SOZIALES SCHAUFENSTER

Ein halbes Jahr Klimaprotest in Regensburg

„Im Herbst geht es definitiv weiter“

Die Sommerferien stehen vor der Tür und die letzten Noten sind bereits gemacht. Dennoch gingen am vergangenen Freitag mehrere hundert Schüler und Erwachsene im Rahmen der Fridays for Future-Demonstration in Regensburg auf die Straße – zum letzten Mal vor der Sommerpause. Eine Bilanz.

Am vergangenen Freitag demonstrierten noch einmal mehrere hundert Schülerinnen und Schüler – jetzt ist erstmal Protestpause. Foto: Bothner

Es ist der 20. August 2018, der erste Schultag nach den Ferien in Schweden. Vor dem Reichstag in Stockholm steht ein junges Mädchen mit einem Schild in der Hand. „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“). Heute ist dieses Mädchen weltweit Millionen von Menschen als Greta Thunberg bekannt und Auslöser des Klimaprotestes, der seit Monaten die Schlagzeilen füllt. Die Fridays for Future-Bewegung tat sich zunächst sehr schwer Fuß zu fassen. Erst Anfang dieses Jahres starteten größere Demonstrationen auch in Deutschland. Mittlerweile ist die Bewegung ein weltweites Phänomen, das den politischen Diskurs mitgestaltet. Dies zeigte sich zuletzt bei der Europawahl im Mai 2019.

Freitags in Regensburg, die Erste

In Regensburg beginnen im Januar die ersten Schülerinnen und Schüler, einen Protest zu planen. Man wolle selbst aktiv werden und ein Zeichen für den Klimaschutz setzen, wie Jacob Scriver, einer der Organisatoren damals während der ersten Kundgebung auf dem Neupfarrplatz erklärt. Es ist der 8. Februar und es ist noch winterlich kalt. Auf der einen Seite des Platzes ragt ein Schneeberg empor. Einige Kinder tummeln sich darauf, während die Regensburger Rapper Liquid und Maniac für gute Laune sorgen.

Es sind am Ende über tausend Schüler, die in dicken Winterjacken gegen die Erwärmung der Erde und für ein schnelleres Handeln der Politik demonstrieren. Die Veranstalter sind selbst völlig überrascht von dem Erfolg. Um ihrem Anliegen mehr Ausdruck zu verleihen, findet der Protest – auch in Anlehnung an Greta Thunberg – während der Schulzeit statt.

Schon im Vorfeld der Demo gab es viel Diskussion darüber, ob ein solcher Schulstreik ein legitimes Protestmittel darstellt. Von vielen Seiten, diversen Medien, einzelnen Politikern wie Christian Lindner von der FDP oder unzähligen Kommentaren in den sozialen Medien wird die Meinung vertreten, die Schulpflicht dürfe hier nicht außer Kraft gesetzt werden.

Auf vielen selbstgemalten Schildern ist zu lesen „Was bringt mir das Matheabi ohne Zukunft“ oder „Es gibt keinen Planet B“. Die Schüler wollen hier nicht locker lassen. „Wenn wir nachmittags demonstrieren, dann interessiert das doch am Ende niemanden“, macht Leonie Häge deutlich. Die Zeit dränge nun mal und die Politik müsse aufgerüttelt werden, so die klare Haltung der Bewegung weltweit.

Der Schulstreik wird aufrecht erhalten

In den darauffolgenden Wochen finden dann in unterschiedlichen Abständen mehrere Demonstrationen während der Schulzeit statt. Die Schulen reagieren unterschiedlich. Einige drohen mit Verweisen, die es zum Teil auch gibt. Andere zeigen zwar Verständnis, verweisen aber ebenfalls auf die Schulpflicht.

An einigen Schulen kommt es im weiteren Verlauf zu Ersatzterminen für Teilnehmer der Klimademos. In Lappersdorf organisiert Jakob Bornschlegl, einer der Organisatoren von FFF zusammen mit der Schulleitung im Mai einen Informationsabend, bei dem es etwa um erneuerbare Energien geht.

Am 15. März findet dann der erste weltweite Aktionstag statt. Von Berlin bis Sydney gehen hunderttausende Menschen auf die Straße. Allein in Deutschland sollen laut Veranstaltern rund 300.000 Menschen gemeinsam für eine andere Klimapolitik demonstrieren – etwa 1.500 Menschen sind es auch in Regensburg.

Immer mehr Befürworter

Ein weiterer Kritikpunkt der oft angeführt wird, ist die angeblich fehlende Beweisbarkeit des menschenverursachten Klimawandels. Auch in Regensburg gibt es so etwas. So schreibt Luis R. in der Juli-Ausgabe des Donaustrudl, es gäbe unterschiedliche plausible Erklärungen, die derzeit von Wissenschaftlern diskutiert würden.

Für die Schüler und das Gros der Forscher steht der menschengemachte Klimawandel dagegen längst als unumstößliche Tatsache fest. Lediglich die Fragen, wie schnell der Klimawandel voranschreitet und was überhaupt noch verhindert werden kann seien noch zu klären. Mittlerweile hat sich ein Ableger der Scientists for Future in der Domstadt gegründet, dem unter anderem Dr. Michael Sterner von der OTH-Regensburg angehört.

Aus Sicht der Schüler stellen die wissenschaftlichen Erkenntnisse seit Jahren klar heraus, dass die derzeitigen klimatischen Veränderungen einzig durch den Menschen erklärt werden können. Einzig vernünftige Verfahrensweise könne daher nur eine nachhaltige Energiewende und der schnelle Ausstieg aus der Kohleenergie sein. Langfristig dürfe die Erderwärmung nicht stärker als 1,5° ansteigen. Subventionen für fossile Energieerzeugung sollen abgeschafft und stattdessen Investitionen in erneuerbare Energien gesteigert werden.

„Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“

Manch ein kritischer Mitbürger diskreditiert den Protest damit, dass dies letztlich nur eine willkommene Gelegenheit sei, um die Schule zu schwänzen. Am 3. Mai setzen die Veranstalter daraufhin ein deutliches Zeichen und verlagern den Protest in den Nachmittag. „Wir wollen zeigen, dass die Leute hier ein ernsthaftes Anliegen haben“, wie Ferdinand Klemm betont. Aber auch den Erwerbstätigen und Studenten wolle man so die Möglichkeit geben, um teilzunehmen.

Schon zu Beginn der Proteste haben sich die Parents for Future gegründet, die bei jeder Aktion vertreten sind. Überhaupt schließen sich mit jeder Veranstaltung mehr Sympathisanten an. Viele Studenten unterstützen das Anliegen und auch Großeltern ziehen mit der jungen Generation durch die Straßen. Aus dem anfänglichen Schulstreik wird über die Wochen hinweg eine immer breitere Bewegung.

Die Schüler machen sich viele Gedanken

Für Regensburg haben die Aktivisten mittlerweile regionale Forderungen in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Experten erarbeitet. Neben der Geschwindigkeitsreduzierung im Stadtgebiet auf Tempo-30 an allen geeigneten Stellen fordern sie auch den Ausbau des ÖPNV, der zudem kostenlos sein müsse. Das steigere die Attraktivität der Buslinien. Insgesamt müsse die Kommune mehr in nachhaltige Projekte investieren.

An der Menschenkette um die Altstadt beteiligten sich neben Schülerinnen und Studenten auch viele Erwachsene. Foto: Bothner

Von Seiten der Politik gibt es Lob und Kritik gleichermaßen. Die einen sehen sich in ihren eigenen Forderungen bestärkt, den anderen gehen Forderungen wie etwa eine autofreie Altstadt deutlich zu weit.

Dies versuchen die Klimaaktivisten dann bei einem erneuten Aktionstag am 5. Juli zumindest kurzzeitig faktisch umzusetzen. Laut Veranstaltern sind es mehr als 2.000 Menschen, die eine Kette um die Altstadt bilden und für etwa eine halbe Stunde symbolisch den Autoverkehr draußen halten. An einigen Stellen werden Autos und Busse in Wellen immer wieder durchgelassen.

„Einfach mal durchschnaufen“

Am vergangenen Freitag ist es die vorerst letzte Klimademo in Regensburg. Es sind sichtbar weniger als bei den vorangegangenen Protesten. Damit hat man von Veranstalterseite bereits gerechnet. „Die vergangenen Wochen und vor allem der Aktionstag haben viel Kraft gekostet. Wir freuen uns in den Sommerferien, einfach mal durchschnaufen zu können“, so die Schülerin Leonie Häge.

Noch einmal haben mehrere hundert Menschen ihrem Anliegen Ausdruck verliehen. Sophia Weigert betont in ihrer Rede, wie wichtig die Solidarität zwischen den Menschen sei. Niemand dürfe bei den anstehenden Veränderungen unter die Räder kommen. „Hand in Hand werden wir weiter für eine saubere Luft und nachhaltige Mobilität kämpfen.“

„Hand in Hand werden wir weiter für eine saubere Luft und nachhaltige Mobilität kämpfen“, sagt Sophia Weigert.

Für einen weiteren Redner zeigt sich derzeit, dass die Politik zwar langsam aktiv werde und FFF hier viel bewegt habe, „aber wir sind noch längst nicht am Ziel. Statt einer Beschränkung der Förderung von Photovoltaik-Anlagen und der in Bayern geltenden Abstandsregeln für Windkraftanlagen braucht es eine vernünftige Strategie für die dezentrale Energieversorgung im gesamten Land.“ Die derzeitigen Pläne einer Nord-Süd-Stromtrasse seien veraltet und nicht mehr zeitgemäß, so der Student.

Nun stehen die Sommerferien vor der Tür. Doch auch in den kommenden Wochen wollen sich viele mit dem Thema Klimawandel und -protest weiter beschäftigen. „Anfang August findet in Dortmund ein Klimacamp statt. Dort werden ein paar von uns hinfahren“, so Häge. Dort soll es viel Input und Austausch zwischen den Aktivisten geben. „Im Herbst geht es dann definitiv mit dem Protest weiter.“ Dann wird sich auch zeigen, wie lange der Atem der Jugend tatsächlich ist.

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Kommentare (29)

  • Eingeborener

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    Naja .gut gemeint, aber für mich ein schönfärbender Bericht,weil :
    Bei der letzten Demo meinte der 1. Redner der Organisatoren frustriert, nun demonstriere man seit Februar – und habe nichts erreicht !
    Was mich auch nicht wundert angesichts des breiten Widerstandes, gegen den die fridays… vor Ort ankämpfen müssen : Da ist die CSU, die -so z.B.MdB Freudenstein, Leiterin der Zentralabteilung im Bundesministerium für Verkehrsstau und CO2-Ausstoss- , behauptet, Regensburg sei Autostadt, ginge es nach den fridays, würde jeder 3.e arbeitslos. Also die übliche Angstmache .Da ist Bgm Maltz-Schwarzfischer, die angeblich für fridays ist , dann aber die autofreie Altstadt-Aktion verbietet . Verstehe, war ja auch gerade autofrei ,die Altstadt – fürs sog. Bürgerfest ! Wer solche ,Unterstützer hat‘ , der braucht keine Feinde mehr ! Dann die Schande der GRÜNEN , ihr Bgm. Huber ,der sagt, er ,brauche keine Nachhilfestunden durch die fridays‘ , und sei gegen deren Forderng nach kostenlosem ÖPNV….
    Und die Erwachsenen ? Am letzten Freitag waren wir keine 10 % der in der Spitze max. 500 TeilnehmerInnen. Das ist für mich die allergrößte Schande, dass hier die KInder und Jugendlichen so
    viel Blabla und sowenig tatsächliche Unterstützung bekommen.

