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Beiträge mit Tag ‘SPD’

Klagt gegen seinen Rauswurf: Der ehemalige Geschäftsführer der Stadtbau GmbH, Martin Daut. Foto: ArchivFast auf den Tag genau ein halbes Jahr ist es her, seit Martin M. Daut am 8. Januar einen Auflösungsvertrag mit der Stadtbau GmbH unterzeichnete. Er verlor mit sofortiger Wirkung seinen Posten als Geschäftsführer, behielt aber sämtliche Pensionsansprüche und sein Gehalt für weitere zwei Monate. Wenige Tage später hat Daut diesen Vertrag angefochten. Er sei zur Unterschrift genötigt worden. Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten ihn vor die Alternative Auflösungsvertrag oder fristlose Kündigung gestellt und ihm – mit Blick auf eine mögliche öffentliche Schlammschlacht – davon abgeraten, den Vertrag nicht zu unterzeichnen. Dieser Anfechtung Dauts folgten im Gegenzug zwei fristlose Kündigungen, im Januar und März 2008, durch die Stadtbau GmbH. Am Mittwoch traf man sich vor der II. Kammer für Handelssachen am Landgericht Regensburg – zum Gütetermin. Der ehemalige Geschäftsführer klagt auf Erfüllung seines Vertrages bis zum 31. August 2009 oder eine Abstandszahlung in Höhe von rund 180.000 Euro. Die Affäre, die Daut seinen Posten kosten sollte, während des zurückliegenden Kommunalwahlkampfes lange Zeit beherrschendes Thema war und die der Vorsitzende Richter Dr. Hans Rauch als „Konglomerat von persönlichen, kommunalpolitischen und rechtlichen Aspekten“ bezeichnet, nahm vor zweieinhalb Jahren ihren Anfang. Im Dezember 2005 durchsuchte die Staatsanwaltschaft Nürnberg die Räume der Stadtbau GmbH. Eine Mitarbeiterin stand unter Korruptionsverdacht. Der sollte sich bewahrheiten. In mindestens 50 Fällen hatte Monika Z. Wohnungen gegen Bargeld vergeben. Das Verfahren wurde eingestellt, nachdem drei Fälle, bei denen zwischen 460 und 800 Euro Bestechungsgeld flossen, detailliert eingeräumt wurden und Monika Z. 5.000 Euro Geldauflage bezahlt hatte. Von Martin Daut erhielt sie eine Abmahnung und eine geringfügige Gehaltskürzung in Höhe von 77 Euro. Wann der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtbau GmbH, Oberbürgermeister Hans Schaidinger, über alle Details informiert wurde – darüber gehen die Schilderungen bis heute auseinander. „Lückenhaft, nicht zeitnah und falsch“ seien die Informationen gewesen, die Martin Daut weitergegeben habe, so die Argumentation der Stadt. Fest steht, dass mit Hausdurchsuchung 2005 ein Schriftwechsel zwischen Daut und Schaidinger begann. Schaidinger verlangte von Daut Aufklärung über das interne System der Stadtbau zur Korruptionsvermeidung. Zwei Jahre sollte der schriftliche Austausch zwischen Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzendem andauern, ohne eine letztendliche Klärung zu bringen. Zum Teil monatelange Pausen kennzeichnen den Schriftwechsel. Ein Umstand, den Dr. Rauch mit der Bemerkung kommentierte: „Wenn es heißt, die Mühlen der Justiz mahlen langsam, dann hatte man hier den Eindruck, die Mühlen der Stadtverwaltung würden stillstehen.“ Hans Schaidinger bei der Stadtratssitzung Ende Januar zur Aufklärung der Stadtbau-Affäre. Foto: ArchivErst nach einem Bericht über die Affäre im Regensburger Wochenblatt am 20. Dezember 2007 ging es plötzlich sehr schnell. Noch tags zuvor war Dauts Vertrag als Stadtbau-Geschäftsführer vom Aufsichtsrat verlängert worden. Über die Recherchen des Wochenblatts hatte Daut den Aufsichtsrat nicht informiert. Mit ein Grund für Oberbürgermeister Hans Schaidinger am 7. Januar kurzfristig zu einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats zu laden und Dauts Entlassung anzustreben. In Abwesenheit des Aufsichtsrats Lothar Strehl (SPD), der es wegen der kurzfristig erfolgten Einladung nicht zur Sitzung schaffte (mehr dazu), beschloss man einstimmig, sich von Daut zu trennen. Am 8. Januar wurde der nun strittige Auflösungsvertrag schließlich unterzeichnet. An der ersten Einschätzung der rechtlichen Dinge – „und nur die sind von Interesse“ – durch die Kammer ließ Richter Rauch am Mittwoch keinen Zweifel: „Der Auflösungsvertrag ist wirksam.“ Daut habe in seinen elf Jahren als Geschäftsführer der Stadtbau große Erfahrung im Geschäfts- und Wirtschaftsleben. Auch habe Daut noch eine Nacht darüber geschlafen, ehe er den Vertrag unterzeichnete. „Selbst einem 18jährigen Stadtbau-Mitarbeiter am Beginn seiner Karriere würde man sagen: ,Du musst wissen worauf Du Dich einlässt, wenn Du diesen Vertrag unterschreibst.’“ Eine nötigende Situation bei der Unterzeichnung des Auflösungsvertrages könne das Gericht „nur schwerlich erkennen“, so Rauch. Auch der Auffassung Dauts, die Einladung zur Aufsichtsratssitzung sei zu kurzfristig erfolgt und der Beschluss, der seine Entlassung zur Folge hatte, damit unwirksam, mochte das Gericht in seiner ersten Einschätzung nicht folgen. Ob die beiden fristlosen Kündigungen gegen Daut gerechtfertigt, spielte dementsprechend eine untergeordnete Rolle. Mit Blick auf das Argument, Daut habe den Aufsichtsrat und seinen Vorsitzenden Hans Schaidinger nur unzureichend und nicht früh genug informiert, meinte Dr. Rauch aber: „Die Dinge sind von beiden Seiten zögerlich behandelt worden.“ Aufsichtsrat und Vorsitzender seien „nicht dazu verdammt zu warten, bis sie informiert werden.“ Ihre Aufwandsentschädigung erhielten die Betreffenden nicht dafür, „dass sie Augen und Ohren zumachen, sondern damit sie Aufsicht ausüben“. Den Vergleichsvorschlag, den Auflösungsvertrag vom 8. Januar anzuerkennen, wogegen die fristlosen Kündigungen hinfällig wären, haben Dauts Anwälte bislang nicht angenommen und sich Bedenkzeit ausgebeten. Die Verhandlung wird am 27. August fortgesetzt.

