"Weiter denken und planen"

RKK-Befürworter werben um Vertrauen in die Planer

Unter Federführung des Stadtmarketing Regensburg ist am Dienstag die Pro-RKK-Kampagne offiziell gestartet. Mit prominenten Gesichtern wird für ein Kultur- und Kongresszentrum am Kepler-Areal geworben – vor allem aber um Vertrauen in die städtischen Planungen. Das gelingt nicht ganz.

Pressekonferenz des Stadtmarketing mit prominenten RKK-Befürwortern: Prof. Dr. Ralph Schneider (Vizepräsident OTH Regensburg), Michael Quast (Geschäftsführer Stadtmarketing Regensburg), Kathrin Fuchshuber (Direktorin Hotel Münchner Hof), Ursula Breitkopf, Ulrich Dombrowsky (1. Vorsitzender Faszination Altstadt e.V.), Stefan Aumüller (Inhaber Druckerei Aumüller). Foto: pm

Die Initiative hat sich noch nicht einmal offiziell präsentiert, als am Montag ein paar findige Regensburger Homepage und Facebook-Seite der RKK-Befürworter entdecken. Unter den ersten Postings tobt bereits die Diskussion, die derzeit allerdings fast ausschließlich zwischen Gegnern der der Pläne für ein Kultur- und Kongresszentrum und einem Moderator des Stadtmarketings Regensburg stattfindet. Wie berichtet, hat der städtisch geförderte Verein mit angeschlossener GmbH die Federführung bei der Pro-RKK-Kampagne übernommen, die für ein „Nein“ beim bevorstehenden Bürgerentscheid wirbt und am heutigen Dienstag nun auch offiziell vorgestellt wurde.

„Nein zu Planungs- und Denkverboten“

Etwas mehr als 60 Regensburgerinnen und Regensburger wurden gefunden, die sich mit Statement und Gesicht auf der professionell gestalteten Homepage für ein Kultur- und Kongresszentrum am Kepler-Areal aussprechen – allen voran die Präsidenten von Universität und Hochschule Professor Udo Hebel und Professor Wolfgang Baier. Doch auch Personen, die sich in der Vergangenheit durchaus kritisch mit städtischen Planungen auseinandergesetzt haben, darunter der Vorsitzende des Architekturkreises Regensburg Andreas Eckl, setzen nun ihren Namen unter die Forderung nach einem „Nein zu Planungs- und Denkverboten“. Was ist damit gemeint?

Die Gegner der RKK-Pläne fordern bei dem Bürgerentscheid, „dass alle Vorarbeiten für ein Kultur- und Kongresszentrum (RKK) auf dem Kepler-Areal unverzüglich gestoppt werden“. Die Befürworter, die ausweislich ihrer Testimonials teils ebenso unterschiedliche Gründe für ihre Pro-Positionierung haben wie die Gegner für ihr Contra (oder sich teils aus vorgefertigten Statements des Stadtmarketing bedient haben), wollen dagegen „weiter denken und planen“. Schließlich habe die (auch von vielen Gegnern gelobte) Bürgerbeteiligung „zwei Ideenstudien“ ergeben, „die Interessen aller Bürgergruppen“ seien „in die Planungen aufgenommen“ und „komplett in das Konzept Ernst-Reuter Platz“ eingeflossen: „Ein städteplanerisch ansprechender Eingang in die Stadt mit Springbrunnen, Verweilmöglichkeiten, Halfpipe, sowie Begegnungs- und Aufenthaltsräumen für Schüler, Studenten und Senioren und natürlich ein Tagungszentrum“.

Es gibt noch keine konkreten Planungen

Rosige Aussichten also, die sich weitaus mehr nach einem Begegnungsort und Bürgerhaus als nach einem ausgewachsenem Kongresszentrum für 1.800 Besucher anhören und die zumindest insofern zutreffen, als dass es diese Ideen bei den Beteiligungswerkstätten tatsächlich gab. Der aktuellste Beschluss des Stadtrats zu diesem Thema vom Februar dieses Jahres enthält auch eine Passage, nach der zu klären sei „wie eine Ergänzung des vorliegenden Raumprogramms (…) um bürgernahe, frei zugängliche Nutzungen erfolgen kann“.

