Gab es bislang nie, gibt es nicht und wird es auch nie geben: Eine Band, die man vorzüglicher zum Feindbild stilisieren kann als The Hirsch Effekt, diese Post-Everything-Streber aus der Stadt der Standardsprache. Diese ekelhaft versierten Typen, die einen dreifachen Rückwärtssalto samt Rittberger vom Verstärker machen könnten, ohne dass nur eine einzige Note verrutscht und dann auch noch die Frechheit besitzen, ihrem jüngsten Album einen altgriechischen – Alter, ey! – Titel zu verpassen. Jede Faser der Körper in der holzvertäfelten, immer noch verrauchten Kneipe in – sagen wir mal – Niedermenach will sich da doch mit Nachdruck aufstellen und dem Trio mal ordentlich die völlig unreflektierte und genau deshalb umso wichtigere Meinung geigen.
Eine Band, die den Namen des bislang drittgrößten Atomunfalls der Geschichte trägt präsentiert, einen schönen Weg zum Sterben. Na, wer hört da schon nicht gerne rein?
Regensburg Digital erweitert sein redaktionelles Angebot. Ab sofort kooperieren wir mit dem unabhängigen Musikblog heartcooksbrain. In regelmäßigen Abständen werden nun auch Platten- und Konzertkritiken bei uns erscheinen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit. Heute stellt sich heartcooksbrain kurz vor.
Es hat mehr etwas von einem szenischen Statement von „Slow Food“ als von einem Theaterstück. Für den Schlussapplaus bleibt nach der eher kurzen – gut einstündigen – Aufführung keine Zeit. Unmittelbar nach dem abrupten Ende wird das Publikum nach draußen, ins Foyer, gebeten, um dort drei verschiedene Gerichte zu probieren. „Sobald wir unsere Gabel nehmen, beziehen wir Position“, lautet nämlich ein zentraler Satz in Jonathan Safran Foers autobiographischem Sachbuch „Tiere essen“. Es ist einer von vielen, die sich das in weiße Abendgarderobe gewandete Quartett (Ulrike Requadt, Frerk Brockmeyer, Gunnar Blume und Pina Kühr) entgegenschleudert.
Von Martin Oswald Am gestrigen Mittwoch ging die 21. Internationale Kurzfilmwoche Regensburg zu Ende. Mit fast 7000 Einsendungen gab es so viele Filme zu sichten wie nie zuvor.