SOZIALES SCHAUFENSTER

Gedenkkundgebung für getötete Regensburgerin

Kein Ehedrama, sondern Femizid

Am Donnerstag wurde in Regensburg eine 47-jährige Frau von ihrem Ehemann getötet. Am Freitag gab es ein Kundgebung zum Gedenken an die Tote sowie zu den Themen Männergewalt an Frauen und Femizid.

24171 – die Notrufnummer für vergewaltigte und belästigte Frauen und Mädchen. Foto: om

„Nehmt ihr uns eine*, antworten wir alle!“ Es ist ein Akt der Solidarität anlässlich der Tötung einer 47-jährigen Frau im Regensburger Stadtsüden am Donnerstag. Etwa 30 Personen finden sich am Freitagabend am 24171-Notrufmahnmal „gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ ein. Einige haben Antisexismus-, Solidaritäts- und feministische Transparente dabei. Die Anwesenden wollen gedenken und die Tat in den Kontext von Gewaltverbrechen von Männern an Frauen stellen sowie auf dahinterstehende „patriarchale Verhältnisse“ aufmerksam machen.

Mann ersticht Ehefrau in gemeinsamer Wohnung

Der 55-jährige Mann soll am Donnerstag seine Ehefrau und dreifache Mutter in der gemeinsamen Regensburger Wohnung erstochen haben – ihr Leichnam weist laut Polizeimitteilung mehrere Stichverletzungen auf. Der mutmaßliche Täter hatte sich nach der Tat an einer Dienststelle der Polizei gestellt. Die Beamten fanden daraufhin die Getötete in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Der Mann befindet sich derzeit wegen Totschlags in Untersuchungshaft.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Getötete schon länger an häuslicher Gewalt ihres Mannes litt. Diese Männergewalt fand am Donnerstag ihren traurigen Höhepunkt. Auch wenn über den Tatablauf und die Hintergründe bislang wenig bekannt ist, so scheint zumindest eines festzustehen: Ein Mann hat seine Frau getötet. Wieder einmal.

Femizid ist die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Foto: om

Ein Drittel aller Morde an Frauen sind „intimate femicides“

Laut einer WHO-Studie aus dem Jahr 2013 sind etwa ein Drittel aller Morde an Frauen sogenannte „intimate femicides“, also Femizide in einem vertrauten Umfeld. Unter „Femizid“ wird in der Wissenschaft die Tötung einer Frau verstanden, weil sie eine Frau ist. Morde an Männern werden hingegen nur in etwa fünf Prozent der Fälle von (Ex-)Partnerinnen begangen.

Die feministische Gruppe Eben.widerspruch stellt in ihrem Redebeitrag eine Verbindung zu anderen Taten her, die unlängst in Bayern stattgefunden haben: „Innerhalb weniger Tage, zwischen dem 29. Juni und dem 06. August 2020 wurden auch in Oberrimbach, Obergünzburg, Nürnberg, Schwandorf und in Plattling Frauen durch ihre ­– mutmaßlich –(ehemaligen) Partner umgebracht.“ Diese Tötungen im jeweils sozialen Umfeld der Frauen seien keine Einzelfälle. Statistisch gesehen passiert ein Femizid bundesweit jeden dritten Tag.

„Extremes Ende einer Reihe geschlechtsbasierter Gewalttaten von Männern gegen Frauen.“

Für das Berichtsjahr 2018 listet das BKA bundesweit 122 Tötungen durch Mord, Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge an Frauen durch Partner oder Ex-Partner auf. Laut dem Bayerischen Landeskriminalamt wurden in Bayern im Jahr 2019 29 Frauen getötet. Dem Bayerischen Rundfunk zufolge gelten bei 22 davon enge Vertraute als Tatverdächtige.

