SOZIALES SCHAUFENSTER

Neuer Vorstand der AfD-Jugend

Ein Trio für den extrem rechten Rand

Im März hat die AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) in Ostbayern einen neuen Vorstand gewählt. Das Trio hat keinerlei Abgrenzungsbedürfnis zur extremen Rechten – im Gegenteil.

Der neue Vorstand der JA Ostbayern: Lipski, Deutscher und Hill. Screenshot: Facebook

Die „Strukturen in den Bezirken Oberpfalz und Niederbayern (zu) erweitern“, „für den Erhalt der deutschen Kultur, Werte und Traditionen“ zu kämpfen und „die Bewegung ‚Deutschland retten‘ vorantreiben“ – so lauten drei Ziel des Vorstands der „Jungen Alternative Ostbayern“, der im März neu gewählt wurde. Mit dem neuen Führungstrio zeichnet sich eine weitere Radikalisierung der AfD-Jugendorganisation nach ganz rechts außen ab.

Thomas Deutscher – „Lanius vult“

Thomas Richard Deutscher aus Schwandorf wurde bereits 2016 als Beisitzer in die damals neu gegründete „Jungen Alternative für Deutschland in Ostbayern“ gewählt. Nachdem er dort 2018 erster stellvertretender Vorsitzender wurde, ist er seit 9. März 2019 gemeinsam mit Luis Hill Vorsitzender der JA Ostbayern. Neben seiner Aktivität bei der Jungen Alternative engagierte sich Deutscher in den letzten Jahren auch beim AfD Kreisverband (KV) Regensburg, wechselte allerdings mittlerweile zum KV Schwandorf-Cham und wurde dort im März 2019 zum Schatzmeister gewählt.

Schon seine offiziellen Auftritte im Rahmen von AfD-Veranstaltungen lassen keinen Zweifel an der politischen Einstellung Deutschers. Er ist dem „Flügel“, der extrem rechten Strömung um Björn Höcke innerhalb der AfD, zuzuordnen und hielt das Grußwort, als Höcke im Jahr 2018 in Lappersdorf einen Wahlkampfauftritt hatte.

Dass Deutscher ebenso keinerlei Bestreben hat, sich von extrem rechten Akteuren außerhalb der AfD abzugrenzen, zeigt sich an Fotos, die er nach einem Dultbesuch der Jungen Alternative auf Facebook veröffentlichte. Hier posiert er beispielsweise zusammen mit Kevin Sch. (damals noch Identitäre Bewegung Regensburg). Neben dem gemeinsamen Bierzeltbesuch vergnügten sich Deutscher und Sch. noch gemeinsam am Schießstand, was Deutscher auf Facebook mit den Hashtags #Deutschland und #Jagen kommentierte. Dass sie dabei nur einen Plüschflamingo und nicht den Flammenwerferpanzer der Wehrmacht gewannen, bedauert Deutscher in einem entsprechenden Kommentar. Wie ernst die Begeisterung der jungen Rechten für Waffen werden kann, zeigte sich im Oktober 2018 in Regensburg: Im Nachgang einer gescheiterten AfD-Kundgebung schoss Tim Ballschuh (AfD Sachsen-Anhalt) aus dem Auto mit einer Schreckschusspistole auf Gegendemonstrantinnen. Mit ihm im Auto saß Deutscher, der nach eigener Aussage das Fenster für den Schuss heruntergelassen hatte.

Auch außerhalb seiner Aktivitäten in der AfD betätigt sich Deutscher im extrem rechten Umfeld. Als Gitarrist war er Teil der Regensburger Death Metal Band „Slaughterer“, die in ihrem Online-Auftritt keinen Hehl um ihre politische Ideologie macht. Dort beschreibt sie sich selbst als „emerging force to join the fight against islam“ und als „brutally honest – militant – politically incorrect“. Das Cover des angekündigten Albums „Lanius vult“ (dt. „Der Schlächter will“) zeigt offen den Bezug zur Wehrmacht.

„Aeternum 18“ – „Auf ewig Adolf Hitler“. Album-Cover von Deutschers früherer Band „Slaughterer“.

Zentral dargestellt ist dort das Eiserne Kreuz und im oberen Teil sind Flugzeuge mit der Kennung der Wehrmacht abgebildet. Im unteren Teil des Bildes sind Panzer zu sehen, wobei der linke die Aufschrift „Aeternum 18“ (dt. „Auf ewig 18“) trägt. Die Zahlen wirken dabei auf den ersten Blick wie ein Teil der Panzer-Kette. So überlässt es die Band geschickt der Interpretation der Betrachter, ob auf dem Albumcover der Schriftzug „Auf ewig Adolf Hitler“ (18 ist Zahlencode für AH, Adolf Hitler) zu finden ist. Dass die Symbolik und das Auftreten der Band Spiegel der Einstellungen ihrer Mitglieder ist, zeigt unter anderem der Sänger und langjährige Bekannte von Deutscher, Stefan M.. Auf Facebook kommentierte dieser ein Foto des KZ Auschwitz mit dem „Refugee Welcome“-Symbol.

Auch Deutscher zeigt sich im Kontext der Band mit rechten Symbolen. Beispielsweise mit dem Eisernen Kreuz als Kette oder der „Kekistan“-Flagge im Hintergrund seines Zimmers. „Keg“ entstand auf der (meist menschenverachtenden) Online-Plattform 4chan als „satirische Religion“ und als Tummelbecken für die „Neue Rechte“. Die Flagge wurde schnell zum Symbol und Erkennungszeichen in den Kreisen der „Neuen Rechten“, sie wurde beispielsweise bei den Ausschreitungen in Charlottesville getragen. Der restliche Online-Auftritt Deutschers fügt sich gut in das gezeichnete Bild ein. Dort finden sich positive Bezüge zur Wehrmacht, zu völkischem Gedankengut und verschwörungstheoretischer Literatur der extremen Rechten.

UPDATE am 7. Mai. Von den Bandmitgliedern von Slaughterer haben wir zwischenzeitlich eine Stellungnahme erhalten, die wir hier ohne weiteren Kommentar veröffentlichen:

„Slaughterer trennte sich einvernehmlich im Sommer 2018, da die politischen Aktivitäten von Herrn Deutscher für die Band nicht mehr tragbar waren und bereits länger Differenzen über die politische Ausrichtung und Zukunft der Band bestanden. Des weiteren möchten wir klarstellen, dass es sich bei ‚Aeternum_018‘ um die Signatur des Künstlers und das Erscheinungsjahr handelt und nicht um eine versteckte politische Botschaft.“

UPDATE Ende

Luis Hill: „Merkels Taten – Deutschlands Leid“

Der bei Parsberg lebende Luis Hill ist mit seinen 18 Jahren mit Abstand das jüngste Mitglied im Vorstand der Jungen Alternative Ostbayern. Dass er innerhalb der JA dennoch durchaus ernst genommen wird, zeigt seine Wahl zum Vorsitzenden neben Thomas Deutscher. Im Jahr zuvor wurde Hill bereits zum Beisitzer der JA Ostbayern gewählt. Er scheint momentan der Aktivste innerhalb der Jungen Alternative Ostbayern zu sein, beispielsweise war er am 23. März und am 6. April an Infoständen und am 13. April an einer Infoveranstaltung in Neumarkt beteiligt. Hill agitiert auch gezielt gegen politische Gegnerinnen und Gegner. Unter anderem veröffentlichte er Fotos von Ordnern der Fridays for Future-Demonstration ohne deren Einwilligung, verbunden mit diskreditierenden Bemerkungen.

Luis Hill (re.) am Rande des Frühschoppens der „Jungen Alterative“ in München-Feldmoching Anfang Mai. Foto: Witzgall

Auch der Social Media Auftritt von Hill zeichnet ein eindrückliches Bild seiner politischen Ideologie. Dort zeigt er offen Begeisterung für das extrem rechte „Acardi Magazin“, Interesse für andere Akteure der extremen Rechten, wie zum Beispiel die Identitäre Bewegung, und ist Mitglied in Gruppen wie „Landfriedensbruch – Merkels Taten – Deutschlands Leid. Auch XY Einzelfall“. Ein strahlendes Instagram-Bild mit Michael Stürzenberger, unter anderem wegen Volksverhetzung vorbestrafter PEGIDA-Initiator aus München mit Nähe zur NPD, unterstreicht die politische Positionierung Hills.

Tobias Lipski:  an der Waffe ausgebildeter Burschenschafter

Der in Passau lebende Burschenschafter Tobias Lipski wurde am 9. März 2019 als Stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister in den Vorstand der JA Ostbayern gewählt. Die Position im Vorstand ist nicht nur Lipskis erste offizielle Funktion in der Jungen Alternative, es ist überhaupt das erste Mal, dass er offiziell als Funktionär auftritt.

Lipski ist auch an der „Campus Alternative“ in Passau beteiligt, dort aber zu keinem Zeitpunkt öffentlich aufgetreten. Neben der JA Ostbayern ist Lipski auch bei der Burschenschaft Markomannia Wien zu Deggendorf aktiv. Im Gegensatz zu vielen anderen Burschenschaftern scheint Lipski die Öffentlichkeit jedoch nicht zu scheuen. Für die Burschenschaft Markomannia Wien zu Deggendorf posiert er immer wieder auf Facebook – mal in Mensurkleidung, mal bei gemeinnützigen Aktivitäten wie einer Blutspende oder der Übergabe von Weihnachtsspenden für bedürftige Kinder.

Die sorgende und bürgernahe Inszenierung der Burschenschaft Markomannia trügt jedoch, denn es handelt sich bei ihr ganz im Gegenteil um eine deutsch-völkisch und extrem rechte Studentenverbindung. Die Markomannia ist nicht nur Mitglied der rechten „Deutschen Burschenschaft“, sondern auch der extrem rechten „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“. Einzelne Mitglieder der Markomannia besitzen darüber hinaus Kontakte, die von der AfD über die Identitäre Bewegung bis ins neonazistische Milieu reichen Auch das Gründungstreffen der Identitären Bewegung Niederbayern fand im Haus der Burschenschaft Markomannia statt.

Diese extrem rechten Einstellungen und Verstrickungen der Markomannia wurden auch der Campus Alternative Passau zum Verhängnis. Neben Tobias Lipski waren an deren Gründung 2017 auch der niederbayerische AfDler Andreas Meißner sowie Alexander Salomon, ehemaliger NPDler und ebenfalls Markomanne, beteiligt. Im Sommer 2018 wurde der Campus Alternative Passau ihre Akkreditierung als Hochschulgruppe entzogen, da sie gegen die Grundwerte der Universität verstoße. Insbesondere die den Holocaust relativierenden Posts von Meißner, sowie die Mitgliedschaften von Salomon und Lipski in der Burschenschaft Markomannia waren laut einer Stellungnahme des Passauer AfD-Landtagsabgeordneten Ralf Stadler dafür ausschlaggebend.

