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Die Jubiläumsausstellung des Kunst- und Gewerbevereins und der flankierende Katalog belegen eindrucksvoll, dass der Verein sich nicht mit seiner NS-Vergangenheit auseinandersetzen will. Den Gestalter der Ehrenbürgerurkunde für Adolf Hitler stellt man aus, ohne seine Rolle zu thematisieren. Die Gründe dafür reichen tief.

Kommt weder in der Ausstellung noch im Katalog des KGV vor: die Ehrenbürgerurkunde für Adolf Hitler des Künstlers Franz Ermer, der aktuell gezeigt wird. Foto: Anzeige in Nazizeitung Bayerische Ostwacht von 11. November 1933.

Vor 100 Jahren präsentierte der Regensburger Kunst- und Gewerbeverein (KGV) seine erste Jahresschau. In seiner aktuell laufenden Jubiläumsschau, 100 Jahre Jahresschau, feiert man diese Tradition mit 99 Bildern aus den jeweiligen Ausstellungen. Man ist Stolz auf „diese Kontinuität im wilden Wandel der Zeiten“. Dass es zwischen 1933 und 1945 eine „dunkle Zeit“ (KGV-Chronik) gegeben hat, thematisiert man in der Ausstellung nicht. So als ob das NS-Regime an Regensburg und dem KGV einfach vorbeigegangen wäre.

Der schick aufgemachte und vorzüglich gestaltete Jubiläums-Katalog mit den 99 ausgewählten Bildern aus den Jahresschauen (1945 fiel sie wegen dem Ende der „dunklen Zeit“ aus) kann sich sehen lassen. Man kann dem Kunst- und Gewerbeverein dafür gratulieren. Gratulieren zur neuerlichen peniblen Auflistung der Künstler der jeweiligen Ausstellungen, zur Organisation von rund 130 Beiträgerinnen und Beiträgern, die aus der Mitte der Kunst- und Kulturszene kommen und die jeweiligen Kunstwerke vorstellen. Darunter der ehemalige und aktuelle Kulturreferent, ein Theater- und Kasperltheatermacher, der derzeitige Museumsleiter und die geschasste Vorgängerin, Vorsitzende und Leiter diverser Einrichtungen, Galeristen, Journalistinnen und Journalisten, usw. Insgesamt elf Sponsoren ließen sich nicht lumpen und ermöglichten einen aufwendigen Katalog. Papier: Magno Volume 150 g/m2.

Nachbar geht in Berufung

„Wegen grundsätzlicher Bedeutung“: Streit um Stieleiche in Regensburg könnte Rechtsgeschichte schreiben

Welche Bedeutung hat der Baumschutz? Der Rechtsstreit um die Fällung einer imposanten Stieleiche im Stadtwesten könnte zum Musterfall werden. Das Umweltamt hatte die Fällung genehmigt, das Amtsgericht schob dem einen Riegel vor. Nun folgt die Berufung vor dem Landgericht Regensburg. Und dann die Revision vor dem Bundesgerichtshof?

Bis 2001 auf der Nibelungenbrücke

Für Ausstellung über die 50-er in Regensburg: Adi Adler darf nach 25 Jahren aus der Holzkiste

Fast 90 Jahre ist er alt, 25 Jahre verbrachte er in einer Holzkiste auf dem städtischen Bauhof – ab Samstag gibt es den zwölf Tonnen schweren Granitadler, der über 50 Jahre die Nibelungenbrücke zierte, vor dem Historischen Museum zu sehen. Er wurde ursprünglich für die Adolf-Hitler-Brücke in Auftrag gegeben.

„Umsatz, Umsatz, Umsatz“

Bewährung wegen Betrugs: LG Regensburg verurteilt Betreiber des Handwerker‑Engels

Weil er ein System schuf, „das darauf angelegt ist, in einer Vielzahl von Fällen überhöht abzurechnen“, verurteilt das Landgericht Regensburg den Unternehmer Thomas M. zu einer Bewährungsstrafe. Er habe bei der Vermittlung von Handwerkern den Betrug mit überhöhten Rechnungen zumindest billigend in Kauf genommen.

Hinhalten statt Hilfe

Wenn sich die Rentenversicherung mit dem Übergangsgeld Zeit lässt – Existenzangst bringt Regensburgerin ins Bezirksklinikum

Nur wenige Tage nach einer beruflichen Reha wegen Depressionen erleidet eine Regensburgerin einen schweren Nervenzusammenbruch. Das dringend benötigte Übergangsgeld der Deutsche Rentenversicherung blieb zuvor aus und stürzte sie in existentielle Not. 

Im Colosseum in Stadtamhof

Rassistischer Anschlag von Hanau: Ausstellung erinnert an Opfer aus Regensburg

„Neun Hanauer Gesichter und eines aus Regensburg.“ Mit diesen Worten ist die am Samstag gestartete Ausstellung im Colosseum in Stadtamhof überschrieben. Derya Saraçoğlu verarbeitet damit ihren eigenen Verlust. Ihr Freund und Schwager Fatih Saraçoğlu ist eine von neun Personen, die am 19. Februar 2020 von einem rechtsextremistischen Attentäter aus rassistischen Motiven in Hanau ermordet wurden.

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