SOZIALES SCHAUFENSTER

„Durch Inhaltskontrolle gerutscht“

„Blockwart“-Suche per Kleinanzeige

Seit dem Wochenende sorgt eine Kleinanzeige in der Mittelbayerischen Zeitung für Empörung in den Sozialen Medien. Nach Beschwerden wurde sie gelöscht und für künftige Schaltungen gesperrt.

Kleinanzeige in der Wochenendausgabe der MZ.

„Hoffentlich ist es Satire.“ „Ich hoffe einfach mal, dass das ein Witz ist.“ Oder einfach nur: „Uff!“. Das sind nur einige, harmlosere Reaktionen in den sozialen Medien auf ein Stellenangebot in der Mittelbayerischen Zeitung. In deren Kleinanzeigenteil wurde am vergangenen Samstag unter privaten Stellenangeboten ein „Blockwart für Mietblock in Königswiesen“ gesucht. Unter anderem solle dieser „Meldung n. ISG (Infektions Schutz Gesetz)“ machen.

Beschwerden beim „Medienhaus“

Sowohl das verwendete NS-Vokabular als auch die dezidierte Erwähnung des Infektionsschutzgesetzes (korrekt abgekürzt übrigens: IfSG) lassen auf eine gezielte Provokation schließen – eine offensichtliche Reaktion auf eine Meldung vom vorangegangenen Donnerstag, derzufolge Ministerpräsident Markus Söder dazu aufgerufen hätte, Nachbarn wegen Corona-Verstößen zu bespitzeln und zu denunzieren. Dabei handelte es sich war um eine Ente (mehr dazu in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung), doch ungeachtet dessen verbreitete sich der vermeintliche Aufruf auch über seriöse Medien in Windeseile in den Sozialen Medien und sorgte dort für Empörung.

Für Empörung aber sorgte auch die Kleinanzeige in der Mittelbayerischen – bei Leserinnnen und Lesern ebenso wie bei Beschäftigten des Zeitungsverlags. Unserer Redaktion liegen mehrere Zuschriften an das „Medienhaus“ vor, in denen sich Regensburgerinnen und Regensburger über die Veröffentlichung beschweren, andere machen sich über die Mittelbayerische und deren Anzeigenabteilung lustig.

Ein Leser stellt Fragen…

Eine Leser treibt das Ganze schließlich auf die Spitze. Er stellte am Dienstagmorgen mehrere Rückfragen bezüglich einer möglichen Bewerbung als „Blockwart“. Ein Auszug:

„Bezug nehmend auf Ihre Anzeige Nr. 2019967 ‘Blockwart für Mietblock in Königswiesen’ hätte ich einige Nachfragen und bitte Sie daher meine Fragen dem entsprechenden Gauleiter zukommen zu lassen:

Ist den Bewerbungsunterlagen ein Nachweis über die arische Abstammung beizulegen und genügt ein schriftliches Bekenntnis zur deutschen Leitkultur? Unterliegt die Tätigkeit nach wie vor der Kontrolle einer politischen Partei und wenn ja, ist der Stelleninhaber dann in seiner Tätigkeit an das NSDAP-Rundschreiben vom 31. Januar 1941 gebunden? Erfolgt die Auszahlung einer Provision, wenn neben den Verstößen gegen das ISG auch auffällige Verhaltensweisen der Studenten wie politisches Abweichlertum, abnormes Sexualverhalten oder Umgang mit Fremdrassigen an den Verfassungsschutz oder die Gestapo gemeldet werden? Können fehlende Erfahrungen im Bereich Sicherheitsdienst/Polizei/Bundeswehr durch die Zugehörigkeit zu einer Wehrsportgruppe oder sonstigen Abteilung der militanten Faschistenszene wettgemacht werden? Bestehen Aufstiegsmöglichkeiten bei Bereitschaft zu KZ-Wachdiensten oder einer Mitgliedschaft in der SA?“

„Natürlich für künftige Schaltungen gesperrt“

Nun reagierte man beim Verlag. Die Fragen des Lesers konnte man zwar nicht beantworten. Allerdings teilte ihm keine zwei Stunden eine Mitarbeiterin mit, dass die besagte Anzeige „leider durch unsere Inhaltskontrolle gerutscht“ sei. Die bis dahin noch online abrufbare Version der Kleinanzeige verschwand vom Internetportal der Mittelbayerischen. Und sie sei „natürlich für künftige Schaltungen gesperrt“ worden.