  • joey

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    Wozu eine Sommerpause? Wohin fliegen denn die Kids in den Sommerferien? Ach so, Aufmerksamkeit gibt es nur bei Rechtsbruch – und in den Ferien kann man eben nicht schwänzen.
    Eigentlich sollten die „Oberschüler“ selber merken, daß man Recht nicht für eine (wie auch immer) „gute“ Sache brechen kann.
    Leute wie Schellnhuber sprechen ja schon davon, daß man die Demokratie abschaffen muß. Eine logische Konsequenz, schließlich geht es um den Weltuntergang.

    Daß das alles schon (öfters) da war, ist den Kids halt nicht bekannt (dazu bräuchte man Bildung). Schon öfters haben Zentralkomitees auf wissenschaftlicher Basis versucht, die Menschheit mittels Massenmord zu retten.
    Ich werde hier verschwinden, falls die Demokratie ihren Feinden weiterhin keinen Widerstand leistet. Wahrscheinlich reicht eine Reise nach Tschechien oder Österreich schon aus, sofern Deutschland diese Länder nicht wieder erobern muß…

  • Piedro

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    @joey
    „Wozu eine Sommerpause? Wohin fliegen denn die Kids in den Sommerferien?“
    Was geht das Sie an, Herr joey? Vermutlich mit dem Luxusjet nach Niedertraubling, alle natürlich.

    „Ach so, Aufmerksamkeit gibt es nur bei Rechtsbruch – und in den Ferien kann man eben nicht schwänzen.“
    Sehr gut erkannt! Ein Schulstreik in den Ferien wäre albern. Das macht die Kids natürlich wieder voll unglaubwürdig, gelle? Wer von Ihnen ernst genommen werden soll macht keine Ferien, Eltern hin und her und überhaupt. Der „Rechtsbruch“ wäre eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat. Aber wurscht, ist eh klar worum es Ihnen geht.

    „Eigentlich sollten die „Oberschüler“ selber merken, daß man Recht nicht für eine (wie auch immer) „gute“ Sache brechen kann.“
    Klar kann man das, ist ganz einfach, das nennt sich ziviler Ungehorsam. ZB bei Sitzblockaden. Fürchten Sie um den Rechtsstaat, weil die Kids freitags nicht zur Schule gehen und dafür nicht an die Wand genagelt werden?

    „Leute wie Schellnhuber sprechen ja schon davon, daß man die Demokratie abschaffen muß. Eine logische Konsequenz, schließlich geht es um den Weltuntergang.“
    Ach ja? Interessant. Quelle? Und welche „Leute“ noch? Und seit wann ist Herr Sch. ein Schüler? Und wieso schon? Meinen Sie vielleicht seine Blödheiten von 2010, nach denen 10% der Parlementssitze undemokratisch vergeben werden sollten? Was hat Herr Sch., und was hat diese Überlegung mit FfF zu tun, die erst seit höchstens zwei Jahren existieren?

    „Daß das alles schon (öfters) da war, ist den Kids halt nicht bekannt (dazu bräuchte man Bildung).“
    Jau, echt schlimm wie ungebildet diese Kids sind, und diese Eltern, die ihnen beipflichten, und die Akademiker, die der gleichen Meinung sind, und… alle nicht so gebildet wie der Herr joey, den nur seine Bescheidenheit davon abhält tatsächliche Argumente zu teilen.

    „Schon öfters haben Zentralkomitees auf wissenschaftlicher Basis versucht, die Menschheit mittels Massenmord zu retten.“
    Also echt jetzt, sind Sie sich für gar nichts mehr zu schade? Das ist zu unterirdisch um darauf einzugehen. Schämen Sie sich einfach!

    „Ich werde hier verschwinden, falls die Demokratie ihren Feinden weiterhin keinen Widerstand leistet. “
    Um es mit Rita Pavone zu sagen: https://www.youtube.com/watch?v=tfmjOcNkeBE Keine Sorge, die Demokratie wird der Deppenalternative und anderen Anti- und Undemokraten weiterhin widerstehen. Versuchen Sie hier wirklich die FfF-Kids zu Feinden der Demokratie zu machen? Was ist los mit Ihnen? Zu heiß für halbwegs geregelte Denkprozesse?

    „Wahrscheinlich reicht eine Reise nach Tschechien oder Österreich schon aus, sofern Deutschland diese Länder nicht wieder erobern muß…!“
    Österreich kann ich empfehlen. Da können Sie viel lernen über bodenständige Menschen, für die Nachhaltigkeit kein Fremdwort ist und die großen Wert darauf legen die regionale Ökologie zu bewahren.

    Echt jetzt, was Sie da abgelassen haben ist ziemlich gruselig. Ich hatte eigentlich ein wenig mehr von Ihnen gehalten. Sie können doch argumentieren, warum tun Sie’s nicht? Und wenn sie gerade keine Argumente haben oder Ihnen hitzebedingt keine Einfallen, warum halten Sie dann nicht mal die Finger still und lassen die Kids in Ruhe? Gönnen Sie ihnen die Ferien. Das sind Schüler, keine VollzeitAgitpropAgenten der dunklen Seite der Macht.

  • Dugout

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    @Joey:
    „Wozu eine Sommerpause? Wohin fliegen denn die Kids in den Sommerferien?“

    Dieses Gewäsch kann man langsam auch nicht mehr hören.

  • GSH

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    Was bringt eine autofreie Stadt für das Klima?

    Selbstverständlich etwas provokativ gefragt. Natürlich bin ich auch gegen den Durchfahrtsverkehr ab dem Bismarkplatz. Das nervt nur noch.

    Aber für das Klima? Schaut euch mal den Wahnsinn auf der A3 an. 95% der Lkw sind aus dem südosteuropäischen Ausland. Warum? Weil es keine funktionierenden Häfen in Südeuropa gibt. Alle Güter aus Fernost werden über Rotterdam, Antwerpen, Bremerhaven und Hamburg transportiert, welche dann schlußendlich wieder auf der A3 auf einem Lkw enden. Es gibt keine RoLa (Rollende Landstraße) mehr und die Lkw-Fähre des Bayerischen Lloyd ist ebenso verschwunden, wie die Firma selbst.

