„Die Gegner des Tunnels sind widerlegt”

Vor drei Jahren vom Gries entfernt, jetzt wieder aktuell: Modell der Riepl-Röhre. Foto: ArchivDie Diskussion ist eröffnet – so sich denn in der Regensburger Rathaus-Koalition ein Diskussionspartner findet. In der Debatte um eine Ersatztrasse für die Steinerne Brücke haben die Freien Wähler eine Machbarkeitsstudie für einen Tunnel vorgelegt (PDF-Download). Ergebnis: Für maximal 17 Millionen Euro sei ein einspuriger, 480 Meter langer Tunnel zu haben – ohne Beeinträchtigungen für den Grieser Spitz, ohne Gefährdung des Welterbetitels und unter Einhaltung aller relevanten Sicherheitsvorschriften. Reine Bauzeit: zwölf Monate. Zum Vergleich: Die Westtrasse wird derzeit mit 13 Millionen Euro veranschlagt. Nicht, dass der Tunnelvorschlag etwas Neues wäre, aber so der Fraktionsvorsitzende Ludwig Artinger: „Die Verwaltung wurde damit beschäftigt, diese Lösung kaputt und tot zu schreiben.” Erstmals 1998 hat Stadtrat Günther Riepl eine Tunnellösung ins Feld geführt. Zwei Jahre zuvor war die Steinerne Brücke nach einem Bürgerentscheid für den Pkw-Verkehr gesperrt worden. Schnell sollte Ersatz her. Brücken wurden diskutiert, der Tunnel – damals bekannt als „Riepl-Röhre” – als absurde Idee abgetan. „Bevor ich einen Tunnel baue, trage ich die Regensburger mit einer Sänfte über die Steinerne Brücke” ist ein Satz, der aus der damaligen Diskussion von Oberbürgermeister Hans Schaidinger überliefert ist. Entgegen allen Prophezeihungen gingen weder die Altstadt noch Stadtamhof an der Sperrung der Steinernen zugrunde und für einige Jahre verschwanden die Ersatzbrücken aus der öffentlichen Debatte. Ungeachtet dessen zierte lange Jahre noch ein Modell von Riepls Tunnellösung („Riepl-Röhre”) den Gries, bis es schließlich auf Intervention des Oberbürgermeisters hin entfernt wurde. Ludwig Artinger und Günther Riepl bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie.Spätestens seit der Sperrung der Steinernen Brücke für den Busverkehr im August 2008 ist der Brückenstreit in vollem Gange. Erneut stellten die Freien Wähler die Tunnellösung zur Diskussion; im Oktober 2008 wurde sie von der CSU-SPD-Koalition endgültig verworfen. „Keinerlei Realisierungschance”, räumte die Verwaltung einer einspurigen Lösung ein. Mindestens 30 Millionen Euro an Kosten für einen zweispurigen Tunnel wurden in der entsprechenden Stadtratsvorlage angeführt. Ein einspuriger Tunnel entspreche nicht den geltenden Sicherheitsvorschriften, so ein wesentlicher Punkt der damaligen Argumentation. Dem widerspricht Jurist Artinger. „Das gibt keine der einschlägigen Richtlinien und Vorschriften her.” Ein einspuriger Tunnel könne problemlos den bestehenden Busverkehr abwickeln, heißt es in der Untersuchung. Eineinhalb Minuten braucht ein Bus demzufolge, um den Tunnel zu durchqueren. Die beiden Brückenvarianten sind übrigens ebenfalls als einspurige Lösungen geplant. Die Kosten für einen Tunnel seien künstlich hoch gerechnet worden, so Artinger. Abgesehen von der Zweispurigkeit ging die Verwaltung von einer anderen, wesentlich längeren Führung des Tunnels aus. Auch widersprach Artinger dem Einwand der Verwaltung, dass bei Bau des Tunnels große Bereiche des Grieser Spitz zerstört würden. „Die Bohrtechnik lässt den Grieser Spitz völlig unberührt.” Von einem städtebaulichen Monstrum zu sprechen, wie dies Hans Schaidinger in der Vergangenheit getan hat, sei an der Sache vorbei, erklärte Artinger. „Beide Abfahrtsrampen liegen oberhalb der Hochwassermarken und brauchen keine Betonwände.” Sein Fazit: „Sämtliche Argumente gegen einen Tunnel wurden eindrucksvoll und nachhaltig widerlegt.” So soll der Tunnel verlaufen.Günther Riepl, seit über zehn Jahren Verfechter eines Tunnels, bezeichnet die 600.000 Euro für den Brückenwettbewerb als „rausgeschmissenes Geld”. Es sei absehbar, dass weder die Ost- noch die Westtrasse realisiert werden könne, so Riepl. „Wenn die Stadtspitze nicht kapiert, dass die beiden Brücken einen größeren Aufstand verursachen werden als eine Stadthalle am Donaumarkt, dann weiß ich nicht mehr, wo diese Leute bei der Bevölkerung andocken.” Riepl fordert eine Diskussion, die „sachorientiert und nicht politisch-ideologisch gefärbt” geführt werden müsse. Bleibt die Frage, ob die Koalition, die sich einer Machbarkeitsstudie hartnäckig verweigert hatte, bereit ist, nun doch eine solche Diskussion zu führen. Zum Herunterladen: Die Machbarkeitsstudie anzeige1

