Tag 41 im Wolbergs-Prozess

Eine wiedergefundene Gesprächsnotiz und Kröten für die Sparkasse

Eigentlich ist ab dieser Woche der Themenkomplex „Sparkasse“ beim Regensburger Korruptionsprozess am Landgericht Regensburg gegen Joachim Wolbergs, Volker Tretzel, Norbert Hartl und dem ehemaligen BTT-Geschäftsführer Franz W. angesetzt, doch einmal mehr ging es am Dienstag ausführlich um den Verkauf des städtischen Nibelungenkasernenareals an das Bauteam Tretzel (BTT). Der Regierungspräsident der Oberpfalz, Axel Bartelt, nahm im Zeugenstand Platz und musste sich etlichen Fragen, nicht nur zur Sparkasse, sondern eben auch zur Nibelungenkaserne und der Rolle seiner Aufsichtsbehörde im Zuge der Ermittlungen, stellen.

Im Zeugenstand: Regierungspräsident Axel Bartelt.. Foto: om

In seiner Handakte auf dem Fenstersims in seinem Büro habe er sie erst kürzlich gefunden: Eine Telefonnotiz, die er am 10. März 2017 angefertigt habe, um die wesentlichen Gesprächsinhalte eines zuvor stattgefundenen kurzen Telefonats zwischen ihm und Oberstaatsanwalt Markus Pfaller festzuhalten. Die Notiz (die zur allgemeinen Heiterkeit im Gerichtssaal auf einem Blockpapier des Freistaats Sachsen verfasst ist) hat Regierungspräsident Axel Bartelt am Dienstagnachmittag mitgebracht und sie ist immer wieder Thema im Rahmen seiner Zeugenaussage, die über vier Stunden dauert.

Wieder einmal: Rechtsaufsichtsbeschwerde

Er habe damals Pfaller angerufen, um zu klären, welche Art von Stellungnahme sich die Kriminalpolizei erwarte, so Bartelt. Die Kripo wollte von der Regierung der Oberpfalz wissen, ob ihr „die Vorgänge“ bekannt gewesen seien. Mit den „Vorgängen“ ist allen voran die in der Vergangenheit bereits öfter thematisierte E-Mail von Norbert Hartl an Volker Tretzel gemeint. Jene Mail mit der Bitte Hartls einen SPD-Antragsentwurf zur Ausschreibung des Nibelungenkaserne zu überprüfen und Änderungswünsche in rot einzutragen.

Zu dem Zeitpunkt jedenfalls, als die Regierung eine CSU-Rechtsaufsichtsbeschwerde zum Verkauf des Baugebiets an das Bauteam Tretzel als unbegründet zurückwies, war ihr diese Mail nicht bekannt. Weil die Kripo der Regierung entsprechende Auszüge aus der Ermittlungsakte zukommen ließ, hatte sich im Nachhinein die Tatsachengrundlage geändert. Pfaller habe nun im Telefonat, so führt es Bartelt aus, mitgeteilt, dass man seitens der Ermittlungsbehörden eine „ausführlichere Stellungnahme“ wünsche, wie die Regierung als Aufsichtsbehörde auf die Rechtsaufsichtsbeschwerde reagiert hätte, wenn ihr die „Tatsachen“ bereits damals, also 2014, bekannt gewesen wären. Das Ergebnis: Ein rechtsaufsichtlicher Hinweis an die Stadt Regensburg sowie ein Schreiben an die Kriminalpolizei. Das Credo: Die damalige Entscheidung stelle sich nun (2017) anders dar als noch vor drei Jahren.

Bartelt: Wir wollten Wolbergs nicht vorverurteilen

„Uns ging es nicht darum Herrn Wolbergs vorzuverurteilen“, bemerkt Bartelt mehrmals nachdrücklich, aber auf die Erkenntnisse der Kripo, „die von der Schuld des Oberbürgermeisters überzeugt war“, habe die Regierung reagieren müssen. Die Art und Weise, wie reagiert wurde, ist vor allem für die Verteidigung ein großes Thema, die bereits in der Vergangenheit eine politische Einflussnahme auf die Ermittlungen in den Raum gestellt hat. Der für den rechtsaufsichtlichen Hinweis zuständige Sachbearbeiter hatte bereits Mitte Dezember ausgesagt, dass das Präsidium eine lange Stellungnahme gewollt habe, während er selbst eine kurze Antwort präferiert hätte. Über mehrere Wochen habe man an dem Text gefeilt und mehrere Entwürfe seien zwischen Präsidium, Bereichsleitung und Sachbearbeiter kursiert.