Ein Festlegung darauf, das immer wieder im Raum stehende „Begegnungszentrum“ umzusetzen oder ein „RKk“ statt eines „RKK“ zu entwerfen, das kleine „k“ steht für weniger Kongress und mehr Kultur, enthält dieser Beschluss aber nicht. Tatsächlich festgelegt hat sich der Stadtrat dagegen auf die umstrittene Marktanalyse von ghh Consult bzw. das darin vorgesehene Raumprogramm, das im Oktober 2017 vorgelegt wurde. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wurden bei dieser Untersuchung ausdrücklich nicht berücksichtigt. „Die Aufgabenstellung wird hier sein, sich mit den Ideen der Bürgerinnen und Bürger intensiv auseinanderzusetzen und gleichzeitig den erfolgreichen Betrieb eines künftigen RKK zu gewährleisten“, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage.

Zusammengefasst lässt sich also sagen: Es gibt aktuell zwar jede Menge Ideen, doch ob und gegebenenfalls wie sich diese mit den Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb eines RKK in Einklang bringen ließen und dann auch umgesetzt werden, ist völlig offen. Es liegen noch keinerlei verbindliche Planungen vor.

Das Stichwort heißt „Vertrauen“.

Folgt man ihrer Argumentation, vertrauen die Befürworter rund um das Stadtmarketing Regensburg darauf, dass hier für alles vernünftige und ansprechende Lösungen gefunden werden könnten, sofern man denn die Planer „weiter denken und planen“ ließe. „Die Stadt Regensburg orientiert sich in ihrem Umsetzungsplan sorgfältig an den Ergebnissen dieses Beteiligungsprozesses. Hier fließt in vorbildlicher Weise der Bürgerwillen in die Stadtplanung ein und unterscheidet sich deutlich zu allen bisherigen Planungen“, heißt es auf der Homepage. Das Stichwort lautet also „Vertrauen“.

Titelbild der Facebook-Seite der Pro-RKK-Kampagne ohne weitergedachten Donaumarkt mit neuem Museum.

Dabei unterlaufen den Befürwortern allerdings ein paar, wenig vertrauenerweckende Fehler. So wird stellenweise zumindest suggeriert, dass Ideen, deren Umsetzung längst nicht sicher ist, quasi fertige Planungen seien – siehe oben. Auch werden die drei Themen RKK, Zentraler Busbahnhof und Stadtbahntrasse immer wieder miteinander in einen Zusammenhang gestellt, der so nicht besteht und es wird der Eindruck erweckt als ob die – wohl unstrittig notwendige – Neugestaltung des Bahnhofsumfelds zwingend vom Bau eines RKK abhängig sei. Ein Umstand, der schon bei der Bürgerbefragung der Stadt Regensburg vielen Kritikern sauer aufgestoßen ist. Einige Statements der prominenten Befürworter schließlich gehen schlicht an der Realität vorbei. So wird etwa an einer Stelle behauptet, bei weiteren RKK-Planungen könne der Wirsing-Bau – das Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz – erhalten bleiben. Das widerspricht schlicht der Beschlusslage des Stadtrats.

Ein Punkt, dem man zustimmen kann, ist allerdings der, dass der nun anstehende Bürgerentscheid zu früh kommt, dass bei weiteren Planungen vielleicht doch etwas Vernünftiges herauskommen könnte und man dieser Möglichkeit nun den Weg abschneidet. Im Sinne einer erfolgreichen Kampagne hätten das Stadtmarketing und die unterstützenden Promis und Initiativen sich vielleicht darauf beschränken sollen.

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Kommentare (21)

  • Mr. T

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    Weiterdenken ist ja schön und gut und dagegen ist durchaus nichts einzuwenden. Aber wenn das Weiterdenken dann automatisch auf ein RKK vor dem Bahnhof hinausläuft …

  • Jonas Wihr

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    Niemand hat die Absicht, ein RKK zu errichten …

  • highwayfloh

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    Meine Gedanken zum Thema:

    Das Areal soll doch eine Begegnungsstätte für alle werden, so wie immer propagiert wird. Warum muss mann dann dafür einen Protzbau als Prestigeobjekt hinstellen? Warum nicht eine ECHTE Begegnungsstätte für alle auf diesem Platz verwirklichen, wie die „speakers corner“ in London? Ein größerer Pavilliion in Holzständerbauweise entsprechend überdachte Sitzplätze und jeder darf diese Bühne nutzen.

