SOZIALES SCHAUFENSTER

Unterschriften für den "Radentscheid"

Radlbündnis rollt roten Teppich aus

Per Bürgerbegehren fordert ein Zusammenschluss verschiedenster Vereine und Initiativen ein durchgängiges Netz von Hauptrouten für den Fahrradverkehr. Vergangene Woche begann die Unterschriftensammlung.

Attraktive Hauptrouten für den Fahrradverkehr fordert das Bündnis mit seinem Radentscheid. Fotos: Bothner

Schon länger wird auf unterschiedlichen Ebenen darüber diskutiert, wie ein fahrradfreundliches Regensburg auszusehen hat und was dafür getan werden muss. Auch die Stadt beschäftigt sich intensiv mit diesen Fragen. Doch vielen gehen die Planungen nicht schnell genug. Sie sehen noch viel Nachholbedarf. Vergangene Woche startete deshalb das Bündnis Radentscheid Regensburg die Unterschriftensammlung für einen Bürgerentscheid. Am Schwanenplatz wurde dazu den Radfahrern ein symbolischer roter Teppich ausgerollt, über den etwa ein Dutzend der Bündnispartner dann ein paar Runden auf ihren Drahteseln fuhren.

Fahrradrouten als vorrangiges Verkehrsziel

Den Organisatoren, zu denen der ADFC, der VCD, attac, Greenpeace, das Evangelische Bildungswerk und andere gehören geht es um ein möglichst attraktives Radwegenetz. Mehrere Aspekte seien hierfür entscheidend. „Unser Hauptanliegen ist die Gestaltung von Haupttrassen für Fahrräder, die auch abseits der dicht befahrenen Autostraßen verlaufen“, so Wolfgang Bogie (VCD). Das sorge für mehr Sicherheit und Attraktivität. Entsprechend lautet die Frage für den angepeilten Bürgerentscheid:

„Soll die Stadt Regensburg ein Netz von durchgängigen Hauptrouten für den Fahrradverkehr schaffen und dies vorrangig als verkehrspolitisches Ziel der Stadtentwicklung verfolgen?“

Dabei müssen solche Forderungen nicht immer mit viel Aufwand verbunden sein, das wollen die Organisatoren deutlich machen. Die Bischof-Wittmann-Straße in Kumpfmühl etwa, die derzeit eine zweispurige Einbahnstraße ist, könnte in eine einspurige Straße in beide Richtungen umgestaltet werden. Dadurch wiederum wäre es für Bogie möglich die Kumpfmühlerstraße als reine Fahrradtrasse zu nutzen.

Laut Michael Achmann, einer der sieben Sprecher des Bündnisses, dürfe man nicht übersehen, dass Sicherheitsempfindungen stets subjektiv sind und hier manchmal schon kleine Veränderungen viel bewirken können. „Straßenpoller, Bäume oder ähnliches zur klareren Trennung von Rad- und Autostraße können das Radfahren angenehmer gestalten“, so Achmann weiter. Sogenannte Protected Bike Lanes (PBL), die bereits in den USA, aber auch in Berlin erfolgreich eingesetzt werden, könnten auch den Regensburger Radverkehr sicherer machen und mehr Leute auf das Fahrrad steigen lassen, so die Hoffnung des Bündnisses.

„Lediglich erprobte Konzepte nachmachen.“

Auf den Seiten des ADFC heißt es hierzu:

„Man nimmt dem Autoverkehr eine Spur weg – und legt darauf einen mindestens zwei Meter breiten, geschützten Radfahrstreifen an. Durch eine aufgemalte Pufferzone von mindestens 85 Zentimetern und eine schnell aufzubringende bauliche Barriere (Poller, Blumenkübel, Betonelemente o.ä.) schützt man die neue Radspur vor dem Überfahren und Zuparken durch den Autoverkehr. Vom Fußweg sind PBL meist durch die Bordsteinkante getrennt.“

Es gehe also nicht darum das Rad neu zu erfinden, wie Heinz Stumpe meint, „wir müssen lediglich erprobte Konzepte nachmachen.“ Dazu gehöre auch die Neugestaltung von Kreuzungen. Gerade hier steige das Risiko für Radfahrer enorm an. Durch intelligentere Ampelschaltungen habe man in Städten wie Kopenhagen viel erreichen können, ergänzt Stumpe.

Begleitend zu einem neuen Verkehrsplan sieht Ernst Seidemann auch die Gestaltung von Abstellmöglichkeiten als notwendig an. In Form von Fahrradparkhäusern könnte so nicht nur im Bereich des Bahnhofs das Parken von Fahrrädern erleichtert werden und für Ordnung sorgen. „Derzeit ist am Bahnhof hier eher ein großes Chaos zu sehen“, erklärt Seidemann. Städte, wie Augsburg, Amberg und Bremen haben hier bereits vorgelegt.

