Im Blindflug zur Schule?

Nein! So etwas Undankbares! So etwas Aufsässiges! So etwas … Bodenloses! Da hat sich die Regensburger Rathaus-Koalition so bemüht, eingesetzt und für ein neues Schulgebäude gekämpft! Und nun das: „Hinhaltetaktik” nennen Schüler von FOS/BOS das Versprechen, in vier Jahren ein neues Gebäude in Angriff zu nehmen. „Hinhaltetaktik”! Bei einem spontanen Flashmob am Montag auf dem Neupfarrplatz (Foto) haben sie das von sich gegeben und außerdem weitere Protestaktionen angekündigt. „Diese erneute Verzögerung werden wir nicht hinnehmen”, sagen die glatt. In einem offenen Brief hat zudem der Elternbeirat eine „Gleichbehandlung unserer Kinder” gefordert. Und nicht genug damit: Selbst Lehrer haben sich rein zufällig bei den Protestlern herumgetrieben. So viel Kritik, so viel Misstrauen und so viele böse Worte. Es ist wirklich traurig! flashmobDabei war alles so schön eingefädelt. Und so gut gemeint. Schon klar: Eigentlich hatten SPD und CSU versprochen, den Spatenstich für ein neues Schulhaus 2011 auf dem Gelände an der Plato-Wild-Straße zu setzen. Nach langem Überlegen. Nach langem Hin und Her. Aber: Damals konnte man als Stadtrat, Bürgermeister oder Oberbürgermeister doch nicht wissen, dass die weltweit tobende „Finanzkrise” sich auf Regensburg auswirken würde. Hat einem doch keiner gesagt. Damals konnte man als kommunalpolitischer Entscheidungsträger nicht wissen, dass dieses Grundstück 26 Millionen kostet. Woher auch? Immerhin gehört das Areal der Stadtbau GmbH und die ist ja nur eine Gesellschaft, die zu 100 Prozent der Stadt Regensburg gehört. Woher sollen Stadträte, die zum Teil auch noch im Aufsichtsrat dieser Tochtergesellschaft sitzen, wissen, wie viel Geld von einen Haushalt in den anderen verschoben werden muss, um dort bauen zu können? Noch mal: Wer konnte das alles im September 2009 wissen, als der Beschluss, 2011 mit dem Bau zu beginnen, endgültig im Stadtrat gefällt wurde? Anscheinend keiner! Zum Glück sind wir keine zwei Monate später schlauer! „Wir haben das Geld nicht”, wissen die Entscheidungsträger nun. Doch trotz dieses Geldmangels hat man nicht klein beigegeben. Erst hat Oberbürgermeister Hans Schaidinger das vorläufige Aus der Baupläne verkündet (kein Geld, teures Grundstück) und wollte sie auf unbestimmte Zeit verschieben, dann hat die CSU den „Befreiungsschlag” gewagt und ein Schulhaus auf dem Kasernengelände in „fünf Jahren plus X” angekündigt und schließlich haben die Sozis in der Koalition rausverhandelt, dass man „schon 2013” mit dem Neubau beginnen wird und damit die „Quadratur des Kreises” möglich gemacht. Und so wird schnell aus einer erneuten Verzögerung – 2013 statt 2011 – eine Beschleunigung – 2013 statt fünf Jahre plus X. Und abgesehen davon: Wenn 2013 wieder kein Geld da ist, das Kasernengrundstück nicht zu haben ist und es auf dem Ausweichgrundstück in Burgweinting aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein sollte, zu bauen (war es ja schon bisher nicht), dann hat das sicher heute noch niemand wissen können. Da brauchen Schüler, Lehrer und auch Eltern gar nicht so undankbar sein. „Hinhaltetaktik”. Es ist einfach bodenlos!

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Kommentare (24)

  • Joachim Datko

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    Zusätzliche Schulgebäude unnütz

    – Bevölkerung und Schülerzahlen werden stark abnehmen.

    ( Die Zahl der Schulanfänger ging in der Oberpfalz in einem Jahr um 6,5% zurück. )

    – Wir leben schon lange über unsere Verhältnisse, die Stadt Regensburg ist überschuldet.

