Rebl-Haus: Schlegl mag’s bunt

schleglWenn Christian Schlegl da mal keinen Coup gelandet hat. So holt man sich ein wenig Lufthoheit über den Stammtischen zurück: Man lauscht auf die unüberhörbare Mehrheitsmeinung! In einer aktuellen Pressemitteilung spricht sich der CSU-Fraktionschef, dafür aus, das bunte Gebäude als Kunstwerk zu betrachten. Für ihn gehe es hier um keine Frage des guten oder schlechten Geschmackes oder gar der Verunstaltung der Stadt, sondern um eine „Frage der Liberalitas Bavariae“, so Schlegl. „Meine Befürchtungen, dass dieser Gestaltungsstil allzu häufige Nachahmer finden könnte, halten sich in Grenzen.“ Damit widerspricht Schlegl nicht nur der Verwaltung, sondern auch Oberbürgermeister Hans Schaidinger, der kürzlich im Rahmen einer Stadtratssitzung noch davor gewarnt hatte, dass ein Präzedenzfall geschaffen werde, sollte die Verwaltung die Gestaltung des Rebl-Hauses tolerieren. Ebenso hatte auch die städtische Pressestelle in einer Stellungnahme Anfang der Woche argumentiert. Der CSU-Fraktionschef sieht das anders. Viele Regensburger aber empfänden diese Farbgebung als Bereicherung des öffentlichen Raumes, vielen anderen Regensburgern gefalle diese Farbgebung zwar nicht, von Verunstaltung allerdings spreche bisher kaum jemand. Mit Ausnahme des Bauordnungsamts freilich. Dort wird Schlegls Rat aufhorchen lassen: „Man sollte also die Kirche im Dorf lassen.“ Aus den Reihen der Regierungskoalition ist Schlegl damit der erste, der bei der amüsanten Diskussion um das Rebl-Haus in Steinweg eine klare Haltung vertritt. Die Frage bleibt, ob das bei den städtischen Beamten Eindruck hinterlassen wird. Das Bauordnungsamt wird voraussichtlich diese Woche einen neuerlichen Bescheid an Rebl verschicken: Darf das Haus dann bunt bleiben oder geht’s vor Gericht?

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Kommentare (12)

  • Werner

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    Ich bin ja gespannt, was da noch alles kommen wird, wer seine Häuser bunt anmalen wird.
    Allerdings: es muß schon ein Künstler sein, sonst gilt`s nicht. Der einfache Bürger kann keinen künstlerischen Anspruch einbringen.
    Erst als Rebl sich als Künstler „geoutet“ hat,
    hat er auch einen gewissen Rückhalt erhalten.
    Bin dann auch gespannt, wie sich das Bauordnungsamt bei den Häuslebauern verhält, bei denen z.B. der Sockel ums Haus in einer anderen Farbe gestichen wird als die Fassade selbst. In Burgweinting ist denen auch schon bei unterschiedlichen Grautönen eine Strafe angedroht worden.
    Vielleicht schafft es Schlegl, das Bauordnungsamt auf ein vernünftiges Maß zu stutzen und das nicht nur bei einem Objekt, wo man populistisch glänzen kann.

  • Jakob Spitzauer

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    Vernunft am Horizont.

    Immerhin, kann man da einerseits denken.

    Dort wird sie aber auch bleiben, muss man andererseits sagen.

  • Arbeiterstimme

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    Ganz einfach: Chef der Verwaltu ng (auch der Bauverwaltung) heißt derzeit Hans Schaidinger. Die Äußerung des Herrn Christian Schlegl trifft nicht den Ittlinger oder Raab, sondern Hans Schaidinger.

  • masterofdesaster

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    wenn einer mit janker und wampe daherkommt und von kunst spricht dann ist was im argen. womöglich steckt der knochen von der letzten schweinshaxe irgendwie quer oder es ist ein voller masskrug auf den trachtenhut gefallen.

    was fällt dem volk eigentlich ein, es will sich von den bürokröten nicht mehr durchsieben (tennessee) oder enteignen (rebl) lassen.

    das sind bananenrepublikartige zustände –

    das ist aufruhr !

