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Fahrradbrücke

Holzgartensteg: Verwaltung bleibt bei umstrittener Variante

Am kommenden Dienstag wird sich der Stadtrat erneut mit dem sogenannten Holzgartensteg am Grieser Spitz beschäftigen und über die Vorlage der Stadtverwaltung abstimmen. Diese hält weiter an der Variante III fest, die in den vergangenen Monaten für viel Kritik gesorgt hatte.

Großmüller (l.), Schimpfermann und Bächer (r.) begründen die Entscheidung der Stadtverwaltung. Foto: Bothner

Bereits in den 90er Jahren kamen erste Pläne für eine Verbindung zwischen Grieser Spitz und dem (heutigen) Maria-Beer-Platz auf. Allerdings hätte es nie konkrete Planungen für eine künftige Brücke gegeben, erklärt Christine Schimpfermann am Donnerstag im Rahmen eines Pressetermins. Vor der Stadtratssitzung will die Stadtverwaltung noch einmal ihre Gründe für die favorisierte Trasse darstellen.

„Warum sich da niemand rangetraut hat…“

In den vergangenen Woche habe man erneut alle potentiellen Brückenstandorte überprüft und nun konkrete Machbarkeitsstudien vorliegen. „Mittlerweile wissen wir auch, warum sich da früher niemand heran getraut hat“, sagt die Planungsreferentin mit einem Schmunzeln. Fest steht: Man möchte weiterhin an dem Vorhaben festhalten. Denn aus Sicht der Stadtverwaltung stellt die künftige Fahrrad- und Fußgängerbrücke einen wichtigen Baustein bei der Neugestaltung und Erweiterung des städtischen Verkehrsnetzes dar.

Bereits am 3. April sollten bei einer Informationsveranstaltung im Salzstadel im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern vorhandene Zweifel zur Sprache gebracht und bestenfalls ausgeräumt werden. Vom enormen Interesse – etwa 300 Personen nahmen damals teil – war man bei der Stadt durchaus überrascht. Das geplante Konzept von kleineren Diskussionsrunden und Stellwänden, die über die Pläne der Stadt aufklären sollten, konnte so nur zum Teil umgesetzt werden.

Die untersuchten Varianten für den Holgartensteg – nur eine funktioniert, sagt die Verwaltung (zum Vergrößern anklicken).

Die Diskussion mit so vielen der Anwesenden zeigte zudem auf, dass viele nicht verstehen, auf welcher Grundlage die Stadt die Variante III präferiert. Auch nach der Veranstaltung blieben bei vielen Teilnehmern große Fragezeichen zurück. Um der Situation gerecht zu werden, bat die Stadt in den vergangenen Wochen deshalb um die Zusendung von Fragen, Anregungen und Meinungen zum geplanten Vorhaben. Knapp 250 Rückmeldungen gingen bei der Stadt ein. Darunter sowohl Befürworter als auch Kritiker. Einige baten um eine bessere Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgerschaft. Auch die Auswirkungen auf das Naherholungsgebiet Grieser Spitz, sowie eine umfangreichere Untersuchung der Standorte waren oft eingebrachte Punkte. Von Seiten der Stadt, so Schimpfermann, habe man daher noch einmal gründlich überprüft, welche Varianten möglich sind. Insgesamt sechs Varianten für die Brücke wurden dabei behandelt.

Warum nur Variante III?

Peter Bächer, der bereits die Veranstaltung am 3. April moderierte, stellt am Donnerstag erneut die einzelnen Trassenverläufe vor und macht deutlich, weshalb aus Sicht der Verwaltung lediglich Variante III Sinn ergeben würde.

Die Varinaten I und II schieden schon früh aus. Sie seien einfach zu nah den Schiffsanlegeplätzen am nördlichen Ufer des Grieser Spitz und von der Schifffahrtsverwaltung abgelehnt worden. Varinate VI kam erst im Zuge der Diskussionen mit den Kritikern auf. Diese würde parallel zur Frankenbrücke verlaufen. „Da wir mit der Erneuerung der Frankenbrücke auch einen sicheren Radweg ergänzen wollen, ergibt hier eine weitere Brücke am Zulauf des Regen keinen Sinn“, so Bächer.