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Kommentare (24)

  • Die Stimme aus dem Off

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    Wie wär’s mit Autofrei und Spaß dabei ??

    Hasselt in Belgien als Vorbild !!

    grüße aus dem off …

  • Roswita Hallhuber

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    Ja mei, wahrscheinlich hat der Herr Schaidinger in der Tunnelbau-Branche keine für ihn nützlichen Spezln. Er „kann“ halt bloss Hoch-Tiefbau.

    Ausserdem gibt´s beim Bohren im Untergrund leider keine Bäume, die er absäbeln lassen könnte.

  • Ratisbonicus

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    @Roswita

    …das dürfen Sie jetzt auch nicht so sagen. Auch der OB mag Grünes. Es hält sich sogar was davon in der Innenstadt – nämlich Herrn Mistol & Co.

  • Andreas

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    Sieht auf den ersten Blick überzeugend aus. Und nicht mal so teuer wie ich dachte.

    Wenn’s wirklich nicht mehr kostet, sollte Regensburg sich das wert sein.

  • Manfred Veits

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    Die FW tun was, sie sind aktiv – und – sie unterbreiten den Bürgern eine konkrete Alternative. Das ist lobenswert und muss einmal gesagt werden.

    Hinweise:

    1. Der Tunnel „leidet“ darunter, dass man ihn – anders als die Osttrasse – nicht künftig via Stadtratsbeschluss auch für den normalen Verkehr freigeben könnte. Niemand sollte so leichtsinnig sein und nicht damit rechnen, dass OB Schaidinger die Stadthalle am Donaumarkt zu gegebener Zeit nicht erneut aus dem Hut zaubert; diese bräuchte eine verkehrliche Anbindung von Norden her, also über die Osttrasse. Logischerweise ist er daher gegen die Tunnellösung, denn diese würde seine – unterstellten – Pläne konterkarieren.

    2. Ich würde den Nachweis begrüßen, dass auch für den Ausbau etc. des ÖPNV eine Trasse über die Donau gar nicht notwendig ist. Die Frage ist doch und dafür gilt es heute die richtigen Weichen zu stellen: Wie wird die nächste Generation in die historische Altstadt gelangen?

  • hansdampf

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    Ich habe die Situation vor und nach der Sperrung erlebt, und muss sagen, dass die momentanen Umwege (Konkret Linie 13) sehr Zeitaufreibend sind. Man ist da nicht mal mehr eben in der Stadt, je nach Verkehrslage kann das dauern. Und der Verkehr war vorher relativ egal, da war man ruckzuck in der Innenstadt.

