SOZIALES SCHAUFENSTER

Wissenschaftliche Rückendeckung für Klimaprotest

Gegen die „alten weißen Männer“

Am 29. November fand der vierte weltweite Klimastreik statt. In mehreren tausend Städten gingen über eine Millionen Menschen auf die Straße. In Regensburg waren es an die tausend, die sich der Demonstration von Fridays for Future anschlossen und durch die Altstadt zogen. Bereits am Donnerstag sprach der renommierte Klimafolgenforscher Prof. Hans-Joachim Schellnhuber an der Universität Regensburg und warnte vor einer Katastrophe, sollte die Politik nicht endlich aktiv werden.

Mit viel Krach zogen tausend Regensburger erneut durch die Stadt Foto: Bothner

Nach wie vor habe die Politik keine schlüssige Strategie, die Reduzierung der ausgestoßenen Treibhausgase tatsächlich umzusetzen, lautet am Freitag die Kritik überall in Deutschland. Denn manch einer, wie Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, tue sich schwer, etwa den beschlossenen Kohleausstieg voranzubringen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier zieht sich mit seiner Forderung, die in Bayern geltende Abstandsregel für Windkraftwerke bundesweit einzuführen, ebenfalls den Zorn der Klimabewegung zu.

Gegen eine veraltete Denkweise

Diese Politiker stehen laut Ferdinand Klemm, Mitorganisator der FFF-Bewegung in Regensburg, für ein veraltetes Denken. „Wenn wir sagen, es sind die alten, weißen Männer, die uns das ganze eingebrockt haben, dann meinen wir damit eine gewisse Einstellung. Es gibt so viele Menschen, die gemeinsam mit uns Jungen immer wieder auf die Straße gehen. Danke, dass ihr da seid. Aber es gibt noch immer diese alte Denke gegen die wir hier sind.“

„Warum tut die Politik noch immer nichts?“ Ferdinand Klemm ist sichtlich verärgert.

Dass die Politik zuviel Zeit verstreichen lasse, diese Einschätzung vertritt auch Dr. Hans-Joachim Schellnhuber. Der Gründer des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung veröffentlichte am vergangenen Mittwoch zusammen mit mehreren Kollegen einen detaillierten Bericht im Fachmagazin Nature. Die Forscher sind überzeugt, dass die derzeitigen klimatischen Entwicklungen noch schneller voranschreiten könnten, als bisher angenommen. Grund dafür seien insbesondere sogenannte Kippelemente des Klimasystems.

Klimawandel könnte noch schneller voranschreiten

„Unter diesen Kippelementen verstehen wir gewisse Ökosysteme, die durch die Erderwärmung zu kippen drohen, was weitere Effekte auslösen und somit eine Art Dominoeffekt zur Folge haben wird,“ erklärt Schellnhuber am Donnerstagabend im Rahmen des Dies Academicus der Universität Regensburg. Korallenriffe wie das australische Great Barrier Reef seien solch ein Kippelement. „Bereits bei einer Erderwärmung von zwei Grad werden so gut wie alle Korallenriffe absterben“, lauten die mahnenden Worte Schellnhubers, der einst in Regensburg studiert hat. Aber auch die Regenwälder, der Golfstrom und der Monsunregen auf der Indischen Halbinsel zählen dazu. „Kippt eines dieser Systeme, hat das Auswirkungen auf alle anderen.“ Der Golfstrom etwa werde vom abschmelzenden Eisschild der Arktis beeinflusst.

„Macht weiter. Wir brauchen euch.“ Schellnhuber (re.) besuchte die Klimaaktivisten vor seinem Vortrag. Foto: Bothner

Hier zeige sich deutlich, dass letztlich alles mit allem verbunden ist. „Wenn die Gletscher Grönlands und des ostarktischen Eisschilds schmelzen, hat das zudem einen Anstieg des Meeresspiegels von 70 Metern zur Folge.“ Florida wäre dann genauso verschwunden wie weite Teile Südenglands. „Der Brexit ist dann kein Thema mehr. Das Krimproblem hätten wir somit auch gelöst“, sagt Schellnhuber mit einem gewissen Sarkasmus. Ein Raunen geht durch das Audimax.

„Der Brexit ist dann kein Thema mehr“

„Venedig wird fast unausweichlich untergehen. Immer häufiger wird es zu Überschwemmungen des Markusplatzes kommen.“ Auch die Malediven, derzeit noch Urlaubsparadies, werde es dann nicht mehr geben. „Und trotzdem wird dort weiterhin ungehemmt ein Ressort nach dem anderen hoch gezogen“, konstatiert Schellnhuber. „Wenn wir jetzt versagen, dann in einer singulären, einzigartigen Weise“, bringt er die drohende Gefahr auf den Punkt.

Das Audimax mit seinen kalten, grauen Sichtbetonwänden, die steil  aufragen, und in den sich der Hall ein wenig verliert, scheint dabei der ideale Ort für den mahnenden Vortrag des Klimaforschers zu sein. Fast wirkt die Kulisse wie ein futuristischer unterirdischer Bunker, in den sich die letzten verbliebenen zurückgezogen  haben.

„Ergreifen Sie Partei für den richtigen Wandel“, fordert Schellnhuber am Donnerstag die Anwesenden auf Foto: Bothner

Der Mensch sei gleich in „doppelter Weise töricht“, konstatiert Schellnhuber. Die Regenwälder und Meere hätten bisher schlimmeres verhindert, da sie große Mengen an Treibhausgasen gespeichert haben. „Ohne es zu wissen haben wir mächtige Verbündete. Doch wir zerstören diese Verbündeten und das treibt den Klimawandel noch stärker voran.“

EU ruft Klimanotstand aus

Bereits vor seinem Festvortrag besucht Schellnhuber einige Klimaaktivisten, die direkt gegenüber des Audimax für 48 Stunden den Hörsaal H2 besetzen. „Haltet durch. Eure Gegner warten nur darauf, dass euch die Luft ausgeht“, spricht er den etwa 30 jungen Leuten zu. Gegenüber den geladenen Gästen aus Wissenschaft und Politik, darunter auch die Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Bürgermeister Jürgen Huber, betont er die Wichtigkeit der aktuellen Klimabewegung. „Greta Thunberg hat gezeigt, wie plötzlich, fast aus dem Nichts eine riesige weltweite Bewegung entstehen kann.“ Genau das brauche es jetzt, angesichts der drohenden Katastrophe.

Den vom EU-Parlament ausgerufenen Klimanotstand begrüße er. „Wir haben ohne Zweifel eine Notstandssituation.“ Denn die Reaktionszeit des derzeitigen Politik- und Wirtschaftssystems liege bei etwa 20 Jahren. „So lange braucht es mindestens, bis wir die gesamte Weltwirtschaft dekarbonisiert haben.“ Gleichzeitig habe die Menschheit nur noch 30 Jahre, um das Null-Emissionen-Ziel zu realisieren. Viel Zeit für Überlegungen und Abwartehaltungen gäbe es folglich nicht mehr. Denn „wir müssen pro zehn Jahre 50 Prozent der ausgestoßenen Treibhausgase einsparen, wollen wir die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad beschränken.“ Und selbst dann gäbe es bereits verheerende Auswirkungen.

„So geht keine Klimapolitik“

Schellnhubers Ausführungen sind Wasser auf die Mühlen der Klimaaktivisten. Doch von der Politik sind diese immer stärker enttäuscht. „Die AfD ist wenigstens ehrlich“, ruft Ferdinand Klemm sichtlich wütend am Freitag zu Beginn der Demo den Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz entgegen. „Diese Partei ist einfach widerlich. Aber die sagen zumindest offen, dass sie nicht an den menschengemachten Klimawandel glauben.“ Auf der anderen Seite stehe die Union, die zwar vom Klimawandel und dessen Folgen rede, „aber gleichzeitig den Mindestabstand für Windräder zu Wohngebieten auf Bundesebene festschreibt. So geht keine Klimapolitik.“

Die Demonstrierenden klatschen und rufen zustimmend. „Wir sind nun seit fast einem Jahr auf der Straße. Worauf wartet die Politik“, fragt der Student in die Runde und kritisiert auch die SPD, die es ebenfalls nicht schaffe die notwendigen Schritte einzuleiten.

„Wir geben nicht auf“

Für die Anwesenden ist jedenfalls eines klar: „Wir geben nicht auf. Wir haben noch viele Ideen, wie wir unseren Protest weiterführen können“, ruft Sophia Weigert unter Applaus und vielen Rufen. „Lasst uns heute Krach machen und so unseren Ärger über die Politik auf die Straße tragen.“ Dass bei der 25. UN-Klimakonferenz, die an diesem Wochenende in Mailand stattfindet, etwas Brauchbares herauskommen könnte, glauben hier nur wenige.

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Kommentare (53)

  • Tobias

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    Kleiner Fun-Fact am Rande: Für meinen Arbeitsweg (Albertstraße -> Nordgaustraße) haben wir alle 45 Minuten im Bus gebraucht (statt 7 Minuten). Die Straßen waren voll, eng (stadtauswärts Richtung Stobäusplatz haben sich Kranfahrzeuge und MEINDL-Müllwagen Auspuff an Auspuff „angeguckt“) und eine konzentrierte, langsame Masse an Verbrennermotoren hat eine x-fache Umwelbelastung verursacht. Das war sowas von absurd, eine dreiviertelstunde im Stau zu stehen und damit ein 7x langeres Fahren (und damit 7facher Schadstoffausstoß) für eine Klima“demonstration“ zu verursachen. Und nein, nach meinem 8-Stunden-Tag fahre ich nicht noch einmal Fahrrad, das können die Büro-Sesselpuper oder Schulkinder machen, nur vormittags ebenfalls nur sitzen.

  • joey

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    „worauf wartet Ihr?“
    Regensburg hat mehr als 150.000 Einwohner, da sind 1.000 auf der Straße keine demokratisch irgendwie relevante Größe. Das kann man auch in den anderen Maßstäben „Million“ so sehen.
    Das Demonstrationsrecht ist keine Diktatur der Straße. Wir wählen frei und geheim.