  • Ohne Worte

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    Aus der Stadtratsvorlage vom September (hier zu finden, leider kann man keinen direkten link setzen: http://srv19.regensburg.de/bi/allris.net.asp ):

    „Da mit einem deutlichen Rückgang der Schülerzahlen im Bereich der Beruflichen Oberschule längerfristig nicht zu rechnen ist und angesichts der Tatsache, dass die Bayer. Staatsregierung erklärt hat, „… Klassenhöchstzahlen von 25 an den Grund- und Hauptschulen bzw. 30 an den übrigen Schulen erreichen“ zu wollen, wird in Übereinstimmung mit dem Ministerialbeauftragten für die Fach- und Berufsoberschulen von einem langfristigen Raumbedarf für insgesamt 53 (dauernd anwesende) Klassen ausgegangen.“

    Dort findet man auch Schülerprognosen etc., etc..

    Herr Datko, Ihre Sparhans-Arguimentation ist einfach unsolidarisch und assozial. Sie und Ihre Familie (?) haben alles, was Sie brauchen. Jetzt bloß nicht teilen, oder? Wirklich fundierte Hintergründe hat Ihr Geschwätz nicht.

  • Bert

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    Sie wollen’s nicht kapieren, Herr Datko, oder?

    Asbest am Ziegelweg. Feinstaub und Enge in der Landshuterstraße. Sie wollen an der Gesundheit von Lehrern und Schülern sparen. Diese Einwand ignorieren Sie konsequent. Sie reagieren nicht darauf, sondern plärren immer nur: „Verschwendung, Verschwendung!“ Sie wollen nicht diskutieren, sondern nur Ihre Neurose ausleben.

  • Daniel Gilch, Schülersprecher FOS/BOS

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    Vielen Dank, für das Gespräch heute, Herr Aigner! Wieder einmal ein toller Artikel. Ich freue mich bereits auf die weitere Zusammenarbeit! =)

    Leider hat das Wetter heute nicht mitgespielt, sonst hätten sich mehr Leute beteiligt.

    @alle anderen Kommentatoren: beschwert euch nicht weiter über andere Kommentatoren, das führt zu nichts, glaubt mir. Es gibt einfach unverbesserliche Menschen^^

    lg daniel

  • Roswita Hallhuber

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    Manchmal frage ich mich, womit die Schule, die Herr Datko besucht hat, wohl verseucht war…

    Scheint ihm aber mächtig Spass gemacht zu haben.

  • Joachim Datko

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    Wer heute noch zusätzliche Schulen baut, verursacht unnötige Kosten, da die Schülerzahlen rückläufig sind.

  • Ben Mirwald

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    Die Schülerzahlen-Rückgangs-Argumentation besticht zwar durch Einfachheit, greift aber nicht, weil:
    – kurzfristig wegen starker Geburtenjahrgänge in einigen Schularten die nächsten Jahre die Schülerzahlen durchaus noch steigen,
    – die Klassenstärken aus pädagogischen und didaktischen Gründen nicht nur auf 25-30, sondern möglichst unter 20 sinken sollten,
    – kein Mensch genau voraussagen kann, ob nicht mittelfristig die Geburtenzahlen doch wieder steigen.

    Diese Argumentation ist also stark zweckgebunden gestrickt für Gegner von Sozialausgaben. In der Politik gilt schon immer, dass das, was man gern möchte, dann auch irgendwie finanziert wird. Davon mal abgesehen nützt natürlich eine Schule der Allgemeinheit auch finanziell: Gut ausgebildete Schüler sind später produktiv, eine Ausbildungsperspektive wirkt sozialen Problemen entgegen usw.

    Aber das entscheidende ist: Alle Schüler haben das Recht, unter möglichst guten Rahmenbedingungen lernen zu können. Ich würde das sogar auf die ganze Bevölkerung ausweiten: Es braucht also auch gut ausgestattete Unis, Kindergärten und Erwachsenen-Weiterbildungsräume. Im günstigen Fall kann man solche Einrichtungen auch zusammenlegen und muss dann eben die Rahmenbedingungen schaffen oder einfordern, dass etwa Schulräume auch von der VHS, der Jugendgruppe oder Vereinen genutzt werden können.

  • Joachim Datko

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    Überkapazitäten im Bildungssystem
    (in einem Jahr um 6,5% weniger Grundschüler)

    – Wir müssen darauf achten, dass die Kosten im Bildungssystem nicht noch weiter ausufern. Es drohen weitere Überkapazitäten.
    – Wer soll die hohen Renten für die Lehrer bezahlen?

