Todesschüsse: Ergebnisse nächste Woche?

Zwölf Kugeln, davon vier von hinten, trafen den Studenten Tennessee Eisenberg. Viel mehr konnte auch die zweite – von der Familie veranlasste – Obduktion des am 30. April getöteten Studenten nicht klären. Spuren eines Schlagstockeinsatzes und von Pfefferspray konnte allerdings auch der mit der Leichenschau beauftragte Rechtsmediziner Bernd Karger nicht finden. Nun werden Gewebeproben im Labor untersucht, um in diesem Punkt eine endgültige Klärung zu bringen. Das abschließende Gutachten Kargers wird voraussichtlich Ende August vorliegen. Der Rechtsmediziner trat am Donnerstag einen länger geplanten dreiwöchigen Urlaub an. Klärung zu den Schusskanälen wird es aber auch dann nicht geben. Durch die Organentnahme bei der ersten Obduktion ist der Ablauf nicht mehr rekonstruierbar. Das ballistische Gutachten liegt der Regensburger Staatsanwaltschaft offenbar mittlerweile vor. Den Rechtsanwälten der Familie wurde die Einsichtnahme bislang verweigert. Das berichtet heute die Süddeutsche Zeitung. Die Akten würden den Anwälten zur Verfügung gestellt, sobald sie entbehrlich seien, so der Leitende Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel zur SZ. Voraussichtlich kommende Woche will die Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit von den Ermittlungsergebnissen informieren.

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Kommentare (12)

  • Corelli

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    >>Den Rechtsanwälten der Familie wurde die Einsichtnahme bislang verweigert. (…) Die Akten würden den Anwälten zur Verfügung gestellt, sobald sie entbehrlich seien, so der Leitende Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel zur SZ.>>

    „… sobald sie entbehrlich seien“? Kann man denn von einer Akte keine Abschrift oder Kopie anfertigen? Es sollte wohl heißen „… sobald sie verschwunden sind“ – wie seinerzeit die berühmte Festplatte des Strauß-Filius aus den Räumen der Staatsanwaltschaft Augsburg.

  • peter sturm

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    „Klärung zu den Schusskanälen wird es aber auch dann nicht geben. Durch die Organentnahme bei der ersten Obduktion ist der Ablauf nicht mehr rekonstruierbar.“

    wurden dadurch etwa spuren vernichtet?

  • Christian

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    Das riecht für mich aber gewaltig nach Vertuschung.

    Für mich sieht das eher so aus, als ob da ein oder mehrere Staatsbedienstete ausgetickt sind und das wird jetzt mit allen Möglichkeiten versucht unter den Teppich zu kehren.

    Der Arbeitsplatz eines Beamten (und sei er möglicherweise noch so durchgeknallt) ist scheinbar mehr wert als ein Menschenleben.

    Aber ich vergaß ja, bei der bayerischen Polizei arbeiten ja keine Durchgenallten. Hier arbeiten nur gut bezahlte aufrechtige, loyale und staatstreue Menschen, die keinerlei private Probleme haben und sich physisch und psychisch in einwandfreiem Zustand befinden.

    Ich find es erschreckend, dass man seinem eigenen Staat in leider keinerlei Hinsicht mehr trauen kann.

  • grace

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    tja, wer nix zu verbergen hat,…

  • Joachim Datko

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    „Ich find es erschreckend, dass man seinem eigenen Staat in leider keinerlei Hinsicht mehr trauen kann.
    Von Christian am 17. Jul 2009, 15:50 Uhr“
    ===
    Dem eigenen Staat sollte man meiner Ansicht nach nie trauen, es geht meist um Interessen, die skrupellos durchgesetzt werden.

    Viele Bürger neigen dazu, Behörden einen Vertrauensvorschuss zu geben, meiner Meinung nach ein fataler Fehler.

  • Theodor Rieh

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    Es sieht so aus, als würde das mit den Gutachten und Gutachten und nochmal Gutachten solange hingeschleppt, bis sich keine Sau mehr für die Sache interessiert. So geht’s natürlich auch. Zwölf Schüsse (davon vier von hinten) in Notwehr sind aber auch ein bisserl arg kraß.

    In Alabama wird die von zwanzig Messerstichen durchlöcherte Leiche eines Negers aufgefunden. „Entsetzlich“, sagt der Sheriff, „so einen grauenvollen Selbstmord habe ich noch nie gesehen.“

  • masterofdesaster

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    dass die akteneinsicht verweigert wird, ist praktisch ein geständnis. wenn ein messer jemals im spiel gewesen wäre, hätte es herr ruckdäschel schon 20 mal in die kamera gehalten. hat er aber nicht. also gibt es keins.

    nur gut, dass die beteiligten es nicht besonders intelligent anstellen. insbesondere die ermittelnden behörden machen es so richtig schön doof. gleich am zweiten tag gleich mal sagen dass man von notwehr ausgeht und dass man mit ein paar kugeln im herz noch einen ganzen amoklauf hinlegen kann.

  • Sternenfee

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    Tja, ich denke Herr Ruckdäschel weiß schon lange, daß seine Nothilfesituation nicht haltbar ist; er wird gehofft haben, daß die Angehörigen nicht das Geld und die Zeit bzw. die Kraft haben hier klarheit gewinnen zu wollen. Wie hier schon gesagt wurde, warum gibt es den kein Foto von diesem gefährlichen Messer? Und warum kann er den Anwälten nicht zeitgleich zu seinem Kenntnistand eine Kopie des ballistischen Gutachtens geben? Herr Tesseraux, einer der Anwälte der Familie, sagt daß er trotz allem an unseren Rechtsstaat glaubt. Ich hoffe, daß er nicht enttäuscht wird. Bei dre Gelegenheit, schaut mal auf TVA online, da gibt es drei Interviews von gestern von dem Bruder/Mutter und Anwalt.

  • masterofdesaster

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    So ist es. Dass bei einem Einsatz mal etwas schwer daneben gehen kann, ist schlimm genug, aber Menschen versagen halt auch mal. Man kann versuchen, das Risiko durch gute Führung und Ausbildung zu minimieren. Natürlich will kein Polizist einen Unschuldigen töten. Und es würde auch jeder verstehen, dass man einem ansonsten untadeligen Beamten, der in einer psychischen Extremsituation versagt, nicht die ganze Zukunft zerstört. Da gibt es doch Spielräume. Aber diese grob dilettantischen Verzögerungs- und Vertuschungsaktionen zeigen, dass die eigentliche Gefahr auch nicht von den einfachen Diensträngen ausgeht. Wenn die Führungsebene bei der Ausbildung und Führung unserer Polizei ebensoviel Kompetenz an den Tag legt wie bei dieser Sache, dann wird einiges verständlich.

    Die Wahrheit muss auf den Tisch. Sonst hat dieses Land ein Problem.

  • waldorf

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    * Natürlich will kein Polizist einen Unschuldigen töten. *

    Da ist von einigen anderen Postern vehement das Gegenteil behauptet worden.

  • Ute Gehweiler

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    Was für eine Demokratie,
    die Beamten sind wieder im Dienst, als ob nichts geschehen sei?
    Sind bayrische Polizisten über jeden Zweifel erhaben? Bin fassungslos, und möchte hiermit mein tiefstes Beileid an die Familie bekunden.

  • W. Meyerhofer

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    Die Beamten sind wieder im Dienst.
    Welch schreckliche Vorstellung.
    Wann kommt die Wahrheit auf den Tisch?
    Ich warte!

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