6.000 Unterschriften nötig

Mit dem nun gestarteten Radentscheid wolle man auch gar nicht gegen die Politik arbeiten. „Vielmehr wollen wir diejenigen in der Stadt, die schon gute Ideen haben, unterstützen und ein Signal aus der Gesellschaft geben, dass das von vielen gewollt wird“, betont Achmann den Gedanken hinter dem Bürgerentscheid. „Leider werden gute Ideen oft gedämpft oder verworfen“, findet Regine Wörle (ADFC) und fügt hinzu: „Auch die Fußgänger müssen bei all diesen Überlegungen natürlich mitgedacht werden. Uns geht es darum für alle Verkehrsteilnehmer einen sicheren und attraktiven Verkehrsplan zu entwickeln.“ Wenn am Ende Menschen auf das Auto verzichten und künftig mit dem Rad durch die Stadt fahren habe man natürlich nichts dagegen.

Etwas mehr als 6.000 Unterschriften müssen am Ende zusammenkommen, um einen Bürgerentscheid zu initiieren und die Politik in die Pflicht zu nehmen. Bei den Organisatoren ist man hier guter Dinge und hofft bis zum Herbst einen Großteil geschafft zu haben.

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Kommentare (27)

  • Gerlinde

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    u.a. Wünsche an den neuen OB:
    -Fahrradverbot in allen Fußgängerbereichen, Gehwegen
    -Fahrradverbot entgegen der Einbahnstrassen
    -sichere Fahrradabstellplätze durch Rückbau von öffentlichen Bewohnerparkplätzen
    Bereits vor langer Zeit haben sich schlaue Leute auch schon Gedanken über die Radlfahrer gemacht
    https://www.zeit.de/online/2009/20/auto-fahrrad-1969/komplettansicht

  • Burgweintinger

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    Oh Gerlinde…

    eine gute Sache des suspendierten OB war die Öffnung des Fußgängerbereiches und (entgegen) der Einbahnstrassen für den Radverkehr

    noch etwas Gerlinde (dem Namen nach sind Sie wahrscheinlich schon älteren Semesters und haben keinen Sinn mehr für die jüngeren Verkehrsteilnehmer…):
    Kinder bis 8 Jahre müssen mit ihrem Fahrrad den Gehweg benutzen, Kinder zwischen 8 bis 10 Jahren dürfen den Gehweg benutzen…

    dass man im Alter immer so intolerant werden muss…

  • corazondemelon

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    Fahrradstraßen sind absolut notwendig.
    Gerade am Beispiel des hier gezeigten Schwanenplatzes, einem der Einfallstore für Fahrradfahrer von Norden her kommend. Im Hintergrund des zweiten Fotos ist die Situation zu sehen, und die bietet das beste Beispiel für den offensichtlichen Handlungsbedarf. Hier gab es früher einen zwar schmalen, aber immerhin, es gab einen Fahrradweg. Bei der Neugestaltung dieser Platzfolge wurde der Fahrradweg ersatzlos gestrichen. Das wäre in Ordnung, wenn der Bereich auf 30 km/h begrenzt würde.
    Dem ist aber nicht so. Vor einigen Wochen wurde kurz vor Beginn der Umweltzone (!) ein neues Schild aufgehängt mit erlaubten 50 km/h. Das heißt für viele Autos und auch Busse, mit 50 km/h + x über die Brücke zu schießen, an der Römermauer vorbei und unter dem Kolpinghaus ob des folgenden Verkehrsteilers den eben überholten Fahrradfahrer an den Randstein zu drängen, nur um an der Ampel am Dachauplatz bei Rot anhalten zu müssen.
    Fahrradfreundliches Regensburg? Da müssen vorher noch einige Betonköpfe in der Verwaltung pensioniert werden.

  • Felix

    |

    Auch ich bin schon ein älteres Semester und erinnere mich noch, dass ich als Schüler vor 50 Jahren die Prüfeninger Straße stadteinwärts auf der damals noch wenig befahrenen Straße (einen Radweg gab es nicht) von der Schule heimradeln musste. 50 Jahre und viele Stadtratskoalitionen später hat sich an dieser Situation nichts geändert, außer dass die Prüfeninger Straße (immer noch ohne Radweg) inzwischen stark befahren ist. Und genau hier setzt der Radentscheid an: Das Schaffen von Fahrradtrassen entlang großer, vielbefahrener Straßen! Das Beispiel Prüfeninger Straße zeigt deutlich, dass es in Regensburg bezüglich einer Förderung des Radverkehrs ohne einen „Tritt in den Hintern“ offensichtlich nicht geht!