Tobias Lipski ist jedoch nicht nur Mitglied einer extrem rechten Burschenschaft, sondern bereits seit längerem in der Jungen Alternative aktiv. 2018 besuchte er beispielsweise eine JA-Demonstration in München. Vor seinem Studium in Passau studierte Lipski dort an der Bundeswehrhochschule und beteiligte sich an verschiedenen militärischen Aktivitäten, wie beispielsweise der „Marschgruppe” der Bundeswehrhochschule. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass mit Tobias Lipski ein extrem rechter, der neofaschistischen Identitären Bewegung nahestehender und bestens an der Waffe ausgebildeter Burschenschafter in den Vorstand der Jungen Alternative Ostbayern gewählt wurde.

Online-Gaming, Videos und Walhalla-Besuche

Im letzten Jahr war die Junge Alternative Ostbayern nur wenig aktiv. Mit dem neuen Vorstand ändert sich dies jedoch offensichtlich. Ganz gezielt sollen junge, vorwiegend männliche Menschen für die Inhalte der JA begeistert werden. Dafür wurden beispielsweise in Neumarkt bereits im April zwei Veranstaltungen abgehalten. Auf Social Media wird neben völkischem Rassismus auch immer wieder auf Themen wie Online-Gaming und Video-Streaming eingegangen, mit denen die JA wohl ihre primäre Zielgruppe ansprechen möchte. Für den 10. Mai hat man zu einem gemeinsamen Besuch auf der Walhalla geladen.

Mit den neu gewählten Vorstandsmitgliedern Deutscher, Hill und Lipski ist zu befürchten, dass sich auch die JA Ostbayern weiter radikalisiert. In anderen Bundesländern hat sich die AfD bereits offiziell von ihren Jugendverbänden getrennt, da diese vom Verfassungsschutz beobachtet werden – auch in Bayern gab es erst vor wenigen Monaten mehrere Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der Jungen Alternative.

Auf dem Bundeskongress der JA in Magdeburg im Februar 2019 posierte Luis Hill vor einem Transparent mit Reichskanzler Bismarck, eine offenkundige Anspielung auf den „Bismarck-Bund”, einer Vereinigung extrem rechter, junger AfD Mitglieder. Der Name ist angelehnt an die Jugendorganisation der antisemitischen und völkischen Deutschnationalen Volkspartei aus der Weimarer Republik. Der Bismarck-Bund fordert laut der AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber, dass nur wer „deutschen Blutes“ sei, auch deutscher Staatsbürger sein könne und vertritt damit eine offen rassistische sowie völkische Haltung. Dass eine solche Forderung bei den Funktionären der JA Ostbayern Anklang findet, erstaunt dabei nicht.

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Kommentare (47)

  • Mr. T.

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    Erschreckend, aber nicht verwunderlich! Die NSAfD marschiert stramm ganz nach rechts. Vor allem in Bayern. Die jüngsten Querelen in ihrer Landtagsfraktion haben dies ebenfalls gezeigt. Die „gemäßigten“ Rechtskonservativen in der Partei haben dort nichts mehr zu sagen. Andererseits ist das vielleicht gut so, damit auch der dümmste „Protestwähler“ endlich erkennt, dass es sich dabei um eine klar rechtsextreme Partei handelt, welche die Demokratie von innen heraus abschaffen will. Für Menschen mit Restanstand ist dieses Pack unwählbar.

  • georg Gutsche

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    Ich glaube zum Thema der Band Slaughtered hab ihr schlecht recherchiert. Das einzige was zu stimmen scheint, dass es diese Band gibt und sie aus Regensburg kommt. Es gibt weder eine Mitglied Namens Thomas in der Band noch dieses Album.

    Möglicherweise tut ihr eine band unrecht, die mit diesen drei Flachpfeifen nichts zu tun hat.

    https://www.metal-archives.com/bands/Slaughterer/3540379801
    https://slaughterer.bandcamp.com

  • Joachim Datko

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    Die Veranstaltung in Lappersdorf mit dem Gymnasiallehrer für Geschichte Höcke war ok!

    Zitat: „Schon seine offiziellen Auftritte im Rahmen von AfD-Veranstaltungen lassen keinen Zweifel an der politischen Einstellung Deutschers. Er ist dem „Flügel“, der extrem rechten Strömung um Björn Höcke innerhalb der AfD, zuzuordnen und hielt das Grußwort, als Höcke im Jahr 2018 in Lappersdorf einen Wahlkampfauftritt hatte.“

    Höcke hat mit seiner Interpretation des Zeitgeistes weitestgehend recht. Die Veranstaltung war sachlich und mit über 400 Besuchern sehr gut besucht.

    Ich bin der AfD dankbar, dass sie prominente Spitzenpolitiker wie den Gymnasiallehrer Höcke, Prof. Meuthen, Frau Dr. Weidel und Herrn Boehringer (Autor von: „Holt unser Gold heim“) im Regensburger Umfeld präsentiert.

    Joachim Datko – Ingenieur, Physiker

  • Piedro

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    @Joachim Datko
    „Die Veranstaltung in Lappersdorf mit dem Gymnasiallehrer für Geschichte Höcke war ok!“ „Die Veranstaltung war sachlich und mit über 400 Besuchern sehr gut besucht.“

    Aber sicher doch. Die Presse, die über Meuthens Vogelschiss-Sager berichtet hat, ist eine Hetzmeute. Sehr sachlich. Dann die putzige Aufzählung derer die kein Recht hätten die Alternative für Dumme zu kritisieren, zB jene die „unsere Sozialsysteme zur Plünderung freigeben“, und jene die es zulassen, dass „unsere Töchter und Frauen angemacht, vergewaltigt und getötet werden“… Bla Bla. Völlig in Ordnung? Na dann herzlichen Glückwunsch, Herr Philosoph. Schwafeln Sie ruhig weiter, Höcke ist ein Hetzer, und er hat auch in Ihrem Beisein gehetzt, es hat Sie nur nicht gestört. Das sagt mehr über Sie als über Höcke.

    Auch sehr erhellend das Gefasel von dem Volk, das wieder mündig gemacht werden soll, natürlich von der Alternative für Dumme, und DANN brauchen wir den Islam nicht mehr zu fürchten. Fürchten Sie den Islam, Herr Philosoph? Dann ist das natürlich völlig in Ordnung, aber noch lange nicht sachlich, sondern immer noch Deppenpropaganda. „Sie wollen uns die Heimat nehmen!“ „Sie wollen uns zur Minderheit im eigenen Land machen!“ Da spricht er Ihnen aus der Seele, Herr Philosoph? Ach ja, und niemals werden sie die illegalen Migranten integrieren. Bla bla. Heimatrecht. Blubber. „Auch wir Deutschen sind Menschen.“ Aha aha aha, da da da. „Das Grundgesetz ist keine Verfassung, das wissen wir.“ Schwurbel. „Auflösungspolitik, die unser Volk, unsere Kultur und unsere Nation angeht…“ Ta Tööö, Ta Tööö, Ta Tööö! „Es gibt keine moralische Verpflichtung „unseren“ über Jahrhunderte erarbeiteten Wohlstand mit allen Menschen dieser Welt zu teilen.“ Rumtata. Es gibt nur eine moralische Verpflichtung: den ererbten und gemehrten Wohlstand des geordneten Landes an die Kinder weiter zu geben. „Und sonst gar nichts.“ Supi, endlich wird Moral überschaubar! Wenigstens für Leute wie Sie, Herr Philosoph, da erübrigt sich doch gleich das philosophieren, gelle? Dann dieser theatralische Ausspracheversuch des Wortes „Reh-fuh-gees“, wie sachlich! Wie erheiternd! Wie erhellend! Zum Schluss eine rassistische Betrachtung der Bevölkerungentwicklung der „kultur geprägt“ sehr „wanderungswilligen“ Afrikaner. Jaja, Flucht vor Krieg, Umweltzerstörung und autokratischen Folterern sind eine kulturelle Prägung. Oder meint der Herr Gymnasiallehrer die Tatsache, dass die Menschheit von Afrika aus in die ganze Welt „gewandert“ ist? Nicht wichtig, aber wir werden ein „Kernschmelze historischen Ausmaßes“ erleben, wenn die Alternative für Dumme Deutschland und Europa in eine temporäre Festung verwandeln? Warum nur temporär? Das bleibt unbeantwortet. Vielleicht, weil es nach einer denkbaren Endlösung keine Festung mehr braucht? Und dann nimmt der Herr Gymnasiallehrer auch noch Kant ins Maul. „Wage zu wissen.“ Das müssen die Deutschen lernen, jaja. Also höret und schauet und wisset, wie „sachlich“ und wie „in Ordnung“ die Rede dieses Hetzers tatsächlich war.

    Hier der Auftritt: https://www.youtube.com/watch?v=9cfKkRYprTk

    Abschließend wurde verkündet, man habe „nicht nur für unser heiliges Deutschland“ gebetet, sondern auch für Herrn Höcke. Da geht einem doch wirklich das Herz auf! Wir leben im heiligen Land! Herr Philosoph, ist das nicht allerliebst? Wie lange ist es her, seit Deutschland zuletzt heilig war? Rechne… 1945! Na, dann wird’s wohl mal wieder Zeit, gelle? Möge Wotan die Gebete erhören und diese Recken alsbald in Walhalla begrüßen, auf das sie sich bis in alle Ewigkeit das Resthirn im Met ertränken können!

    Sie werden wohl auf diese Gnade verzichten müssen, Herr Philosoph, als einfacher Propagandaknecht hat man zwischen den Helden vom Format eines Höcke nix verloren. Zum Trost ein wenig germano-bejuvarisch-alemanisches, europäisches Kulturgut, ein wenig international, aber bestimmt hinreichend völkisch:
    https://www.youtube.com/watch?v=Zz70j_3wGqI
    Wenn für Ihren Geschmack zu viel Zeitgeist einfließt nehmen Sie das:
    https://www.youtube.com/watch?v=dJerTBGlzRU

    Hollaladühiii, Herr Philosoph.

  • Joachim Datko

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    Kommentar gelöscht. Lassen Sie das Getrolle!

