"Missbrauch mit dem Missbrauch"

Was der Heilige Wolfgang an Bischof Voderholzer schreiben würde

Von „Missbrauch mit dem Missbrauch“ hat Bischof Rudolf Voderholzer bei einer Predigt in Zusammenhang mit der MHG-Studie über den sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen durch Kleriker gesprochen. Exklusiv für regensburg-digital antwortet ihm der renommierte Theologe und Psychotherapeut Dr. Wunibald Müller.

„Kaum ein anderer hat sich seit Jahrzehnten so intensiv mit sexuellem Missbrauch, mit Pädophilie und Ephebophilie beschäftigt wie Müller – auch und gerade im Zusammenhang mit Homosexualität und Zölibat.“ Die FAZ über Wunibald Müller. Foto: privat

Vorbemerkung der Redaktion

Zum Fest des Heiligen Wolfgang hat sich Bischof Rudolf Voderholzer unmissverständlich zu der MHG-Studie über den sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen durch Kleriker in der Kirche und möglichen Folgerungen daraus geäußert. Ohne auf das Wesentliche, oder die von der Generalstaatsanwaltschaft angeordneten Ermittlungen einzugehen, spricht Voderholzer von einem „Missbrauch mit dem Missbrauch“, kritisiert in Teilen die Studie selbst und verteidigt – deutlich am eigentlichen Thema vorbei – den Zölibat. Von den Domspatzen und davon, dass er selbst in Regensburg ein Zwei-Klassen-System von Opfern etabliert hat spricht er nicht (Die komplette Predigt zum Nachlesen als PDF.).

Der Autor, Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller antwortet Voderholzer mit einem fiktiven Brief des Heiligen Wolfgang. Müller war 25 Jahre lang Leiter des Recollectio-Hauses, in dem sich Priester wegen psychischer und psychosexueller Probleme therapieren ließen. Dabei hat er auch zahlreiche Gespräche mit Geistlichen geführt, die Kinder sexuell missbraucht haben. „Kaum ein anderer hat sich seit Jahrzehnten so intensiv mit sexuellem Missbrauch, mit Pädophilie und Ephebophilie beschäftigt wie Müller – auch und gerade im Zusammenhang mit Homosexualität und Zölibat“, schreibt die FAZ.

Anlässlich der MHG-Studie hat Müller vor kurzem gefordert: „Das Pflichtzölibat der Priester muss einem frei gewählten Zölibat weichen. Das Verbot, homosexuelle Männer zu Priestern zu weihen, muss aufgehoben werden. Die Kirche muss bekennen, dass sie keineswegs eine heilige, sondern eine sündige, schuldbeladene Kirche ist.“

Es folgt Müllers Brief im kompletten Wortlaut. 

Folgender Brief erreichte mich am 4.11.2018, mit der Bitte, ihn zu veröffentlichen, was ich hiermit tue. Dr. Wunibald Müller, Würzburg

Wäscht seine Hände in Unschuld. Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: Archiv/ Staudinger

Lieber Mitbruder Rudolf,

gerne komme ich Deiner Bitte nach, die Du am Ende Deiner Predigt anlässlich des Festes zu meinen Ehren geäußert hast. Ich werde bei Gott darum bitten, dass er Dir und der Kirche hilft, der in der Taufe und in der Eucharistie geschenkten Heiligkeit zum Durchbruch zu verhelfen. Wie wichtig das gerade in diesen Tagen ist, hast Du ja in Deiner Predigt deutlich gemacht.

In ihr gehst Du auf die MHG-Studie über den sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen von Klerikern in der Kirche ein und nimmst zu den weitergehenden Konsequenzen Stellung, die nach Meinung bestimmter Kommentatoren daraus zu ziehen sind. Deren Forderungen, das Pflichtzölibat aufzuheben und die negative Einstellung der Kirche zur Homosexualität zu ändern, da diese zwar nicht die Ursache für sexuellen Missbrauch sind, unter bestimmten Umständen diesen aber begünstigen können, sind Deiner Meinung nach überzogen. Seitens der Kirche habe man, so hebst Du in Deiner Predigt hervor, in den letzten Jahren vieles unternommen, um sexuelle Gewalt im Kontext der Kirche zu verhindern. Man denke etwa an die Leitlinien und die Präventionsordnung, in denen festgeschrieben wird, dass die Opferperspektive absoluten Vorrang hat vor jeder Rücksichtnahme auf die Institution oder die Täter. Du bedauerst mit Recht, dass das in der ganzen Diskussion nicht angemessen gewürdigt wird.