Freie Wähler: Mit Trio in den Wahlkampf

Dass man mit Sachthemen auf Granit beißen kann, ist Günther Riepl gewohnt. Seit 18 Jahren sitzt er im Regensburger Stadtrat und die Vorschläge des Freien Wählers wurden von der – damals noch allmächtigen – CSU fast schon prinzipiell abgelehnt. Insofern ist der 61jährige gut gerüstet, sollte ihm im September der Sprung in den Landtag gelingen. […]

Willkommen im Teletubbie-Land

Es hat schon etwas Unwirkliches. Am Gelände, das seit Jahrzehnten Zankapfel zwischen Stadtoberen und Bürgern ist, konnte Oberbürgermeister Hans Schaidinger am Freitag, den wohl verkehrlich am besten erschlossenen Park von ganz Regensburg eröffnen. Pardon, nicht Park. Es handelt sich um eine „temporäre Skulptur“, die vor der Wurstfabrikruine Ostermeier die Regensburger ab sofort zum Picknick locken […]

SPD startet geschwächt in den Landtagswahlkampf

Mit der Geschlossenheit der Regensburger SPD ist es nicht allzu weit her. Während die Delegierten noch dem Koalitionsvertrag mit der CSU inklusive des Bruchs diverser Wahlversprechen geschlossen zustimmten und damit das Bürgermeister-Amt von Joachim Wolbergs absicherten, wurde der Vorstand bei den Neuwahlen am Montagabend sauber abgewatscht. Die Vorsitzende Margit Wild erhielt – obwohl es keinen […]