  • hansdampf

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    Herr Datko,
    es geht hier um eine WEITERFÜHRENDE Schule. Schauen Sie mal auf Seite 13 Ihrer verlinkten Studie:

    Die regional sehr unterschiedliche
    Situation auf dem Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt wird zusammen mit einem insgesamt geänderten Bildungsverhalten zu einem weiterhin anhaltend starken Zustrom beitragen…

    Auch wenn die Studie dann von einem Rückgang bis 2030 spricht sollte man nicht am Neubau sparen. Die Zustände (Ich habe selbst die BOS besucht) sind schlicht und ergreifend unter aller Sau!

    Welche Schulbildung haben Sie denn genossen, Herr Datko?

  • Joachim Datko

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    Zu viele Schulgebäude
    – Schülerzahlen gehen zurück!

    Zum Beitrag „17. Nov 2009, 08:15“
    Siehe:
    http://www.verwaltung.bayern.de/Anlage2090097/Schueler-undAbsolventenprognose2009.pdf
    Seite 10:
    „… 2004/05 auf ein Maximum von
    1,88 Millionen angestiegen. Seither ist die Schülergesamtzahl leicht rückläufig; nach der Modellrechnung wird sie weiter kontinuierlich zurückgehen und im Schuljahr 2017/18 den historischen Tiefststand des Schuljahres 1989/90 unterschreiten.
    ===
    Heute an morgen denken, kein zusätzliches Gebäude für die FOS/BOS, keine Verschwendung öffentlicher Mittel.

  • Miss Piggy

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    Vielleicht sollten sich einige der Schüler aber zuallererst einmal um ihre Leistungen kümmern, statt denjenigen, die bereits Abschlüße und Qualifikationen vorzuweisen haben, vorschreiben zu wollen, was und wie sie etwas zu tun oder zu lassen haben. Das hier dringender Bedarf herrscht ist wohl unverkennbar. Und einem wie Hr.Datko gehört eigentlich schon Schreibverbot.

    Dennoch sind wir nicht bei “ Schweine im Weltall“ und jeder, der meint, das er der Wichtigste ist lauthals seine Parolen umherquieckt ohne genaueren kenntnisstand. Und das ein im Unterricht zum Teil lustloser Schüler, sich nun plötzlich zum Überflieger in Sachen Kommunalfinanzen und Kommunalordnung entwickelt, darf getrost angezweifelt werden. Wir alle haben eine schulische Ausbildung genossen ( ..naja mal abgesehen .. ) und uns im RAHMEN dessen eingebracht, was wir wussten und konnten. Heutzutage ist Wissen und Kenntnis anscheinend nebensache , hauptsache es gibt einen Grund sich irgendwie darstellen zu können.
    Damit wird der Sache an sich ein Bärendienst erwiesen.

    Was im Übrigen ebenso für die gerade sich echauffierenden Damen und Herren Studenten dieser zeit gilt ! Nur weil man berechtigt ist , eine Hochschule zu besuchen, gibt es einem noch lange nicht das Recht, so zu agieren. Aber mit entsprechenden “ Herzchenhaus“- Parolen meinen einige hier sich profilieren zu können.
    Wenn dies der akademische Nachwuchs ist, dann gute Nacht Deutschland. Hauptaugenmerk ist aber sicherlich weiterhin der prallgefüllte Feierkalender unserer Studenten. Denn zu mehr reicht deren Grundverstand in der breiten Masse leider nicht !

    Sich des nächtens aufführen wie im Saustall und einen ebensolchen in der Altstadt hinterlassen, öffentliches Eigentum beschädigen etc. sind die glorreichen Taten dieser sog. Bildungselite.

    Wo hier Bildung, Erziehung und Anstand sein sollen stelle ich zur Disposition.

  • peter sturm

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    „Quadratur des Kreises”??
    hohe anforderungen scheint herr schlegl ja noch nicht bewältigt zu haben.
    diese hinhaltetaktik verdient nicht mal die auszeichnung „fauler kompromiss“.
    mit dem hinweis auf die langwierigen verhandlungen mit dem bund, riecht es schon wieder nach einer täuschung. diesmal nach einer arglistigen.

  • Miss Piggy

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    @peter sturm

    Er kann es nicht besser. Hr. Schlegl versucht immer mit Tricks und offensichtlichen Täuschungsmanövern von der Unfähigkeit der eigenen Person abzulenken. Nur unterläuft ihm dabei der Fehler, das er der Einzige ist,der es tatsächlich glaubt. Denn jeder andere hat ihn längst mit seinem Kasperltheater durchschaut. Egal welche Bühne er gerade bespielt.

