SOZIALES SCHAUFENSTER

OB-Wahl in Regensburg

Freudenstein und Maltz-Schwarzfischer gehen in die Stichwahl

Regensburg hat gewählt. In die Stichwahl fürs Oberbürgermeisteramt haben es Astrid Freudenstein (CSU) und Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) geschafft. Der amtierende OB Joachim Wolbergs (Brücke) wurde nicht mehr gewählt. Die CSU wird nach 2008 wieder stärkste Kraft im Stadtrat, gefolgt von den Grünen. Weit dahinter folgen SPD und die Brücke fast gleichauf. Die AfD schafft mit knapp 5 Prozent erstmals den Sprung in das Gremium.

In der Stichwahl: Astrid Freudenstein und Getrud Maltz-Schwarzfischer.

Die Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein (CSU) und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) haben es in die Stichwahl am 29. März für das Amt der Oberbürgermeisterin geschafft. Freudenstein bekommt im ersten Wahlgang etwa 29,5 Prozent, Maltz-Schwarzfischer kommt auf knapp über 22 Prozent.

Wahlsiegerin Freudenstein beim Wahlabend im marinaforum. Foto: as

Wolbergs: Das Kapitel Oberbürgermeister ist beendet

Der amtierende und seit drei Jahren vorläufig suspendierte OB Joachim Wolbergs, der diesmal mit seinem Wahlverein Brücke angetreten ist, ist mit 17,7 Prozent aus dem Rennen. Für ihn sei „das Kapitel Oberbürgermeister beendet“, so Wolbergs wörtlich. Der Grünenkandidat Stefan Christoph liegt mit 14,4 Prozent auf Platz vier.

Das vorläufige Endergebnis.

CSU und Grüne mit Abstand vorne

Bei der Stadtratswahl konnte sich die CSU als stärkste Kraft durchsetzen. Ihr folgen die Grünen, die ihr Ergebnis gegenüber 2014 mehr als verdoppeln können. Weit dahinter kommen die Brücke und mit enormen Verlusten die SPD. Von den „kleinen Parteien“ schneidet die ÖDP mit sieben Prozent am stärksten ab. Die Freien Wähler liegen bei sechs Prozent, die AfD schafft mit fünf Prozent erstmals den Sprung in den Regensburger Stadtrat. Die Auszählung läuft noch. Nach derzeitigem Stand sind mit Ausnahme der Liste Ribisl des Künstlers Jakob Friedl alle Parteien und Wählergruppierungen im Stadtrat vertreten. Die Ergebnisse gibt es hier.

Hier geht es zum aktuellen Bericht.

Print Friendly, PDF & Email

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (40)

  • Dieter

    |

    Wie erwartet.
    Eine Frage: Ist ein suspendierter OB amtierend?

  • Mr. T.

    |

    Ich bin gespannt auf die Stichwahl!
    Auch gespannt bin ich, ob sich Wolbergs auf eine Rolle als Stadtrat einlässt und engagiert für seine alten/neuen Ziele kämpft oder enttäuscht/beleidigt hinschmeisst. Mit ersterem könnte er versuchen, wieder Vertrauen zurückzugewinnen.

  • Ludwig

    |

    Danke, Regensburger, dass Ihr auf jeden Fall Wolbergs abgewählt habt. Unabhängig von seiner juristischen Schuld oder Unschuld war sein Auftreten vor Gericht eines OB unwürdig.

    Ich bin jetzt nur gespannt, wohin die Brücke-Wähler jetzt gehen werden. Die Grünen-Wähler dürften ja überwiegend zur SPD wechseln.

  • XYZ

    |

    War ja eh klar, Stichwahl ebenso. Regensburger Tradition: Bäumchen wechsle dich, mal csu und mal spd, ein altes Kinderspiel, der Wähler inmitten. Läuft auf eine Koalition schwarz/rot/grün hinaus, hoffentlich segensreicher . . .