So weit, so gut! Doch, was, lieber Mitbruder, so frage ich mich besorgt, ist es denn, dass Du meinst, so heftig reagieren zu müssen? Du denen, die im Zölibat und der Haltung der Kirche zur Homosexualität potentielle Risikofaktoren für sexuelle Gewalt im Kontext der Kirche sehen und entsprechende Korrekturen fordern, Missbrauch des Missbrauchs, ja Missbrauch der Opfer des Missbrauchs, vorwirfst? Was ist nur in Dich gefahren, dass Du so etwas sagen kannst und dazu noch an dem Ort, an dem ich begraben bin? Hast Du nicht an dieser Stelle in Deiner Predigt mein Aufstöhnen gehört? Was macht Dich so hart? Was lässt Dich so ungerecht sein gegenüber jenen, die nicht weniger als Du bei dem, was sie sagen und fordern, die betroffenen Opfer und die Kirche im Blick haben?

Erinnerst Du Dich, lieber Mitbruder, noch daran, wie lange es gedauert hat, bis Deine bischöflichen Mitbrüder soweit waren, bei sexueller Gewalt durch Kleriker zuerst das betroffene Opfer und seine Not zu sehen und nicht, wie man das Ansehen der Kirche und der Täter vor Schaden bewahren kann und dann auch entsprechend handelten? Es hat sehr lange gedauert, zu lange, und es traf zunächst auf großen Widerstand. Wie lange wird es jetzt dauern, bis die notwendigen weitergehenden Konsequenzen gezogen werden?

Wenn es nach Dir geht, soll das überhaupt nicht stattfinden. Willst Du wirklich warten, bis Du und Deine bischöflichen Mitbrüder – Gott sei Dank nicht alle – erst wieder dazu gedrängt werden müssen, zu handeln. Jene, die schon vor vielen Jahren auf diese dunkle Seite der Kirche aufmerksam machten, die immer wieder darauf hinwiesen, dass es sich bei der sexuellen Gewalt in der Kirche nicht nur um Einzelfälle handelt, wurden oft nicht ernstgenommen oder gar als Nestbeschmutzer betrachtet. Wo stünden wir heute, hätte man ihnen auf Dauer kein Gehör geschenkt? Das darf man sich gar nicht vorstellen. Die Studie bestätigt, was sie gesagt haben und was sie als weitergehende Konsequenz gefordert haben.

Soll jetzt das alte Spiel wieder von vorne beginnen? Erst Widerstand, Vorwürfe, das gehe zu weit, was ihr da fordert, das ist Missbrauch des Missbrauchs, ja Missbrauch des Missbrauchs der Opfer, um eines Tages damit konfrontiert zu werden, dass es wieder nicht genug war, was geschehen ist – und das auf Kosten der betroffenen Opfer. Merkst Du nicht, auf welch dünnem Eis Du dich bewegst, wenn Du einen solch ungeheuerlichen Vorwurf in die Welt setzt, dass hier ein Missbrauchs des Missbrauchs der Opfer stattfindet? Ein solcher Vorwurf könnte sich sehr schnell als Bumerang erweisen, der auf den zurückfällt, der diesen Vorwurf ausspricht.

Weil ich weiß, dass das furchtbar für Dich wäre, bitte ich Dich darum, so etwas nicht länger zu behaupten und Dich an die Stelle in der Bibel zu erinnern, in der es heißt: „Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken aber in deinem Auge bemerkst du nicht?“ Du kennst das doch aus der Geschichte: Gerade dann, wenn wir etwas für heilig, gottgewollt erachten, ist die Gefahr besonders groß, gegenüber dem, der anders denkt, unfair, hart, ungerecht, intolerant, unbarmherzig zu werden, auf dem einen Auge blind zu sein.

Das war doch auch der Fehler, den wir in der Vergangenheit gemacht haben, als Deine bischöflichen Mitbrüder die Täter einfach versetzten und die vom sexuellen Missbrauch Betroffenen oft unbeachtet blieben. Du weißt schon, dass heute viele inzwischen von der „Täterinstitution Kirche“ sprechen und dabei nicht nur die Täter meinen, die sexuelle Gewalt an Minderjährigen ausgeübt haben, sondern auch die Bischöfe, die nicht angemessen mit den Tätern umgegangen sind und damit ermöglicht haben, dass die Täter weiterhin im Kontext der Kirche ihr missbräuchliches Verhalten ausüben konnten.

Deine bischöflichen Mitbrüder taten das oft in der irrigen Annahme, dass Beichte, Reue, mehr Beten ausreichen, um ein solches Verhalten zu beenden. Sie waren aber auch vor allem darauf bedacht, dass durch das furchtbare Verhalten ihrer Kleriker das Ansehen der Kirche, ihre ‚Heiligkeit’ keinen Schaden nimmt. Das Wohl und Ansehen der Kirche, die sogenannte heilige Sache, stand über allem und rechtfertigte offensichtlich jede Maßnahme, die anscheinend dazu beitrug, das Ansehen und die ‚Heiligkeit‘ der Kirche zu schützen. Meinst Du nicht auch, dass auf diesem Hintergrund Du und Deine bischöflichen Brüder gut beraten sind, für eine – lange – Weile, zunächst einmal sich zurückzuhalten, ja in Sack und Asche zu gehen und Buße zu leisten für das, was sie oder ihre Vorgänger an Schuld auf sich geladen haben?

