SOZIALES SCHAUFENSTER

Karlheinz OssovskyKarlheinz Ossovsky starb am Dienstag – ein Nachruf. „Der a.a.a. ist doch der geilste Verein in der ganzen Stadt.” Das hat Karlheinz Ossovsky noch gesagt, bevor er mit Frau und Tochter in den Osterurlaub nach Berlin fuhr. Die Neuwahl des Vorstands beim „Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer” war gut gelaufen, viele Mitglieder waren da und nach dem Urlaub wollte er das „ordentlich feiern”. Dazu kam es nicht mehr. In Berlin erlitt der 51jährige Kämpfer für eine tolerante und bunte Stadtgesellschaft einen tödlichen Herzinfarkt. Bekannt wie ein bunter Hund war Karlheinz Ossovsky in Regensburg. Als heiterer Mensch. Als einer, der gern Witze und Wortspiele macht. Und einer, der bei allem Humor und aller Heiterkeit nie um deutliche Worte verlegen war, wenn es um Integration auf der einen oder Rassismus auf der anderen Seite ging. „I love my Kids, I love my Job”, war ein Leitspruch des Sozialpädagogen, der vor 25 Jahren als Praktikant zum a.a.a. stieß und dem die Arbeit bis zuletzt eine Herzensangelegenheit war. Die Integrationsarbeit mit den „Kids” – Kindern aus Migrantenfamilien – hat er seitdem maßgeblich geprägt, Praktikanten organisiert und angeleitet, die den Sprachunterricht für diese Kinder gaben. Dabei hat er immer wieder betont: „Integration ist mehr als Sprache.” Ossovsky plädierte für einen „Dialog der Herzen” zwischen Migranten und Deutschen. „Das wir einander fremd sind, dürfen wir uns ruhig eingestehen.” Deshalb forderte Ossovsky mehr Teilhabe für Migranten am öffentlichen Leben, dadurch einen besseren Kontakt zwischen Ausländern und Deutschen. Nahezu jede Einladung hat er wahrgenommen, um auf dieses Anliegen hinzuweisen, Unterstützer und Spendengelder einzuwerben. Den das Geld war beim a.a.a. immer knapp. Ab 2009 hat der Freistaat Bayern sämtliche Gelder für die Arbeit des Vereins gestrichen. Ein Umstand, wegen dem Ossovsky zuletzt immer stärker unter Druck stand und den er mehrfach öffentlich kritisierte. Ein „Slogan ohne Wert” waren für ihn die öffentlichkeitswirksamen Werbekampagnen der Staatsregierung für Integration, während gleichzeitig die Gelder gekürzt und schließlich völlig gestrichen wurden. In Regensburg hatte Ossovskys Einsatz Erfolg. Zum einen bei den Offiziellen: Fast unisono haben mehrere Parteien im Wahlkampf versprochen, die Stadt werde die Kürzungen des Freistaats in voller Höhe auffangen. Neue Räume für die Arbeit des a.a.a. mit den „Kids” hat die SPD zugesagt. Der größere Erfolg ist aber der Zuspruch, den der a.a.a. und die dort geleistete Arbeit gerade nach Ossovskys Tod erfahren. Das Telefon steht bei Barbara Schießl nicht mehr still. Sie hat fünf Jahre mit Ossovsky zusammengearbeitet und ist im Moment die einzige hauptamtliche Vertreterin des Vereins. Ehemalige Praktikanten und Mitarbeiter haben sich gemeldet, sorgen dafür, dass die Arbeit, mit der Ossovsky ein wichtiges Stück Regensburger Sozialgeschichte geschrieben hat, auch nach seinem Tod weiter läuft und fortgeführt wird – auch wenn er als Mensch nicht zu ersetzen ist. Ossovsky selbst kann das leider nicht mehr miterleben. Er würde es aber, bei allen Schwierigkeiten und allem Druck, vermutlich „geil” finden. Am Freitag um 10 Uhr wird Karlheinz Ossovsky in Plattling beerdigt. Der a.a.a. und die Sozialen Initiativen haben einen Bus gemietet. Wer mitfahren möchte, kann am Freitag um 8.30 Uhr zum Dachauplatz kommen.