  • Piedro

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    Von den Herren Tobias und joey natürlich wieder kein Wort zum Inhalt des Artikels. Wie immer haben sie die Nebensächlichkeiten fest im Blick und stellen sie über relevante Informationen, weil ihnen die nicht behagen. Genau das ist die Denkweise, die sich bereits restlos überholt hat. Also freuen wir uns darauf, dass die Küsten verloren gehen und die Menschen ins Binnenland übersiedeln müssen. Freuen wir uns auf die Abermillionen Toten, die in weniger begünstigten Kontinenten schlicht draufgehen werden, weil sie bald weder Wasser noch Nahrung haben werden. Das verringert ja das Problem, weil mit den geringeren Ressourcen nur noch die privilegierte Bevölkerung des Planeten versorgt werden muss. Vielleicht dürfen wir uns auch auf ein paar Kriege um die Ressourcen freuen, und hoffen, dass „wir“ darin siegreich sind. Und wenn nicht: auch wurscht, weil die Welt bald sowieso ziemlich übel sein wird, wenn man sich nicht mit enormem Vermögen darin einrichtet.

    Genau diese Stimmen werden bald aus dem Jammern nicht mehr raus kommen, weil die Schäden auch wirtschaftlich katastrophal sein werden. Auch dann werden sie mit spitzen Fingern auf Schuldige zeigen, und nicht merken, dass ihre anderen Finger auf sie selbst gerichtet sind. Immerhin gehörten sie zur „relevanten Größe“ und mussten Unbill auf sich nehmen, statt einfach ungestört bleiben zu dürfen.

  • Cora Wolf

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    Tobias: Das war auch mein Heimweg, allerdings hatte der Stau nichts mit der Demo zu tun sondern damit, dass viele aus Stadt und Land am Black Friday dem Konsum frönen wollten. Die Schlange auf der Nordgaustraße ging geradewegs zum DEZ! Ich bin zu Fuß von der Arbeit nach Hause gegangen, weil ich mit dem Bus auch länger gebraucht hätte. Die Demonstranten verursachen übr. kein CO2, sondern die Autofahrer! Die bauen durch ihre Fahrweise auch oft genug Unfälle, die Staus verursachen. (War am Freitag nämlich auch ein zusätzliches Problem) Demonstranten tun das eher nicht ;)

  • Julian86

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    Warum nimmt die Gesellschaft diese Bedrohung nicht wirklich ernst? Darüber spricht Richard David Precht mit Prof. Hans Joachim Schellnhuber, einem der weltweit wichtigsten Klimaforscher.

  • Julian86

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    Das von Schellnhuber angesprochene Bruttoinlandsprodukt. Dagegen: Bruttoinlandsglück in Bhutan.
    https://uwe-hermann.net/bruttoinlandsglueck-bhutan-ein-vorbild-fur-deutschland/

    Der Übergang zur Nachhaltigkeit
    Dekarbonisierung
    https://www.heise.de/tp/features/Energiewende-Diesel-und-die-Macht-der-Oelkonzerne-4547476.html?seite=all

    Ja. Der Professor hat Recht, wenn er von der notwendigen „Zumutbarkeits-Politik“ spricht. Genügsamkeit. Kommt von genug. Sich bescheiden.

    Wo sind die angesprochenen 10-15 % VITAL FEWS in Regensburg? Und die „Geschichte“, das Narrativ des Wandels? Davon sprechen die beiden sehr eindrucksvoll. Es geht um die Avantgarde, die mutig vorangeht; andere, immer mehr, folgen.

    Werden wir alle „Franziskaner“? „Wenn wir die Natur zerstören, wird sie uns zerstören“ – der Professor als Protestant weist auf diese Papst Aussage hin.
    https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2018-03/laudato-si-zusammenfassung-pontifikat-franziskus-5-jahre.html

    Der Klimawandel komme mit einer so raschen Geschwindigkeit, dass wir unsere Vorstellungen vom guten Leben transformieren müssen, auch werden.

    „Die politische Klasse hat panische Angst“ – „Es gibt eine Komplizenschaft zwischen Wähler und Gewählten“ – „Beide ziehen die Decke über den Kopf“.

    CO2-Steuer, Start mit 30 EUR, jedes Jahr 3 % Steigerung: Würde Innovationen initiieren. (Merkel will in der Zukunft mit 10 EUR anfangen, keine Lenkungswirkung)

    Die Bürgerschaft brauche eine Erzählung …. sagt der Professor, damit sich immer mehr dahinter einfinden und teilhaben wollen, am gemeinsam umzusetzenden Wandel, an der sozial-ökologischen Transformation unseres Lebens- und Wirtschaftssystems.

    Ich traue dem Duo Baerbock/Habeck zu, nach dem hoffentlich nun baldigem Ende der GroKo und nach Neuwahlen die Deutschen hinter diesem nach Schellnhuber notwenigen Narrativ zu vereinen, auch als Methode der Wahl, die AfD, die den Klimawandel negiert, politisch zu bekämpfen.

  • Markus Feilner

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    @Tobias: Das tut mir sehr leid für Dich. Ich war einer der tausend Menschen _mit_ Gewissen, die am Freitag auf der Straße waren, also einer der „Büro-Sesselpuper und Schulkinder“.
    Ganz ehrlich: Regelmäßig von der Nordgau-Straße in die Albertstraße mit dem Auto zu fahren und zurück, erscheint mit nicht besonders smart… und vor allem langsam.
    Lernen und das Verhalten ändern ist halt schwer, das verstehe ich, Toleranz und Demokratieverständnis offensichtlich auch, aber: Wer macht hat recht, und deshalb nochmal sorry und viel Spaß im nächsten Stau. Vielleicht kommt der dann ja ganz ohne irgendeine Demo von Sesselpupern, das macht es Dir sicher erträglicher („Wenigstens nich wegen einer Demo!). :-)

    Allen die dabei waren zolle ich Respekt, weiter so! Tobias, hast Du Kinder? :-)

  • me

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    @ Tobias: fff setzt sich für angemessene Klimaschutzmaßnahmen ein und muss dies aufgrund der unzureichenden Maßnahmen der Regierung zum wiederholten Male in Form einer Demonstration tun. Dass es dadurch zu Verkehrsbehinderungen kommt ist normal und sicherlich für die Betroffenen unangenehm. Allerdings geht es bei fff darum, strukturelle Maßnahmen zu erwirken, um z.B. den motorisierten Individualverkehr einzuschränken. Bedeutet: Wenn durch die Demo und diese 40 min Verlängerung Ihres Arbeitswegs bewirkt werden kann, dass es in Zukunft in R viel weniger PKWs (Emissionen, Lärm,…) gibt und Sie mit dem ÖPNV viel schneller und vielleicht günstiger als jetzt ans Ziel kommen, haben sich die Verzögerungen doch gelohnt, oder? Vielleicht kam es durch fff am Freitag zu mehr Emissionen als sonst. Aber in und um Regensburg gibt es nahezu täglich Staus aufgrund der enormen Menge an PKWs, gegen die die Stadt nichts unternimmt. Im Gegensatz: Durch neue Parkhäuser, niedrige Parkgebühren, Verteuerung der Bustickets animiert man die Leute zum Autofahren.

  • Eingeborener

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    Das mit den ,alten weissen Männern‘ ist trennendes Geschwätz, liebe fridays. Noch dazu falsch übersetzt, da es im US-Original ,angry white man‘ heisst. Das Thema sind nicht ,alte Männer‘ , oder haben sich Merkel ,AKK, Freudenstein einer Geschlechtsumwandlung unterzogen ? Das Thema heisst Kapitalismus , ein Wirtschaftssystem , das auf fortwährendem ,Wirtschaftswachstum‘ alias Kapitalakkumulation beruht. Nach 1/2 Jahr Protest wünsche ich der Bewegung mehr Bewusstsein. Um mit extinction Rebellion zu sprechen : Systemwandel statt Klimawandel ist notwendug.

  • Günther Herzig

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    @Piedro:
    Wenn Millionen sterben, dann dürfte doch die Rentenproblematik gemildert sein, auch wenn die meisten woanders sterben. Aber sich auf die Abermillionen Toten in weniger begünstigten Kontinenten zu freuen, wie Piedro es tut, ist schon fragwürdig, auch wenn er Recht damit hat, dass wir zu den Privilegierten gehören werden. Ich mache mir natürlich jetzt auch schon Gedanken, zum Beispiel die nicht optimal gedämmte Villa zu verlassen, um in das Gartenhäuschen umzuziehen. In der Villa könnten weniger temperaturempfindliche Migranten einziehen, wenn der Staat mit uns einen lukrativen Mietvertrag abschließt.
    Wenn die Nordsee ins vorher sichere Land schwappt, dann sollte man sich schon mal Gedanken machen über den Erwerb einer Küstenparzelle im Kaiserstuhl, Hanglage, unten die Nordsee, oben die Weinlagen. Erforderlich wären zuvor aber Berechnungen, die ein Spezialist, MSc in Engineering in the Coastal Environment an der University of Southampten, vornehmen könnte.
    Starten wir doch einfach mal einen Ideenwettbewerb!

  • Mr. T.

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    Eingeborner, einfach den Artikel lesen. Ferdinand Klemm wird im Artikel sogar so zitiert: „Wenn wir sagen, es sind die alten, weißen Männer, die uns das ganze eingebrockt haben, dann meinen wir damit eine gewisse Einstellung“. Natürlich sind auch junge Frauen mit dunkler Haut und alle anderen mit ewiggestriger Einstellung mitgemeint. Der alte oder zornige weiße Mann steht da nur sinnbildlich dafür weil er einen sichtbaren Teil dieser Gruppe ausmacht.

    Ich finds gut, dass immer mehr auf die Straße gehen, in der Hoffnung, dass die Problematik in Bevölkerung und Politik langsam bewusster wird. Und dazu muss man natürlich auch mal was lahmlegen. Das darf dann punktuell auch mal umweltschädlich sein. Auch wenn das eine oder andere Knallhorn meint, die Leute sollten lieber zuhause demonstrieren als auf der Straße. Ich warte schon auf die ersten Forderungen der Rechtsausleger, dass die Ökos erstmal mit der Nahrungsaufnahme aufhören sollen, wenn sie glaubwürdig bleiben wollen. Greta Thunberg haben sie schon wirksam ausgebremst. So lange die wochenlang über die Ozeane schippert, um ihren Gegnern keine Munition zu liefern, kann sie nicht viel bewegen. Mir wegen könnte sie mit einem Düsenjäger von Konferenz zu Konferenz jetten, um ihre Botschaft zu verbreiten.