  • R.G.

    |

    @Burgweintinger
    „noch etwas Gerlinde (dem Namen nach sind Sie wahrscheinlich schon älteren Semesters und haben keinen Sinn mehr für die jüngeren Verkehrsteilnehmer…):“

    Ehrlich, das empfinde ich als grobe Diskriminierung, wenn man sich nicht mal mehr um Argumente bemüht, sondern dem Meinungsgegner unter Hinweis auf sein wahrscheinliches Alter gleich grundsätzliche Intoleranz unterstellt.

    Manchmal wenn mir die stumpfsinnige Vorurteilshaftigkeit konkreter junger Menschen aus meinem Umkreis so richtig die Laune verdirbt, unterhalte ich mich mit einer frischen und weltoffenen sechsundneunzig Jahre alten Frau. Danach ist die Welt wieder heller.
    In unsere Nachbarschaft sind nun junge Familien mit Kindern gezogen. Ein typischer Morgen spielt sich so ab, irgendwann poltern ein – immer nur im Steigenhaus fieses und boshaftes – älteres Mädchen und ein von ihr getrieztes kleineres Geschwisterchen unter Geschrei die Treppe herunter, hinterher ein keifendes Elternteil, das sich über den lauten Nachwuchs beschwert und nachsetzt, das störe die bösen (!) Nachbarn.

    Die eingesessenen Alten bereden sich etwas später sehr häufig darüber, wie man die vorhandene Kinderfreundlichkeit doch nur den Neuen vermitteln könnte, dann wären die Eltern nicht mehr so gespannt und die Kinder wahrscheinlich entspannter.

    Es kann bei der Userin Gerlinde ebenso ehrliche Sorge Grundlage ihrer Wünsche bezüglich der Radfahrer sein. Haben Sie das überhaupt in Erwägung gezogen?

  • Burgweintinger

    |

    @ R.G.

    Diskriminierung ist nicht meine Absicht…, die Intoleranz beziehe ich auf die aufgelisteten Forderungen der Userin Gerlinde

    das, was Sie von sich geben, ist mitnichten besser…

    Haben Sie den Link der Userin Gerlinde gelesen? Mal davon abgesehen, dass dieser verlinkte Artikel so aktuell ist, wie …, na das lass ich lieber, sonst diskriminiere ich wieder…

    Tut mir leid, daraus interpretiere ich nicht ein pro Radfahrer, sondern das komplette Gegenteil!
    Wer heute noch für weniger Radfahrer und mehr Autofahrer (im Stadtgebiet) ist, der ist für mich sehr alt im Geiste…

  • Burgweintinger

    |

    @ R.G.

    „Die eingesessenen Alten bereden sich etwas später sehr häufig darüber, wie man die vorhandene Kinderfreundlichkeit doch nur den Neuen vermitteln könnte, dann wären die Eltern nicht mehr so gespannt und die Kinder wahrscheinlich entspannter.“

    Tipp: Reden sie doch einfach mit den neuen Nachbarn…, noch besser, reden Sie doch mal mit den Kindern der neuen Nachbarn und vergessen Sie nicht dabei, ein freundliches Gesicht zu machen…

  • R.G.

    |

    @Burgweintinger
    Die neuen Nachbarn reden mit den Alten und Jüngeren grundsätzlich nicht, da lässt sich leider derzeit nichts machen.

    Wie man in Regensburg für Fußgänger und Radfahrer bestmöglich planen kann, erfährt man, wenn man vor allem auf die Argumente achtet, weshalb jemand zu seiner Entscheidung kam. Zu Beginn ist das Nein oder Ja noch nicht so wichtig, hilfreich sind die jeweiligen Begründungen, weil sie die realen Probleme im Verkehrsalltag abbilden können.

  • Christa Paul

    |

    Oh Burgweintinger…
    Neben ihren starken Worten, sind auch derartige Töne aus ‚Wihmuntinga‘ hoffentlich in Zukunft seltener.
    „Hartl lässt sich, aufgestachelt vom Wetter, schließlich zu der Forderung hinreißen, Burgweinting nach seiner Wahl dem Erdboden gleichzumachen.“
    https://www.regensburg-digital.de/im-reich-des-ribislkoenigs/29042019/

  • Gerdl

    |

    @ Gerlinde
    Sie sprechen sehr vielen aus der Seele. Leider trauen sich dies die meisten nicht offen auszusprechen um nicht gleich auch noch in die „rechte“ Ecke gestellt zu werden.
    Und an alle „Radfahrer“: achtet die Verkehrsregeln, lernt was „Rechts vor Links“ heißt und nimmt endlich Rücksicht auf Fußgänger.

