Müller-Predigt: Katholikinnen fordern Entschuldigung

Sie war 22 Jahre Vorsitzende des katholischen Frauenbunds (KDFB) in der Diözese Regensburg. Nach der Predigt von Bischof Gerhard L. Müller am vergangenen Samstag ist Johanette Bohn der Kragen geplatzt. „Ich kann nicht länger schweigen”, sagt die Bundesverdienstkreuzträgerin dem Bayerischen Rundfunk. Anlässlich des Festgottesdienstes zum 100jährigen Bestehen des KDFB hatte Müller die Gelegenheit genutzt, um eine Attacke gegen die Medien zu starten, inklusive Nazivergleich. Es sei „taktlos, absurd und absolut deplatziert”, dass der Bischof das Jubiläum des Frauenbundes benutzt habe, um dort seinen Kampf gegen die Presse zu führen, so Bohn gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. „Der Bischof hat den Frauenbund missbraucht.” Bohn fordert, ebenso wie andere Vertreterinnen des Frauenbunds, eine Entschuldigung von Gerhard Ludwig Müller. „Es ist wieder einmal so, dass ich mich schäme, sagen zu müssen: Ich komme aus der Diözese Regensburg.” Sie frage sich, „wie lange die Frauen sich das noch gefallen lassen.”

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Kommentare (9)

  • Helmut Matias

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    Ich stimme ihr zu: Zitat: „Sie war 22 Jahre Vorsitzende des katholischen Frauenbunds (KDFB) […] ihr ist der Kragen geplatzt“. So ist es auch bei mir. Dieser Bischof Müller ist untragbar, nicht nur für Regensburg, sondern für die kath., unsere Welt. Der Papst wird noch seine Probleme haben diesen Mann welteit
    „mundtot zu machen. MfG

  • Veronika

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    @Helmut Matias

    Also dieser Vergleich in der Predigt ist wirklich untragbar, aber dass der Regensburger Bischof seit geraumer Zeit (eigentlich ja seit der Sache mit den Satzungsänderungen für die Pfarrgemeinderatswahlen, oder?) am Pranger steht, ist doch auch nicht zu leugnen?

    Ich erinnere noch das Bild in der MZ, als GLM zur Amtseinführung bei einem Pressegespräch mit einem Weißbier präsentiert wurde. Da war er noch aller liebstes Kind.
    Dann kam – aus dem sog. „forum internum“ der Diözese durch einen Bekannten mit eigenen Ohren vernommen – eine Finanzausschusssitzung der Diözese, bei der alle Domkapitulare „wie die Schulbuben antreten und zuhören“ mussten.
    Plötzlich kam auf, was im Ordinäriat zumindest der Personalchef gewusst haben musste: Missbrauchsfall in Georgenberg und später Missbrauchsfall in Riekofen.
    Jetzt hatte die Maschinerie, also das O. Aufklärung betreiben, und zumindest den Bischof aufklären müssen. Dies unterblieb, bis ein scheinbar „anonymer Brief“ im Vatikan angelangt ist (MZ berichtete) – übrigens anonyme Briefe an den Vatikan gibt es nicht, bzw. wird so etwas vom Vatikan schon gar nicht an die Presse vermeldet.
    Plötzlich gings mit Mahnwachen gegen den Bischof los. Nun kam plötzlich die Sache „Williamson“ ans Licht; wäre fast (Achtung Zynismus) ein würdiger Nachfolger für GLM geworden.
    Schliesslich wollte ihn Opus Dei auf seine Seite ziehen, indem eine Frau Kuby – höchstpersönlich durch den Bischof nach Regensburg eingeladen wurde. Weil auch dies nicht stimmte und der Bischof über solche nicht vorgenommene Einladungen und seine Distanz zu OD sauer wurde, musste man diesen „gefügig“ machen. Plötzlich war also „des Papstes Bruder“ dran. Eignete sich hervorragend, weil ja schon bei den Jesuiten (eine weitere Konkurrenztruppe von OD) Missbrauchsfälle bekannt geworden waren.
    —–
    Langsam denke ich nicht einmal mehr, dass unser Papst jemals mit OD sympatisiert hat.
    ——————
    Dies also meine Theorie. Ist nun Bischof GLM wirklich der Allerschlechteste, oder sollte man nicht vielleicht mal das gesamte Ordinariat auf den Prüfstand stellen?
    Für „KennerInnen“ soll ich für einen Bekannten nur hinzusetzen, dass auch Ehenichtigkeitssachen sehr schnell öffentlich auf dem Blatt stehen könnten. Mein Bekannter meint, diejenigen die es im R.-Klerus betrifft, wissen schon um was es geht, und dass hier dann „das Höllenfeuer brennen“ würde.