  • Luis Hill

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    Tobias Lipski ist kein Schatzmeister. Es gibt 4 Vorstandsmitglieder 🤫

  • Oberbayer

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    @ Piedro. Die vernünftigen Aussagen in Ihrem Kommentar haben Sie mit „Anführungszeichen“ markiert :-) Der restliche Wortschwall ist anstrengend zu lesen und erinnert an Kommunikation im Kindergarten.
    Ich bin kein Wähler der AFD, aber mit Ihren Aussagen hat diese Großteils leider recht. Übrigens sind diese Aussagen repräsentativ für den Großteil der deutschen Bürger, die zur politischen Mitte zu zählen sind. Diese Aussagen wurden vor ungefähr 10-20 Jahren auch noch vom Großteil der politischen Parteien, die zur „Mitte“ zu rechnen sind, getätigt. Weil in den letzten Jahren durch Medien und Parteien eine extreme Verschiebung der „Mitte“ hin zu irgendwelchen seltsamen Randpositionen statt gefunden hat und alles was mit Herkunft, Heimat und Werten zu tun hat als verdächtig gebrandmarkt wird, findet ein offener Diskurs bestimmter Themen leider nicht öffentlich statt.
    Wenn man sich beispielsweise mit dem Kommunisten Ernst Thälmann oder den Geschwistern Scholl beschäftigt wird man feststellen, dass diese ihre Heimat und Ihr Volk liebten. Ihre Aussagen würden heute leider sofort als rechtsextrem etc. betitelt werden.
    Wer mit sich selbst im Reinen ist und seine Heimat liebt, wird auch allen anderen Menschen wünschen, dass diese in Frieden und Wohlstand in ihrer Heimat leben können. In diesem Sinne, Frieden und Freiheit für Deutschland und die ganze Welt :-)

  • Anti-Zensur Maurer

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    Kommentar gelöscht. Kein Getrolle.

  • Piedro

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    @Oberbayer
    Aber sicher doch. Die Presse ist eine Hetzmeute, Afrikaner sind kulturbedingt wanderungsfreudig, die einzige Moral besteht in der Weitergabe von Wohlstand, gegen Volk, Kultur und Nation wird eine Auflösungspolitik betrieben, um Deutsche zur Minderheit im eigenen Land zu machen (Umvolkung), um ihm die Heimat zu nehmen, das Grundgesetz ist keine Verfassung. Sie mögen das für Vernünftig halten, aber es stimmt nicht, dass solche Aussagen seit Jahrzehnten aus der politischen Mitte kommt, das ist schlich Schwachsinn. Oder verorten Sie die NPD in der Mitte?
    Dass so was die Meinung einer Mehrheit darstellt lässt sich leicht widerlegen, aber bitte, verdeutlichen Sie dich erst welche „seltsamen Randpositionen“ Sie meinen. Das Bekenntnis zum Grundgesetz als Verfassung Deutschlands? Die Feststellung, dass Migration Ursachen hat und keinesfalls „kulturbedingt“ der Bevölkerung eines ganzes Kontinents immanent ist? Dass es ohne AfD keine zukunftsfähige Erkenntnis gibt? Ich bin sehr gespannt was Sie für die Meinung der Mehrheit halten und wie sie belegen, das Politiker (der Mitte) derartiges schon vor Jahrzehnten propagierten. Ein paar Zitate werden sich da doch wohl finden lassen um diese Behauptung zu untermauern? Oder nicht?

    Dann die ach so beliebte Behauptung es würde etwas nicht diskutiert, würde von dem Medien verschwiegen. Einmal mehr die Nachfrage: welche Themen sollen denn das sein, die in der Gesellschaft nicht diskutiert und von der Presse unterdrückt werden? Vielleicht gibt es ja von Ihnen eine Antwort, das wäre ein Novum.

    Und wer will nicht, dass man in diesem Land in Frieden und Wohlstand leben kann? Die Parteien? Die Presse? Alle links der AfD? Sind nur die anderen mit sich selbst im Reinen und können daher solch hehren Wahrheiten verkünden? Die anderen sind verblendet? Links-grün versifft?

    Tut mir leid, wenn mein Beitrag sie überfordert hat, weil er so schwer zu lesen war. Ihr Beitrag unterfordert mich leider, da er sich auf Behauptungen beschränkt, die mir persönlich albern erscheinen. Aber ich lasse mich gern überzeugen, nicht durch solche Behauptungen, aber durch Belege, durch Beispiele. Für Propaganda, Stimmungsmache und Behauptungen bin ich nicht so empfänglich.

    Frieden und Freiheit wird mit Hetzern á la AfD nicht geben, Herr Oberbayer, weder für Deutschland, noch für die Welt. Rechtspopulisten pflegen eine andere Agenda.

  • Mr. T.

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    Wenn die Afrikaner nicht kulturbedingt wanderungsfreudig gewesen wären, wäre Europa (und der Rest der Welt) noch unbesiedelt!
    Das hätte uns zumindest deren so degenerierte Nachfahren wie Bernd Höcke et al. erspart :-)
    Und dass der Afrikaner gerne wandert und schnackselt hat Otto Waalkes schon vor 40 Jahren gewusst. Da gab’s doch den Witz mit den Johannesburger Wandervögeln, die so gerne wandern und vögeln, oder? Wahrscheinlich ein Quell der politischen Bildung von Höcke und ID G.
    Hoffentlich hat der Blödsinn wenigstens niemand überfordert.

  • Regensburgerin

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    @ Oberbayer
    Wenn Sie schon Geschwister Scholl zu Vergleich ziehen, dann bitte mit den Richtigen vergleichen. Sie haben die Heimat von Nazi-Faschisten-Rechten geschützt und nicht umgekehrt.
    Die Politik hat verschlafen, dass solche Menschen, die da oben abgebildet sind, rechtzeitig gestoppt werden. Ob es absichtlich war?
    Man darf nichts verbieten, Demokratie ist dann die Begründung. Aber vor 5 Jahren wären solche öffentliche Aussagen und Hetze gegen Ausländer/Migranten/Muslime noch strafbar.

  • Piedro

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    @Regensburgerin
    Der Oberbayer hat ja festgestellt, dass es in letzter Zeit „eine extreme Verschiebung der „Mitte“ hin zu irgendwelchen seltsamen Randpositionen“ gab. Das stimmt schon, allerdings unter anderen Vorzeichen als er setzen wollte.

  • Ex Regensburger

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    Das Cover dieser zum Glück nicht erschienenen Platte: Prädikat GRAUENVOLL und offensichtliche Verherrlichung einer (Hitler)Truppe, die Millionen auf dem Gewissen hat und das Deutsche Reich in den Untergang getrieben hat – was befremdlicherweise einigen reizvoll erscheint.
    Und – was war daran besser als jetzt z.B. der ISLAMISCHE STAAT und seine Untaten?
    Und ich frage mich immer, was an dem Loser Adolf Hitler immer noch attraktiv sein soll. Aber so tickt der Mensch, Hauptsache irgendjemand macht etwas Auffälliges und Extremes, ist egal was. Er wird immer „Follower“ haben, diese Extremisten kann man ganz undifferenziert in einem Atemzug nennen: Hitler, Stalin, Pol Pot, Mao Tse tung, IS und wie sie alle heissen. Vordergründig menschenfreundliches ideologisches Geplapper und letztendlich: ALLES KILLER und MENSCHENSCHLÄCHTER.

    Die AFD kann man nun wirklich nicht wählen, solange sie am rechten Rand mit Nazi-Gedankengut liebäugelt.

  • Giesinger

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    „Für den 10. Mai hat man zu einem gemeinsamen Besuch auf der Walhalla geladen.“
    —–
    Was macht man da, den schönen Ausblick genießen? Ist ja sonst voll öde, wie auch die Befreiungshalle.

    Achtung JA’ler/Nazi-Liebäugler, dort drinnen ist seit einigen Jahren auch eine Büste von Sophie Scholl!
    Solltet ihr nicht lieber nach Nürnberg auf’s Zeppelienfeld fahren?

  • Giesinger

    |

    Im Übrigen @Piedro, haben Sie mit Ihrem Link unfreiwillig Werbung für die Lappersdorfer Rede von Höcke gemacht.
    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, danach zu suchen.
    Nun habe ich sie mir (wegen Ihnen) angehört. Verbotene Hymnen etwa, habe ich nicht gefunden. Den Inhalt der Ansprache hätte man wohl auch auf 15 Minuten zusammenkürzen können.
    Ich kann den Höcke auch nicht ausstehen, finde aber nichts so sehr Schlimmes an dieser Rede.
    Schlimmes finde ich eher an seinen unterwürfigen BewundererInnen (z.B. die Dame mit dem Geschenkkorb).

  • Giesinger

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    „Zeppelinfeld“

  • Mr. T.

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    Ex-Regensburger fragt, was manche an so einer Ideologie oder so einem Führer reizt? Da sind einmal die (An-)Führer und Vordenker, wie Kalbitz, Höcke, Gauland und v. Storch et al. Die reizt auch die Macht und ihre Vorstellung, das Blut- und Boden-Volk vor anderen zu schützen und zur Weltherrschaft zu bringen. Die wollen es nur besser machen als der dumme Onkel Adi, der wohl irgendwie etwas zu wenig Fleisch gegessen und Bier getrunken hat. Dann ist da das fremdenfeindliche Fußvolk, das hofft, dass ihre Vorstellungen eines reindeutschen Bevölkerungsgefüges hergestellt wird und da ist dann noch ein ganzer Haufen Stimmvolk, das im aktuellen System versagt hat oder sich zumindest abgehängt fühlt und keine Perspektiven sieht, es selbst zu schaffen, wenigstens Schritt zu halten. Solche Leute hoffen auf eine Art Umsturz, das irgendetwas passiert, wodurch die Karten neu gemischt werden und sie dann mit Glück vielleicht auch mal bei denen dabei sind, die profitieren, wenn sie dann den richtigen hinterherlaufen. Das ist natürlich dumm, da sie in einem weniger demokratischen und sozialen System wohl noch eher zu den Verlieren zählen als in diesem.

  • Piedro

    |

    @Tom
    „Würden Sie einen Havard-Professor als politische Mitte zulassen?“
    Sicher. Genau wie einen Gymnasiallehrer. Wenn er dort zu verorten ist, nicht, wenn er wie Herr Höcke rassistische Parolen absondert und gegen das Grundgesetz hetzt.

    Ob dieser Herr ein Prof ist weiß ich nicht, aber was hat er denn in den paar Sekunden überhaupt gesagt?

