SOZIALES SCHAUFENSTER

Nichts zu melden, aber was zu sagen I: Junge Union

“Der größte Konkurrent ist Ludwig Artinger.”

Der künftige Stadtrat wird bunter und jünger werden, davon ist bereits jetzt auszugehen. Bei einigen der etablierten Parteien kam es bei den Listenaufstellungen zu großen Bewegungen. Und auch neue Wahlvorschläge bringen junge und neue Leute für den Stadtrat in Stellung. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen. Heute in der Serie “Nichts zu melden, aber was zu sagen”: Kerstin Gailer und Tim Helmes von der Jungen Union.

Tim Helmes und Kerstin Gailer wollen Regensburg voranbringen und “die Schöpfung bewahren”. Quelle: CSU

Mit durchschnittlich 43 Jahren ist die Wahlliste der CSU lediglich drei Jahre älter als die der Grünen und fünf Jahre jünger als die SPD-Wahlliste. Damit bewegt sich die CSU im Vergleich mit den anderen Wahlvorschlägen durchaus im vorderen Mittelfeld, hinter der Ribisl-Partie mit 37 Jahren und vor der Linkspartei mit 53 Jahren. Zudem hat die Junge Union mit dem 23jährigen BWL-Studenten und Vorsitzenden der JU-Regensburg Tim Helmes auf Platz 5, sowie der 26-Jährigen Religionslehrerin Kerstin Gailer auf Platz 9 zwei junge Kandidaten in aussichtsreicher Position. Mit regensburg-digital reden sie über ihre Vorstellungen.


Mit der Kommunalwahl 2020 wird für Regensburg eine neue politische Zeit beginnen. Viele Projekte wurden angestoßen und müssen weiterverfolgt werden. Andere Themen gilt es anzugehen. Wo steht die Stadt Ihrer Meinung nach derzeit und wo soll es hingegen?


Kerstin Gailer: Die eine oder andere Idee hatte einen ernsthaften Hintergrund, aber es wurde viel aufgeschoben. Wir müssen jetzt nachjustieren und auch die bereits angestoßenen Projekte zum Laufen bringen. Für uns als JU ist die Gestaltung des Bahnhofsviertels und der Altstadt enorm wichtig. Durch Pflanzen, Blumen und Brunnen wird Regensburg grüner und die Wohn- und Lebensqualität wieder angehoben. Darüber hinaus gilt es, die Stadt insbesondere für Familien attraktiver zu machen. Wir können uns hier die Schaffung von verschiedensten Freizeitangeboten vorstellen, angefangen bei der Parkgestaltung, etwa durch Outdoor-Fitnessgeräte und Spielplätze, bis hin zur Einrichtung von sozialen Begegnungsstätten.

Tim Helmes: Wir müssen sicherstellen, dass die hohe Lebensqualität in unserem historischen Regensburg erhalten bleibt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich verbessern. Das ist ein Herzensthema der Jungen Union. In einigen Stadtteilen reichen die Kapazitäten der Betreuungseinrichtungen nicht aus. Dieses Thema sollte stärker in den Fokus gerückt werden. Die Wirtschaft in Regensburg ist in den letzten Jahren stark gewachsen, doch die Stadt selbst hat sich leider viel zu wenig weiterentwickelt. Da wollen wir ansetzen.

Es wurde bereits das Bahnhofsareal erwähnt. Durch die Neugestaltung soll auch der ÖPNV deutlich verbessert werden. Welche Pläne verfolgen Sie für den ÖPNV und die Mobilität in Regensburg?

Nix zu melden, aber was zu sagen

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Tim Helmes: Zuerst einmal braucht es den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Regensburg braucht endlich ein funktionierendes und ganzheitliches Mobilitätskonzept und der ÖPNV muss attraktiver werden, damit die Menschen freiwillig vom Auto auf den Bus umsteigen. Ich bin hier klar für Anreize statt Verbote. Außerdem müssen die Radwege sicherer werden. In Regensburg müssen Radler derzeit an einigen Stellen als „Geisterfahrer“ unterwegs sein, weil nur auf einer Straßenseite ein Radweg existiert. An anderen Stellen gibt es gar keine Radwege. Hier sollte Sicherheit für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer immer oberste Priorität haben. Aber uns als JU ist es auch wichtig, dass die Stadt für diejenigen erreichbar bleibt, die auf das Auto angewiesen sind.