    Ich hätte nicht gedacht, dass die Tunnellösung so „günstig“ ist, andererseits: Traue keiner Studie die Du nicht selbst in Auftrag gegeben hast.

  • Schreiner F.

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    hansdampf,

    wer keinen Bus braucht ist schnell damit bei der Hand etwas abzulehnen, da kann ich mich deinen Ausführungen nur anschließen.

    Auch das Gutachten riecht nach Auftragsgutachen, die Kosten für den Tunnel sind unglaubwürdig.
    Sollte man behaupten ich hätte mit dier Annahme Unrecht, so schlage ich vor, Herr Riepl und sein Gutachter geben eine Garantie dafür, dass er für die anfallenden Mehrkosten in vollem Umfang einstehen wird und legen zur Deckung dieser Zusage eine Bürgschaft in Höhe der veranschlagten Bausumme vor, denn 100 % Kostensteigerung sind bei diesen Unwägbarkeiten mit Bauuntergrund und sicherheitstechnischen Zusatzanforderungen immer drinn.

    Zu den Folgekosten hört man gar nicht. Gerade da liegt aber auch der Unterschied zwischen Brücke und Tunnel: Brücke faktisch keine Folgekosten, Tunnel Folgekosten für Sicherheitseinrichtungen, Beleuchtung, Be- und Entlüftung, Videoüberwachung usw. usw. und das Jahr für Jahr.

    Bei den Rampen hab ich was von Steigungen von 8 bis 12 % gelesen. Dazu sollte man als Vergleich wissen, dass die Gerloß Passstraße in Österrreich maximal 9 % Steigung hat und die Großglockern Hochalpenstraße max 12 % Steigung. Also für die RVB Busse – mit dafür nicht ausgelegter Motorisierung – täglich einmal Großglockner und zurück mit entsprechend erhöhtem Verschleiß und Schadstoffausstoß. Aber verträglichere Steigungen waren nicht möglich, weil man sonst hätte zugeben müssen, dass die Verwaltung mit ihrer Aussage recht hat, dass die Rampenbauwerke den Grieß verschandeln und die Rampe am Unteren Wöhrd hätte man gar nicht mehr hinbekommen, weil die zu lang geworden wäre.

    Riepl wollte beweisen dass der Tunnel geht und das Gutachten hat das gewünschte Ergebnis und die FWler sind zufrieden. Alles parletti – oder villeicht doch nicht?

  • Joachim Datko

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    Zu Schreiner F. am 07. Jul 2009, 20:26 „Auch das Gutachten riecht nach Auftragsgutachen, die Kosten für den Tunnel sind unglaubwürdig.“
    ====
    Politiker haben gerne große Ideen, die Bevölkerung wird die Suppe schon auslöffeln. Und es gibt ja dann auch Gründe, warum das Projekt „etwas“ teurer geworden ist.

    Interessant wären da natürlich Beispiele, ähnliche Projekte.

  • britt

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    @schreiner f.

    jetzt kann man das gutachten der fw schlecht rden oder – als stadt regensburg – endlich selber geld in die hand nehmen und ein gutachten (!) erstellen. warum wird dafür so zwanghaft kein geld ausgegeben? man schmeißt ja auch 600.000 für den brückenwettbewerb raus.

    tunnel: die unterschiede in den aussagen von fw und verwaltung sind doch sehr auffällig. allein schon die streckenlänge. und dass die verwaltung auftragsgutachten für ihren chef macht, ist spätestens seit dem ernst-reuter-platz bekannt. die verweigerungshaltung wird den widerstand gegen die brücken und das misstrauen gegen die verwaltung nur noch verstärken. das erkennt ein blinder, aber nicht unsere entsacheider im rathaus.

    eine prophezeihung: auf absehbare zeit passiert gar nix. es wird ein haufen geld ausgegeben und die stsadtgesellschaft wird noch ein bisschen mehr auseinander getrieben. federführend ist dabei wieder einmal hansi mit freundlicher unterstützung der spd. es hat sich nichts geändert.

