SOZIALES SCHAUFENSTER

Debatte um Holzgartensteg

Ein Steg, sie zu spalten

Nahmobilitätskoordinator Thomas Großmüller (li.) und Tiefbauamtschef Peter Bächer versuchten am Mittwoch die Pläne der Stadt zu verteidigen

Die städtische Informationsveranstaltung zum geplanten Holzgartensteg geriet zum Schlagabtausch zwischen Brückengegnern und Stadtverwaltung. Die politische Spitze ließ sich nicht blicken. Ein kommentierender Bericht.

Von Michael Bothner

Dass Bürgerbeteiligung gründlich daneben gehen kann, haben Politik und Verwaltung der Stadt Regensburg schon öfter erfahren. Das prägnanteste Beispiel ist das gescheiterte Kultur- und Kongresszentrum am Ernst-Reuter-Platz. Aktuell droht sich die Debatte um den geplanten Holzgartensteg zu einem regelrechten Grabenkampf zu entwickeln – und dabei geht es längst nicht nur um die Fahrradbrücke an sich, sondern auch darum, wie Bürgerbeteiligung funktionieren soll. Der bisherige Verlauf zeigt vor allem eines: Dem Anspruch einer umfassenden Bürgerbeteiligung, den sich Politik und Verwaltung in Regensburg immer wieder gern auf die Fahnen schreiben, wird man nicht gerecht.

Um was es geht, ist schnell erzählt. Die Stadt möchte eine attraktive Fahrrad- und Fußgängerquerung über die Donau schaffen, um so die nördlichen Stadtteile und die Altstadt besser miteinander zu verbinden. In den Augen der Stadtplaner ist der Holzgartensteg als Verbindungsglied zwischen Grieser Spitz und dem nördlichen Maria-Beer-Platz ein Schlüsselprojekt auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Verkehrskonzept, bei dem das Fahrrad gegenüber dem motorisierten Individualverkehr mehr Gewicht bekommen soll. Soweit so gut.

Das Thema bewegt: Über 300 Bürgerinnen und Bürger kamen in den Salzstadel.

Bereits kurz nachdem der Stadtrat am 18. September 2018 die Planung für den Holzgartensteg auf den Weg gebracht hatte, nahm das Drama seinen Lauf. Schnell meldeten sich erste kritische Stimmen, die das Naherholungsgebiet Grieser Spitz in Gefahr sahen und den sofortigen Planungsstopp – zumindest für die vorgesehene Trassenführung – forderten. Bei einer Bürgerversammlung in Stadtamhof Mitte März entlud sich dieser Unmut. Mit großer Mehrheit der etwa 200 Anwesenden wurde damals der Stadtrat beauftragt, das Vorhaben noch einmal zu überdenken und nach Alternativen zu suchen.

Kein Bürgermeister weit und breit

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer versprach damals, dass es bei einer späteren Informationsveranstaltung umfangreichen Aufklärung über den derzeitigen Planungsstand geben werde, ebenso die Möglichkeit, Bedenken, Wünsche und Anregungen zu äußern. Und so traf man sich am Mittwoch, 3. April, im Salzstadel. Vorneweg: Von den politisch Verantwortlichen war abgesehen von vereinzelten Stadträten, die sich allerdings nicht zu Wort melden, niemand da. Stadtoberhaupt Maltz-Schwarzfischer und Bürgermeister Jürgen Huber (Grüne) fehlten.

Das Setting: Neben Schautafeln gibt es Stellwände, an die Bürger und Bürgerinnen ihre Ideen und Kritik heften können. Zusätzlich soll es zwei Vorträge der Stadtverwaltung geben – um 18 und um 20 Uhr. Jeweils im Anschluss soll es dann in kleinen Runden Möglichkeiten zur Diskussion geben – so der Plan.

Von dem enormen Ansturm – es sind über 300 Leute gekommen – ist man aber dann doch überrascht und überfordert. Das räumt Peter Bächer, Leiter des Tiefbauamts, gleich am Anfang ein. Um der Situation irgendwie Herr zu werden, entscheidet Bächer kurzerhand, 30 Minuten für breite Diskussion zur Verfügung zu stellen. 30 Minuten für ein Thema, bei dem es längst nicht mehr nur um die Brücke an sich geht. Es geht dabei auch darum, wie ernst eine Stadt ihre Bürger nimmt. Beispielhaft dafür das Auftreten des neuen Nahmobilitätskoordinators Thomas Großmüller, als der an einer Teilnehmerin mit den Worten vorbei geht „Ihre Meinung kenn ich schon“ und das Mikrofon an jemand anderes weiterreicht.

Was bringt Bürgerbeteiligung, wenn schon alles feststeht?

Dabei sind die grundsätzlichen Überlegungen der Stadt durchaus richtig. Regensburg braucht ein neues und nachhaltiges Verkehrskonzept, das den aktuellen und künftigen Herausforderungen gerecht wird. Dazu braucht es attraktive Wege für Radfahrer, die auch genutzt werden können. Eine entsprechende Wortmeldung erhält am Mittwoch lauten Applaus. Doch muss es eben der Holzgartensteg an genau jener Stelle sein? Warum wurden zunächst angedachte Alternativen schon im Vorfeld der Bürgerbeteiligung ausgeschieden? Was soll eine Bürgerbeteiligung eigentlich noch bringen, wenn sich die Stadtplanung ohnehin schon festgelegt hat?

Bächer und Großmüller haben an dem Abend eine denkbar undankbare Aufgabe. Immer wieder müssen die Verwaltungsfachleute auf die Politik – den Stadtratsbeschluss für den Holzgartensteg an genau der einen Stelle – verweisen und diesen verteidigen, während die dafür Verantwortlichen von Stadtrat und Stadtspitze gar nicht vor Ort sind, um sich der Kritik zu stellen.

„Wir haben die verschiedenen Alternativen überprüft“, erklärt Bächer. „Aber uns scheint nur die favorisierte Variante über den Grieser Spitz tatsächlich durchführbar.“ Bei zwei ursprünglich überlegten Varianten, die weiter westlich des geplanten Stegs angedacht waren, käme der dortige Schiffsverkehr in die Quere. Auf Nachfragen, was gegen zwei weitere Varianten gesprochen habe, die eine Brücke bis auf die Wöhrdstraße vorsehen und warum diese im geplanten Wettbewerb nicht aufgegriffen werden können, geht der Tiefbauamtschef nicht ein. Man habe schließlich bereits umfangreiche Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben und der Holzgartensteg wird an der nun vorgesehenen Stelle favorisiert.

Die favorisierte Variante der Stadt für den Holzgartensteg. Plan: Stadt Regensburg

Als sich Walter Cerull zu Wort meldet, geht ein Raunen durch einige der Sitzreihen. Er ist als Brückenkritiker weithin bekannt. Ein paar ältere Herren verlassen murrend die Veranstaltung. Doch Cerull ist an diesem Tag nicht der einzige Brückengegner. Vielen liegt der Grieser Spitz als Naherholungsgebiet am Herzen und sie bringen ihre Sorgen um die dortigen Grünflächen zum Ausdruck. Ein Anwesender wirft der Stadt vor, man verkaufe Regensburgs Charme zugunsten der Altstadt. Großmüller kontert: „Wir müssen eben manchmal das Gemeinwohl dem Einzelinteresse voranstellen.“

„Die Bürger verstehen das Vorgehen der Stadt nicht.“

Doch geht es alle tatsächlich nur um Eigeninteressen? „Die Bürger verstehen das Vorgehen der Stadt nicht“, moniert beispielsweise eine Teilnehmerin. Es geht um die Vorfestlegung auf eine Variante, welchen Sinn dann eigentlich so eine Bürgerbeteiligung noch haben soll. Für Großmüller ist auch hier der Fall schnell geklärt. Es gehe hier nicht um einen Ideen-, sondern einen Planungswettbewerb. Dieser soll zudem zweigeteilt werden. Das heißt, nach dem Eingang der Vorschläge Seitens der Planungsbüros sollen die Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsphase mit eingebunden werden. Wie genau, das werde derzeit geprüft, so Bächer.