    DAS wäre eine würdige und echte Begegnungsstätte.

  • R.G.

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    Kauft RKK!
    Wäscht weißer als weiß.
    Lässt sich kneten, biegen, quetschen.
    Grunzt und kichert nach Bedarf.
    Kurzum, die eierlegende Wollmilchsau mit Halfpipe für den kleinen Haushalt.
    RKK im Doppelpack jetzt günstiger!

  • highwayfloh

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    @R.G.:

    Danke für die Vorlage… fragt sich jetzt nur, wer der Trödler Abrahahm ist, bei dem wir kaufen sollen. Derzeit laufen ja diverse fliegende Händler zu Hauf in der Regensburger Politiklandschaft herum und jeder von Ihnen preist seine Ware entsprechend als „allsheil-bringend“ an…

  • Wunderbar

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    Die RKK Pros haben nocht nicht kapiert wie München funktioniert und erweitert wurde.

    Einfach mal hochfahren Jungs und Mädels ( mit und ohne Prof und Dr Titel)
    und gucken wo die ihre Kongresszentren gebaut haben !!!

    Ja richtig ::

    NICHT direkt an den Bahnhof , nicht auf die Theresienwiese, nicht
    direkt zwsichen Bahnhof und Marienplatz
    NEIN !

    Guckst du !–>>
    Dort wo die Anbindung für Kongresse besser ist , wo Menschen mit dem Auto reinkommn und auch parken können !!

    Stop du bist vorbei gefahren ……nochmal zurück , jetzt Richtung Nürnberg wieder raus….
    und da links wo die grossen Glaspaläste stehn…

    Und ? Was sagst dazu ? Eine ander Welt oder?
    Na geht doch….

    Einfach bisl rumschaun wa die anderen so machen ….man muss das Rad nicht neu erfinden und daraus blöden Wahlkampf machen und die Bürger nerven !

  • mkv

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    RKK am Pürkel-Gut mit kleiner Messe, @WUNDERBAR!?
    Regensburgs BIG DAX-PLAYERS and SMALL ONES too finanzieren es selbst. Dabei knüpfen sie an die seit mehr als 10 Jahren vorhandenen Pläne an, die engagierte Bürger erarbeiten haben (–> Bürgerverein Regensburg SÜD-OST).

  • dünnster Künstler

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    „Ein Punkt, dem man zustimmen kann, ist allerdings der, dass der nun anstehende Bürgerentscheid zu früh kommt, dass bei weiteren Planungen vielleicht doch etwas Vernünftiges herauskommen könnte und man dieser Möglichkeit nun den Weg abschneidet.“

    Nach einem Bürgerentscheid kann ohne RKK-Kongresszentrums-Zwang viel besser geplant werden, z.B. an einem weniger pompösen Kulturzentrum, in dem auch Tagungen stattfinden können.

    Regensburg muß sich dann an dieser Stelle nicht mehr als Groß-Kongressstadt präsentieren, sondern könnte als soziale Stadt viel heller strahlen:
    …mit weniger Tiefgaragenplätzen, …ohne Baumrodungen…, mit mehr Geld für ÖPNV, viel besser ausgestattetem kommunalen Wohnungsbau und wichtigen kulturellen impulsen für Stadtteilkultur… mit Kunst statt Dekoration….

    Um z.B. ein weniger kostenintensives und weniger raumverschwendrisches Kulturzentrum für die Regensburger*innen zu realisieren braucht die Stadtverwaltung einen anderen Auftrag. Die Ideen der Bürger aus der abgebrochenen Bürgerbeteiligung können eine sehr gute Grundlage für eine Neuausrichtung der Planungen sein. Befreien wir die Verwaltung endlich von von der RKK Bürde!

    Hier ein schönes Beispiel für ein Kulturzentrum in dem möglicherweise auch ganz kleine Tagungen stattfinden können: http://altemu.de/ueber-uns/vision/
    Solch ein Ort an dem kulturelles Engagement von und für Regensburger*innen möglich ist, ließe sich wunderbar mit der funktionalistischen Architektur des zentral gelegenen Wirsing Areals realisieren!

    Ohne kommerzielles Kongresszentrum lässt sich nach dem Bürgerentscheid am Ernst-Reuter-Platz viel besser denken und planen.

