Babyklappen: Fachlichkeit statt Ideologie

babyklappeBabyklappen sollen weg. Das hat der deutsche Ethikrat in einem Positionspapier gefordert, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Derzeit können Mütter in rund 130 Kliniken anonym ihre Kinder entbinden lassen; daneben gibt es 80 Babyklappen, in denen Frauen unerkannt ihr Baby abgeben können. 500 Kinder gibt es mittlerweile, die deshalb nie erfahren werden, wer ihre Eltern sind. Treibende Kräfte bei der Einführung dieser Babyklappen waren die ehemalige Regensburger Bundestagsabgeordnete Maria Eichhorn (CSU) und Maria Geiss-Wittmann (ebenfalls CSU), die sich in ihrer Eigenschaft als Donum Vitae-Vorstände jahrelang dafür eingesetzt haben, die Möglichkeiten zur anonymen Geburt zu erweitern. 1999, in einer Zeit als die Debatte um die Schwangerenkonfliktberatung in extrem aufgeheizter Atmosphäre stattfand, als katholische Laienorganisationen gegen den Willen der Amtskirche Beratungsscheine ausstellten und damit – platt gesprochen – erfahren durften, was Inquisition in der katholischen Kirche bedeutet, riefen sie das „Projekt Moses” ins Leben. Donum Vitae übernahm darüber schließlich die Organisationshoheit. Babyklappe, erweiterte Möglichkeiten der anonymisierten Geburt, alles mit der Begründung: Schutz des ungeborenen Lebens, weniger Kindstötungen, Ausweg für hilflose Frauen in Notsituationen. Ein Ansinnen, das nobel klingt. Maria Eichhorn. Foto: ArchivDas Problem: Die Gesetzeslage passt nicht zu diesem Ansinnen. Das Recht eines Kindes, seine Abstammung zu kennen, hat – wie in mehreren Urteilen bestätigt wurde – Verfassungsrang. Auch waren sich Fachstellen wie Kinderschutzbund, Terre des Hommes oder Pro Familia bereits damals darüber einig: Babyklappen lösen weder das Problem von Kindstötungen, noch sind sie geeignetes Mittel, um Schwangeren die Entscheidung zum Kind zu erleichtern. Ein Gutachten, das Eichhorn (Foto) bei dem Verfassungsrechtler Ernst Benda in Auftrag gegeben hatte, wurde unter Verschluss gehalten; wenig verwunderlich, denn Benda war anderer Auffassung als Eichhorn: Dass anonyme Geburt Leben rette, müsse erst bewiesen werden, so der Verfassungsrechtler . (Nachtrag der Redaktion) Erkenntnisse zur anonymen Geburt gibt es aus Frankreich. Dort wurde dies Möglichkeit 1941 vom Vichy-Regime eingeführt. Sie sollte Frauen eine Alternative zur Abtreibung bieten, auf die die Todesstrafe stand. Diese bis heute gültige Rechtslage hat dazu geführt, dass es mittlerweile rund 400.000 Franzosen gibt, die nichts über ihre Herkunft wissen. Sie nennen sich selbst die „elternlose Generation”, ein Großteil von ihnen leidet unter extremen psychischen Problemen. Ähnlich Erfahrungen gibt es auch aus den USA. Sturm-5-RC„Man gewinnt den Eindruck, dass bei Donum Vitae die katholische Ideologie über die Fachlichkeit gestellt wird”, fasst Peter Sturm, Vorstandsmitglied von Pro Familia Regensburg (Foto), zusammen. Der Regensburger Ortsverband hatte sich bereits 2002 in einem Brief an die damalige Justizministerin Brigitte Zypries gegen eine angedachte Gesetzesänderung zur anonymen Geburt gewandt und die Babyklappen scharf kritisiert. Letztlich erfolgreich – bis heute wurden die Gesetze nicht geändert. Doch Donum Vitae arbeitete weiter. Man werde die Grenzen des Gesetzes ausloten, so die damalige Argumentation. Alles zum Wohle des Kindes. Eva Zattler (Foto) ist Expertin auf dem Gebiet. Sie hat maßgeblich an der Stellungnahme von Pro Familia mitgearbeitet. Die Sozialpädagogin und Familientherapeutin hat in den letzten 20 Jahren rund 16.000 Beratungsgespräche geführt und nimmt die Position des Ethikrats mit großer Erleichterung zur Kenntnis. „Kindstötungen sind eine Affekthandlung”, vergleichbar mit einem Amoklauf. „Diese Frauen haben extreme Probleme. Eine geplante Handlung – der Weg zur Babyklappe – ist da keine Alternative.” zattlerDie Erfahrungen der letzten zehn Jahre bestätigen das: Die Zahl der Kindstötungen ist – mit 30 bis 40 getöteten Babys pro Jahr – konstant geblieben. Wenn eine Frau ihr Kind nicht wolle, so Zattler, gebe es bereits jetzt die Möglichkeit, es zur Adoption frei zu geben. Frauen, die keine Krankenversicherung haben, müsse man die Möglichkeit einer kostenlosen Entbindung bieten, anstatt als einzige Alternative „Kind abgeben” zu bieten. „Eine Frau, die sich illegal in Deutschland aufhält, muss, ohne Angst vor Entdeckung in die Lage gesetzt werden, ihr Kind in einer Klinik zur Welt bringen zu können”, so Zattler. „Das wäre eine zivilisatorische Leistung.” Das Verständnis „Das arme Hascherl kann sich nicht um sein Kind kümmern, aber wir bieten ihr die Babyklappe” entspricht in den Augen von Zattler einem „Sozialarbeitsverständnis von 1899”. Rechtlich bindend sind die Empfehlungen des Ethikrats übrigens nicht. Beim „Moses-Projekt” wurde bereits reagiert. Statt „anonyme Geburt” soll es nun das Etikett „vertrauliche Geburt” geben. Der Ethikrat fordert in seiner Stellungnahme einen Ausbau der Informations- und Beratungsangebote. Auch das hat Pro Familia Regensburg bereits vor sieben Jahren getan. „Die Babyklappe ist keine Möglichkeit auch nur einziges Kind zu retten. Sie schafft eine neue Art von Findelkindern”, sagt Peter Sturm heute. „Wir brauchen ein Klima, in dem die Gesellschaft Kinder willkommen heißt und in der die Geburt eines Kindes nicht das größten Armutsrisiko überhaupt darstellt.”