Vieles spricht aus Sicht der Verwaltung für die Variante III. Peter Bächer erklärt die Vorteile. Foto: Bothner

Viel interessanter sind aus Sicht der Kritiker hingegen die Varianten IV und V. Von der Verwaltung werden beide ebenfalls schon seit längerem als nicht umsetzbar deklariert. Die erneute Prüfung hat an dieser Einschätzung nichts geändert. Beide sehen eine komplette Überquerung der Donau vor, was somit einen Mittelpfeiler sowie drei statt zwei Rampen bedeuten würde. Das hätte höhere Kosten zur Folge und als Stadt müsse man immer auf die Wirtschaftlichkeit achten, ergänzt Schimpfermann.

Rententionsraum, Stadtbahn, Privatgrundstück

Doch viel schwerwiegender bewerte man bei der Stadt den notwendigen Eingriff in den Retentionsraum am nördlichen Ufer des Unteren Wöhrd. Das Wasserwirtschaftsamt habe angemerkt, dass am Donau-Nordarm eine Überschwemmungsfläche bebaut werden würde. „Wir hätten hier bei der Umsetzung also hohe Herausforderungen“, führt Schimpfermann weiter aus.

„…auf die Erfahrungen der Verwaltung vertrauen.“

Und noch etwas spreche gegen die Varianten IV und V. In der Wöhrdstraße wolle man irgendwann die Stadtbahn im Zweieinhalb-Minuten-Takt in beide Richtungen fahren lassen. „Wenn wir nun den Fahrradverkehr etwa durch die Maffeistraße führen, hätten wir in der Wöhrdstraße ein Riesenproblem“, wie Bächer wissen lässt. Während an der Kreuzung Wöhrdstraße, Proskestraße, Eiserne Brücke bereits eine Ampel existiert und Platz zur Umgestaltung vorhanden wäre, fehle in der kompletten Wöhrdstraße einfach der Raum für umfangreiche Anpassungsmaßnahmen. Eine Weiterführung der Brücke am Donauufer entlang sei ebenfalls nur bedingt umsetzbar.

Da ein Großteil der Fläche am Unteren Wöhrd mittlerweile Privatgrund ist, sei ein weiterer Punkt gegen beide Trassen„Wir bitten hier einfach, auf die Erfahrung der Verwaltung zu vertrauen“, hofft Bächer auf das Verständnis der Bürger. „Wir wissen, wie schwer es ist, mit mehreren Parteien auf einen Nenner zu kommen. Da muss sich nur einer dagegen stellen und schon scheitert das gesamte Vorhaben.“ Bächer erteilt somit dem Versuch mit den dortigen Besitzern das Gespräch zu suchen eine Absage.

Geeignete Fläche wurde verkauft – an das Immobilien Zentrum

Bis in die 2000er hinein war ein Teil der dortigen Fläche noch in städtischer Hand. Als „Solar Quarter“ wollte man ein modernes und nachhaltiges Vorzeigeprojekt schaffen. Ein Bürgervotum stoppte das Vorhaben allerdings. 2009 wurde dann das Areal um den historische Baustadl an das Immobilien Zentrum Regensburg verkauft. Für den geplanten Brückenbau hätte diese Fläche durchaus Verwendung finden können. In den früheren Plänen sei der Holzgartensteg jedoch immer nur als zwei Striche auf den Grieser Spitz eingezeichnet gewesen, wie Schimpfermann auf Nachfrage erklärt,  „Eine komplette Querung auf den Unteren Wöhrd hatte man nie vorgesehen.“ Daher sei der Verkauf auch aus heutiger Sicht immer noch „positiv zu bewerten“ und stelle „keine fehlende Weitsicht“ der Stadt dar.

Thomas Großmüller sieht durch die Brücke keine große Gefahr für den Grieser Spitz. Foto: Bothner

Nun soll der Stadtrat am 16. Juli über den Vorschlag der Stadtverwaltung –  Variante III – abstimmen. „Nach erneut gründlicher Überprüfung halten wir an dieser Trasse als einzig sinnvolle Wegeführung fest“, betont Bächer. Für Thomas Großmüller vom Stadtplanungsamt müsse bei der ganzen Diskussion auch bedacht werden, dass es eben um eine wichtige Verbindung der Stadtteile für Radfahrer und Fußgänger gehe. Mit der prognostizierten Zahl von etwa 2.000 Personen pro Tag sei man zudem nur bei etwa der Hälfte des Verkehrs an den Schillerwiesen. „Dort können wir feststellen, dass der Radverkehr, die Fußgänger und der Naherholungsraum bestens in Einklang gebracht wurden.“ Ähnliches sehe man auch für den Grieser Spitz.