Nun hat der Radentscheid ja genau auf diese Problematik hingewiesen und konkreten Handlungsbedarf gefordert. Bei der entsprechenden Stadtratssitzung wurden die Forderungen des Bürgerbegehrens allerdings gegen die Stimmen der CSU angenommen. Wie sieht es die JU?

Kerstin Gailer: Ich stehe dem Radentscheid sehr positiv gegenüber. Jedoch muss man auch die Kehrseite des Ganzen betrachten. Es geht um die Umverteilung von Flächen und
Steuergeldern. Beides wird aber nicht nur von Fahrradfahrern bezahlt und genutzt, sondern genauso von Fußgängern, ÖPNV-Nutzern und Autofahrern. Das betrifft uns also alle. Wir von der JU und CSU wünschen uns einen Bürgerentscheid zu dieser Umverteilung, da dann alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Regensburg mitreden dürfen. Wenn dieser positiv ausgeht, dann können wir mit der Umsetzung anfangen.

Das Thema Mobilität der Zukunft wurde 2019 in Regensburg auch sehr stark von der Fridays for Future-Bewegung gesetzt. Von deren Seite werden mehrere Verkehrsprojekte, wie die Sallerner Regenbrücke und die dritte Röhre am Pfaffensteiner Tunnel klar abgelehnt. Sie beide gehören selbst zu dieser Generation. Wie sehen Sie die Bewegung?

Tim Helmes: Ich finde es super, wenn sich Jugendliche politisch engagieren. Der Umweltschutz ist ein zentrales Thema, das uns alle angeht und die JU setzt sich sehr stark dafür ein. Meiner Meinung nach ist der Schutz der Schöpfung das zentrale Thema der Union. Aber ich glaube nicht, dass wir das Klima retten, indem wir Regensburg lahmlegen. Außerdem sind mir die Aktionen von FfF viel zu eindimensional. So wichtig der Klimaschutz auch ist: In unserer Stadt gibt es noch so viele andere wichtige Themen, zum Beispiel in der Bildung, in der Stadtentwicklung oder wenn es um die Möglichkeiten der sozialen Teilhabe geht. Das klammern die FfF-Demonstranten alles aus und springen damit zu kurz. Denn wer verantwortliche Politik machen will muss nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen unserer Stadt im Blick haben.

Tim Helmes fordert “mehr Engagement der Kommunalpolitiker”.    Foto: Bothner

Kerstin Gailer: Ich finde es auch toll, wenn sich junge Menschen Gedanken um ihre Zukunft machen. Im Rahmen der geforderten Maßnahmen für eine neue Klimapolitik der Stadt Regensburg müssen aber meiner Meinung nach erst einmal der Landkreis und die Stadt besser zusammenwirken. Der Norden von Regensburg ist durch den Verkehr überlastet. Wir brauchen durch die Einhausung der Nordgaustraße einen Lärmschutz für Reinhausen und Sallern und wir brauchen auch die Sallerner Regenbrücke. Damit besteht die Möglichkeit, die Amberger Straße wieder bewohnbar zu machen und auch als verkehrsberuhigt auszuweisen. Somit erhält Sallern wieder einen Ortskern und gewinnt an Lebensqualität. Die dritte Tunnelröhre ist meiner Meinung nach nicht umsetzbar, da das auch eine Weiterführung einer dritten Spur auf der A93 bedeuten würde. Dafür ist jedoch kein Platz. Falls diese dritte Spur nicht umsetzbar sein sollte, verlegt man den Stau nur nach hinten.

Was sind denn Ihre persönlichen Ambitionen für die Wahl zum Stadtrat? Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Kerstin Gailer: Ich bin seit zehn Jahren in der JU, beziehungsweise CSU aktiv, weil ich unsere christlichen Werte und Normen sehr wichtig finde. Ich habe als Beisitzerin im Kreisverband der JU angefangen mich dort zur Geschäftsführerin hochgearbeitet und das Amt vier Jahre bis zu meiner „Beförderung“ zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden der JU und der CSU ausgeführt. Mittlerweile verfasse ich selbst Anträge, die jedoch immer über einen anderen Stadtrat laufen müssen. Das möchte ich ändern, weil ich selbst die Anliegen der Bürgerinnen im Stadtrat vertreten möchte. Wir dürfen keine Bürgerin und keinen Bürger an den Rand unserer Gesellschaft stellen, sondern müssen an jeden Einzelnen denken – ob jung oder alt – und alle in unsere Mitte der Gesellschaft platzieren. Regensburg ist meine Heimatstadt, die diesen sozialen Charakter wieder stärker hervorheben muss. Es wird bestimmt nicht einfach für mich einen Platz im Stadtrat zu bekommen – wenn man mich aber kennenlernt, werde ich überzeugen. Es hängt natürlich allgemein auch von der Wahlbeteiligung und Zustimmung der Bürgerinnen für die CSU ab.