  • Corelli

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    @Veronika
    Sehr gut getroffen, ‚Ordinäriat‘ mit ä – versteckter Seitenhieb oder Freud’sche Fehlleistung?
    Für einen Tippfehler ist das ä jedenfalls viel zu weit vom a entfernt …

  • gifthaferl

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    Schon ein belustigende Vorstellung, ein katholischer Bischof, dieser insbesondere, möge sich bei Frauen entschuldigen.
    Wieso das denn, er hat doch nicht zu Verhütung geraten.

    Kennen die Damen nicht das Wort des Heiligen Apostels:
    „Dem Weib in der Gemeinde platze nicht der Kragen, es möge diesen reinigen – aber zack zack!!

  • Veronika

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    @Corelli:
    Danke! ;-) Wissen Sie, ich habe eine Klerikal-Tastatur, die habe ich mir bei meinem letzten Rom-Besuch ersteigert. Da in Rom ist das so. da sind ‚a‘ und ‚ä‘ vertauscht. Was man damit wohl immer so nach Deutschland schreiben will?

  • Veronika

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    @gifthaferl:

    Ja, genau! Auch als Frau, oder genau deswegen, muss ich beklagen dass sich noch nie ein Bischof bei einer Frau entschuldigt hat. Was in Rom sogar bei Kurienkardinälen möglich ist, kommt bei einem „Deutschen Bischof“, ja noch nicht einmal einem „Deutschen Generalvikar“ oder „Deutschen Generalvikar“ gar nicht in die Tüte. Schliesslich haben die in Deutschland ja den 23. (oder wars doch der 22ste) Juli als Gedenktag lieber, als das Fest „Peter und Paul“. Weder Petrus noch Paulus, noch der liebe Gott würden manchen von denen auch nur MIndestlohn zahlen.
    ——-
    Übrigens „Frauenbund“: Ich war mal kurz dabei! Weiss diese Frau Bohn denn nicht, dass das Bundesverdienstkreuz von der Nähe „Frauenbund – Kath. Kirche“ und nicht aufgrund eigener Leistung verliehen wurde?
    Ich will die Verdienste von Frau Bohn nicht schmälern, aber „Ärzte ohne Grenzen“ etc. machen auch gute Arbeit, und da haben nicht so viele eine Kreuzlein, wie bei der Kath. Kirche.
    Also wie ich mir den Regensburger Bischof vorstelle, geht dieser lieber in die Hölle und schlägt den Teufel persönlich, als sich vor einer Ex-Frauenbundsvorsitzenden persönlich zu entschuldigen. Ist aber meiner Ansicht nach kein Malheur, denn er hat auch die Bundesjustizministerin etwas scharf angegriffen, und sich auch da nicht entschuldigt.

  • Veronika

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    Jetzt muss ich leider doch noch mal, aber vielleicht bin ich die erste Person die es bringt, dass Bischof Müller zumindest bei der Kath. Kirche in Deutschland vielleicht schon „abgesägt“ ist.

    Wer interessiert ist, der suche einmal in der deutschen Wikipedia nach „Gerhard Ludwig Müller“. Da ist schon fast Minuten genau gelistet, was erst vor wenigen Tagen vorgefallen ist.
    Schon komisch! Ich arbeite selbst bei einigen Artikeln mit, aber so viel Mühe macht sich nur jemand, der diesen Bischof unbedingt loshaben will.

  • Frauenbundmitglied

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    Lieber Helmut Matias, ich stimme Ihnen voll und ganz zu! Dieser Bischof ist eine Zumutung nicht nur für
    unser Bistum, sondern für die Kirche überhaupt. Der bringt es fertig, daß die besten Leute der Kirche den
    Rücken kehren. Glaubt er wirklich, daß er sich damit in Rom lieb Kind machen kann.
    Müller geht es weder um Religion, noch um Glauben, sondern einzig allein um Stimmungmache; sein
    einziger Wunsch ist es, Kardinal zu werden und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Ob die in Rom so einen
    wollen, sei dahingestellt, denn bisher hat sich noch nichts getan.

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