Doch für Thomas Eckert, Anwohner am Gries und Architekt, ist das nicht zufriedenstellend. Man könne den Erhalt des „Kleinods und ein städtisches Verbindungssystem zusammen denken.“ Eckert fordert daher von der Stadt, den Wettbewerb zu öffnen und unter anderem eine weitere Trasse mit aufzunehmen, die direkt auf die Wöhrdstraße führen würde. Der Grieser Spitz wäre dann vom Durchgangsverkehr nicht direkt betroffen, so Eckert.

Der Vorschlag von Thomas Eckert.

Am Ende herrscht auf beiden Seiten Ratlosigkeit. Die Bürger, zumindest die Mehrheit der Anwesenden, verlässt den Salzstadel unzufrieden. Die Fachleute der Verwaltung scheinen sich missverstanden zu fühlen. Zunächst sollen nun die Anregungen im Stadtrat voraussichtlich im Juni zeitgleich mit dem Beschluss der Bürgerversammlung von Stadtamhof behandelt werden. In einem nächsten Schritt will man dann den Wettbewerb starten. Man darf gespannt sein, was aus der gestrigen Veranstaltung folgen wird. Die Stadt muss nun liefern – und die Politik sollte sich der Diskussion stellen, um ihre Entscheidung gegebenenfalls zu verteidigen.

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Kommentare (37)

  • Mathilde Vietze

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    Ich gehe ja häufig auf dieser Route spazieren, habe aber noch nie auch nur einen
    von diesen „Erholungssuchenden“ dort angetroffen. Ich würde ja die Kritik am
    Vorhaben der Stadt verstehen, wenn irgendjemand, der in diesen Viertel wohnt,
    durch Lärm gestört würde. Das ist aber nicht der Fall. Da darf man sich dann wohl
    schon mal erlauben darüber nachzudenken, ob es den Kritikern um die Sasche oder
    um das Eigeninteresse geht.

  • Burgweintinger

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    @Vietze
    Natürlich geht es den Gegnern (des Stegs) um Eigeninteresse, sie wollen, dass alles so bleibt dort, wie es ist. Ich finde das aber gar nicht schlimm, das ist ganz normal und menschlich, hier wird gestritten zwischen Allgemeinwohl vs. Eigeninteresse.
    Passiert nicht das erste Ma, sondern jeden Tag und schon länger als Sie jung sind, Frau Vietze!

  • Spenderherz

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    Vielleicht sollte eine Brücke geplant werden, die mit Häusern bebaut werden kann, sowie die Ponte Vecchio in Florenz oder die Krämerbrücke in Erfurt. Dann würden sich genug Bauträger dafür finden, weitere Luxuswohnungen könnten gebaut werden und Spenden würden auch wieder fließen.

  • Peter Kern

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    Werte Frau Vietze,
    es geht nicht um die Leute, die da wohnen. Da schieben Sie ein Argument vor, das es gar nicht gibt. Es geht um Grünflächen, es geht um Lebensräume für Tiere. Und selbst Orte, die noch halbwegs natürlich sein dürfen, aber nicht aufgesucht werden, haben allergrößten Sinn für das Gleichgewicht von Kultur und Natur. Denn selbst, wenn ich nur einmal im Jahr dort spazieren gehe, ist die Ruhe genau das, was den hohen Wert der Gegend ausmacht. Kaum jemand rennt täglich durch die Wälder, und trotzdem sind sie kostbar.

    Rund um den Grieser Spitz wurden Naturflächen zugeklotzt. Diese ganze unattraktive, denaturierte Paarstraße, die Wöhrdstraße, die Bäckergasse – die Natur verschwindet und mit ihr der Charme der Stadt und die so wichtigen Naturflächen. Südlich der Donau ist alles nur noch Hausgrau, und die paar Vorgärten, die mancher vorwitzig als „Park“ bezeichnet, sind das Hohngelächter dieser Stadt gegen den Klimawandel.

    Radfahrer, das erzählen schon mächtig viele Leute, werden immer rücksichtsloser. Ob das dem Stückerl grünen Spitz gut tut?
    Der Weg muss Nachts beleuchtet werden. Vorbei ist es mit der Heimat für Vögel und Insekten, die es Nachts eben gerne dunkel haben.
    Die jetzt noch geschotterten Wege, die noch ein bisserl Regen in den Boden durchsickern lassen, würden mit einem Brückenbau von der Nibelungenbrücke bis zur Regenbrücke mit Sicherheit geteert werden. Und wieder ist Boden versiegelt, Natur verdrängt.

    Ich wohne Richtung Isarstraße. Wenn ich in die Stadt radeln will, würde ich im Leben nicht drauf kommen, diesen Uferumweg zu nehmen. Für wen ist die Strecke also wirklich sinnvoll? Die Frage nach dem Eigeninteresse kann man bei genauer Betrachtung durchaus auch umdrehen.
    Und Ihnen selbst, geht es Ihnen nur um den betonierten Fortschritt? Um Bequemlichkeit? Um ein Einzelprojekt, das von einem „Nahmobilitätskoordinator“ dann als Tätigkeitsnachweis in die Akte gelegt werden kann?

    Sie haben völlig Recht, wenn Sie schreiben, “ dass man sich dann wohl
    schon mal erlauben darf darüber nachzudenken, ob es den Kritikern um die Sache oder
    um das Eigeninteresse geht.“
    Mir geht es um die Sache.

  • Dugout

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    Schön wie auf dem Bild zu sehen ist wer sich da Sorgen um die Zukunft macht. zum Großteil Menschen die gar keine Zukunft mehr haben.
    Wenn man selbst bei einer reinen Rad- und Fußgängerbrücke von „Durchgangsverkehr“ spricht, hat man es echt weit gebracht.

    Da formiert sich ein Widerstand gegen eine Brücke die sich angeblich gar nicht rentiert weil eh keiner sie braucht, aber gleichzeitig unzumutbaren Durchgangsverkehr bringt.

    In Wirklichkeit will uns dieser Haufen Egoisten aber nur eines sagen:“ Haut ab von unserer Insel“

    Deshalb werden auch noch so viele Entwürfe nichts bringen. Egal ob man nun die Brücke in einem Bogen verlaufen lässt um einen Teil der Rampe quasi auf das Wasser zu verlegen oder sich sonstige Raffinessen einfallen lässt. Die Brücke bringt Menschen, ja „Fremde“ gar, auf das zum Privatglück erklärte Idyll.

    Man kann nur hoffen das die Stadt unbeirrt bleibt.

    Btw.: Kann man einen Bürgermeister eigentlich wegen Arbeitsverweigerung belangen?

  • Tobias Richter

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    Der Artikel gibt das Problem absolut zutreffend wieder. Die Verwaltung wird vorgeschickt, um die Bürger zu beteiligen. Dass dabei die Verwaltung an den Beschluss des Stadtrates gebunden ist und auf Alternativen gar nicht eingehen kann bzw. hierfür keine Notwendigkeit sieht, scheint niemand bedacht zu haben. Die Planung läuft wie beschlossen. Änderungen sind nicht vorgesehen. Es wäre schöne gewesen, zu erfahren, warum die östlichen Varianten ausgeschlossen sind. Dies war leider nicht der Fall.

    Dass die Gegner des Stegs Einzelinteressen vertreten kann ich nicht erkennen. Die allermeisten sind nach meiner Einschätzung für einen Ausbau des Radverkehrs und gleichzeitig für die Erhaltung der Natur. Wer sich für den Schutz des Grieser Spitz in seiner jetzigen Ausgestaltung als Park einsetzt vertritt das Gemeinwohlinteresse, weil der Spitz schließlich jedem als Erholungsgebiet zur Verfügung steht und frei zugänglich ist. Es geht nicht um Verhinderung, sondern Erhaltung.