Der von Dir zitierte Pater Zollner befürchtet, dass die Verantwortlichen in der Kirche, wenn sie nicht endlich aufwachen und sich rückhaltlos mit der sexuellen Gewalt in der Kirche auseinandersetzen und endlich die notwendigen Veränderungen angehen, auf dem besten Weg sind, die Kirche mit Karacho an die Wand zu fahren. Ich glaube, lieber Mitbruder, wir sind in unserer Kirche an dem Punkt angelangt, an dem die sogenannten Laien mehr oder sogar überhaupt die Verantwortung übernehmen müssen und das auch, weil sich viele Bischöfe nicht als fähig erwiesen haben und erweisen, die Kirche gemäß dem Evangelium zu leiten und sie vor Schaden zu bewahren. Sie nicht bereit oder auch nicht in der Lage, die notwendigen Veränderungen durchzuführen, die anstehen. Sind sie aber nicht wirklich bereit, Macht abzugeben, sie zu teilen, müssen sie damit rechnen, dass man sie ihnen der Kirche zuliebe nimmt.

Lieber Mitbruder. Ich habe Dir jetzt viel zugemutet. Ich pflichte Dir bei, wenn Du in Deiner Predigt sagst, dass die Kirche uns durch die Vermittlung schwacher Menschen das Wort Gottes schenkt. Das wusste schon Karl Rahner, wenn er in einer Primizpredigt meinte: „Ein Mensch ist der Priester. Er ist also aus keinem anderen Holze gemacht wie wir alle. Er ist ein Bruder.“ So ist es. Und weil es so ist, ist es höchste Zeit, auf die Aufteilung hier die Kleriker, dort die Laien, zu verzichten.

Mir kommt hier das Bild eines Ackers in den Sinn, der umgepflügt wird. Genau das ist notwendig. Der Acker Kirche, zu dem die Kleriker genauso gehören wie die Laien, muss umgepflügt werden, damit diese unselige Trennung Kleriker – Laien dadurch überwunden wird. Sie sich miteinander vermischen, um zusammen dazu beizutragen, dass hier ein fruchtbarer Humusboden entsteht. Dazu bedarf es der Hilfe des Heiligen Geistes. Aber es braucht auch Menschen, die den Mut haben, um Gottes und der Menschen wegen, Gängiges zu hinterfragen und Neues zu schaffen.

Lieber Mitbruder Rudolf, wenn Du wieder einmal meine Ruhestätte in der Basilika St. Emmeram besuchst, schlage ich vor, dass Du einfach nur niederkniest und während Du an die Opfer sexuellen Missbrauchs denkst und für sie betest in Deinem Herzen folgende Worte von Else Lasker-Schüler auf Dich wirken lässt:

„Es ist wie ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wäre.“

Wenn Du dann angerührt durch das Leid der Opfer sexueller Gewalt überhaupt, insbesondere aber auch jener, die im Kontext der Kirche missbraucht wurden, Deine Tränen zulässt, werde ich mit Dir weinen. In diesem Moment werde ich jedenfalls Dir sehr nahe sein. Mehr als bei Deiner Predigt zu meinem Festtag. Vor allem aber wird der Dir nahe sein und – wie es ja auch in Deinem Wahlspruch heißt – unter uns sein, zusammen mit den Opfern sexueller Macht, der von sich sagt, wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Sei umarmt und herzlich gegrüßt

In Christo

Dein Wolfgang, mit dessen Unterstützung und Gebet Du immer rechnen darfst

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Kommentare (23)

  • Robert

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    Wenn ich das Hirtenwort von Bischof Rudolf lese, stellt sich mir die Frage, ob er Inhalt und wesentliche Ergebnisse der MHG-Studie überhaupt zur Kenntnis genommen hat?

    Wenn ja, ob er sie überhaupt verstanden hat?
    Wenn ja, warum er dann dennoch ohne inhaltlichen Bezug auf die Studie über seine unhistorisch-dogmatischen Ansichten zum Zöligat, von einem Generalverdacht, von zu wenig gewürdigter aber laut Studie unzulänglicher Prävention, vom Missbrauch mit dem Missbrauch spricht?
    Entweder Bf. Rudolf betreibt ein mieses Profilierung- und Ablenkungsmanöver oder er hat die Tragweite der Studienergebnisse nicht verstanden.
    Hl. Wolfgang hilf und schicke jeden Tag einen Brief, oder auch mal zwei :)

  • R.G.

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    Sehr geehrter Herr Wunibald Müller!

    Ihr Beschau der kirchlichen Nabelschnur in Ihrem dem Heiligen Wolfgang in den Mund gelegten Brief macht es für mich unvorstellbar, wie ein in seiner Verantwortung gegenüber durch Missbrauch Verletzten (teil-)säumiger Bischof an Ihnen, bei Ihnen gesunden sollte.