Das rief die Verteidigung auf den Plan. Wieso eine lange Stellungnahme? Wieso habe der Regierungspräsident persönlich daran offenbar eifrig mitgewirkt? Hat die von Wolbergs ins Spiel gebrachte angebliche Intervention des CSU-Landtagsabgeordneten Franz Rieger im Innenministerium, die Bartelt Wolbergs gegenüber vertraulich offenbart haben soll, etwas damit zu tun? Bartelt antwortet darauf mit seiner oben genannten Gesprächsnotiz.

Es sei, wie gesagt, die Erwartungshaltung der Ermittlungsbehörden gewesen, eine längere Stellungnahme zu erhalten, so Bartelt. Er gehe davon aus, dass es der Staatsanwaltschaft „ein Dorn im Auge“ gewesen sei, dass die einst zurückgewiesene Rechtsaufsichtsbeschwerde eine Art Kronzeugencharakter für die Verteidigung hatte. Schließlich habe die Regierung ja festgestellt, dass der Verkauf nicht zu beanstanden war. Damals. Das betont Bartelt oft. Die Anmerkung im Dezember über Franz Riegers Intervention habe ihn geärgert, allerdings, versichert Bartelt, lief bei der Regierungsbehörde „alles, wie es sonst auch laufen würde. Außer der Intervention des Landtagsabgeordneten“. Diese habe jedoch keinen Einfluss gehabt.

Erst Kredit, dann wieder Spenden?

Dem erneuten Exkurs zur Nibelungenkaserne geht das eigentlich anberaumte Thema „Sparkasse“ voran. Für Wolbergs-Anwalt Peter Witting ist das Thema „eine Totgeburt von Anfang an.“ Die Anklage wirft Joachim Wolbergs vor, als Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrates (qua OB-Amt) auf eine Kreditvergabe zugunsten von Volker Tretzel eingewirkt zu haben. Dabei geht es um einen Kontokorrentkredit in Höhe von 4,5 Millionen Euro, den die Sparkasse im Februar 2016 Tretzel zu „günstigen Konditionen sowie ohne Sicherung“, wie es in der Anklageschrift heißt, gewährt hatte. Der Zinssatz belief sich auf (für diese Form des Kredits ungewöhnlich niedrige) 0,6 Prozent und wurde mit einer Bearbeitungsgebühr von 0,5 Prozent versehen. Auf eine „ursprünglich vorgesehene Sicherung des Darlehens“ durch Tretzels Goldbestand sei seitens der Sparkasse verzichtet worden.

Weil Tretzel damals Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse war, handelte es sich zudem um einen sogenannten Organkredit, der eigentlich einer Beschlussfassung des Verwaltungsrates bedürfte. Bei der Sparkasse Regensburg werden Organkredite aber in einem noch ausgewählteren Kreis, dem Kredit- und Personalausschuss, gefällt. Auch dort hatte Wolbergs den Vorsitz inne. Der Verwaltungsrat müsste über Kreditentscheidungen zumindest hinterher informiert werden. Einige Verwaltungsratsmitglieder, wie etwa Josef Troidl oder Christian Schlegl, gaben in der Vergangenheit jedoch an, nichts von dem Kredit an Tretzel gewusst zu haben.

Baumogul, Jahn-Mäzen, Parteienspender und Wolbergs‘ Wunschkandidat als Sparkassen-Verwaltungsrat: Volker Tretzel (Mitte). Foto: om

Die Staatsanwaltschaft sieht beim Themenkomplex „Sparkasse“ insgesamt einen Zusammenhang mit Spendenzahlungen Tretzels an den Oberbürgermeister. Wenige Tage nach der Kreditausreichung flossen vier Spenden von Bauteam Tretzel und BTT-Mitarbeitern jeweils in Höhe von 9.900 Euro auf das Konto des SPD-Ortsvereins Stadtsüden, über das Wolbergs‘ weit über den Kommunalwahlkampf hinaus existierende „Dauerwahlkampf“-Büro finanziert wurde.