  • KW

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    @Eingeborener
    Ich zitiere mal aus dem Artikel:
    „Wenn wir sagen, es sind die alten, weißen Männer, die uns das ganze eingebrockt haben, dann meinen wir damit eine gewisse Einstellung. Es gibt so viele Menschen, die gemeinsam mit uns Jungen immer wieder auf die Straße gehen. Danke, dass ihr da seid. Aber es gibt noch immer diese alte Denke gegen die wir hier sind.“

    Vieleicht das nächste Mal nicht nur die Überschrift lesen.

  • Zuschauer

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    @Markus Feilner:
    Tobias ist nicht mit dem Auto gefahren, sondern saß im Bus. Er verhält sich also durchaus vorbildlich, und hat es nicht nötig, falsch beschuldigt und angemacht zu werden.

    Und zu den Demonstranten: „Lasst uns heute Krach machen und so unseren Ärger über die Politik auf die Straße tragen.“
    Ich lese immer nur, dass von der Politik etwas gefordert wird.
    Wann in den letzten Jahrzehnten hat die Politik denn irgendwas geliefert? Außer noch mehr Geld für Kapitalisten fällt mir da jetzt nicht wirklich viel ein. Deshalb ist so eine Forderung Quatsch.

    Was tun die einzelnen Demonstranten? Legen sie gemeinsam am Samstag ihr Handy in die Schublade? Verzichten Sie auf Flugreisen? Verkaufen ihre Eltern ihre Spritschleudern?
    DAS wäre eine Demonstration der Unzufriedenheit.

    Und zur Verbeugung von Anfeindungen: Ich selbst halte Maß bei vermeidbarer Weltverschmutzung – mehr als die meisten hier, und schon länger als die allermeisten hier.

  • Eingeborener

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    @Mr. T @ KW, warum überhaupt erst den stuss vom ,alten weissen mann‘ nachplappern, wenn es nur um eine ,denkweise‘ geht ? Warum erst einen falsche front aufmachen, und dann meint man das ganz anders ? Und der gegner soll nur eine falsche ,denkweise‘ sein ? DIeses wirtschaftssystem ist in erster Linie ein reales system,von dem eine Minderheit massiv profitiert. Hier geht es um Profit und macht, diw oberschicht denkt da ganz richtig.Falsch ist nur die denkweise vieler menschen, die glauben, dass sie nicht den preis für das fortwährende ,wirtschaftswachstum‘ zahlen müssen,sondern auf Dauer davon profitieren können.

  • joey

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    @Piedro
    ich habe zum Artikel geschrieben. Es geht um Demonstrationen in Regensburg.

    Also gut, dann gebe ich Ihnen etwas Zucker:
    seit dem Atlantikum hat sich die Küstenlinie nicht mehr wesentlich geändert – mit Ausnahme des Untergangs von Friesland im Mittelalter. Wir können die Temperatur also locker erhöhen und damit jede Heizenergie einsparen, das Problem erledigt sich also selbst. Ein warmes Sibirien bzw Kanada kann die Wassermenge der Polkappen aufnehmen, wie es vor 8000 Jahren schon war.
    Da in China und Indien sowie in den USA keiner auf irgendwelche Leute aus Deutschland hört (egal was sie sagen) ist Schellnhuber und auch sonst jede Erregung hier völlig folgenlos.
    Kaufen Sie schon mal eine Alm. Ich bleibe hier unten. Venedig senkt sich geologisch, mit oder ohne Klimawandel gebe ich keine Empfehlungen zu Immobilien in Venedig … schon allein wegen der nachweislichen Korruption dort.

  • Johannes Rübenach

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    Gegen die „alten, weißen Männer“ zu argumentieren, ist ein dreifacher Verstoß gegen europäisches und zivilisiertes Antidiskriminierungsrecht, auch wenn es „nicht so gemeint“ sein sollte, nämlich die Verbote der Rassendiskriminierung, der Geschlechterdiskriminierung und der Altersdiskriminierung. In Art. 21 Abs. 1 GRCh („Nichtdiskriminierung“) heißt es: „Diskriminierungen, insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung, sind verboten“. Das gleiche steht in § 1 AGG, wonach „Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ verboten sind. Wer trotzdem so bösartig diskriminiererisch argumentiert, hat bei aller Liebe zur Umwelt die Liebe zum Mitmenschen und zur Zivilisation vergessen. Es ist mit Sicherheit der falsche Weg, mit der dreifachen Aufgabe einer zivilisatorischen Errungenschaft (Diskriminierungsverbote) eine andere Errungenschaft (Klimawandel) befördern zu wollen! Gesellschaftliche Mißstände sollten niemals auf dem Rücken von diskriminierten Minderheiten gelöst werden. Auch die Mißstände nach 1929 hatte man bekanntlich zu Unrecht „dem internationalen Judentum“ angelastet, was man sicher zu Anfang „nicht so gemeint“ hatte, aber nichtdestoweniger zu schrecklichen Folgen führte.

  • KW

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    @Johannes Rübenach
    Der Begriff „alte weisse Männer“ ist im Zusammenhang eindeutig als Synonym für das existierende System zu sehen. Das kann man nur absichtlich missverstehen.
    Sie lösen den Begriff aus dem Kontext und behaupten doch tatsächlich er wäre diskrimierend.
    Sie gehen sogar so weit dies mit den Mechanismen die zum Holocaust geführt haben zu vergleichen.
    Selten habe ich eine so krude und abseitige Argumentation gelesen.

    @Redaktion
    Meinungsfreiheit hin oder her aber solche Beiträge könnten mNn auch, mit einem entsprechenden Hinweis, gelöscht werden.

  • Christina

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    @KW
    Mann / Frau werden natürlich alles versuchen unliebsame ‚Beiträge‘ durch die Redaktion löschen zu lassen.
    Es stellt sich natürlich auch die Frage warum wird der Begriff „alte weisse Männer“ nicht durchgegendert?
    Warum braucht man etliche Kommentare die den Begriff gerade rücken wollen?

  • Piedro

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    @joey
    „Also gut, dann gebe ich Ihnen etwas Zucker:“
    Ich steht mehr auf herzhaft und auf Fakten, aber schaun wir mal.

    „seit dem Atlantikum hat sich die Küstenlinie nicht mehr wesentlich geändert – mit Ausnahme des Untergangs von Friesland im Mittelalter.“
    Abgesehen davon, dass das Atlantikum kein weltweites Phänomen war: im Atlantikum in der Meeresspiegel um ca. 30 m gestiegen, der Grund war vor allem das Abschmelzen von Gletschern. Aktuell schmelzen die Gletscher wie nie zuvor, und zwar alle, weltweit. Gleiches gilt für das antarktische Eis. Durch die tauenden Permafrostböden werden zudem Methan und andere Gase in gewaltigem Ausmaß freigesetzt, gleiches im Schelfeis. Der zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels wurde im Artikel beziffert.

    „Wir können die Temperatur also locker erhöhen und damit jede Heizenergie einsparen, das Problem erledigt sich also selbst.“
    Sie wissen bestimmt selbst, dass das Blödsinn ist.

    „Ein warmes Sibirien bzw Kanada kann die Wassermenge der Polkappen aufnehmen, wie es vor 8000 Jahren schon war.“
    Vor 8000 Jahren hatte Sibirien die Wassermassen der Polkappen aufgenommen? Wo haben Sie denn das her?

    „Da in China und Indien sowie in den USA…“
    Vermutlich stimmt das (bedingt), aber das entbindet keinen aus der Verantwortung für die Zukunft. Vielleicht wird sich in diesen Ländern auch etwas ändern, wenn es ein Beispiel gibt (da gibt es auch schon Hinweise), ein Technologiewandel möglich ist. Gleichgültigkeit und Dummheit lassen sich nicht mit der Gleichgültigkeit und der Dummheit anderer rechtfertig. Jedenfalls nicht schlüssig.

    „Kaufen Sie schon mal eine Alm. Ich bleibe hier unten.“
    Herr joey, Sie sind nicht unten. Und das wissen Sie, vom Meeresspiegelanstieg wird Bayern nicht betroffen sein. Aber siedeln Sie sich doch in Schleswig-Holstein an, das erhöht die Spannung.

  • Eingeborener

    |

    @ KW, ich gestehe nun: ich bin weiss, ich bin ein mann, und ich war schon bei unserem Widerstand gegen die WAA nicht mehr der jüngste, bin also auch alt. Bei den fridays Demos gehe ich nur mit, um meine ,falsche denkweise ‚ zu kaschieren, dass nämlich nicht meine schlechte mülltrennung das problem ist, sondern die Kapitalistische wirtschaftsweise…@Rübenach bestätigt , wie man mit den falschen Slogan vom awM bestens vom Thema wegführen kann.
    Elitäres Gephrasel trennt, und lenkt von Thema weg.

  • Mr. T.

    |

    Richtig, Eingeborener, und deswegen arbeite ich zuerst daran, die kapitalistische Wirtschaftsweise zu beenden, bevor ich mich daran mache, selber ökologischer zu handeln!

    Sie haben schon recht, wenn sie ein Problem im (rücksichtslosen) Kapitalismus an sich sehen. Aber andere Wirtschaftsformen haben sich bislang auch nicht als ökologischer erwiesen. Deswegen ist es wichtig, den anthropogenen Klimawandel so schnell wie möglich so stark wie möglich einzudämmen. Man kann versuchen, ihn wegzudiskutieren, aber das wird nicht zu Erfolg führen, da würden auch eine Million joeys nicht helfen. Das dabei Einschränkungen und Kosten auf jeden zukommen, ist unvermeidbar. Und dabei dürfen wir auch nicht immer erst auf andere schauen, irgendwer muss langsam anfangen. Und die Mädels und Jungs von fff lenken wenigstens etwas das Bewusstsein auf die wirklichen Probleme. Im Gegensatz zu denen, die mangels Argumenten, die sie ihnen entgegensetzen könnten, lieber an Begrifflichkeiten und Staus abarbeiten.