    Ihr ganzes stolzes Schreiben focussierte sich nicht einen Augenblick auf die NOT und das ELEND der Opfer. Es beschäftigt sich lieber mit eines Bischofs Befindlichkeit und seiner Koketterie mit dem Missbrauchsbegriff.

    „Unsere“ Kirche krankt zuerst an der Weigerung, klare, unmissverständliche, opferschützende und -vermeidende Verhaltensmaßregeln auszusprechen.

    Die Taten gedeihen in der Atmosphäre.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „R.G.“ – Der Theologe Wunibald Müller hat sich – auch gegenüber „höheren“
    Kirchenmännern – noch nie ein Blatt vor den Mund genommen. Und – er be-
    schäftigt sich nicht „mit der Befindlichkeit Voderholzers,“ sondern fordert
    ganz klar, daß der Pflichtzölibat dem freiwilligen Zölibat weichen müsse und –
    er bricht auch eine Lanze für die Homosexuellen, die in Teilen der katholischen
    Kirche in unsäglicher Weise diffamiert werden.

  • R.G.

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    Missbrauch mit dem Missbrauch – erinnern wir uns, wie diese Worte zum gängigen Vokabular wurden,
    Missbrauchte waren nicht in erster Linie als Opfer von groben kriminellen Handlungen respektiertt worden, sondern als psychisch Defekte definiert. Folglich parkte man sie höchstens in Praxen von Therapeuten und Beratern. Als ob die helferische Berufsgruppe nicht dem Bevölkerungsschnitt entspräche und deshalb auch keine (sanft gesagt) schwierigen Exemplare dabeihätte, tat man, als passiere dort zwangsläufig und ausschließlich Gutes.

    Teils zum Zwecke der Selbsterhöhung, teils aus unentschuldbarer Wichtigtuerei oder Schlampigkeit , drängten Berater, Gutachter oder auch Ärzte und Therapeuten in einzelnen, sehr komplexen Fällen ihre Klienten (etwa Kinder) z.B. durch suggestive Befragung dazu, sich Missbrauchserfahrungen zu erinnern, oder man deutete beliebige Äußerungen als sichere Hinweise auf sexuelle Übergriffe. Viele Menschen wurden so fälschlich der Täterschaft angeschuldigt und von ihren Angehörigen getrennt.
    In Patienten oder Klienten hineinpraktizierte, „induzierte“ Erinnerungen erhielten die landläufigeBezeichnung „Missbrauch mit dem Missbrauch“.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wormser_Prozesse

    Gebraucht nun ein Bischof diese Worte „Missbrauch mit dem Missbrauch“, anstatt endlich weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden, der durch Verleugnung ECHTEN MISSBRAUCHS entstand und immer weiter wächst, halte ich persönlich ihn nicht mehr für fähig, seine Stelle, eine mit höherer Verantwortung, positiv auszuüben.

  • Eingeborener

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    @ R G. hat mit ihrem Brief an den Autor Recht. Die Kirchenleute drehen sich, ob kritisch oder nicht, nur um ihren Kirchennabel, sprich Erhalt dieser kaputten Institution. Wäre die Kirche nicht so massiv mit dem Staat verbandelt,wäre sie schon lange unter Aufsicht gestellt worden.

  • Bertl

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    Die Selbstbezogenheit der Katholischen Kirche ist wesentlich für die Unfähigkeit eines grundlegenden Umdenkens im Sinne eines humanen Christentums. Ich blättere mit einiger Regelmäßigkeit im BR-Text das Kalenderblatt durch. Dabei stößt man auch auf die Seiten Religion, aufgeteilt in katholisch und evangelisch. Die Gebete der Katholischen drehen sich in der Überzahl darum Gott zu bitten, seinen Kirchen und den Geistlichen beizustehen. Mit diesen vorgefertigten Gebeten werden die Katholiken aufgerufen, für die Kirche zu beten. Dieses um sich selbst kreisen ist nichts als widerlich.
    Aber da es immer noch genügend Schafe gibt, die nicht selbst denken, gibt es für die Kirche keinen Anlaß, dies zu ändern.

  • joey

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    warum wird eine historische Person verwendet?

    Wunibald Müller hat inhaltlich recht, aber die Kostümierung ist unnütz und unrechtmäßig. Bei einer (auch berechtigten) politischen Forderung darf eine historische Person aber nicht vereinnahmt werden. Eine Forderung ist nach heutigen Zusammenhängen zu begründen. Das fällt ja durchaus leicht…

  • Lothgaßler

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    Der „Kunstgriff“ mag auch der christlichen Tradition geschuldet sein: Kaum spricht ein Heiliger zu einem, schon wirds ernst genommen. Nach ein paar solcher „Heiligenerscheinungen“ droht womöglich die Seeligsprechung.
    Die Amtskirche ist reformunwillig oder sogar reformunfähig und fürchtet den weiteren Bedeutungsverlust durch Mitgliederverlust. Ich finde diesen (Alters)Starrsinn gut, denn damit gehts mit der Kirche weiter bergab. Als Atheist verteile ich 10 Punkte an den Bischof.
    Im Grunde führt nichts daran vorbei, dass die unvollkommene Trennung von Kirche/Religion und Staat verbessert werden muss. In diesem Komplex ging es nie um Glaubensfragen, es ging und geht um Straftaten!