Wolbergs‘ Wunschkandidat: Volker Tretzel

Auch die Berufung Volker Tretzels in den Verwaltungsrat der Sparkasse im Sommer 2014 ist am Dienstag Thema im Gerichtssaal. Der Baumogul war Wolbergs‘ Wunschkandidat für das Gremium. Letzteres bestätigt auch der Zeuge Bartelt. Mitte Juli 2014 habe ihn Wolbergs persönlich angerufen (was für den Regierungspräsidenten „außergewöhnlich“ war) und ihm mitgeteilt, dass er für den neu zusammenzusetzenden Verwaltungsrat Volker Tretzel und Hans Rothammer (Jahn-Präsident) haben wolle. Es stünde ihm zu, einen Besetzungsvorschlag zu machen. Weil die Regierung ihrerseits den Handwerkskammer-Präsidenten Georg Haber als gesetzt für die zwei seitens der Stadt Regensburg zu besetzenden Posten ansah, habe Wolbergs Tretzel als seinen priorisierten Kandidaten benannt.

Wären Spenden bekannt gewesen, hätte Bartelt Tretzel als Verwaltungsrat abgelehnt

Hätte Bartelt von dem zwischenzeitlich bekannten Spendenaufkommen gewusst, hätte er Wolbergs‘ „Ansinnen abgelehnt“ Tretzel in den Verwaltungsrat zu entsenden, erklärt er am Dienstag. Eine Entscheidung mit „Geschmäckle“ wäre das gewesen, so der Behördenleiter wörtlich. Zur Kreditvergabe an Tretzel meint Bartelt, dass nach Bekanntwerden des Vorgangs seitens der Regierung mangels Sachverstand zwar nicht Zinssätze und Sicherheiten überprüft wurden, jedoch einige formale Mängel festgestellt und der Sparkasse zugestellt wurden. „Überrascht“ sei er gewesen, dass das Geldinstitut mittels Anwälten geantwortet habe, die Formfehler in der Zukunft aber beheben wollte. „Unsere Rügen haben Beachtung gefunden“, stellt erfreut Bartelt fest.

Konsequenzen bei der Sparkasse, obwohl alles in Ordnung war?

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine wortkarge und informationsarme Pressemitteilung der Sparkasse Regensburg vom Dienstag zum „Parteispendenprozess“, in der man zugibt, „dass bei dem in Rede stehenden Kreditengagement Bearbeitungsfehler gemacht wurden, die bankenrechtliche Relevanz haben“ und woraus „nachhaltige Konsequenzen gezogen“ worden seien. Noch im Februar 2017, nachdem eine Sondersitzung des Verwaltungsrates zum Tretzel-Kredit einberufen wurde, hieß es von Seiten der damaligen Gremiumsvorsitzenden, Landrätin Tanja Schweiger, dass „alle geltenden Informations- und Berichtspflichten eingehalten wurden und werden.“

Warum sollte man doch Konsequenzen gezogen haben, obwohl doch alles in Ordnung war? Zumindest in einem Punkt ist man sich damals wie heute einig: Eine Einflussnahme Dritter auf Tretzels Millionenkredit habe es nicht gegeben. Schweiger ist am Donnerstagmorgen als Zeugin geladen.

„Unbestrittene Bonität“ von Tretzel

Wie sieht es aber mit den „günstigen Konditionen […] ohne Sicherung“ aus? Dazu sagt am Vormittag der Bankkaufmann Erich S. von Tretzels Hausbank aus. Der Volksbankmitarbeiter schildert, dass sein Institut schon eine lange Geschäftsbeziehung mit Tretzel pflege. Nach dessen Kauf des Nibelungenkasernenareals musste die Liquidität überbrückt werden, um laufende Geschäfte zu bedienen, weshalb Tretzel Interesse an einem Kredit zeigte. Ein Kreditengagement im Umfang von etwa 7 Millionen (knapp 2 Millionen abgesichert, 5 Millionen blanko) habe es daraufhin bei der Volksbank zu einem Zinssatz von 2,1 Prozent gegeben, das bald zurückgezahlt worden sei.