Startet der Wettbewerb noch heuer?

Sofern der Stadtrat dem Beschluss zustimmt, könnte noch dieses Jahr der Wettbewerb starten. Dieser soll zweigeteilt ablaufen. Nach der Einreichung aller Vorschläge der Architekten und Ingenieure wolle man erneut die Bürgerinnen und Bürger mit einbeziehen und ein Votum zu den Entwürfen für einen künftigen Holzgartensteg einholen. Dieses soll dann in der weiteren Bewertung des Wettbewerbes mit berücksichtigt werden. „So etwas hat es in Regensburg bisher noch nicht gegeben“, freut sich Schimpfermann und lobt das Vorgehen der Stadt. 2022 könnte man dann mit dem Bau der Brücke beginnen.

Man habe am Ende eben versucht eine möglichst gute Kommunikation mit den Bürgern zu schaffen. Weitere Veranstaltungen seien daher nicht mehr geplant.

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Kommentare (31)

  • Kneipenschreck

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    ich weiß langsam nicht mehr, ob ich da noch lachen oder langsam weinen soll.. *facepalm..

  • hans dampf

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    Passt doch. Jetzt kann Herr Cerull und Mitstreiter sich wieder ob der Eingriffe in IHR Paradies aufblasen.

  • Jonas Wihr

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    Wie gut, dass der Wahlkampf so langsam beginnt. Die Hoffart der Stadtverwaltung nimmt in R. schier groteske Züge an. Bürgerinnen und Bürger, stoppt endlich diese selbstherrliche Verwaltung. Wo wohnt gleich nochmal Frau Schimpfermann? Sicher nicht am Gries.

  • Stegosaurus

    |

    The swamp is deep: I´ll be the only one.

  • Andreas Eckl

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    Ich halte die Variante 4c für die beste. Ob eine solche Brücke sinnvoll ist, ist eine andere Diskussion. Wenn dann so. Über den Eingriff in Privateigentum kann nachgedacht werden. Die Einfahrt in die Wöhrdstraße darf kein Argument sein. Die Wöhrdstrasse gehört zeitnah verkehrsberuhigt und sollte nur noch Anwohnerzufahrt dienen. Durchgangsverkehr ist hier nicht nötig. Wenn man eine sinnvolle Parkierungsanlage am Winterhafen errichtete erst recht nicht. Mit dem Argument berücksichtigt man eine Situation, die bei vernünftiger Planung eh bald Geschichte sein sollte. Ich vermisse hier den Mut eine wirklich gute Lösung zu suchen, statt dessen scheint es mir, dass wieder so ein Möglicherwiderstandabschichtungskompromiss bequem erscheint….

  • Keilbergerer

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    Kann man hier mal bei der Schifffahrtsverwaltung nachfragen, wieso die Varianten I und II abgelehnt wurden? Die Begründung würde mich doch sehr interessieren. Es gibt schließlich die Schleusenbrücke und die Oberpfalzbrücke ist in unmittelbarer Nähe der Schleuse, Brücken in der Nähe sind also absolut möglich. Ist der Stadt hier das Verfahren zu kompliziert, oder gibt es harte Ausschlusgründe? Wurde das auf der Veranstaltung näher ausgeführt?

  • Mr. T.

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    Die Variante des Ausbaus des Wegs über Franken- und Protzenweiherbrücke, die viele Radler aus dem Norden bevorzugen würden, wird wohl komplett ignoriert, oder?

  • Keine Brücke!

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    Variante 0 wird ignoriert. Keine neue Brücke, stattdessen Ausbau und Verbesserung vorhandener Fahrradwege!

