RKK-Gegner (in)formieren sich

Betonklotz erhalten, um Betonklotz zu verhindern?

Die Vereinigung der Freunde der Altstadt Regensburg hat zu einer Informationsveranstaltung zum Themenkomplex RKK geladen, um dieses so kontroverse Bauvorhaben aus verschiedenen Blickwinkeln und fundiert zu kritisieren. Das Fazit des Abends: Regensburg braucht kein RKK – und schon gar nicht am Ernst-Reuter-Platz!

Volles Haus gegen das RKK. Fotos: Herbert Baumgärtner

Wäre das eine städtische Veranstaltung, die von kreativen Kommunikationsbüros entworfen, geplant, veranstaltet und ja, kommuniziert worden wäre – sie müsste als großer Erfolg verbucht werden. Fast 300 Menschen haben sich am Mittwochabend im kleinen Saal des Kolpinghauses eingefunden, weil sie sich auf diese Weise zumindest ein bisschen Bürgerbeteiligung erhoffen.

Die Stadt hat diesen Abend aber nicht geplant. Es sind die Altstadtfreunde, die zu einer Informationsveranstaltung über das geplante Kultur- und Kongresszentrum (RKK) ins Kolpinghaus geladen haben und erstaunlich viele sind sind dieser Einladung gefolgt. Die meisten sind entschiedene Gegner eines RKK am Ernst-Reuter-Platz, das ist den Reaktionen und Diskussionsbeiträgen deutlich anzumerken.

In sechs Kurzvorträgen liefern die Altstadtfreunde in zweieinhalb Stunden das, was RKK-Befürworter am meisten fürchten müssen: Argumente. Unter dem Titel „Noch mehr ‚Grün kaputt‘ und noch mehr Verkehr?“ präsentieren Prof. Dr. Peter Morsbach, Prof. Dr. Achim Hubel, Dr. Johannes Ludsteck, Daniel Viehmann, Reinhard Kellner und Dr. Harald Klimenta unterschiedliche Facetten und Dimensionen der Kritik am RKK am vorgesehenen Standort Ernst-Reuter-Platz. Sie wollen nicht mit Stimmung, sondern mit Expertise punkten. Die Kritikfelder sind vielschichtig und nicht nur in der Summe überzeugend für die vielen Anwesenden, deren Unverständnis über die städtischen Planungen schon vor der Veranstaltung groß war und nun noch größer geworden sein dürfte.

Historische Bedeutung der Grünanlagen

Peter Morsbach stellt die Bedeutung der Grünanlagen in den Vordergrund.

Peter Morsbach skizziert zu Beginn die historische Bedeutung der Grünanlagen rund um das heutige Keplerareal. So sei der Bereich, der einst außerhalb der Stadtmauer lag, stets durch Grün dominiert gewesen und diente lange Zeit als Friedhofsgelände. Erst befanden sich dort römische Gräber, bis zur Vertreibung der Juden 1519 war unterhalb des heutigen Straßenniveaus der jüdische Friedhof beheimatet, später diente das Gebiet Katholiken und Protestanten als Grabstätte. Erst ab den 1930er Jahren fanden größere Eingriffe, zum Beispiel durch den Bau des ersten „Keplerhauses“, statt.

Landschaftsgärtnerisch seien die (noch nicht überbauten) Parkanlagen sehr wertvoll, sie Fürst-Anselm-Allee sei sogar, so Morsbach, „eine der ersten und bedeutendsten Alleen der Aufklärung“. Mit dem Bau eines RKK und der Gestaltung eines Zentralen Omnibusbahnhofs drohe diesem sensiblen Bereich des Alleengürtels, der die Altstadt umschließt, ein „Kahlschlag“ – 150 Bäume sollen abgeholzt werden.

Hubel: Stadt hat Schlachthofareal verschleudert

Aber wenn doch die Stadt ein RKK unbedingt brauche? Dieser Auffassung der RKK-Befürworter versucht Achim Hubel ein reichhaltiges Angebot an Tagungs-, Kongress- und Konzertstätten entgegenzuhalten. Da seien für unterschiedliche Kapazitätsbedarfe und Nutzungsmöglichkeiten die Donau Arena, die Universität mit Audimax und anderen Hörsälen, Kolpinghaus, Continental-Arena und so weiter. „Es ist unglaublich, was es alles gibt!“, so Hubel, der im Eiltempo Dutzende Veranstaltungsorte vor- und ihre jeweiligen Vorzüge herausstellt.