  • Mathidle Vietze

    |

    Die gorße Mehrzahl der Radfahrer, auch der Jugendlichen, ist rücksichtsvoll. Und wenn
    ,man die Rowdys und Rüpel mit ordentichen Geldstrafen belegt, wird das Problem sehr
    bald gelöst sein.

  • Spaziergänger

    |

    Die Bildchen zeigen einen einfachen Weg Radlzonen
    zu kennzeichnen. Wenn in Fußgängerbereichen in Fußgänger schwachen Zeiten Radlfahren erlaubt wird kommt das Team und breitet den roten (ebike?) und den blauen Teppich (Touris?) aus. Vielleicht sollte man noch einen grünen Teppich für (die mit ohne Strom) Ökoradler einführen.
    Danach kommen die Helferlein und räumen wieder alles auf. Mit der Abteilung Biotonnenwascher können die Teppiche gereinigt werden.
    Wer meint, das sei nicht machbar muss nur den Aufwand für den mobilen Hochwasserschutz anschauen und der geht in die zig Millionen.

  • highwayfloh

    |

    Zur Sicherheit der Radfahrer möchte ich folgendes Anmerken:

    Leider sind immer wieder Fahrradfahrer unterwegs die bei Dunkelheit, Regen etc. Ohne Licht unterwegs sind und dunkle Kleidung tragen. Es gibt doch mittlwerweile Batteriebetriebene Lampen fürs Fahrrad, warum werden die nicht genutzt? Ebenso nervig sind die Geisterradler. Neulich kam mir einer ohne Licht im Unitunnel entgegen – ohne Licht. Weiterhin beobachte ich regelmäßig an der Bushaltestelle Arcaden-Süd in Richtung Galgenberg, dass dort die Radfahrer, sobald man mit dem Bus hält und die Fahrgäste ein- und aussteigen lässt, ohne Rücksicht auf Verluste weiterbrettern, obwohl sie eigentlich anhalten und warten müssten. All dies muss doch nicht sein.

    Weiterhin gibt es mit der neuen Ampelregelung an der Kumpfmühlerbrücke Richtung Bahnhof ein Problem, auf das ich die Stadt Regensburg schon telefonisch aufmerksam gemacht habe:

    Zeitweilig ist die Autofahrerampel auf der rechten Seite für das Geradeausfahren auf grün, während die Rechtsabbiegerampel auf rot ist. Viele Verkehrsteilnehmer verwechseln dies und biegen trotz roter Ampel nach rechts ab. Bin gespannt wie, und ob die Stadt darauf reagiert.

  • Burgweintinger

    |

    Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer in Regensburg möchte ich folgendes anmerken:

    Leider sind immer wieder Autofahrer unterwegs, die bei Dunkelheit, Regen, Tageslicht etc., deren Auto schwarz- oder antrazitlackiert ist. Es gibt mittlerweile Lackierungen, die wesentlich auffälliger sind. Ebenso nervig sind die Autoraser, die in der Stadt mit 60, 70, 80 und noch mehr kmh unterwegs sind.
    Neulich kam mir einer in der Gsandtenstraße, aus der Spiegelstraße mit seinem SUV vor die Nase geschossen ohne auffällige Lackierung. Gott sei Dank konnten die anderen Verkehrsteilnehmer (und ich) noch zur Seite springen, der bretterte mit seinem Rammbock einfach weiter ohne Rücksicht auf Verluste, obwohl er in der Fußgängerzone keine Vorfahrt hat. All dies muss doch nicht sein.

    Sorry, aber ich musste einfach…

  • Piedro

    |

    Schickt doch eure Hanseln einfach mal ein paar Tage nach Münster, da können sie was lernen. Der KFZ-Verkehr wird durch die Radwege gar nicht oder kaum eingeschränkt, auf manchen Strecken fahren täglich tausende Radler, an gefährlichen Kreuzungen sind die Radwege über die Kreuzung hinaus rot, damit auch der letzte Depp mitkriegt, dass er nicht allein auf der Straße ist, wo es möglich ist dürfen Radler gegen die Einbahn fahren, ohne Probleme. Schwierig sind nur die Abstellplätze, mancherorts behindern die Räder den Fußgängerverkehr enorm, weil Radler genauso rücksichtslos und deppert sein können wie Autofahrer. Wenn viele Radler wegen schlechten Wetters aufs Auto umsteigen merkt man das sofort, dann sind die Straßen voll, der Verkehr stockt… Und man merkt wie wohltuend diese Radlerkultur für alle ist, auch für die, die mit Auto vorwärts kommen müssen. Nur die Kamikazeradler sind eine Pest, an die muss man sich gewöhnen, aber die sind weniger gefährlich als in anderen Städten, wo sie genauso rücksichtslos fahren, aber die Autofahrer den Begriff Schulterblick erst nachlesen müssen.