  • Stephan F.

    |

    Regensburg befreit sich aus dem Würgegriff.
    Aber was werden die Brücke-Wähler*innen jetzt tun?
    Sollten sie nun beleidigt zur CSU überlaufen oder schmollend zuhause bleiben, ist ihnen wirklich nicht mehr zu helfen.
    Damit würden sie ihrem eigenen Narrativ von der im schwarzen Bayern „gesteuerten“ politischen Vernichtung Joachim Wolbergs selbst zur finalen Erfüllung verhelfen.

  • Giesinger

    |

    Zu Ludwig
    15. März 2020 um 19:42 | #

    Welch interessanter Gesichtspunkt.
    Vielleicht könnten sich die Brückler ja dazu äußern?

  • Henning Ernst Müller

    |

    Mal zum Vergleich das Ergebnis der OB-Wahl 2014 (erste Abstimmung in Prozent):
    Schlegl (CSU): 32,3
    Wolbergs (SPD): 50,0
    Huber (GRÜ): 3,4
    Artinger (FW): 5,8
    Suttner (ÖDP): 3,0

  • XYZ

    |

    Es geht nach der Abwahl J.W.’s kaum noch um seine oder oder der Brücke Zukunft, das Thema Suspendierung hat sich damit auch faktisch erledigt – auch wenn noch einige Schadensersatzprozesse folgen mögen. Es geht um Glaubwürdigkeit, fundiert auf sachlicher Kenntnis, bitte nicht zu verwechseln mit Moral.

  • Giesinger

    |

    @Liebe Redaktion, könnten Sie bitte den Block „Sonstige“ mit derzeit 10,99 % weiter aufschlüsseln? Wäre echt nett und außerdem informativ.

  • Fragensteller

    |

    Da stellt sich mir die Frage: „Welche Wählerinnen und Wähler hat Regensburg Digital befragt?“

  • Stefan Aigner

    |

    @Fragesteller

    Es ist sehr transparent dargelegt, wer wie befragt wurde.

  • Julian86

    |

    Brutto – Netto
    Wahlberechtigte: 115.000
    Wählerbeteiligung OB-Wahl rund 52 % = etwa 60 000 Wähler.
    1% = 600

    Damit etwa 18 000 Stimmen für Freudenstein.
    Rund 13500 für Maltz-Schwarzfischer.
    Nur rund 9000 für den Grünen-Kandidaten.
    Nur rund 2300 (3,7%) für den ÖDP-Kand.

    Für die beiden grünen OB-Kand. in Zeiten der Klimakrise, die das Virus-Problem bei weitem – mittelfristig – übertrifft, nur knapp schlappe 12000 Stimmen: das ist der Beweis für fehlendes proaktives Bewusst-Sein der Regensburger, was die Klima-Problematik angeht.

  • Exsuspendierter

    |

    Bei allem hin und her bin ich jetzt einfach mal erleichtert.

  • XYZ

    |

    Kommentar gelöscht. Themenfremd.

  • SeppMeier

    |

    @Julian:
    Vielleicht ist’s aber auch so, dass das angeblich so wichtige Thema „Klima“ für die Medienschaffenden um Größenordnungen wichtiger ist als für die Gesamtheit der Menschen, die nicht für Radio/TV/Print/Blog tätig ist?

  • Lothgaßler

    |

    Eigentlich unfassbar, wie viele Wolbergs als OB haben wollten. Noch allerdings ist sein Berufswunsch Berufspolitiker nicht vorbei, denn mit Koalition könnte er noch Bürgermeister werden. Ich traue das z.B. der CSU durchaus zu, auch die GRÜNEN könnten am Ende des Tages eher ja als nein dazu sagen.
    Wer wird OBin? Frau Dr. Freudenstein.

  • Taxifahrer

    |

    Wie ich vor einigen Wochen hier geschrieben habe, wird es zu einer Stichwahl zwischen CSU und SPD kommen. Das Kapitel Wolbergs ist beendet. Ein Glück.