    Wie gesagt, die Demos in der Stadt für die Stadt sind zu begrüßen. Jedoch muß die Politik endlich an die große Dinge ran. Güter auf die Bahn, Förderung ÖPNV (warum kostet eine einfache Zugfahrt von Landshut nach Regensburg nahezu 20 €) und es muß endlich mal gesagt werden, dass der weltweite Transport von Gütern einfach zu billig ist.

    Was mich im Moment aber an unserer Politik am meisten stört und nervt: Es wird nur über den Preis für CO2 und die Besteuerung diskutiert. Das hilft dem Klima nicht. Nur CO2 Vermeidung hilft dem Klima.

  • Biber

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    Ob die jungen Leute etwas erreichen, etwas bewegen, Gehör finden mit ihren Protesten? Wir wissen es nicht, Skepsis ist angebracht. Was man aber sicher sagen kann, ist, dass sie sich selbst die Möglichkeit schaffen, sich persönlich weiterzuentwickeln; sie stellen Bezüge her zwischen individuellem Verhalten und globalen Problemen, sie denken über Lösungsansätze nach, sie engagieren sich, sie erleben gemeinsames Eintreten, sie übernehmen und nehmen sich Verantwortung für ihr Lebensumfeld u.v.m.
    Ich möchte behaupten, dass sie in dieser Zeit in der Schule nichts Wertvolleres lernen könnten.
    Was sie darüber hinaus auch noch erreichen, ist, dass in der hohen Politik, aber auch andernorts – auch in diesem Forum – die Masken fallen; ich weiß nicht, welche empfindliche Stelle da angepiekst wird, aber die Wirkung ist unbezahlbar. Unbezahlbar, weil die übliche einlullende Phrasendrescherei kurzzeitig verschwindet und stattdessen die spießbürgerliche Fratze dahinter sichtbar wird. Damit liegen immerhin die Karten auf dem Tisch und die Fronten werden klarer. Das war auch schon zu Beginn der Umwelt- und Antiatombewegung vor vielen Jahren so; die selben geifernden Anwürfe, Unterstellungen und Diffamierungen, und natürlich immer die Keule der „Illegalität“.
    Tatsache ist, dass es gesellschaftliche Fortschritte ohne die Sphäre des Illegalen nicht gibt. Ob das der Beginn der Arbeiterbewegung war, die erwähnten Proteste der Umwelt- und Antiatombewegung, das Eintreten für die Rechte Homosexueller oder der Kampf gegen Rassentrennung: am Anfang ist man immer „illegal“; notfalls werden Gesetzte dahingehend geändert, dass man die unliebsamen „Elemente“ kriminalisieren kann. Das sind altbekannte und allzu durchsichtige Manöver, davon sollte sich niemand einschüchtern lassen. Die Zeit spielt für die Jungen, sie werden die herrschende Kaste überleben und sie haben etwas zu gewinnen, nämlich ihre Zukunft, die anderen – die herrschende „Mitte“ – haben nur etwas zu verlieren, nämlich ihre Pfründe und ihren zusammengerafften Plunder und einen Lebensstandard, der zutiefst lebensfeindlich und amoralisch ist.

  • Eingeborener

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    @ joey , ca. 90 % aller Klimaforscher halten den Klimawandel für menschengemacht. Ihre Antwort als CSU-Mitglied und Bauunternehmer darauf ist also, in andere Länder zu verschwinden, wenn es ihnen zu heiss wird. Das ist der echte Patriotismus der Wohlhabenden:Absahnen, was geht, und sich dann vor den Folgen verdrücken. Nach euch der Weltuntergang respektive die Sintflut, vorher Hetze gegen die Kids, denen ihr die Zukunft versaut. Schande über Leute wie Sie einer sind.

  • R.G.

    |

    @Joey
    Meint:
    „Wozu eine Sommerpause? Wohin fliegen denn die Kids in den Sommerferien?“
    Was machte unser Kid binnen einer protestfreien Woche alles?
    Einer Familie in der Nähe den Einkauf erledigen und im Haushalt helfen. Für lau. Zwischendurch deren und die eigenen Schränke leeräumen, putzen, alles was nicht häufig getragen wurde aussortieren, die Freundinnen taten das Gleiche. Dann privat zur Tauschrunde treffen. So geht jeder neu eingekleidet.

    In einer unterfinanzierten Einrichtung aus dem Sozialbereich den Hauptamtlichen, die von diesen Möglichkeiten nichts erfahren, zur offiziellen Einreichung fertige Finanzpläne erstellen, wie sie zur Erlangung von EU-Subventionen gebraucht werden.

    Wenige Male kurz auf den Berg radeln, denn mehr Zeit für sich selbst war nicht drin. Danach mit der Bahn pünktlich zur Besuchszeit in eine Klinik, wo eine vom Schicksal schwer geschlagene Frau sehnsüchtig auf Besuch wartet.

    Ich bin stolz auf unseren Nachwuchs.

  • joey

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    @Eingeborener
    ich werde in ein Nachbarland gehen, wenn man hier die Demokratie abschafft und „die Straße“ regiert. Denn meine Heimat ist nicht nur die Landschaft hier, sondern auch Recht und Freiheit.

  • Gerdl

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    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie bitte sachlich.

  • Gerdl

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    Kommentar gelöscht. Wir raten zu einem anderem Forum.

  • joey

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    @Piedro
    Sie schreiben meistens in einem aggressiven Ton. Das macht nach wie vor keinen guten Eindruck. Erregung und Leidenschaft finde ich gut, aber bitte in einer friedlichen und höflichen Stimmung.