  • Hans

    |

    Geschätztes Stimmungsbild der Kommentatoren hier: „Radler raus aus der Fussgängerzone“.

    Nur: Wie wollt Ihr dann weg vom Auto? Ach so: eben gar nicht.

    Es ist schon Richtig, „Respekt bewegt“ war ein Anfang und dann hat man aufgehört das weiter zu führen. Konkret brauchts (wie auf den farbverblasstenGrieser Steh) Bereiche nur für Radler und abgetrente für Fußgänger. Unüberseh´bar farblich markiert (siehe auch Strassburg).

    Dann hören mal überflüssige Konflikte auf. Der Füßgänger beschwert sich über „rücksichtslose Radler“ (Anwesenheit genügt hierfür) und die Fußgänger dürfen dafür wie die Hühner die Richtung wechseln ohne zu schauen. Wobei die Hühner gern Touris oder Reinländer sind.
    Verrückterweise machen diese Hühner artig und flott Platz wenn sich ein SUV nähert. Der gehört ja schließlich in die „Füßgängerzone“ (oder wars gar keine?)

    Mich hat übrigens schon mal so ein überfreundlicher bedachter Fußläufer mit Gewalt versucht vom Radl zu holen – wegen seinem Recht meinte der.

    Wer A sagt muss auch B sagen: Da gehören klare Hinweise (in Farben) und auch ggf. Regeln her.

    Übrigens sind wir mutmasslich fast alle Füßgänger, Radler und Autofahrer im Wechsel. Bis auf diejenigen die vom Radel fallen würden.

  • R.G.

    |

    Zu:
    „nicht übersehen, dass Sicherheitsempfindungen stets subjektiv sind und hier manchmal schon kleine Veränderungen viel bewirken können.“
    Das gilt in der Folge hoffentlich für Fußgeher, Radfahrende, Autofahrer, Großautofahrer (Z.B. der von Verantwortungsgefühl getragene Profi highwayfloh). Hoffentlich befragt man sie alle, wie ihrer Meinung nach Radfahren gefördert, und gleichzeitig gesichert werden kann, ohne die Sicherheit der anderen Straßennutzer zu mindern.

    “ manchmal schon kleine Veränderungen viel bewirken können. „Straßenpoller, Bäume oder ähnliches zur klareren Trennung von Rad- und Autostraße können das Radfahren angenehmer gestalten!
    Hoffentlich werdeng leiche „Straßenpoller, Bäume oder ähnliches zur klareren Trennung von“ Fußgehern und Radfahrern Pflicht.

    Ich würde aber andersrum vorgehen.
    Nachfragen, wo es zu unangenehmen oder gefährlichen Situationen zwischen ungleichen Verkehrsteilnehmern gekommen sei, bzw. wo Bürger mit wenig Mitteln Veränderungsmöglichkeiten sehen.

    Dabei während der Gespräche mit den Echtmenschen z.B. von ihnen selbst mit passendem Stiften den Ort der erlebten Gefahrensituation eintragen (lassen).
    Ich erinnere zum Beispiel, als Kind lebte ich zwschendurch für Monate in einer fernen Stadt mit einer gefühlt lebensgefährlichen Kreuzung. Da wo die kleinen Schüler sich am gejagtesten fühlten, passierten dann wirklich tödliche Unfälle.
    Neulich suchte ich im Netz Berichte über die Straße, weil ich ein Klassentreffen vorbereiten wollte. Ich fand Bilder einer völlig umgebauten, viel sichereren Kreuzung, und Artikel über tödliche Unfälle- wieder da, wo schon damals die wirklich schwächsten Nutzer das Gefahrenpotential am größten erlebt hatten, die Planer aber nicht mal einen Hauch eines Problems sehen wollen.

    Jeder neue Radweg ist so schlecht wie das Stück, wo wieder unterschiedliche Verkehrsteilnehmer aufeinandertreffen.