Transparent: “Nehmt ihr uns eine*, antworten wir alle!” Foto: om

Neben Tötungen kommen in den Statistiken etliche weitere Delikte wie Körperverletzungen, Stalking, Bedrohungen, Freiheitsberaubungen oder sexuelle Übergriffe im (ex-)partnerschaftlichen Umfeld vor. In den meisten Kategorien machen Frauen über 80 Prozent der Opfer aus, bei Sexualdelikten sind es nahezu 100 Prozent.

Eben.widerspruch kritisiert auf der Kundgebung auch die häufig verschleiernde Darstellung von Frauentötungen bzw. -morden in den Medien:

„Femizide werden nicht selten als ‚Beziehungstat‘, ‚Ehedrama‘ oder ‚Tat aus Eifersucht‘ verharmlost und dadurch privatisiert und entpolitisiert – dabei sind sie Teil der strukturellen Gewalt einer patriarchalen Geschlechterordnung. Femizide stellen das extreme Ende einer Reihe geschlechtsbasierter Gewalttaten von Männern gegen Frauen, LGBTQI* und Kinder dar.“

Die kurzfristig angesetzte Kundgebung, die ganz bewusst am Frauennotruf-Mahnmal abgehalten wird und auch eine Schweigeminute zum Gedenken an die Getötete einschließt, ist nach etwa 20 Minuten zu Ende. Sie ist eine symbolischer Ausdruck der Anwesenden im Kampf gegen Männergewalt und verharmlosende Darstellung von Frauenmorden. Denn es wird nicht der letzte Femizid gewesen sein – nicht weltweit, nicht in Bayern und auch nicht in Regensburg.

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Kommentare (29)

  • Mr. T.

    |

    Vielleicht verstehe ich die Definition nicht richtig, aber ich würde unter Femizid verstehen, dass eine Frau getötet wird nur weil sie eine Frau ist. In einem Fall wie dem vorliegenden, wird aber eine Frau getötet, weil sie in einer Beziehung mit einem gewalttätigen Mann stand/steht und sich womöglich daraus befreien wollte. Zumindest ist dies oft das Motiv. Der Täter hätte wohl keine andere Frau getötet – außer es wäre wieder eine ähnliche Situation entstanden. Vielleicht wäre Intimizid der bessere Ausdruck.

    Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass auf diese Problematik aufmerksam gemacht wird – genauso auch auf die Problematik der verharmlosenden Bezeichnungen dieser Gewalttaten. “Ehrenmord” bei Tätern mit Migrationshintergrund ist genauso ein Unwort. Auch die Bericherstattung über “Schwarze Witwen”in den selteneren umgekehrten Fällen müsste etwas neutraler und problemorientierter werden.

  • R.G.

    |

    @Mr.T.
    “In einem Fall wie dem vorliegenden, wird aber eine Frau getötet, weil sie in einer Beziehung mit einem gewalttätigen Mann stand/steht und sich womöglich daraus befreien wollte.”
    Der gleiche Mann, der eine Frau angeblich wegen einer Trennung tötet, würde vielleicht seinem Freund nicht mal einen Stupser geben.
    Sich an einer Frau auszulassen, wird teils wirklich extra legitimiert.
    Wir sollten den Frauen glauben…

  • joey

    |

    „patriarchale Verhältnisse“
    Gibt es kulturelle Hintergrundinformationen zum Mord?

  • xy

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    Ich plädiere dafür, die Gattung “Mann” ersatzlos abzuschaffen, dann gibt es auch keine “Femizide” etc. mehr! Und nicht an an jedem Femizid ist der selbstverständlich trotzdem abzuschaffende Mann alleine schuld, wenn er femikausal irrsinnig wird. Merke: Jeder hat den Partner, den er verdient.

  • R.G.

    |

    “Und nicht an an jedem Femizid ist der selbstverständlich trotzdem abzuschaffende Mann alleine schuld,”
    So erklärt man der Jugend, dass es Ok sei, einer Frau, wenn sie denn Unbequem wäre, NICHT zu verlassen, sondern mal eben zu ermorden.
    Eine junge Frau ging mit zwei Kindern in die Au zum Baden.
    Schreit jemand, es wurde eine Ermordete am Badeplatz gefunden! Sagt der Tratsch, ” Und nicht an an jedem Femizid ist der selbstverständlich trotzdem abzuschaffende Mann alleine schuld, wenn er femikausal irrsinnig wird.”