  • Dominik Müller

    |

    @Julian86
    Vielleicht wäre das Ergebnis der Grünen bei anderer Haltung zum Parkhaus in der Gräßlschleife und einigen anderen Themen höher ausgefallen, Regensburg hat ja seit 2014 einen grünen Bürgermeister gehabt und die Wahlberechtigten konnten sehen, wie energisch ökologische Themen vorangebracht wurden.
    Im übrigen waren es für Freudenstein 17864, Maltz-Schwarzfischer 13416, Christoph 8727, Suttner 2255 Stimmen, also für Grüne und ÖDP zusammen nicht mal 11000 Stimmen. Wozu Sie das weichrechnen, erschließt sich mir nicht wirklich.

  • Ulrich Perchermeier

    |

    Der Netanjahu von Regensburg ist Geschichte,
    aber wird BTT- Brücke Team Tretzel – die Stadtgeschichte weiter mitbestimmen?

  • Julian86

    |

    Müller-Mann, Sie stänkern gerne herum, oder? Wo habe ich „gerechnet“? Gar „weich“? Wirklich sehr begrüßenswert; sie haben jetzt „hart“ gerechnet, um was herauszustellen?

    BM Huber hat sich in der Tat, einmal Macht in den Händen, nicht zum grünen Nutzen offen-bart. Vom Künstler zum Nadelstreifen: Wo bleibt das wirklich Eigene? Macht verändert Menschen, das Schlummernde sucht bisweilen das Licht.

    Soweit ich das überblicke, sind bei den 11 Parteien im Kern doch viele Jüngere nunmehr am Ruder. Wer gestern auf CNN Biden/Sanders gesehen hat, konnte während der Schlußviertel-Stunde (Anders als „Sepp Maier“, der immer noch von der „angeblichen“ Wichtigkeit der Klimakrise schreibt) erkennen, wie die Thematik Climate Crises und CiV-19 von beiden behandelt wurde und daraus seine Schlüsse ziehen, auch für BY und Regensburg. Insoweit kann man nur hoffen, dass sich zur OB-Stichwahl die Jüngeren im Rahmen der „Klima-Schützer-Parteien“ auf ein Endorsement für die „richtige“ OBin verständigen.

  • EsGrüntSoGrün,Wenn...

    |

    … ja wenn was? Kann es sein, dass in Regensburg keine Partei vorrechnet, wie ihre politischen Alternativen sich besser auf Klimaziele auswirken als die Alternativen anderer? „Ökologisch“ oder „Grün“ nur im Namen zu führen, aber CO2-Emissionen zu mehren bspw. durch immer längere MIV-Umfahrungen (ohne realistische Berechnung der erreichbaren Verlagerung auf umsteigearme ÖV-Alternativen), ist vielleicht noch kein überzeugender Klimaschutz.

  • gustl

    |

    Ab sofort erhält unser Wolli verdientermaßen eine lebenslange Rente, der Wahlverein hat ihm hierzu eine goldene Brücke gebaut.

  • @SeppMeier

    |

    Lieber MeierSepp,
    vielleicht ist auch so, dass sich die „Gesamtheit der Menschen“ einfach der Realität verweigert?

  • Giesinger

    |

    Zu gustl
    Bitte nicht verdientermaßen.
    Aber das Resultat zählt.

  • Hansemann

    |

    Kann mir jemand sagen, warum ein suspendierter und wegen Korruptionsverdacht vor Gericht stehender ehemaliger Oberbürgermeister Wolbergs bei der Kommunalwahl soviel Stimmen bekommen hat. Ich verstehe es nicht???
    Wolbergs hat ja sein Ziel erreicht und seine Pension damit gesichert.
    Die sehr kostenintensive Wahlpropaganda Wolbergs hat sich für Ihn persönlich rentiert.

  • Ex Regensburger

    |

    Wird spannend. Da die Grünen und die ÖDP wohl eher SPD als CSU wählen, könnte es M.Schwarzfischer trotzdem schaffen.