  • Uwe Wöllner

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    Ich halte die führenden Köpfe der Freien Wähler Regensburg, Herrn Artinger und Herrn Riepl für absolut glaubwürdig.
    Nachdem diese beiden Stadträte beide einen ordentlichen Beruf haben und auf eine „Karriere“ als Politiker nicht angewiesen sind, haben sie bei Gott keinen Grund, hier ein Gefälligkeitsgutachten vorzulegen.
    Ich als CSUler freue mich jedenfalls darüber, dass es noch so aufrechte und ehrliche Kommunalpolitiker gibt – da geht es nicht um die Parteizugehörigkeit, sondern umd die Sache!

  • Joachim Datko

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    Zu Uwe Wöllner am 08. Jul 2009, 08:22
    „Ich halte die führenden Köpfe der Freien Wähler Regensburg, Herrn Artinger und Herrn Riepl für absolut glaubwürdig.“
    ===
    Da wäre ich vorsichtig, Vertrauen wird oft missbraucht. Auch Politiker, egal von welcher Partei, haben eigene Interessen. Und wenn jemand ein Interesse hat, dann rechnet er sich nach meiner Erfahrung das Ergebnis schon passend.

  • Rudolf Schmitzer

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    Die Idee, die Donau per Tunnel zu durchqueren, ist ein konkreter Lösungsvorschlag und sollte mit den anderen Möglichkeiten einer Donauquerung diskutiert und geprüft werden.
    Das Problem ist, das dieser Vorschlag und die dazugehörige Studie, für die Regierenden in Regensburg von einer Seite kommt, von der man eigentlich keine Vorschläge annimmt.
    Die CSU/SPD Bürgermeister, Stadträte und die Verantwortlichen in der Verwaltung tun sich – und ihrem Ruf bei den Bürgern – nichts Gutes, wenn Sie diese Idee einfach als undurchführbar abschmettern und die Vertreter dieser Lösung als trotzig bezeichnen.

    Rudolf Schmitzer
    CSU-Mitglied

  • trojan

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    ist dieser Tunnle ein genau so fundierter Lösungsvorsachlag wie die Rieplsche Idee für 70.000 Eurodie Protzenweiherbrücke provisorisch zu reparieren.

    für alle die es – mangels Berichterstattung bei regensburg digital nicht mitbekommen haben. die 70.000 euro Idee war der Supergau, der Mega-Flop die Giga-Beräppelung, die sich Herr Riepl mit den Stadtamhofern letzte Woche geleistet hat.

    Kurz gesagt dieser Riepl Antrag war ein Skandal, weil ohne jegliche Realisierungschance und ohne jeglichen sachlichen Hintergrund. Die Rieplsche Seifenblase ist ins nichts zerplatz und die Stadtamhofer stehen blöder da als vorher, weil sie sich haben veräppeln lassen von Herrn Riepl.
    Warum berichtet Herr Aigner darüber nicht?

  • bert

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    und genau so ein flop wie die stadthalle am ernst-reuter-platz. das hat ja unsere „unabhängige“verwaltung festgestellt.

  • grace

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    @ trojan am 28. Jul 2009, 09:00 Uhr

    Gut dass es Sie gibt, trojan, den letzten Vernünftigen mit Sachverstand in dieser Stadt.

    Mutig, dass Sie uns von diesem, die Republik in Ihren Grundfesten erschütternden Skandal berichten.

    Schön, dass Sie in Ihrem fundierten Kommentar so sachlich geblieben sind und Ihrem politischen Gegner so wohltuend ohne Hass begegnen.

    Was schlagen Sie vor, wie mit Herrn Riepl zu verfahren ist (nebst völliger politischer Ächtung):
    werft den Purschen auf den Poden?
    Haberfeldtreiben?
    hinweg mit ihm ins Lager?

    Männer wie Sie braucht Regensburg!