Alleine klar kommen – oder wieder ausziehen

Betreutes Wohnen – wie Jugendlichen wieder auf die Beine geholfen wird. Mit 16 schon eine eigene „Bude”, 35 Quadratmeter, mit Bad und Kochnische – das klingt gut, aber diese Unabhängigkeit haben sich einige der 22 Jugendlichen, die in Regensburg von der Diakonie betreut werden, teuer erkauft. Ihnen ist ihre Familie nicht mehr zuzumuten, finden das […]

Fleißiger Schlosser oder übler Serieneinbrecher?

War der Angeklagte nur auf dem Weg zur Arbeit? Im Mai vergangenen Jahres hielt eine innerhalb nur weniger Tage begangene Einbruchserie im Inneren Stadtosten von Regensburg die Polizei auf Trab. Seit dieser Woche sitzt ein 32jähriger Regensburger Schlosser auf der Anklagebank des Schöffengerichts – doch er streitet trotz erdrückender Beweise ab, die Einbrüche begangen zu […]

Geht Schlegl in die Wirtschaft?

Dass er gern „drauf haut”, ist Herbert Schlegl zum Verhängnis geworden. Sein letzter Verbalausfall („Kanake”) hat den 66jährigen nicht nur bundesweite Schlagzeilen beschert, sondern ihn auch seinen Posten als CSU-Fraktionschef gekostet. Aber: Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Schlegls Haudrauf-Qualitäten scheinen nun an anderer Stelle gefragt zu sein – in der Wirtschaft. Im Auerbräu. […]

Donaumarkt: Neues Verfahren, Antrag, BI

Der Don Quichotte von Regensburg kämpft weiter gegen Windmühlen. Auch wenn er für seine OB-Kandidatur in der Bevölkerung nicht die notwendige Unterstützung bekam, gibt der Regensburger Rechtsanwalt und Mediator Manfred K. Veits seinen Kampf gegen den alten und neuen Rathauschef nicht auf. Nach einer am 20. März veröffentlichten Pressemitteilung hat er tags zuvor einen „Anklageerzwingungsantrag“ […]

Der Tod trägt Tattoo…

Gelungen: Das „Mozart-Requiem” feiert am Karfreitag eine erfolgreiche Wiederaufnahme. Es war schon ein besonderes Gefühl am Karfreitag ins Theater zu gehen. Die Konkurrenz schlief nicht, man hätte meinen können unsere, an diesem Abend zu Recht ruhige Stadt teilte sich gegen 19 Uhr in zwei Teile. Die einen entschieden sich für die – dem Anlass des […]

Altstadtkinos – noch zu retten!

Die einen hatten das Gerücht schon gehört, für die anderen war es schier ein Schock, als sie – zunächst aus der Stadtzeitung, später aus anderen Medien – erfuhren, dass der Regensburger Kino-Guru Werner Hofbauer – vor über 30 Jahren hat er den Grundstein für die Altstadtkinos gelegt – in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Das Garbo […]

Protzenweiherbrücke – Abriss beginnt heute

Steg für Radler und Fußgänger kommt erst am 8. April. Bis zu 70 Prozent reichen die Umsatzeinbußen der Geschäftsleute in Stadtamhof, die nach dem Brand der Protzenweiherbrücke quasi vom Stadtnorden abgeschnitten sind. Für Kunden aus Steinweg, die zu Fuß unterwegs sind, ist der Weg über die Oberpfalzbrücke am Dultplatz oft zu weit. Von der Lappersdorfer […]

Familie klagt an: „Stadtbau spielt mit unserer Gesundheit”

Der Vater von SPD-Kandidat Hafez Hicheri starb an einer Lungenkrankheit. Bis heute tut die Stadtbau nichts gegen die völlig verschimmelte Wohnung der Familie. Otman Hicheri ist am 18. Oktober gestorben. Der 69jährige Vater dreier Kinder litt seit Jahren an einer schweren Lungenkrankheit. Trotzdem kam der Tod für seine Familie völlig überraschend. Nach einem Routineeingriff, einer […]

Endhaltestelle Friedhof

Von Wachsleichen, Urnenparks und dem, was am Ende vom Menschen übrig bleibt…In der Osterzeit wird vielerorts über Tod und Auferstehung nachgedacht, geschrieben und gesprochen. Angehörige besuchen öfter als sonst Verstorbene auf den Friedhöfen. Anlass für Wochenblatt Digital, sich mit dem Themenkreis Tod und Bestattung näher zu befassen. Es gibt in Regensburg elf städtische und vier […]

Strohballen-Prozess dreht sich im Kreis

Der Angeklagte ist weiter stumm und die Zeugen sorgen eher für Verwirrung . Nach zehn Verhandlungstagen vor dem Schwurgericht Regensburg im Mordprozess gegen den 28jährigen Profi-Boxer Thomas L. zeichnet sich noch kein greifbares Ergebnis und erst recht kein Ende ab. Der Angeklagte selbst schweigt nach wie vor. Tatzeugen gibt es nicht, nicht einmal die Tatzeit […]

Kampfpanzer macht Ampel platt!