  • Hansemann52

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    Die RKK-Befürworter haben wohl vergessen, wie oft schon in der Vergangenheit über das Kepler-Areal bereits ( und zwar immer gegen eine Bebauung) abgestimmt worden ist. Die Bevölkerung von Regensburg wollen das nicht, das haben doch die bisherigen Abstimmungen immer und mehrheitlich doch gezeigt. Einige Damen und Herren und die Stadtoberen erhoffen sich doch nur einen Vorteil zu Ihren Gunsten davon.
    Das Schlimme ist, dass die Herrschaften, dies so oft versuchen werden, bis das Ergebnis Ihren Wünschen entspricht bzw.werden Sie das Ergebnis -je nach Ihren Bedürfnissen- schon so entsprechend zu recht biegen. Das beste Beispiel ist das neu gestaltete Landesmuseum an der Donau, das ein steriler, grauer Betonklotz ist, das ganz und gar nicht in die Häuserlandschaft von Regensburg passt,
    Da wurde von den Planern und Befürwortern viel vernichtet, von unserer „schönen“ Stadt Regensburg. Mit der Bebauung des Kepler-Arealwird das nicht viel anders werden.
    Das viele Grün, die vielen, alten Bäume, die Alleenlandschaft sollen nun geopfert werden.(die Grünen wurden doch wegen Ihrer Grünen Politik und Ihrer Gesinnung dafür stets gewählt, das soll nun für die Stadt Regensburg wohl nicht mehr gelten, seltsam?)
    Man sollte das Geld lieber für den Wohnungsbau, dem ÖPNV oder anderen sozialen Projekten (z. B.: ein neues Schwimmbad in Pürklgut) investieren, das würde Regensburg vielmehr zu Gesicht stehen.

  • Hansemann52

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    Die RKK-Befürworter können es nicht sein lassen,
    was sind das doch für sturre Köpfe. Haben Sie doch gar kein Feingefühl
    für die Schönheiten der Natur in unserer Stadt. Begibt man sich aus dem Bahnhof, so wird man doch zweifellos mit ganz viel grün begrüßt. Welche andere Stadt unsere Bundesrepublik hat das schon vorzuweisen.
    Wenn wir solchen Leuten unsere zukünftige Stadtpolitik in den Schoß legen würden,
    dann „Armes Regensburg“.

  • mkv

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    Anknüpfend an die beiden Vorredner ein Hinweis (d.K. und H52) auf die heutige Bundestags-Debatte.

    „Es ist alles eine Frage der Kultur“

    Thema:
    Sozio-kulturelle Zentren – Versprechen im Koalitionsvertrag der GroKo. Man lese dort nach! Seite 89 (*) , wo es heißt:
    „Der Bund fördert national bedeutsame Kultureinrichtungen.“

    Anders als die städtische Politik ist das Bürgerengagement in Regensburg (welchem der Titel WELT-KULTUR-ERBE zu verdanken ist) von legendärer Bedeutung. Ist es nicht Zeit, dieser Jahrzehnte währenden Bürger-Bewegung ein eigenes Haus, ein angemessenes, sich in den noch auszubauenden Grünzug einzufügendes #sozio-kulturelles Zentrum# zu errichten, auch um Gemeinschaft und Demokratie zu stärken? Gerade in Zeiten, in denen Verrohung und aufkommende Barbarei an finstere Zeiten erinnern?

    Dazu eingebettet die Rede von MdB Simone Barrientos

    https://webtv.bundestag.de/player/macros/bttv/hls/player.js?content=7270984&phi=default

    Vorsorglich Link: https://dbtg.tv/fvid/7227239

    —-

    Link zum Koalitionsvertrag (*), Seite 89 ff
    https://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/koalitionsvertrag.pdf

  • Christa Lärm

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    Die Nachfrage nach einem so überdimensionierten Kongressraum ist doch so selten, dass sich die Investition gar nicht lohnt. Zumal ausser den Baukosten, die man ja gar nicht abschätzen kann, erhebliche Folgekosten auf die Regensburger/innen zukommen. Selbst die bereits vorhandenen Räumlichkeiten sind nicht ausgebucht, also weshalb ein neues Prestigeobjekt??

