„Die ganze Kleinstadt steht unter Wasser. Es sind viele Kinder an Cholera gestorben. Sehr viele Kinder haben am Leibe nahezu nichts an, eine große Hungersnot herrscht und die Ärzte sind maßlos überfordert. Es herrscht zunehmender Medikamentenbedarf aufgrund sich ausbreitender Krankheiten.“
Für Huma Malik-Kirsch ist die Flutkatastrophe in Pakistan weit weniger abstrakt als für einen Großteil der Menschen in Deutschland. Der oben stehende kurze Bericht stammt vom Vater der Regensburgerin. Die Eltern der Kinderärztin haben über 30 Jahre in Deutschland gelebt. Heute sind vor Ort in den Städten Layyah und Dera Ghazi Khan und versuchen dort in selbst organisierten Hilfsteams wenigstens einige Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen.
Vor knapp drei Wochen hat Malik-Kirsch mit dem Verein „Al Nur – Licht e.V.“, laut Satzung ein Elternverein zur Förderung von Kindern und Jugendlichen, deshalb eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Anstrengungen ihrer Verwandten zu unterstützen. „Die Flut ist eine Prüfung für die Menschen in Pakistan. Sie ist aber auch eine Prüfung für uns – wie gehen wir damit um?“, sagt die gläubige Muslima. „Die Nächstenliebe verpflichtet uns, zu helfen.“
7.000 Euro konnten so bislang vor allem in Regensburg gesammelt werden – allein durch Mundpropaganda. Mittlerweile stehen in immer mehr Regensburger Geschäften die grünen und blauen Sammeldosen des Vereins. Das Geld geht – ohne Abzüge oder Verwaltungskosten – direkt nach Pakistan, wo die Angehörigen von Malik-Kirsch dafür Lebensmittel- und Hygienepakete kaufen.
In der Stadt Layyah, wo von den 120.000 Flüchtlingen schätzungsweise 20.000 Menschen unter freiem Himmel leben müssen, wird von einem Teil des Geldes nun auch der Bau einiger Notunterkünfte finanziert. „Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber allein, was wir mit diesem Geld machen können, ist toll.“
25 Euro reichen etwa aus, um 100 Menschen einmal täglich mit Essen zu versorgen. Ein Hygienepaket für eine vierköpfige Familie kostet 15 Euro und reicht eine knappe Woche. Langfristig wollen Malik-Kirsch und ihre Mitstreiter auch den Wiederaufbau in Pakistan unterstützen. „Wir hoffen, dass wir in der Lage sein werden, mindestens 1.000 von den Millionen Flutopfern längerfristig zu unterstützen.“ Laut Malik-Kirsch reichen 40 Euro, um eine vierköpfige Familie für einen Monat zu versorgen – schulische Ausbildung inbegriffen.
Das Überlebensnotwendige – Nahrung, sauberes Wasser und Medizin – steht aber zunächst an erster Stelle. Dazu bittet der Verein auch um Sachspenden – Medikamente, Trockennahrung und Kleidung. Eine Tonnen Medikamente konnten so kürzlich nach Pakistan geschickt werden. Die Pakistan International Airline übernimmt den Transport kostenlos.
Die Verteilung das Geldes und der Hilfsgüter soll in regelmäßigen Abständen dokumentiert werden, verspricht Malik-Kirsch, die in Kürze selbst nach Pakistan reisen will, um sich vor Ort ein Bild zu machen.
Spendenkonto: Al Nur – Licht e.V. Konto: 50747851 BLZ: 76010085 (Betreff: Flutkatastrophenhilfe)
Kontakt: info@nur-licht.de
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