    Bei eigenen (Einbahn-)Spuren für Radfahrer fällt mir Radfahrer die Frage ein, ob man für wenige ab den kalten Tagen im Herbst sich noch zweirädrig Fortbewegende wirklich eine ganze Straßenseite ganzjährig reservieren möchte.
    P.S.: Übrigens bin ich der Meinung, die Erfinder sollten sich ein Fahrrad einfallen lassen, das vor sich einen lila Teppich auswirft und hinter sich wieder einrollt, und überall wo Lila ist, soll Radweg sein.

  • highwayfloh

    |

    @Burgweintinger:

    Warum diese Häme? Es ging nicht um pauschaliertes draufhauen meinerseits, sondern darum aufzuzeigen, dass es – leider – auch sehr viele „Kampfradler“ gibt, die sich – gegen jede Vernunft – über alle Regeln hinwegsetzen und fahrlässig bis mutwillig sich selbst und andere mit Ihrem Verhalten gefährden. Nicht mehr und nicht weniger.

    Unbestritten ist ebenso, dass sich auch andere Verkehrsteilnehmer oft rücksichtslos verhalten anstatt den §1 der StVo zu beherzigen und im täglichen Verkehrsgeschehen anzuwenden und den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen – leider.

  • Bürni

    |

    Was ich in Diskussionen wie dieser immer wieder vermisse, ist die Feststellung, dass wir alle doch meist Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichermaßen sind. Gegenseitige Rücksichtnahme sollte etwas sein, was jede/r leisten sollen könnte! Ein bisschen Selbstreflexion und Gelassenheit im Straßenverkehr wäre zudem nicht schlecht. Es nervt mich, wenn mit „Argumenten“ wie Rowdie-Radler pauschalisiert wird. Depperte gibts in jeder Ausführung, aber Menschen, die aus Unachtsamkeit einen Fehler machen, auch. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob dies ein zu naiver Wunsch ist, hoffe ich sehr, dass in Regensburg die Verkehrswende kommt!

  • R.G.

    |

    Bürni schreibt:
    „Was ich in Diskussionen wie dieser immer wieder vermisse, ist die Feststellung, dass wir alle doch meist Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichermaßen sind. Gegenseitige Rücksichtnahme sollte etwas sein, was jede/r leisten sollen könnte!“

    Klingt wie Weihnachtsfrieden.
    Scheint jedes Jahr käuflich zu erwerben sein.
    Wenn mir als Fußgeher an der gleichen Kreuzung und selber Stelle unterschiedliche Radfahrer an verschiedenen Tagen beinahe durch meinen Körper gefahren wären, dann hilft mir kein frommer Spruch gegen die Angst, es könne dort nochmal passieren, dass mich der auf der rechtesten Spur fahrende Verkehsteilnehmer nicht sieht oder sehen will.

    Bürger haben berechtigt aus Erlebnissen gespeiste Vorbehalte gegen andersartig sich Fortbewegende, sie verhalten sich je nach geh- oder fahrbarem Untersatz des Tages unterschiedlich – ein von ihnen selbst nicht wahrgenommenes Verhalten.
    Ein mir bekannter Radbote einer Millionenstadt brettert abenteuerlich dreist durch Betonlandschaften, selbst über Begrenzungsmauern und Stiegen ; fährt er bei Heimatbesuchen mit Papas Luxusschlitten, sieht er plötzlich lauter idiotisch unvorsichtige Radfahrer rund um sich.

    Ich begegne jeder Radlerinitiative ablehnend, wenn sie als Lösung der Probleme ausschließlich neue Brücken oder Straßen für Radler fordert, und sich nicht zuerst oder gleichzeitig den schon bekannten Gefahrenstellen, den Nadelöhren vor und nach Brücken und Kreuzungen sowie am Ende von Radwegen, den Rechtsabbieger-Ampelschaltungen, und berechtigten Ängsten schwächerer Verkehrsteilnehmer widmet. Dass bisher keine Radfahrer-Initiative E-Rollstuhlfahrer, händische zu betreibende Rollis und Aktiv- Rollis mit vorgespanntem Rad in ihre Planungen einschloss, disqualifiziert sie ohnehin gänzens, daher:

    Regensburger Radlerinitiativen: Zurück an den Start!

  • Tobias

    |

    Ach, die Radfahrer wollen wieder mal etwas. Ich bin jeden Tag ca. 20 Minuten im Stadtverkehr unterwegs, wenn ich zur und von der Arbeit pendle. In diesen 20 Minuten merkt man, wie asozial und unverschämt die Regensburger Radler sind. Das sage ich als Fußgänger und als Bus-Mitfahrer.

    Wenn wir eine Dashcam-Compilation aufbauen würden, hätten wir in einer Woche eine 10-Minuten-Radfahrer-Zusammenstellung zusammen..