Herr Helmes, wie weit reicht Ihre Parteienverbundenheit zurück?

Tim Helmes: Seit etwa sieben Jahren bin ich politisch aktiv. Zuvor habe ich mich lange in der SMV meiner Schule engagiert und mich über die Politikverdrossenheit meiner Mitschüler geärgert. Deshalb habe ich mit Freunden damals die Schüler Union in Regensburg neugegründet. Ich wollte mich für Regensburg einbringen und junge Leute von der Politik begeistern. Der Verband ist schnell groß geworden und wir wurden von der Kommunalpolitik ernstgenommen. Heute leite ich die JU in unserer Stadt. Das tolle an dem Verband ist, dass wir wie eine große Familie sind. Wir halten zusammen und arbeiten als Team. Dieser Zusammenhalt zeichnet die JU in meinen Augen besonders aus. Ich selbst möchte unsere Stadt mit gestalten. Es gibt einiges zu tun und ich habe viele Ideen. Aber es entscheidet der Wähler, wer unsere Stadt zukünftig gestaltet.

Auch in den anderen Parteien treten viele neue und zahlreiche junge Kandidatinnen an. Wie wichtig ist frischer Wind im Stadtrat und warum ist gerade die CSU dafür die richtige Partei?

Kerstin Gailer: Die Begründung „Haben wir schon immer so gemacht!“ reicht einfach nicht aus. Man sieht was aus unserer Stadt deswegen geworden ist.

Tim Helmes: Deshalb brauchen wir ganz dringend neuen Elan in der Stadtpolitik. Ich glaube nicht, dass nur junge Menschen frischen Wind in die Politik bringen können. Die Mischung ist entscheidend. Wir brauchen alle Altersgruppen im Stadtrat. Und aktuell sind die Menschen unter 35 Jahren deutlich unterrepräsentiert. Viele JUler sind auf aussichtsreichen Plätzen der Stadtratsliste und ich hoffe, dass die Regensburger uns ihr Vertrauen schenken. Außerdem hat die JU eine starke Stimme in der Union. Wir haben das Wahlprogramm mitgestaltet und setzen eigene Themen.

Kerstin Gailer forder “mehr Engagement für Familien.” Quelle: Junge Union

Kerstin Gailer: Unsere Wahlliste ist die perfekte Mischung, damit unsere Stadt wieder in Bewegung für die Zukunft kommt. Wir können mit frischem Wind und jahrelanger Erfahrung die perfekte Kombination für unsere Stadt liefern und so Regensburg wieder zu dem machen, was es einmal war.

Tim Helmes: Die Liste steht aber auch für den Aufbruch und Generationswechsel innerhalb der Partei. Als Volkspartei haben wir an uns selbst den Anspruch, die Breite der Gesellschaft abzudecken. Ich glaube, dass uns dies gelungen ist.

Welche Rolle kommt Astrid Freudenstein für den Wahlerfolg zu? Wer ist der größte Konkurrent und welche Koalition wünschen Sie sich?

Tim Helmes: Mit Astrid Freudenstein haben wir eine tolle Kandidatin und die ganze CSU steht hinter ihr. Ich rechne ihr gute Chancen aus und sehe derzeit keinen anderen Kandidaten, der Regensburg fit für die Zukunft machen kann. Ziel ist es, die absolute Mehrheit zu erreichen. Aber das liegt natürlich am Wähler.

Kerstin Gailer: Der größte Konkurrent ist meines Erachten Ludwig Artinger von den Freien Wählern. Doch am Ende wünsche ich mir die absolute Mehrheit.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Kommentare (24)

  • Sir Sonderling

    |

    >Der Umweltschutz ist ein zentrales Thema, das uns alle angeht und die JU setzt sich sehr
    >stark dafür ein. Meiner Meinung nach ist der Schutz der Schöpfung das zentrale Thema der Union.