  • Manfred Veits

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    @ grace am 28. Jul 2009, 10:53 Uhr

    Was bezwecken Sie mit Ihrem Beitrag?

  • trojan

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    @ veits

    Ist doch klar, was Frau/Herr Grace bezweckt. Er Sie muß die Gotteslästerung, die am unvergleichlichen Ideengeber Riepl von mir betrieben wurde mit Macht zurückweisen.

    Ich wollte übrigens mit meinem Beitrag nur klarmachen, dass auch regensburg-digital mit zweierlei Maß zu messen bereit ist.

    Wenn die Verwaltung Blödsinn verzapft wie bei der Begründung der Ablehnung des Rebl „Kunstwerks“ wird zum Kesseltreiben gerufen. Wenn Herr Riepl Blödsinn erzählt, was durch die Stellungnahmen „seiner“ Brückenbaufachfirma eindeutig belegt sein dürfte wird die Schonzeit ausgerufen.

    Beide Fälle gehören gleichermaßen kritisch dargestellt und kommentiert.

    Merke: Es gibt nicht nur bei der Heimatzeitung Gleichere in der Berichterstattung sondern vielleicht auch anderswo.

  • britt

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    @trojan

    die verwaltung zu kritisieren ist auch angebrachter als einen stadtrat, der de facto eh nix zu melden hat und von einer (redaktionell und finanziell wohl weit besser ausgestatteten) monopolzeitung ohnehin schon gebührend dargestellt wird (3 artikel zu dem thema). die verwaltung kommt dagegen immer recht gut weg; mal abgesehen vom rebl-haus (aber so viel willkür fällt sogar der mz auf). ich kann mich auch nicht erinnern, einen positiv-artikel zum brückenvorschlag hier gelesen zu haben. nicht vermelden ist auch ein kommentar zum (dieses mal) riepl’schen blödsinn.

  • grace

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    Vermutlich war mein Beitrag zu überzeichnet und ironisch.

    Ich finde es sehr befremdlich, wie in Regensburg von oben herab mit Vertretern der kleineren Parteien und abweichenden Meinungen ( z.B. Tunnel, Brücken, Stadthalle, Hotel, … zur Stadtlandschaft i.Allg.) umgegangen wird.

    Man mag das Verhalten von Herrn Riepl als Fehler bewerten oder wie auch immer, aber mit Äusserungen ihm ggüber wie „Skandal“, „Seifenblase“, „Supergau“, „MegaFlop“, „GigaBeräppelung“ etc. unterscheidet man sich nur wenig vom Stil, wie er in manchen Gremien und manchen Personen ggüber Andersdenkenden gepflegt wird.

    Riepl-bashing lenkt vom Kernproblem ab.

    Nach meinem Verständnis von Kultur, darf ein übergeordnetes Ziel wie die Bewahrung und Entwicklung der Stadtlandschaft nicht in Amtsstuben, im Hinterzimmer oder vom Bürgermeister allein beraten und entschieden werden. Sie ist auch nicht Eigentum einer jeweiligen Mehrheit, Objekt von Partikularinteressen oder der Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen zu unterwerfen, sondern Allgemeingut und von primärer Bedeutung. Entsprechend müsste sich der Rat der Stadt Regensburg verhalten.

    Tut er das?

    trojan, was möchten Sie?
    Keine Verzögerungen bei der Reparatur der Protzenweiherbrücke? Da gebe ich Ihnen voll und ganz Recht. Da ist aber nicht Riepl schuld, sondern jemand anderer.

    Viele Möglichkeiten gibt es bei der weiteren Donauquerung nach Süden nicht.
    Man fährt weiter Auto über die Steinerne, weil man schon immer so gefahren ist. Egal was sonst ist. = Dinosaurierlösung.

    Man möchte Freie Fahrt für Freie Bürger, dann reisst man die Stege ab, und klatscht zwei weitere (oder mehr, Richtung Naabmündung wäre noch Platz) Autobrücken über die Donau. Möchten Sie tumultartigen Verkehr in Steinweg, Stadtamhof und Altstadt?