  • Mr. T.

    |

    gustl, er hat ja gesagt, er hat keinen Plan B. Plan A war natürlich die Pension. Aber die ist noch nicht so sicher. Hält das Gericht seine Schuld in der Korruptionsgeschichte für ausreichend hoch, kann er seine Rente verlieren und die goldene bruecke wäre nutzlos gewesen. Dürfte er dann eigentlich noch im Stadtrat sitzen? Ich hoffe ja darauf, dass er sich dann wenigstens da beweist.

  • Dominik Müller

    |

    @Julian86,
    ich hielt Ihren Beitrag von gestern Abend 23:01 Uhr (also nachdem bereits das vorläufige Ergebnis veröffentlicht war) für ein Wegdiskutieren von Fakten, ob es Rechnen oder Schätzen war, weiß ich nicht – es hatte für mich den Anschein des ersteren. Ich zitiere Sie mal auszugsweise:
    „52 % = etwa 60 000 Wähler.
    1% = 600“
    Auch die 12000 hatten Sie als „Für die beiden grünen OB-Kandidaten“ angegeben, was ich als Summenbildung aufgefasst habe – musste man das anders verstehen?

    Und selbst wenn Sie sich seit geraumer Zeit Julian86 nennen, das 86 sind doch eher die Endziffer Ihrer Telefonnummer und keineswegs das Geburtsjahr oder Alter.

  • joey

    |

    „das Kapitel Oberbürgermeister ist Geschichte“. Na, wieviel und welche Kapitel sollen es denn noch werden? „der Niedergang?“

  • Mr. B.

    |

    Ich hoffe jetzt mal schwer, dass die jungen Leute in den Parteien erkannt haben, dass endlich Schluss sein muss in Regensburg mit jahrelanger Korruption und dass sie es so schnell wie möglich versuchen, dieser Stadt die Ehre und die Würde wieder zu geben, die sie eigentlich verdient hat.
    Alle Vorteilsnehmer/-geber in Sachen Korruption dürfen m. E. in dieser Stadt nichts mehr zu sagen haben und können meiner Meinung nach gerne auch wo anders hingehen/ hinziehen. Geld-/ Grundwert haben sie vermutlich offensichtlich genug!

    Die Stimmenausbeute des Herrn Ex-OB hat mich schon überrascht. Hier haben sicherlich viele nicht die sehr gute Berichterstattung zum Prozess auf R-D gelesen, oder hatte das etwa andere Gründe?

  • cogito ergo sum

    |

    Egal wie man zu Herrn Wolbergs nun stehen mag, kann ich die Behauptung einer Wahlniederlage nicht so recht nachvollziehen. Nach derzeitigem Stand scheint er resp. seine neue Fraktion weiterhin ein kommunalpolitischer „Player“ zu sein. Jedenfalls wird es wohl maßgeblich auf die Brücke ankommen, ob eine Mehrheit neben der bzw. ohne die CSU möglich wäre.

    Eine Koalition aus Grünen, SPD, ÖDP, Freien Wählern und FDP käme rein rechnerisch zwar auf eine Stimme Mehrheit (mit OB-Stimme ggf. auch 2), dürfte aber eher unwahrscheinlich und im Zweifel auch nicht sonderlich stabil sein. Dagegen käme eine 4-Parteien-Koalition aus Grünen, SPD & Brücke (ggf. auch in einer Fraktionsgemeinschaft) sowie ÖDP auf 27 Stimmen. Würde sich diese bereits vor der Stichwahl unter Aussprache entsprechender Wahlempfehlungen abzeichnen, dürften die Wahlaussichten von Frau Malz-Schwarzfischer nochmals deutlich steigen, so dass eine OB-geführte Koalition auf stabile 28 Stimmen käme. Die Grünen und die Brücke erhielten hierbei voraussichtlich wohl jeweils einen BM-Posten.