    Danke Söhnchen, ich lache Tränen. Genau so, wie sich die Union bei Bedarf an rechte Positionen heranwanzt, werden jetzt noch in Panik vermeintlich grüne Plätze besetzt. Ich gehe aber davon aus, dass die geneigten Wähler*innen hier genauso reagieren wie bei den rechten Themen: sie werden das Original wählen.

    Daneben sind all diese Äußerungen an Bigotterie kaum zu übertreffen. Bitte sehr, dann sollen die frommen JU/CSU-Granden doch mal zugunsten der “Schöpfung” ihre Karren stehen lassen (oder besser gleich abmelden) und konsequent auf Bus, Bahn & Rad umsteigen – wenn sie es auch nur einen Funken ehrlich meinen, mit ihren wohlfeilen Worten.

    Daneben muss ich auf einen großen Irrtum hinweisen. Das anthropozentrische Weltbild einer eingebildeten “Schöpfung” ist leider genauso falsch wie arrogant und überheblich. Dieser Planet wurde definitiv nicht für den Menschen geschöpft. Die Natur braucht den Menschen nicht – und der Planet braucht die Natur nicht, um zu existieren. Alleine schon die Massenauslöschungen in der Erdgeschichte zeugen davon, dass das Universum nicht teilt, was wir “Werte” nennen.

    Servus,
    Sir

  • Lol, der lächerliche

    |

    die Bildunterschrift bei Frau Gailer sollte wohl Schöpfung lauten ?

  • Scientia

    |

    @Sir: Ich finde es nicht schlecht, dass die Union endlich auch ihre grüne Ader erkennt, auch wenn sie dafür etwas gebraucht hat. Dass sie auch Themen aufgreift, die aus ihrer Sicht vl “rechts” sind, mag daran liegen, dass eine Volkspartei (bzw eine Partei, die den Anspruch hat eine solche zu sein) eben ein breites Meinungsspektrum abbilden und Politik für die ganze Gesellschaft und nicht nur für gewisse Interessensgruppen machen muss.

    Zu ihrer Aussage über ein menschenzentriertes Weltbild: Natürlich muss das oberste Ziel der Politik das Wohl der Menschen sein. Umwelt- und Klimaschutz ist dabei ein sehr wichtiger Aspekt. Ohne eine intakte Umwelt und ein intaktes Klima, lebt es sich als Mensch schwer. Aber auch Klima- und Umweltschutz darf nicht absolut, sondern muss einer Abwägung zugänglich sein. In unserer Verfassungsordnung gibt es nur einen Wert, der nicht abwägbar ist und das ist die Menschenwürde. Daher muss (das ist natürlich etwas verallgemeinernd und salopp gesagt) im Zweifel der Grundsatz “Mensch vor Baum” gelten.

  • me

    |

    Ich war auf der Podiumsdiskussion zwischen MdB Peter Aumer und Fff, auf der auch Helmes und einige andere JUler waren. Dort hat sich mal wieder deutlich gezeigt, dass auch junge Leute verdammt alte Positionen vertreten können. Von der CSU und JU wird der Vorrang des Automobils mit einer Vehemenz vertreten, die angesichts unseres klimatischen Status Quos beachtlich ist und an Ignoranz nicht zu überbieten ist.

    “Aber uns als JU ist es auch wichtig, dass die Stadt für diejenigen erreichbar bleibt, die auf das Auto angewiesen sind.” Vor allem unter Schaidinger würde Regensburg zur autozentrierten Stadt und die allermeisten Menschen sind schlicht zu bequem bzw. haben aufgrund des mangelhaften ÖPNVs nicht die Möglichkeit, auf das Auto zu verzichten. Wenn nur die via MIV unterwegs wären (Ärztinnen, Handwerker*innen, Gehbehinderte, ein Teil der Lieferant*innen) , die wirklich darauf angewiesen sind, hätten wir weitgehend leere Straßen.

    Ich hoffe sehr, dass sich die Wähler*innen am 15.3. nicht vom Greenwashing der CSU blenden lassen.