  • Gonzo

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    @Miss Piggy

    Wie wär´s, wenn Sie Superakademiker sich mal von Kermit ein bisschen Rechtschreibung und Grammatik beibringen lassen, bevor Sie hier herumsudeln?

  • Miss Piggy

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    Wie nett, der erste getroffene Hund jault schon.

    Kann aber über die Tatsache nicht hinweg täuschen.

    Leider ein fehlversuch. Nochmal bitte !

  • Miss Piggy

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    Nachtrag :

    Fehlversuch

  • hansdampf

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    Herr Datko,
    die Schülerzahlen gehen zurück, dennoch sollte man in diese Räume keine Schüler mehr unterbringen. Heute an später denken? Ja, sollte man. Und deshalb sollte man keine Schüler mehr in asbestverseuchten Räumen unterrichten. Sie haben wohl keine Kinder?

  • Reinhold Breuer

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    @Waldorf, Datko
    Die Vielzahl von Datkos Kommentaren hatte mich zu voreiligem Schluss verführt. Vielleicht würde ich mir auch Kommentare von „Waldorf“ wieder ansehen, wenn er sich weniger wiederholen und auf 1 Forum konzentrieren würde.

    @hansdampf am 17. Nov 2009, 08:15 Uhr
    „Herr Datko,
    es geht hier um eine WEITERFÜHRENDE Schule. Schauen Sie mal auf Seite 13 Ihrer verlinkten Studie:
    Die regional sehr unterschiedliche Situation auf dem Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt wird zusammen mit einem insgesamt geänderten Bildungsverhalten zu einem weiterhin anhaltend starken Zustrom beitragen…“

    Ihr Zitat aus der Studie haben Sie, hansdampf, verfälschend aus dem Zusammenhang gerissen, denn der „weiterhin“ anhaltende Zustrom schwindet bereits nach dem lfd. Schuljahr. Hier der Zusammenhang mit Hervorhebungen durch mich:

    „Die regional sehr unterschiedliche Situation auf dem Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt wird zusammen mit einem insgesamt geänderten Bildungsverhalten zu einem weiterhin anhaltend starken Zustrom beitragen: So besuchten im Schuljahr 2008/09 insgesamt 38 049 Schüler eine Fachoberschule – gut 3 800 Schüler mehr als im Vorjahr. Gemäß der Modellrechnung wird DER HÖCHSTSTAND DANN FÜR DAS SCHULJAHR 2009/10 erwartet; dieser wird mit 39 100 Schülern um 31 % über dem historischen Maximum (29 856 Schüler) aus dem Jahr 1982 liegen. Zu diesem Schülerzahlanstieg trägt auch die Freigabe der bislang als Schulversuch laufenden FOS 13 ab dem Schuljahr 2008/09 bei. Mit Beginn der kommenden Dekade wird die SCHÜLERZAHL RÜCKLÄUFIG sein und gegen den Prognosehorizont hin noch etwa 30 000 betragen.“

    Die Kerninformation dieses Teils der Studie ist der dramatische Rückgang um 1 Viertel von etwa 40 000 Schülern auf 30 000. Da ich nur kurz nachgeschaut habe, mag ich mich irren. Oder war die Verfälschung Ihr Versehen, hansdampf, oder gar Ihre Absicht?
    Ihr Zusatz „Auch wenn die Studie dann von einem Rückgang bis 2030 spricht sollte man nicht am Neubau sparen.“ hebt Ihre Verfälschung der Studienaussage nicht auf. Dieser dramatische Rückgang an Schülern spräche cet. par. für
    • SOFORTIGE provisorische Verbesserungen für die FOS/BOS und
    • Streichung von der Prioritätenliste für 2013.

  • Joachim Datko

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    Die Schülerzahlen gehen stark zurück!

    Zu „Reinhold Breuer am 17. Nov 2009, 16:08“
    Es ist ganz einfach:

    – Unsere extrem teuren Schulgebäude werden in Zukunft nicht ausgelastet sein
    – Die Zukunft ist von einem Rückgang der Bevölkerung und einem Rückgang der Schülerzahlen geprägt.

    Wer jetzt noch teure Schulgebäude baut, verbaut der Jugend die Zukunft. Die hohen Belastungen der Wirtschaft durch die Bildungskosten führen zum weiteren Abbau von Arbeitsplätzen.

    Außerdem ist das ganze Schulsystem vom Ansatz her veraltet und gehört ins Museum.

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