    „Interessant wird es ab 0:26“
    Vorher sagte er, der Erfolg der Rechtspopulisten beruhe darauf, dass viele Menschen wirtschaftlich abgehängt sind – oder sich so fühlen. Das halten Sie nicht für interessant? Ist es aber. Auf diesem Gefühl bauen die Populisten auf und benennen Schuldige, Flüchtlinge, Ausländer, EU… Egal wie deppert die Aussage ist, viele greifen das auf und glauben.

    Dann kommt die Aussage eine „monoethnische“ in eine „multiethnische“ zu verwandeln sei ein Experiment. Seit wann ist denn D-Land monoethnisch? Das Deutsche Reich wurde gegründet, als verschiedene Stämme zusammen geführt wurden, von den Friesen über die Sachsen, die Bayern zu den Alemanen. Damals gehörten alle einer anderen Ethnie an. Hat aber ganz gut funktioniert. Bei Gründung der Bundesrepublik lebten hier nicht nur teutonische Deutsche, es waren viele Polen dabei, Russen und Menschen anderer Nationen/Völker. Sie sehen eine Bedrohung darin, dass an der Demokratie nicht nur blutreine Deutschländer beteiligt sind? Dann erklären Sie das mal bitte. Sind andere Ethnien weniger demokratiefähig? Abgesehen davon: „Das kann klappen, das wird natürlich auch klappen.“ Also was? Es kommt zu Verwerfungen, klar, vor allem durch Hetzer und Nationalromantiker á la AfD, und ihren Mitläufern, die jede Parole fressen und verbreiten, wenn sie nur das richtige Feindbild bedient. Und drittens: das Internet macht es leichter Hass zu verbreiten und erleichtert den Extremisten sich zu organsieren. Völlig richtig. Es hat aber auch den Vorteil, dass man den Hetzern aufs Maul schauen kann, es findet nicht mehr nur in irgendwelchen Hinterzimmern statt. Und man kann sich darüber austauschen. Ihren Austausch verstehe ich allerdings nicht: diese Aussagen stützen nicht mal im Ansatz das Geschwurbel von Höcke und Konsorten. Kein Wort von Umvolkung, von wegen „dann“ brauchen wir den Islam nicht mehr fürchten und was er sonst noch abgesondert hat. Nichts von dem was der mutmaßliche Prof sagte widerspricht mir.

  • Piedro

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    @Giesinger
    Das war keine Werbung, das war ein Einblick in die Wirklichkeit. Im Netz findet sich fast alles im O-Ton. Sie halten es nicht für schlimm wenn jemand faselt, alle afrikanischen Völker wären kulturbedingt wanderungsfreudig und würden sich deshalb auf den Weg nach Europa machen? Nun, zumindest ist es tatsachenfern. Die meisten Völker Afrikas sind keine Nomaden, und selbst die bleiben in einem begrenzten Raum. Die meisten Völker Afrikas sind stationär, wie alle anderen auch, bis sie durch eine Not getrieben werden. Diese Not ist der Grund für Migration, keine wie immer zu verortende Veranlagung. Was ich sonst noch „schlimm“ fand habe ich geschrieben. Es steht Ihnen natürlich frei das anders zu sehen. Oder die Nummer mit den Hetzern, die den Meuthe-Sager kritisierten. Die Hetzer von der Tagesschau, der Welt, der FAZ… Die Lügenpresse halt… Und was die Moral angeht: finden Sie auch es gäbe nichts moralisches außer der Weitergabe von Wohlstand? Glaube ich nicht, Herr Giesinger, dafür habe ich schon zu viel von Ihnen gelesen. Ganz zum Schluss, beim heiligen Deutschland, sollte sich jeder Demokrat erbrechen. Deutschland mag vieles sein, viel gutes, viel schlechtes, aber heilig erklären das nur ewig gestrige Volldeppen und hirntote Mitläufer, die sich damit selbst heiligen wollen.

  • Armin Schöffmann

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    @Giesinger
    Sophie Scholl? Alles „Zeitgeist“…

  • Adrian

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    @ Piedro Ausfuerungen zur Gruendung der BRD sind nicht nachvollziehbar.
    Wie viele Polen und Russen lebten auf den Gebiet der BRD 1949?
    Bitte um eine Quelle.

  • Günther Herzig

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    @Mr.T.5. Beitrag vom 05.05.2019 um 16:46
    Ich hoffe, sie erlauben mir einen Rat zu geben. Vermeiden Sie Formalbeleidigungen. Sollten Sie Schwierigkeiten bekommen, biete ich Ihnen Hilfe an, falls Sie Hilfe benötigen.

  • auch_ein_regensburger

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    Und diese Knallchargen wollen also „Deutschland retten“? Eine seltsame, ganz eigene Mischung aus Dummheit und Arroganz, die die Herrenmenschen 2.0 gerne vor sich hertragen.

  • Piedro

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    @Adrian
    „Wie viele Polen und Russen lebten auf den Gebiet der BRD 1949?
    Bitte um eine Quelle.“
    Wo soll ich denn nachschauen? In den Kaiserlichen Archiven? Und in den SS-Archiven, wie viele Polen und Russen nach D-Land verschleppt wurden? Und das mit den digitalen Akten der Einwohnermeldeämter von 49 vergleichen?

    Vielleicht hilft es Ihnen zu wissen, dass hunderttausende Ende des 19. Jh ins Ruhrgebiet eingewandert sind. Was meinen Sie warum so viele Namen auf -ski enden? Irgendeine Idee? Weitere hunderttausende wurden von den Nazis ins Reich verschleppt, als Zwangsarbeiter oder wegen ihrer Gene, viele sind geblieben, oft weil sie gar keine Möglichkeit hatten in ihre Heimat zurück zu kehren. Auch in Ostpreussen und Schlesien lebten viele Polen, und von denen sind viele gen Westen geflohen als sich die Rote Arme näherte. Und auch in anderen Teilen Deutschlands haben sich Polen und Russen angesiedelt, das war seinerzeit nicht so ungewöhnlich wie Sie zu glauben scheinen.

    Wenn Sie unbedingt Zahlen und Quellen brauchen um eine geschichtliche Tatsache, die meiner Meinung nach zur Allgemeinbildung gehört, nachvollziehen zu können: in den 1880er Jahren arbeiteten 1,2 Mio Ausländer im Kaiserreich, es wurden mehr, als Zwangsarbeiter „eingeführt“ wurden. Die Zuwanderung in Folge des Ersten Weltkriegs war „millionenfach“. In Folge der russischen Revolution siedelten sich viele Russen im Deutschen Reich an, Zentrum der russischem Migration war Berlin. Die Zahl der verschleppten Zwangsarbeiter liegt zwischen 10 und 12 Milionen. Nach dem Krieg wurden sie als „displaced persons“ in der Bundesrepublik ansässig.

    Um es mit Kreisky zu sagen: Lernen’s Geschichte, der Herr.
    Da können Sie anfangen: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration-ALT/56355/migration-1871-1950

  • Piedro

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    @Armin Schöffmann
    Die Geschwister Scholl würden dem Höcke für die Füße speien. Alle NS-Widerständler würden das tun.

  • Mr. T.

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    Günther Herzig, meinen Sie das mit dem „dümmsten Protestwähler“? Das sehe ich jetzt ohne juristischen Hintergrund nicht so. Ich schreibe ja nicht, dass jeder Protestwähler dumm ist, sondern, dass es auch für den dümmsten all dieser Protestwähler klar ersichtlich ist, wohin sich die NSAfD bewegt. Wenn ich jetzt sagen würde,: „Auch der dümmste der Kandidaten für die Fields-Medaille kann die Kreiszahl Pi auf viele Kommastellen aufsagen“ ist dies doch auch für keinen der Gemeinten beleidigend, oder?
    Oder hab ich meine Formalbeleidigung gar nicht erkannt?

  • R.G.

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    @Piedro
    Ich habe gehört, es soll Menschen geben, deren namen auf die nvic, ic, -ski, tki oder -tko endet, und die sich dennoch als gegen Ausländer gerichtete Reindeutsche inszenieren.

    Wie kann man mit solchen umgehen?
    Sie auf ein Bier einladen, damit sie besser vergessen können?

  • onki

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    Für viele Normal-Ottos klingen die Höckes dieser Welt in ihren Reden völlig unverfänglich und in ihren Kernaussagen doch ganz „OK“…
    Der schroffe unverhohlene Rassissmus alter Tage ist in der Gegenwart lange nicht als solcher zur erkennen. Das was früher klar ausgesprochen Rassenkonzept, Rassenhierarchie, Rassenkrieg und Rassenhygiene betitelt und thematisiert wurde, kommt heutzutage gerne durchs rethorische Hintertürchen daher…z.B. ganz elegant und pseudowissenschaftlich als Ehtnoplurarismus. Das klingt sauber, das kann schön in allen Gesellschaftsschichten verbreitet werden, ohne gleich als böser „Rassist“ gebrandmarkt zu werden. Rassisten (und zwar stets im Endstadium) sind nämlich immer nur die ganz anderen… ein antiquiertes Bild etwa das des peitschenschwingenden Sklaven-Farm-Betreibers.
    Rassismus fordert letztendlich jedoch immer eine Endkonsequenz – eine Handlungsanweisung.
    Es bleibt im Endeffekt nie beim bloßen Deklarieren.
    Dem Deklarieren folgt das Priorisieren/Selektieren, diesem das Hierarchisieren von Rassen und in der Endkonsequenz die Rassenhyiene (Trennung/Säuberung/Deportation).

    Nur weil das Deklarieren und „man wird doch wohl noch sagen dürfen“ heute eleganter im Deckmäntelchen von statten geht (sich somit eigentlich ganz „OK“ anhört), werden die Konsequenzen jeglicher Rassentheorie stets die gleichen bleiben und niederste Instinkte ansprechen.

  • joey

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    @Piedro
    die meisten sowjetischen DPs wurden gemäß Vertrag Jalta in die Sowjetunion repatriiert, ebenso weitere Staatsbürger von sozialistisch besetzten Staaten (Rumänien, Ungarn,,,). Das bedeutete in der Regel weitere Zwangsarbeit (üblicher Segen des Sozialismus) bis hin zu Folterungen und Tod. Einige konnten sich retten: mit falschen Angaben, Sprung von Lastwagen oder dergleichen. Einige haben sogar SS Uniformen geklaut/getauscht, um dadurch Deutsche zu werden. Weiterhin gab es tatsächliche SS Truppen sowjetischer Herkunft, die durch Vernichtung der deutschen Unterlagen gerettet werden konnten.