Achim Hubel sieht keinen Bedarf an einem RKK.

Besonders auf das kürzlich eröffnete marinaforum im Stadtosten macht der Denkmalpfleger aufmerksam. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer selbst habe es bei der Eröffnung als „das kleine RKK“ bezeichnet. Doch sei bisher trotz zweijähriger Bewerbungsbemühungen der Regensburger Tourismus GmbH nicht gelungen den Veranstaltungsort auch nur ansatzweise auszulasten. Im Jahr 2018 bis Anfang 2019 seien lediglich sechs Veranstaltungen ausgewiesen. Wozu sollte also ein noch größeres Veranstaltungszentrum benötigt werden, zumal die Stadt auch Gelegenheit gehabt hätte ein solches im Marina-Quartier zu planen.

„Ein RKK hätte man auch in dem großen Areal machen können“, stattdessen habe die Stadt den Grund, der ihr allein gehörte, „verschleudert“ und sich „für 25 Jahre verpflichtet“ das Forum von Eigentümer Thomas Dietlmeier (Gründer Immobilien Zentrum) anzumieten (Regensburg-Digtital hat darüber bereits mehrfach berichtet). Angesichts eines kleinen RKK, sei ein großes RKK überflüssig.

Zahlen in Machbarkeitsstudie „sind nicht viel mehr wert als das Papier, auf dem sie stehen“

Der Volkswirt Johannes Ludsteck verreißt im Anschluss, die von der Stadt in Auftrag gegebene und von der ghh consult erstellte Machbarkeitsstudie zum RKK, die dem Schluss kommt, dass Regensburg eine solche Einrichtung brauche. Für Ludsteck ist das Werk allerdings „keine Machbarkeitsstudie“, weil „nur fleißig Argumente für das RKK gesammelt werden“. Bei Gegenargumenten werde doch konsequent weggeschaut.

Die Autoren der Studie hätten bei etwa 200 Unternehmen den Bedarf an Veranstaltungsorten erfragt, nur 35 hätten jedoch überhaupt geantwortet, 20 davon mit verwertbaren Antworten. „Die große Mehrheit hat offenbar keinen Bedarf“, so der Ökonom. Weitere Kritikpunkte: Die Unternehmen wurden nur dazu befragt, „was sie wollen“, ohne jedoch Kostenvorstellungen zu berücksichtigen. Die Unternehmen hatten dadurch guten Grund ihre Bedarfe zu überteiben.

Zudem würden die Baukosten des Vorhabens mit 63-78 Millionen Euro auf der Basis von 500-600 Euro pro Kubikmeter deutlich zu niedrig angesetzt. Zum Vergleich: Beim Museum der Bayerischen Geschichte betrug der Kubikmeterpreis 720 Euro. Abrisskosten, Kosten für Parkhaus bzw. Parkgarage und durchschnittliche Kostensteigerungen bei ähnlichen Bauvorhaben fänden keine Berücksichtigung. „Die Zahlen sind nicht viel mehr wert, als das Papier auf dem sie stehen“, resümiert Ludsteck.

Der strukturalistische Wirsing-Bau. Foto: Archiv

„Schandfleck“ Lutherhaus erhalten?

Ein weiterer Vortrag von Architekturabsolvent Daniel Viehmann widmet sich der Architektur des Keplerareals und insbesondere des oft als Schandfleck geschmähten Werner-Wirsing-Baus „Lutherhaus“, dessen denkmalerischer Wert als „ganz wichtiges Werk des Strukturalismus in Deutschland“ (Morsbach) eingehender analysiert werden sollte. Das Gebäude ist aktuell entmietet und soll nach den Plänen der Stadt abgerissen werden.

Reinhard Kellner (Soziale Initiativen) und Harald Klimenta (Aktionsbündnis Verkehrswende) nehmen die städtische Wohungsbaupolitik einerseits und die Verkehrspolitik anderseits in den Fokus. Beides sehen sie in enger Verbindung mit der Umgestaltung des diskutierten Stadtraums, erweitern den Kontext aber um die Perspektive einer städtebaulichen Gesamtentwicklung.