  • Wintermute

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    @ Mr.T.
    In der Ausschuss-Vorlage
    https://srv19.regensburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=15320 (PDF Vorlage Sammeldokument)
    sind zu jeder Variante die Problematiken beschrieben, auch zur Variante 6, das wäre die. Die Gründe sind, dass erstens der Neubau der Frankenbrücke (geplant glaube ich bis 2030, realisiert bis …?) die Verbindung überflüssig machen würde und dass nicht erwartet wird, dass hier nennenswerter Verkehr überhaupt stattfindet.

    Die Eingaben 16 (BN) und 21 beschreiben die Variante.

    Finde ich schade, weil eine solche Verbindung auch eine Lücke schließen würde, so dass man entlang der Dämme auf der nördlichen Seite einen durchgehenden Rad- und Fußweg ohne Ampel, Kreuzungen und Autoverkehr hätte, sowie einen besseren Radanschluss von R-Nord. Bei einer Brücke direkt an der Regen-Einmündung wäre das sogar ganz abseits vom Autoverkehr der Frankenstraße. Und hier wäre eine Brücke billig zu haben, weil keine Höhe überwunden werden muss. Die müsste nicht mal hübsch aussehen ;-) Dafür könnte man sie schnell bauen.

    Auch schade, weil ich bei der Frankenbrücke nicht an 2030 glaube und schon glaube, dass eine Regenbrücke benutzt würde und ich auch glaube, dass (wie BN sagt) hier eine Verbindung sinnvoll wäre, auch wenn gleichzeitig der Holzgartensteg (wie auch immer) weiter realisiert wird.

  • Charlotte

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    Warum wundert mich das jetzt eigentlich nicht? Das Angebot einer Bürgerbeteiligung ist wie schon oft erlebt, lediglich ein Feigenblatt.

    Wenn es schon um’s Geld geht, und das ist bei dieser überflüssigen Brücke umso mehr ein Argument, lassen wir doch das Projekt einfach sterben… eine ausgebaute Frankenbrücke, Protzenweiherbrücke, die Brücke am Wehr Pfaffenstein und die Nibelungenbrücke sind wohl genug Überquerungen auf kürzester Strecke (alle ein paar hundert Meter entfernt)… nachdem zu beobachten ist, dass ein Großteil auch im flachen Regensburg nur noch mit Motor- Unterstützung Fahrrad fahren kann und/oder will, sind diese kurzen Wege doch gar kein Problem mehr.

    Die Steuergelder können viel besser und schneller für die Optimierung der vorhandenen Radwege verwendet werden.

    Die Stadt könnte endlich mal erst in Fahrrad-Parkhäuser investieren oder gleich mal die Erdgeschosse der vorhandenen Parkhäuser für Fahrräder umbauen… das hat Frau Schimpfermann bereits vor fünf Jahren versprochen und nix ist passiert!

    Jetzt setze ich auf Stadträte mit Hirn und Verstand!

  • bauchinger

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    „…auf die Erfahrungen der Verwaltung vertrauen.“

    weil in den letzten 60 jahren soviel top geplantes und gutes in der regensburger verwaltung passiert ist?

  • Keine Brücke!

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    „eine ausgebaute Frankenbrücke, Protzenweiherbrücke, die Brücke am Wehr Pfaffenstein und die Nibelungenbrücke sind wohl genug Überquerungen auf kürzester Strecke (alle ein paar hundert Meter entfernt)“ (Charlotte)

    Für die Verwaltung ist das nicht so,“sinnvoll“ sei eine „zusätzliche Wege-Option“. Siehe https://srv19.regensburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=15320 Diskussion von Variante 0.
    Wegen dieser „zusätzlichen Wege-Option“ bestehe ein „Defizit im Verkehrsnetz“. Der Radfahrer braucht demnach nicht nur gute Wege, sondern eine ausreichende Auswahl an Wegen. Wegen dieser Wahlmöglichkeit will man den Holzgartensteg dann trotz Frankenbrücke-Ausbau zusätzlich bauen.

    „Es wird zukünftig zwischen der Holzgartenstraße und der Protzenweiherbrücke südseitig einen durchgehenden Zweirichtungsradweg geben. Auf der Brücke ist dieser durch eine Lärmschutzwand von der Fahrbahn getrennt.“ (Vorlage – VO/19/15681/65 )

    Trotzdem sei der Holzgartensteg sinnvoll, um dem Radfahrer eine zusätzliche Wahlmöglichkeit zu geben. – Man schreckt hier vor keinem Argument zurück!