    Derzeit ist der Spitz eine Sackgasse. Wer vom Grieser Steg rechts abbiegt, hat Ruhe, Erholung und Freizeit im Sinn. Das Tempo ist verlangsamt, die Fläche großzügig, die Stimmung gelassen. Ein Steg verändert den Charakter unwiderbringlich. Das ist eine Tatsache und hat zunächst einmal nichts mit Lärm zu tun. Man stelle sich vor es ist Dult…
    Es gibt einen Bolzplatz. Und jetzt soll daneben ein Fahrradschnellweg enstehen. Das passt nicht. Außerdem ensteht ohne jeden Zweifel beim Abbiegen auf den Grieser Steg nach links Richtung Altstadt und vor allem in der kleinen Proskestraße ein Engpass.

    Es gibt Verhinderer und Befürworter und Menschen, die sich eine offenere und vor allem zu Ende gedachte Planung wünschen. Wenn die Verwaltung aus der Veranstaltung in das Plenum mitnehmen könnte, dass die Beteiligung und damit das Intersse überdurchschnittlich hoch war, eine offenere Planung gewünscht ist und gewichtige Argumente gegen die aktuellen Pläne sprechen, hätte die Veranstaltung durchaus Sinn gemacht.

    Ich appelliere an den Stadtrat, den Beschluss zu überdenken, ein Konzept für die ganze Stadt zu entwickeln, Verkehrserhebungen zum Bedarf durchzuführen und die Argumente ernst zu nehmen. Außerdem dürft ihr euch noch in den Arsch beißen, dass ihr – soweit damals beteiligt – das Filetgrundstück in der Wöhrdstr. dem IZ zum Spottpreis in nichtöffentlicher Sitzung in den Rachen geworfen habt, so dass eine Brücke dort nurmehr schwierig anlanden kann. Argument am Mittwoch: lauter Privatgrundstücke!!!

  • mkv

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    Storm oder Sturm?

    Der Frühling kommt, der Himmel lacht, es steht die Welt in Veilchen.“
    Storm

    Stehen die Zeichen auf Sturm? Ein weiteres Bürgerbegehren bedeutete den finalen Nachweis, dass Verwaltung und Politik seit der jämmerlichen „Umsetzung“ des Bürgergutachtens nichts dazu gelernt haben bzw. sich weigern, gründlich dazu zu lernen.

    Das Wort „Bürgerbeteiligung“ kommt seit Schaidingers Zeiten als Euphemismus daher. Seine 18 Jahre haben die heute schon ergrauten Verwaltungspitzen so „nachhaltig“ geprägt, dass sie gar nicht mehr anders können, so mein Eindruck, nämlich:

    Der Bürgerschaft vozugaukeln, die könnten inhaltlich (!) miteinscheiden. Dabei meinen sie nur eine folgenlose „Anhörung“, um ganz patriarchisch („Wir wissen schon, was gut ist und was geht.“ – die Maxstraße lässt grüßen) das bereits (vermeintlich) Feststehende umzusetzen.

    Die Abwesenheit u.a. der Bürgermeisterin erscheint mutlos.

    Wieder ist eine Initiative aus der Mitte des Stadtrats gefragt, insoweit @ Richter zustimmend. Man könnte sich also ein Jahr für der Kommunalwahl durchaus profilieren, was z.B. den schrittweisen Gesamtumbau der Mobilität in R. angeht. Zum Beispiel bis 2030.

    Ziele – Strategien – Maßnahmen
    Trial and error
    Langfristig denken, planen und umsetzen

    P.S. Der Beginn der Unterschriftensammlung gegen das analoge „Obstgarten“-Monstrum am Spitz erscheint schon jetzt aus strategischen Gründen angezeigt. Es ist immer eine Entscheidung der Bevollmächtigten eines BüBe, nach Rücksprache mit der Bürgerschaft zu entscheiden, OB(!) und WANN die Unterschriften eingereicht werden.

  • Emil Schreier

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    Die lockeren Sprüche (Ihre Meinung kenn ich schon; Gemeinwohl dem Einzelinteresse voranstellen) des Nahmobilitätskoordinators sind bereits seit langen so oder so ähnlich von Seiten der Verwaltung nicht unbekannt. Es wird Zeit das die Verwaltung mal in sich geht und nachdenkt wer der Souverän ist und nicht nur Plattitüden posaunt.

  • WerAuchImmer

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    Ich bin bei Leibe kein großer Verwaltungsfan. Aber es schadet vielleicht nicht, sich ganz grob bestimmte Abhängigkeiten und Zusammenhänge vor Augen zu führen:

    Die Verwaltungsspitzen werden von der Politik in diese Ämter berufen, ggf. von der Politik auch wieder abgesetzt und sie erhalten von der Politik auch ihre Vorgaben. Und die besagen im vorliegenden Fall, dass offenbar nur eine bedingte Bürgerbeteiligung gewünscht ist.

    Die Regensburger werden schließlich nicht gefragt, was getan werden soll. Sie werden letztlich nur gefragt, wie ein von Seiten der Politik (möglicherweise auf Anraten der Verwaltung) geplantes Vorhaben umgesetzt werden soll. Es geht also nicht darum, ob an dieser Stelle eine Brücke gebaut werden soll, sondern nur darum, wie im Detail eine Brücke an dieser Stelle gebaut werden soll. Das soll die Verwaltung mit den Bürgern klären. Im Auftrag der Politik. Und weil es sich schon angekündigt hat, dass das kein Vergnügen wird, ist die Politik im Großen und Ganzen wohl gar nicht erst erschienen.

    Wer hat aber nun die Politiker, mit diesem scheinbar etwas eingeschränkten Verständnis von Beteiligung und dem mutmaßlichen Mangel an Mut gewählt? Wer hat der Verwaltung diese Vorgesetzten beschert? Wenn sich das doch nur in Erfahrung bringen ließe! Dann wäre bestimmt ein nicht geringer Teil der Verantwortung (nicht nur) in diesem Fall geklärt.

    Irgendjemand hat mal behauptet, jedes Land hätte die Regierung, die es verdient. Das wird schon auch für Stadtregierungen gelten.

  • Grieser Spitz- und Altstadtmaus

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    Fast niemand spricht sich doch ernsthaft gegen den gesellschaftlichen Konsens Fahrradverkehr zu fördern und zeitgemäße, urbane Konzepte zu entwickeln aus. Für wie dumm hält diese Verwaltung eigentlich ihre Bürger, wenn die ersten 15 Minuten zunächst einmal im Vortrag nur darauf abzielen den scheinbar ja unwissenden Anwesenden zu erklären, wieso Radverkehr der Verkehr der Zukunft in Städten sein muss, wie gefährlich Radfahren ohne echte Radverkehrskonzepte sein kann und wie gut es doch die Stadt mit den Bürgern meint, wie dreist aber jetzt viele Bürger angeblich ihre Individualintetessen verteidigen würden indem sie auch einmal emotional reagieren oder sich nur kleinlaut zu Wort melden um zum Ausdruck zu bringen und fragen:

    Was macht ihr hier eigentlich? Ein Wettbewerb begrenzt auf diese eine Trasse? Wieso? Wo ist das Gesamt-Konzept in welches so etwas eingebettet gehört? Wo sind die Radverkehrsanlagen überhaupt in der Proskestraße? Wo ab Grieser Steg? Wie sollen diese jetzt bereits bestehenden Nadelöhre für Fußgänger und Radfahrer (Prosekrstraße & Grieser Steg sowie Holzgartrnstraße/Paarstrasse mit DEZ-Transit-PKW-Verkehr) noch geschätzte 1900-2000 zusätzliche Radfahrer pro Tag aufnehmen können? Auf der Seite Paarstraße/Holgartenstraße gibt es ja keinerlei sichere oder angenehme Zufahrt für Radfahrer zum geplanten Steg? Kein Radweg, nur Rechts vor Links und parkende Autos am Straßenrand dazwischen? Sind sie schon einmal am Wochenende oder zur Rush-Hour zu Fuß über den Grieser Steg und über Proskestraße Richtung Altstadt? Macht Spaß mit den jetzt bereits vorhandenen Konflikten zwischen Rad- und konkurrierenden Fußgängern dort, oder? Ist diese Trasse wirklich die beste Lösung? Welche Probleme löst sie wirklich, welche neue schafft sie? Wieso verfolgt ihr nicht mehr die anderen Alternativen? Löst diese Trasse unser städtisches Radfahrproblem wirklich? Welchen Einzugskorridor hätte die Brücke überhaupt? Wirklich der ganze Stadtnorden, wie behauptet? Ein Rheinhausener/Lappersdorfer Fahrradpendler biegt also direkt vor der Protzenweiherbrücke links ab, quert den Regen, schlängelt sich durch Paar/Holzgartenstraße bis zur neuen Brücke um dann nach 5 Minuten Fahrtzeit und Umweg auch wieder am Grieser Steg Richtung Altstadt zu queren? Wirklich? Fahrradfahrer kurz vor oder östlich vom DEZ wohnen bevorzugen dann bestimmt alle die neue Brücke und nutzen nicht mehr die verhasste Nibelungenbrücke? Was ist eigentlich mit dem Umbau der Frankenbrücke zu erwarten, der ja schon bald beginnen soll? Was, die wird für Fahrradfahrer massiv ausgebaut und es sind auch Rampen auf den Rad und Fußgänger-Damm zur Holzgartenstraße gar geplant oder nur zu erwarten? Was der Radweg geht danach am am alten Tausendpfungelände direkt am Fluß bis zur Protzenweiherbrücke weiter? Der wird gerade schon gebaut dort? Warum ein paar hundert Meter weiter so viel Geld ausgeben und ein Naherholungsgebiet massiv verändern? Was kostet das alles, ist der Bedarf genau an dieser Stelle eigentlich gegeben den Fluss zu queren? Was, das grundsätzliche Konzept der Radverkerswege auf den man sich beruft stammt aus 2010? Haben wir 9 Jahre später noch die gleichen Bedingungen auf beiden Seiten? Was ist der Grieser Spitz eigentlich und was würde unwiederbringlich verändert oder gar zerstört werden durch diese Trasse? Der geplante, asphaltierte Weg für den Radverkehr von Brücke bis zum nächsten Querungspunkt Grieser Steg muss 4-5 Meter Breite haben und asphaltiert und beleuchtet werden? Seid ihr euch bewusst, dass es nicht nur um einen grünen Fleck für den Brückenkopf und Rampe am Spitz selbst geht, sondern dass ihr mit dieser Trasse die gesamte Uferpromenade, die von Joggern, Spaziergängern, Kinder, Touristen und und und zum Flanieren und Ruhen genutzt wird damit massiv in der Nutzung verändert und hier zukünftig Radfahrer mit Fußgängern konkurrieren? Bedeutet das noch Ruhe und Erholung? Was, der eine oder andere Baum und Ruhebank dieses Uferwegs, dieser kleinen schattenspendenden Allee im Sommer, müsste dann auch noch weg, um die neue Fahrradstrasse überhaupt zu ermöglichen? Wo bleiben dort eigentlich zukünftig die Fußgänger, Mütter mit ihren Kindern auf dem Weg zum Spielplatz neben eBikes & Co? Sind da nicht Unfälle unweigerlich vorprogrammiert? Die mögliche Breite und somit Ausweichmöglichkeiten sind ja begrenzt auf diesem Weg? Wie soll verhindert werden dass der Uferweg von Grieser Steg bis Steinerne Brücke nicht ebenso zur Transit-Strecke wird, fahren wirklich alle Radfahrer am Grieser Steg ab? Oder wird es diesen ruhigen Weg mit Blick auf Dom, Altstadt und historischer Brücke damit auch nicht mehr geben für Flanierer und Touristen? Aktuell ist da Fahrradfahren aus gutem Grund sogar untersagt, wie ist das zukünftig? Wie soll eigentlich verhindert werden, dass die zahlreichen Motorrollerfahrer, die jetzt bereits verbotenerweise den Grieser Steg täglich nutzen auch die neue Brücke nicht nutzen? Oder bedeutet das neben eBikes und eRoller dann zwangsweise auch nicht zu verhindernden motorisierten Verkehr am
    Grieser Spitz und am gesamten Uferweg entlang? Was ist mit dem Naherholungsgebiet, der Oase, der Ruhe mitten in einer Stadt, ist das nicht absolut einmalig und unbezahlbar wertvoll für alle Bürger? Ist der status quo dieses Areals aufgrund des Wertes nicht dringend zu erhalten für eine Welterbestadt? Und wie ist das eigentlich alles mit dem Welterbe, moderner Urbanität und nachhaltiger Stadtplanung zu vereinbaren? Die Brücke und der Brückenkopf am Spitz läge ja direkt an der Welterbe-Grenze, aber das Areal ab Bolzplatz ja bereits mittendrin? Kennt ihr die reale Nutzung und den Wert des Areals für alle Bewohner Regensburgs wirklich, oder geht ihr noch vor einer Annahme von ein paar Jahren aus? Hat sich das nicht massiv in der Nutzung und Annahme der Bürger geändert die letzten Jahre, hier liegen nicht nur ein paar Grünen-Wähler mit ihrer Decke und Buch in der Sonne mittlerweile? Die Nutzung ist vielfältig und das Areal kontinuierlich frequentiert. Wird das Areal wirklich nur von Anwohnern so geschätzt und übertrieben geschützt oder ist das nicht eines der wichtigsten und schönsten Naherholungsgebiete der Altstadt für alle Bürger, aller Stadtviertel? Liegt die Brücke nachts nicht in einem Bereich, der aufgrund der Abgeschiedenheit eher Angst bei Bürgern hervorruft diese ab Sonnenuntergang oder Nachts zu nutzen auch wenn alles beleuchtet wird, Brücke und Alle-Zufahrt ab Grieser Steg am Ufer entlang? Gibt es nicht viel sinnvollere Trassen, die das wertvolle Naherholungsgebiet unverändert erhalten würden und doch schnellen Fahrradzugang von Norden in die Altstadt ermöglichen und vielleicht sogar in der Summe sogar weniger kosten und sinnvoller in ein Gesamtkonzept der Stadtplanung einzubetten sind? Neben Frankenstraße gibt es da doch noch zwei weitere, geprüfte Alternativen, die vielversprechend sind alles zu vereinen? Mit einer in Aussicht stehenden und im Stadtrat bereits entschiedenen Stadtbahn wäre die wichtigste Führung dieser durch die Wöhrdstraße sicher und die Wöhrdtraße wird dadurch sicher zu einer verkehrsberuhigten Straße? Wäre das dann nicht ideal für den zukünftigen Fahrradverkehr und alle Argumente gegen diese Trasse Nummer 5 (Landung Brückenkopf zur direkten Einmündung in Wöhrdstraße), die im Planungsbeschluss seitens des Tiefbauamtes angeführt werden, wären somit doch hinfällig (fehlende und unzureichende Radverkehrsmöglichkeiten in Wöhrdstraße)? Ist dieser Wettbewerb ohne ja scheinbar wirklich schlüssiges Gesamtkonzept und bezogen nur auf diese eine Trasse wirklich sinnvoll, um eine echte, nachhaltige und vor allem die beste Lösung für diese Aufgabenstellung und für unsere Stadt und deren Bürger zu finden bei all den Nachteilen und Eingriffen in ein einmaliges, innerstädtisches Naherholungsgebiet? Hat der Stadtrat sich denn wirklich ernsthaft und mit allen Facetten im Sinne einer modernen Stadtentwicklung mit der gesamten Thematik auseinandergesetzt, als dieser Beschluss gefasst wurde oder basierte die Entscheidung womöglich nur auf der vom Tiefbauamt gelieferten Argumentation und Einschätzung der rein geprüften Trassen, die eben auf alle geprüften Trassen gleichermaßen und ganz besonders auch die jetzt favorisierte Grieser Spitz Trasse bei genauer Betrachtung bezogen werden kann? Sind Argumente wie „möglichst zu verhindernde Eingriff in Natur und Uferbereich“ oder aber „fehlende Radverkehrsanlagen im Anschluss“ und „zu erwartende Konflikte aufgrund von Lärmemission und Sichtbeziehungen“ nicht auf die Spitz-Trasse mit einer Wegführung entlang an Ufer und ebenso entlang von Wohnbebauung ebenso anzuwenden? Zusätzliche Lärmemission und bauliche Eingriffe in einem ruhigen und grünen Naherholungsgebiet scheinen ja hier irgendwie keine Hürde in einer amtlichen Argumentation für diese Spitz-Trasse zu sein, für andere Trassen aber Grund diese nicht weiter zu verfolgen? Wieso spielt eigentlich das Amt für Stadtentwicklung kaum eine Rolle in den ganzen nachzulesenden Überlegungen? Ist das nicht echte Stadtentwicklungs-Thematik, eine interdisziplinäre Herausforderung die beste Lösung zu ermitteln und auch den echten Bedarf für so eine Brücke zu ermitteln? Geht ein federführendes Tiefbauamt hier nicht nach ganz anderen Kriterien bei einer Bewertung vor? Was ist da eigentlich schon wieder los, wieso tut sich Regensburg einfach so hart mit einer echten, ernstgemeinten Bürgerbeteiligung und nachhaltigen Stadtkonzepten? Wieso das eine gegen das andere ausspielen, gibt es keine Lösung um beiden gerecht zu werden? Die gäbe es vielleicht, würde womöglich auch nicht unbedingt teurer sein, aber aufwendiger in der Beantragung und Genehmigung weil verschiedene Player wie ein Wasserwirtschaftsamt mit einbezogen werden müssten?