  • Günther Herzig

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    @Mr.T.
    Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich den Eindruck erweckt habe mich aufzudrängen. Rufen Sie mich an, wenn Sie wollen, ohne dass dabei für Sie irgendeine Verpflichtung ausgelöst werden kann. Über das Forum und damit völlig offen auch für die, gegen die ich helfen möchte, werde ich nichts erklären. Und sollte ein Kontakt zustande kommen, hätte ich auch nicht das Recht darüber zu reden.
    Dienstag: ab 13.00 Uhr bis unendlich: 09468 865. Und ich müsste zurückrufen können, um zu erfahren, ob der Anruf von Ihnen kommt oder nur von einem, der hier gerade mitliest.
    mit freundlichen Grüßen

  • Oberbayer

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    @ Piedro
    //Aber sicher doch. Die Presse ist eine Hetzmeute, Afrikaner sind kulturbedingt wanderungsfreudig, die einzige Moral besteht in der Weitergabe von Wohlstand, gegen Volk, Kultur und Nation wird eine Auflösungspolitik betrieben, um Deutsche zur Minderheit im eigenen Land zu machen (Umvolkung), um ihm die Heimat zu nehmen, das Grundgesetz ist keine Verfassung. Sie mögen das für Vernünftig halten, aber es stimmt nicht, dass solche Aussagen seit Jahrzehnten aus der politischen Mitte kommt, das ist schlich Schwachsinn. Oder verorten Sie die NPD in der Mitte?//

    Antwort: Als politisch interessierter Mensch sollte man zumindest über diese Dinge Bescheid wissen, man kann trotzdem anderer Meinung sein. All diese Dinge konnte man alleine durch das aufmerksame Verfolgen der Mainstream-Presse in den letzten Jahrzehnten feststellen, dafür braucht es nicht einmal unabhängige Quellen. Deshalb finde ich es sehr mühsam, offensichtliche Dinge zu erklären, aber ich will Ihren Vorwurf natürlich nicht auf mir sitzen lassen und nehme mir die Zeit Ihnen Belege zu liefern. Da sich viele dieser Erscheinungen vor allem in den letzten Jahren extrem zugespitzt haben, wurden diese früher von vielen Menschen nicht wahrgenommen. Die Menschen, die damals bereits vor diesen Dingen gewarnt haben, wurden medial und/oder beruflich angegriffen, wie dies aktuell bei folgenden Menschen zu sehen ist: Frau Wagenknecht, Herr Naidoo, Herr Lafontaine, Handballer Stefan Kretzschmar, Herr Maaßen etc. Diese werden medial zerrissen und Ihnen wird beruflich/existentiell geschadet, nur weil bestimmte Themen angesprochen/hinterfragt werden.
    Man muß mit diesen Menschen auch nicht einer Meinung sein, es geht darum, dass sofort eine mediale Hexenjagd beginnt, wenn sich jemand kritisch gegenüber dem herrschenden System oder einem aktuell forcierten Gesellschafts- oder Menschenbild äußert. Dafür reicht berechtigte Kritik am aktuell herrschenden System (innen- oder außenpolitisch, wirtschaftlich etc.). Niemand von diesen Menschen hat etwas auch nur ansatzweise „Schlimmes“ gesagt, über das nicht sachlich diskutiert werden könnte ohne Empörungsinszenierung.
    Hier nun wie angekündigt ein paar leicht zu findende Zitate über die „politische Mitte“:

    „Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden“, sagte Helmut Schmidt in einem Interview. Als Mittel gegen die Überalterung komme Zuwanderung nicht in Frage. „Die Zuwanderung von Menschen aus dem Osten Anatoliens oder aus Schwarzafrika löst das Problem nicht, schaffte nur ein zusätzliches dickes Problem.“
    Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) 11.06.2005, FOCUS

    „Wer randaliert, fliegt raus, und wer kein Deutsch kann, kommt gar nicht erst rein.“ — Edmund Stoiber Politischer Aschermittwoch, Passau 2006, Spiegel-online

    „Wir wollen, dass die christlich-abendländische Kultur die Leitkultur bleibt, und nicht aufgeht in einem Mischmasch.“ —Edmund Stoiber Süddeutsche Zeitung 23. Oktober 2000

    „Eine multikulturelle Gesellschaft führt zu gesellschaftlichen Disharmonien, Egoismus bis hin zum Gruppenhaß.“Dr. Friedhelm Farthmann, Ex-Fraktionsvorsitzender der SPD im Düsseldorfer Landtag, Frankfurter Rundschau vom 16.4.1992

    Hessens Ministerpräsident Koch fordert härteres Vorgehen gegen kriminelle Ausländer. Er sprach von „multi-kultureller Verblendung“.
    „Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer“, sagte Roland Koch (CDU). Focus 28.12.2007

    Heinz Kühn (SPD), Bundestagsabgeordneter:
    „Unsere Möglichkeiten, Ausländer aufzunehmen sind erschöpft.“
    „Übersteigt der Ausländeranteil die Zehn-Prozent-Marke, wird jedes Volk rebellisch.“ Quick, 15.1.1981

    „Die Grenze der Belastbarkeit ist überschritten. Die Situation hat sich dramatisch zugespitzt. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, stehen wir vor der Gefahr einer tiefgehenden Vertrauenskrise gegenüber unserem demokratischen Staat, ja – ich sage es mit Bedacht -, eines Staatsnotstandes. Die Menschen erwarten von uns schnelle Lösungen, und zwar Lösungen, die greifen, die dem Missbrauch des Asylrechts wirksam einen Riegel vorschieben.“ Helmut Kohl (CDU), damals Bundeskanzler und Parteichef, am 26. Oktober 1992 in einer Rede auf dem CDU-Parteitag.

    Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: Raus, und zwar schnell. Gerhard Schröder. 1997

    //Dass so was die Meinung einer Mehrheit darstellt lässt sich leicht widerlegen, aber bitte, verdeutlichen Sie dich erst welche „seltsamen Randpositionen“ Sie meinen. Das Bekenntnis zum Grundgesetz als Verfassung Deutschlands? Die Feststellung, dass Migration Ursachen hat und keinesfalls „kulturbedingt“ der Bevölkerung eines ganzes Kontinents immanent ist? Dass es ohne AfD keine zukunftsfähige Erkenntnis gibt? Ich bin sehr gespannt was Sie für die Meinung der Mehrheit halten und wie sie belegen, das Politiker (der Mitte) derartiges schon vor Jahrzehnten propagierten. Ein paar Zitate werden sich da doch wohl finden lassen um diese Behauptung zu untermauern? Oder nicht?//

    Ich habe durch Sportverein, Studium, verschiedene Arbeitsplätze und diverse Auslandsreisen Kontakt mit sehr vielen Menschen aus verschiedenen Altersgruppen, Kulturen und politischen Positionen gehabt. Unabhängig davon hatten ein Großteil der Menschen ein relativ ähnliches Weltbild.
    Dieses war sehr weit entfernt von folgenden „seltsamen Randpositionen“ (früher belächelt, jetzt immer noch belächelt, aber nur noch heimlich, öffentliche Kritik an diesen führt wieder zum Nazi-Vorwurf:
    Gender-Mainstreaming (staatlich verordnet, vom Großteil der Bevölkerung nicht gewünscht, weil irrelevant für ihr Leben). Sinnlose Gendersternchen und Toiletten für ein 3. Geschlecht, Mädchen sollen im Kindergarten keine Kleider mehr tragen, Jungs werden angehalten mit Puppen zu spielen. Stattdessen werden massenhaft sexistische und frauenfendliche Werbung in Medien, Musik, Kultur etc. toleriert.
    Familie: Glorifizierung von nicht traditionellen Familienmodellen.
    Verehrung der EU: Die EU steht für Massentierhaltung, Gentechnik, industrielle Landwirtschaft etc. Kritik an der EU ist allerdings schon rechtspopulistisch.
    Hass auf die eigene Herkunft, den Wunsch alles was mit Deutschtum oder Tradition (die nicht per se in allen Aspekten positiv zu sehen ist) zu tun hat, zu vernichten. Das Fremde höherwertiger als das Eigene zu betrachten.

    //Dann die ach so beliebte Behauptung es würde etwas nicht diskutiert, würde von dem Medien verschwiegen. Einmal mehr die Nachfrage: welche Themen sollen denn das sein, die in der Gesellschaft nicht diskutiert und von der Presse unterdrückt werden? Vielleicht gibt es ja von Ihnen eine Antwort, das wäre ein Novum.//

    Antwort: Beliebte Behauptung weil wahr. z.B. Ausländerkriminalität (Zeitungen sollen beispielsweise nicht über Herkunft und Aussehen von Ausländischen Tätern berichten). Beleg:
    Bislang (bis ca. 2017) hieß es im Pressekodex in Richtlinie 12.1, Berichterstattung über Straftaten: „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“
    Aktuelle Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten: In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

    Andere Themen die beispielsweise medial nicht bzw. nicht kritisch diskutiert werden: Gesundheitliche Risiken von Mobilfunk z.B. 5 G
    Beteiligung von deutschen Konzernen an der Abholzung des Regenwaldes.
    Börsenspekulation auf Nahrungsmittel und Zerstörung lokaler Märkte in Entwicklungsländern durch subventionierte Ware aus der westlichen Welt.
    Einseitige Berichterstattung über die Ukraine, Russland, Venezuela.
    Immer mehr Überwachung (z.B. Fingerabdrücke im Ausweis, Kennzeichen-Überwachung auf Autobahnen) etc.

    Viele Menschen, die sich immer traditionell „links“ gesehen haben und eine „typisch linke“ Biographie aufweisen (z.B. Anti-Atomkraftdemonstrationen, Friedensbewegung, oftmals Mitglieder der Partei Die Grünen) werden heute zu Nazis gemacht, nur weil sie sich beispielsweise für das traditionelle Familienbild aussprechen, die Nato-Hörigkeit der Bundesregierung ablehnen, der Meinung sind, dass Politiker ihre Interessen nicht mehr Vertreten sondern nur die Interessen von Konzernen und Lobbyisten etc.

    Viele Menschen fallen leider auf die Spaltungsversuche der Herrschenden herein. Dann wird fleissig links gegen rechts, alt gegen jung, Arbeiter gegen Arbeitslose, Dieselfahrer gegen Elektroautobefürworter, Nichtraucher gegen Raucher, Impfbefürworter gegen Impfskeptiker, Organspendenwoller gegen Organbehaltenwoller, arm gegen reich, Deutsche gegen Ausländer etc. ausgespielt. Hier kommen wieder die Medien ins Spiel, die nicht darüber berichten, wie das Ganze inszeniert und befeuert wird und von wem. Außer Sie halten Krieg und Hunger für Ziele, die ein Großteil der Menscheit befürwortet.