    Ziviler Ungehorsam auch erlaubt bei Nazis, die irgendwas blockieren, besetzen, beschmieren, beschädigen, zerstören, … bitte erkennen Sie eine eskalative Wortwahl. Wo hört das auf? Ist das nur den „Richtigen“ erlaubt und wer entscheidet was „richtig“ ist?
    Es gab mal eine Zeit, wo echte Putschisten mildernde Umstände bekommen haben, weil sie aus einer „patriotischen Gesinnung“ gehandelt haben. Erkannt? Hitler 1923 ist gemeint. Solche Grundtendenzen sind brandgefährlich, egal unter welcher Farbe.

    Demonstrieren Sie. Sagen Sie ihre Meinung. Aber eine Aufweichung der Ordnung (auch nur bei Schulschwänzen) setzt ein völlig falsches Signal. Die Ordnung kann man mit Augenmaß handhaben (Ausnahmen, Befreiungen im begründeten Einzelfall), wenn aber ein System draus wird, wird es gefährlich. Die (organisierte) „Bewegung“ hält nun schon mit ihren Rechtsbrüchen längere Zeit an und kein Offizieller (Schulleiter, Minister) traut sich, was dagegen zu tun, stellen sich karrieretechnisch an die Spitze der „Bewegung“. Da gehen bei mir die Warnlampen an. Das war schon öfters da.

    Geschichte wiederholt sich nicht, aber man sollte draus lernen. Ich versuche es wenigstens. Erst kämpfe ich um Recht und Demokratie. Wenn das aber nichts nützt, habe ich eine Fahrkarte – wie meine Vorfahren, die so die NS Zeit überlebt haben.

  • Bernd

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    @joey
    Meine Güte, nicht jede Bewegung rutscht gleich ins Totalitäre ab. Das diese – im übrigen völlig heterogene Gruppe – Jugendlicher nur anecken kann bei denen, die jahrzentelang von der Ausbeutung der Ressourcen und der Umlage aller Kosten auf die Gemeinschaft profitiert haben, ist doch klar. Das kratzt am Selbstwertgefühl (Was habe ich gemacht? Hab ich wirklich genug gemacht? War ich doch nur ein Fisch, der bequem mitgeschwommen ist?).
    „Vernunft“, „Kompromiss“, „Dialog“, „Ordnung“, alles Floskeln die nur der Abwehr derjenigen dienen, die bisher nie in den Entscheidungsgremien dabei waren oder eine Rolle spielten.
    Entspannen Sie sich. Auch bei den FfF-Kids gibt es genug Diskussionen über Flugreisen in der Schule für Exkursionen und deren Befürworter und Gegner. Das ist alles ein Prozess innerhalb einer neuen Generation, die sich andere Gedanken macht als ihre Generation. Das sind Menschen, die vielleicht mal radikaler so Dinge angehen wie 280.000 Flüge pro Jahr zwischen Bonn und Berlin.
    Zeit wirds, ein bisschen Demo-Druck von der Straße schadet da nicht.

  • Biber

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    @joey
    zwar hatte ich nicht vor, überhaupt auf eine ihrer Aussagen einzugehen, weil diese meist unsäglich konstruiert und – auch wenn das jetzt wieder nicht Ihrem Anspruch an einen guten Eindruck entspricht – verlogen sind, aber ich kann es mir gerade nicht ganz verkneifen.
    Wenn es Ihnen darum geht, eine Zeit, die Sie mit der NS-Zeit gleichsetzen oder zumindest in deren Nähe rücken, zu überleben, dann ist Österreich natürlich eine tolle Adresse – sowohl historisch als auch gegenwärtig.
    Und: nein, Herr joey, Sie kämpfen nicht für Recht und Demokratie, Sie verteidigen und relativieren hier konsequent die Feinde von Recht und Demokratie von Rechts; mit allem, was nicht von Rechts kommt, sind Sie dagegen ziemlich unnachsichtig.
    Natürlich kenne ich Ihre Familiengeschichte nicht, sie geht mich auch nichts an und interessiert mich nicht. Aber sich hier zu inszenieren als einer, der gewissermaßen schon beinahe in der Situation eines NS-Verfolgten ist und dafür auch noch Ihre Vorfahren zu instrumentalisieren, die möglicherweise wirklich verfolgt wurden, das finde ich richtig ekelhaft.
    Und wenn Sie einige tausend Schüler, die für eine Sache demonstrieren, deren Bedeutung wohl jedem Deppen einleuchtet, als Gefahr und Aufweichung der Ordnung sehen, dann haben Sie anscheinend nicht viel Vertrauen in diese Ordnung und in diese Demokratie. Abgesehen davon widert mich Ihre Gleichsetzung von allem, was Ihnen nicht passt, mit Phänomenen der NS-Zeit, an.

  • Piedro

    |

    @joey
    „Sie schreiben meistens in einem aggressiven Ton.“
    Sie haben mich noch nicht aggressiv erlebt. Werden Sie auch nicht. Offenbar verwechseln Sie Sarkasmus mit Aggression. Sarkasmus halte ich bei Ihrer Aussagen für angebracht.

    „Das macht nach wie vor keinen guten Eindruck.“
    Bei Ihnen. Das mag sein, aber ich will auch nicht Eindruck machen.

    „Ziviler Ungehorsam auch erlaubt bei Nazis, die irgendwas blockieren, besetzen, beschmieren, beschädigen, zerstören, … bitte erkennen Sie eine eskalative Wortwahl. Wo hört das auf?“
    Bei dem was Sie da auflisten und fälschlich für zivilen Ungehorsam halten. Bei besetzen wird es schon grenzwertig, der Rest ist destruktiv und hat mit zivilem Ungehorsam bestenfalls am Rande zu tun, und nur beim Beschmieren.
    ich bemühe mal Wikipedia: Durch einen symbolischen, aus Gewissensgründen vollzogenen, und damit bewussten Verstoß gegen rechtliche Normen zielt der handelnde Staatsbürger mit einem Akt zivilen Ungehorsams auf die Beseitigung einer Unrechtssituation und betont damit sein moralisches Recht auf Partizipation. … Demjenigen, der zivilen Ungehorsam übt, geht es damit um die Durchsetzung von Bürger- und Menschenrechten innerhalb der bestehenden Ordnung, nicht um Widerstand, der auf die Ablösung einer bestehenden Herrschaftsstruktur gerichtet ist. Die Methoden und Aktionsformen von zivilem Ungehorsam und Widerstand gleichen sich jedoch in vielen Fällen.