    Viele Fragen, in der Tat. Kaum eine davon konnte weder in der Bürgerversammlung mit Bürgermeister(in) Maltz-Schwarzfischer und Jürgen Huber und Amtsleitern noch in der fast 5 (!) stündigen Inforamtionsveranstaltung von den zuständigen Behörden nicht einmal halbwegs zufriedenstellend beantwortet werden. Wie soll so etwas auf die Bürger wirken? Wie fühlen sich die Bürger, die so etwas fast in Stein gemeißeltes vorgesetzt bekommen, die aber zur Beteiligung aufgerufen werden und jegliche Beteiligung dann aber als egoistische Vertretung von Einzelinteressen im Hintergrund abgetan wird? Sind Bürger dieser Stadt mit berechtigten Fragen, Interessen und Bedürfnissen gleich Wutbürger oder Verhinderer, wenn sie nicht die Meinung eines Stadtratsbeschluss oder einer Behörden-Argumentation mittragen?

    An Stelle sich mit den echten Herausforderungen und Konflikten einer modernen und ganzheitlichen Stadtplanung wirklich und ernsthaft auseinanderzusetzen, beginnt gerade ein perfides Spiel in welchem Interesse gegen Interesse, Bedürfnisse gegen Bedürfnisse und Ängste oder Bedenken gegen Ängste und Bedenken ausgespielt werden.

    Welches Recht soll den mehr zählen und für wen? Das Recht auf Naherholung, auf Natur und Freiheitsareale in der Stadt, das Recht auf moderne Radkonzepte, schneller Wege und autofreier Stadtplanung? So zu denken und zu handeln kann keiner guten Stadtplanung und dem Gemeinwohl aller Bürger gerecht werden.

    Wir brauchen schlüssige Gesamtkonzepte für unsere Stadt der Zukunft. Die Stadt Regensburg beweist leider an diesem Punkt abermals aufs Neue und bitter eindrucksvoll, wie hart man sich nachbebe vor tut über einen gewissen Tellerrand hinauszusehen und vielfältige und auch verschiedenartige Bürgerinteressen zu vereinen.

    Die unreifen Überlegungen zur Grieser-Spitz-Trasse und das aktuelle Vorgehen der Stadt hier einen einseitigen Wettbewerb auszuloben sind so nicht tragbar. All diesen Überlegungen und Fragen werden sich auch die gewählten Vertreter im Stadtrat stellen müssen, wenn sie es wirklich ernst meinen mit einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung für die Bürger, deren Stadt das ist.

    Von daher: Grieser Spitz in dieser Einzigartigkeit für alle Bürger erhalten, moderne Radfahrkonzepte realisieren. Aber beides darf nicht plump gegeneinander ausgespielt werden – wenn nicht alle verlieren sollen.

  • R.G.

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    @Emil Schreier
    Jeder Bewohner einer innerstädtischen Fußgeher- und Radfahrerzone weiß, dass unmotorisierte Menschen durchaus störenden nächtlichen Lärm verursachen.
    Wer unter Rad- und Fußgeher-Überführungen nachschaut, kann allerhand Müll entdecken und zu verstehen anfangen, dass manches, wenn es von oben heruntergeworfen kommt, ernsthaft verletzen kann.
    Romantisierende Vorstellungen von tausenden friedlich und schweigend radelnden und gehenden Regensburgern zeigen Realitätsferne.

  • Mathilde Vietze

    |

    ‚Es ist grundsätzlich zu begrüßen, wenn engagierte Bürger sich einmischen
    und konstruktive Vorschläge bringen. Leider gibt es aber auch diejenigen,
    die von Haus aus immer gegen alles sind. Und denen darf auf keinen F’all
    auch noch eine Bühne geboten werden.

  • Ralf B.

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    Es gibt seit Jahren immer wieder Gemunkel und Behauptungen von Mietern im Neubaugebiet, dass angeblich den Käufern der Objekt dort vertraglich damals zugesichert worden wäre, dass genau diese Brücke zum Spitz käme. Zumindest wurde in Makler-Gesprächen das auch als Nahanbindungsargument immer wieder verwendet. Kann so etwas vertraglich überhaupt möglich sein? Ich vermute nicht, aber wäre schon einmal interessant zu wissen, was da genau Sache ist und wer die Hand auf den Objekten hatte. Ein Teil scheint ja kirchliche Erbpacht zu sein, der Rest gehört zu welchem Baulöwen?

  • Markus Frowein

    |

    Besser kann man den Unwillen, Bürgerbeteiligung zuzulassen, gar nicht ausdrücken:

    Die Bürgermeister(-innen) kommen erst gar nicht, die wenigen Entscheider sagen nix
    und die Zwei, die das eh nicht entscheiden können, werden an die Front geschickt …

  • Armin

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    Ich finde es wichtig, dass sobald die radinfraskturkur an dieser Stelle ausgebaut wird, das gleich langfristig sinnvoll gelöst wird und da is die Verbindung in die whörd Straße einfach die schnellere Nord Süd Strecke und daher zu bauen mit „nur“ einer abfahrt nach Stadtamhof.

  • R.G.

    |

    Zu:
    “ Leider gibt es aber auch diejenigen,
    die von Haus aus immer gegen alles sind. “
    Meine Antwort:
    Leider gibt es aber auch diejenigen,
    die von Haus aus immer FÜR alles sind.

    „Und denen darf auf keinen F’all
    auch noch eine Bühne geboten werden.“
    Ja, diesen beiden Gruppen soll keinen Fall noch eine Bühne geboten werden!

  • R.G.

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    Kennt jemand eine Autostraße, Fahrradtrasse, einen Fußgeher-Kinderwagen-Radweg mit Spitzkehre im Gefälle und Gegenverkehr, die nicht deutlich unfallträchtiger als andere Strecken mit sanfteren Kurven oder gerader Streckenführung sind?

    Kann jemand eine vergleichbare Kehre in ähnlicher Neigung auf autoloser Strecke mit dem Rad fahren und filmen, bzw. an einem entsprechenden Punkt Beobachtungen machen, um danach die reale Fahrlinie zu rekonstruieren? Meine Erinnerung sagt, entlang des Straßenrandes fährt kaum einer, über die Mitte der Großteil.

    Weiters, wohin plant Regensburg die für diesen Steg „ungeeigneten Rollstuhlnutzer“? In eine Straße, die angeblich jetzt schon Radfahrern und Fußgehern nicht zugemutet werden soll?

  • Radliebhaber

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    Parks und Grünanlagen gehören zur Substanz einer Stadt. Nur im äußersten Notfall dürfte man sie stören oder zerstören. Dieser Notfall ist hier nicht gegeben. – Ironisches Beispiel: Warum bauen wir keinen Radschnellweg durch den Dörnbergpark? Wir verzichten auf kurze Wege zugunsten von Atmosphäre! Stille, Ruhe, Erholungswert sind Güter, die insbesondere in einer wachsenden Stadt unendlich wertvoll sind. Es handelt sich hier nicht um Partikularinteressen, sondern um das Wohl der ganzen Stadt. Eine Stadt wird durch Flächenfraß Stück für Stück zur Häuserwüste.

