SOZIALES SCHAUFENSTER

Corona-Ausbruch

Ankerzentrum erneut unter Quarantäne

Schon im vergangenen Sommer kam es im Ankerzentrum in der Regensburger Zeißstraße und der Gemeinschaftsunterkunft in der Dieselstraße zu einem größeren Corona-Ausbruch. Seit vergangener Woche steht das Ankerzentrum nun erneut unter Quarantäne.

Im Ankerzentrum in der Zeißstraße kam es erneut zu mehreren Coronafällen. Foto: Archiv/ Weber

Wie die zuständige Regierung der Oberpfalz am Freitag auf Nachfrage mitteilte, hat es in den letzten beiden Wochen mehrere positive Corona-Fälle im Ankerzentrum Regensburg, Dependance Pionierkaserne, gegeben. 15 Fälle seien nach einer ersten Testung zunächst bekannt geworden. Das Ergebnis einer weiteren Reihentestung vom vergangenen Donnerstag habe dann fünf weitere Fälle ergeben. Alle betroffenen Personen würden bislang keine oder nur leichte Symptome aufweisen.

Alle stehen unter Quarantäne

Da laut Pressestelle eine „klare Eingrenzung des Infektionsgeschehens auf einen abgeschlossenen Bereich der Einrichtung“ nicht möglich sei, habe erneut die gesamte Einrichtung unter Quarantäne gestellt werden müssen. Positiv getestete Personen und Kontaktpersonen ersten Grades würden „immer konsequent getrennt isoliert und durch den Arztbereich der ANKER-Einrichtung betreut werden“.

Wie unserer Redaktion zudem bekannt wurde, musste eine Mutter mit ihren Kindern aus der Gemeinschaftsunterkunft Dieselstraße vorübergehend nach Neutraubling in Isolation verlegt werden, da ihre Tochter ebenfalls positiv getestet wurde.

Massenunterkünfte sind potentielle Hotspots

Bereits im vergangenen Sommer war es zu größeren Infektionszahlen in den beiden Unterkünften gekommen. Ende Mai landete Regensburg deshalb bei der Sieben-Tages-Inzidenz kurzzeitig auf Platz 1 in ganz Deutschland (unser Bericht).

Zahlreiche Organisationen wie die BI Asyl, Seebrücke und Campus Asyl fordern bereits seit längerem die sofortige dezentrale Unterbringung etwa in den leerstehenden Hotels und die generelle Auflösung der Sammelunterkünfte. Diese seien für Bewohnerinnen und Bewohner eine erhebliche Gefahr und im Zweifel Orte, an denen sich das Virus rasch ausbreiten könne. Zahlen aus den Sommermonaten belegen diese Annahme. Nach damaligen Recherchen unserer Redaktion war die Infektionsrate in den Regensburger Sammelunterkünften 60 Mal höher als in der „Normalbevölkerung“.

In seinen aktuellen Empfehlungen rät das Robert-Koch-Institut übrigens ausdrücklich davon ab, größere Einrichtungen komplett unter Quarantäne zu stellen. “Es wird dringend empfohlen, eine Quarantäne der gesamten AE (Asyleinrichtung) oder GU (Gemeinschaftsunterkunft) sowie das Errichten von (zusätzlichen) physischen Barrieren (Zäunen) zu vermeiden”, heißt es dort. Stattdessen wird eine Bildung kleiner Kohorten angeregt. Doch offenbar sahen sich weder die Regierung noch das Gesundheitsamt in der Lage, den Ausbruch anderweitig unter Kontrolle zu bekommen.

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Kommentare (12)

  • Hartnäckig

    |

    Zitat: Organisationen wie die BI Asyl, Seebrücke und Campus Asyl fordern bereits seit längerem die sofortige dezentrale Unterbringung etwa in den leerstehenden Hotels
    Und ich verlange die konsequente Einhaltung der AHA-Regeln auch durch Asylbewerber !

  • Mr. T.

    |

    Und ich verlange die konsequente Verwendung auch geringster Mengen Resthirn durch Ganzrechte!

    Das erste A von AHA steht für Abstand – und der ist sehr schwer einzuhalten in Gemeinschaftsunterkünften.