    Soweit man Nazis Moral unterstellen möchte kann man auch denen zivilen Ungehorsam zugestehen, an Bürger- und Menschenrechten ist diese Brut allerdings eher nicht interessiert.

    „Solche Grundtendenzen sind brandgefährlich, egal unter welcher Farbe.“
    Das ist schlicht Blödsinn. Ziviler Ungehorsam ist ein demokratisches Mittel. Und wenn das Strafrecht tangiert wird oder eine Ordnungswidrigkeit begangen wird, sind die rechtlichen Folgen zu tragen, das weiß jeder, der das praktiziert. Wie kommen Sie überhaupt auf dieses Stichwort? Und wieso kommen sie jetzt mit Putschversuchen aus den 30ern des letzten Jahrhunderts, wenn es um FfF geht? Das sind themenferne Kapriolen.

    „Demonstrieren Sie. Sagen Sie ihre Meinung. Aber eine Aufweichung der Ordnung (auch nur bei Schulschwänzen) setzt ein völlig falsches Signal. “
    Jaja, die Ordnung, oberstes Prinzip einer lebendigen Demokratie. Lachhaft. Durch das Schwänzen haben es die Kids geschafft, was alle Wissenschaftler der Welt, alle Parteien und NGOs nicht konnten. Sie haben das Thema in die Berichterstattung gehievt, ins Bewusstsein und den öffentlichen Disput. Und Sie kommen hier mit Aufweichen der Ordnung. Sorry, ich gönne Ihnen diese Meinung, aber ich teile sie nicht, sie belustigt eher.

    „Die (organisierte) „Bewegung“ hält nun schon mit ihren Rechtsbrüchen längere Zeit an und kein Offizieller (Schulleiter, Minister) traut sich, was dagegen zu tun, stellen sich karrieretechnisch an die Spitze der „Bewegung“. Da gehen bei mir die Warnlampen an. Das war schon öfters da.“
    Ich nehme mal an, dass diese Verantwortlichen ihre Reaktion abwägen und nicht nach dem Schema F Ihrer Wahrnehmung handeln, weil das handfest deppert wäre. Und bitte, sowas wie FfF war schon öfter da? Wie interessant! Wann und wo haben den Schüler sich bundes- und weltweit derart für die Zukunft der Menschheit engagiert? Erhellen Sie meine Verwunderung mit einem freundlichen Beispiel, bitte.

    „Geschichte wiederholt sich nicht, aber man sollte draus lernen. Ich versuche es wenigstens. Erst kämpfe ich um Recht und Demokratie. Wenn das aber nichts nützt, habe ich eine Fahrkarte – wie meine Vorfahren, die so die NS Zeit überlebt haben.“
    Nun, diese Wiederholung werden Sie bestimmt noch erklären – oder nicht? Aber bitte, vergleichen Sie die Kids nicht mit Nationalisten des letzten Jahrhunderts oder so, das wäre nicht mal mehr lächerlich.

    Was die Fahrkarte angeht: auf welchen Planeten möchten Sie denn? Und gibt es ein Ticket dahin? Oder denken sie etwa an Nordkorea, wo die Ordnung immer durchgesetzt wird, keiner protestiert und Schüler nicht mehr zu sagen haben als der Rest der Bevölkerung?

    Gönnen Sie mir ein sarkastisches: Weia!

  • Piedro

    |

    @joey
    „ich werde in ein Nachbarland gehen, wenn man hier die Demokratie abschafft und „die Straße“ regiert. Denn meine Heimat ist nicht nur die Landschaft hier, sondern auch Recht und Freiheit.“

    Holland wird’s eher nicht sein, da wird es in absehbarer Zeit recht feucht. Dänemark ist ehe Option, von der aus kann’s ja weiter gehen. In Frankreich würde sie wegen der Gelbwesten einen Zustand nach dem anderen Kriegen. Belgien, naja, ich weiß nicht, ob Sie sich da wohl fühlen würden. Polen – könnte klappen, aber naja… Wäre einen Versuch wert. Tschechien. Schönes Land, nette Leute, viel Spaß da. Österreich – da rate ich dringend von ab. Da gibt es auf FfF, und wenn es da um die Zerstörung von Landschaft und Lebensgrundlagen geht machen die den Deutschen richtig was vor, haben sie ja schon, ziviler Ungehorsam in den Donauauen, gegen das AKW, das erst fertig gebaut wurde, ehe es dann doch nicht angeworfen wurde, gewissen Wasserkraftverbauungen in Tirol und Kärnten – da können die richtig böse werden, diese heimatverbundenen, eher konservativen Österreicher. Wie stehen Sie eigentlich zu Wackersdorf? War das ein Fanal oder ging das noch, trotz Verstöße gegen die Ordnung?

    Die Flucht Ihrer Vorfahren vor den Nazis in diesen Kontext zu stellen ist zumindest geschmacklos. Ich vermute mal, dafür würden sie ein paar deftige Vorfahrenwatschen kassieren. Aber wenn sie auswandern wollen, wenn die Kids weiter die Schule schwänzen werden, (und das werden sie) und so „die Straße“ die Politik bestimmt und „die Ordnung“ den Bach runter geht, bitte sehr. Noch mal Rita Pavone. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

  • Piedro

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    @Biber
    „Wenn es Ihnen darum geht, eine Zeit, die Sie mit der NS-Zeit gleichsetzen oder zumindest in deren Nähe rücken, zu überleben, dann ist Österreich natürlich eine tolle Adresse – sowohl historisch als auch gegenwärtig.“
    Sie kennen das Land nicht besonders gut, gelle? Bei Widerbetätigung verstehen die gar keinen Spaß. Sowas wie NPD-Aufmärsche oder Gedenkparaden mit revisionistischen Sprüchen gibt es da nicht. Wenn da einer mit Hakenkreuztattoos auf der Glatze rumläuft sitzt er ein, und gleich wieder, wenn er das einen Monat später immer noch zur Schau stellt.