  • Payer Albert

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    Der Vorschlag vom Kollegen Eckert ist interessant, weil er den Gries umgeht, rückt aber schon sehr nah an die Nibelungenbrücke.
    Warum muss man sich den Zwängen und damit verbundenen Kosten der Schifffahrt unterwerfen, die auch für die Radler mit anstrengenden Steigungen verbunden sind.
    Warum kann der Steg nicht unproblematisch und kostengünstig über den bestehenden und gerade ausgebauten Spitz an den Bäckerschen Höfen und dem Kanal auf die Protzenweiher- Brücke geführt werden? Dann kann sich der Radler zwischen Grieser Steg oder Steinernen Brücke entscheiden und der Grieser Spitz wäre außen vor.
    Das eigentliche Problem der städtischen Trasse ist nicht der geplante Steg, sondern die notwendige asphaltierte Anbindungsstraße zum Grieser Steg, die eine Nutzung durch Fußgänger mit Kindern ausschließt und die Idylle zerstört.
    Gerade in Hinblick auf den Neubau der Neuen Regenbrücke
    wäre diese Alternativtrasse für Radfahrer bestens geeignet.

  • R.G.

    |

    @Payer Albert
    Wenn man sich als Laie nur die Außenansichten der Projekte Ihres Büros ansieht, vermittelt sich einem das Gefühl, diese Planer verstanden es, konsequent in Rücksicht auf das rundum Gegebene moderne Lösungen „für den Menschen“ zu gestalten.

    Das Wort solcher Könner sollte von den Stadtoberen doch geschätzt werden.

  • Siedler

    |

    Ich kann die Verunglimpfung der städtischen Mitarbeiter in diesem Forum nicht nachvollziehen. Letztlich versuchen sie, ihre Arbeit zu machen und die Stadt weiterzuentwickeln.

    Wie in der Diskussion raus kam, sind vor allem zwei Konflikte beim Brückenbau zu berücksichtigen. Die Bürger Stadtamhofs wollen ihre Rückzugsoase am Griesser Spitz erhalten und haben Angst vor der abstrakten Zahl von circa 2000 Fahrradfahrern. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die meisten Bürger von Stadtamhof grundsätzlich gegen eine Brücke wären. Auf der anderen Seite will eine Mehrzahl der städtischen Bürger eine schnellere Verbindung und eine sichere (über Kinder wurde gar nicht gesprochen) Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden (und nicht unbedingt zum Grieser Spitz).

    Meiner Meinung nach sollte die Brückenvariante vier kompromissfähig sein. Sie hätte den Vorteil, den Pendlerstrom direkt in die Wöhrdstraße zu leiten und dieser müsste nicht über den Griesser Spitz abgeleitet werden. Ein Zugang zum Griesser Spitz müsste durch diese Holzgartenbrücke nicht erfolgen, wenn dann evtl. nur für Fußgänger. Dadurch würde die proklamierte „Ruhe des Spitzes“ erhalten bleiben und trotzdem große Pendlerströme vom Norden in den Süden kommen. Auch Eine gestalterische Komponente des Zugangs zur Wöhrdstraße würde dem Areal gut tun.

    Ich hoffe nur, dass die Bürger Stadtamhofs auch kompromissbereit sind und nicht dogmatisch ihre Interessen gegenüber einer weitaus größeren Zahl an Befürwortern des Stegs aus anderen Stadtteilen vertreten. Hier können sie dann nämlich wahrlich Bürgerbeteiligung zeigen.

  • Siedler

    |

    @thomas Eckert

    Spitzenentwurf!
    Der würde alle Interessen vereinen. Ich würde allerdings den Grieser Spitz nur für die Fußgänger zugänglich machen. Es müsste trotzdem die Wöhrdstrasse besser geeignet für Fahrradfahrer werden …

  • R.G.

    |

    @Siedler
    Sie schreiben: “ Letztlich versuchen sie, ihre Arbeit zu machen und die Stadt weiterzuentwickeln.“
    In der Vergangenheit stellte man den Leuten etwas vor die Nase.
    Man baute für die Städte, nicht unbedingt für die Menschen.

    Ein Großteil der Planer im Hochbau ist inzwischen fähig, Kunden- und Anrainerwünsche grundsätzlich zu verstehen, auf sie einzugehen. Mediations- und Kommunikationsfortbildungen werden gerne dazugenommen. Wie steht es im Brücken- bzw. Tiefbau?

    Ehrlich gemeinte und von Fachmenschen gut begleitete Bürgerbeteiligungsprozesse lassen in der ersten Phase alle planungsbezogenen Wortmeldungen als gleichwertig dastehen. Es wird nicht sofort nach einer Aussage gewertet. Beleidigtheit der Erdenker einer vorgeschlagenen Variante erhält keinen projektentscheidenden Platz.

    Der Prozess der Meinungsentwicklung wird wesentlich auch davon beeinflusst, wie dialogfähig die Fachleute sind.
    Auf den Webseiten der Architekturbüros sieht man bereits bei den Texten unter ihren Projekten, ob sie sich einer Wortsprache bedienen, die sich dem Laien gerne verständlich macht.

    Welche Grundhaltung nehmen die Planungsbeamten der Stadt ein?

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Siedler“ – das war der vernünftigste Kommentar, den ich in letzter
    Zeit zu diesem Thema gelesen habe. Es ist m.E. verwerflich, die städti-
    schen Mitarbeiter in Bausch und Bogen schlechtzureden.

  • corazondemelon

    |

    Mal abgesehen davon, dass ich den Entwurf von Herrn Eckert weit besser finde als das zur Diskussion stehende Modell, und den Einwurf von Herrn Payer als sehr klug empfinde. möchte ich schon darauf hinweisen, dass die Brücke – egal in welcher Variante – nicht zu Ende gedacht ist.

    Es fehlt an der durchgängig gedachten Fahrradstraße, sowohl von Norden als auch ab der Wöhrdstraße. Durch diese wird tagsüber vom RVV alle 40 Sekunden ein Bus geschickt. Dazu kommt der ganze Durchgangsverkehr von Norden, bald (?) auch noch eine Straßenbahn. Die Wöhrdstraße ist seit ein paar Jahren auf 30 km/h begrenzt, weil es einfach nicht mehr anders ging.

    Kurz vor dem Schild, das den Beginn der Umweltzone an der Brücke anzeigt, hat die Stadt kürzlich die zulässige Höchstgeschwindigkeit per neuem Schild wieder auf 50 km/h erhöht. Der Fahrradweg unterm Kolpinghaus ist der Sanierung des Schwanenplatzes allerdings zum Opfer gefallen. Hier kommt es zu haarsträubenden Überholmanövern, Fahrradfahrer sind maximal gefährdet. Und das passiert in der Umweltzone unter einer rot- grünen Regierung. Fahrradfreundlich geht anders, wer entscheidet denn sowas?

  • Shorty

    |

    Ich finde die beiden Vorschläge von Thomas Eckert und Herrn Payer als konstruktive und gute Alternativvorschläge zu der von der Stadt vorgestellten Planung. Die beiden Vorschläge hätten den Vorteil und Charme, dass sie wohl ohne große Rampen auskommen sollten.
    Der Plan von Herrn Eckert würde dem Grieser Spitz eine große Rampe ersparen und böte die Möglichkeit, zur Wöhrdstraße zu verlängern und damit den zu erwartenden Radverkehr zwischen Wöhrdstraße und Grieser Spitz aufteilen.
    Damit wäre eines der Hauptargumente der Gegner einer Einbindung des Grieser Spitzes (Stichwort „Rampenmonster“) mit einem Schlag vom Tisch. Wenn dann immer noch weiter dagegen protestiert werden sollte, würden sich Herr Cerrull und seine Mitstreiter als das entlarven, was ihnen manchen Befürworter vorhalten. Nämlich aus Prinzip und Egoismus gegen alles zu sein, was den Grieser Spitz bzw. Stadtamhof verändert. Sollte jedoch ein derartiger Kompromiß auch von den bisherigen Gegnern mitgetragen werden, dann wäre ihr Einsatz alle mal ehrenwert gewesen.
    Der Stadt Regensburg sollten etwaige Mehrkosten aufgrund des hohe Mehrwertes von diesen Alternativlösungen nicht abschrecken.
    Und das wäre dann mal eine echte Bürgerbeteiligung, statt einer Alibi-Veranstaltung mit fixer Trassenvorgabe.
    Abschließend noch eine kurze Anmerkung zum Fernbleiben der Politik auf der letzten Präsentation der Verwaltung:
    Wo war denn eigentlich der Bürgermeister Huber von den Grünen? Dieser glänzt seit geraumer Zeit durch Fernbleiben von derartigen Terminen, wo doch seine Anwesenheit dringend geboten wäre. Sollte dies krankheitsbedingte Ursachen haben, würde dies natürlich das Fernbleiben entschuldigen.
    Andernfalls sollte er darüber nachdenken, ob ihm der Bürgermeister-Anzug wirklich passt!