    Kommunal können wir den CO2-Ausstoß senken, indem wir Autofahren unattraktiv machen. Das geht am besten über den Geldbeutel: Parken verteuern, Sprit verteuern. Und keine neuen Parkflächen schaffen. Nur durch Pullmaßnahmen wie besseren ÖPNV werden Sie kaum eine/n aus dem Auto holen, da dürfen Sie gerne mal eine Umfrage unter Ihren JU- und CSU-Kolleg*innen machen, Herr Helmes. Die waren bei der Diskussion zwischen Aumer und Fff nämlich fast ausschließlich via MIV da und werden so schnell nicht zu Busnutzer*innen werden.

  • Alexander Roth

    |

    Was unterscheidet die beiden von den Kandidat*innen, die bei der CSU-Listenaufstellung wegrasiert wurden? Der Punkten einzige der mir einfällt: Sie stehen loyal zur Freudenstein.
    Auch zum Thema Umwelt haben sie keinerlei Ideen. Wir stehen vor einem der größten Probleme unserer Zeit und dann wird hier mit Lärmschutz oder “mir sind die Aktionen von FfF viel zu eindimensional” argumentiert.

  • Piedro

    |

    @Kerstin Gailer
    “Ich bin seit zehn Jahren in der JU, beziehungsweise CSU aktiv, weil ich unsere christlichen Werte und Normen sehr wichtig finde.”
    Das ist ein Schlagwort. WAS sind denn christliche Werte und Normen (für Sie)?

    “Wir dürfen keine Bürgerin und keinen Bürger an den Rand unserer Gesellschaft stellen, sondern müssen an jeden Einzelnen denken – ob jung oder alt – und alle in unsere Mitte der Gesellschaft platzieren.”
    Es stehen schon viele am Rand der Gesellschaft, dazu muss man sie nicht erst dahin stellen; das wird sich auch nicht so ohne weiteres ändern lassen.

    Was sich ändern ließe: jenen am Rande das Leben nicht noch schwerer zu machen. Das beginnt zB mit der Berechnung der Angemessenheit von Mieten, es könnte enden mit einer rechtskonformen Unterbringung von Obdachlosen, die derzeit oft wie menschlicher Müll behandelt werden. (dazu: https://www.regensburg-digital.de/mit-dem-beatmungsgeraet-in-die-not-schlafstelle/24022020/ ) Ist es für Sie ein Thema, dass hier geltendes Recht und Menschenwürde mit Füßen getreten werden?

    @Tim Helmes
    “Es gibt einiges zu tun und ich habe viele Ideen.”
    Betreffen einige von denen auch oben genannte Thematik?
    “Als Volkspartei haben wir an uns selbst den Anspruch, die Breite der Gesellschaft abzudecken.”
    Ich vermute, die meisten Bürger wären entsetzt wenn Sie davon wüssten, wie selbstgerecht im Jobcenter und dem Sozialamt mit Bedürftigen verfahren wird. Wenigstens ein wenig. Die wenigsten würden zB Radwege als wichtiger erachten.
    “Ich glaube, dass uns dies gelungen ist.”
    Wenn man von den Ärmsten und Hilflosen absieht – vielleicht.

    An beide: ich bin kein Wähler, aber ich weiß, dass in Regensburg geltendes Recht regelmäßig relativiert oder negiert wird, die absurden Stellungnahmen der “Verantwortlichen” in der Verwaltung kann man hier an mehreren Stellen nachlesen. Wer sich auf “christliche Werte und Normen” beruft, keine Menschen an den “Rand” verbringen und für alle Bürger das Beste tun will sollte sich meiner Meinung nach damit beschäftigen und dazu etwas zu sagen haben. Von Frau Freudenstein ist diesbezüglich leider gar nichts zu erwarten – von ihren Konkurrenten allerdings auch nicht.

  • Mrs. Universa

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    Sir Sonderling, Ihr Kommentar zu den jungen Schwarzen trifft ins Schwarze – treffender hätte auch ich es nicht formulieren können. Danke! Mrs. Universa

  • WoodyWoodpecker

    |

    Ich habe den jungen CSU Nachwuchsmann, der in meiner unmittelbaren Nachbarschaft wohnt, noch nie auf einem Radl gesehen. Aber mit der Anwanzerei an eine mittlerweile begehrte Wählerschaft von Fahrradfahrern befindet er sich in guter Gesellschaft mit den Wahlplakat-Radlern Wolbergs und Janele. Hoffentlich lassen sich die regensburger Pedalritter nicht so leicht beeindrucken. Es gibt nämlich durchaus eine Partei, deren komplette Führungsriege für eine glauwürdige Fahrrad- bzw. Verkehrspolitik steht.