Bei einem weiteren nötigen Kreditvorhaben Tretzels wollte ihn die Volksbank, laut S., überzeugen, auch dieses unbedingt bei ihr abzuschließen. Man wäre sogar bereit gewesen dem Kunden einen Zinssatz von 1,5 Prozent anzubieten. Es wäre „kein Risiko“ gewesen, Tretzels Bonität sei „unumstritten“. Der Bauträger habe sich jedoch für den nun bekannten Sparkassenkredit entschieden. Im Wissen um die „bundesbankfähige“ Bonität des Bauträgers finde der Zeuge dieses Sparkassen-Darlehen „im Endeffekt nachvollziehbar“. Warum Tretzel das Angebot der Sparkasse gegenüber der Volksbank bevorzugt habe? „Das Geschäft sei ja hart für die Banken“, habe der Bauträger geschrieben. „Lassen Sie doch die Sparkasse auch ein paar Kröten verdienen“.

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Kommentare (22)

  • Michael Hubert

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    Sehr anständig, wenn man sich zum ‚Shake­hands‘ im Gerichtsaal trifft. Jedoch stets nicht vergessen, daß man keinen vorverurteilt.

  • Charles

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    Ich habe immer noch ein Problem mit den verschiedenen Zinssätzen. Bei der Hausbank von V.T. wurden 2.1% aufgerufen und man sei bereit gewesen 1.5% für den fraglichen, neuerlichen Kredit über 4.5Mio zu gewähren ( sind diese Sätze eigentlich inkl. einer 0.5% Bearbeitungsgebühr wie von der Sparkasse aufgerufen?). Die Sparkasse hat dem gegenüber 0.6% (+ 0.5% Bearbeitung) verlangt. Der Zins liegt also um einiges unter dem von der Bundesbank vorgeschlagenem Satz (lt MZ Artikel) von 1.14% und egal ob bei der Hausbank eine Bearbeitungsgebühr noch aufgeschalgen wird oder nicht unter diesem.
    Mit angenommener Bearbeitungsgebühr 0.5% bei der Hausbank ist die Differenz 0.9%, oder 40.500€.
    Ohne angenommener Bearbeitungsgebühr 0.5% bei der Hausbank ist die Differenz immer noch 0.4%, oder 18.000€.
    Wenn wir bei den 1.5% Zins + 0.5% Bearbeitung bleiben, dann entspricht dies ja in etwa den Spenden ( 4x 9.9k) die im Anschluss an den Kredit an J.W.s SPD Ortsverein geflossen sind.
    …. komisch.
    Auch schön, neben dem im MZ Blog dargestellten Tohowabohu um Herrn A.B.s Aussagen, ist die Aussage von J.W. selbst, Frau Wild wäre ungeeignet für einen Verwaltungsratposten bei der Sparkasse (was ja durchaus so sein kann)… selber muss man aber einfache Handwerkerrechnungen durch einen Bauträger überprüfen lassen, und war laut, wenn ich jetzt nichts durcheinander bringe, Aussage der Ehefrau, nicht in der Lage Überweisungen auszustellen.

  • Lothgaßler

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    „Keine Einflussnahme Dritter“ (PM Sparkasse) bei der Kreditvergabe: Das entspricht sicher der Wahrheit, denn Wolbergs und Tretzel waren qua Amtes bei der Sparkasse keine „Dritten“.
    Und offensichtlich besteht noch nicht/wenig beackerter Aspekt der Einflussnahme/Vorteilsgewährung: Wäre Tretzel nicht auf Betreiben Wolbergs im Aufsichtsrat der Sparkasse gesessen (obwohl die Konkurrenz Volksbank/Raiffeisenbank seine Hausbank ist), dann hätte Tretzel überhaupt keinen „Organkredit“ zu diesen Konditionen bekommen.
    Die Informationen zu den Kreditkosten weisen auch noch auf besonderes Verhandlungsgeschick hin: Organkredit der Sparkasse schlägt Kreditangebot der Hausbank. Tretzel konnte mit dem Kreditangebot seiner Hausbank bequem die für ihn günstigen Konditionen bei der Sparkasse „aushandeln“, oder hat er gar das Angebot seiner Hausbank zur freundlichen Kenntnisnahme vorgelegt?
    Welche anderen Motive bei BTT/BTT-Mitarbeitern gab es, um wenige Tage nach der Kreditvergabe an den SPD-OV zu spenden? Der „freie Wille“ zur Spende scheint es nicht gewesen zu sein, denn die Wahrscheinlichkeit dafür, dass kurz nach der Kreditvergabe 4 freiwillige Spenden in Betrag und Zeitraum koordiniert aus dem Dunstkreis BTT zu Gunsten eines SPD-OV eingehen, die liegt nahe Null.
    Wie so oft in diesem Prozess: Das Gschmäckle liegt in der Luft, aber der schlagende Beweis in Form einer Urkunde fehlt.