  • Peter Kern

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    Ich teile die Ansichten von Charlotte und bauchinger und allen, die den Unfug ablehnen.
    Da demonstrieren die Menschen für „Rettet die Bienen“ und „Stoppt den Klimawandel“, und in Regensburg wird wieder eines der letzten Stücke freier Natur der Bequemlichkeit geopfert.

    Wenn diese Brücke kommt, müssen z.B. auch die Kieswege, die jetzt den Donaudamm krönen, und die noch ein bisserl Wasser durchsickern lassen können —> geteert werden. Es wird weiter versiegelt.

    Wenn diese Brücke kommt, ist es mit der Nachtruhe für alle Tiere am Donaudamm vom Regen bis zur Nibelungenbrücke und über den Grieser Spitz vorbei, weil selbstverständlich für diese Straße eine Wegebeleuchtung installiert werden muss.
    Stellt euch mal Nachts auf die Nibelungenbrücke und schaut runter Richtung Spitz. Dann seht ihr, was für ein großes Areal dann denaturiert wird.

    Die Autobahn in den 1960er wurde verhindert. Heute wird die Stadt völlig planlos zubetoniert, ihr wird der Charme, für den sie ja gerühmt und geliebt wird, vom Leib gerissen. Da wird sich gelobt für das „document Römermauer“, und die Römermauer wird mit Blechbrücken und Parkhäusern überdacht, und mit Betonkathedralen optisch erschlagen. Alles wird dem Zweck unterworfen, die Lebendigkeit interessiert auf Ebene der Verantwortlichen und Finanzstarken scheint’s keinen.

    Ich kann dieses Vorhaben nur ablehnen – aus Gründen des Naturschutzes und der Vernunft.

  • Charlotte

    |

    @Peter Kern
    Sie haben völlig recht!

    Jeder passionierte Radfahrer hat doch ein Herz für die Natur… ich verstehe nicht, dass man dann diese Brücke an einer vollkommen ungeeigneten Stelle unterstützen kann. Der Natur zu liebe macht man doch gerne mal einen kleinen Umweg…

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „hans dampf“ – Sie müssen sich keine Sorgen machen: Der Herr Cerull wird
    bestimmt nicht arbeitslos.

  • Jahrhundertplaner

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    Dass Variante 6 bei der Stadtverwaltung so schlecht wegkommt, ist nicht ganz nachvollziehbar. Aus der Diskussion geht hervor, dass die Leute lieber abseits großer Straßen wie der Frankenstraße fahren möchten. Wenn man die Variante 6 weiterentwickelt in Richtung Westen bis auf die Protzenweiherbrücke, dann wäre das der schnellste Weg vom Reinhausener Damm nach Stadtamhof. Wer weiter zum Grieser Steg will, kann über die Andreasstraße fahren.

    https://drive.google.com/file/d/10s1Z7vgS8TwR7s9iZAuokGk_ZCQ7uVob/view?usp=drivesdk

  • Barnie Geröllheimer

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    Die Brücke wird nicht zu verhindern sein. Nachdem eine andere Brücke kaum Furore machen wird, schlage ich schonmal einen Namen vor: Joachim-Wolbergs-Brücke. Um diesen Irrtum für alle Zeit in Erinnerung zu halten.

  • Lothgaßler

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    Der Eindruck verfestigt sich, dass es hier primär darum geht das Gebiet rund um den Maria-Beer-Platz an die Innenstadt anzuschließen. Alles andere muss sich diesem Ziel fügen.
    Den Brückenvarianten 6 und wenn es sein muss 1 oder 2 könnte ein Radfahrer noch was abgewinnen. Nicht vergessen werden sollte, dass selbstverständlich für ausreichend Beleuchtung gesorgt werden muss, auf dem neu ausgebauten Radlhighway. Auf die Lage im Winter bin ich schon gespannt, wenn es doch mal kalt, nass und windig wird. Der Winterdienst wird dann wohl entweder die Brücke schließen, oder räumend/salzstreuend alle paar Stunden seine Runden drehen. So eine Fürsorge ist der Radler in Regensburg eigentlich nicht gewohnt.