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Kommentare (20)

  • neuregensburger

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    und wie ist das mit den Kinder, die nie etwas über Ihren Vater erfahren? Sollten ja eigentlich mehr sein als die 500 …

    Ein ebensolcher

  • Katholik

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    Also Herr Aigner, sorry aber der Satz mit der Inquisition hinkt etwas. Wenn sich die katholische Kirche nicht an die zehn Gebote hält, wer solls denn Bitte dann noch tun????
    „Du sollst nicht töten“ heißt es da. Aber hey- „Schutz des ungeborenen Lebens“ ist also die Maxime von Donum Vitae. Genau. Deshalb stellen sie scheine zur Kindstötung aus. Ist DAS nicht eher Inquisition? Und bevor jetzt dann gleich alle auf doie böse katholische Kirche einpreschen, die die gute Laienarbeit zunichte macht: Das Problem an Donum Vitae ist nicht, dass sie Mütter unterstützen und sie während der Schwangerschaft begleiten sondern der „Ermodrungs-Freifahrtschein“ Darum gehts!!!!!
    Und zur Frau Eichhorn sag ich nur:Sich gegen die Anordnungen des Papstes stellen aber dann schön beim Papstbesuch in der Alten Kapelle in Reihe 1 sitzen. KRANK!!!!!

  • corinna

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    @neuregensburger

    Ja genau! Und was ist mit den Kindern, die in Bayern dank Frau Eichhorns Feministinnen-Frauen-müssen-sich-entfalten- Abtreibungs-Club gar nicht auf die Welt kommen? Das sind auch mehr als 500. in Bayern jährlich ca 14 000…

  • Satan

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    Wer ernsthaft behauptet, es handele sich bei einer Abtreibung um „Kindstötung“, dem sei gesagt: Auch Schwangerschaft ist keine Zauberei.

    Sperma landet übrigens auch oft im Staubsauger. Behauptung anno 1978 in dieser Doktorarbeit:
    http://bit.ly/gTgHB

  • corinna

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    @satan jo, genau! vielleicht mal nachhilfe in bio!oder in kirchenrecht. am besten beides. vom sperma spricht keiner. das Leben beginnt mit verschmelzung der Samen-und Eizelle. Keine Angst, nicht vorher.