Auf die Frage, ob die Redaktion der Mittelbayerischen Zeitung über das Thema berichten werde, wusste die Mitarbeiterin zwar keine Antwort: „Das ist mir leider nicht bekannt, ob hier die Redaktion berichten wird bzw. wegen Datenschutz berichten darf.“ Aber sie werde es als Anregung weitergeben. „Vielleicht können wir damit etwas bewirken.“

Letzte Aufklärung darüber, ob es sich nun um einen (recht wahrscheinlichen) Fake handelt oder ob in Regensburg tatsächlich Blockwarte gesucht werden, könnte angesichts der Schaltung der Anzeige per Chiffre ohnehin nur die MZ liefern.

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Kommentare (26)

  • Andreas

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    Doch eher Satiere, die unserem übereifrigen Ministerpräsidenten mal den Spiegel vors Gesicht hält?
    Wenn dann müssten es IMs fürs Gesundheitsamt sein…

  • Mr. T.

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    Fragt’s doch mal beim schwafi und Dem Lankes an 😉
    Auf jeden Fall müsste die Mittelmäßige leicht rausfinden können, ob das Satire oder ernst ist. Da bringen sie sich um eine schöne Story und überlassen regensburg-digital das Feld 😂

  • KW

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    Ich finde auch, dass es so einer Anzeige gar nicht bedarf. Es hat doch eh schon jeder “Block” seinen “Wart”, sei es in einem Komplex mit sehr vielen Wohnungen oder z.B. auch in jeder x-beliebigen Reihenhaussiedlung. Diese Art Mensch ist in der Gesellschaft doch recht häufig anzutreffen.
    Gerhard Polt hat da schon in den 70ern und 80ern mit “Fast wia im richtigen Leben” uns allen den Spiegel so schön vorgehalten, da hat sich seitdem nicht viel geändert.
    Die komplette Fernsehserie steht übrigens in der ARD/BR Mediathek zum Stream zur Verfügung.

  • Tom

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    Natürlich ist es Satire! Und Satire darf alles, oder? Da war doch mal was. Aber nur die “richtige” Satire, so weit kommen wir noch, dass sich Satire jetzt auch noch an Nazivokabular bedienen darf. Man kann den Aufschrei in der Regensburger Intellektuellenszene förmlich hören. Das ist der Beweis, Covidioten alles Nazis! Auf sie mit Gebrüll.

    Ruhig geblieben ist es hingegen, als in Deutschland eine fast verloren geglaubte Tradition wiederbelebt wurde. Das gute alte Denunziantentum!

    Wo war den der Aufschrei der Intellektuellen, als die Stadt Essen überaus serviceorientiert sogar ein Internetportal zum fröhlichen Verpetzen eingerichtet hat? Inklusive Fotohochladefunktion zur besseren Beweisführung.

    Wo war die Empörung, als in der „Freien Christlichen Schule Ostfriesland“ (passt irgendwie) die Schüler angehalten wurden Maßnahmen Verweigerer der Schulleitung zu melden?

    Kein Aufschrei im liberalen Lager als der große Lauterbach über die Unverletzlichkeit der Wohnung sinnierte!

    Aber irgendwann wird’s auch dem Sanftesten (Genderverstoß!) zuviel, “Blockwart” hat er geschrieben der Covidiot!!! Satire hin oder her, steinigt, oder noch besser kreuzigt ihn!

  • Aufgemerkt!

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    Gibt es so ein Formular ggf. online auch in Regensburg?
    Angaben zur eigenen Person sind freiwillig, aber wie bekomme ich die des Verstoßers?