  • R.G.

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    @Lothgaßler
    Würden Sie, wenn einem Ihrer Kunden bzw.Klienten Schicksale von Missbrauchten nahegebracht wurden, und der draraufhin von Missbrauch mit dem Missbrauch redete, ihm in einem Rollenspiel als Manager und Produzent von einer Boyband antworten?
    Als Heiliger Wolfgang, Boyband-Gründer?

    Herrschaftszeiten!

  • mkv

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    Strafgesetzbuch, Gnade, Zeitenwende, Lage.

    1. Frage des Vorliegens einer Kriminellen Vereinigung (§ 129 Abs. 1 StGB), da Übergriffe fast schon immerwährend als unter der Toleranz anderer passiert erscheinen; Frage nach der Systemimmanenz.

    Blick nach Wien
    https://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/548442/Missbrauch_Die-Kirche-als-kriminelle-Organisation

    Blick nach Pennsylvania, August 2018
    „Wie eine kriminelle Vereinigung“
    https://www.nzz.ch/international/die-katholische-kirche-von-pennsylvania-hat-kindsmissbrauch-jahrzehntelang-erfolgreich-vertuscht-ld.1411871

    ZEIT-Artikel von Von Evelyn Finger und Veronika Völlinger vom September 2018, wo es auf Seite 3 heißt:
    „Am Ende geben die Forscher der Kirche Empfehlungen: gegen die Risiken des Klerikalismus, der engen Sexualmoral, des Pflichtzölibats. Solche Ratschläge ergehen klarer und deutlicher längst von den katholischen Laien. Bisher hat es nur nicht geholfen. Vielleicht hilft es, wenn die Bischöfe jetzt die Liste der Missbrauchstaten lesen, die an Kindern und Jugendlichen verübt wurden. Seite 288 der Studie: Berührung primärer Geschlechtsteile unter der Kleidung, Küsse auf den Mund, genitale Penetration, Masturbation an Betroffenen, Entkleidung Betroffener, Demütigung und Züchtigung, Oralverkehr, Fingerpenetration, Zeigen pornografischer Bilder… Die Beschuldigten haben mehrheitlich keine Reue gezeigt. Auch das kann man nachlesen. Vielleicht hilft es. Vielleicht.“
    https://www.zeit.de/2018/38/sexueller-missbrauch-bischoefe-kirche-studie/seite-3

    Die Frage nach dem bundesweiten potentiellen Versagen der Staatsanwaltschaften, Stichwort: Legalitätsprinzip, muss beantwortet werden.

    2. Gnade

    Der offene Brief zitiert den großen Karl Rahner. Der Mittelpunkt seines Werks ist die Theologie der Gnade: „Gnade ist im Ursprung nicht „geschaffene Gnade“, sondern Gott in seiner Selbstmitteilung. Die Erfahrung der Gnade ist der Kern des Christentums.“ Will der dem Heiligen Wolfgang in den Mund gelegte Text daran anknüpfen? Und wenn ja, wo bitte bleibt die Perspektive der unzähligen Opfer?

    3. Zeitenwende – damals. Und heute?

    Die in Bezug genommne Else Lasker-Schüler, „herausragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus in der Literatur“, Freundin u.a. von Karl Kraus und Gottfried Benn.

    Bei wikipedia wird man daran erinnert:
    „Der Bezug zum politischen Zeitgeschehen wird noch deutlicher im letzten, unvollendeten Drama der Dichterin – IchundIch –, an dem sie im Jerusalemer Exil bis kurz vor ihrem Tod arbeitet. Mit IchundIch entstand eine vielschichtige Fortsetzung von Goethes Faust, in welcher Mephisto und Faust vom Höllengrund aus beobachten, wie Hitler Stück um Stück die Welt erobert. Schließlich muss auch Mephisto angesichts der Greueltaten erkennen, dass das Böse nicht unterstützt werden darf. Gemeinsam mit Faust bittet er Gott um Vergebung. Sie werden beide in den Himmel aufgenommen, während das Dritte Reich in einem Flammenmeer untergeht.“

    4. Die Lage

    Von Gottfried Benn stammt diese Erkenntnis:

    Erkenne die Lage,
    Rechne mit deinen Defekten.
    Baue auf deine Bestände,
    Nicht auf Parolen.