  • Alfred Schneider

    |

    Sommerpause! Na Bravo. Es geht denen also doch nur ums Schule schwänzen. Aber das war mir ja gleich klar.

  • Biber

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    @Piedro
    Doch, ich kenne das Land durchaus. Aber Sie scheinen unseren „joey“ nicht zu kennen, oder nicht mehr zu wissen, wovon hier überhaupt die Rede ist. Oder glauben Sie wirklich, „joey“ würde in Österreich mit „Hakenkreuztattoos auf der Glatze“ bei Nazi-Aufmärschen rumlaufen? Es geht doch darum, dass man in Österreich einige Jahrzehnte voraus ist, was die Etablierung rechter Politik einschließlich Regierungsbeteiligung entsprechender Parteien angeht. Auch wenn „wir“ in Deutschland wacker aufholen, scheint es einigen nicht schnell genug zu gehen, weswegen sie ans Auswandern denken.
    So weit zum aktuellen Bezug, den historischen werde ich jetzt nicht erklären.
    Dagegen werde ich mich von diesem Forum verabschieden, das Niveau ist inzwischen zum Teil (nicht bei allen,natürlich) indiskutabel, und dazu tragen Sie, lieber „Piedro“, nicht viel weniger bei als z.B. „joey“.
    Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

  • joey

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    für alle, die es noch nicht verstanden haben:
    es geht um die Rechtstaatliche Ordnung, die gerade die Demonstrierenden schützt. Alle. Für oder gegen „Klima“.
    Nicht jeder „Ungehorsam“ führt zu Faschismus. Aber organisierte längerfristige Strukturen, deren Standard Mittel darin besteht, Gesetze zu überschreiten, sind eine ernste Gefahr im Grundsatz. Eine Eskalation ist dann sogar wahrscheinlich, daß einige in Terrorismus abgleiten und andere Staatsfaschismus befürworten und eine Abschaffung unserer Gesellschaftsordnung still oder aktiv betreiben würden.

    Das Argument, auf das ich mich beziehe sind die Aussagen: „wenn wir in der Freizeit demonstrieren“, hört uns ja keiner und „Man muß die Menschheit zwingen“.

    Klassische Methoden des erfolgreichen Radikalismus: Eine ultimative Bedrohung publizieren, eine Heilslehre in schönen Farben entwickeln und eine charismatische Persönlichkeit.
    Die Nazis haben Bedrohungen skizziert, aber keine charismatische Persönlichkeit gefunden. (das kann ja noch kommen). Greta erfüllt viele dieser Anforderungen und hat einen Weltuntergang im Gepäck. Die Politik hat Angst und die Kirchen kriechen der Bewegung bei…
    Ich habe keine Angst, bin aber aufmerksam. Das sollten alle sein.

    Übrigens: in der Regel werden bei erfolgreichen „Bewegungen“ bald die Aktivisten „kaltgestellt“, denen es ehrlich um die Sache geht. Ehrliche Leute sind gefährlich für die Macht – und um die geht es irgendwie immer. Seid aufmerksam und schützt Eure Demokratie, welche eine friedliche Ordnung braucht.

  • Piedro

    |

    @joey
    „für alle, die es noch nicht verstanden haben:
    es geht um die Rechtstaatliche Ordnung, die gerade die Demonstrierenden schützt.“
    Aha, deshalb haben Sie Ihren Beitrag mit der Frage nach dem Sinn einer Sommerpause begonnen und gefragt wohin die Demonstranten in Urlaub fliegen. Ganz klar.

    Meiner Wahrnehmung nach geht es Ihnen darum FfF bei jeder Gelegenheit zu diskreditieren, ohne sich thematisch zu positionieren. Zum Drüberstreuen spielen Sie sich als Beschützer der Rechtsstaatlichkeit auf, was auch ganz trefflich davon ablenkt WAS die die Demonstranten transportieren, ganz gleich wie das langweilt.

    Obwohl das jetzt nicht langweilig war, sondern irgendwie lustig:
    „Aber organisierte längerfristige Strukturen, deren Standard Mittel darin besteht, Gesetze zu überschreiten, sind eine ernste Gefahr im Grundsatz. Eine Eskalation ist dann sogar wahrscheinlich, daß einige in Terrorismus abgleiten und andere Staatsfaschismus befürworten und eine Abschaffung unserer Gesellschaftsordnung still oder aktiv betreiben würden.“
    Das muss doch quietschen sowas zu schreiben. Arm in Arm mit Greta in den Faschismus. Herr joey, Sie parodieren sich selbst. Aber keine Sorge, wir werden schon aufpassen, dass Greta nicht die Macht ergreift. Und natürlich auch, dass Leute wie Sie die Kids nicht zu einer Gefahr für die Demokratie dämonisieren.

  • joey

    |

    @piedro
    Greta wird die Macht nicht ergreifen, sondern andere aus ihrem Hintergrund, wenn man sie läßt. Die windelweichen populistischen Reaktionen der Politik erschrecken mich. Man rechnet damit, daß die Radikalen irgendwann ersticken – das war schon mal ein verhängnisvoller Irrtum.

    Die aktuellen Forderungen der FfF halte ich für kindisch, widersprüchlich bzw. wirkungslos. Deren Meinungsfreiheit verteidige ich aber genauso wie meine. Gerade wenn ich nicht deren Meinung bin, halte ich friedliche Äußerungen für wertvoll. Einen systematischen Rechtsbruch sollten auch Sie als Piedro nicht tolerieren.

  • Piedro

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte mal etwas runterkommen.