  • Mr. T.

    |

    Zum Glück wanzen sie sich wenigstens an die richtige Seite ran ;-)
    Dann können sie ja im Stadtrat zeigen, ob es nur Sprüche waren oder ob was dahintersteckt. Im Gegensatz zu den Etablierten sind sie ja noch unbelastet.
    Ich weiß nicht, ob Wolbergs abseits von Fototerminen viel am Radl sitzt, aber im Nachhinein wäre er besser als Geisterradler oder Radl-Rowdy in der Kittelbayrischen abgewatscht worden als als Dauer-Gehsteigparker mit Sonderausweis trotz Suspendierung. Und vom Janele weiß ich grad, wie er heißt, geschweige denn wie er sich fortbewegt.

  • GSH

    |

    @WoodyWoodpecker:
    Wer denn?
    Welches Programm?
    Welche glaubwürdige Fahrradpolitik?

  • Mr. B.

    |

    Ich bin dafür, dass die jüngeren mal drankommen.
    Sie dürfen nur nicht von den “alten Herrschern” ihrer Partei beeinflusst werden.

    Die JU hat hier bestimmt keinen leichten Weg, auch wenn sie wollte.
    Was ist bisher Gutes (für alle), auch für die alten Menschen, die eine wirkliche Lebensleistung vorweisen können, seitens der CS-Partei unternommen worden?
    Es ging doch überall in erster Linie nur ums Geld für die Großen, oder?

    Also, versucht das Blatt zu wenden. Im Bund und im Land hat es nicht funktioniert (Beispiele gibt es genug dafür). Vielleicht geht was für die Menschen auf lokaler Ebene.

  • WoodyWoodpecker

    |

    @GSH
    Ich wollte bewusst keine Wahlkampfunterstützung betreiben. Aber jetzt hol ich die Katze aus dem Sack: Ich habe noch nie einen der vorderen Listenplatzinhaber der ÖDP mit dem Auto durchs Städtchen kurven sehen. Zudem gehören einige der Kandidaten dem ADFC an.

  • Angelika

    |

    -ÖDP mit dem Auto durchs Städtchen kurven-
    Na ja die meisten sind natürlich ziemlich unbekannt.

  • Regine Wörle

    |

    @Tim Helmes
    “In Regensburg müssen Radler derzeit an einigen Stellen als „Geisterfahrer“ unterwegs sein, weil nur auf einer Straßenseite ein Radweg existiert. An anderen Stellen gibt es gar keine Radwege.”
    Herr Helmes, kennen Sie die StVO? Wenn kein Radweg vorhanden ist, dann fahren Radfahrer – die nämlich ein Fahrzeug führen – auf der Fahrbahn. Es gibt keinen Grund, sich falsch zu verhalten! Klar möchte ich gute Radwege und vor allem gute Radverbindungen; deshalb setze ich mich auch für den Radentscheid ein. Sie sollten aber dieses wichtige Thema nicht falsch für Ihre Wahlkampfzwecke missbrauchen.

    Des weiteren: “Aber uns als JU ist es auch wichtig, dass die Stadt für diejenigen erreichbar bleibt, die auf das Auto angewiesen sind.”
    Das passt doch schon. Jeder, der mit dem Auto fahren will/muss, fährt über die Stadtgrenze und hat die “Stadt erreicht”, kann also jetzt sein Auto stehen lassen. Wer innerhalb des Stadtgebiets wohnt ist eh schon da. Beide können für den weiteren Weg den Bus oder das Fahrrad nutzen – oder zu Fuß gehen.

  • R.G.

    |

    “jetzt hol ich die Katze aus dem Sack: Ich habe noch nie einen der vorderen Listenplatzinhaber der ÖDP mit dem Auto durchs Städtchen kurven sehen.”

    Hoffentlich schaffen die ÖDPler es noch, wenigsten eine/r von ihnen, sich einen Tag kosequent mit einem einfachen Rollstuhl – keinem elektrisch betriebenen, keinem Aktiv-Modell – durch Regensburg zu bewegen,
    und einen weiteren Tag mit Sack und Pack zu Fuß und mit dem Bus, um zu verstehen, wie die Welt vieler Bürger aktuell aussieht.