Klimenta: „Es wird ein Betonklotz, sonst gar nichts!“

Kellner kritisiert den Verlust von 150 günstigen Wohnungen am Ernst-Reuter-Platz und gibt sich kämpferisch: „Damit wollen wir uns nicht abfinden“. Ganz grundsätzlich müsse die Stadt mehr tun, um günstigen Wohnraum zu schaffen und mit der Stadtbau GmbH selbst deutlich stärker als Akteure auf dem Immobilenmarkt auftreten. Ein RKK binde viele städtische Finanzmittel, die aktuell besonders im sozialen Wohnungsbau dringend benötigt würden.

Klimenta zielt vor allem auf das durch den Kongressbetrieb zu erwartende erhöhte Verkehrsaufkommen im Bereich des Hauptbahnhofs sowie die zu beanspruchende Fläche eines RKK, die im Vergleich zu anderen Kongresszentren in Deutschland zu klein gerechnet würde. Außerdem werde die falsche Vorstellung eines Gebäudes „ohne Rückseiten, das nach allen Seiten offen“ sei, verbreitet. Hier würden jedoch „ganz klar Lügen in die Welt gesetzt. […] Es wird ein Betonklotz, sonst gar nichts,“ ist sich Klimenta sicher.

Der gesamte Planungsbereich, um den es bei RKK und ZOB geht. Oberhalb des „Bustreffs“ befindet sich das Keplerareal. Grafik: Stadt Regensburg

Heftige Kritik am Beteiligungsprozess der Stadt

In der Diskussion zeigt sich vor allem eine große Unzufriedenheit mit der „Propagandakampagne der Stadt“ (wie es Karl Bierl, attac, ausdrückt) im Rahmen des Beteiligungsprozesses und der „Stadtraum-Gestalten-Befragung“ im vergangenen Jahr. Man wolle wirklich beteiligt werden an den Planungen und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. So der Tenor mehrerer Diskussionsbeiträge. „Der Widerstand der Stadt gegen unseren Widerstand ist bemerkbar,“ fasst Achim Hubel den städtischen Beteiligungswillen zusammen.

Und als wäre man sich aber schon nahezu sicher, dass das aktuell laufende Bürgerbegehren erfolgreich sein werde, schmiedet man am Mittwochabend ausführlich und angeregt bereits Pläne, ob und wie der Wirsing-Bau erhalten werden könnte. Man diskutiert teilweise so, als wäre der Abriss nicht schon längst beschlossene Sache und als würde man ohnehin nicht so wirklich glauben können, dass ein RKK tatsächlich jemals kommt.

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Kommentare (15)

  • RKK NIE

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    Betonklotz erhalten, um Betonklotz zu verhindern? Ist zwar provokativ, aber die richtige Kernaussage. Mehr brauchen wir nicht, um eine kränkelnde Gmoa zu retten. RKK nie!

  • miesmumpfe

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    Sehr guter Beitrag, leider mit irreführendem Titel…
    Der Titel dürfte Leser, die nicht den gesamten Beitrag lesen, auf die falsche Fährte führen, dass die Altstadtfreunde versuchen, das ungeliebte und vielgeschmähte Wirsing-Hochhaus zu erhalten. Die Altstadtfreunde und auch das kein-rkk-Bündnis weisen aber immer wieder darauf hin, dass sie vor allem einen demokratischen Prozess mit Bürgerbeteiligung und BürgerMACHT in Gang setzen wollen. Diejenigen unter ihnen, die das Wirsing-Hochhaus erhalten wollen, werden einfach nur versuchen, ihre Argumente im Diskurs zu positionieren und sehen sich selbst in der Pflicht, den Bürgerinnen und Bürgern, den bisher unbeachteten Charme des Gebäudes zu zeigen. Punkt.
    Hier geht’s nicht in erster Linie Betonklötze, sondern um Demokratie!

  • Tobi Becq

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    Die ganze Diskussion ist – so sympathisch und ehrbar die Motive der Gegner auch sein mögen – wieder nur infantil und geht wie immer voll, aber wirklich voll am eigentlichen Kern des Pudels vorbei. Die Diskussion tut so, als würde sie die vorgeschobenen Scheinargumente der Befürworter überhaupt noch ernst nehmen. Ich würde das nicht länger tun! Unsere Akademiker und der pathologisch obrigkeitshörige Urnenpöbel schaffen es sonst nie, aus ihrer Kinderwelt aufzuwachen. Also sprechen wir zumindest hier an, was wirklich Sache ist?