  • Martin Oswald

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    Für BTT-Darlehen habe es laut dem Zeugen S. bei der Volksbank keine Bearbeitungsgebühr gegeben.

  • Piedro

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    @Charles
    „…und war laut, wenn ich jetzt nichts durcheinander bringe, Aussage der Ehefrau, nicht in der Lage Überweisungen auszustellen.“

    Naja, er wird schon wissen wie man das macht, aber er hat ja seine Leute für so was, zuhause die Gattin und im Beruf die Subalternen. Ansonsten zahlt mensch mit Karte und gelegentlich mit seiner Unterschrift – oder gar einem festen Handschlag. Der wahre Könner braucht nicht mal das, da genügt ein Räuspern am Telefon.

  • Dolittle

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    Wie warum und wann die Regierung der Oberpfalz nach Einleitung der Ermittlungen reagiert hat, ist nur ein Nebenkriegsschauplatz.

    Interessanter die Sparkassengeschichte. Hier ist es für Tretzel ein Vorteil, sowohl Verwaltungsrat eines öffentlich-rechtlichen Geldhauses geworden zu sein, als auch damit einhergehende (bezifferbare) Vergünstigungen in Anspruch genommen zu haben. Hier ist die Vorteilnahme von Wolbergs nicht einfach vom Tisch zu wischen. Die Koinzidenz ist frappierend. Das ist schon mehr als ein Hautgout, da stinkt es schon sehr unerträglich. Schließlich haben wir nicht nur die Spenden (die auch), sondern weitere persönliche geldwerte Vorteile.

    Politisch fällt auf, dass uns Autor Martin Oswald keine „Erläuterungen“ von Joachim Wolbergs zu den Aussagen übermittelt. Wie wird der OB am Freitag in seinem Video sein Bemühen um Volker Tretzel mit Hilfe der Sparkasse erklären? Ob man noch Freunde haben dürfe? Auf die blinde Verfolgungswut von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei? Mit den Verdiensten Tretzels für das Wohl der Stadt (insbesondere beim Wohnen)? Mit dessen unbestrittenen Kompetenz in Baufragen und seiner goldenen Bonität?

    Herr Wolbergs muss sich ins Zeug legen, es sieht nicht gut aus.

  • Johannes Urban

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    Wir lernen: Wer reich ist, dem wird gegeben. Wer reiche Freunde hat, dem wird gegeben. Danke, Herr Oberbürgermeister (a.d.) für diese Lektion in Politik.

    Und wer reich an reichen Freunden ist, dem wird vielleicht irgendwann auch vergeben.
    Vergeben sollten wir das OB-Amt aber an jemand anderen. Jemand, der moralisch integer ist.
    Ich hoffe, Sie und Ihre Kompagnons erhalten ein gerechtes Urteil.

  • Checker

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    Der Regierungspräsident sagt wenn er von den Spenden Trezls gewusst hätte, hätte er dessen Berufung nicht gestatten dürfen.

    Da hat ihm Wolbergs wohl etwas verschwiegen.

    Wolgergs setzt sich für BTT ein BTT unterstützt Wolbergs im Wahlkampf oder beim Ferienhaus. Eine Hand wäscht eben die andere.

  • Tröster

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    @alle Verschwörungstheoretiker und die , die alles ganz genau wissen…
    Den Kredit der Sparkasse hat nicht Wolbergs genehmigt, sondern ein Gremium aus 6 Personen, die nicht alle SPD-Mitglieder sind.
    Außerdem war selbstverständlich der Vorstand involviert.
    Vorsitzende des Verwaltungsrates (18 Mitglieder, u.a Peter Aumer, CSU, Willi Hogger, FW ) war zum damaligen Zeitpunkt Tanja Schweiger,FW.
    Man möge sich doch noch einmal die Presseerklärung von ihr durchlesen, demnach war alles korrekt.
    Aber die halfen sicher alle zusammen, damit später Wolbergs Spenden von Tretzel erhält.

  • Checker

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    Natürlich sagt ein Zeuge von der Hausbank von BTT nicht gegen Wolbergs aus.

    Aber es reicht doch eigentlich schon die Aussage des Regierungspräsidenten: Bei Kenntnis der BTT Spenden hätte er dem Drängen von Wolbergs Tretzel zu berufen nicht nachgegeben.