    Möchte man Freie Fahrt nach dem St.Florians-Prinzip, dann reicht eine Autobrücke möglichst weit weg von der eigenen Hütte. Alles egal.

    Möchte man die Eingriffe in diese einmalige Auenlandschaft (sie liegt mitten in der Stadt, was für ein Wert!!!) Grieser Spitz, Jahninsel minimieren – wird man um einen ÖPNV-Tunnel nicht herumkommen. Mit dem Bus kommt man auch in die Stadtverwaltung oder ins Hutgeschäft. Man kommt sogar überall hin wo man möchte.

    Möchte man keine Eingriffe, lässt man die Stege bestehen, geht zufuss oder fährt Rad, mit dem Auto/Bus muss man halt aussenrum fahren. Na und?

    Was ist wichtiger?

  • trojan

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    @ grace und britt

    Wenn Herr Riepl mit falschen Aussagen (Brücke ist für 70000 Euro provisorisch wieder herzurichten) Politik machen will muss man das deutlich sagen und ihn in dieser Frage aus Scharlatan entlarfen.

    Das hat nichts mit Riepl-basching zu tun.

    Der Hinweis auf Partikularinteressen von britt ist Klasse. Was anderes als Partikularinteressen vertreten die Anlieger der ÖPNV-Westtrasse denn, die pflegen St Florian in Reinkultur.

    Übrigens ich bin der Meinung, wir haben genug Autobrücken, wenn der Verkehr intelligent geführt wird – z.B. variable Geschindigkeitsbeschränkung auf der A 93. Was wir brauchen ist ein Ausbau beim ÖPNV und da hab ich meine Probleme damit einen ÖPNV-Tunnel zu präferieren dessen Leistungsfähigkeit schon von Anfang an ausgereizt wäre. Lest doch mal die Machbarkeitsstudie auf http://www.freie-waehler-regensburg.de . Wie soll man dann zukünftig nötige Verbesserungen beim ÖPNV bewerkstelligen?

  • Manfred Veits

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    Ihr Beitrag (grace am 28. Jul 2009, 16:57 Uhr) ist gut durchdacht und wirft nachdenkenswerte Fragen auf.

    Ergänzen möchte ich (nochmals) den Hinweis, dass der städtische Rechtsdezernent Klofat (oder so ähnlich) ausweislich eines Berichts von DIE WOCHE Ende der 80er-Jahre (wohl 1987 oder 1988) die Meinung vertrat, die Dult gehörte verlagert (zum P-Gut).

    Man mag sich mal das Pro und Contra einer solchen Maßnahme ( innerhalb einer Wahlperiode durchzuführenden) vor Augen führen.

    Ein Vorteil iS der zeitgemäßen Erreichbarkeit der Altstadt wäre: der Dultplatz stünde 365 Tage im Jahr als Park&Ride zur Verfügung. Die Altstadt hat ein Ausmaß von 1×2 km. Vom Dultplatz zum Neuen Rathaus läuft man „gesunde“ 20 Minuten. Ein permanenter Altstadtkreisel mit einem emissionsfreien ÖPNV-Angebot mag zusätzlich die Park&Rider aufnehmen.

    Ich stelle anheim, alle vorstehenden Beiträge weiter zu entwickeln – im Sinne von PRO und CONTRA und einer abschließenden Abwägung, die das „Gemeinwohl“ stärken will – und dabei nicht das komplexe Ganze aus dem Blickwinkel zu verlieren:

    – Entlastung von etwa 10.000 Bewohnern durch eine Verlagerung der Dult

    – 365 Tage Park&Ride am Dultplatz

    – Emissionsfreie, auch die Gesundheit fördernde Erreichbarkeit der Altstadt

    – Überlegung, am P.-Gut ein Messezentrum, einen Bürgerpark und mehr (darüber gibt es seit Jahren von Bürgern ausgearbeitete Pläne, siehe Bürgerverein Ost) zu planen ….