  • Johannes Mühlbauer

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    Donum Vitae unterstützt und fördert durch die Ausstellung von „Abtreibungserlaubnisscheinen“ Kindstötungen. Das ist Beihilfe zum Mord, zumindest moralisch.
    Schlimmer noch: Durch die flächendeckende Ausbreitung von Donum Vitae gewinnt der Kindermord an Systematik. Mich erinnert dieses Vorgehen an die Morde der Nazis.
    Hierzu passt auch, dass Eichhorn und ihr Mörder-Club das Gutachten des Verfassungsrechtlers Benda unter Verschluss hält. Man weiß offenbar von der Rechtswidrigkeit des eigenen Tuns und will dieses weder offenbaren, noch sich selbst eingestehen.

  • verzeihgott

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    Hochwürden Corinna und Katholik,
    eigentlich sollte ja die Vernunft nicht durch Glaube ersetzt werden – so der Heiligste Vater. Zu seinen Vorgängern zählten Papst Gregor IX. (um 1167-1241, Papst seit 1227), Papst Innozenz VIII. (1432-1492, Papst seit 1484) mit herausragender Verantwortung für die Beratung, nein Befragung besonders von Frauen.
    Zur heutigen Beratungsbestätigung und Ihrer seltsamen Frage „Ist DAS nicht eher Inquisition?“ finden Sie hier Auskunft: http://www.theologe.de/LInquisition.htm

  • Querleser

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    @mühlbauer

    Das Gutachten bezieht sich auf Verschweigen der Herkunft zum angeblichen Retten von Leben. Nachzulesen hier: http://www.vafk.de/themen/recht/Anonym/haensel_und_gretel.html

    Zu Ihren übrigen Ausführungen und dem obligatorischen Nazi-Vergleich, bleibt nur zusagen: Die Inquisition arbeitet schon wieder.

  • Satan

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    @corinna

    besserwisserei sollten sie noch üben. sperma und eizelle bilden also zusammengemischt ein baby?

  • corinna

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    hab ich was von baby gesagt??? Eine befruchtete Eizelle wird in der Kirche bereits als Leben angesehen. Problem damit?

  • Satan

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    @corinna

    lebensschützerin, bitte kümmern sie sich um die armen gänse, enten und mannchmal sogar ochsen die jahr für jahr massenhaft und auf brutalste weise vorbereitet werden für den braten am weihnachtsabend.

  • Immanuel K. Anti

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    Landesbischöfin Käßmann:
    „Ein solches Angebot der anonymen Kindsabgabe sei Teil eines umfassenden Netzwerks der Kirche, das in den vergangenen Jahren Dutzenden schwangeren Frauen in Not geholfen habe. Würden Babyklappen und die Möglichkeit der anonymen Geburt abgeschafft, bliebe ein Kreis nicht erreichbarer Hilfebedürftiger zurück“ (…)
    „Deshalb werde ihre Kirche auch weiterhin an dem Hilfsangebot festhalten. „Das Babykörbchen des Projekts Mirjam, dessen Initiatorin und Schirmherrin ich seit 2001 bin, ist die Ultima Ratio in einem Netzwerk verschiedener Hilfen.“ Zu dessen Gelingen habe im Übrigen auch ein 24-Stunden-Notruf beigetragen, der eine anonyme Beratung sicherstelle. Der Ethikrat hatte die Stärkung solcher Beratungsangebote gefordert.“
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2009-11/babyklappe-kaessmann-ethikrat

    Und jetzt was ganz anderes: Nun haben wir hier in den Kommentaren schon Abtreibung, Nazis, Mord. Zur Abrundung fehlt mir aber noch der satanistische Ritualmißbrauch.
    Wer mag das übernehmen?

  • verzeihgott

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    Der iranische Fundamentalist Ahmadinedschad ist berüchtigt für seine historischen „Erkenntnisse“ zum deutschen Massenmord in den KZ. Wen würde es wundern, wenn er sich auch über die Hexenmorde und -folterungen der Inquisition äußern würde. Aber anwidern würde es uns dennoch, wenn er etwa von den Inquisitoren behaupten würde, „ihr Einsatz war zum Schutz der Wahrheit notwendig“. Notwendig war die Verfolgung anderer Meinung?? Selbst wenn die Befragungsmethoden weniger teuflisch gewesen wären, warum um Himmels willen sollte das „notwendiger Einsatz zum Schutz der Wahrheit“ gewesen sein?