  • Sigi

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    VORSICHT!!
    Wenn irgendeiner von Querdenken so was sagt, mutiert es plötzlich zur Verschwörungstheorie. Hoffentlich stellt sich dann nicht heraus, dass es doch keine Satire war.

  • auch_ein_regensburger

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    Was mancher eben so für witzig hält … Dass es sich bei Söders angeblichem Aufruf zum Denunzieren um klassische Fake News handelt, spielt für unsere lieben querdenkenden Mitbürger offensichtlich einmal mehr überhaupt keine Rolle.

  • Peter Lang

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    Hitlers Tagebücher, zweiter Teil. Genial!

  • bedah

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    Das war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Satire.

    Die Mittelbayrische Zeitung und ihre Redaktion hatte sicherlich einen investigative Recherche unter der Führung von Dr. Eckl begonnen, um mit diesem Scheininserat eigenen UndercoverjournalistInnen Zugang zu rechtsextremen Netzwerken zu ermöglichen. Da wegen Blockaden des Bundesinnenministerium keine Durchleuchtung auf rechtsradikale Umtriebe in den Sicherheitsbehörden (Hinweis: solche Umtriebe gibt es nicht, und wenn ja, sind das bedauerliche Einzelfälle) durchgeführt werden, sah die Redaktion keinen anderen Weg, mehr Informationen aus dem rechten Sumpf zu saugen.

    Leider wurde diese brilliant geplante Aktion nun vermasselt.

    Ich bin gespannt auf die nächsten hochqualitativen investigativen Reportagen aus dem Hause MZ.

  • highwayfloh

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    Ich habe ob dieser Anzeige, an der zufällig mein Auge hängen geblieben ist, auch geschluckt. Mich entrüstet jetzt aber zusätzlich, dass seitens der MZ und auch von RD verschwiegen / unter den Teppich gekehrt wird, dass die Anzeige auch in der Print-Ausgabe der MZ zu lesen war und es bedarf sicherlich noch einer Rechere, wie es mit den Anzeigen-Blättern aussieht, welche die MZ ebenfalls druckt. Warum wird hier nur auf die Online-Plattform der MZ Bezug genommen und nicht öffentlich um entschuldigung gebeten – und zwar ganz-seitig auf der ersten Seite der Print-Ausgabe, sowie im Wochenblatt und der Rundschau? Ach ja… wenigestens hat die MZ den Unfug bleiben lassen, sich selbst immer als “Qualitäts-Medium” im Titel zu bezeichnen. Solche Dinge zeigen auf, wie weit es mit der Qualität in Wahrheit her ist.

  • Stefan Aigner

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    @highwayflo

    Die Print-Anzeige ist das Aufmacher-Foto. Nur so am Rande.

  • Tom

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    Kommentar gelöscht. Aus dem Zusammenhang gerissen und irreführend.

  • joey

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    Das war ein Scherz, denn Blockwarte braucht man heute nicht mehr.

    Die Post hat die Adressen von Empfängern von AfD Post an die SPD verkauft. Unsere Metadaten werden (schon immer) von der NSA mit Genehmigung und Mitwirkung der Bundesregierung ausgewertet. Die deutsche Regierung selbst durfte bisher nicht in eine whatsapp schauen, aber man kriegt das ja über befreundete Dienste. OK, jetzt ist es auch offiziell erlaubt, dafür kriegt die SPD das Verbot der Umwandlung von Mietwohnungen.
    So werden Bürgerrechte gehandelt: wenn der Preis stimmt… übrigens der Abschaffer des deutschen Fernmeldegeheimnisses war Außenminister Steinmeier (SPD).

  • Feta mit Käse

    |

    Kommentar gelöscht. Solche Links braucht es jetzt auch nicht.

    Nix für ungut.

  • Andreas

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    Ich bin eher entsetzt darüber, dass diese offensichtlich satirisch gemeinte Anzeige jetzt zensiert wird.

    Ich gehe davon aus, dass der Urheber der Anzeige vor denunziatorischem Verhalten im Allgemeinen und im besonderen Zusammenhang mit dieser Seuche warnen wollte und damit hat er recht.

