Kinderbetreuung: Bürgermeister Weber fordert fünf neue Horte

950 Hortplätze gibt es derzeit in Regensburg. Zu wenig, wissen die Elternbeirätinnen und – beiräte, die Bürgermeister Gerhard Weber am Montag zur Versammlung eingeladen hatte. Am Rande der Diskussion um die geplante Gebührenerhöhung kam denn auch die angespannte Hortsituation zur Sprache. Bei Weber rannten die Eltern damit augenscheinlich offene Türen ein. „Mein Referat hat für das neue Investitionsprogramm fünf neue Horte angemeldet. Ich halte das für dringend erforderlich.“ Die anwesenden Eltern rief Weber auf, Stadträte und Fraktionen anzuschreiben, um ihrer Forderung nach mehr Hortplätzen Nachdruck zu verleihen. „Darüber entscheidet nämlich am Ende der Stadtrat und ich bin dort nur einer von 51 Vertretern“, so Weber. Auch Notwendiges falle bei der Fortschreibung des Investitionsprogramms weg. „Die städtischen Mittel sind begrenzt.“ Als „dringend notwendig“ bezeichnete Weber auch die angemahnte Sanierung und den Ausbau des Kindergartens in Harting. „Auch diese Maßnahme hat mein Ressort angemeldet. Doch auch hier entscheidet der Stadtrat.“ Weber regte einen Ortstermin mit den Stadtratsfraktionen an. „Wenn Sie mir Bescheid sagen, komme ich auch“, so der Bürgermeister an die Elternbeiräte. Innerhalb der Koalition wurden diese Themen bislang noch nicht besprochen. Derzeit laufen in der Stadtverwaltung die Verhandlungen der verschiedenen Ressorts über die Verteilung der Finanzmittel. Daran beteiligt sind auch Oberbürgermeister Hans Schaidinger und die beiden Bürgermeister Weber und Wolbergs. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. „Es werden aber alle Referate mit Kürzungen leben müssen“, so eine Sprecherin der Stadt. Nach der Sommerpause wird der Verwaltungsvorschlag für das neue Investitionsprogramm den verschiedenen Ausschüssen zur Diskussion vorgelegt. Dann entscheidet der Stadtrat.

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Kommentare (3)

  • Hannes Wagner

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    dafür :)

  • ureinwohner

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    Es ist schon interessant, wenn jemand, der 14 Jahre für den Bereich Kinderhorte und Kindergärten verantwortlich zeichnet, davon 12 Jahre mit absoluter Mehrheit seiner Partei im Rücken, jetzt in dieser Weise argumentiert und u.a. sofort 5 neuen Kinderhorte fordert.

    Es ist zu durchsichtig was Herr Weber jetzt macht. Er versucht mit seinen Aussagen den Stadtrat und die Referentenkollegen unter Druck zu setzen um seine Forderungen , die ihn vorher jahrelang nur bedingt interessiert haben durchzudrücken.

    Kinderhort, Krabbelstuben und Ganztagsangebot für Schulen waren für diesen Herrn Bürgermeister noch bis vor kurzem Teufelszeug und mit der Ideologie seiner Partei nicht vereinbar.
    Entsprechende Vorschläge anderer Parteien (insb. SPD und Grüne) wurden von ihm und seinen CSU Freunden bekämpft.
    Er hat genau wie die CSU das KKK Lebensprinzip für Frauen (Kinder-Küche-Kirche) als das allein seligmachende verfolgt als die gesellschaftlichen Realitäten bereits völlig andere waren.

    Unter seiner Führung wurde der Schulneubau in Prüfening ohne Ganztagsklassen geplant und mußte deshalb vor dem jetzigen Baubeginn nochmal umgeplant werden.

    Ein Defizit an Betreungseinrichtungen (insb. Kinderhorten), dass seit Jahren besteht und dem man in Zeiten guter Kassenlage leicht hätte begegnen können entdeckt er jetzt in Zeiten knapper Mittel. Wo war er eigentlich in dieser Frage in den Jahren 1996 bis 2008/09?

  • gifthaferl

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    Horte – um Himmels Willen!
    Wieso das denn so plötzlich?

    Eine Läuterung, nach gut 30 Jahren in der CSU, nee, oder?

    Wird der stetige Nachwuchs an Arbeitslosen knapp allmählich?
    Ist es gedämmert, dass auch das eine Folge des demografischen Wandels sein wird bzw. schon schön langsam ist?

    Na ja, bei 4% Ganztagsschülern in Bayern weiß frau natürlich nicht so recht wohin mit den Plagen, sofern sie arbeiten muss, will, oder gar – der Himmel möge das verhüten – soll.
    Aber da das nun Jahrzehnte niemand interessiert hat, werden wir auch jetzt nicht ernsthaft befürchten müssen, dass man von der Vorstellung nur Mami ganz allein könne Kind 24 Stunden am Tag ca. 30 Jahre lang richtig versorgen und „erziehen“ und alles andere wäre Teufelswerk, abrückt.

    Oder gibt es Klagen aus der Wirtschaft?

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