  • Ralf B.

    |

    @Shorty: Viele der Stadtamhofer fühlen sich wohl vermutlich eher missverstanden, wenn ich deinen Beitrag so lese. Gestalt und Wirkung der Brücke ist nicht oder schon lange nicht mehr deren Hauptproblem, das haben nur die wenigsten und auch die Stadtverwaltung noch nicht so ganz verstanden. Vielen Bürgern und zwar aus allen Stadtteilen, die den Spitz und die Uferwege nutzen, geht es eher darum, dass mit diesem Eingriff automatisch ganz andere Veränderungen einhergehen werden. Das Ende einer solchen Trasse ist ja nicht der Brückenkopf und die Abfahrtsrampe die Herr Bächer immer gerne nur betont, sondern gerade eben die oft unter den Teoppich gekehrten weiterführenden, neu zu bauenden Radwege am Donauarm entlang Richtung Grieser Steg und Steinernerbrücke, die das eh schon sehr schmale Gebiet deutlich verändern werden und überraschenderweise nicht zum positiven, was Naherholungsaspekte betrifft. Darüber hinaus ist das keine reine Stadtamhofer-Wutbürgersache, wie die Stadt und Medien bislang gerne glauben machen, sondern eben weil dieses Gebiet von allen Bürgern genutzt wird eine breite, burgerschaftliche Ablehnung oder eben auch Begrüßung. Aber es ist halt für alle Seiten immer einfacher auf sich gegenseitig mit dem Finger zu zeigen, bevor man sich mit Argumenten auseinandersetzt, die es in dieser Sache massig gibt.

    Und wenn es sogar bessere Alternativen gäbe oder sogar gibt ohne große Negativeffekte, dann ist doch klar wohin die Reise gehen sollte.

    Daher nochmals: Naherholung in Städten ist ebenso ein Anliegen aller, wie sinnvolle Radfahrtrassen. Diese Themen betreffen alle Bürger und es obliegt der Stadt beides zu ermöglichen. Es muss halt am Ende Sinn ergeben und nicht gleich beim ersten Eindruck ein „braucht’s des?“ hervorrufen. Ja, des braucht’s und zwar beides. Aber nicht zwingend auf Kosten gegenseitiger Verschlechterung statt Verbesserung.

    Was sagen die Befürworter eigentlich zum Ausbau Frankenbrücke, Vorschlag von Herrn Payer oder Herrn Eckert? Alles drei Alternativen, eine sogar mit echtem Vorteil für Radverkehr weil einerseits der direkte Weg in die Wöhrdstraße, die mit der Stadtbahn fahrradfreundlicher werden muss, einfacher und komfortabler sein könnte und mit Herrn Eckerts Vorschlag auch eher fahrradfeindliche Steigungen, die solch eine Brücke mitbringt, auf die Länge besser kompensiert. Plus direkter Zugang zu Stadtamhof für Fußgänger und nichts muss entlang des Ufers verändert werden. Klänge doch ideal für alle.

    Meinung der Befürworter? Sind diese eigentlich kompromissbereit? Ich bin gespannt 😀

  • Ex Regensburger

    |

    Mal ganz egoistisch und unreflektiert aus dem subjektiven Erleben:
    Wenn ich mit dem Rad aus der Altstadt kam und z.B. nach Reinhausen fahren wollte, dann ging das in den letzten Jahren über den Grieser Steg oder die Steinere u. Protzenweiherbrücke immer ganz gut. Das lästige Nadelöhr ist für mich die Straßenführung um das Kolpinghaus. Von daher brauche ich da keine Riesenbrücke am Grieser Spitz, die – wie viele richtig ausführen – nur eine weiter Naturzerstörung zur Folge hätte.
    Übrigens: Egoistische Motive kann man mir nicht vorwerfen, ich wohne nicht in der Gegend. Punkt.
    Und dass die Anwohner da „egoistische Motive“ haben ist durchaus legitim, wer z.B. im Stadtwesten wohnt, ist auch nicht so betroffen davon.
    Mein Fazit: Den Schmarrn brauchts net.

  • R.G.

    |

    Was unterscheidet Regensburg im Luftbild von anderen Städten mit Flüssen vor nahen Hügeln?
    Es sind die Spitze und schmalen Uferstreifchen!

    Wer würde die Alleinstellungsmerkmale einer Stadt freiwillig durch eine konkurrierende Betonform entwerten wollen?

  • Progel

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    dann belässt man den Grieser Spitz eben und schafft nur eine Donau-Querung von der Wöhrdstr. aus – where is the problem?

  • hf

    |

    Ich – wohnhaft in Kumpfmühl – war Jahre lang als Berufsradler in der ganzen Stadt unterwegs. Sowohl die Trasse Steinerne-Protzenweiher als auch die Nibelungenbrücke sind sehr leistungsfähige Radverkehrsbrücken. Der Zeitgewinn durch einen weiteren Steg dazwischen wäre minimal und würde ein Nadelöhr am Grieser Steg erzeugen, das niemand braucht.

    Und nur um zu beweisen, dass ich hier niemandem irgendwohin kriechen möchte: Was i.m.h.o. dringend nötig ist und die Stadtentwicklung geradezu behindert, ist die fehlende Westrasse! Nach wie vor gibt es keinen barrierefreien Korridor zwischen Altstadt und Dultplatz und das scheinheilige Welterbe-Ensemble-Gewäsch der Verhinderer-Verbände geht mir seit dem Bau des neuen Museums links rein und rechts raus. Eine schlanke, vom Hochwasser überströmbare Stahlkonstruktion für einen autonomen Mini-E-Shuttelbus statt Rampenklotz für Setra-Monster und gut isses!

    Spart sicher auch eine Menge Fahrradfahrten…

  • highwayfloh

    |

    @all:

    Mein Kommentar wird etwas länger, ich bitte um Verständnis.

    @Frau Vietze:

    Ich habe mir lange überlegt einen Kommentar zu diesem Thema abzugeben, aber nachdem ich nicht nur hier auf der Plattform sondern auch Ihren Leserbrief in einem hiesigen Print-Medium gelesen habe, komme ich darin nicht umhin.

    Zuerst möchte Ich Ihnen sagen, dass ich durchaus Respekt vor Ihrem politischem Engagement etc. habe aber dennoch muss ich Ihnen bezüglich Ihrer Rückschlüsse zu diesem Speziellen Thema widersprechen, hierzu bedarf es allerdings dass ich etwas aushole:

    Frau Vietze, Sie kritisieren, dass es diverse „Eigenbrötler“ gibt, die alles blockieren und nur ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen, mal von mir so persönlich zusammengefasst. Hmh, das Gleiche kann man der Politik – quer über alle Parteigrenzen hinweg – ebenso vorhalten: „Betreiben von Klientel-Politik zugunsten des eigenen Machterhalts und lukrativer politischer und damit verbundener ziviler Posten (z.B. in Vorständen und Aufstichtsräten)“.