    Ein Bischof Williamson würde vielleicht relativieren „ihr Einsatz war zum Schutz der Wahrheit manchmal notwendig“. Aber selbst das ist völlig unerträglich. Immer ist Zwang, Folter und Mord abzulehnen, auch zum Schutz von Menschenleben, erst recht zum bloßen „Schutz der Wahrheit“.

    Tatasächlich ist die nicht-relativierte extreme Aussage trotz bester Sachkenntnis und wohlüberlegt gemacht worden im Jahr 2000. Dies ist nachzulesen in fundierter Darstellung eines Theologieprofessors. Prüfen Sie unter http://www.theologe.de/LInquisition.htm selbst, ob das Wortgeflimmer um diese furchtbare Aussage herum eine andere Interpretation des Sinnes zulässt, und schreiben Sie uns bitte Ihre Interpretation.

  • günther

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    @Satan

    Wer den Mord an Tieren mit dem Mord an Menschen vergleicht, der hat hier schon den richtigen Nickname…

  • günther

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    und ja, sperma und eizelle bilden einen embryo!!!! ich weiß ja nicht aus was sie entstanden sind…

  • Satan

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    @günther
    was ist so viel weniger schützenswert am leben eines ausgewachsenen tiers und rechtfertigt das die christliche barberei der massentierhaltung?

    stellen wir die frage anders: können sie bitte erläutern, was as ist so viel weniger schützenswert am leben eines ausgewachsenen tiers und rechtfertigt das die christliche barberei der massentierhaltung?

    stellen wir die frage anders: was finden sie an einem zellhaufen denn so besonders lebendig?

  • günther

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    „Christliche Barbarei der Massentierhaltung“?? Ist Massentierhaltung den ein Symbol des Christentums??? Wäre mir neu!!!!
    In der Bibel steht übrigens dass das Tier dem Mensch zum Nutzen dienen sollte, nur mal so ABER auch ich bin natürlich gegen Massentierhaltung und Tierquälerei!! Da gibt es doch gar keine Diskussion. Ich finde den Vergleich mit Tötung von Menschen nur nich passend. Es gibt nichts grausameres als eine Mutter, die ihr Kind im Leib tötet, welches das übrigens sehr wohl mitbekommt und qualvoll stirbt. Vor allem die Ausreden dann“ Ich will mich noch im beruf verwirklichen“ oder „In der Beziehung läufts nicht so“ oder noch besser „WIr würden eigentlich schon gerne noch alleine in Urlaub fahren“ alles schon gehört!!!!

  • Immanuel K. Anti

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    Immer noch ist mir nicht klar, wie eine Meldung, in welcher es um Sinn oder Unsinn eines bestehenden Hilfsangebotes für Frauen mit einem Neugeborenen, das zu versorgen sie sich nicht im Stande sehen, Diskussionen über Abtreibungen hervorbringen kann.
    Wie Katholiken den Beginn des Lebens definieren, und daß nach der katholischen Lehre schon mechanische Empfängnisverhütung unmoralisch/sündig ist, hormonelle erst recht (mathematisch nach Knaus/Ogino seltsamerweise nicht), weil da ja menschliches Leben verhindert wird, das weiß man, wenn man in Bayern lebt.