  • Alkofer Karin

    |

    @Hartnäckig
    Wie kommen Sie zu der Annahme, dass Asylbewerber*innen die AHA-Regeln nicht einhalten würden? Das steht doch hinter Ihrer „Forderung“, oder? Was sollen denn solche unbegründeten und spekulationsbasierten Unterstellungen bewirken? Das nützt doch wirklich weder den Menschen noch der Sache!

  • RegensburgerIn

    |

    Und ich verlange die konsequente Einhaltung der AHA-Regeln auch durch Asylbewerber !

    Sie haben völlig Recht! Da stimme ich Ihnen zu.
    Asylbewerber müssen die Corona-Regeln einhalten. Das heißt: eigenes Zimmer, eigene Küche, Bad und WC.

    In den Gemeinschaftsräumen ist es nicht möglich,daher die ganzen Ansteckungen.

    Hartnäckig, Ihre Forderung ist sehr gut! Keine Massenunterbringung von Menschen.

  • Madame

    |

    Wo soll man die zahllosen Migranten unterbringen? Das stimmt, massenunterkünfte sind keine lösung. Deshalb wäre es besser diese menschen in leerstehenden Objekte unterzubringen. Es müssten auch die flüchtlingströme besser geordert werden. Der Virus bringt viele Versäumnisse an den Tag. Die Migranten sollten eine zeitlang im wirtsland
    bleiben und dann durch behutsame Rückführung in ihr heimatland eine neue Zukunft zugeführt leisten. Deutschland und Europa sind durch jahreslanges wegschauen der misere selbst schuld. Man kann keinen Menschen wie Tiere in einen Käfig sperren. Es ist klar, dass diese Ansteckung eine Ursachen des anstieges ist. Wo zuviel an einen Platz sind, entstehen Spannungen Hass und.

  • auch_ein_regensburger

    |

    Ich finde es ja immer wieder interessant, wenn Kommentator*innen wie Madame, die keinen fehlerfreien Satz herausbringen, meinen, sie müssten die politische Weltlage erklären.

  • Lydia Lesenko

    |

    Kommentar gelöscht. Kein Getrolle.

  • Stefan Egeli

    |

    Dass die Asylbewerber in Gemeinschaftsunterkünften wohnen, ist schon ein großes Problem. Dem Virus sind hier alle Türen und Tore geöffnet. Aber wie will man es lösen?
    Die Leute in Hotels unterzubringen würde auch nichts an der Lage ändern, denn da wären sie ja auch wieder zusammen. Oder glaubt man wirklich, die Menschen bleiben dann in ihren Zimmern? Dann könnte man ja auch Hotels wieder für Alle öffnen. Warum bleiben die wohl gesperrt? Außerdem muss man auch bedenken, dass die Hotels in privater Hand sind und man die Leute deshalb nicht einfach da reinsetzen kann.

  • Franz

    |

    Im Dörnberg sind doch noch viele Wohnungen frei… Die Kosten übernehmen wir Steuerzahler doch gerne

  • Robert Fischer ÖDP

    |

    Aus meiner Sicht gab es weder eine Flüchtlings- noch eine Cornoa-Krise.
    Beides sind Verwaltungskrisen in einem trägen Staat unter quasi Dauerherrschaft der Union.

    Man hätte spätestens nach 2015 den ganzen Verwaltungsapparat einmal gründlich reformieren müssen, um ihn effizienter zu gestalten, damit er auch in Krisen vernünftig arbeiten kann.

    Und damit greife ich nicht die einzelnen Verwaltungen an sich, sondern das große Ganze. Die Leute, die im Gesundheitsamt, Sozialamt und wo auch immer arbeiten, haben von mir größten Respekt. Wenn ich mit diesen Mitteln und diesen Strukturen arbeiten müsste, wäre ich persönlich schon längst durchgedreht :)

  • Mr. T.

    |

    Robert Fischer, damit haben Sie recht. Es ist eigentlich ein Unding, die Umstände zur Krise zu erklären und nicht die Missstände, die dadurch zu Tage treten. Das wäre ja, wie wenn Schalke eine Gegenmannschaftskrise ausrufen würden, weil sie immer verlieren.

  • Judith

    |

    Kommentar(e) gelöscht. Entscheiden Sie sich doch für ein Pseudonym und sparen Sie sich bitte rein provozierendes Getrolle.

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