    In inhaltlicher Hinsicht scheinen die Schnittmengen dieser 4 Parteien für eine dauerhafte Koalition klar kompatibel. Wolbergs könnte hierbei einen Großteil seiner Visionen, mit denen er schon vor 6 Jahren angetreten war, gesichert sehen; nebenbei würde seine Brücke wohl noch einen BM stellen können. Diese Koalition würde i.Ü. auch dem klar erkennbaren Wählerwillen gerecht, der die klassisch „bürgerlichen“ Parteien deutlich unter 50 Prozent gedrückt hatte. Es ist doch eindeutig ersichtlich, dass hier eine Tendenz zu einem linksliberalen, ökologisch orientierten Kurs vorherrscht, der sich deutlich von der Haltung der Union nebst FDP und FW abgrenzt. Diese Chance sollte Wolbergs nutzen, um wenigstens den sachpolitischen Teil seines Erbes in die Zukunft überführen zu können.

    Andernfalls liefe es wohl auf Schwarz-Grün-Rot hinaus, wobei sich diese Koalition im Zweifel nur selbst lähmen würde. Es ist jedenfalls kaum vorstellbar, wie ein klassischer Parade-CSUler ala Michael Lehner, immerhin CSU-Vorsitzender, 6 Jahre lang zusammen mit der SPD und insbesondere den starken Grünen eine liberal ausgelegte Großstadtpolitik entwerfen soll…. Alleine die Auto-Fokussierung der CSU unter Freudenstein und Lehner programmiert doch schon den Dauerstreit mit den Grünen vor.

    Ergo wird es wohl darauf ankommen, wie sehr Joachim Wolbergs jetzt tatsächlich als Brückenbauer taugt.

  • Empörer007

    |

    Das Kapitel „OB W.“ ist Geschichte!
    Gott sei Dank; aber schlägt nun der Hr. W. eine neue Seite in seiner „Vita“ auf?
    Wenn er schon für „völlige Transparenz“ angetreten ist, erwarte ich von ihm, dass er sämtliche Spenden und deren Verwendung (Kosten f. d. Wahlkampf) offenlegt! Oder spielt er weiter auf der Klaviatur des Vergessens?
    Gut ist der „Bonmont“ v. U. Percherm. BTT = (BrückeTeamTretzel)…

  • Dieter

    |

    Es bleibt spannend:

    Wer wird OB?
    Die Stadtrat-Wahl lässt keine konservative Mehrheit erkennen, das wird sich zu Gunsten von Maltz-Schwarzfischer auswirken.

    Immerhin ist eine Bunte Koalition 2.0 aus Grünen, SPD, Brücke und z.B. Linken/Die Partei/ÖDP möglich und auch nicht unwahrscheinlich.

    Was macht Wolbergs?
    Zieht er sich zurück, freiwillig oder nach einem Urteil unfreiwillig, und implodiert die Brücke? Wird er einfacher Stadtrat, was unwahrscheinlich ist, oder 3. Bürgermeister – die Brücke wäre immerhin zweitstärkste Kraft bei obiger Koalition.
    So oder so wird man sehen, inwiefern sein Wahlkampf tatsächlich glaubwürdig war oder reine „Alles oder Nichts“ Zockerei.

  • Jonas Wihr

    |

    Dass Regensburg bis dato noch immer nicht ausgezählt hat, Stand: Mo, 16, März 2020, 16:13 Uhr, kommt mir seltsam vor.
    Die Wahlbeteiligung von nur 52 Prozent lässt doch sehr auf Politik- und Korruptionsverdrossenheit schließen.

  • Piedro

    |

    @cogito ergo sum
    „Egal wie man zu Herrn Wolbergs nun stehen mag, kann ich die Behauptung einer Wahlniederlage nicht so recht nachvollziehen.“
    Dann kann Ihnen Hr. W. behilflich sein, er spricht selbst von Niederlage und Enttäuschung. ( https://www.facebook.com/JoachimWolbergs/videos/2617967455151118/ ) Der Grund dafür, dass er nicht wieder ins Amt kam lag seiner Meinung nach am medialen Dauerbeschuss. Dass er (bisher) in zwei Punkten verurteilt wurde und sich vor Gericht aufgeführt hat; ist nur wegen dieses „Dauerbeschusses“ relevant, sonst hätte das keine Rolle gespielt, weil er in den anderen Punkten frei gesprochen wurde. Aber so meint er als „Schwerverbrecher“ zu gelten. Ich denke, da überschätzt er sich, für einen Schwerverbrecher hält ihn bestimmt keiner, „nur“ für ungeeignet (nicht nur wegen der Verurteilung und des noch ausstehenden Urteils), und für nicht glaubwürdig, siehe Versprechen zur Stadtbau, gestückelte Spenden, Scheinrechnung… Das zeichnet einen OB halt nicht wirklich aus, ob und wie darüber berichtet wird tut da eher wenig zur Sache, aber es wurde berichtet, die Wähler haben davon erfahren, das ist die crux.