    Beispiele?
    *Häufiges Rotfahren. Eine Ampel schaltet rot, und man fährt prinzipiell noch drüber, weil es noch ein „frisches“ rot ist. Rot ist rot, Punkt. Dass die Rechtsabbieger einen Grünen Pfeil kriegen interessiert die nicht – und wenn die Rotfahrer dann überrollt werden, dann werden wieder diese bekloppten weißen Räder aufgestellt.

    * Keine Handzeichen: Man hat Grün, die Fußgänger und Radlfahrer schon rot. Autoverkehr möchte rechts abbiegen, sieht aber einen Radlfahrer heranrasen, wird nicht langsamer. Folglich traut sich der Abbieger nicht zu fahren, trotz eindeutiger Ampelschaltung. Radfahrer fährt noch immer mit 15 Sachen auf die Ampel zu um…nach rechts abzubiegen. Das kostet am DEZ oder auf der Nibelungenbrücke fünf, sechs Fahrzeugen das Abbiegen, und somit Stau. Sich selber aber über nicht-Blinkende PKW aufregen..

    * „Ich bin der Schwächere“ – Selbsterhaltungstrieb haben die Radler weniger. Da wird auf die Weißenburg’sche Taxi-Bus- und Radlspur aufgefahren, als wäre es eine private Tour de France-Strecke. So kommt man unter die Räder des RVV und RBO, und dann wird wieder gejammert, wie gefährlich das ist.

    Eltern mit Kinderanhänger oder Kindern erziehen diese nicht. Da wird über Verkehrsinseln und Kreisverkehre gefahren als wären sie im Unverwundbar-Modus. Ich hatte als Kind höllischen Respekt vor jedem Kreisel, und auch jetzt ist mir das nix. Wenn aber gesagt und gehandelt wird wie: „Die müssen anhalten, wenn Du am Zebrastreifen oder einer Verkehrsinsel bist“, dann braucht man sich nicht wundern, wenn einem als Autofahrer quasi ständig das Recht genommen und die Regeln gebrochen werden.

    * Fehlende Ausstattung: Beleuchtung? Oder eine gelbe Jacke? Reflektoren sind uncool! Der Sticker: „nicht für die StVO zugelassen“ übersehen viele Radlfahrer angesichts ihrer nicht vollständig ausgestatteten Räder.

    * Radfahrer in der Fußgängerzone – Selbsterklärendes Paradoxon.

    Ich könnte noch ewig weitermachen, aber dies sind dann arge Einzelfälle (etwa die junge Radfahrerin, die gemütlich auf der Mitte der Straße Richtung Museum der bayerischen Geschichte fährt und URPLÖTZLICH stehenbleibt, weil sie links bei Leder Lärm abbiegen möchte und sich vermutlich nicht sicher ist. Ich war im 3er-Bus dahinter, als der Fahrer in die Eisen steigen musste, da trotz Sicherheitsabstand ein Fahrrad nun einmal weniger Bremsweg hat als ein Citaro. Wir flogen natürlich alle durch den Bus.

    Ebenfalls im Bus, diesmal im 1er, wieder durch den Bus geflogen da starke Bremsung notwenig: Richtung Innenstadt, beim Bahnhof. Dort gibt es vor der Maximilianstraße, vor der Haltestelle Ernst-Reuter-Platz diese Ketten und das Schild, dass dort kein Übergang ist, weil eben die 45°-Fahrzeugführung eine schlechte Übersicht zulässt. Dor sind dann halt ein paar Radler rüber und auf der Straße stehengeblieben, weil sie eben die Ketten dort hatten. Wir, im 1er sind gerade mit normaler Geschwindigkeit um die Ecke gekommen, nur um dort drei Radlfahrer zu sehen, die ihre Radln im Stehen umdrehen müssen. Faher nur durch das Fenster: „Was macht’sn na ihr für an Schmarrn daa?“ und die zucken nur mit den Schultern, als ob ein Gelenkbus zur Vollbremsung bringen okay sei. Keine Einsicht nix!)

    Danke, Radlfahrer in Regensburg! Ihr seid echt rücksichtsvoll!

  • mkv

    |

    Vorfahrt Rad, erklärter Klimanotstand

    „Ich atme immer noch lieber die Abgase von zehn Radfahrern ein als die von einem Auto.“
    Dr. von Hirschhausen
    https://www.spektrum.de/kolumne/klimaschutz-ist-aktive-gesundheitspflege/1637606

    Das englische Parlament hat einstimmig den Klimanotstand erklärt. Zeit, auch in R. die Uhren anders zu stellen. Step by step. Massenhaftes Umsteigen auf das Rad, um in das Altstadtzentrum zu kommen, ist das Gebot der Stunde. Dazu werden auch Fahrbahnen, die heut den Autos „gehören“, den Radfahern zuzuweisen sein. Je eher wir damit anfangen, desto besser für alle.