    In Bezug auf Demokratie und Rechtsstaat. Auf – ge-, zerstörtes – Vertrauen. Auf unkontrollierte Macht der Kirche, der Wirtschaft. Auf (Ohn)Macht der Opfer, der Bürgerschaft. Auf die Notwendigkeit der Selbstermächtigung des Souveräns. Auf streitbares Selbstverständnis der Bürger und ihrer überfälligen Selbstverständigung mit den kirchlichen Opfern, mit jenen von Hartz-IV und anderer Millionen Ausgegrenzter als Ausgeburt der strukturellen Gewalt des politischen Neoliberalismus, der „krebsartig den Wirt zerfrisst“ (Götz Eisenberg –> https://www.aktionboss.de/hoeren-was-passiert)

  • xy

    |

    Was meint der Autor mit dem „Zwei-Klassen-System von Opfern „, das in Regensburg vom Bischof „etabliert worden“ sei?

  • Robert Werner

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    @ xy Der Begriff „Zwei-Klassensystem“ stammt nicht vom Autor Müller sondern von der Redaktion. Gemeint ist, dass Voderholzer mit ehemaligen Domspatzen, die von sexualisierter Gewalt betroffenen sind, anders und privilegiert umgeht, als wie bspw mit missbrauchten ehemaligen Heimkindern, Zöglingen der bischöflichen Knabenseminare, kirchlichen Schulen und anderen kirchlich geführten Einrichtungen.

    @ alle. Um falsche Annahmen bzgl. W. Müller hoffentlich aus dem Weg zu räumen, folgt hier die oben verlinkte aber offenbar kaum zur Kenntnis genommene Erklärung von W. Müller zur MHG-Studie vom 25.9.2018 im Wortlaut:

    Wunibald Müller: Es ist höchste Zeit
    Meint die Kirche es ernst mit der Prävention von sexualisierter Gewalt in ihren Reihen, meint es Kardinal Marx ernst, wenn er sagt, die Kirche muss einen neuen Anfang zu machen, neue Zeichen setzen, dann müssen jetzt Taten folgen, bevor es zu spät ist, wenn es nicht schon zu spät ist.

    Die Bischöfe müssen die Betroffenen um Vergebung bitten für ihr Verhalten, sofern sie durch Vertuschung sich mitschuldig gemacht haben an dem Leid, das ihnen zugefügt wurde. Sie müssen klar ihre Schuld bekennen und gegebenenfalls auch die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen.

    Das gilt auch für Papst Franziskus, der zumindest dazu stehen muss, sollte er in der Vergangenheit dabei mitgewirkt haben, dass sexualisierte Gewalt vertuscht wurde.

    Weiter müssen endlich die Mauern des Klerikalismus geschleift werden, die Vorstellung, gar Ideologie, dass es seinsmäßig einen Unterschied zwischen Klerikern und Laien gibt und die Kleriker über den Laien stehen. Es muss im wahrsten Sinne des Wortes eine Entmachtung der Bischöfe stattfinden, die Macht und Verantwortung in der Kirche endlich neu verteilt werden und dabei die Frauen uneingeschränkt mitbeteiligt werden.

    Das Pflichtzölibat der Priester muss einem frei gewählten Zölibat weichen. Das Verbot, homosexuelle Männer zu Priestern zu weihen, muss aufgehoben werden. Die Kirche muss bekennen, dass sie keineswegs eine heilige, sondern eine sündige, schuldbeladene Kirche ist.

    Der Papst sollte – und das wäre immerhin ein starkes Zeichen – öffentlich darauf verzichten, weiterhin sich heiliger Vater nennen zu lassen. Will die katholische Kirche, dass ihr die Menschen wieder glauben, muss es wirklich zu einer echten Erschütterung bei ihr kommen, die zu Reue, zur Umkehr des Herzens und zu mehr Demut führt.

    Wunibald Müller
    Psychotherapeut und Theologe
    Leiter des Recollectio-Hauses von 1991-2016

  • H. Müller

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    Ich finde es absolut feige von Herrn Dr. Müller, dass er nicht in seinem eigenen Namen schreibt, wenn er dem Bischof etwas zu sagen hat. Das Schreiben, das er dem hl. Wolfgang (924-994) in den Mund legt, absolut unhistorisch und unsachlich. Er geht auf kein einziges Argument ein und wirft tausend Sachen durcheinander.
    Man kann sich ja kaum vorstellen, dass dieser Mann einmal von einer deutschen Hochschule promoviert wurde!
    Es wäre wirklich interessant, was der hl. Wolfgang, der aufgrund des Erlebens der Gorzer Klosterreform, mit der man wieder das Befolgen der Ordensregel des hl. Benedikt zum Maßstab des mönchischen Lebens machte, selbst Mönch geworden war und der sich im Bistum Regensburg nachhaltig für eine Klerikalisierung und Spiritualisierung des Klerus (u.a. Reformen im Niedermünster Damenstift und im Domkapitel) einsetzte, zu der Predigt seines Nachfolgers und dieser Anmaßung von Herrn Dr. Müller, in seinem Namen einen Brief zu schreiben, sagen würde. Das wäre wirklich interessant!