  • joey

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    @Piedro
    Sie (oder sonstwer) wissen es doch auch nicht. Es gibt einfach keine detaillierte Meßbasis für genaue Aussagen. Eiskerne und Fossilien können uns nur zeigen, daß es öfters wärmer war, eine genaue Erforschung der konkreten Klimavorgänge ist nicht einmal heute wirklich global möglich (Chaosforschung, Wettervorhersage nur 3 Tage genau). Schellnhuber und Co leben von Rechenmodellen, die sie selber gebastelt (und nach politischer Lage nachgebessert haben) haben. Das kann jeder auch anders definieren und hat genauso (Un-)Recht.

    In China und Indien sind mehr als 1600 Kohlekraftwerke im Bau, die haben zu viele Blackouts. Heizen kriegen Sie global nur fossil, die deutsche Wärmepumpe lebt nur vom Heizstab, der im Winter mit tschechischem Atom- und polnischem Kohlestrom betrieben wird. Dieser fossile Energieaufwand fällt zunehmend weg und das ist gut in jeder Hinsicht, da wird auch das Bauen billiger (war doch das andere Thema oder?)

    Deutschland löst das Problem nicht, Regensburg löst das problem nicht und hier lösen wir es auch nicht. Die Erwärmung kommt. Kriege kommen so oder so wegen einer Überbevölkerung gewaltigen Ausmaßes in Afrika, die mit Klima oder Kolonialismus oder Kapitalismus gar nichts zu tun hat. Sondern mit den Rechten der Frauen, die bei den „alten weißen Männern“ ziemlich weit sind, im Gegensatz zu den…

    Hören wir auf mit quasirassistischer Sprache. „Alte weiße Männer“ ist ein Teil der Haßsprache, die man für eine Radikalisierung der Klimabewegten braucht. Denn mit Demokratie geht „Es“ nicht, siehe 1.000 in einer Stadt von 150.000. Es gibt keine Klimamehrheit, daher kündigen zahlreiche Führungsfiguren „stärkere Sachen“ an (ZDF heute journal). Schellnhuber ist das auch schon rausgerutscht.

  • Armin Schöffmann

    |

    @Tobias
    Sind Sie ein Held der körperlichen Arbeit, oder woher kommt die Verachtung gegenüber „Sesselpupsern“ und Schulkindern? Ich kann ja nachvollziehen, daß Sie ein möglicherweise demobedingter Stau nervt, aber ein gelegentlicher Blick aus dem überschaubaren Eintagesuniversum könnte auch für Ihre pragmatische Existenz einmal hilfreich werden. Seien Sie doch froh, daß die Schulkinder für Sie die visionäre Dreckarbeit erledigen.
    Ich fahre in etwa Ihre Strecke täglich mit dem Radl, ordne mich geduldig dem in Regensburg priorisierten Autoverkehr unter und benutze den bösen Diesel, wenn das Zeug nicht mehr aufs (Lasten)radl paßt.
    – Freitagsdemonstranten haben mich bisher immer freundlich durchgewunken, weil sie Radlfahrer lieber mögen als Autofahrer.
    – Mein durchschnittlicher Arbeitstag ist dabei noch 1.5h länger als Ihrer.
    – Und in Ihrer These stimme ich Frau Wolf zu, daß die innerstädtischen Staus auf der besagten Strecke aktuell eher vom Weihnachtseinkaufsverkehr herrühren.

  • GSH

    |

    War wir uns wünschen würden, bzw. fragen: Wer von FFF, natürlich mit entsprechendem Alter, engagiert sich bei den Kommunalwahlen 2020 und läßt sich für Markt-/Gemeinde-/Stadtrat aufstellen?

  • R.G.

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    Worte wie diese vom Mitorganisator, überschreiten sehr wohl Grenzen. Grenzüberschreitungen sind nicht mehr als bloße Synonyme zu werten:
    *Diese Politiker stehen laut Ferdinand Klemm, Mitorganisator der FFF-Bewegung in Regensburg, für ein veraltetes Denken. „Wenn wir sagen, es sind die alten, weißen Männer, die uns das ganze eingebrockt haben, dann meinen wir damit eine gewisse Einstellung. Es gibt so viele Menschen, die gemeinsam mit uns Jungen immer wieder auf die Straße gehen. Danke, dass ihr da seid. Aber es gibt noch immer diese alte Denke gegen die wir hier sind.*

    Herr Klemm, Ihre Sprache finde ich nicht in Ordnung.
    Sie hat das Potential zur Radikalisierung der Jugend.

    Die größte Gefahr der „Schulschwänze alle Freitage für die Zukunft!“ – Bewegung ist die Verdümmlichung der Jugend.
    Das geschieht unter anderem, wenn man sie trotz völlig anderen Temperaments als Greta Thunberg dazu bringt, sich wie sie während der Schulzeit regelmäßig schweigend als Protestfigur hinstellen zu sollen, und damit jeden Freitag auf Weiterbildung zu verzichten.
    Greta ist in ihrer Einzigartigkeit eine liebenswerte Person, durchaus Vorbild, aber man sollte sie nicht nachäffen.

    Um die Anforderungen des kommenden radikalen Wandels zu schaffen, brauchen wir Menschen mit all ihren Talenten.
    Posten an den Entscheidungsstellen in Politik, Technik usw. werden aber jene bekleiden, die ihre Schule nicht vernachlässigten.

    Das Modell der personifizierten Tugend des Schweigens hatte Deutschland in der jetzt scheidenden Kanzerin. Sie machte ihre dezent angelegte Rolle gut. Gelegentlich sprach sie, wie man es von einer Wortkargen erwartet, ohnehin auf einfache Formeln heruntergebrochene Sätze. Das ließ die Menschen sie wieder wählen. Eine Masse der zum Schweigen gebrachten Produkte Schwarzer Pädagogik wählte ihre nationale Anführerin.
    Probleme in der Welt draußen? Das Volk meinte: Nicht mal ignorieren bitte! Wegschweigen!

    Wir haben trotz unseres Schweigens immer begrenztere Vorräte bei wachsender Bevölkerungszahl; Klimaveränderungen vergrößern die Probleme und Anforderungen dramatisch.

    Der Kampf gegeneinander, wer in der Zukunft ausreichend Zugang zu den notwendigen Materialien, Nahrung und Wohnen haben soll, hat selbst in den Provingroßorten schon Taten erzeugt. So baute man in deutschen Städten mit Sanktus der gewählten Entscheider für den dringenden Zweit- und Drittwohnungsbedarf reicher Menschen aus den heißeren Ländern Anlagen, die „de“(re)“n Druck auf den Wohnungsmarkt stillen“ würden.

    Etwas Öl noch ins Feuer, indem man hier lebende Alte gegen Junge und Junge gegen Alte grob sprechen lehrt – “ eh nur ein Synonym, macht doch nichts, gemeint ist was anderes“, und der Krieg in Worten ist bei der Jugend angekommen. Taten gingen dem schon voraus, unsere Alten leben inzwischen wieder zu immer größerem Teil unter kargen Bedingungen. Menschlich sind sie ohnehin isoliert.

    Wir brauchen eine Änderung der Jugend weg vom Schweigen zum Reden in ganzen, verantwortbaren, verständlichen, deutschen Sätzen. Wir brauchen eine lebenswerte Stadt, ein liebenswürdig-freundliches Miteinander.

    Wir müssen die Probleme der Zukunft gemeinsam angehen, Klein, Jung, Mittel und Alt. Mit der Vielfalt aller gegebenen Talente.

    Statt schlechtgelaunten und wütenden Freitagen für eine Zukunft, Sieben Tage pro Woche für eine menschliche Zukunft.

  • R.G.

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    @Armin Schöffmann
    „Sind Sie ein Held der körperlichen Arbeit, oder woher kommt die Verachtung gegenüber „Sesselpupsern“ und Schulkindern? Ich kann ja nachvollziehen, daß Sie ein möglicherweise demobedingter Stau nervt,“
    Eigentlich hätte ich diese Worte schreiben können, ich bin aber froh, das Sie es taten. So kann ich Ihnen (und indirekt mir) entgegnen.
    Wenn ich von der großen Fläche im Büro mit ihren riesigen Fenstern und der Ruhe hoch oben, in die Produktion im Keller marschierte, betrat ich eine Hölle voll von Enge, Hitze, künstlichem Tageslicht, Maschinenlärms, von den Wänden widerhallendem noch härterem Schall, ständigem Drucks, sich einander schreiend verständigenden Mitarbeitern. Druck von allen Seiten.
    Für die Helden dieser Unwelt war ich ein Sesselpupser.

    Ein Teil der unwirtlichen Arbeitsbedingungen könnte durch (innen-)architektonische Entscheidungen gelindert werden, Fenster oder wenigstens Lichttuben in die Arbeitsräume, richtbares künstliches Licht wo man es wirklich braucht und nich irgendwo, Schallschutzmatten unter jede Maschine (auch bei der Kassa vom Supermarkt), Schallschutz an Wänden und Plafonds, ordentliche (Steh-)Sessel etc..
    Dazu fällt Ihnen bestimmt viel ein. Das einigen klimabewussten Jugendlichen zu vermitteln, wie man umweltfrendlich bauen und Arbeitsumwelt menschlich planen kann, brächte deren Protest auf ein höheres Niveau.
    Nicht Sesselpupser schlägt Helden der körperlichen Arbeit mit Worten, sondern zusammen mit der nächsten Generation ein Hinsehen auf die Arbeitsbedingungen der gegnerischen Anderen aus dem Blickwinkel der eigenen Befähigung!

  • me

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    @ GSH
    Ich kenne drei Personen, die Teil der fff-Bewegung in Rgb. sind, dort regelmäßig mitdemonstrieren und 2020 für den Stadtrat kandidieren. Es dürften vermutlich noch mehr sein. Darüber hinaus: Inwiefern schränkt das die Glaubwürdigkeit von fff ein, wenn nicht alle Demonstrierenden kommunalpolitisch aktiv werden?