    Die Einschränkung der Sichtweise von Politikern auf jeweils nur eine Fortbewegungsart (entweder nur Auto, oder nur Rad) ist für die Gruppe “Schwächere Verkehrsteilnehmer” wirklich traurig.

  • highwayfloh

    |

    Was ich mir wünsche:

    Eine kleine Revolution, welche zeigt, dass es “alle” über Parteigrenzen hinweg “kapiert” haben:

    In allererster Linie ist ein angestrebtes und durch Wahl erhaltenes Mandat eine (Selbst)-Verpflichtung! Als aller erstes hat der Amtseid: “Zum Wohle aller…” zu stehen und erst lange, sehr lange danach, kommt die jeweilige Parteidoktrin und / oder das persönliche (partei)-politische (Selbst)-Bedürfnis.

    Weiterhin wäre es sehr wünschenswert, wenn sich dies in der lokalen Politik durchsetzt und dann ebenso in die Landes- und Bundespolitik “hinauf getragen” wird und sich entsprechend verbreitet.

    Ja, Lokalpolitik hat oft die sprichwörtliche “‘Arschkarte”, muss das vor Ort aushalten und ausbaden, was übergeordnete Parteipolitik vermurkst hat. Dies ist aber keine Einbahn-Straße… . Die jeweiligen Lokalpolitiker können sehr wohl über Ihre Gremien zurück schießen und /oder gemeinsam Entscheidungen über Parteigrenzen hinweg zu aller Vorteil treffen und damit der allgemeinen Landes- und Bundespolitik und den damit einhergehenden Befindlichkeiten eine Abfuhr erteilen und damit Vorbild sein!

    Dies wäre ein echter Neu-Anfang, wie ich ihn mir nicht nur für Regensburg wünsche, sondern insgesamt… lokal, regional, bundesweit, international, global.

    Ich hoffe inständig, dass dieser fromme Wunsch, doch noch mal in Erfüllung gehen wird.

  • Piedro

    |

    Das Schweigen der Lämmer sagt recht viel.

    Keiner soll an den Rand gedrängt werden, aber wer da ist, hat von den beiden auch nichts zu erwarten. Hat vermutlich mit “christlichen Werten” zu tun und zeigt, welche Bedeutung die Rechtsstaatlichkeit für die Kandidaten hat, wenn diese die Ärmsten betrifft.

    Schade, das entspricht leider meiner Erwartung.

  • Giesinger

    |

    Man geht immer davon aus, Kommunalwahlen seien vor allem Persönlichkeitswahlen.
    Im Falle Regensburg gehe ich (mangels Persönlichkeiten) diesmal sogar von einem großen Einfluß der Bundespolitik und auch Landespolitik auf das Wahlergebnis aus.

    Der größte Wahlschaden der CSU/Junge Union in Regensburg wird durch die Chefin im pinken Hosenanzug sowie ihrer Koalitionspartner und sonstigen Lakaien als verursacht zu sehen sein.

  • Günther Herzig

    |

    @Giesinger den Untadeligen und Tugendhaften:
    Wenn ich nur gelegentlich verstehen könnte, was Du meinst. Ich weiß halt einfach zu wenig und kann höchstens um eine Ecke denken. . Die CSU hat in Regensburg etwas gut zu machen und ich glaube auch, dass das gelingen wird. Ich glaube dagegen nicht, dass das Gros der Wähler die Zersplitterung als einen erstrebenswerten Zustand ansieht. Wenn Rieger (so wie Wolbergs in der SPD) in der CSU keine Rolle mehr spielt, besteht die Chance auf eine ausreichend starke und handlungsfähige Fraktion. Astrid Freudenstein hat eine qualifizierte Ausbildung aufzuweisen und schwimmt nicht, wie andere, die in der Politik wirtschaftliche Existenz suchen, auf der Brennsuppe daher. Was Artinger, diesen Sympathiebozen angeht, sollten die Wähler sich an seine Kungelei mit Wolbergs erinnern

  • Taxifahrer

    |

    Bei der JU fällt mir immer Amthor ein. Das ist bitter.

  • Bertl

    |

    Herr Günther Herzig, Sie sprechen mir aus der Seele!

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