    Übrigens erinnert das Verhalten von Herrn Dr. Müller, auch wenn er kein Ordensmann ist, ein wenig an das, was der hl. Benedikt in seiner Ordensregel, die der hl. Wolfgang liebte, über eine von vier Arten von Mönchen zu sagen weiß, wenn er schreibt (Regula benedicti, cap 1):
    “ Die dritte Art sind die Sarabaiten, eine ganz widerliche Art von Mönchen. Weder durch eine Regel noch in der Schule der Erfahrung wie Gold im Schmelzofen erprobt, sind sie weich wie Blei.
    In ihren Werken halten sie der Welt immer noch die Treue. Man sieht, dass sie durch ihre Tonsur Gott belügen.
    Zu zweit oder zu dritt oder auch einzeln, ohne Hirten, sind sie nicht in den Hürden des Herrn, sondern in ihren eigenen eingeschlossen: Gesetz ist ihnen, was ihnen behagt und wonach sie verlangen.
    Was sie meinen und wünschen, das nennen sie heilig, was sie nicht wollen, das halten sie für unerlaubt.“

  • R.G.

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    @Robert Werner!
    Diese richtig und oberflächlich gelesen schöner klingenden Worte des weisen W.Müller halte ich bei näherer Betrachtung ebenso für Manifestation der kirchlichen Nabelschau.

    In seiner Schrift geht es ihm um Zölibat und Priestertum, das Verhältnis zu den Laien, um Bekenntnisse der Kirchenoberen, in der Missbrauchsfrage versagt zu haben…

    Aber ER SELBST richtet seine Worte gleichfalls NICHT an die Opfer, er wendet seine Aufmerksamkeit nicht ihnen zu, sondern beschäftigt sich mit den moralischen Blähungen der Würdenträger, und der Neuordnung der Katholischen Kirche.

    Ich erlebte in viel zu jungen Jahren das Unglück, einen Menschen in verantwortungsvoller Position mit offenem Hosenstall zu sehen, wie er erregt ein Kleinkind in die Ecke drängte um es die“Liebe zu lehren“, wie er meinte.
    Da gibt es selbst für ein nur wenig größeres Kind wie ich damals war, kein Heidideidi, kein „liebes Täterchen, du müsstest doch dies oder jenes“, „liebe feige erwachsenere Zuschauerchen, ihr solltet mal in Therapie gehen“, „lieber Diakon, das Zölibatchen gehört weg“, und „die Homosexuellen sind auch so arm““:
    Alle anderen Themen und Diskriminierungen sind in dem Augenblick zweitrangig. Gefragt ist ERSTE HILFE. Mehr noch, es ist die einzige natürliche Reaktion, den schwächsten Menschen beschützen zu wollen.

    Da leben Männer und Frauen im Pensionsalter oft unter prekären Bedingungen, weil ihnen als Kinder in kirchlichen Umgebungen schweres körperliches oder seelisches Leid angetan wurde und ihnen deshalb ein normaler Karrierweg nie offen war, ohne je die bei ERSTER HILFE übliche, focussierte Zuwendung erfahren zu haben.

    Der allererste Schritt steht schlicht noch aus.
    Es fand sich keine einziger Kirchlicher oder kirchennaher Bediensteter, der die Opfer vorbildhaft direkt ansprach, um öffentlich zu sagen, er weiß, dass ihnen UNRECHT angetan wurde.
    Keiner, nicht mal ein Supertherapeut, will selbst mit gutem Beispiel vorangehen, jeder fordert irgendwen sonst auf, dass er sich ändere.

    Für mich das zweite Ärgernis in Müllers Text ist das Ausbleiben einer Forderung, sich als Kirche ohne Wenn und Aber endlich an die staatlichen Gesetze zu halten. Das verlangt nach meiner Ansicht, sofort aufzuhören, in Missbrauchsfragen eigene Schlichtungsstellen und interne Gerichte urteilen zu lassen!

    (Erste Anmerkung: Was bitte unterscheidet die Reichsbürger von der Kirche, in ihrem verweigernden Verhältnis zum Staat? Beide machen sich ihre eigenen Gesetze, erstere ohne Sanktus, zweitere abgesichert durch das Konkordat!

    Zweite Anmerkung; Ich habe meine besten Berufsahre in der Kirche vergeudet. Menschliche Reaktionen gegenüber Opfern erlebte ich NIE! Aber Vorwürfe, meine Seele zu beschmutzen, wenn ich mich mit den Verlorenen abgäbe.)

  • Tobias Beck

    |

    „Kleriker“, der Erstling von Drewermann ist in diesem Kontext unbedingt leseswert. Drewermann ist der einzige glaubhafte Katholik! Warum? Weil er des Priesteramtes enthoben wurde und aus dieser Kirche ausgetreten ist. Es gibt dort keine guten Hirten!
    https://www.flickr.com/photos/tobi_becq/30787114877/in/photostream/

  • Bluebeardy

    |

    Nettes Vertellkes, Herr Müller

    Ich frage mich nur: wie steht es um Ihre Verantwortung als Leiter des Recollectiohauses und behandelnder Psychotherapeut, wenn Sie über pädosexuell agierenden Klerikern, welche Sie oder Ihre Kollegen therapiert hatten, ein Gutachten bzw. positive Prognosen für den Bischof erstellt haben und diese Kleriker dann wieder in der Gemeindearbeit eingesetzt wurden? Und Siestehen ganz bestimmt nicht alleine vor dieser Gewissensfrage.

