SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 28. November 2020

„Irreführend" und „nicht verhältnismäßig"

Streit um Atommüll-Verbrennung in Schwandorf geht weiter

Bei der turnusmäßigen Sitzung des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf kommende Woche dürfte auch das Thema freigemessener Müll aus den Atomkraftwerken eine Rolle spielen. Denn seitdem Anfang August die Thematik bekannt wurde, regt sich immer mehr Widerstand. Mancher fühlt sich sogar an Wackersdorf erinnert.

Noch steigt Dampf auf über dem Kernkraftwerk Isar II. Ab 2022 beginnt auch dort der Rückbau. Der Müll wird zum Teil nach Schwandorf gebracht werden. Foto: bm

Seit 2009 wird in der Müllverbrennungsanlage Schwandorf sogenannter freigemessener Müll aus den Atomkraftwerken Isar I und II bei Landshut und seit 2018 aus dem AKW Grafenrheinfeld verbrannt. Doch erst auf Anfrage der Schwandorfer Grünen-Stadträtin Marion Juniec-Möller im Juli wurde dies öffentlich (regensburg-digital berichtete). Besonders brisant ist dabei die Tatsache, dass Grafenrheinfeld gar nicht im Zuständigkeitsbereich des Zweckverbandes, zu dem auch Regensburg gehört, liegt.

Nachdem zunächst vor allem das Regensburger Bündnis für den Atomausstieg und den Ausbau erneuerbarer Energien (BüfA) Bedenken an dem Vorgehen äußerte, geriet in der Folge auch die Schwandorfer Politik in Schwung. Für kommenden Mittwoch hat Juniec-Möller nun auch eine Demonstration angemeldet. An diesem Tag finden die Sitzung des Verbandsausschusses und die Zweckverbandsversammlung statt. Auch die Regensburger Oberbrürgermeisterin wird als stellvertretende Verbandsleiterin an den Sitzungen teilnehmen.

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