  • Martin Franz

    |

    entweder hab ich einen verborgenen Sarkasmus im Kommentar von xy nicht gefunden, oder mir stockt einfach der Atem.
    Zitat: “Merke: Jeder hat den Partner, den er verdient.”
    Sag mal: Geht´s noch ?

  • R.G.

    |

    @xy
    Mit meinem heutigen Wissen, was Worte anrichten können, würde ich ihnen nach einer solchen Äußerung in unserem Haus, wenige Tage Zeit geben, sich ausführlich zu entschuldigen und über Männer und Frauen ordentlich zu sprechen, und wenn das nicht geschähe, Ihnen sonst Hausverbot erteilen.

  • joey

    |

    “Männergewalt” ist hier im Land ein zu pauschaler Begriff. Männer der deutschen Nachkriegsgenerationen haben zwar z.B. “das Auto gehabt”, aber Schlagen war wohl seit den 70ern nie “gesellschaftlich anerkannt”. Ermorden nie. Heutigen Mitteleuropäern kann man wohl keine flächendeckende Männergewalt unterstellen.

    Den Begriff lehne ich als skandalös diskriminierend ab. Diese Diskriminierung betrifft auch die Redaktion (Martin Oswald ist ein männlicher Name) und die hier Diskutierenden (gehe davon aus, daß Mr.T. sich als Mann betrachtet).

    “Männergewalt” wird oft nur verwendet, um in dieser moralisierenden Zeit einen feministischen Knüppel aus einer Opferrolle zu gewinnen. Wenn man tatsächlich an Lösungen arbeiten würde, würde man ins Detail gehen. Nun, “Messer” ist ja schon ein Wink.

    Alte Regel: wenn nichts dabei steht, ist der Täter aus…?
    Na?
    Ertappt!

  • Stephan F.

    |

    xy: “Und nicht an an jedem Femizid ist der selbstverständlich trotzdem abzuschaffende Mann alleine schuld, wenn er femikausal irrsinnig wird.”

    Unfassbar.

    Das soll heißen “Sie hat dem armen Mann so lange widersprochen bzw. ihn so schlimm provoziert, bis er ja nicht mehr anders konnte, als sie umzubringen”?

    Genau aufgrund solcher Äußerungen MUSS es “femizid” heißen.

  • Piedro

    |

    @joey
    ““Männergewalt” ist hier im Land ein zu pauschaler Begriff. Männer der deutschen Nachkriegsgenerationen haben zwar z.B. “das Auto gehabt”, aber Schlagen war wohl seit den 70ern nie “gesellschaftlich anerkannt”. Ermorden nie. Heutigen Mitteleuropäern kann man wohl keine flächendeckende Männergewalt unterstellen.”

    Warum zu pauschal? Er beizeichnet konkret den Gewaltanteil in Beziehungen mit männlichen Tätern. Schläge, Demütigung, Kontrolle der Person… All das gehört für hunderttausende zum Alltag. Daran hat sich seit den 70ern nichts geändert, als dergleichen erstmal thematisiert wurde. Von Feministinnen. Obwohl schon immer Realität, hat “die Gesellschaft” sich darum nix gesch…sen. Diese Gewalt ist nach wie vor weltweit flächendeckend, auch in Europa, auch in D-Land.

    “Den Begriff lehne ich als skandalös diskriminierend ab.”
    Wie Sie ihn nicht verstehen wollen. Der größte Teil der Täter in gewalttätigen Beziehungen sind Männer, und diese Gewalt kommt proportional auch in homosexzellen Beziehungen auf, tatsächlich auch in homosexuellen Beziehungen von Frauen. Es ist albern zu meinen, dieser Begriff diskriminiere irgendwen. Weder die Täter noch solche, die nie zu Tätern werden.