    So kommen wir zur Afd, die auch nur ein Spielstein/Ablenkunsmanöver in dem Ganzen ist (eine Hoffnung für diejenigen, deren konservative Meinung nicht mehr politisch repräsentiert wird). Es werden zwar die krankhaften Zustände benannt, die Faktoren, die dies ermöglichen und verschärfen nicht. Ich zitiere die („linke“) Band „Ton, Steine, Scherben“: „Wer das Geld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, hat das Recht“.

    //Und wer will nicht, dass man in diesem Land in Frieden und Wohlstand leben kann? Die Parteien? Die Presse? Alle links der AfD? Sind nur die anderen mit sich selbst im Reinen und können daher solch hehren Wahrheiten verkünden? Die anderen sind verblendet? Links-grün versifft?//

    Antwort: Es muß wohl genügend Leute oder Leute mit genügend Einfluß geben, die keinen Frieden und keinen allgemeinen Wohlstand wollen, sonst hätten wir diesen doch schon längst. Leider ist der Großteil der Menschen verblendet. Oder empfinden sie es als erstrebenswert, wie beispielsweise die Menschen ihre Natur nicht mehr wahrnehmen, ständig auf ihr Handy schauen, dabei von Autos überfahren werden oder im Geltungswahn beim Selfie-machen von Klippen in den Tod stürzen. Verblendetheit ist auch keine Sache des Parteibuchs.

    //Tut mir leid, wenn mein Beitrag sie überfordert hat, weil er so schwer zu lesen war. Ihr Beitrag unterfordert mich leider, da er sich auf Behauptungen beschränkt, die mir persönlich albern erscheinen. Aber ich lasse mich gern überzeugen, nicht durch solche Behauptungen, aber durch Belege, durch Beispiele. Für Propaganda, Stimmungsmache und Behauptungen bin ich nicht so empfänglich.//

    Antwort: Es ist sehr anstrengend wenn man grundlegende gesellschaftliche Verhältnisse, die einem kritisch-denkenden Menschen zugänglich sein sollten erst erklären muß, bevor man überhaupt diskutieren kann. Man kann durchaus anderer Meinung sein, aber erkennen sollte man diese Zustände schon.

  • Piedro

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    @Oberbayer
    Zunächst mal werfe ich Ihnen nichts vor. Das will ich nicht und das stünde mir nicht zu. Ihren ersten verstehe ich ehrlich gesagt nicht, aber ich schätze es sehr, dass sie hier einen sachlichen Disput führen.

    Die von Ihnen angesprochene Empörungskultur finde ich auch völlig überzogen, aber ich sehe nicht, dass da gleich eine mediale Hetzjagd einsetzt. Der Jammerlappen Naidoo ist ein gutes Beispiel. Mich persönlich interessiert dieser Barde nicht im mindesten, dennoch habe ich zur Kenntnis genommen, dass er sich der Reichsbürgerszene zuwandte. Wie er sagte aus Interesse, aber die Sympathiebekundungen waren klar. Sicher darf er solches Gesülze verbreiten, wie alle anderen auch, aber dann gibt es halt Gegenwind. Dann wird in den Medien berichtet was es damit auf sich hat. Völlig in Ordnung.

    Diese Empörungskultur hat im Windschatten der neuen Rechten zugenommen, es werden Gräben ausgehoben um die „Seiten“ voneinander zu trennen, und ihre Kritik trifft den undemokratischen Kern dieser Entwicklung. Ich sehe da allerdings auch das Unvermögen oder den Unwillen gesellschaftliche Probleme sachlich auf den Punkt zu bringen und zu lösen. Feindbilder zu bedienen ist da immer leichter. Und dann steckt dahinter natürlich die Dogmatik. Ich habe nichts für Dogmatiker über, ob sie als Priester daher kommen, als Revolutionäre oder als Politheuchler. Die sind aber weniger das Problem, brisanter sind jene, die den Parolen folgen und sie verinnerlichen ohne an Fakten oder Gegenargumenten überhaupt interessiert zu sein. Und dass alle, die sich gegen den gesellschaftlichen Mainstream aussprechen unter Druck stehen ist nicht neu. Ich erinnere mich noch gut an Zeiten, als die Körnerfresser beschimpft und lächerlich gemacht wurden, weil sie im Bioladen eingekauft haben, heute haben alle Supermärkte Biosortimente und Bioketten verdrängen die Läden der einstigen Enthusiasten mit Niedriglohnteilzeitknechten und Knebelverträgen für Erzeuger, ausbeuterischen Importketten etc.

    Ihre Medienkritik ist berechtigt, allerdings überzogen, da pauschal. Es findet viel Kritik statt, auch Systemkritik, auch Kritik an Politikern. Die Pegida-Gröhler sind nicht die einzigen, die Frau Merkel für eine Lusche halten, die Linken sind nicht die einzigen, die Frau Nahles für eine Konzernhure halten. Und die Vorgestrigen sind nicht die einzigen, die was mit den Begriffen Heimat und Brauchtum anfangen können. Oder den Begriff Freiheit so verstehen, dass auch die andere Seite Anspruch auf Freiheit hat.

    Die aktuelle Situation stellt sich so dar, dass oft der Anschein erweckt wird, die eigene Freiheit könne nur erhalten bleiben wenn sie anderen abgesprochen wird. Diese Matschbirnendenke ist gerade in der AfD weit verbreitet. Aber hier gehören auch Brücken gebaut, weil Kritik am Salafismus durchaus berechtigt ist, aber nicht in einem Islamverbot und ähnlichem Faschogefasel ausarten darf.

    Ich stetze mich recht gern zwischen die Stühle, aber der Propaganda eines Höcke werde ich mich niemals annähern. Mag ja sein, dass der latente Faschismus seines Gefasels nicht erkannt wird, bitte, aber harmlos ist das nicht, auch nicht in der von mir eingestellten Rede.

    Ich erkenne, dass wir beide gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Und das freut mich. Wir könnten vorzüglich streiten, im besten Sinn des Wortes. Ich sag’s auch mal mir Rio Reiser: Wenn der Nacht am tiefsten ist der Tag am nächsten. Egal ob manche lieber umnachtet bleiben mögen. Von rechts ist allerdings kein Licht zu erwarten, die Alternative für Dumme scheitert bereits. Noch ein paar Jahre und diese Schaumschläger haben den gesellschaftlichen Stellenwert von Pegida, die bereits zu hunderttausenden durch die Städte marschieren wollte. Wie sich die meisten Pegidasympathisanten inzwischen von diesem Rassistenpack abgewendet haben wird man sich auch von der AfD distanzieren, die Deppenalternative demontiert sich ja bereits selbst. Deshalb ist es wichtig immer auf den Punkt zu zeigen wo es demokratisch und menschlich knackt. Ein Blick nach Österreich ist da recht hilfreich. Keinem wertkonservativen kann es gefallen, was die derzeitige Regierung verzapft, da helfen auch die populistischen Floskeln nicht. Sie demontieren den Zusammenhalt im Land im Eiltempo, und im Vorbeigehen werden Pressefreiheit und Wertigkeit der eigenen Bürger fraglich. So langsam geht den Menschen auch ein Licht auf, dass sie bei diesen Populisten auch nur Mittel zum Zweck sind.

    Oberbayer, wir leben in interessanten Zeiten. ;)

  • Piedro

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    @R.G.
    „I haaß Kolaric, du haaßt Kolaric – warum sogn´s zu dir Tschusch?“
    Ein angeheirateter Großvater von mir war als „Halbjude“ bei der SS.
    Ein guter Freund von mir, Pensionist, regte sich mal fürchterlich über den Sager eines grünen Pflanzers auf und meinte bei den Namen könnte sie mit Österreich eh nix zu tun haben. Seine Lebensgefährtin, Redakteurin bei der „Presse“, bog sich vor lachen. Sie haben beide slawische Namen.

    Menschen sind seltsame Viecher, gelle?

  • Giesinger

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    Danke @Oberbayer, auch für Ihren vorherigen Beitrag!

  • Ronald McDonald

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    @ Redaktion

    „… im unteren Teil des Bildes sind Panzer zu sehen, wobei der linke die Aufschrift ‚Aeternum 18‘ (dt. ‚Auf ewig 18‘) trägt“.
    Ein Klick auf das redaktionell eingesetzte Bild [„naziverherrlichendes Machwerk“ wäre der blog-redaktionsgemäße richtige Ausdruck gewesen!] zeigt jedoch die Aufschrift „Aeternum _018“ und darüber (als Divisionszeichen) einen Dreizack.
    Was nun?
    Wie soll der (blogmäßig stramme Anti-Nazi-) Betrachter diesen redaktionell hineingeheimnisten Nazi-Code ausdeuten?
    Etwa „Auf ewig doch (=_) keinen (=0) Adolf (=1) Hitler (=8)“?
    Handelt es sich hier um eine kryptische Bildkundgabe zum Thema „Widerstand im Heer“ = „Es lebe das hlg. Deutschland“ eines Herrn Stauffenberg und dessen Tatgenossen in der Panzerwaffe der Wehrmacht?
    Den „Dreizack“ trug die 2. Panzerdivision der Wehrmacht während der Abwehrkämpfe in der Normandie und in den Ardennen.
    Was soll dies signalisieren: Invasion der Westalliierten keine Befreiung, sondern eine abwehrwürdige Aggression aufs Reichsgebiet?
    Oder, schon die „alten Römer“ waren Nazis, weil der Divisions-Dreizack sich von der „fuscina tridens“ der Retiarii herleitet?
    Nun, wie auch immer – jedenfalls haben die abfotografierten „Drei von der AfD“ keinen politischen Humor.
    Wenn die beiden Herren in der Mitte und rechts ihre Hände nicht friedhofsmäßig vor ihr Gemächt gehalten, sondern als „Merkel-Raute“ gefaltet hätten – das wäre dann schon einen Asbach Uralt wert gewesen.