    Allein das reicht doch bei all dem was wir sonst noch erfahren haben für einen politischen Rücktritt.

  • Hartnäckig

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    @ Tröster:
    Unterhalten Sie sich bitte mit Bürgern aus Steinsberg von der BI StEiL über die Qualität der Aufsichtsräte der Sparkasse !
    Sie werden staunen !

  • Ronald McDonald

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    Kommentar gelöscht. Bitte sachlich bleiben.

  • Checker

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    Kommentar gelöscht. Bitte kein nicht belegbaren Spekulationen.

  • W. Hamert

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    @Tröster glauben Sie die hätten auch dann genehmigt, wenn sie gewusst hätten in welcher Größenordnung der Tretzel dem SPD OV spendet. Das glauben Sie wohl ernsthaft selber nicht.

  • Giesinger

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    Eine Frage an unsere Gerichtsberichterstatter Martin Oswald und Stefan Aigner:
    Wurde seitens der vorsitzenden Richterin mittlerweile schon was zum Antrag der Staatsanwaltschaft, den früheren Stadtbau-Chef Joachim Becker zu laden gesagt? Danke schon mal für eine eventuelle Antwort.

  • Mr. T.

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    Der ganze Sparkassen-Themenkomplex hätte wohl niemals jemanden interessiert oder wäre aufgefallen, wenn nicht wegen der anderen Vorfälle nach weiteren Hinweisen gesucht worden wäre. Niemand hätte sich daran gestoßen, dass Treztel in den Verwaltungsrat berufen wurde und niemand hätte sich gewundert, dass jemand mit so einer Bonität einen Kredit zu diesen Konditionen auf dem kleinen Dienstweg bekommen hat.

  • XYZ

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    Zur Rechtsaufsichtsbeschwerde Nibelungenareal:
    Die StA hat die Reg. unter Vorlage neuer „Beweismittel“ im Grunde nur um eine neue rechtliche Beurteilung im Weg der „Amtshilfe“ gebeten. Ob sie dazu nach 5 VwVfG berechtigt war – Abs. 1 Nr. 3 – und die ersuchte Behörde Amtshilfe leisten durfte – Abs. 2 Nr. 1 – ist fraglich.

  • Charles

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    Entschuldigung, aber ich habe da noch eine Frage an die Prozessbeobachter, Juristen und Finanzsachverständigen …
    Warum wurde der Kredit über 4.5MIO, dessen Zweck es laut Aussagen wohl war die Zeit zwischen Bau-/Planungsbeginn bei einem BTT Projekt bis zum Zahlungseingang der Käufer zu überbrücken, eigentlich an die Eheleute Tretzel und nicht die Fa. von Herrn Tretzel „BTT Bauteam Tretzel GmbH“( die ja laut Aussagen hier im Prozess finanziell so gut wie sonst kein anderes Unternehmen aufgestellt ist) vergeben?
    Danke.

  • Lothgaßler

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    @Charles:
    Gute Frage, die sich auch andere stellen (sollten). BTT ist eine GmbH, d.h. Tretzel als Privatperson bzw. Geschäftsführer ist kein vollumfänglich haftender Einzelunternehmer und die „bundesbankfähige Bonität“ bezieht sich lt. obiger Zeugenaussage auf den Bauträger (also die GmbH). Warum die Privatperson/ der Geschäftsführer Tretzel einen Kontokorrentkredit in dieser Höhe benötigen sollte bleibt dubios, denn er hätte persönlich nicht für die BTT in dieser Höhe haften müssen (mit wenigen hier nicht zur Diskussion stehenden Ausnahmen).
    Entweder die Kreditvergabe war in Wolbergscher Manier „hemdsärmlig“ und die günstigen Konditionen für die Privatperson Tretzel nur Dank BTT-Hintergrund bzw. Sparkassen-Aufsichtsrat-Mandat möglich, oder die Informationslage zum Kredit ist unscharf/falsch und tatsächlich wurde der Kredit von der BTT GmbH angefragt und dieser gewährt.

  • mkv

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    Lothgaßler, wenn Sie den Verlauf des heutigen Prozesstages Revue passieren lassen – MZBLOG – dann sollten Sie ohne Probleme ihre faktenarme Fantasie ( „…Entweder die Kreditvergabe war in Wolbergscher Manier „hemdsärmlig“ und …) erkennen können und fürderhin einstellen. Ich vermute, die StA machte heute den gleichen Lernprozess durch.