    Braucht man neuerdings einen “Satireschein” um sich satirisch äußern zu dürfen? Die Anzeige enthielt nichts Strafbares.

  • Gerda Huber

    |

    Die Geschichte, dass Söder zum Denunzieren aufgerufen haben soll ist wohl “a Schmarrn”. Derweil fetzt sich die Stadt Essen mit Herrn Kubicki wegen ihres Denunziationsportals:
    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-in-essen-ruft-die-stadt-zur-denunziation-von-buergern-auf-17001551.html

    Die Frau Käßmann fand ich eigentlich immer ganz passabel, aber die Coronakrise führt selbst bei vernünftigen Zeitgenossinnen zu befremdlichen Reaktionen:
    “Bei der Umsetzung von Hygieneverordnungen reichten Strafandrohungen nicht aus, so Käßmann. In der Öffentlichkeit sei nicht nur die Polizei dazu da, beispielsweise in Zügen an die Maskenpflicht zu erinnern. Auch die anderen Mitreisenden seien aufgefordert, sich einzumischen und aufzupassen. Verantwortung könne nicht delegiert werden, so Käßmann.«

    Und bereits Ende März titelte die aufmerksame ZEIT:
    “Alle kontrollieren alle
    Der da hält doch den Abstand nicht ein! Die neuen Corona-Regeln sind ein Fest für Blockwarte – und ein gigantischer Feldversuch in sozialer Gestaltung.”

  • Piedro

    |

    @joey
    Wo haben Sie das denn aufgeschnappt? Stimmt mal wieder nicht. Richtig ist: die Post hat Adressen an Parteien vermietet. Das ist wichtig hinsichtlich der Nutzungsrechte. Gemietete Daten dürfen nicht gespeichert oder weiter gegeben werden, gekaufte schon. Das ist legal, ebenso wie der Verkauf, die Post ist einer der großen Anbieter von Adressen, daneben handeln auch Einwohnermeldeämter u.a. mit dem Datengold. Die gemieteten Daten wurden nicht von den Parteien selbst verwendet, sondern von Dienstleistern, die das datenschutzkonform tun müssen, also nach dem Versand alles löschen.

    Richtig ist: in NRW haben CDU und FDP Adressen von der Post enthalten, aber nicht von Empfängern einer AfD-Post. Die Auswahl erfolgte nach Metadaten, über die man sich recht leicht informieren kann. Einbezogen wurden Angaben zu Kaufkraft, Bankverhalten, Alter und Geschlecht, Bildung, Wohnsituation, Wohnumfeld und Pkw-Besitz. Wer Post von der AfD erhält interessiert keine Sau und wird gar nicht erhoben (außer vielleicht von der NSA, mimimimi).

    In Bayern haben CSU und Grüne Adressen erhalten (nicht von der Post), für die Kommunalwahlen. Die CSU von Münchnern Ü60, die Grünen von Erstwählern. Die Meldebehörden müssen den Parteien solche Auskunft erteilen, wenn angefragt wird.

    Dass die SPD Adressen gekauft hätte ist nicht bekannt, dass es sich um Adressen von AfD-Adressaten handelt ist ist schlicht gelogen.

  • joey

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    @Piedro
    AfD Postempfänger: einen Quellenlink finde ich nicht mehr. Ich glaube, es war in der FAZ oder vergleichbar. Gut, auch in seriösen Medien finden sich Enten.
    Wer AfD wählt, ist für SPD und CDUCSU sehr wohl interessant.

    “Angaben zu Kaufkraft, Bankverhalten, Alter und Geschlecht, Bildung, Wohnsituation, Wohnumfeld und Pkw-Besitz.” Also Blockwart Post. Amazon und Google wissen ja noch mehr. Selbstverständlich haben Krankenversicherungen ein Interesse zu erfahren, ob jemand Alkohol und Zigaretten kauft. Genau deswegen ist Bargeld so wichtig.