    – usw usf

  • Weber

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    @grace
    (1)„Na und?“- Und Zumutung längerer Busfahrzeiten verhindert tatsächlich viele Wechsel von der individuellen Autonutzung zum Bus. Das gutachtet auch Riepl. An den Einfahrten zur Rieplröhre ist wohl mit Verzögerungen zu rechnen, wenn auch mit weniger als bei der weiten Nibelungenumfahrt. Wenn die Röhre als 3.Option in den Planwettbewerb aufgenommen würde, täten da Verbesserungen not.

    (2)Wo – bitteschön – greifen Ost- oder Westtrasse in die Jahninsel ein? Da greift nur der Grieser Monstersteg ein.
    (3)Und wo – bitteschön – greift die Westtrasse in den Grieser Spitz ein?
    Manfred Veits schaut mal wieder nur, ob ihm die Richtung passt, dann darf jeder Schmarrn hochgelobt werden.

  • grace

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    @ Weber am 29. Jul 2009, 23:49 Uhr

    Von einer dezidierten West- oder Osttrasse ist in meinem Beitrag gar nicht die Rede.
    Dass die Protzenweiherbrücke ohne Verzug instand gesetzt werden muss, habe ich ja erwähnt.

    Darüber hinaus habe ich mir erlaubt, auf einige Möglichkeiten hinzuweisen, die Sie und andere gerne ergänzen dürfen. Die letzte Möglichkeit erwähnt sogar eine gänzlich kfz-freie Möglichkeit. Wobei Sie mir sicher zustimmen, dass dies die „ruhigste“ ist.

    Ist Ihnen schon aufgefallen, dass der Bereich zwischen Grieser Spitz und Steinerner Brücke eine Oase der Ruhe ist? Dass hier ein wertvoller Auwald existiert? Und noch dazu wertvolle Ökotone dicht an urbaner Besiedlung? Dass hier eine seltene schützenswerte urbane Auenlandschaft existiert? Dass dort die Bürger Ruhe (Schutz vor Lärm) und Erholung finden? Dass dies ein wichtiger Contrapunkt zur „Steinernen Stadt“ ist?

    Der Weg zwischen Emissionsort und Immissionsort ist ist sehr kurz, das gilt nicht nur für Lärm, sondern auch für Abgase und Feinstaub (vgl. das Luftbild auf http://www.regensburg.de/steinerne/die_brueckenalternativen/index.shtml), deshalb ist die Jahninsel sehr wohl betroffen.

    Das ganze können Sie auf den Oberen Wöhrd übertragen.

    Glauben Sie allen Ernstes, dass eine x-Trasse dem ÖPNV vorbehalten bleibt?
    Die in der Kommunalpolitik wohl bekannte Salamitaktik wird dies ruckzuck ändern.
    Vergessen Sie auch nicht, dass sich dann so manches als hochwertiges Bauland inwertsetzen lässt.

    Was für ein Problem haben Sie -wenn Sie schon motorisiert mobil sein wollen oder müssen- mit ein paar Minuten Mehraufwand?
    Sie gewinnen doch paradiesische Ruhe und eine wunderbare Umwelt!

    Apropos: Was ist der „Grieser Monstersteg“?

  • Weber

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    Mit „Monstersteg“ ist die hohe „monströse“ Eisenkonstruktion gemeint. Wenn Sie künftig über die Steinerne oder Eiserne Brücke radeln oder gehen, stellen Sie sich doch vor, wie Ihnen der Aufenthalt auf der Brücke gefiele, wenn dort statt des Geländers oder der Seitenmauer eine gleiche hohe monströse Eisenkonstruktion den Ausblick versperren würde.

    Eine interessante Kunstaktion wäre es, einmal ein Brückenrandstück so mit Brettern oder mit Drahtseilen an einen Monstersteg anzugleichen. Die Monsterstege an den Wöhrden sind zweifellos Eingriffe mit unnötig schlechtem Schaden-/Nutzenverhältnis.

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