  • Oberbayer

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    @ Piedro.
    //Zunächst mal werfe ich Ihnen nichts vor. Das will ich nicht und das stünde mir nicht zu. Ihren ersten verstehe ich ehrlich gesagt nicht, aber ich schätze es sehr, dass sie hier einen sachlichen Disput führen.//

    Antwort:
    Wenn ich Sie an Ihre Aussagen aus dem letzten Kommentar erinnern darf, lese ich aus ihren Aussagen durchaus den Vorwurf heraus ich würde Dinge behaupten, die es in Wirklichkeit gar nicht gäbe und die nicht belegbar wären.
    //“…aber es stimmt nicht, dass solche Aussagen seit Jahrzehnten aus der politischen Mitte kommt, das ist schlich Schwachsinn. Oder verorten Sie die NPD in der Mitte?“
    „Ich bin sehr gespannt was Sie für die Meinung der Mehrheit halten und wie sie belegen, das Politiker (der Mitte) derartiges schon vor Jahrzehnten propagierten. Ein paar Zitate werden sich da doch wohl finden lassen um diese Behauptung zu untermauern? Oder nicht?“
    „Dann die ach so beliebte Behauptung es würde etwas nicht diskutiert, würde von dem Medien verschwiegen. Einmal mehr die Nachfrage: welche Themen sollen denn das sein, die in der Gesellschaft nicht diskutiert und von der Presse unterdrückt werden? Vielleicht gibt es ja von Ihnen eine Antwort, das wäre ein Novum.“//

    Da die Dinge, die ich erläutert habe für jemanden, der sich ohne Scheuklappen kritisch mit politischen, medialen und gesellschaftlichen Entwicklungen befasst relativ offensichtlich sind, empfinde ich es als mühsam diese Dinge zu definieren, um eine Diskussionsgrundlage herzustellen. Wie gesagt, man kann anderer Meinung sein und andere Ziele und Wünsche haben, trotzdem sollte man sich auch offen gegenüber herrschenden Zuständen zeigen.

    //Die von Ihnen angesprochene Empörungskultur finde ich auch völlig überzogen, aber ich sehe nicht, dass da gleich eine mediale Hetzjagd einsetzt. Der Jammerlappen Naidoo ist ein gutes Beispiel. Mich persönlich interessiert dieser Barde nicht im mindesten, dennoch habe ich zur Kenntnis genommen, dass er sich der Reichsbürgerszene zuwandte. Wie er sagte aus Interesse, aber die Sympathiebekundungen waren klar. Sicher darf er solches Gesülze verbreiten, wie alle anderen auch, aber dann gibt es halt Gegenwind. Dann wird in den Medien berichtet was es damit auf sich hat. Völlig in Ordnung.//

    Antwort: Dann sollten Sie vielleicht etwas genauer hinsehen ;-)
    Ich finde nicht, dass Herr Naidoo ein Jammerlappen ist, auch wenn ich seine Musik nicht mag. Er hat seine Meinung und den Mut diese zu vertreten. Ich erwähne erneut, dass man nicht seiner Meinung sein muß, aber wenn man sich ein Urteil bilden möchte, sich zumindest damit auseinandersetzen sollte.
    Dadurch bin ich beispielsweise auf folgende Dinge aufmerksam geworden, über die man zumindest kritisch nachdenken kann:
    20 US-amerikanische Atombomben lagern im rheinland-pfälzischen Büchel, obwohl ein Großteil der Deutschen dies nicht möchte. vgl. „Junge Welt“ 24.04.2019, die sich selbst als linke Tageszeitung betitelt. „Kein Bock auf Bomben. Mehrheit der Deutschen für Abzug der Atomwaffen aus Büchel.“
    Bundesfinanzminister 1989-1998 Theo Waigel (CSU) auf dem Schlesier-Treffen 1989 in Hannover: „Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 08. Mai 1945 ist das deutsche Reich nicht untergegangen. Es gibt keinen völkerrechtlich wirksamen Akt, durch den die östlichen Teile des deutschen Reiches von diesem abgetrennt worden sind. Unser politisches Ziel bleibt die Herstellung der staatlichen Einheit des deutschen Volkes in freier Selbstbestimmung.“ https://www.youtube.com/watch?v=_vgVJR-QEYc
    Aber dies ist ja nicht Hauptthema dieser Diskussion. Schon wäre es, wenn die Medien „neutral“ berichten würden, dies sehe ich jedoch nicht, wie bereits in meinem vorherigen Beitrag aufgezeigt.

    //Diese Empörungskultur hat im Windschatten der neuen Rechten zugenommen, es werden Gräben ausgehoben um die „Seiten“ voneinander zu trennen, und ihre Kritik trifft den undemokratischen Kern dieser Entwicklung. Ich sehe da allerdings auch das Unvermögen oder den Unwillen gesellschaftliche Probleme sachlich auf den Punkt zu bringen und zu lösen. Feindbilder zu bedienen ist da immer leichter. Und dann steckt dahinter natürlich die Dogmatik. Ich habe nichts für Dogmatiker über, ob sie als Priester daher kommen, als Revolutionäre oder als Politheuchler.//

    Antwort: Das haben Sie sehr gut erkannt :-) Dogmen findet man übrigens hauptsächlich in der Kirche (jedweder Religion) und in der Politik (jedweder couleur). Da kann man nur hoffen, dass diese Gruppen nicht zuviel Einfluß haben ;-)

    //Die sind aber weniger das Problem, brisanter sind jene, die den Parolen folgen und sie verinnerlichen ohne an Fakten oder Gegenargumenten überhaupt interessiert zu sein. Und dass alle, die sich gegen den gesellschaftlichen Mainstream aussprechen unter Druck stehen ist nicht neu. Ich erinnere mich noch gut an Zeiten, als die Körnerfresser beschimpft und lächerlich gemacht wurden, weil sie im Bioladen eingekauft haben, heute haben alle Supermärkte Biosortimente und Bioketten verdrängen die Läden der einstigen Enthusiasten mit Niedriglohnteilzeitknechten und Knebelverträgen für Erzeuger, ausbeuterischen Importketten etc.//

    Antwort: Es werden menschliche „Schwächen“ wie Neid, Mißgunst, Egoismus, etc. bedient, um die bestehenden Machtverhältnisse zu festigen. Wie man in der Geschichte sehen kann, werden oftmals bei innenpolitischen Schwierigkeiten einfach außenpolitische Schwierigkeiten kreiert, um davon abzulenken.
    Das Bio-Thema ist ein gutes Beispiel. Sowohl in der Vergangenheit und heute immer noch wird doch versucht die „Bio-Branche“ schlecht zu machen, weil die Bio-Branche unbequem für die mächtigen Lebensmittelkonzerne und deren Lobby ist und deren Absatz an Billig-Fraß gefährdet. Auch hier sind die Medien wieder federführend und linientreu. Ich erinnere mich an Schlagzeilen wie: „Bio ist auch nicht besser“ und sonstige Versuche diese Lebensweise zu diskreditieren. Auch dies ist wieder ein Thema, über das die Presse nicht objektiv berichtet. Im Bio-Bereich konnte man lange Zeit den Nazi-Vorwurf (der in Deutschland sehr wirksame Vorwurf, egal ob gerechtfertigt oder nicht, um alternative Ideen zu bekämpfen, weil mit „Nazis“ spricht man nicht und muß sich deshalb nicht mit deren Positionen auseinandersetzen) aufgrund der offensichtlich „links“ eingestellten Käufer schwer verwenden. Allerdings wird auch hier immer mehr der Vorwurf laut, Menschen die regional und saisonal einkaufen möchten wären irgendwie Nazis, Menschen, die sich autark selbstversorgen möchten werden zu sogenannten „Reichsbürgern“ abgestempelt.
    Sie nennen die Anfänge der Bio-Bewegung Enthusiasten, ich auch. Diesen Menschen bringe ich eine große Hochachtung entgegen. Auch diese Menschen mußten sich gegen die herrschende Mainstreammeinung und deren Angriffe behaupten. Der Mainstream versucht diese Leute heutzutage wieder zu schädigen, wirft Ihnen vermehrt globalisierungskritische Tendenzen, antimodernistische und reaktionäre Leitmotive vor, also wieder bißchen Nazi-Vorwurf.

    //Ihre Medienkritik ist berechtigt, allerdings überzogen, da pauschal. Es findet viel Kritik statt, auch Systemkritik, auch Kritik an Politikern. Die Pegida-Gröhler sind nicht die einzigen, die Frau Merkel für eine Lusche halten, die Linken sind nicht die einzigen, die Frau Nahles für eine Konzernhure halten. Und die Vorgestrigen sind nicht die einzigen, die was mit den Begriffen Heimat und Brauchtum anfangen können. Oder den Begriff Freiheit so verstehen, dass auch die andere Seite Anspruch auf Freiheit hat.//

    Antwort: Aus meiner Sicht weder überzogen, noch pauschal. In den Mainstreammedien findet keine ernsthafte Kritik, weder an etablierten Politikern, noch Systemkritik statt. Die Sendungen wirken alle, als würden Sie direkt aus den Parteizentralen gesendet. Vielleicht liegt es daran, dass die Politiker der etablierten Parteien in den Aufsichtsräten der Verlage und Fernsehsender sitzen. Wirkliche Kritik (deren Meinung man nicht automatisch teilen muß) kommt ausnahmslos von unabhängigen Medien oder von „extrem rechten oder linken“ Formaten.

    //Die aktuelle Situation stellt sich so dar, dass oft der Anschein erweckt wird, die eigene Freiheit könne nur erhalten bleiben wenn sie anderen abgesprochen wird. Diese Matschbirnendenke ist gerade in der AfD weit verbreitet. Aber hier gehören auch Brücken gebaut, weil Kritik am Salafismus durchaus berechtigt ist, aber nicht in einem Islamverbot und ähnlichem Faschogefasel ausarten darf.
    Ich stetze mich recht gern zwischen die Stühle, aber der Propaganda eines Höcke werde ich mich niemals annähern. Mag ja sein, dass der latente Faschismus seines Gefasels nicht erkannt wird, bitte, aber harmlos ist das nicht, auch nicht in der von mir eingestellten Rede.//

    Antwort: Ja, es wird unbegrenzter Konsum als Weg zum Glücklichsein propagiert, bei eingeschränkten Ressourcen. Dass in diesem Falle nicht genug für Alle da sein kann führt zu Konkurrenzdenken und Verteilungskämpfen.
    Diese Denkweise ist leider nicht nur bei der Afd stark verbreitet, sondern bei ALLEN Parteien gleichermaßen, äußert sich halt nur anders und jeder denkt er sei moralisch überlegen. Gerade der Wunsch die Freiheiten anderer einzuschränken findet sich auch sehr stark bei den „Grünen“ und den „Linken“. Ich hoffe, dass ich diesmal keine Beispiele bringen muß und sie wissen welche Themen dies beispielsweise sind.