  • Anzeige

    |

    Regensburger Anzeigenblatt/ Stadtillustrierte sucht erfahrenen Bloggwart in Vollzeit!
    Frisur egal, Doktortitel erwünscht.

  • Piedro

    |

    @joey
    Auch Enten bleiben im Netz erhalten. Es gibt keinerlei Hinweis darauf, und es ist absurd anzunehmen die Post vermerke wer Post von der AfD erhält. Das ist blödes Geblubber und stammt bestimmt nicht aus seriösen Medien, wäre sowas publiziert hätte es einiges an Aufregung gegeben. Gesichert ist dagegen, dass auch die AfD Adressen kauft, zwar nicht von der Post, aber bei den Kommunen. Genau wie die Grünen haben sie sich die Anschriften von Erstwählern geben lassen, und zwar in Nürnberg.

    Blockwart-Post, weil ganz legal die Metadaten verarbeitet und verkauft werden? Mit Verlaub, das ist doch albern. Natürlich ist sowas brisant, aber es obliegt jedem selbst sich um Datenschutz zu kümmern. Bei den Kommunen lässt sich die Weitergabe mit einem Schrieb untersagen. Sie meinen die Krankenkassen erheben Daten zu Zigaretten- und Alkoholkäufern? Um was zu tun? Joey, müssen wir uns Sorgen um Sie machen? Versuchen Sie doch mal, sich ganz objektiv zu erkundigen und Ihre Ängste, Befürchtungen und Behauptungen zu recherchieren. Ist nicht wirklich schwer. Der eine oder andere Kiesel könnte Ihnen von der Seele fallen.

    Vor allem sollten Sie Aussagen wie die zur SPD und Bürgern, die Post von der AfD empfangen prüfen, bevor sie solche Klöpse raushauen. Außerhalb gewisser Plattformen macht man sich mit sowas nur lächerlich, dabei haben Sie doch das Zeug zu einem kontroversen Disput.

    Und mit einem Blockwart zu kommen, wenn es um Google und Co geht, also bitte. Ein Blockwart ist eine PERSON die sich berufen fühlt, andere zu vernadern, gern gegen Bezahlung, aber auch “ehren”amtlich. Dereinst wurde der Blockwart dazu eingesetzt. Was Google und Co einheimsen liefert man ihnen freiwillig, und nichts davon dient der Verfolgung oder gar Vernichtung von Menschen.

  • DönermitAles

    |

    Ich wars. Sorry, Jungs, war nur ein Test des Qualitätsmanagements der MZ. Hat leider nicht geklappt, ich muss beim nächten Mal die Latte niedriger legen. Vielen Dank an die Kollegen von AfD und Querdenkern in Regensburg die mir da geholfen haben.

  • joey

    |

    @Piedro
    Metadaten sind: wer hat wann mit wem Kontakt. Also wer kriegt von wem einen Brief. Adressenkauf ist was anderes.
    Die Post hält sich nicht an Widersprüche, wenn der Kunde “Premium” hat.

  • Piedro

    |

    @joey
    Metadaten sind Daten, die durch Verknüpfung Informationen bündeln. Das KÖNNEN auch Kontaktdaten sein, falls solche erhoben werden. Sie BEHAUPTEN einfach die Post sammele Daten darüber, welche Bürger welche Post erhalten; bespitzele konkret jene, die Post von der AfD erhalten, um diese Information anderen Parteien zu verkaufen. Als Beweis dient Ihnen, dass die Post mit Metadaten gehandelt hat, die frei verfügbar sind und legal weitergegeben werden dürfen. Das ist nicht mal mehr albern, das ist eine konstruierte und völlig haltlose Anschuldigung zwecks Stimmungsmache. Schade, dass Sie auf diesem Niveau angekommen sind.