    ““Männergewalt” wird oft nur verwendet, um in dieser moralisierenden Zeit einen feministischen Knüppel aus einer Opferrolle zu gewinnen. ”
    Ach, ist das oft so? Weil die “moralisierende Zeit”, anders als jene ferne Zeit, in der “Männergewalt” auch schon nicht gesellschaftlich anerkannt war, ein permanentes Problem in unserer Gesellschaft thematisiert? Was ist daran falsch? Regelmäßig sterben über 300 Frauen als Opfer (ex-) partnerschaftlicher Gewalt in unserem Land. Hunderttausende werden geprügelt, unterdrückt, ihrer Freiheit und Selbstbestimmung beraubt. Da könnte “die Zeit” schon mal moralisierend werden, gelle? Zumal diese Verbrechen zwischen 2010 und 2019 kontinuierlich gestiegen sind. Viele Fälle betreffen, nebenbei erwähnt, behinderte Personen.

    Den einzigen Mangel an diesem knappen Artikel, der keinerlei Hintergründe ausleuchtend, sondern das Ereignis beschreibt, ist das fixieren auf die männlichen Täter, bei dieser Veranstaltung und im Artikel. In der männlichen Bevölkerung ist die Gewalttätigkeit zwar signifikanter, aber genau das gleiche Problem kann nun mal auch von Frauen ausgehen. Hier wäre ein Schulterschluss mit den Opfern “weiblicher Gewalt” erfreulich.

    Die Gesellschaft, ob sie nun “moralisiert” oder sich damit bescheidet, dass etwas nicht gesellschaftlich anerkannt wird, kann dieses Phänomen nicht beseitigen. Aber sie kann Aufklären und Hilfestellung geben, sie kann Zivilcourage entwickeln und solidarisch sein. Oder auch nicht.

    Wer soll denn die Lösung erarbeiten (und wohl auch noch selbst umsetzen)? Die Feministinnen? Die Gesellschaft? Die Opfer? Die Justiz? Für die Partnerschaft immer wieder strafmildernd wirkt? Joey, da gibt es Urteile, da fasst man sich an den Kopf. In den 70ern nicht anders als heute.

  • R.G.

    |

    @xy schreibt:
    “Also erst mal lesen und erst dann (zzgl. einer weiteren Sekunde Nachdenkens) wieder auf mich einprügeln!”

    Klipp und klar, wenn jemand sie prügelt, rufen Sie bitte die Polizei.
    Wenn sie die Phantasie haben, dass Sie jemand prügelt, sprechen sie sich schnell mit jemandem aus.
    Wenn Sie sich wünschen, geprügelt zu werden, merken Sie sich die Adresse eine Sado-maso Clubs vor, irgendwann wird wiedereröffnet.

  • XYZ

    |

    Ein Parallelfall zu Maria Baumer, CF gerade verurteilt. Hat wohl wieder niemand was vorher bemerkt, die Frau hat untertan zu sein und nichts zu sagen, damit männliche Machtgelüste ausgelebt werden können. Genauso begannen einst Kriege mit Vergewaltigungen.

  • highwayfloh

    |

    @all:

    zum ersten Kommentar von “xy”:

    Ich denke mir, dass dieser so gemeint war, dass auch bezüglich des Themas “Gewalt gegen Frauen” in ein Extrem verfallen wird. Dieses Thema rückt – berechtigt – ins öffentliche Bewusstsein und wird in das öffentliche Bewusstsein gerückt, aber im Gegensatz ist es nach wie vor ein absolutes Tabu, dass sich Männer offenbaren, welche Opfer häuslicher Gewalt wurden und aktuell sind, denn “dies” gibt es offiziell ja “nicht”!

    Ich denke, dass “xy” dies mit seinem Erstkommentar gemeint hat.