Sallerner Regenbrücke: Ratsbegehren gefordert

Die Diskussion um die Sallerner Regenbrücke geht weiter. In der nächsten Stadtratssitzung wollen die Freien Wähler den Antrag stellen, ein Ratsbegehren über das umstrittene Bauvorhaben durchführen zu lassen. Bekanntermaßen war die BI LOS mit ihrem Vorhaben, einen Bürgerentscheid zu den Themen Sallerner Regenbrücke und Überdeckelung der Osttangente vor dem Regensburger Verwaltungsgericht gescheitert. Gleichwohl sei es […]

BayernLB Untersuchungsausschuss: Peter Welnhofer und die Zeugen Günthers

Wer kennt diese Szene nicht: Kinder spielen im Hinterhof Fußball. Plötzlich geht ein strammer Schuss daneben und trifft eine Fensterscheibe. Die zerspringt. Der Eigentümer kommt mit dem Ball in der Hand aus dem Haus gelaufen und stellt die Übeltäter zur Rede. Doch er sieht nur in weit aufgerissene Augen und hört, dass niemand gesehen hat […]

Friseure, Fotos und Plattitüden

Der Wahlkampf hat begonnen. Schon wieder. Die ersten Plakate sind eingetroffen. Franz Rieger (CSU) war der erste. „Regensburg im Herzen, Bayern im Sinn“, lautet der erste Slogan. Nun befindet sich ganz Regensburg in gespannter Erwartung und fragt sich: Was hatte Riegers Friseur im Sinn? Und: Hat Margit Wild einen besseren Haarstylisten? Wie lautet die SPD-Wahlkampf-Plattitüde […]

Stadtrat: Parteipolitik statt Sachverstand?

Groß und Klein verträgt sich nicht. Die große Koalition (CSU/SPD) ist auf dem besten Weg, das Verhältnis zu den kleinen Oppositionsparteien noch vor Ablauf der ersten 100 Regierungstage zu vergiften. Ein kleiner Rückblick: Einen Beschluss, den kleinen Fraktionen einen bezahlten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden zu gewähren, fasste man in der ersten Stadtratssitzung (einstimmig). Vielleicht auch, um die […]

Sallerner Regenbrücke: Bürgerbegehren scheitert vor Gericht

Nach gut dreistündiger Verhandlung war es raus: Das Verwaltungsgericht Regensburg folgt der Rechtsauffassung der Stadt Regensburg und sieht einen Bürgerentscheid für eine Einhausung der Osttangente und gegen die Sallerner Regenbrücke als nicht zulässig an. Die doppelte Fragestellung: „Sind Sie dafür, dass 1. die Stadt Regensburg auf den Bau der Sallerner Regenbrücke, so wie zur Zeit […]

BayernLB-Skandal: Hans Schaidinger verteidigt Erwin Huber & Co

Langsam kommt Bewegung in die Aufklärung um die Verluste der Bayerischen Landesbank (BayernLB), doch wer sich erhofft hatte, die Wahrheit komme nun ans Licht, wird enttäuscht sein. Ebenso darf man sich darüber wundern, dass sich die BayernLB weiterhin im spekulativen Immobiliengeschäft engagiert. Als Zeuge im Untersuchungsausschuss BayernLB sagte nun der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger aus. […]

„Großes Verkehrskonzept“ wird fortgesetzt

Ohne Blasmusik geht in Bayern (fast) gar nix. Und so braucht es auch nicht zu wundern, dass beim offiziellen Spatenstich für den Ausbau der Nordgaustraße zünftig aufgespielt wurde, während Politiker und Stadtplaner bei Bier und Schnittchen die 7,35 Millionen Euro teure Baumaßnahme auf dem DEZ-Parkplatz feierten. Obwohl der bayerische Innenminister Joachim Herrmann seinen Besuch abgesagt […]

Regenbrücken-Streit geht in die nächste Runde

Ein Ratsbegehren zur Sallerner Regenbrücke wird es nach dem Willen der großen Regensburger Koalition nicht geben. Ob ein Bürgerbegehren dazu zugelassen wird, entscheidet nun am 18. Juni das Regensburger Verwaltungsgericht. Ein Rückblick: Im Mai 2005 begannen die Bürgerinitiativen LOS („Leben ohne Stadtautobahn“) und „Wohngerechtes Verkehrskonzept“ Unterschriften für eine Einhausung der Osttangente und gegen den Bau […]

Video: Protest gegen Brückenprovisorium geht weiter

Sonntag, 15 Uhr. Der Grieser Spitz ist heute nicht nur Tummelplatz für Familien mit ihren Kindern, Spaziergänger und Sonnenanbeter. Auch die Donauanlieger sind wieder da, um über das geplante Brückenprovisorium über den Grieser Spitz zu informieren, der Schlosser Siggi Heindl hat wieder zum Spielfest geladen. Der Verein Regensburger Eltern versorgt die Anwesenden kostenlos mit Kaffee […]

Stadtrat: Geht’s im selben Stiefel weiter?