    Ein Thema für den 2020-Wahlkampf.

  • Wer im Glashaus sitzt ...

    |

    @ Tobias
    Anzahl der Rotlichtverstöße laut Statistik der „Unfallforschung der Versicherer“:
    1. Platz: Fußgänger (49 % beobachtete Rotlichtverstöße)
    2. Platz: Radfahrer (43 % beobachtete Rotlichtverstöße)
    3. Platz: Autos (37 % beobachtete Rotlichtverstöße)
    Sie sollten nicht mit Steinen werfen!

  • R.G.

    |

    @Wer im Glashaus sitzt
    Sonst sind mir Tobias‘ Ansichten häufig fremd, hier hat der Nutzer genau das gemacht, was gute Verkehrsplaner möchten; jeder soll die seiner Meinung nach kritischen Situationen beschreiben.

    Angenommen es kritisiert keiner sich selbst, sondern schildert nur die bei anderen beobachteten Verstöße.
    Damit erhält man in der Gesamtschau annähernd die ganze Erlebnisrealität der Menge.

    Das konstruktive Erzählen kommt hinter dem Eruptiven, in anderen Worten, lasse die Leute gemäßigt herausschimpfen und höre trotzdem dem Grundgehalt ihrer hilfreichen Aussagen zu!

    Sie schreiben:
    „1. Platz: Fußgänger (49 % beobachtete Rotlichtverstöße)
    2. Platz: Radfahrer (43 % beobachtete Rotlichtverstöße)
    3. Platz: Autos (37 % beobachtete Rotlichtverstöße)“

    Ich nehme beispielshaft die Fußgeher und erweitere um unbekannte Prozente, weil ich an jene unter Umständen sehr alten Menschen denke, die extra 15 Meter vor einer geregelten Kreuzung todesmutig über die Straße rennen.

    Das hat häufig triftige Gründe, wenn ein Fußgeher die erlaubte Grünphase für gefährlicher hält, als ein selbstmörderisches Verhalten quer durch den Fließverkehr.
    Ein Teil der Älteren bemerkt es nicht einmal, und hat dennoch ein sich mit den Jahren immer mehr einschränkendes Gesichtsfeld. Männern schreibt man ein – nachdem Tests uns auch hier über einen Geschlechtsunterschied belehrten – eine häufiger eingeengtere Wahrnehmung zu (Tunnelblick), Frauen blickten dafür weitläufiger. Ein Elternteil mit Kinderwagen schaut logisch zugewandter, also öfters Richtung Kind.

    Der aus Sicht der Autofahrer rechts abbiegende „Gegner“ kommt damit für einen größeren Teil der erwachsenen Fußgeher von außerhalb des sicht- oder verarbeitbaren Gesichtssfeldes abrupt wie ein Angreifer von der Seite zu. Um das zu verhindern, blendet man die anderen Gefahren aus und geht vielleicht kurz vor dem Fußgeherübergang oder in der Rotphase über die Straße.
    Am Beginn des Fehlverhaltens steht eine Bewältigungsstrategie.

    Um zu erfahren, welche realen Probleme wir derzeit in der Verkehrsplanung so schlecht lösen, dass sie jeder selbst auf seine Art bewältigen zu müssen/dürfen glaubt, muss man die Fragetechnik ändern.

    Ein alter Mensch (ich selbst) geht/gehe 15 Meter vor der Kreuzung durch den Fließverkehr über die Straße, weil beim Fußweg an der Ampel…..(den Satz fertigstellen lassen!).
    Oder: Ein alter Mensch fürchtet sich weniger, 15 Meter vor der Ampel die Straße zu queren, als beim Schutzweg in der Grünschaltung. Was könnte der Grund sein?

    Wir brauchen nicht, wie stereotyp gefordert, einach mehr sinnfreie Rücksichtnahme, sondern zuerst mehr Wissen über die unterschiedliche Wahrnehmungsqualität samt folgenden Handlungen sogar ein- und desselben Menschen, je nachdem ob er als Buslenker, Autofahrer, Zweiradfahrer, Rollstuhllenker oder Rollstuhl händisch Antreibender, Rollatorfahrer, Einkaufstaschenzieher, Fußgeher, Dahinhumpelnder, Gehörloser oder /Gesichtsfeldeingeschränkter/Sehschwacher/Blinder unterwegs war/ist.

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