  • joey

    |

    @Piedro
    wenn ich das richtig sehe, sind Sie ein Mann. Männer sind Gewalttäter, das sagt dieser Begriff. Somit sind Sie ein Gewalttäter. Wahrscheinlich haben Sie auch ein Messer, um die Ehre zu verteidigen.

    Wie wärs, wenn sich die Damen differenzierter ausdrücken würden?
    Welche Männer schlagen und ermorden ihre Frauen?

  • Piedro

    |

    @joey
    Ja, ich bin ein Manderl. Und wie Sie wohl auch bin ich kein Gewalttäter, weder in der Beziehung noch sonstwo. Das ändert aber nichts daran, dass es ein spezifisch männliches Gewaltphänomen gibt, das statistisch signifikant ist und für viele Menschen grausame Realität. Neben tätlicher Gewalt kommt hier auch psychische zum Tragen, die verhindert, dass die Opfer Hilfe suchen und finden. Es ist wichtig “die Gesellschaft”, also jeden von uns, zu sensibilisieren. Die Meldung ist nicht alle Männer sind Gewalttäter, sondern alle Frauen könnten Opfer von “Männergewalt” sein. Die Nachbarin, die Kollegin, die Kundin, die Angestellte. Ob das von Männern oder Frauen übersehen wird, ob eine Frau oder ein Mann interveniert um zu helfen tut nichts zur Sache. Und ob sich jemannd ob des Begriffs “Männergewalt” diskriminiert fühlt, weil er als Mann nicht gewalttätig ist… mei, wenn’s sonst nix is…

  • Cis Mann

    |

    @joey
    Der Begriff „Männergewalt“ sagt doch in keinster Weise aus dass alle Männer Gewalttäter sind.“Herren Tennis“ sagt doch auch nicht aus dass alle Männer Tennisspieler sind oder?

  • Klara Mann

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte sachlich bleiben.

  • joey

    |

    @Cis Mann
    “Migrantengewalt” würde ja auch als diskriminierend empfunden.
    Nein, Migranten sind nicht per se gewalttätig. Bestimmte Migrantengruppen fallen durch höhere Rate an Gewaltverbrechen auf, z.B. islamische Männer aus Nordafrika, wie z.B. am “Silvesterbahnhof”. Juden aus Nordafrika nämlich nicht, auch nicht Frauen… oder schwedische Männer.

    Eine präzise Ausdrucksweise hilft, Diskriminierung zu vermeiden … und das Problem evtl. zu lösen. Es gibt patriarchale Gesellschaften in Deutschland. Diese sind aber auch bei dieser Veranstaltung nicht benannt worden. Die Verantwortung an patriarchalen Gesellschaften wird sprachlich auch Mr. T. und Piedro und Martin Oswald oder gar mir gegeben.

    Es ist auch noch ein Unterschied, ob bei einem lockeren Gespräch ein Begriff versehentlich fällt oder ob man eine Demo mit dieser Begrifflichkeit veranstaltet.

  • Mr. T.

    |

    Heute wieder so ein “Einzelfall” in Nürnberg, bei dem zufällig mal der Mann seine Frau umgebracht hat …

  • Piedro

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    @joey
    Na gut, einen noch, weil Sie das sind.

    Der Begriff “Migrantengewalt” bezeichnet keine Taten, die ausschließlich oder überwiegend von Migranten verübt werden. Sie werden auch von MIgranten verübt, was von den Begriffsverwendern dazu angeführt wird, um das allen Migranten anzulasten.

    Bei der “Männergewalt” handelt es sich um Taten, die tatsächlich überwiegend (mindestens 95%) von Männern verübt werden. Der Begriff wird nicht gebraucht, um allen Männern Gewalttaten anzulasten, deshalb sind mit der Begriffsverwendung keine Forderung von Restriktionen gegen Männer verbunden.

    Ein weiterer Irrtum ist, dass “Männergewalt” (wie sie hier gemeint ist) ein Phänomen besonders patriarchal strukturisierter “Gesellschaften” ist. Sie gehört zum Alltag in unserer Gesellschaft und betrifft mindestens (!) 5% aller Beziehungen in diesem Land, unabhängig von etnischer Herkunft oder sexueller Ausrichtung.