Mit dem Einbinden der kleinen Fraktionen im Stadtrat hapert es noch bei der großen Koalition. Ebenso mit der Transparenz. Über gleich drei Tischvorlagen (Unterlagen, die erst zu Beginn der Sitzung vorgelegt werden) mussten die Stadträte bei der Sitzung am Donnerstag abstimmen. SPD und CSU hatten sich im Vorfeld abgesprochen und die „Kleinen“ nicht informiert. Es […]

Schweigend dabei sein

Jetzt dabei sein! Beim Schweigemarsch! Den veranstaltet die Konradsiedler-CSU am 6. Juni in der Sandgasse. „Für den Bau der Sallerner Regenbrücke und der Osttangente“. Aufgerufen sind dazu „alle, die gegen den Lärm und den Verkehr und für mehr Wohnqualität im Stadtnorden kämpfen wollen.“ Witzig, dass die CSU dazu gerade die Sandgasse beschweigen will. Die bekommt […]

Brückentrasse durch den Spielplatz: Aussitzen gilt nicht!

Unermüdlich! Der Schlosser Siggi Heindl arbeitet weiter daran, die Regensburgerinnen und Regensburger auf die drohende Zerstörung des Naherholungsgebiets am Grieser Spitz aufmerksam zu machen. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) veranstaltet er dort zum zweiten Mal ein Spiel- und Familienfest. Das soll künftig jeden ersten Sonntag im Monat wiederholt werden. Bereits während des Wahlkampfs hatte Heindl […]

Ungewöhnliche Bürgermeister und bayerische Gewöhnlichkeiten

Bodenmais ist nicht nur die schöne Heimat eines – für bayerische Verhältnisse – eher ungewöhnlichen Bürgermeisters (jung, evangelisch, schwul, SPD), aus Bodenmais kommt auch der elfjährige Johannes. Beim Seniorennachmittag am Dienstag auf der Dult im Hahn-Zelt stiehlt der Ziehharmonika spielende Bub – „Juniorwirt vom Rosserer-Wirt“ – einem anderen SPD-Bürgermeister, dem aus Regensburg, – Joachim Wolbergs […]

Gries: SPD-Chefin will keine Brücke

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die „provisorische“ Brücke über den Gries ein Punkt war, an dem die Koalitionsverhandlungen zwischen CSU und SPD fast gescheitert wären. Zu sehr fordern CSU und Wirtschaft eine solche Brücke – seit knapp 20 Jahren findet man eine solche auch im Flächennutzungsplan der Stadt Regensburg. Langfristig auch für den Individualverkehr. […]

Kurven und Zusatzeinkünfte

Dultzeit ist Spaßzeit. Da wird gefressen (quasi überall), gesoffen (in Bierzelten), gefahren (mit „Fahrgeschäften“), geschaut und gekurvt. Den richtigen Humor ins Spiel bringt dieser Tage nämlich der RVV. Der hat eine herzallerliebste Zeitungsannonce für den Dultbus geschaltet: „Ihr RVV-Busfahrer Kurt. Der kriegt immer die Kurve.“ Der Kurt schon. Sein Kollege am Dienstag hat die Kurve […]

In der SPD haben sich alle lieb

Selten erlebt man so harmonische Pressekonferenzen. Joachim Wolbergs bekam sogar eine Krawatte geschenkt. Der neue, einstimmig gewählte Vorstand der SPD-Stadtratsfraktion sprühte im Dalberg-Zimmer des Hotels Bischofshof geradezu vor Optimismus, gegenseitigem Lob und Schulterklopfen. Norbert Hartl – „das wandelnde Lexikon mit viel Temperament“ (Margit Wild), der „Mann, der Antworten auf alle Fragen weiß“ (Thomas Burger) – […]

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