  • Kneipenschreck

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    @Keine Brücke: wohl wahr.. vor allem wem nützt die Brücke ? im Grunde ja nur den Paarstraßlern und Holzgartlern und ein paar wenigen weiteren. Sinnvoller wäre es mMn., den Parkplatz am alten Eisstadion zu einem Anwohnerparkplatz zu machen und dafür in der Wöhrdstraße die Parkplätze abzubauen. dann wäre da gleich mal wesentlich mehr Platz für Busse und Radler und würde damit auch wieder attraktiver für Radler.

    Anstelle eines solchen Radbrückenmonstrums sollte man dann das Geld eher dafür verwenden, die Frankenbrücke bei einer Renovierung / Erweiterung in einer Weise zu erweitern, die einerseits funktional ist für die Radler/Fussgänger beider Flußufer, zugleich aber auch dem identitätsprägenden Ort wenigstens ein bisschen Würde wieder zukommen zu lassen. es hiess mal Castra REGINA, nicht danubia. In diesem Sinne fände ich einer Erweiterung der Brücke aus/mit dem Baustoff Holz, als Zeichen der Verbundenheit der Geschichte Regensburgs mit dem Regen insbesondere ( Flößer,Holzhafen,..), sinnvoll und auch für den Designwettbewerb dazu, eine für Architekten mit Sicherheit gern angenomme, da nicht alltägliche Herausforderung.

  • Stadtamhoferer

    |

    Ich frage mich immer öfters: Was ist denn nur in unserer Stadt los?
    Unsere Stadtverwaltung versucht immer öfters unter dem Deckmantel der Bürgerbeteiligung stur den eigenen Kopf durchzusetzen. Anfragen bei der Verwaltung zu verschiedenen Themen enden meistens mit der Aussage: „Nichts zu machen“ oder auch „Es wurde von uns geprüft, aber…“.

    Ich stimme Lothgassler zu, denn im Winter wird diese geplante Brücke (ich vermeide aufgrund der Dimensionen das verniedlichende Wort Steg) unpassierbar sein, auch aufgrund der Steigungen und Rampen, außer man stellt dann auch gleich Brückenwärter ein, die regelmäßig und mindestens stündlich den Winterdienst übernehmen.
    Es gibt genügend Alternativmöglichkeiten, die aber allesamt keine ausreichende Beachtung finden. Warum überhaupt eine Brücke? Ich selbst fahre sehr oft Fahrrad, auch von Stadtamhof aus (auf den bestehenden Radwegen) u.a. in das DEZ oder Alex-Center. Und dies sogar ohne Elektromotorunterstützung. Ich erkenne den Mehrwert dieser Brücke nicht, vor allem, wenn die bestehenden Radwege ausgebaut und ergänzt werden würden (u.a. Protzenweiherbrücke, Beckersche Höfe).

    Was ist denn plötzlich aus dem bestehenden Gutachten ( https://www.regensburg-digital.de/bruckenbrand-sperrung-gutachten-grieser-brucke-vor-dem-aus/13082008 ) geworden? Haben die Rauhautfledermaus, Abendsegler, Eisvögel, etc. schon jetzt die Flucht ergriffen, seitdem die Pläne bekannt geworden sind? Natürlich bezieht sich das damalige Gutachten nicht auf die Fahrradbrücke, aber die bedrohten Tierarten werden genau so durch die jetzigen Planungen beeinträchtigt, vor allem durch die Durchschneidung des Jagdgebietes und der geplanten nächtlichen Dauerbeleuchtung. Alleine die Vorstellung auf welcher Strecke die Brücke und Zugänge beleuchtet werden müssen und wie sich das auf die Tierarten auswirken kann, lässt einen nicht sehr positiv in die Zukunft schauen.