    Und: die Post ist von Widersprüchen gegen die Weitergabe von Daten zunächst nicht betroffen. Den Widerspruch richtet man an die Meldebehörde, die Stadtverwaltung, von der die Post die Anschriften erhält. Auch andere Daten, die zu Metadaten zusammengefasst werden, erhält sie von anderen Stellen, Kraftfahrbundesamt etc. Allerdings kann man sich bei der Post erkundigen, welche Daten dort gespeichert sind und wofür sie verwendet werden. Der Nutzung kann man auch widersprechen, also zB die Weitergabe für Werbezwecke, Gewinspiele u.ä., untersagen. Die BEHAUPTUNG, die Post hielte sich nicht an solche Widersprüche, ist ebenfalls haltlos. Wäre dies der Fall, würde das mit Sicherheit öffentlich und der Datenschutzbeauftragte würde ebenso über das Unternehmen her fallen wie die Presse, die “Systempresse” und die “alternativen” Plattformen erst recht. In dem Fall hätten Sie kein Problem ihre Behauptungen auch zu belegen.

    In Österreich wurden von der Post tatsächlich Daten verkauft, die auf eine Parteiaffinität schließen lassen (allerdings auch hier ohne die Erhebung von konkreten Zusendungen irgendwelcher Absender). Dieser Rückschluss ergibt sich aus Daten, die ebenfalls freiwillig dem Markt zur Verfügung gestellt wurden, zB durch die Zustimmung zu Newslettern nach den jeweiligen AGB, und die Teilnahme an Gewinnspielen verschiedener Veranstalter. Dort hat das den Datenschutz auf den Plan gerufen und die Presse (“Die Presse”) hat berichtet. Nach österreichischem Recht war diese Verknüpfung zum Zweck des Rückschlusses einer parteipolitischen Ausrichtung rechtlich fragwürdig, weil diese Mutmaßung verkauft wurde.

    Also echt nix mit Blockwart Post, die arme AfD-Sympathisanten ausspäht und sie mit Namen und Anschrift verhökert. Sie sollten nicht weiter auf diesem Quatsch rumreiten. Sollten Sie das doch tun wollen, bitte. Dann muss die Redaktion sich überlegen, ob sie diesem Geschwafel weiter eine Plattform geben will.

  • highwayfloh

    |

    Vielleicht lesen ja manche auch die Donau-Post. Es ist immer interessant, bezüglich des politischen Geschehehens und der entsprechenden Meldungen einen Vergleich zwischen der MZ und der Donau-Post zu betreiben, dies nur nebenbei… . Warum ich das jetzt erwähne? Aus einfachem Grunde:

    Manche vermuten, dass diese Anzeige eine Satire eines “Querdenkers” war, soweit so gut. Jetzt kommt aber die Donaupost ins Spiel:

    In der heutigen Print-Ausgabe der Donaupost ist eine kleine Meldung zu lesen, dass am gestrigem Donnerstag im Bundestag beschlossen wurde, dass diverse Massnahmen zur Terrorbekämpfung, welche in Folge der Anschläge vom damaligen 11. September beschlossen wurden – dies _BEFRISTET_, nun _DAUERHAFT_ gelten sollen! Dies gilt u.a. für Bankauskunftsdaten und einiges mehr. Diese werden nun an enstrechende Behörden international weitgergegeben!

    HIER hört man keinen Protest, wegen _ECHTER_ Beschneidung der Grundrechte, seitens unserer “Querdenker” und entsprechend doch immer und die persönliche Freiheit besorgte Bürger!

    Aber wegen einem Stückchen Stoff, welches dem Gesundheitsschutz dient, da soll am Besten der Erzengel Michael, sein flammendes Schwert zücken und diejenigen, nieder strecken, welche diesen Schutz befürworten.

    Dies zeigt offenbar die geistige Weitsicht dieses Personenkreises, denn da wo echte Freiheitswerte nachhaltig bedroht sind, engagiert sich dieser nicht!

  • highwayfloh

    |

    Eigenkorrkektur zu:

    “HIER hört man keinen Protest, wegen _ECHTER_ Beschneidung der Grundrechte, seitens unserer “Querdenker” und entsprechend doch immer und die persönliche Freiheit besorgte Bürger! ”

    Dies sollte korrekt so heissen:

    “… und entsprechend der doch immer um die persönliche Freiheit “besorgten Bürger”.

    So war dieser Satz gemeint.

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