  • Hansemann52

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    An meinen Vorunterzeichner (=mkv) möchte Sich doch erinnern, das Regensburg schon vorher Welt-Kultur-Erbe war. Im Gegenteil, Sie und Ihre RKK-Befürworter sind dabei unseren Titel „Welt-Kultur-Erbe“ auf’s Spiel zu setzen. (schau Dir doch das Landesmuseum an der Donau an, ist das schön???)
    Im Übrigen, was interssiert mich das Geschwätz im Bundestag. Es geht hier um Regensburg.

  • mkv

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    Verehrter Hansemann 52, womöglich habe ich mich ja missverständlich ausgedrückt.

    Aber meine „Rede“ galt NICHT dem „großen“ RKK. Kommen Sie wieder ´runter! Und lesen Sie doch bitte nochmal in Ruhe incl. Berlin, denn ALLES hängt mit ALLEM zusammen. Im Übrigen geht es gewiss nicht um „Schönheit“, um die sich bekanntlich trefflich streiten lässt. Auch ich bin der Ansicht, dass das Monster am Donaumarkt entgegen den alt-her-gebrachten warnenden Aussagen des Bay. Landesdenkmalrats schon aus den 90er-Jahren das ganze Quartiert sprengt: „Es ist eine Sünde“ (Ingo Knott zitiert Heimatpfleger Dr. Walter Boll, im Wochenblatt zum geplanten RKK am DM etwa gleichen Ausmaßes).

    So, noch einen schönen … Feierabend. Der Sommer ruft.

    —-

    Stadthallenplanung in Regensburg seit 1910
    http://bi-donaumarkt.de/html/chronik.html

  • Franz

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    Sehen sie sich doch all die neu gepflanzten Bäume in den Neubaugebieten an! Sie vegetieren dahin, sie leiden und können nie richtig wachsen!
    Ein Baum braucht gewachsenen Boden als Grundlage, und nicht lockeren herangefahrenen Humus bzw. ein verdichtetes Schotter-Humusgemisch!
    Alte Bäume wird es nach Verwüstung durch Baugenehmigungen nicht wieder geben!
    Die Bäume vor dem Bahnhofsareal sind von unschätzbarem Wert für unsere Stadt- und schon gar nicht mit noch mehr Übernachtungsgäste in Rgbg. aufzurechnen!
    Regensburg braucht kein RKK – es sind schon die anderen Tagungsstätten nicht ausgelastet
    sondern hoch defizitär!

  • Cerull Walter

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    Über 50 Jahre verfolge ich aktiv die Auseinandersetzung für oder gegen ein RKK.
    Über 50 Jahre kommen die Gegner und die Befürworter eines RKK aus dem gleichen Milieus.
    Über 50 Jahre führen die Befürworter und die Gegner (fast wörtlich ) die gleichen Argumente für oder gegen ein RKK ins Feld .
    Über 50 Jahre könnten die Gegner (nicht nur bei Bürgerentscheiden) mit ihren Argumenten den Bau eines RKK verhindern.
    50 Jahre hatte nun Regensburg kein RKK – und welche Folgen hatte das für die Stadt und seinen Bürgern?
    Sehr viel Geld (Steuergeld) wurde von der Stadt für Planungen und PR – Arbeit „verbraten“
    – allerdings mehr als 150 Mill. € (Steuergeld ) sparte die Stadt für den „Nichtbau“ eines RKK in den letzten 50 Jahren ein.
    Und die Billanz der letzten 50 Jahre ohne RKK für Regensburg und seinen Bürgern .
    Der Stadt und den Großteil der Bevölkerung geht es wirtschaftlich gut
    Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt und arbeitet gerne in der Stadt
    Die Einwohnerzahl steigt und steigt
    Die Stadt entwickelt sich fast in allen Bereichen positiv
    Das kulturelle Angebot ist vielseitig
    Die Altstadt ist weltkulturerbestätte
    Die Stadt wird förmlich überrannt von Besuchern und Gästen
    Die Stadt ist auf der ganzen Welt bekannt und hoch angesehen
    Und das alles oder trotzdem Regensburg kein RKK hatte bzw. hat.