    Generell finde ich es schade, dass sich die Diskussion hier und auf facebook so sehr am Phraseologismus des alten, weißen Mannes abarbeitet. Ich halte diesen Phraseologismus für sexistisch und fand es unklug, ihn bei der Rede am Bahnhof einzusetzen. Das ändert aber nichts daran, dass ich ansonsten zu 100% hinter den Forderungen von fff stehe und in den Kommentaren lieber darüber diskutieren würde, was man dem Klimawandel auf kommunaler Ebene entgegensetzen könnte.

  • Demonstrant

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    @GSH
    Von FfF wird sich sehr wahrscheinlich keiner bei der Kommunahlwalh ’20 aufstellen lassen. FfF ist eine überprateiliche Bewegung. Es bringt uns nichts, wenn aktiver Klimaschutz nur von ein paar Parteien und Fraktionen betrieben wird. Das muss von allen Parteien kommen. Demokratisch und mit Rückhalt der Bürger.

    @joey
    Es ist anstrengend, geschwurbelte populistische Unwahrheiten zu widerlegen. Sie sind von Ihnen schnell in den Raum geworfen und man braucht 3mal so lange diese richtigzustellen. Normalerweise spar ich mir das, weil es oft nichts bringt. Bei Ihren Behauptungen nehm ich mir mal die Zeit und versuch es für Mitleser klarzustellen (nicht für Sie)
    Ansteigender Meeresspiegel: Der Anstieg des Meeresspiegels wird über einen Zeitraum von 100 – 1000 jahren geschehen. Der Punkt ist, das wir diesen Prozess nicht mehr aufhalten werden können. Es wird die erst die Enkel der FfF-Generation in großem Asmaß treffen. Wir, die jugnen FfFler, werden vorerst mit anderen Folgen des Klimawandels kämpfen zu haben.
    Klimamodelle: Zu Beginn der Klimaforschung 1970/1980 waren es in der Tat Modelle. Und natütlich waren diese Modelle zu Beginn nicht perfekt. Inzwischen konnten die Modelle über 30-50 Jahre präzisiert werden. Es hat sich herausgestellt, das die meisten Modelle die globale Erwärmung unterschätzt (!) haben.
    China und Indien: Die Pläne zum Ausbau der Kohlekraft wurden dort vor 10-20 Jahren gefasst. Inzwischen hat auch dort das Umdenken stattgefunden. An den Kohlekraftwerken und den damit verbundenen spended invests halten nur noch die Konzerne fest und nehmen entsprechend Einfluss auf die Politik. (Selbe Situation wie in Deutschland)
    Energiewende: Technisch und ökonomisch (Stichwort externe Kosten) ist eine 100% erneuerbare Energieversorgung möglich und sinnvoll. Ihre weitere Argumentation kann ich leider nichtmehr nachvollziehen, inwiefern haben fossiler Energieaufwand mit Baukosten zu tun hat?
    Lösungen: Wir haben die Technologien, wir müssten Sie nur einsetzen. Und um zu „einer Lösung“ zu kommen, muss Deutschland, wie auch Regensburg seinen Teil zur Dekarbonisierung beitragen. Haben Sie einen anderen Lösungsvorschlag? Früher oder später müssen wir, entweder weil die Folgen unerträglich werden oder spätestens wenn die Ölvorkommen erschöpft sind.
    Radikalisierung: Die Klimabewegung, spezisfisch FfF, hat sich bis jetzt nicht radikalisiert, obwohl das seit mehr als einem halben Jahr prophezeit wurde. In Regensburg haben wir uns bisher stets Recht und Gesetz eigehalten und stehen klar zu unseren demokratischen Grundwerten.

    Jedenfalls scheinen Sie ja den Menschengemachten Klimawandel nicht zu leugnen. Sie versuchen Ihn zu relativieren und die Folgen scheinen Ihnen egal zu sein. Gerne würde ich erfahren, warum? Ist es einfach Antipathie gegen Klimaaktivisten? Widerspricht Klimaschutz Ihren Lebensvorstellungen, mit denen Sie aufgewachsen sind? Oder ist es der Unwille, dass sich in unserem Leben etwas ändern muss?
    Wenn es Ihnen wurscht ist, was auf dieser einen Erde passiert, würde ich mir von Ihnen ein „macht mal, mir ist es egal“ an die junge Generation wünschen. Noch schöner fände ich es, wenn sie eine enkeltaugliche Zukunft in unserer Demokratie mitgestalten.

  • Piedro

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    @joey
    „Es gibt einfach keine detaillierte Meßbasis für genaue Aussagen.“
    Das stimmt bedingt.
    „Schellnhuber und Co leben von Rechenmodellen, die sie selber gebastelt (und nach politischer Lage nachgebessert haben) haben.“
    Sie wollen kritisieren, dass Wissenschaftler die Rechenmodelle entwickeln, mit denen sie arbeiten? Was soll denn das? Und wieso sollten sie politikbezogen geändert werden? Das ist doch eine Unterstellung.

    Sicher kann man keine voll umfänglichen Modelle erstellen, das geht auch aus dem Artikel hervor. Viele Faktoren lassen sich halt nicht absolut bestimmen, etwa der Schwund der Regenwälder, etwa Veränderungen der Meeresströmungen, zb durch veränderte Wasserdichte durch Schmelzwasser, oder das Ausmaß von Methan aus den Permafrostböden und dem Schelfeis. Aber man kann sich dem annähern, das ist eine korrekte, wissenschaftliche Methode. Kennen Sie die Publikationen des Club of Rome, die seit Jahrzehnten mit dieser Methode arbeiten? Oder Global 2000 der Regierung Carter in den USA? Nimmt man die Berechnungen mit den Variablen, die in den Prognosen realistisch wurden, treffen sie weitgehend zu. Und da wurde nicht von Forschern der Politik angeglichen um davon zu profitieren – diese Behauptung geht mir zunehmend auf den Senkel, und sie kommt immer aus der gleichen Richtung, etwa mit dem pseudowissenschaftlichen Gefasel der AfD-Protagonisten.

    „Das kann jeder auch anders definieren und hat genauso (Un-)Recht.“
    Eben nicht. Im Netz finden Sie zahlreiche, seriöse Widerlegungen fabulierender „Klimaskeptiker“. Wenn Sie eine Methodik kritisieren wollen, zeigen Sie mit dem Finger auf den Fehler. Das Wiederkäuen von Phrasen reicht nicht.

    „Deutschland löst das Problem nicht, Regensburg löst das problem nicht und hier lösen wir es auch nicht. Die Erwärmung kommt.“
    Volle Zustimmung. Es ist ein Menschheitsproblem und eine Menschheitsaufgabe, die schon lange bekannt ist, aber nicht angegangen wurde. Dass die Erwärmung kommt steht außer Zweifel, es geht nur noch um Schadensbegrenzung. Das bestreitet keiner, der mehr Schmalz zwischen den Ohren hat als ein Trump oder ein Gauland.

    Persönlich bin ich er Meinung, dass der Zug eh längst abgefahren ist. Gier, Dummheit, Propaganda und Ignoranz verhindern die Notbremse. Die Menschheit zerstört ihre bisherige Lebensgrundlage. Milliarden werden verrecken und sich gegenseitig abmurksen. Da wird es keine Rolle mehr spielen was durch wen hätte verhindert werden können. Was von der Menschheit übrig bleibt schafft es vielleicht ein besseres Modell zu verwirklichen, und wenn nicht: ich möchte eh gern auf einem anderen Planeten inkarnieren, der nicht von vernunftbegabten Affen dominiert wird. Aber ich kann die Leute verstehen, die das anders sehen und eine Zukunft für sich und ihre Nachkommen wollen, die mit unserer Gegenwart vergleichbar ist.

    Seit den 60ern hätte jeder Mensch auf Erden den (damaligen) Lebensstandard eines Millionärs haben können. Statt dessen sind Jahr für Jahr Millionen im Elend verreckt. Seit den 80ern hätten wir unseren Energie und andere Bedarfe ökologisch verträglich decken können. Heute um so mehr. Statt dessen sind die Profite gestiegen, hat sich eine superreiche Minderheit an der Welt und ihren Menschen bereichert. Statt eine harmonische Weltgemeinschaft zu bilden haben sich weltweit ethnische und andere Fronten verhärtet, sind auch in den reichen Ländern immer mehr Menschen verarmt, wurden Bildung und Wissen von Verfall, Konsumkultur und Entertainment verdrängt, statt Kooperation zu wünschen wird gehasst, statt Lösungen und wirklichen Fortschritt zu entwickeln werden Phrasen gedroschen. Das wird weder Deutschland noch Regensburg ändern, völlig richtig. Wenn unser Zeitalter in Zerstörung, Verlust und Elend führt, ehe ein anderes beginnen kann, dann ist das so. Selbst schuld. Eine mögliche Veränderung zu bestreiten, weil sie nicht nötig ist, ist meiner Meinung nach der erbärmlichste Weg dorthin.

    „Hören wir auf mit quasirassistischer Sprache. „Alte weiße Männer“ ist ein Teil der Haßsprache, die man für eine Radikalisierung der Klimabewegten braucht.“
    Hören wir doch besser damit auf jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Und die Radikalisierung kommt von selbst, durch Ignoranz und blödes Geschwafel über Vokabeln. Ich habe auch keinen Bock auf Ökofaschismus, aber keine Sorge, dazu wird es nicht mehr kommen, dafür reicht die Zeit nicht.

    Sie schreiben von den Kohlekraftwerken in den Schwellenländern. Völlig richtig. Wissen Sie, das europäische Ölkonzerne Dieselexporte nach Afrika mit Schweröl anreichern, weil die Grenzwerte dort dies zulassen? DAS sind die weißen, alten, geldgeilen Männer und ihre Erfüllungsgehilfen, denen alles wurscht ist außer ihrem Profit. Und es ist mir wurscht ob da auch Frauen bei sind, nicht-weiße Menschen oder welche, die noch nicht wirklich alt sind. Das ist zweitranging.
    Aus Zeitmangel reiche ich Ihnen Links dazu gerne nach, jetzt muss ich los.

  • joey

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    @Demonstrant
    Wenn Sie nicht für mich schreiben, dann haben Sie den Wert einer Diskussion nicht verstanden, ihre Ausdrucksweise des Abwertens bestätigt das auch. Also lesen Sie dann das hier nicht.

    Aha, Sie lesen noch?