    #### GÄÄÄÄÄÄHHHHHN!!!!! ####

    Nur so ein paar Anmerkungen:
    – Beratungsstellen stellen keine Berechtigungsscheine zur Abtreibung aus, sondern nur eine Bescheinigung, daß eine Beratung stattgefunden hat. Ich ärgere mich heute noch, daß wir, als das Kind unterwegs war, nicht zu Donum Vitae gegangen sind. Man hat mir nämlich geraten, dort unsere finanzielle Situation zu schildern und so zu tun, als würden wir deshalb eine Abtreibung in Erwägung ziehen. Dann hätten sie uns nämlich eine Waschmaschine finanziert. So wurde mir das wenigstens versichert…
    – @Guenther: „Es gibt nichts grausameres als eine Mutter, die ihr Kind im Leib tötet, welches das übrigens sehr wohl mitbekommt und qualvoll stirbt.“
    Dochdoch, es gibt Grausameres! Aber das jetzt in aller Breite zu schildern, ist mir etwas zu unappetitlich. Suchen Sie sich selbst Beispiele aus der Kirchengeschichte. Oder lieber doch den satanistischen Ritualmißbrauch.
    Wie ein (noch ziemlich amorpher) Zellhaufen, dessen ZNS noch keine Sinneswahrnemung hat, bzw noch nicht über ein Gehirn verfügt, um Sinneswahrnehmungen zu verarbeiten, sein eigenes Ende wahrnehmen kann, ist mir nicht klar. Aber wir sind hier halt bei Glaubensfragen, da bleibt die Vernunft gern außen vor, gell?
    Einigen wir uns halt darauf, daß es niederträchtig ist, diese armen Würmchen wissentlich in den gesonderten Teil der Hölle zu schicken, wo die ganzen ungetauften Kinder hinmüssen (Da ist es aber nicht gaaaaaanz so schlimm, so wurde mir damals im katholischen Religionsunterricht versichert). Schließlich haben sie ja noch keine Sinnesorgane und kriegen noch nichts mit von der göttlichen Gnade, die ihnen bis in alle Ewigkeit zuteil wird.
    Zu den von Ihnen zitierten Frauen: Familienplanung, Berufsplanung, der Wunsch, ein Kind in gesicherten Verhältnissen großzuziehen – Firlefanz, ich verstehe. Auch dieses Weltbild läßt sich aus der Genesis ableiten.
    Irgendwie kann ich es mir aber so ganz und garnicht vorstellen, daß gerade Ihnen (mindestens) drei Frauen anvertraut haben, sie hätten abgetrieben. Und warum hätten sie gerade Ihnen ihre Beweggründe darlegen sollen? War das nicht doch eher Hörensagen? Ich würde – davon mal abgesehen – solche Informationen aus vertraulichen Gesprächen jedenfalls auf gar keinen Fall in einem öffentlichen Forum verwenden.
    – @Satan: netter Ansatz, in der Ausführung aber jämmerlich. Tip: Nimm Dir eine Bibel, zitier daraus und belege dann, wann und wo diese Prinzipien von den machthabenden Teilen der Christenheit in ein Blutbad umgewandelt wurden. DAS trifft, aber richtig! (Das muß man aber nicht tun. Es bessert nämlich nichts.)
    Aber Danke für den Link zu den Staubsaugerverletzungen. Endlich kann ich das den Zweiflern an dieser Geschichte schriftlich belegen. Neu war mir aber, daß der Großteil der Opfer römisch-katholische Rentner waren. Davon abgesehen muß ich die Behauptung, deren Sperma wäre im Staubsaugerbeutel gelandet, entschieden zurückweisen! Bitte nochmal genau nachlesen, nicht nur die Bilder angucken.

  • gifthaferl

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    Diese Fragen kann ich dir beantworten:
    1. „Adoption statt Abtreibung“ ist die Propanganda der radikalen Lebensschützer, die seit ca. 10 Jahren auch in Europa Fuß gefasst haben – aus den USA kommend (Prolife Bewegung).

    Das funzt wohl auch nicht so recht, für den Nachschub an (weißen)Industrieländerkindern, die zur Adoption frei gegeben werden, so ist man wohl auf Babyklappen und anonyme Geburt gekommen (in den USA zuerst).

    Frauen sind nun mal keine Parias mehr, wenn sie ein „lediges“ Kind bekommen, und haben heute auch die Wahl eines zu bekommen oder nicht.
    Außerdem sieht es mit ihrer Bildung und der Möglichkeit ein Kind auch ökonmisch zu versorgen anders aus, als vor noch vor 40 Jahren.

    Es ist schon länger nicht mehr so einfach, den „Flittchen“ die nichtehelichen Kinder mehr oder minder sanft abzuschwätzen,oder auch wegzunehmen(„ledige“ Kinder hatten bis weit in die 70er automatisch einen Amtsvormund) wie früher durchaus üblich, Abtreibung nur illegal möglich und sichere Verhütung auch noch nicht so einfach war.