  • Sebastian

    |

    Joey schrieb: „Die aktuellen Forderungen der FfF halte ich für kindisch, widersprüchlich bzw. wirkungslos. “
    Ja zumindest teilweise sind sie das. Auf dem einen Foto ist auf dem Front Transpi der Demo ganz groß die Forderung nach kostenlosem ÖPNV zu lesen. Wissen die eigentlich was die da fordern? Kann mir einer von denen erklären wie das funktonieren soll?
    Der RVV hatte schon 2013 Kosten von ca. 56 Mio EUR obwohl er nur Verwaltung macht. Da sind keine Busse oder Fahrer enthalten.
    Und schon damals konnten diese Kosten nicht durch die Ticketeinnahmen gedeckt werden.
    Auch die Subunternehmer die da letztlich fahren für den RVV haben Kosten. Die kämen noch dazu.
    Wie soll denn das kostenlos werden? Soll die öffentliche Hand das alles zahlen dann muss das Geld dafür ja auch wieder irgendwoher kommen…
    Fazit: kostenlosen ÖPNV gibt es ebensowenig wie perpetuum Mobiles!

    Wir haben damals mal durchgerechnet was es in etwa kosten würde den RVV fahrscheinlos zumachen in dem man von jedem der jetzt auch zahlen muss eine Pauschale erhebt. Wer bisjetzt nichts zahlt wurde ausgenommen.
    Wir haben da Werte ausgerechnet die weit unter de billigsten aktuell verfügbaren RVV Monatsticket liegen. Das waren zwischen 12 und 15 EUR pro Monat und Vollzahler, je nachdem ob wir mit oder ohne Subventionen gerechnet haben und da war nochen noch ein paar Millionen EUR Invenstitionspuffer mit einkalkuliert.
    Das scheitert derzeit nur daran, daß die aktuelle Steuergesetzgebung eine zweckgebundene Pauschalerhebung unmöglich macht und die Stadtpolitik und der RVV sich für innovative Prozesse bekanntlich nicht interessieren…

  • RW

    |

    @Sebastian:
    „Der RVV hatte schon 2013 Kosten von ca. 56 Mio EUR obwohl er nur Verwaltung macht. Da sind keine Busse oder Fahrer enthalten. Und schon damals konnten diese Kosten nicht durch die Ticketeinnahmen gedeckt werden. Auch die Subunternehmer die da letztlich fahren für den RVV haben Kosten. Die kämen noch dazu.“

    Ich glaube, Sie haben da was falsch verstanden (oder ich). Wenn ich das richtig verstehe, hat der RVV durch Fahrkartenverkäufe etc. im Jahr 2013 38,6 Mio € eingenommen [1] aber einen Fehlbetrag von 17,2 Mio €. Die 55,8 Mio € sind aber die Gesamtausgaben des RVV für Bus- und Bahnbetrieb und nicht die reinen Verwaltungsausgaben (das wäre ja absurd hoch).
    Wenn man diesen Betrag auf *alle* Bürger von Stadt und Landkreis Regensburg umlegen würde (ca. 350,000), wären das ca. 160 € pro Person und Jahr oder ca. 13 € pro Monat (was sich in etwa mit Ihren Zahlen decken würde, aber nur, wenn auch wirklich jedes Kleinkind den Betrag zahlt).

    Nicht einberechnet ist, dass für die vielen zusätzlichen Fahrgäste natürlich auch viel mehr Busse und Züge fahren müssten/könnten.

    (Ich persönlich halte von der Gesamtbevölkerung getragenen ÖPNV für sinnvoll – unabhängig davon, ob das auf die Bürger umgelegt wird oder von Stadt und Landkreis getragen wird.)

    [1] http://www.rvv.de/Leistungsdaten.n17.html

  • Piedro

    |

    @RW
    Die Annahme, ein Verkehrsunternehmen hätte über 50 Mio Verwaltungskosten (und das auch noch so hin zu nehmen) ist natürlich absurd. Aus der Aufstellung geht leider gerade nicht hervor wie hoch die Kosten für Verwaltung tatsächlich sind.

    Um zu berechnen, ob und wie weit der Nahverkehr kostenlos sein könnte, braucht man diese Kosten: die Kosten für das Erstellen und Vertreiben von Fahrscheinen in Verkaufsstellen und Automaten, das Betreiben und Warten dieser Automaten sowie das Forderungsmanagement bei Ansprüchen gegen Schwarzfahren, die Kosten für Kontrolleure. Familiär habe ich da einen kleinen Einblick aus dem letzten Jahrhundert: es gibt eine eigene Abteilung für das Verteilen der Fahrscheine, die Abrechnung mit den Verkaufsstellen, das Leeren und Verrechnen der Gelder aus den Automaten. Da kommt schon was zusammen, für Personal und Fahrzeuge, die Tickets selbst. Bei kostenlosen Fahrten fiele das schon mal komplett weg, die Kosten wären also geringer als der bisherige Aufwand. Ob der leistbar wäre oder nicht kann ohne diese Zahlen keiner sagen, und ich bezweifle, dass den Politikern, die das kategorisch ablehnen, diese Zahlen bekannt sind. Fest steht jedoch, dass ein Bezahlsystem gar nicht so wenig Geld kostet.

  • Sabine F.

    |

    „Die Mehrheit müsste ihren eigenen Lebensstil abwählen, sich quasi um 180 Grad wenden, nämlich plötzlich befürworten, was seit dem Zweiten Weltkrieg jede gesellschaftliche Modernisierung auszumerzen versucht hat: Genügsamkeit, Selbstbegrenzung, Entsagung. Also Suffizienz. Ein solches politisches Wunder dürfte unwahrscheinlicher sein als eine Begegnung mit dem leibhaftigen Osterhasen.“ https://taz.de/Nachhaltigkeit-und-Klimapolitik/!5609132&s/

  • joey

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    @Piedro
    Grüne und ÖDP sitzen sicher schon in den Verwaltungsräten und wissen sehr gut Bescheid bzw haben das Recht, Verwaltungskosten zu erfahren.
    Die Gehälter der Verwaltungsräte sind übrigens auch Verwaltungskosten…

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