  • Modezar

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    @masterofdesaster

    Was haben Trachtenjanker und Wampe mit Kompetenz zu tun? Ich kenne dicke und dünne Kunstverständige und dünne und dicke Kulturbanausen. Wenn Sepp Daxenberger in der Tracht daherkommt, dann wird er als glaubwürdig und athentisch eingeschätzt, wenn das einer aus der CSU tun, dann steckt gleich was im Argen. ’n bisschen einfach machen Sie es sich da.
    Auch ich zweifle – wie Sie – an Herrn Schlegels Kunstkompetenz und halte seine Äußerungen zum bunten Haus für bloßen Populisums, woher weht der Wind? Aha, lieber den Leuten aufs Maul geschaut… Und ob der Herr Sch. dazu einen Kaftan, einen Gehrock oder einen Raiffeisenanzug trägt, spielt keine Rolle.
    Merke: never judge a Book by its cover!

  • Matthias Beth

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    An Modezar und masterofdesaster,

    wer ist Christian Schlegl? Ein Mitglied diese überflüssigen und nur Kosten verursachenden Gremiums Gestaltungsbeirat?

  • nordpol

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    vielleicht der nächste OB?

  • schwarzmeertanker

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    @nordpol

    Nö, der wird wahrscheinlich Wolbergs heißen. So wie der Schlegl und seine Partei-„Freunde“ sich öffentlich darstellen wird er vom Bürger nicht gewählt, sofern er überhaupt als OB-Kandidat nominiert wird. Er hat bei seiner Wahl als Beisitzer in den Kreisvorstand noch nicht einmal eine absolute Mehrheit von etwas über 50% erreicht.
    Die hat Schaidinger aber vor ihm errungen, wenn auch ohne Gegenkandidat.

  • CSU-Mitglied

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    @Schwarzmeertanker
    langsam ist es nicht mehr lustig. Was soll der Unsinn? Vergleichen Sie das Ergebnis der OB-Aufstellung vor 2 Jahren (61 Stimmen für Schaidinger) mit der Beisitzerwahl jetzt (60 Stimmen für Christian Schlegl)? Warum nehmen Sie nicht das Ergebnis von Chr. Schlegl bei der Stadtratsnominierung vor 2 Jahren (62 Stimmen, also eine mehr als Schaidinger bei der gleichen Versammlung)? Soll schon wieder mit Halbwahrheiten und unsinnigen Vergleichen an einem Mythos oder gar Feindbild gearbeitet werden, weil konstruktive Politik manchen in der CSU einfach keinen Spass macht? Wenn die CSU in vier Jahren bei der Frage der Aufstellung eines OB-Kandidaten noch einigermaßen alle Tassen im Schrank hat, wird sie sich zumindest nicht an einem dann 4 Jahre alten Wahlergebnis zum Beisitzer im Kreisvorstand orientieren! Rieger war 4 Jahre vor seiner Nominierung gerade mal Beisitzer in einem Ortsverband und sitzt jetzt im Landtag!

  • Uwe Wöllner

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    Rieger passt aber nicht ins System:
    Beruflich erfolgreich, unabhängig, nicht hörig…
    Man sollte seinen Einzug in den Landtag bereits jetzt als Meilenstein in der bayerischen Landespolitik in die Geschichtsbücher eintragen lassen…

  • CSU-Mitglied

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    Deswegen hat Rieger im Landtag und als CSU Kreisvorsitzender auch inhaltlich schon so viele Akzente gesetzt. Und dort beweist er auch seine Unabhängigkeit indem er einfach immer mit der Fraktion stimmt und keinem der Oberen widerspricht. Das ist nun wahrlich ein Gewinn für uns alle und endlich mal ein neuer Typ von Abgeordneter. Aber mal im Ernst: Wenn man Riegers ständige Kritik am OB und sein Gejammere über „ungehorsame“ (=kritische) CSU-Mitglieder wegdenkt, dann bleibt für 2 Jahre Kreisvorsitzender und 1 Jahr Landtagsabgeordneter nicht viel übrig. Und ein bischen mehr Unabhängigkeit von seinen Mehrheitsbeschaffern täte ihm auch gut.

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