    Aber kann es nicht auch sein, dass man hier unabhängig von der Erschließung des Maria-Beer-Platz nicht auch noch im Auge hat, das Gebiet Am Gries noch mehr als bisher für Festivals zu erschließen. Bei der Breite der geplanten aspaltierenden Wege, lassen sich sicher auch noch ein paar Buden zusätzlich aufstellen und die Besucher könne dann schön auf versiegelten Wegen die Feste (aktuell Mittelalterfest) besuchen. Zufall, dass auf dem geplanten asphaltierten Zufahrtsweg zum Grieser Steg, aktuell Festivalbesucher auf einem zugegebenermaßen bei Regen nassen und dreckigen Dammweg gehen müssen und dort in der durch die vorherigen Feste abgestorbenen Grasflächen Buden stehen? Plant man dort dann einen Fuß- und Fahrradweg? Ein Grieserer Weihnachtsmarkt mit Buden, das kommt vermutlich dann auch bald.
    Kinder, die jetzt noch trotz der wenigen Fahrradfahrer unbeschwert dort spielen und ohne großartig beaufsichtigt zu werden zum Grieserer Spielplatz gehen können, müssen zukünftig fürchten nicht nur von Elektrorädern bedrängt zu werden. Oder werden dann auch die sehr zahlreichen Veranstaltungen vom Gries verbannt, denn die Massen an Menschen die sich bisher immer auf dem Dammweg bewegten und zukünftige Zufahrtswege für den Steg, wie passt das zusammen? Sperrt man dann die Zufahrtswege und die Brücke, wenn ein Festival ansteht?

    Das Zusammenleben in unserer Stadt funktioniert auch nur, wenn man Kritik sachlich äußert und auch selbst annimmt. Warum man immer auf Herrn Cerull rumhackt, erscheint mir persönlich rätselhaft. Wenn einem seine Argumente und Thesen nicht einleuchten oder gefallen, dann kann man diese ja auch mit Gegenargumenten zu widerlegen versuchen. Ich persönlich habe ihn noch nie als jemanden erlebt, der Argumente einfach ignoriert, sondern mit ihm kann man fachlich und sachlich diskutieren, selbst wenn man anderer Meinung ist.

    Ich nehme gerne auch einen Umweg mit dem Rad in Kauf, wenn ich dazu beitragen kann, ein wertvolles Rückzugsgebiet zu schützen und zu erhalten. Es irritiert mich dann um so mehr, wenn eigentlich naturbewusste Fahradfahrer argumentieren, es muss immer der kürzeste Weg angeboten werden, selbst unter den Voraussetzungen, die Natur zu schädigen.

  • Dugout

    |

    @Stadtamhoferer:

    „denn im Winter wird diese geplante Brücke (ich vermeide aufgrund der Dimensionen das verniedlichende Wort Steg) unpassierbar sein, auch aufgrund der Steigungen und Rampen, außer man stellt dann auch gleich Brückenwärter ein, die regelmäßig und mindestens stündlich den Winterdienst übernehmen.“

    Nehmen sie sich doch einfach mal 1min Zeit und überlegen sie wie das am Steg beim Pfaffensteiner Wehr gemacht wird.
    Dann müssen sie schon ein Horrorszenario weniger bemühen.
    Reicht ja auch der Rest ihrer Angstvision schon.

    „Ein Grieserer Weihnachtsmarkt mit Buden, das kommt vermutlich dann auch bald.“

    Hoffentlich! Eine hervorragende Idee. Da sollte man sich wirklich als Regensburger stark dafür machen . Danke für die Anregung.

  • Stadtamhoferer

    |

    @ Dugout: Die Zeit habe ich mir schon reichlich genommen, und zwar wie ich im Winter am Pfaffensteiner Steg beim Wehr mit dem Fahrrad aufgrund Glätte einen schönen Sturz hingelegt habe. Die Folgen haben mich übrigens mehr als 1 Stunde beschäftigt, genau genommen 1 Woche. Und dort haben wir nicht die baulichen Gegebenheiten, wie die geplante Fahradbrücke am Grieserer Spitz vorzubringen hat.

    Na dann sehen wir beide uns sicher bald bei dem neuen Weihnachtsmarkt. Aber lassen Sie uns wieder zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren, also zu meiner Kritik an den Planungen.

  • Robert2Help

    |

    Die Niebelungenbrücke besser an die Nordseite anbinden (in Richtung Stadt und nicht so, dass man erst Richtung DEZ fahren muss um draufzukommen), die Wöhrdstraße nur für Busse, Anwohner und Radfahrer zugänglich machen und Parken auf der Seite verbieten. Und schon könnte man sich eine Brücke sparen. Kann man aber vermutlich den armen Autofahrern nicht zumuten.