    Auch diente der fragliche Zwischenkredit ganz anderen Zwecken als Sie und CHARLES mutmaßen.

    Heute wurde ein Papstwort öffentlich: Kirchenkritiker nannte er „Freunde des Teufels“, meldet spon.

    Ich plädiere für Wissensvermittlung und für faktenbasierte konstruktive Kritik. Dem können Sie sich sicherlich anschließen.

  • Lothgaßler

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    @mkv:
    Da sage ich zu Ihrer Kritik ja und nein.
    Nein schon alleine deshalb, weil ein „Kontokorrentkredit“ begrifflich nur bei Selbständigen und Firmen existiert, offiziell auch bei der Sparkasse (siehe Sparkassen-Homepage https://www.sparkasse.de/unsere-loesungen/firmenkunden/kredite-leasing/kontokorrentkredit.html; für Privatkunden finden Sie auch eine Dispo-Info). Tretzel hat den Kredit aber scheinbar als Privatperson beantragt und bekommen, dann ist auch lt. Sparkassen-Sprech ein Dispokredit. Und offenkundig hat die heutige Sitzung ja ergeben, dass für einen Personenorgankredit etwas zu eilig beschlossen wurde. Ich erkenne somit, dass bei Tretzel kein Unterschied zwischen Privatperson und Unternehmer/Gesellschafter (er gilt nicht als Einzelunternehmer und ist Geschäftsführer/Gesellschafter) mehr gemacht wird bzw. wurde. Wer eine GmbH gründet, der will bewusst privates Vermögen von Unternehmensvermögen trennen. Wenn ein Gesellschafter privat Vermögen in die GmbH eingringt (z.B. wie hier über Kredit), dann müsste sich dies als Erhöhung der Einlage wiederspiegeln. Oder braucht es keine ordentliche Buchführung mehr?
    Was ich bisher nicht wusste oder verdrängt habe, dass war die beabsichtigte Sicherung mit des Kredits mit Gold, was der Sparkasse aber scheinbar zu umständlich war (da habe ich privat eine andere Bank ganz anders in Erinnerung). Somit war der Kredit wohl risikolos, aber nicht wg. BTT, sondern wg. des Privatvermögens von Tretzel. Das wollte ich übrigens nie so genau wissen.
    => hemdsärmlich war die Kreditvergabe wohl doch und der Kredit ging an Tretzel als Privatperson, aber bei der Bonität stütze man sich wohl auf BTT (im MZ-Blog unter „Zahlen sprachen für Tretzel“: „.. Er spricht von Tretzels hohem Gewinn…“. Bei Privatpersonen spricht man nicht von „Gewinn“. So habe ich den Blog nun verstanden.
    => Der Kredit wurde von Tretzel nicht privat genutzt, sondern an BTT weitergereicht. Und die Sparkasse hat das wohl auch vorab schon gewusst. MZ-Blog unter „Sparkassen Verwaltungsrat Lugwig G sitzt im Zeugenstand“: „..Man habe gewusst, dass Tretzel eine Baumaßnahme hatte, die in wenigen Monaten zum Ende kommen sollte. Dann sollten die Kundenraten kommen. Aus dieser Baumaßnahme habe Tretzel den Kredit zurückzahlen wollen…“. Da stellt sich doch die Frage, weshalb ein Privatkredit der von Anfang an als Kredit für ein Unternehmen vorgesehen war? Wie nennt man sowas: Merkwürdig, gschlampert, hemdsärmlig, ein Versuch der Kundengewinnung durch Organkredit (abwerben von der Hausbank)?
    => Auf Basis der Zeugenaussagen kann keine Einflussnahme nachgewiesen werden, das war auch nicht zu erwarten.

  • Maxi Haase

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    Schon sehr merkwürdig mit welchem Mass die Sparkasse Regensburg misst.

    Einer Witwe wird das Konto gesperrt,kaum dass der Mann verstorben ist.
    Wohl gemerkt ohne eine Mitteilung.
    So dass sie sich nicht mal mehr was zu essen kaufen kann.

    Aber ein Herr Tretzel oder ein Herr Wolbergs können sich Kredite bewilligen wie es gerade passt.
    Ein Schelm der da was böses denkt.

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