    Wir leben in einer, von ganz oben verordneten Wachstumsideologie, der sich der geschundene und getriebene Mensch, auch um den Preis der Vernichtung seiner Lebensgrundlagen, bedingungslos unterzuordnen hat. Wir mussten uns ja nicht nur einreden lassen, dass eine jeden Lebensbereich durchseuchende Wettbewerbsideologie (statt einer Gemeinwohlökonomie oder einer anderen Form kooperativen und nachhaltigen Wirtschaftens/Gesundschrumpfens) sinnvoll und menschenwürdig ist! Nein, wir mussten uns auf dem Boden eines ungedeckten, spekulativ überstreckten Zins(eszins)- und Schuldgeldes einleuchten lassen, dass der einzige Ausweg aus der, jeden möglichen Wohlstand im Volke umverteilenden bzw. verunmöglichenden Schuldenspirale nur das ständige Wachstum der Wirtschaft sein kann. Das kann aber aus zwei Gründen nicht funktionieren. Einmal wurden die zurückzuzahlenden Zinsen und Zinseszinsen mit den entsprechenden, faulen weil ungedeckten Fiat-Money Krediten gar nicht mit erschaffen. Wir spielen also immer ‚Reise nach Jerusalem‘, weil am Ende eh niemals genug Stühle oder Betonklötze für alle im Raum sein werden, um die wir immer beschleunigter kreisen. Zum zweiten kann ein exponentielles Wirtschaftswachstum bei unserer eh schon bald utopischen Produktivität, auch unter Anwendung immer noch lächerlicherer Wachstumspakete, wie etwa Abwrackprämien, halbjährlicher Zwangshandytausch, geplanter Obsoleszenz und Dieselverboten, trotzdem irgendwann nicht mehr gesteigert werden, ohne dass der Wirtschaftsreaktor durchgeht und damit den ganzen Planeten dauerhaft unbewohnbar macht.

    Mit dieser Perspektive schauen wir nun gerade auch auf die Lokalpolitik und warum bei uns immer mehr Grünflächen ohne Sinn und Verstand versiegelt werden müssen, warum schon das Altmühltal einst durch die Alfons-Goppel-Gedächtnis Kloake verschandelt werden musste, warum in Wackersdorf eine Plutoniumfabrik entstehen sollte und warum es pro vier Einwohner bald gefühlt ein Matrazenoutlet/Handystore gibt…
    …warum wir einfach nicht mehr zur Ruhe kommen dürfen.

    Andere, auch psychologische Momente wie ‚Vorteilsnahme‘, also Amigoschmierereien und -klüngel der Baubonzenschaft, Wichtigtuerei im Sinne des ‚Sich Selbst Produzieren Müssens‘ (Vgl. Blumenkübel, Gastro-Außenbestuhlung etc.) lasse ich jetzt mal außen vor. Hauptsache, ihr hört auf noch länger so zu tun, als wären die Argument der RKK Befürworter mit Sinn, Verstand oder den tatsächlichen Bedürfnissen der Gemeinschaft zu legitimieren. Das sind sie nicht! Das sind sie einfach nicht! Wir dürfen nur nie mehr still stehen oder noch einmal zur Ruhe kommen.

    https://www.flickr.com/photos/tobi_becq/39901417500/in/dateposted-public/

  • Lothgaßler

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    @Tobi Becq:
    Natürlich ist das Projekt RKK eine Mischung aus „ich auch haben wollen“, vermeintlichen „Bedarf“ (mühsam nachgewiesen über zielführende Befragung und durch „Experten“) und Geschäftemacherei (bzw. Wirtschafts- und Tourismusförderung).
    Dies gilt es genauso herauszuarbeiten wie das Zerpflücken der Argumente pro RKK. Die Stadtverwaltung setzt ihren Prozess in Gang, dem muss auch über Fakten und Argumente entgegen getreten werden. Dazu kommt die politische Auseinandersetzung, die auch gesellschaftsrelevante Fragen (Wachstum, deren Preis und wie soll diese Stadt wachsen) aufgreifen darf und muss.

    zum Lutherhaus:
    Ich finde es erstaunlich, dass uraltes Gemäuer aus Zeiten ohne fließend Wasser, Strom, Gasheizung und Grundrissen zum davonlaufen mit Zähnen und Klauen gegen Abriss „verteidigt“ wird, und dazu im Gegensatz fast schon „jugendliche“ Gebäude mit Sanierungspotenzial leichterhand abgerissen werden. Nun mag nicht immer die Sanierung (und ggf. Neukonzeptionierung mit An- und Umbauten) sinnvoll und wirtschaftlich sein, aber geprüft hat das hier ja wohl auch keiner.