  • Rigobert Rieger

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    Jaja, „Begegnungsstätte“, „Neugestaltung des Stadt-Entrées“ – wer solchen uralten, windigen PR-Luftnummern auf den Leim geht, ist selber schuld. Man hat ja nur gestern wieder die S. 2 der MZ von Marion Koller lesen müssen: „Die Aufenthaltsqualität soll sich durch mehr Grün verbessern“ – durch den Bau eines RKK am Ernst-Reuter-Platz, echt wahr! Also zuerst müssen natürlich ein paar Dutzend der ältesten Bäume der Stadt gefällt werden, aber nachher pflanzen wir gaaanz sicher ein paar wunderschöne Sträucher, liebe Kinder! Versprochen!
    Nein, im Ernst: das Kepler-Areal ist ein neuralgischer Punkt der Stadt Regensburg. Ein kurzer Blick auf den Stadtplan zeigt, dass der Grüngürtel um die Altstadt herum ausgerechnet an dieser Stelle (von den Großkotzplanern, die die Stadt noch nie vom Bahnhof aus betreten haben, „Entrée“ genannt) eh schon sehr löchrig ist. Akurat hier so ein Riesengerät wie ein Kongresszentrum reinzuklotzen, bedeutet, dass der Grüngürtel kein Grüngürtel mehr ist, weil an dieser Stelle dann eben kein Grün mehr ist, sondern ein Loch. Aus Beton. Wie gesagt: einfach mal auf den Stadtplan schauen!

  • Helene

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    @Rigobert Rieger: mir aus der Seele gesprochen: „an dieser Stelle (von den Großkotzplanern, die die Stadt noch nie vom Bahnhof aus betreten haben, „Entrée“ genannt) …“ Genau so ist es. Diese vielbeschäftigten VIPs würden doch das ach so attraktive Entrée nur mit ihren schönen Autowagen frequentieren und damit das eh schon dichte Verkehrsgeschehen effektiv zum Erliegen bringen.

    Sieht man sich die Tagungsmöglichkeiten in sog. Kongresstädten an, fallen vor allem deren fantastische Preise ins Auge. Wer dort einen Kongress abhält, der muss schon ordentlich Gold im Säckel haben. Wie würden superflexible Veranstaltungsräume mit allem Tagungs-Schnickschnack und aufwändig gestaltete Foyerflächen zu den bescheidenen Räumen für kulturelle Bürgeraktivitäten passen? Müssten doch auch letztere genauso – ja, eher noch intensiver, weil häufiger genutzt – gewartet und gereinigt werden. Es ginge schließlich nicht an, diesen Teil eines Prestigebaus verlottern zu lassen. Der Verwaltung der Räume, ihre Wartung und Reinigen wären also teuer. Wer sollte dafür die Kosten übernehmen? Der kleine Verein, der einen Raum für eine dreistündige Sitzung benötigt? Die Kunstgruppe, die einen Kreativabend veranstaltet? Die würden es sich nicht leisten können. Also die Stadt aus ihren guten Tagungseinnahmen? Da höre ich jetzt schon die ersten Stimmen, die flüstern, dass jeder Bereich der Tagungsstätte für sich rentabel sein müsse.
    Um ein Bild als Vergleich zu nehmen: Ein Jardin du Luxembourg und Schrebergärten innerhalb eines Zauns, das passt halt nicht zusammen.

    Nicht das wichtigste, aber ein ergänzendes Gegenargument gegen ein großes RKK.

  • Dieter

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    Ich habe beruflich des öfteren mit Kongressteilnehmern in Regensburg zu tun – was vor allem bei ausländischen Teilnehmern keine Begeisterung auslöst ist der fehlende Flughafen. Wahlweise die Verwunderung, dass es in Regensburg überhaupt Kongresse gibt, da man vom Münchener Flughafen aus noch ein gutes Stück Anreise hat.

    Zum Global Kongress Player fehlt in unserer kleinen Großstadt also nicht nur ein RKK.

  • R.G.

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    @Dieter
    Gut, dass Sie an den fehlenden Flughafen erinnern.
    Gewiss vergaß man nur, ihn zu erwähnen.

    Ich zweifle nicht, dass man ohne Mehrkosten einen Hubschrauber-Landeplatz und einen Privatflughafen der Zukunft gleich beim Bahnhof einplanen kann, so einen wie bei einem Hansl Trawoltinger im Stechpalmenwald in Amerika.
    Das kostet nur noch die übrigen Bäume vom historischen Grüngürtel, aber die machen ohnehin nur Dreck, im Herbst besonders. Und im Frühjahr stinken die meistens aus dem Blüten nach billigem Parfum.
    Eine Schande!

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