    Variante drei wird dazu führen, dass der Grieser Steg unpassierbar wird. Der ist ja jetzt schon zu Stoßzeiten am Anschlag.

    Imho muss man sich zukünftig entscheiden, ob Auto oder (E-)Rad. Unsere Stadtfläche ist nunmal begrenzt. Da muss man die Flächen optimieren. Und ein Vehikel, dass 2 Tonnen wiegt um 80 kg Mensch rumzutransportieren, dabei in 97 % der Zeit nur rumsteht, ist halt nicht besonders effektiv. Traut sich nur keiner politisch zu sagen, weil er sonst der Ketzer ist.

  • TomTornado

    |

    Jahrelang wurde eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke gefordert.
    Jetzt wo das Thema ins rollen kommt, wird auch wieder gemeckert.
    So bringen wir keine neuen Projekte in Regensburg mehr voran.
    Ich finde Variante 3 gut, endlich geht was vorwärts! :-)

  • Jahrhundertplaner

    |

    @ TomTornado
    Richtig, eine Brücke wird dort schon lange gefordert. Aber die Variante 3, die nur bis zum Grieser Spitz reicht, entspricht nicht der Funktion, die diese Radverkehrsverbindung laut Radverkehrsplan der Stadt Regensburg https://www.regensburg.de/fm/121/gutachten_radverkehrsplan_regensburg_kurzfassung.pdf eigentlich haben sollte. Dort (Bild 12) sieht man, dass die Verbindung eigentlich bis zum unteren Wöhrd gemeint ist. Der Umweg über Uferweg am Gieser Spitz und Grieser Steg ist dazu nur bedingt bis gar nicht geeignet.

  • TomTornado

    |

    @Jahrhundertplaner Wie in der Informationsveranstaltung im Salzstadel gesagt wurde, sind die Grundstücke hin zur Wöhrdstraße nicht mehr im Städtischen Besitz. Was sie Situation ewig hinauszögern bis hin zu ganz unmöglich machen könnte. Der Uferweg am Gieser Spitz hin zum Grieser Steg müsste dazu natürlich auch „etwas“ verbessert werden. Bei allem was sich zu lange hinzieht sehe ich persönlich die Gefahr, dass es nicht mehr kommt.
    Besser den Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach!?

  • Mr. T.

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    Über die Notwendigkeit und den Vorteil eines Stegs am Grieser Spitz kann ich nichts sagen, da ich nicht regelmäßig vom Norden in die Stadt radle. Aber viele, die das tun, haben hier ja schon geschrieben, dass es kaum was bringt – außer vielleicht für ein paar Anwohner direkt an der Nordseite des geplanten Stegs. Ich sehe allerdings viele Nachteile durch den sehr aufwändigen Steg, der eigentlich besser Brücke genannt werden sollte. Und ich meine, dass man die für den Steg erforderlichen Investitionen an anderer Stelle besser in eine Radinfrastruktur investieren kann. Zum Beispiel „Radlautobahnen“ für die wichtigsten Strecken in Regensburg.
    Aber das ist wie bei vielen solchen Planungen, die irgendwann mal gestartet worden sind. Die werden dann durchgezogen – egal, ob sie noch sinnvoll sind oder nicht. Erinnert mich ans RKK – und das wurde ja (vorerst?!?) auch durch wache Bürger gestoppt.

  • Dieter

    |

    @TomTornado

    „Besser den Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach!?“

    Man könnte auch sagen, lieber für nutzlosen Quatsch ein paar Millionen ausgeben als gar nichts zu machen?
    Nun gut, dass würde zu Regensburg passen. Als nächstes dann die Stadtbahn…

  • Charlotte

    |

    @TomTornado

    Man sieht ja wieder mal, wie vorausschauend und ernsthaft die Stadtverwaltung auch am Ausbau des Radwegenetzes arbeitet … angeblich jahrelang geplant, und dann werden wichtige Grundstücke verkauft…

    Mr. T. hat völlig Recht… das RKK Drama sollte und eine Warnung sein!. Unglaublich, was da schon an Steuergeldern verbrannt wurde. Die Brücke würde das leider noch toppen

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