  • Ida v. Nacht

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    @Tobi Becq
    Danke, schöne Bilder, großes Lob.
    Der Textinhalt ist mir etwas zu dunkel belichtet, aber deine „.. Zeit ist die Nacht..“ . So stehts bereits bei flickr

  • Markus Frowein

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    @ Ida v. Nacht (20. Mai 2018 um 12:34)

    Ich glaube, Tobi Becq meint, dass wir, statt die globale Naturvernichtungsmaschinerie
    durch Geld, Aufmerksamkeit und Legitimierung füttern und somit am Leben erhalten,
    lieber selbst leben sollten, jedoch müssten wir zunächst herausfinden, was das heißt.

  • Lutherer

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    Achtung! Meinung! Strukturalismus ist Scheiße! Jede Generation hat das Recht, sich ein Denkmal zu setzen. Das gleiche Recht hat aber die Folgegeneration, selbst wenn sie sich ein Denkmal dadurch schafft, das Denkmal der Vorgängergeneration einzureißen ! Kein RKK kein Wirsingbau!! Für den Grüngürtel!

  • Günther Herzig

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    @Tobi Becq
    Wundervolle Fotos. Ich bin sehr beeindruckt!

  • eduardo

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    War da nicht schon einmal der weltberühmte MdB Benno Zierer, genannt der Eurobenno, vor Ort, der die Eurofahnen kostenfrei verteilte, tätig, um seinen engen Freund Hansi Sch. publik zu machen?
    Das, Leute, ist/ war gelebte Politik!!!
    Da halte ich es lieber mit Prof. Hubel, der den Regensburger Bürgern näher steht.

  • Tobias

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    So, dieses mal vom PC, ohne vom Touchpad „gefressene“ Wörter!

    @Lothgaßler:
    Diese Frage habe ich mit meiner Kollegin (die auch auf dem Foto unter dem Publikum zu sehen ist) auch schon häufig besprochen. Der Grund, warum der Turm so hässlich ist, liegt am Management des selbigen, nicht aber am verwendeten Material oder gar Bauweise. Vom Bahnhof aus sieht man den Turm wegen der Bäume nur im Winter, aus der Innenstadt kommend fällt es erst recht spät auf, da nicht überragend. Es stammt eben aus einer Zeit (1969), als Regensburg noch nicht einmal ansatzweise das war, was es heute ist. Seit über einer Dekade lässt man es vor sich hin vegetieren. Und nun ist es hässlich und hier und da zeigt sich schon Betonkorrosion. Das Gebäude an sich ist aber keineswegs hässlich. Mit einem vernünftigen Anstrich, dies könnte man auch abstufend gestalten, sie die Plattenbaufassaden im Osten; die Punkthochhäuser haben häufig eine Kennung (himmelblau, mintgrün, rosa) und dies sieht im Gesamtkonzept toll aus. Mit vernünftigen Fenstern, einem ordentlichen Putz könnte man den Turm farblich gut in das Grün einbinden.

    Vorteil: Die Mobilfunkmasten könnten bleiben, die sich aufgrund Altstadtgestaltungsregeln dort nicht befinden dürfen (genauso wenig wie sichtbare Sat-Anlagen usw.), das Hochhaus enthält 110 (!) Zimmer mit eigenem Waschbecken. Pro Etage gibt es eine Gemeinschaftsküche und -duschen, viele Zimmer mit Balkon, zentral gelegen und Telefonanschluss sei möglich – sprich, er liegt an. Oben gibt es Tischtennisräume und sowas, quasi als Penthouse. Planerisch scheint mir das Teil das zu bieten, was Studenten brauchen, an einem Ort, an dem Studenten wohnen sollten: In der Stadt, nahe des ÖPNV. Was soll stattdessen hin: Ein Kongresszentrum, dass für den normalen Bürger, sofern er nicht zu den Ärzten, Wissenschaftlern oder Freejazz-Musikern gehört, überhaupt und gar keinen Nutzen bringt.