    Schon in den 60er Jahren war es einem amerikanischen Kollegen, Pater Fitzgerald bei den Paracleten, die auch so mehrere Therapiehäuser für kriminelle Kleriker anboten, aufgefallen, dass diese Menschen untherapierbar waren und hatte dies auch dem Vatikan mitgeteilt.
    http://www.bishop-accountability.org/news2008/05_06/2008_06_16_Ebeling_ProofBishops.htm

    Fast 60 Jahre später und nach einer verlogenen wissenschaftlichen Aufarbeitung, bei der 2/3 der Diözesen vor 2000 unberücksichtigt blieben, hat sich wenig geändert.

    War Wolfgang irgendwann auch wütend und zornig, oder hat er alles schön pastoral zugedeckt?

  • Stefan Aigner

    |

    @Bluebeardy

    Priester, die Kinder und Jugendliche missbraucht hatten, wurden im Recollectiohaus ausdrücklich nicht therapiert, wenngleich es Gespräche mit ihnen gab. Die Therapieangebote richte(te)n sich an Geistliche mit psychischen und psychosexuellen Problemen, die nicht straffällig geworden sind. Genaueres dazu im oben verlinkten FAZ-Artikel.

  • Lothgaßler

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    @R.G.:
    Natürlich nicht, der Heilige xyz muss herhalten, weil er sich nicht dagegen wehren kann. Nachdem ich den Heiligen Wolfgang nicht kenne (ich bin ja Atheist) vermag ich seine Rolle und sein Leben nicht einzuschätzen (Boyband usw.). Wäre ja doppelt bitter, wenn die Instrumentalisierung dieses Heiligen nun auch noch zweideutig rüberkommt.
    Bin ich froh, dass ich ausgetreten bin!

  • Angelika Oetken

    |

    Zur Phrase „Missbrauch mit dem Missbrauch“ empfehle ich diese Stellungnahme: https://www.emma.de/artikel/falsche-kinderfreunde-263497. Dass es auch Anfang der 90er Jahre im Kern um die Vertuschung organisierter Missbrauchskriminalität und die Behinderung von Aufdeckung und gerichtlicher Ahndung ging, ist kein Zufall. Deshalb um so interessanter, dass Bischof Voderholzer den polemischen Begriff „Missbrauch mit dem Missbrauch“ nutzt.

  • Bluebeardy

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    @ Stefan Aigner

    Sie meinen wirklich, diese acht- bis zwölfwöchigen Aufenthalten seien ohne jegliche Begutachtung/ Bericht durch Herrn Müller &Co. erfolgt und er/sie habe keinen Anteil/ Mitverantwortung an dem großen Vertuschungskomplott?

    Hier geht es um Serientäter, welche wieder in die Gemeinden zurückbeordert wurden – und wir kennen seit Jahrzehnten die blumigen Umschreibungen (siehe Siepe) für klerikale Sexualstraftaten und deren „Heilungsversuche“.

    Bislang habe ich Ihre sehr gute Aufklärungsarbeit wertgeschätzt und bis in die USA empfohlen…

  • R.G.

    |

    @Bluebeardy
    @Stefan Aigner
    Herr Dr. Wunibald Müller verdient für seine berufliche Arbeit Wertschätzung.
    Er hat weder zu verantworten, was im Bischöflichen Amt entschieden wird, noch Einfluss auf die kirchlichen Gerichte.

    Wertes Bluebeardy, gute Arbeitshaltung darf gewürdigt werden.
    Herr Stefan Aigner hat sein Gespür für Fairness urteilen lassen.

    Meine harte Kritik betraf lediglich den journalistischen Part des Dr. Wunibald Müller.
    Schreibt(Spricht zur Presse) er aus seiner Qualifikation als Therapeut ÖFFENTLICH ZU seinen potentiellen ehemaligen KLIENTEN hin, wozu theoretisch sogar Bischöfe gehört haben können, erwarte ich eine vorbildhafte Hilfestellung für diese, durch Vorleben des richtigen Umgangstons gegenüber Opfern von Missbrauch.

    Hätte er aus aus seiner nun sichereren Position, da er nun nicht mehr vom kirchlichen Säckel abhängig ist, AUS SICHT DER MISSBRAUCHSOPFER zu „seinem“ Bischof geschrieben, oder als von den Fesseln seines Brotberufes befreiter Mann mit Rückgrat WORTE AN DIE OPFER gerichtet, wäre das für mich eine saubere Sache gewesen.

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