    //Ich erkenne, dass wir beide gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Und das freut mich. Wir könnten vorzüglich streiten, im besten Sinn des Wortes. Ich sag’s auch mal mir Rio Reiser: Wenn der Nacht am tiefsten ist der Tag am nächsten. Egal ob manche lieber umnachtet bleiben mögen. Von rechts ist allerdings kein Licht zu erwarten, die Alternative für Dumme scheitert bereits. Noch ein paar Jahre und diese Schaumschläger haben den gesellschaftlichen Stellenwert von Pegida, die bereits zu hunderttausenden durch die Städte marschieren wollte. Wie sich die meisten Pegidasympathisanten inzwischen von diesem Rassistenpack abgewendet haben wird man sich auch von der AfD distanzieren, die Deppenalternative demontiert sich ja bereits selbst. Deshalb ist es wichtig immer auf den Punkt zu zeigen wo es demokratisch und menschlich knackt. Ein Blick nach Österreich ist da recht hilfreich. Keinem wertkonservativen kann es gefallen, was die derzeitige Regierung verzapft, da helfen auch die populistischen Floskeln nicht. Sie demontieren den Zusammenhalt im Land im Eiltempo, und im Vorbeigehen werden Pressefreiheit und Wertigkeit der eigenen Bürger fraglich. So langsam geht den Menschen auch ein Licht auf, dass sie bei diesen Populisten auch nur Mittel zum Zweck sind.//

    Antwort: Ich habe grundsätzlich eigentlich keine Lust mehr mich zu streiten, deswegen schreibe ich auch so gut wie nie Leserkommentare (bei kritischen Themen ist die Kommentarfunktion bei den etablierten Medien sowieso immer deaktiviert oder wenn doch mal möglich werden kritische Kommentare sehr schnell wegzensiert). Lieber würde ich eine positive Zukunft erschaffen, in der alle Menschen genug zum Leben haben und glücklich sein können. Dies kann allerdings nur geschehen, wenn die Menschen erkennen, dass sie erst ihre eigenen negativen Eigenschaften bearbeiten sollten. Dann werden sie so stark und gesund werden, dass sie nicht mehr manipuliert werden können.
    Ja, ich bin auch der Meinung, dass die Regierung in Österreich alles andere als patriotisch und „national“ ist, auch wenn sie sich nach außen teilweise so präsentiert. Hier gibt es durchaus Parallelen zur AfD, die Menschen, welche wirklich um Alternativen bemüht sind oder ernsthaft „national“ eingestellt sind, versucht aus ihren Reihen zu entfernen. Die Menschen sind bei allen etablierten Parteien nur Mittel zum Zweck. Sonst müßte es ja längst allen Menschen gut gehen, jede Partei verspricht dies im Wahlkampf doch immer und war schon oft genug in Regierungsverantwortung und hätte die Möglichkeit dazu gehabt. Oder haben die Parteien gar nicht die Macht dazu??
    Ich habe bei Pegida übrigens keine Rassisten entdecken können. Deren Hauptforderung war doch in etwa so: Asyl für Kriegsflüchtlinge ja, aber nicht für Wirtschaftsflüchtlinge.
    Die meisten bei Pegida könnte man genauso auf einer „linken“ oder Gewerkschaftsdemonstration finden. Wenn Sie sich mit diesen Menschen unterhalten würden, würden Sie wahrscheinlich erstaunt feststellen, dass die Ansichten sich im Grundsätzlichen nicht so sehr unterscheiden.
    Zum Thema Rassismusvorwurf, der mittlerweile auch inflationär gebraucht wird:
    Denken man sei die Herrenrasse und mehr wert als andere Untermenschen und hätte dadurch das Recht diese zu vernichten und sich deren Lebensraum anzueignen empfinde ich klar als rassistisch.
    Fachkräfte aus ärmeren Ländern abzuwerben, damit deren Wirtschaft zu schwächen und sie in Konkurrenz zu den eigenen Arbeitskräften zu setzen, um möglichst günstige Löhne zahlen zu können, empfinde ich als rassistisch, auch wenn dies „menschlicher“ verpackt wird. Ebenfalls rassistisch, wenn Arbeiter unter unmenschlichen Bedingungen in Afrika giftige Rohstoffe für die westliche Handy-/Computerindustrie fördern müssen oder die menschenunwürdigen Zustände bei der Erzeugung von Textilien in Asien für hippe westliche Modemarken. In den Führungsriegen dieser Konzerne sitzen doch die wirklichen Rassisten bzw. Menschenfeinde. Dagegen sollte demonstriert werden anstatt gegen die AfD, die lediglich Symptome benennt, aber nicht die Ursache für diese Problematik ist. Auch Amerika mit seinen Destabilisierungsversuchen und Kriegen auf der ganzen Welt, die erst zu vielen Fluchtbewegungen führen oder deutsche Waffenexporte wären gute Demonstrationsgründe. Aber nein, lieber demonstriert man gegen „Nazis“.
    Was meiner Meinung übrigens völlig legitim ist, ist die Forderung, dass Deutschland das Land der Deutschen ist, dort hauptsächlich Deutsche wohnen sollen und man keine fremden kulturellen Einflüsse möchte. Mir persönlich gefällt eine deutsch-geprägte Gesellschaft übrigens besser als eine „bunte“, man könnte sagen, mir wirds hier langsam zu bunt. Die Deutschen sind für mich unterschiedlich genug. Wenn das für sie seltsam klingt können Sie Deutschland/deutsch auch mit Japan/japanisch oder Senegal/senegalesisch ersetzen, sie werden erstaunt sein :-)
    Außer wirtschaftlichen Ursachen gibt es sowieso keine nennenswerten Gründe, für dauerhafte Migrationsbestrebungen in größerer Zahl.

    //Oberbayer, wir leben in interessanten Zeiten. ;) //

    Piedro, ich hoffe aus interessanten Zeiten werden endlich friedliche Zeiten :-)
    Die 3 Stunden um diesen Artikel zu verfassen, wären in der Natur auch sehr gut investiert gewesen. Ich hoffe ich konnte Ihnen wenigstens ein paar neue Denkanstösse geben, dann war die Zeit nicht umsonst. Ich beschäftige mich übrigens grundsätzlich auch mit Meinungen, die meiner stark widersprechen. Dadurch kann ich meine Meinung überprüfen und stärken oder gegebenenfalls anpassen. Dies kann natürlich auch etwas unbequem sein, deshalb scheuen sich viele Leute davor und blocken bei „neuen“ Informationen sofort ab.

  • Stefan Aigner

    |

    @piedro und Oberbayer

    Es reicht. Bitte bleiben Sie beim Thema oder führen Sie diese Diskussion woanders.

  • Oberbayer

    |

    @ Stefan Aigner. Zuerst einmal vielen Dank für die Möglichkeit überhaupt Artikel kommtieren zu dürfen und für die Veröffentlichung, da ich wirklich viel Zeit investiert habe. Thema des Artikels ist: „Neuer Vorstand der AfD-Jugend.
    Ein Trio für den extrem rechten Rand“. Ich denke wir haben das Thema AfD und die Definition eines extrem rechten Randes als Hauptthema beibehalten. Leider sind die Antworten und die Zusammenhänge oft nicht so einfach, sonst wären wir ja Populisten :-) Ich respektiere ihre Zeit, da Sie auch erstmal jeden Kommentar lesen müssen und diese mittlerweile recht lang sind und vielleicht nicht zu 100 % beim Thema bleiben und werde keine weiteren Kommentare mehr verfassen. Dies kommt mir auch gelegen, da ich auch noch andere Dinge zu tun habe als stundenlange Kommentare zu verfassen. Trotzdem vielen Dank, dass Sie diesen Meinungsaustausch ermöglicht haben. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit „regensburg-digital“ und freue mich weiterhin über unabhängige Berichterstattung im Sinne der Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt :-)

  • mkv

    |

    @Onki danke ich für seine mahnenden Worte sehr.

    Ja, alles beginnt damit, dass man sondiert, trennt, ausschließt, Bilder aufbaut von WIR und DIE … und es endete in der größten Menschheitskatastrophe.

    Nicht nur den Jüngeren empfehle ich dieses Buch:

    Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914–1933 ist ein 1939 im englischen Exil geschriebenes, aber erst im Jahr 2000 postum erschienenes Buch des Autors Sebastian Haffner, in dem er die Entwicklung Deutschlands zwischen 1914 und 1933 analysiert und mit persönlichen Erlebnissen in dieser Zeit verbindet.

    Mit Vorwort von Oliver Pretzel, Sohn des Autors
    https://www.weltbild.de/media/txt/pdf/9783641155537-101295630-geschichte-eines-deutschen.pdf

    https://www.perlentaucher.de/nsuche?q=sebastian+haffner+geschichte+eines+deutschen

  • mkv

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    Kritik an der FES-Studie – Was ist wirklich los mit unserer MITTE?

    Wie rechts ist die Mitte? | Alles Nazis? | 451 Grad quick & dirty
    7. Minuten Video
    https://www.youtube.com/watch?v=yHIXw2hjYeM

    Erstaunlich auch, dass der Autor der Studie in einer früheren Studie zu einem ganz anderen Ergebnis zu kommen scheint. Was also steckt hinter diesen „Mitte-Studien“?

  • Mr. T.

    |

    Hier der O-Ton eines weiteren ostbayrischen Kaders, der ironischerweise aus der JA geworfen wurde, weil er ihnen zu rechtsextrem war, nicht aber rechtsextrem genug war für einen Spitzenplatz auf der Landtagskandidatenliste der NSAfD. Da erübrigt sich jeder Kommentar zur Arschrichtung der bayrischen Fraktion!

    Zitat Bananan-Nolte: Benjamin Nolte, Mitglied des Landesvorstands, meint nicht, dass sich die AfD noch vor Mitgliedern rechtsextremer Parteien wie der NPD schützen müsste und fordert in seiner Rede, die AfD-Unvereinbarkeitsliste auf „den Müllhaufen der Parteigeschichte“ zu werfen. Auf dieser Liste sind Parteien und Vereine wie etwa die NPD aufgelistet, deren Mitglieder bis jetzt nicht in der AfD aufgenommen werden dürfen. „Einzelne von denen“ könnte die AfD in ihrem „Freiheitskampf“ gut an ihrer Seite gebrauchen, sagt Nolte. Falls die Liste nicht abgeschafft werde, sollten auch Grüne und SPD dort aufgeführt werden. CSU und SPD nennt er „verfassungsfeindlich“.

    Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bayern/afd-kathrin-ebner-steiner-greding-nationalhymne-1.4432704

  • Mathilde Vietze

    |

    Wenn vor Jahren ein unbescholtenes DKP-Mitglied in den Staatsdienst wollte, war
    die Hölle los. Und jetzt läßt man diese AfD-Typen sogar auf die Schulkinder los.

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