    Immerhin: die Brückler haben „übermenschliches“ geleistet, und jetzt geht’s mit der Bruckn erst los. Ob mit ihm oder nicht, das soll sich noch zeigen, ist wohl nicht seine Entscheidung? Sie dürfen also weiterhin hoffen!

  • Henning Ernst Müller

    |

    Üblicherweise wird, um per Gewinne/Verluste-Rechnung den Gewinner einer Wahl darzustellen, die vergangene Wahl berücksichtigt. Dies passiert hier nicht, weshalb ich oben in meinem ersten Kommentar schon auf die OB-Wahl 2014 hinwies, was zeigt, dass ggü. 2014 sowohl CSU- als auch SPD-Kandidat/in verloren haben, selbst wenn man für die SPD die derzeitige Kandidatin und den von 2014 mal zusammenrechnet.
    Stadtratswahl 2014:
    CSU 32,8 %
    SPD 33,7 %
    GRÜ 10,5 %
    Auch ggü der Stadtratswahl 2014 zeigen sich erhebliche Verluste der CSU (ca. minus 7%) und der SPD PLUS Brücke (ca. minus 7 %). Aber wer hat eigentlich gewonnen?

  • cogito ergo sum

    |

    @Piedro:

    Ich stehe Herrn Wolbergs aus den benannten Gründen eher kritisch gegenüber und sehe in dem schon erfolgten Urteil auch keine Kavaliersdelikte. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Dass Herr Wolbergs aus seiner subjektiven Warte enttäuscht ist, mag ich nachvollziehen, hat er sich doch subjektiv Hoffnungen auf eine Wiederwahl gemacht; gleich ob berechtigt oder nicht. M.E. verkennt er dabei aber die objektive Lage, nach der ihm bzw. der Brücke im anlaufenden Koalitionspoker durchaus noch eine maßgebliche Rolle zukommt. Das ist nur die Beschreibung der derzeitigen Ausgangslage, völlig gleich, wie man das politisch nun bewerten mag.

    Ggf. geht Wolbergs ja auch freiwillig den Schritt, sein Mandat nicht anzunehmen, damit sich die Brücke und die SPD wieder zusammen finden können, um eine stabile mitte-links Koalition jenseits der CSU zu ermöglichen.

  • R.G.

    |

    Es wird Zeit, dass man sich wenigstens hier besinnt, für wen der/die oberste/gewählte Beamte der Stadt Regensburg da sein sollte.
    Nicht für die Biographiearbeit eines einzigen Politikers.
    Sondern für alle Bürger.

    Ich habe mir seinen Offenen Brief durchgelesen, in keiner Zeile konnte ich lesen, um welches konkrete Problem seiner Bürger er sich im Detail welche Gedanken gemacht hätte.

    Konzentrieren wir uns alle wieder auf die Stadt samt ihren (aktuellen) Nöten.
    Wem würde man in solchen Zeiten am ehesten das Vertrauen schenken, dass zäh und selbstlos zum Wohl der zu Recht verunsicherten Regensburger gearbeitet wird?