    So hat man sich drauf verlegt, mit härteren Bandagen auf die Frauen loszugehen: sie sind Mörderinnen, Massenmörderinnen, Nazis gar………………..

    Die Prolife Bewegung setzt sich zusammen aus überkonfessionellen Fundigläubigen, sowie Rechtsaußen Populisten, alles was halt so unter „Neue Rechte“ läuft.
    Nicht zu vergessen „Männerrechtler“, die es nicht verwinden können, dass mann nicht mal mehr in der Ehe alleine den Ton angeben darf (bis 1977), Scheidungen für Frauen generell schwer waren, weil sie häufig keine eigenständige ökonomische Basis hatten und auch nicht die Grundlage dafür, und schuldig geschieden ohne Unterhaltsanspruch konnten Frauen auch werden, wenn sie den Mann verließen, weil er sie geprügelt hatte -als „böswilliges Verlassen“ konnte das vom richter gewertet werden.
    Das waren noch Zeiten…………….!

    Schlicht Prolife sind Leute, die ein strammes Bild davon haben wie die Welt gott- und/oder „natur“gefällig zu sein habe, desgleichen Frauen und Männer.

    2.noch nicht so lange her, hat die Katholische Kirche einen männlichen Embryo am 40.Tag nach der Empfängnis „beseelt“, einen weiblichen noch viel später: d.h.: Ab Befruchtung handelte es sich nicht um einen Menschen……….
    3.Knaus/Ogino war deswegen erlaubt – das allerdings ist meine persönliche Theorie – weil es die sicherste Methode war schwanger zu werden, nur rechnen alleine klappt in der Regel nicht.:-))

  • Redaktion

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    Presseerklärung des Vereins Hilfe zum Leben e.V. zur Stellungnahme des deutschen Ethikrates am 26.11.2009

    Die Mehrheit des Ethikrates hat eine Empfehlung an die Bundesregierung herausgegeben mit der Forderung nach Abschaffung aller Babyklappen und Angebote für eine Anonyme Geburt. Sie begründen dies mit dem Recht des Menschen auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern. Diese Kritik nimmt der Verein Hilfe zum Leben Pforzheim e.V. sehr ernst und teilt sie.

    Allerdings – und da scheiden sich die Geister – hat für uns das Leben eines Kindes absoluten Vorrang. Es kann nicht sein, dass das Recht auf Leben und das Recht auf Wissen der Abstammung gegeneinander ausgespielt werden. Genau das tut der Ethikrat. Hier haben Personen am grünen Tisch ohne Kenntnis der Lebenswirklichkeit der verzweifelten Mütter über etwas befunden.

    Vom Ethikrat wurden Behauptungen geäußert, die sie nicht belegen können, mit denen sie die Babyklappen und die Anonyme Geburt diskreditieren. So wird z.B. behauptet, dass nach den bisherigen Erfahrungen Frauen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie ihr Neugeborenes töten oder aussetzen, von diesen Angeboten nicht erreicht werden. Dies ist eine reine Schutzbehauptung, die nicht belegt werden kann. Unseres Wissens nach hat kein Mitglied des Ethikrates auch nur eine Betroffene gesprochen.

    Im Gegenteil, die Forderung des Verbotes der Angebote gefährdet eine wirksame Hilfe und das Leben vieler Kinder. „Gerade für die betroffenen Schwangere braucht es niederschwellige Angebote“, so der Vorsitzende des Vereines Hilfe zum Leben Pforzheim e.V., Reinhard Klein, „verzweifelte Frauen lassen sich nur wirklich helfen, wenn sie sicher sein können, dass sie anonym bleiben.“

    Ferner wird behauptet, es würde genügend legale Hilfsangebote geben. Das entspricht nicht Tatsachen. Solche gibt es nicht. Eine Frau, die neun Monate ihre Schwangerschaft verdrängt hat, wird sich niemals auf solche Angebote einlassen, die ihr keine Garantie der Anonymität bieten, egal, wie bekannt sie sind. So auch die Forderung, die Anonymität nur für eine gewisse Zeit zuzulassen. Nach dieser Zeit müssen die Daten der Eltern dann offenbart werden. Dies ist für gewisse Frauen unzumutbar oder sogar lebensgefährlich. Gerade unverheiratete junge Frauen mit einem entsprechenden kulturellen Hintergrund müssen um ihr Leben fürchten, wenn es bekannt wird, dass sie schwanger sind bzw. ein Kind geboren haben. Dies alles interessiert den Ethikrat wenig.