    Kennen Sie die Technokratie? Das war mal ein Konzept, das nicht die vielen Deppen irgendwen wählen läßt, sondern eine Herrschaft der Wissenschaft bedeutet. Denn die Wissenschaft weiß, was richtig ist. Haben sie schon den Fehler gefunden?
    Es gibt kein „richtig“ in einer Wissenschaft. Das wurde der Sowjetunion nach Millionen von deportierten und hingerichteten „Leugnern“ und einer finalen Atomkatastrophe auch endgültig klar.

    Deswegen wird es niemand gelingen – selbst wenn Schellnhuber Recht hätte – die Welt per Wahrheit zu retten. Denn die Menschen sind mal eigensüchtig, mal verliebt, faul, … oder haben eine andere Meinung… sie sind Menschen, die nicht machen werden, was ein Professor oder ein Haufen Demonstranten befehlen.
    Ich bin Demokrat und hasse Päpste jedweder Couleur, die neuerdings auch eine Jungfrau hinstellen und sie anbeten lassen (hey das ist doch die ganz alte Masche). Denn die logische Folge von Päpsten und deren angeblicher Wahrheit ist Intoleranz, Zwang und Gewalt.
    Wenn Sie da nicht mitmarschieren wollen, sollten Sie den Wert einer anderen Meinung erkennen und Demokrat sein. Nein, wir müssen nicht einig sein.

  • joey

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    @Piedro
    daß Sie keinen (Öko-) Faschismus wollen hat mich gefreut. Damit stehen wir (trotz aller kleinlichen Differenzen) auf der selben Platte.

  • GSH

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    Warum FFF in den kommunalen Wahlkampf eingreifen muss und sich engagieren sollte? Weil dort zum Beispiel über Pläne für den Nahrverkehr entschieden wird, weil dort eine Baugenehmigung für den nächsten Vollsortimenter fällt. Nehmen wir das Beispiel Obertraubling, weil ich dort zufällig jeden Tag durchfahre. Braucht es einen weiteren „Vollsortimenter“ in der Mitte des Ortes, nachdem sich bereits ein Discounter und ein weiterer Markt am Ende von Obertraubling angesiedelt hat? Unsere Vorstellung, dass jedes Geschäft alle Artikel bis 20 Uhr (oder 22 Uhr) vorrätig haben muss, sollte sich ändern. Überprduktion in der Lebensmittelbranche schaffen wir nicht ab, wenn immer neue Supermärkte gebaut werden. Unsere Lebensmittel müssen uns wieder was wert sein.

    Es wäre wünschenswert, wenn FFF in die Kommunalpolitik eingreift und dort Politik an der Basis macht.

    Dort könnte FFF den „alten weißen Mann“ das Wasser abgraben.

  • MannMannMann

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    @Mr. T.

    Eingeborner, einfach den Artikel lesen. Ferdinand Klemm wird im Artikel sogar so zitiert: „Wenn wir sagen, es sind die alten, weißen Männer, die uns das ganze eingebrockt haben, dann meinen wir damit eine gewisse Einstellung“. Natürlich sind auch junge Frauen mit dunkler Haut und alle anderen mit ewiggestriger Einstellung mitgemeint. Der alte oder zornige weiße Mann steht da nur sinnbildlich dafür weil er einen sichtbaren Teil dieser Gruppe ausmacht.

    Die Bezeichnung „Alte weiße Männer“ als Überbegriff für eine „gewisse Einstellung“. Is klar. Da mache ich mal einen Gegenvorschlag: Wir verwenden in Zukunft nicht mehr diesen Begriff für die gewisse Einstellung sondern den Begriff „junge hübsche Frauen“, natürlich sind nicht die jungen hübschen Frauen damit gemeint, sondern nur die Menschen, die sich alles mundgerecht servieren lassen, eine konsumistische Grundhaltung haben und Ressourcen verbrauchen, als gäbe es kein Morgen und die immer einen anderen finden, der ihnen diese Ressourcen für ein Lächeln zur Verfügung stellt.

    Und, merkste was? Dieser rassistische Grundton Eurer Kampfbegriffe fällt Euch gar nicht mehr auf.

    Und noch ein kleiner Hinweis zum Thema Kapitalismus und Umweltverschmutzung: Der Sozialismus konnte das noch viel besser. Einfach mal „Leuna-Werke“ googlen.

  • Worf

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    Gibt es eigentlich noch eine Einstellung die über Hautfarbe und Geschlecht definiert wird?

    Diesen Leuten ist ein Feinbild wichtiger wie Lösungen.

  • Mr. T.

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    Nehmen wir doch einfach statt „alte weiße Männer“ die „Matusseks, Martensteins und Meuthens“. Da fühlen sich nicht mehr so viele mitgemeint und der Sinn ist derselbe …

  • MannMannMann

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    @Mr. T.

    Nehmen wir doch einfach statt „alte weiße Männer“ die „Matusseks, Martensteins und Meuthens“. Da fühlen sich nicht mehr so viele mitgemeint und der Sinn ist derselbe …

    Der Schritt geht in die richtige Richtung, allein mir fehlt der Glaube, dass selbst dieses kleine Schrittchen Differenzierung gegangen werden wird. Wenn dann ad hominem ganz aufhören würde und stattdessen über Ideen gestritten werden würde, dann wäre das ein Zustand, der mich freuen würde.

    Allgemein: Das Freund/Feind-Denken, dass den anderen immer vorgeworfen wird, ist in der eigenen Gruppe genauso fest verankert. Nur in der eigenen Gruppe beruht es auf Fakten und ist begründet, die Ansichten der anderen sind aber aus der Luft gegriffen und völlig falsch. Deshalb ist das eigene Freund/Feind-Denken auch richtig, aber das der feindlichen Gruppe ist grundfalsch.

    Früher wurde über die Leute, die an jeder Ecke den Teufel gesehen haben, gelacht. Heute sehen die gleichen Leute, die damals gelacht haben, an jeder Ecke den Teufel. Das erstaunt mich immer wieder.

  • Mr. T.

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    MaaMannMann, das wär ein cooler Spruch am Ende …
    … wenn über die Existenz des Teufels eine ähnlich hohe Einigkeit wie über die des anthropogenen Klimawandels und seiner Folgen bestehen würde. Also quasi eine nahezu vollständige Einigkeit.

  • joey

    |

    @MannMannMann
    danke, da haben Sie Recht.

    Es fehlt an Diskussionskultur. Dabei geht es nicht nur um die rechtliche Einhaltung von irgendwelcher nEtikette, sondern um die freie Gesellschaft, die unterschiedliche Standpunkte ausdrücklich zuläßt und fördert: die Buntheit.
    Nur ein Wettbewerb der Ideen, Lebensweisen und Konzepte macht wirkliche Kreativität möglich.
    Der Demokrat streitet in friedlicher und freundlicher Leidenschaft, der Faschist beharrt auf seinem Rechtglauben und versucht die anderen nicht zu überzeugen, sondern sie auszuschalten. Das beginnt mit lautem Glockenläuten… Niederschreien in einem Hörsaal, Blockieren von Lesungen… und endet mit dem Scheiterhaufen oder Gulag.

    Sinn eines kontroversen Gesprächs ist nicht die Kapitulation des anderen, sondern Nuancierung aufgrund von Reflexion, Denkanstöße zu geben. Wer sich nicht mit der kontroversen Meinung beschäftigt, verzichtet auf den Gewinn aus der Begegnung, hätte sich das gleich sparen können.
    Der Unterschied zwischen Marktplatz und Einsiedlerklause, Forschungsreise und Kreuzzug.

  • R.G.

    |

    Die vorige Jugendgeneration konnte man zu einem Gutteil
    politisch ausschalten, indem man alle weiblichen Exemplare aufforderte, sich in KLeidergröße 32 zu hungern, sprich nach der Breite in die Sachen einer schlanken Acht- bis Zehnjährigen zu passen. Leider schrumpften, weil der Körper auf Sparflamme laufen musste, soziales Interesse und öffentliche Teilhabe häufig mit.

    Der jetzigen Generation Heranwachsender wird eine zwar liebenswerte, intelligente Autistin als einziges Vorbild hingestellt, alle sollen ihr verschlosseneres Wesen kopieren, wie sie schweigend protestieren und Diskussionen mit Erwachsenen meiden.

    Zwei Generationen geschickt zum Schweigen gebracht.
    Damit Entscheider ungestört beschließen können.

  • R.G.

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    @irda
    Ausgestopfte Vögel im Museum sind kein schlechter Vergleich für die fff Bewegung, zumal diese wie jene nicht diskutieren sollen.

    Nur rumstehen und dabei Staub ansetzen.

  • Piedro

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    @joey, @MannMannMann
    Eines muss allerdings klar sein. Die „alten, weißen Männer“ haben eine enorme Macht und gewaltigen Einfluss. Sie profitieren gewaltig und bleiben dabei im Hintergrund, weil das Tagesgeschäft von ihren Erfüllungsgehilfen vollzogen wird, Managern, die einen klaren Auftrag und damit eine einzige Maxime haben: Profitsteigerung mit allen Mitteln.