    Einerseits wird seitens der Politik im allgemeinen die heutige Politikverdrossenheit beklagt, andererseits wird entsprechendes Engagement kritisiert und auch (bewusst?) boykotiert, siehe Bürgerbegehren und um ganz aktuell zu sein, die ganzen Fridays-for-Future“-Demos.

    Es steht doch zweifellos fest, dass die Jugend uns überleben wird und die Folgen von dem ausbaden muss, wass die „Alten“ heute politisch und wirtschaftlich beschliessen. Von der Politik und der Wirtschaft wird jedoch zugleich gefordert, dass diese sich verstärkt in das politische, wirtschaftliche und gesellschatfliche Leben einbringen soll (und nicht nur die Jugend), wird dies aber dann getan ist es offenbar auch wieder nicht recht. Zugleich besteht die Forderung nach immer mehr Flexibilität und dass man kein Schubladendenken betreibt… .

    Hier hat die Politik im allgemeinen (weltweit!) entsprechenden Nachholbedarf, was diese Flexibilität anbelangt! Es muss endlich in den Köpfen der Verantwortlichen ankommen, dass wir – egal ob lokal, regional, überregional, national, international und global – so viele massive Probleme zu lösen haben, dass dies nicht Alleingang, sondern nur MITEINANDER (!) geschehen kann und zum Erfolg führen wird. Die Zeit der „Alleinherrschaft“ ist auch in der Politik ein für alle mal vorbei!

    Wären in der Nachkriegszeit hier in Regensburg nicht einige mutige Bürger gewesen, welche die damals angedachte autogerechte Stadt verhindert haben, wären wir NICHT Weltkulturerbe und unsere lebenswerte Stadt damals für alle Generationen unwiderbringlich zerstört worden! Diesen Bürgern gebührt für alle Zeit unsere tiefste Hochachtung und unser tiefster Dank für Ihren damaligen Mut und Weitblick für nachfolgende Generationen!

    Ebenso verhält es sich mit dieser Radbrücke. Nur weil es die jetzigen Machthaber für sinnvoll erachten, heisst es noch lange nicht, dass dies in der Zukunft der Fall sein wird und schon gar nicht für die nächsten 2 – 3 Generationen.

    Es obliegt allen Verantwortlichen besonnen und verantwortungsvoll zu handeln und dies ist ebenso ein sehr kritikwürdiger Punkt:

    Unanbhängig von Parteizugehörigkeit wird nur danach gehandelt, dass man sich sein Mandat möglichst wieder sichert, anstatt sich an dem geleistetem Amtseid und dem Begriff „Staats-Diener“ und „zum Wohle des Volkes zu handeln und zu Dienen“ zu orientieren.

    In diesem Zusammenhang bedauere ich es wirklich, dass es bislang noch nicht den Mut gegeben hat, die entsprechenden Volksvertreter entsprechend des Zuwiderhandelns gegen den geleisteten Eid zu verklagen und leider ist unsere Justitz noch nicht so weit, dies auch so zu handhaben und zu ahnden – mit persönlicher Haftung! Umgekehrt funktioniert dies ja sehr wohl, denn der Steuerzahler zahlt auch Miss-Entscheidungen der Politik und kann sich nicht wehren! Dies kann und darf zukünftig nicht mehr sein, ansonsten wird der Groll noch größer und den wiederaufstrebenden radikalen Kräften wird Auftrieb gegeben.

    Ich wünsche mir daher: besonnene politische Vertreter, welche in der Lage sind, Ihr Kasten- und Schubladendenken zu überwinden und entsprechend dem geleistetem Amtseid zum Wohle der Allgemeinheit zu handeln, dies parteiübergreifend.

    Es bricht sich doch niemand etwas ab, eine gute Idee des anderen zu Unterstützen und zuzugeben, dass die nicht von einem selbst stammte. Das nächste mal, wird dafür der politische Gegner eher bereit sein einen Kompromiss einzugehen etc. etc. Man muss es nur wollen!

    Und um den Kreis zu schliessen:

    Genauso ist die Thematik des Rad-Stegs zu behandeln … besonnen und wohlüberlegt, aber nicht zum Zwecke, dass im bevorstehenden Bürgermeisterwahlkampf damit schon auf Stimmenfang gegangen wird.

    Unsere Stadt wurde mit dem neuen „Museum“ (meiner Meinung nach sieht das sanierte Parkhaus Peterstor besser aus) vergewaltigt – meine Meinung! Gegen ein Museum hätte niemand etwas gehabt, aber warum so ein Unding an diesem empfindlichem Platz? Jedem privaten Hausbesitzer wird vorgeschrieben, wie hoch der Kniestock sein darf und wie der Gartenzaun auszusehen hat und bei Verstößen wird rigroros vorgegangen und da hat es geheissen, dass die Stadt bezüglich der Umsetzung keine Handhabe hatte? Wers glaubt wird seelig!

    Warum hat sich die Stadt nicht bemüht das Museum verträglich entwickeln zu lassen, so dass sich die Fassade und der Komplex am Salzstadel orientiert hat (auch von den Dimensionen her?) Verwunderlich ist, dass die UNESCO dieses Monster genehgmigt hat, aber bei einer neuen Donaubrücke mit der Aberkennung des Weltkulturerbes droht… .

    Sehen Sie Frau Vietze, es ist wichtig – auch wenn es schwer fällt – analog einer Hofübergabe – loszulassen und den jungen eine Chance zu geben, denn die sind es, die es letztendlich „ausbaden“ müssen, was „wir“ ihnen an „Dreck“ hinterlassen …

    Ich hoffe inständig, dass die Menscheit insgesamt, es zeitnah schaffen wird, das nach wie vor vorhande „ich zuerst“-Denken und Handeln abzulegen und es mit dem „Gemeinsam sind wir stärker“ zu versuchen. Denn das größte gemeinsame vielfache ist rein von der Logik her schon ertragreicher als der kleinste gemeinsame Nenner!

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Frau Vietze, sowie allen Lesern und Mitkommentatoren (auch den weiblichen / diversen) ein frohes und gesegnetes Ostern.

  • highwayfloh

    |

    @Frau Vietze & @ll – mit Verlaub noch ein Kurzer nachtrag ob einer Bausünde in diesem Zusammenhang:

    Königswiesen Nord

    Ich bin in diesem Stadtteil groß geworden, bin aber im Nachhinein froh, dass ich NICHT in den Hochhäusern aufgewachsen bin, sondern in den Gebäuden zur Parkseite hin und auch noch die alte Wetterstation erleben konnte…. .

    Unvergessen auch die Rodelpartien von ganz oben durch den Park bis hinunter an die Felder der damals noch nicht existenten Dr.-Gessler-Straße, deren Errichtung ich ebenso als Kind erlebte. Ja, ich kenne noch, dass man zur Donau noch über die Feldwege gefahren ist, mit dem Fahrrad und es im damaligen Bahnhof Prüfening noch die vom Schrankenwärter per Handkurbel betätigte Bahnschranke gab.

    Bis heute gibt es mir einen Stich ins Herz, wenn ich auf Regensburg auf der Autobahn aufs Autobahnkreuz zufahre und dann „Little-Manhatten“ sehe …. ebenso blutet mir das Herz, dass die hiesige Politik NICHT gewillt ist, dass wirklich schützenswerte Kleinod in im Königswiesener Park (das Gärnterhäusl) unter Schutz zu stellen und zu sanieren und darin ein Kultur- und Begegnungszentrum zu eröffnen, wie es schon von diversen Seiten angedacht und vorgeschlagen wurde. Dafür ist angeblich kein Geld da… aber für – mit Verlaub – manch anderen Mist, den niemand wirklich braucht und will, komischerweise schon … .

  • Mathidle Vietze

    |

    Verehrter Highwayfloh – ich danke Ihnen für Ihre respektvollen Worte. Königswiesen-
    Nord war eine Bausünde, die sich niemals wiederholen darf. Deshalb bin ich sehr
    dankbar, daß damals d r e i engagierte Stadträte durch ihr Veto verhindert haben,
    daß die Grieser Brücke sechsspurig ausgebaut wird.
    Ich selbst bin in einer Bruchbude im Glasscherbenviertel aufgewachsen.
    Ihnen alles Gute und sonnige Frühlingstage.

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