    Die Mehrheit der „Sachverständigen“ unterstellt diesen verzweifelten Frauen sogar, dass sie sich nur in einer vermeintlichen Notlage befinden. So wird formuliert, dass „die Unterstützung der Aufrechterhaltung der Anonymität nach Wegfall der akuten Notlage“ nicht notwendig ist. Damit implizieren sie, dass es akute Notlagen geben kann, diese aber zu einem Zeitpunkt wegfallen. Damit sieht man, wie weit weg der Ethikrat von der Praxis, von den Menschen entfernt denkt und redet. Es wird in Einzelfällen immer Notlagen geben, die sich nicht plötzlich in Luft auflösen.

    Wir nehmen die Frauen mit ihrer Notlage und ihren Ängsten an. Keine Begründung wird einfach in Frage gestellt, sondern ernst genommen. Wir kommen aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der Beratung von Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt zu einem ganz anderen Ergebnis. Und damit treffen wir die Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Auf der Grundlage unserer Erfahrungen und einer Auswertung bekanntgewordener Fälle hat der Verein Hilfe zum Leben Pforzheim e.V. das Projekt „Anonyme Geburt“ entwickelt und bietet es seit dem Sommer allen verzweifelten Schwangeren an. Es ist als Anlage beigefügt.

    Dabei geht es zunächst um das Leben und die Gesundheit von Mutter und Kind. Dafür stehen die Kooperationspartner. Dabei müssen die Angebote niederschwellig sein, die Hürde darf nicht zu hoch sein. Für eine ganze Reihe von Frauen bedeutet es schon eine unüberwindbare Hürde, eine Klinik allein aufzusuchen. Alle notwendigen Hilfen werden von uns organisiert und sicher gestellt. So kommen wir automatisch mit den Frauen ins Gespräch.

    Dabei gehen wir davon aus, dass die Mitarbeiter zu den Schwangeren ein Vertrauensverhältnis aufbauen können, um dann auch über andere Alternativen nachdenken und sprechen zu können. Nur so wird es gelingen, Frauen davon abzuhalten im Affekt etwas zu tun, was sie später bereuen. Darüber hinaus gibt es für die Mütter auch später ein therapeutisches Angebot, um den Verlust des Kindes aufzuarbeiten.

    Vom Ethikrat werden „Mindestmaßnahmen“ gefordert, die längst gesetzlich geregelt sind. Offensichtlich fehlt den Mitgliedern die Kenntnis der rechtlichen Bestimmungen. Es ist gesetzlich schon heute genau geregelt, wie mit einem Findelkind zu verfahren ist. Dazu bedurfte es also keiner Empfehlungen.

    Das vorgeschlagene „Gesetz zur vertraulichen Kindesabgabe mit vorübergehender anonymer Meldung“ geht völlig an den Realitäten und Lebenssituationen betroffener Frauen vorbei. Nur wenn eine Frau die Garantie hat, anonym bleiben zu können, wird sie ein Angebot in ihrer ausweglosen Situation annehmen und dann vielleicht offen werden, um über Alternativen nachzudenken. Deshalb lehnen wir eine solche gesetzliche Regelung ab, sie wird den Schwangeren nicht gerecht.

    Hilfe zum Leben Pforzheim e.V. wird also sein Angebot einer anonymen Beratung, einer anonymen Entbindung durch Hausgeburt oder der medizinischen Versorgung in einer Frauenklinik nicht aufgeben. Im Gegenteil, wir wünschen jetzt umso mehr, dass Betroffene von unseren Hilfsmöglichkeiten erfahren und sie in Anspruch nehmen.

    Danken möchten wir den Verfassern des Minderheitsvotums, zu denen der frühere Ministerpräsident Erwin Teufel aus Baden-Württemberg gehört, weil sie tatsächliche Realität erfassen und die Not vieler Frauen ernst nehmen.

    http://www.ausweg-pforzheim.de
    info@ausweg-pforzheim.de
    Telefon: 0152 29 29 00 82

    Hilfe zum Leben Pforzheim e.V., Lange Str. 12 a, 75180 Pforzheim
    Mitglied des Diakonischen Werkes Baden

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