    Diese „alten, weißen Männer“ wollen Nationalparks ausbeuten dürfen, Umweltauflagen verhindern oder abschaffen, sie haben keinerlei Interesse an Arbeitnehmer- oder Verbraucherrechten. Sie agieren international und nehmen international Einfluss, teils durch Beeinflussung demokratischer Kräfte, teils durch Unterstützung totalitärer Machthaber, teils durch Korruption. Sie können Märkte manipulieren, gleich ob es um Nahrungsmittel, Rohstoffe, Währungen oder Technologie geht. Sie können ihre Interessen auf vielen Wegen vertreten, durchdrücken, priorisieren lassen. All das tun sie auch, mehr oder minder ungehindert, unangreifbar. Und ja, oft sind sie relativ alt, meist sind sie weiß, und selbst wenn sie nicht alle Männer sind, so sind es in der Regel Patriarchen. Sie sind Großgrundbesitzer, etwa auf Grund adliger Herkunft, sie sind Industrielle, deren Familien durch knallharte Ausbeutung reich wurden, die wohlhabendsten von ihnen haben indigene Völker regelrecht vernichtet, enteignet, vertrieben, andere haben ganze Arbeitergenerationen rücksichtslos geknechtet und von Kriegen profitiert, aus ihren Firmen wurden Konzerne, die mit jedem Jahrzehnt an Macht und Einfluss gewannen und durch ihre Zuwendungen massiv Einfluss auf Demokratien nehmen. Erst in den letzten Jahrzehnten haben sich neben ihnen weitere Eliten etabliert, durch neue Technologien und Geschäftsmodelle, die zuvor nicht denkbar waren. Es spielt keine Rolle, ob auch Frauen dazu gehören, ob manche nicht weiß sind, sondern etwas dunkler, es ist völlig belanglos ob unter diesen Akteuren auch junge Menschen sind. Es kommt nicht darauf an eine andere Bezeichnung für diese Akteure zu finden, die nicht mehr „diskriminierend“ ist. Man muss diese Akteure auch nicht als „Feind“ verstehen, aber sie sind Widersacher eines globalen (und oft auch des nationalen) Gemeinwohls und werden alles in ihrer Macht stehende tun, um weder Profit noch Einfluss und Macht einzubüßen. Es gibt zahlreiche Belege dafür wie diese Akteure agieren, als Besitzer von Medien, als Unterstützer politischer Kräfte, seien sie radikal oder gemäßigt. Ihre Erfüllungsgehilfen setzen ihre Interessen durch, immer. Französische Steuern auf exorbitante Gewinne von „digitalen“ Unternehmen? Der Popanz tritt vor und droht, nicht aus eigenem, nicht aus nationalem Interesse, nicht wegen irgendeines Gemeinwohls, sondern weil die das so wollen. Eine nationale Regierung hat sich in einem Koalitionsvertrag auf Umweltmaßnahmen geeinigt? Im europäischen Parlament wird das Gegenteil durchgesetzt, die Parteien erhalten Millionen, sei es von der Haupteignerin eines Automobilkonzerns, sei es von den Tochterfirmen eines internationalen Chemiekonzerns. Kooperation mit diesen Akteuren? Ein interessanter Gedanke. Nicht in dieser Welt, nicht in dieser Zeit. Die Interessen der Allgemeinheit, tatsächlich sogar der Menschheit, müssen gegen diese Akteure durchgesetzt werden, oder sie bleiben auf der Strecke. Das sollte schon ins Bewusstsein derer dringen, die einen Wandel wollen.

  • joey

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    @Piedro

    Bolsonaro kommt mir recht weiß vor, aber der Öldreck in Nigeria wird von Nichtweißen in die Umwelt gelassen. Die Korruption in China ist auch nicht „weiß“. Gerade China paßt so gut mit Afrika zusammen… das läuft wie geschmiert. Da sind die Nationalparks in Alaska noch recht gut geschützt, da werden wenigstens keine Pipelines angebohrt oder Elektroschrott unter freiem Himmel verbrannt (Ausschmelze von Edelmetallen).

    Die Korruption zieht sich durch alle Schichten und Ethnien in China, Indien, Afrika, da hilft keine Demo in Regensburg. Das interessiert in Nigeria keinen.
    Und meine Verwandtschaft in Brasilien (bin ja eine recht bunte Mischung) hat (teilweise) Bolsonaro demokratisch gewählt und meine Verwandtschaft in den USA hat Trump gewählt und meine V. in Kanada hat Trudeau… der Klimaschutz durch den Bau von Pipelines unterstützt… ok, der ist weiß, wollte aber mal schwarz sein.

    Die SPD Kavallerie kommt nicht einmal in die Schweiz, nach Übersee hilft nur AKKs Flugzeugträger. Deutschlands „Vorbild“ zeigt nur dem Rest der Welt, wie man Energiepreise hochbesteuert, ohne daß wirklich was dabei rauskommt. Denn wir haben den Ökostrom nicht mal ausreichend für Gebäudeheizung denn für Mobilität, (wie schon oben geschrieben) werden Eure Wohnungen fossil beheizt.

  • Piedro

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    @joey
    Ich weiß nicht wieso ihnen die Ethnie der Hintermenschen so wichtig ist, aber ich halte diesen Aspekt für unbedeutend. Die Herrscher/Profiteure in China sind nicht „weiß“, aber die Profite werden nur zum Teil im eigenen Land generiert, von da stammen nur die Umwelt- und menschlichen Ressourcen. Die nigerianische Ölpest den Einheimischen anzulasten ist allerdings falsch. Shell ist kein afrikanischer Konzern.

    „In den 1950er Jahren begann Shell in Nigeria im Lebensraum des Volkes der Ogoni gegen deren Willen mit der Ölförderung.[32] Durch die daraus resultierte massive Umweltverschmutzung[33] wurden die Ogoni ihrer Lebensgrundlage beraubt, was zu Tausenden von Toten führte. … Trotz eines Verbotes durch den Federal High Court of Nigeria 2005 wurden 2006 noch über 3,5 Mio. Tonnen Kohlenwasserstoffe, vor allem Erdgas, von der Shell Petroleum Development Company (SPDC) Tag und Nacht abgefackelt. Die Möglichkeit einer Einhaltung des gesetzlichen Verbotes ab 2008 wurde von Shell bisher nicht bestätigt, das Gesetz angefochten. … Im Dezember 2010 wurden durch die von Wikileaks veröffentlichte diplomatische Korrespondenz neue Hinweise bekannt, dass „Shell alle für seine Geschäfte relevanten Ministerien in Nigeria unterwandert“ hat. Shell bezeichnete die Berichte daraufhin als unwahr und will sie nicht weiter kommentieren. … Im Jahr 2012 hatte die US-amerikanische Firma Accufacts Inc. einen Zwischenfall aus dem Jahr 2008 untersucht, in dem das Wasser und der Boden um die Stadt Bodo durch Shell verseucht wurde. In diesem Jahr waren nach Angaben von Shell insgesamt 1640 Barrel Öl ausgetreten. Accufacts Inc. hingegen hatte herausgefunden, dass jedoch über mehrere Wochen zwischen 1440 und 4320 Barrel Öl je Tag austraten.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Dutch_Shell
    Weiters: https://de.wikipedia.org/wiki/Ölkatastrophe_im_Nigerdelta

    „Die Korruption zieht sich durch alle Schichten und Ethnien in China, Indien, Afrika, da hilft keine Demo in Regensburg. Das interessiert in Nigeria keinen.“
    Und wer bezahlt? Für was?

    Alles was Sie schreiben läuft auf eine Bestätigung vom FFF hinaus. Das Problem ist weltweit, dringend, und muss gegen den Widerstand der Profiteuere gelöst werden. Sie sagen: können wir nicht. Auch das ist klar. Die Lösung muss global sein. FFF ist global. Nur leider mindestens zwei Jahrzehnte zu spät, weil es eine minderjährige Schülerin brauchte, um das Problem von grünen Filz-Tisch in die Köpfe zu bringen. Bekannt war all das schon vorher. Und manch ein Kopf will die Problemlösung noch immer aussitzen, verlagern, verhindern, in Zweifel ziehen und die Diskussion verlagern, etwa auf die Hautfarbe von Verantwortlichen.

  • MannMannMann

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    @Piedro

    Eines muss allerdings klar sein. Die „alten, weißen Männer“ haben eine enorme Macht und gewaltigen Einfluss. Sie profitieren gewaltig und bleiben dabei im Hintergrund, weil das Tagesgeschäft von ihren Erfüllungsgehilfen vollzogen wird, Managern, die einen klaren Auftrag und damit eine einzige Maxime haben: Profitsteigerung mit allen Mitteln.

    Ich verstehe ja, dass Sie mit der hierarchischen Struktur der menschlichen Gesellschaft hadern. Die kann unangenehme Nebenwirkungen haben.

    Nur warum müssen Sie dabei auf hetzerische Narrative zurückgreifen? Den fiesen Banker bestimmter Herkunft, der die ganze Welt unterjochen und aussaugen will, den hatten wir vor 90 Jahren schon mal und damals wollte eine politische Gruppe die Menschheit vor diesen „bösen Menschen“ bewahren. Es wurden Ettiketten verteilt und Gruppenhaftung praktiziert, der restliche Verlauf ist bekannt.

    Warum sind wir jetzt wieder bei diesen Pauschalisierungen und moralischen Aufladungen? Meinen Sie der Verlauf der Gruppendynamik wäre diesmal anders?

    Nur mal so zum Nachdenken: Ersetzen Sie mal die Begriffe in Ihrem Kommentar durch Namen von Gruppen, die Sie als schützenswert ansehen. Und dann lesen Sie ihn noch einmal durch. Vielleicht erkennen Sie dann die Gefahr, von der ich spreche.

  • Piedro

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    @MannMannMann
    „Nur warum müssen Sie dabei auf hetzerische Narrative zurückgreifen?“
    Wie putzig! Das war eine allgemeine, durchaus zutreffende Feststellung, bar jeder Hetze. Von Bankern habe ich kein Wort geschrieben, Konzerne kamen zur Sprache. Schauen Sie sich die Links zur Ölpest in Nigeria an, dann geht ihnen vielleicht auf was ich meine. Der Versuch, solche Feststellungen mit der Judenhetze der Nazis zu verbinden ist albern.

    „Warum sind wir jetzt wieder bei diesen Pauschalisierungen und moralischen Aufladungen? Meinen Sie der Verlauf der Gruppendynamik wäre diesmal anders?“
    Manchmal trifft das, was Sie als Pauschalisierung bezeichnen, schlicht und einfach zu. Beispiele habe ich genannt, auch bezogen auf unsere Republik. Noch mal zum Mitschreiben: Abstimmung im EU-Parlament zu Abgasgrenzwerten. Im Koalitionsvertrag stand: da wird reguliert. Bei der Abstimmung hat Deutschland das verhindert. Gewaltige Parteispendender Automobilindustrie flossen teils vorher, teils im Anschluss. Tatsache, bewerten muss das jeder selbst. Bei Glyphosat das gleiche, da war das Abstimmungsverhalten ebenfalls konträr zum Koalitionsvertrag und anderen Verlautbarungen. Warum? Wurscht, ist so. Wollen Sie mehr davon?
    Was die „Gruppendynamik“ angeht: jeder kann sich dazu äußern. Das hat nichts mit dem Aufstieg der NSDAP zum Ermächtigungsgesetz zu tun. Lassen Sie doch einfach diese plumpen Versuche die Diskussion zu behindern.