    Sich dieser Erkenntnis zu stellen war Anliegen der Kundgebung. Lösungswege durch konkrete Hilfsangebote für Betroffene zu bieten eine ihrer Forderungen.

  • xy

    |

    Männer sind nicht das Problem, sondern das Opfer! Vgl.:

    “DIE KRISE DER MÄNNLICHKEIT

    Ohne konstruktive Angebote gesellschaftlicher Institutionen wird sich die Identität.skrise der Männer in den nächsten Jahren zunehmend irrational äussern (z.B. wachsender Rechtsextremismus und Gewaltbereitschaft). Obwohl fast täglich Männer bei Beziehungskrisen ganze Familien auslöschen, Frauenhäuser überbelegt sind und Männergewalt signifikant zunimmt, wird auf der politischen Ebene nur Frauenpolitik gemacht. Weder gibt es Männerpolitik auch nur ansatzweise noch präventive Massnahmen.” (http://www.walter-hollstein.ch/krise.html)

  • Mr. T.

    |

    Heute wieder so ein “Einzelfall” in München, bei dem zufällig mal der Mann seine Frau umgebracht hat …

  • R.G.

    |

    @xy
    Ich habe mir den Hollstein-Link dzurchgelesen, er klingt g’scheit, der Inhalt passt aber auf keinen der mir bekannten Fälle von Männergewalt (Fälle von bloßer Gewalt eines Mannes beziehe ich hier nicht ein).
    Aber gute Allgemeinplätze.

  • joey

    |

    @Mr.T.
    war der Einzelfall in Einzelmünchen ein bayrischer Macho, der vom Pfarrer die Erlaubnis hatte, seine Frau zu schlagen?
    Also: töten Männer Frauen, weil ihnen das von Natur aus liegt oder beziehen die “Einzeltäter” irgendwoher Recht und Pflicht, ihre Frau zu töten?

  • Kaiman

    |

    Nachdem ich hier einige Kommentare gelesen habe, die ich auf dieser Seite nicht unbedingt vermutet hätte, ein kurzes Résumé von mir:
    Es ist absolut egal, ob Männer in der Gleichstellungspolitik vernachlässigt werden, ob sich jemand durch den Begriff „Männermorde” zu Unrecht beschuldigt sieht oder ob bei solchen Morden eine nicht berechtigte Opferrolle eingenommen wird. Das sind alles akademische Fragen (die, wenn überhaupt, vor allem Männer beschäftigen). Kann man stellen, sicher.

    Diese Fragen kosten aber keine Menschenleben. Menschenleben und insbesondere Frauenleben kostet es, wenn ein Mann eine Situation nicht anders lösen kann, als seine Frau/Partnerin zu töten. Danach ist die Frau nämlich tot. Das allein zählt. Und passiert andauernd und das muss man benennen. Denn wenn nicht einmal ein Konsens bestehen würde, dass die Gesellschaft ein Problem mit Morden an Frauen hat, wie könnte man sich in einem zweiten Schritt damit beschäftigen, ob und wie man gegensteuern kann?

  • Eule

    |

    @ xy und alle die glauben die Ängste von Frauen zu verstehen und den Opferinnen Schuld zuweisen. Das erinnert an Minirock Diskussionen aus den 90ern.
    Es wird alle 2,5 Tage in Deutschland eine Frau von einem Mann getötet!
    Das ist Wahnsinn!
    Und dazu muss ich nicht noch ein Buch von einem Mann lesen der glaub mehr zu verstehen damit ich mitreden kann oder darf!
    Männer sind in den aller meisten Fällen Frauen körperlich überlegen – übrigens überall auf der Welt!
    Die Zahlen sagen, dass manche sich nicht im Griff haben und genau das muss sich ändern!

  • xy

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Piedro

    |

    @Eule
    “…und den Opferinnen…”
    DER war gut!

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