  • ein Wähler

    |

    @Julian86: „in Zeiten der Klimakrise, die das Virus-Problem bei weitem – mittelfristig – übertrifft, nur knapp schlappe 12000 Stimmen: das ist der Beweis für fehlendes proaktives Bewusst-Sein der Regensburger, was die Klima-Problematik angeht.“

    Ich sehe in dem Verhalten der Wähler eher die Aussage, dass der neue OB die Befähigung haben sollte, Regensburg mit seiner Verwaltung zielgerichtet in eine Zukunft mit Optionen für alle zu führen.
    Denn es gehört als einem OB Kandidat schon mehr dazu, als sich auf das Totschlagargument „anthropogener Klimawandel“ zu verlassen.

    In meinen Augen zeigt sich hier auch das Problem der Stichwahl.

    Frau Maltz-Schwarzfischer hat in den letzten Jahren als „stellvertretende“ OB gezeigt, dass sie wenig Entscheidungen trifft, kaum Themen voranbringt oder die Verwaltung in den Griff bekommt (nur so als Stichwort: Dauer von Baugenehmigungen).

    Aber sie hat in den letzten Monaten vor der Wahl im Hauruckverfahren ein paar sehr populistische Entscheidungen durchgedrückt:
    autofreier Domplatz, Änderungen der Fahrrichtung „unter den Schwibbögen“, „Maximilianstrasse“ als Fußgängerzone, Gegenverkehr in der „Fröhlichen Türkenstrasse“ – alles Maßnahmen ohne Sinn und Verstand und mit einem unglaublichen Tempo realisiert, dass der Eindruck entstehen konnte, dass diese Maßnahmen nur darauf abzielen, „grüne“ Stimmen abzugreifen.
    Und so wie es aussieht wird das auch klappen.
    „Klimawandelbefürworter“ und „Ex-SPDler“ werden sich für sie entscheiden und sie wird die Stichwahl gewinnen.
    Und was dann?
    Dann haben wir die gleiche Bürgermeistern, die wir schon in den letzten 3 Jahren hatten. Doch diesmal nur mit 6 Stadtratsstimmen statt mit zuletzt 14 Stimmen. Wollen wir das wirklich?
    OK – spielen wir es mal durch: wir machen die Altstadt dicht, denn das scheint es ja zu sein, was sich alle von Frau Maltz Schwarzfischer erwarten, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden.
    Die Frage ist: und was dann? bzw. was könnt ihr noch, außer CO2? bzw. wie wollt ihr dann das Wirtschaftssterben in der Altstadt aufhalten ohne Verkehrskonzept, ohne Altststadtnahe Parkhäuser, ohne ein Tourismuskonzept, ohne …
    Und genau das ist das Problem – alles etwas konzeptlos – aber hauptsache das Verbot steht.

    Ich denke Frau Dr. Astrid Freudenstein würde Regensburg als OB wesentlich besser leiten und nicht nur verwalten.
    Aber so wie es aussieht wird sie es nicht werden. Und das nur, weil Sie nicht dem Mainsteam nach dem Mund redet und das falsche Parteibuch hat.
    Hat sie doch glatt in einem Interview gesagt, dass es ihrer Ansicht nach in der nächsten Zeit noch Individualverkehr geben wird, daß man die Altstadt nicht ohne Konzepte autofrei machen kann oder das die ein Kilometer lange 30ziger Zone in der Weißenburgstrasse ein verkehrs -und klimatechnischer Unsinn ist.
    Ich weiß solche Aussagen sind in der heutigen Zeit ein Skandal, untragbar – hier denkt nach jemand selbst und läßt nicht denken.

    Aber es geht hier nicht um CSU, SPD, Grüne, …
    Es geht darum, dass die neue Oberbürgermeisterin die Problem in Regensburg anpackt und die Entscheidungen trifft.
    Und so eine Bürgermeisterin werden wir nach dem Corona-Wahnsinn mehr als brauchen.

  • Mr. T.

    |

    Also ich würde die Wähler der bruecke nicht so schnell einem linksliberalen Lager zuschlagen und der Unterstützung von GMS zurechnen. Wer Wolbergs so viel glaubt, dass sie/er ihn wählt, glaubt vielleicht auch seine Erzählung, dass GMS schuld an seiner Misere ist. Das wird eine knappe Kiste.

Kommentare sind deaktiviert

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01