    „Nur mal so zum Nachdenken: Ersetzen Sie mal die Begriffe in Ihrem Kommentar durch Namen von Gruppen, die Sie als schützenswert ansehen.“
    Bestimmt nicht. Die Gefahr, von der Sie sprechen, interessiert mich in diesem Zusammenhang nicht die Bohne. Die Gefahren, von denen im Artikel die Rede ist, sind real. Die Zusammehänge, die dort angesprochen werden, sind komplex. Wer das nicht erkennen mag soll es lassen, wer das bestreiten will sol das tun, wer vom Thema ablenken will soll… wie sagt man in Bayern? Genau das.

  • Piedro

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    Ich wiederhole mal ein weiteres Beispiel. Aktuell will man die „deutschen“ Klimaziele durch höhere Treibstoffpreise erreichen. Man kann bestimmt beziffern wele CO²-Mengen so verhindert werden sollen. Ich behaupte: das ist ein Bruchteil von dem, der völlig unnötig, aus schierer Profitgier, in die Welt geblasen wird weil Mineralölkonzerne bereits nach europäischen Standards raffinierten Treistoff nachträglich mit Schweröl versetzen und in die „dritte Welt“ exportieren. Das geschieht u.a. in Deutschland, der Handel läuft hauptsächlich über die Schweiz. Hier wird gar nichts reguliert, obwohl die Auswirkungen schädlicher sind als alle deutschen Verkehrsemissionen in zehn Jahren.

    https://www.shz.de/deutschland-welt/wirtschaft/afrika-will-kein-minderwertiges-billig-benzin-aus-europa-mehr-id15546986.html
    https://www.youtube.com/watch?v=4Yi-rXY1vNo
    https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/das-geschaeft-mit-dem-dreckigen-diesel/story/25296426
    https://issuu.com/erklaerungvbern/docs/2016-09_publiceye_magazin_nr1_28p

    Wir sind es, die diese Profiteure gewähren lassen.

  • MannMannMann

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    @Piedro
    Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Sie reden von real existierenden Fällen. Die stelle ich gar nicht in Abrede. Ich bin auch gar nicht für ein „weiter so“. Ich konzentriere mich auf Ihre Verallgemeinerungen, die ich für unzulässig und gefährlich halte. Diese Gefahr ist genauso real, wie die von Ihnen geschilderten. Sie scheinen dieser Argumentation nicht zugänglich zu sein, aber jeder Diktator der Welt ist bisher mit der Losung angetreten „Wir müssen die Welt besser machen!“

    Aber bitte, bleiben Sie in Ihrem heiligen Zorn und kämpfen Sie blind gegen Ihre alten weißen Männer. Bleiben Sie in dem Glauben, solche Pauschalisierungen hätten mit Totalitarismus nichts zu tun. Ich denke, wir kommen hier auf keine gemeinsame Basis, auf der ein Meinungsaustausch möglich wäre.

  • Piedro

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    @MannMannMann
    Es geht nicht um blindes kämpfen gegen irgendwen, und ich denke, das wissen Sie auch. Es geht darum zu erkennen, dass bei dem Thema nicht nur Meinungsverschiedenheiten zum Tragen kommen, sondern handfeste Interessen das Handeln und Denken bestimmen. Werfen mir mal einen Blick auf die aktuelle Umweltministerin. Sie eiert rum um Fragen nicht zu beantworten, weil dann Fakten auf den Tisch kämen, die besser nicht beantwortet werden sollen, weil sie, um es mit einem anderen Protagonisten politischer Täuschung zu sagen, „Teile der Bevölkerung verunsichern könnten“. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/emissionsbudget-zur-wichtigsten-zahl-beim-klimaschutz-schweigt-die-regierung-a-1292033.html

    Und nun schauen wir mal auf das Argument, es gäbe kein tragfähiges Modell zur Berechnung des Klimawandels (weil die Wissenschaftler gekauft sind und bla bla). Eines der ersten Rechenmodelle stammt aus den 70ern. Leider hat es sich als zutreffend erwiesen. Seitdem hat der Exxon-Konzern Unsummen „investiert“, um die Menschen zu täuschen, zu diskreditieren, um die Politik zu beeinflussen. Seit den 80ern verfügt dieser Konzern über tragfähige Fakten, in eigenem Auftrag erstellt, und verschweigt sie nicht nur, er „investiert“ massiv in die Behauptung des Gegenteils, um das Geschäft vor der Wahrheit zu schützen. Die so verbreiteten Lügen dienen „Klinimaskeptikern“ bis heute um den Disput ins Abgründige zu lenken.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/james-black-sagte-1977-die-klimakrise-voraus-leider-arbeitete-er-bei-exxon-a-1298292.html

    Heftig, gelle? Unzulässige Verallgemeinerung? Schön wär’s. Hetze? Nicht von meiner Seite. Schon gar nicht vergleichbar mit dem Antisemitismus der Nazis. Das kam von Ihnen, uns Sie reden tatsächlich von unzulässiger Pauschalisierung zum Schaden der Diskussionskultur? Um das zu unterstreichen führen Sie die Diktatoren der Weltgeschichte an. Lächerlich. Die Gefahren sind ebenso real wie deren Verursacher und die Nutznießer. Die Handlanger dieser Akteure sind ebenso real und leicht zu erkennen, ganz ohne Pauschalisierung, anhand ihrer Worte und Taten. Die müssen nicht geschont werden, und ob man sie alte, weiße Männer oder reptiloide Schizzos nennt spielt nicht die geringste Rolle. In wenigen Jahrzehnten noch viel weniger als heute.

  • joey

    |

    @Piedro
    Nigeria als Beispiel, daß nicht mal die eigene Regierung irgendeine Kontrolle hat geschweige denn internationale Abkommen oder Organisationen.

    Zahlreiche Pipelines werden dort illegal angezapft und das ausgetretene Rohöl unter freiem Himmel von Banden zu Benzin raffiniert, welches dann illegal im Land verkauft wird. Dabei kommen auch immer wieder verheerende Explosionen vor.

    Wie wollen sie Beschlüsse von einer (mal spekuliert) erfolgreichem fff umsetzen? Wer hindert Nigeria an der Sauerei… Rommel?

  • Johannes Rübenach

    |

    @Piedro, sie schreiben: „Die Handlanger dieser Akteure … müssen nicht geschont werden, und ob man sie alte, weiße Männer oder reptiloide Schizzos nennt spielt nicht die geringste Rolle.“
    Das spielt sehr wohl eine Rolle! Wer mit fratzenhafter Wut seine Politik auf dem Rücken rassen-, geschlechts- oder altersdiskriminierter Mitmenschen durchzusetzen versucht, die „nicht geschont werden“ werden dürfen, hat regressiv ganze Zeitalter des Humanismus, der Aufklärung und der Endlösungen verpasst, in der Schule nie gelernt, bzw. schon wieder vergessen. Noch schlimmer als der Klimawandel der Temperatur ist dieser Klimawandel des Humanismus. Dass die Menschheit einmal untergehen wird, sei es wegen des Klimas, wegen eines Asteroiden oder einer anderen kosmischen Katastrophe, ist eine ausgemachte Sache; aber bis dahin sollten wir menschlich bleiben und uns diskriminierungsfrei respektieren und tolerieren. Und andere Menschen als „reptiloide Schizzos“ zu bezeichnen, macht die Sache auch nicht direkt besser.

  • Piedro

    |

    @Johannes Rübenach
    „Und andere Menschen als „reptiloide Schizzos“ zu bezeichnen, macht die Sache auch nicht direkt besser.“
    Natürlich nicht, Herr Abmahn-Anwalt, aber das habe ich auch nicht getan. Fratzenhafte Wut werden Sie auch weder bei mit noch bei FFF verorten können. Auch versuche weder ich, noch FFF etwas auf dem „Rücken rassen-, geschlechts- oder altersdiskriminierter Mitmenschen“ durch zu drücken. Wenn Sie mir unterstellen wollen, ich hätte „regressiv ganze Zeitalter des Humanismus, der Aufklärung und der Endlösungen verpasst, in der Schule nie gelernt, bzw. schon wieder vergessen“, drücken Sie sich doch bitte etwas deutlicher aus, dann lernen Sie Ihr Gewerbe mal von der anderen Seite kennen. ;)
    Sich auf der einen Seite für die „Schonung“ der Profiteure und – zumindest im Fall von Exxon auch schamlosen Lügnern aussprechen, wegen des menschlichen Umgangs, auf der anderen Seite solche Phrasen rauslassen. Da passt was nicht. Ist mir auch wurscht, da auch Sie wenig bis nichts zum Thema beitragen. Diese ganze Aufregung über die „alten, weißen Männer“ ist ein Sturm im Wasserglas, völlig belanglos. Ich werde da nicht mehr mitmachen. Hatte die Ehre, Herr Doktor.

  • Piedro

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    @joey
    Sie haben natürlich recht, dass wir – die Deutschen, die EU, die westliche Welt – nicht für die afrikanischen Gesetze verantwortlich sind. In einigen Ländern ändert sich gerade, zB in Ghana, weil die Auswirkungen dieser Drecksexporte fürchterlich sind; in anderen greift vermutlich das, was Sie auch richtig dargestellt haben: die Korruption in den Ländern. Im Falle Shell wie auch der über die Schweiz agierenden Exporteure ist diese sogar nachgewiesen. Das Geld kommt von den europäischen und amerikanischen Akteuren. Sollten Sie sich mit den Links beschäftigt haben, wissen Sie das.
    Es ist auch richtig, dass die verheerende Verschmutzung durch Anbohren von Pipelines etc. noch verschlimmert wird, aber das ist nicht ursächlich für das Desaster. Zumal diese Pipelines sowieso völlig marode sind und auf ganzer Länge lecken, und das schon ehe sich Shell zurück gezogen hat, um nicht weiter zur Verantwortung gezogen zu werden.
    Konzentrieren wir uns bei unseren Betrachtungen doch mal auf das, was in unserem Einflussbereich liegt, da kommt schon genug zusammen.

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