    Ansonsten, und das steht auch in dem Pappflyer, den man mitbekommen hat, macht mir die überdrehte Stadtplanung echt Sorgen. Da wird eine wirtschaftliche Katastrophe nach der anderen angemietet. Regensburg kann, muss aber nicht ewig weiterwachsen. Es reicht ein BMW- oder Conti-Skandal, und schon kann der Dominoeffekt starten. Und dann? Schrumpft die Stadt und hat für Dekaden Millionenverpflichtungen p.a.. Und wir in unserer Stadt ein deutsches Detroit.

  • alstadtkid

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    Leider hat das Wirsing Hochhaus keine potenten Fürsprecher wie der Eiserne Steg, der einfach mal zum Denkmal erklärt wurde, damit kein Bus über den Oberen Wöhrd fährt

  • Andreas Eckl

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    Herr Oswald,

    Expertise statt Stimmungsmache? Eher Stimmungsmache von Experten.

    Mit der Frage…

    “Sind sie dafür, dass alle Vorarbeiten und Planungen für ein Kultur- und Kongresszentrum auf dem Kepler-Areal unverzüglich gestoppt werden?”

    …ist niemand geholfen, auch nicht den Gegnern eines RKK.

    Monströse Betonkiste im Verkehrschaos, Natur- und Denkmalvernichtung – abstrakte Annahmen.

    Klären gegen was man da eigentlich ist könnte nur Planung.
    Ohne Sichtbarkeit der Effekte bleibt die Diskussion substanzlos. Ein Bürgerbegehren, das Planung verhindern will verschwendet Ressourcen.

    Die Experten nehmen diesen Widerspruch in Kauf, die Expertise verpufft also als Stimmungsmache.

    Einzelne Aspekte sind für sich bedenkenswert.

    Die Herren Morsbach und Viehmann haben recht. An Abwägungen zu Eingriffen an solchen Orten sind höchste Ansprüche zu stellen.

    Herr Kellner hat Recht, die Versäumnisse der Stadtentwicklungspolitik zum Thema Wohnraum sind Anlass zu deutlicher Kritik.

    Herr Klimenta liefert, ausnahmsweise, keine Expertise sondern ehrliche und unverblümte Stimmungsmache.

    Mit der relevanten Grundsatzfrage hat das alles praktisch nichts zu tun.

    Können die Regensburger ein RKK brauchen, wollen sie sich eines leisten und was soll ein RKK sein und anbieten?

    Nur Herr Hubel und Herr Ludsteck liefern dazu Input, der diskutiert gehört.

    Ignoriert wird von allen geflissentlich die Substanz der Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens (nicht gemeint: die Befragung, zugegeben: überflüssig).
    Bedauerlich, hier lägen erste Ansatzpunkte für eine ernsthafte Auseinandersetzung auf dem Tisch.

    Die Reaktion auf die Erwähnung dessen erhärtet den Verdacht, dass man lieber gar nichts sehen möchte, so wie die gewünschte Frage eben formuliert wird.

    Der Ansatz ist mir, mit Verlaub, zu fundamentalistisch. Der Umgang mit der Zukunft dieses Ortes verdient mehr Anstrengung.

  • mkv

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    Zum geplanten Kahlschlag:

    „Bäume, so scheint es, sind zurzeit die besseren Menschen.“

    Die Naturkatastrophe Mensch
    SZ-Serie „Anthropozän“
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/klimawandel-im-kino-unsere-erde-teil-drei-1.3988390-2

    Was leistet ein ausgewachsener Baum an „Reinigungs-Tätigkeit“?

    „Eine 100 Jahre alte, circa. 35 Meter hohe Fichte mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern filtert 2,6 Tonnen CO2. Eine 120-jährige, 35 Meter hohe Buche mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern speichert fast eine Tonne Kohlendioxid mehr.“
    https://www.wissen.de/wie-viel-co2-filtern-baeume-aus-der-luft

    https://www.sdw.de/waldwissen/oekosystem-wald/waldleistungen/index.html

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