumenten, die nicht stimmen…

    ja das mag sein, dass viele Länder korrupt sind, aber am korruptesten sind die Industrienationen, die permanent neue Steueroasen schaffen, und somit Möglichkeiten, elends viel Geld aus den Ländern abzuziehen, die die Industrienationen seit 500 Jahren ausbeuten…, ganz gut nachzulesen in dem besagten Buchtipp…

    „Wir könnten Deutschland komplett ausschalten aber das Wachstum in China, Indien und Afrika macht das locker wett.“

    Ja so kann man argumentieren, aber dann können wir sofort das Licht ausschalten. Wir Industrienationen müssen unseren CO2 Ausstoß maximal reduzieren, sonst können wir keinen Druck ausüben auf die anderen Nationen, weil immer das Argument kommt: “ Kehrt doch erstmal vor der eigenen Haustür…“

  • ExRA

    |

    @alle: Perdón! War 5 Tage offline, konnte gerade erst alles „nach-lesen“. Wollen wir weiterdiskutieren oder ist der thread tot?

  • Piedro

    |

    @ExRA
    Wenn Sie wirklich diskutieren möchten liefern sie Argumente nach. Sie erwecken ja den Eindruck welche zu haben.

  • mkv

    |

    Für EXRA, um den Thread wieder in Gang zu bringen:

    Klimaprämie statt CO2-Steuer
    von Claudia Kemfert
    Wir brauchen endlich eine radikale Preiswahrheit ohne Tricks und eine klimagerechte Steuerreform. Claudia Kemfert zur Debatte über die Einführung einer CO2-Steuer in Deutschland mit Bezug zu FRIDAYS for FUTURE

    https://www.capital.de/wirtschaft-politik/klimapraemie-statt-co2-steuer?article_onepage=true

    Prof. Kemfert war wohl vor zwei Jahren in R., ihr Vortrag war gut besucht. Sie ist bekannt für ihren Durchblick und dafür, dass sie kein Blatt …

    Die Energiepreise gehören angehoben: Pro Jahr um 5 %, jedes Jahr, 50-100 Jahre lang. So Flassbeck. Erdöl hat im Boden zu bleiben. Alles andere hilft nicht weiter. Kein Politiker wagt, diese Wahrheit auszusprechen. Das Klein-klein ist nur Staffage. Und wird die heraufziehende Katastrophe – man denke in ein, zwei Generationen – nicht stoppen.

    Ein Input von Prof. Flassbeck, einst Lafontaines Staatssekretär:
    Ökologische Grenzen der Produktion, Vortrag ab 1.40 Stunde
    Die Energiepreise müssen steigen; es muss umverteilt werden.

    Gescheiterte Globalisierung Vortrag von Heiner Flassbeck & Paul Steinhardt
    https://www.youtube.com/watch?v=UrfIxAlO0Uo
    ab 1.40 Stunde zu den ökologischen Grenzen und der Tragfähigkeit des Planeten

    Wer noch zweifelt an menschengemachten > 400 ppm der schlage nach bei SCIENCE.

    Offener Brief der genannten Wissenschaftler
    „Concerns of young protesters are justified“
    https://science.sciencemag.org/content/364/6436/139.2

  • ExRA

    |

    Dauert zwar über eine Stunde, aber wer danach noch Fragen hat – bitte:

  • Mr. T.

    |

    Bevor jemand Kirstein eine Stunde lang anschaut und sich dabei der Gefahr aussetzt, auch einen Schaden davon zu tragen, der nicht einmal durch 5 Tage offline geheilt werden kann, sollte sich erstmal hier informieren:
    http://scienceblogs.de/primaklima/2010/10/15/klimaschmock-september-2010-professor-kirstein-und-die-uni-leipzig/
    Achtung, das ist von einem Wissenschaftler – also jemandem, der grundsätzlich nicht Recht haben kann, da sich ja die Wissenschaft schon so oft hat korrigieren müssen, dass sie folglich immer unrecht hat.
    Oder hier eine schnelle Zusammenfassung: https://www.psiram.com/de/index.php/Werner_Kirstein

  • ExRA

    |

    @Mr.T.: Nicht angeschaut, aber gelesen, was man von Prof. Dr. Kirstein zu halten hat? Du suchst offenbar nach etwas, was Deine Meinung bestätigt und nicht nach der Wahrheit. Da bist Du in Psiram goldrichtig. Nichts für ungut. :-) Buenas noches.

  • Piedro

    |

    @ExRA
    Keine Fragen. Wissenschaftlich nicht nur unsauber, sondern schlicht nicht haltbar. Methodisch nicht nur fragwürdig, sondern vorsätzlich unwissenschaftlich. Rhetorisch nicht sachlich, sondern von Anfang an mit Angriffen und abwertenden Behauptungen durchsetzt. Waren Sie das nicht, der sich wissenschaftlich geschultes Denken auf die Fahne geschrieben hat? Na dann. Das zweite Link von Mr. T. lege ich Ihnen besonders ans Herz.

    Argumente haben Sie also wieder keine, stattdessen schieben Sie diesen Vortrag vor. Deshalb bedanke ich mich für die „Diskussion“.

  • Burgweintinger

    |

    @Mr.T

    solche Fantasten (man kann auch Idioten sagen) wie Kirstein gab und gibt es immer wieder…
    Gott sei Dank erreichen sie nur eine ganze kleine Minderheit mit ihrem Schmarrn…

    Irgendwie erinnert mich Kirstein an Erich van Däniken, sicher andere Thematik, aber von der Art und Weise, m.M.n., sehr ähnlich…

  • ExRA

    |

    Ich bedanke mich auch für die geistreiche „Diskussion“. Und tschüss!

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