Keine Angst! Noch wird die Bundeswehr nicht im Inneren eingesetzt. Spektakulär war der Unfall am gestrigen Morgen aber wohl: Ein mit zwei Soldaten besetzter Bundeswehr-Kampfpanzer, Leopard II, befand sich auf dem Weg von der Leopoldkaserne zum Truppenübungsplatz Oberhinkofen. Wegen eines technischen Defektes an der Lenkung war der Panzer plötzlich völlig sich selbst überlassen, rollte quer […]

Wunsch: Flüchtlinge besser integrieren

Asylbewerber sollen Angebote der Stadt kostenlos erhalten. Einen kleinen, aber deutlichen Wunschzettel hat das Regensburger Flüchtlingsforum (RFF) an den neu gewählten Stadtrat gerichtet. Städtische Einrichtungen sollen von den Asylbewerbern künftig ebenso kostenlos genutzt werden dürfen, wie der Stadtbus. Bis auf wenige Ausnahmen erhalten die in Bayern lebenden Flüchtlinge Essenspakete und lediglich 40 Euro „Taschengeld” im […]

Breite Hilfsaktion rettet Sumeja (12) das Leben

Mehrere Monate kämpften Malteser und Regensburger Ärzte um ihr Leben. Eine Lebenserwartung von maximal 20 Jahren – so sah die Zukunft für Sumeja Karameth bis vor wenigen Monaten aus. Das zwölfjährige aus Bosnien stammende Mädchen leidet an einer seltenen Erkrankung der inneren Organe. Ohne eine Lebertransplantation hätte sie keine Überlebenschance gehabt. Eine entsprechende Operation kostet […]

CSU: Selbstzerfleischung bleibt die Königsdisziplin

Die zwei Wahlpartys sind wohl noch das kleinste Problem der Lager-Partei. Die CSU zerfleischt sich auch nach der gewonnenen Stichwahl weiter selbst. Am Sonntag gab es zwei Wahlpartys – eine offizielle, zu der der Kreisvorsitzende Franz Rieger eingeladen hatte, eine exklusive, die Christian Schlegl veranstaltete (wir berichteten gestern). Schlegl bestreitet das freilich, spricht von einer […]

Wolbergs will Bürgermeister werden

Rückt die SPD nach der knappen Niederlage von Joachim Wolbergs in der Stichwahl dichter zusammen? In „freundschaftlicher Atmosphäre” habe die gestrige Vorstandssitzung stattgefunden, so Wolbergs. Und es gab ein klares Ergebnis: Wolbergs wird einen Bürgermeister-Posten anstreben. Nach Ostern gibt es Sondierungsgespräche mit der CSU. Dabei werde es, so Wolbergs, vor allem um Sachthemen – Sallerner […]

Nach Brückenbrand – RVV feilt am Konzept

Buslinien werden umgeleitet/ Gibt es noch Möglichkeiten zur Verbesserung? Die Protzenweiherbrücke wird nach der Gasexplosion am Donnerstag abgerissen und neu gebaut. Das steht fest. Spätestens nach Ostern soll es ein Holzprovisorium aus Holz für Radler und Fußgänger geben. Auch das ist sicher. Ebenso stehen die neuen Routen der Buslinien, mit denen der RVV kurzfristig auf […]

RVV: Alle Umleitungen

Die Linie 4 fährt die Haltestellen Stadtamhof und Steinweg nicht an. Die Linie 12 kann die Haltestellen Stadtamhof und Thundorferstraße nicht bedienen. Beide Linien fahren über Nibelungenbrücke und Wöhrdstraße. Die Linie 13 wird über die Frankenstraße und die Oberpfalzbrücke geführt. Es kann bis zu zehn Minuten Verspätung geben. Die Linie 17 verkehrt unverändert auf ihrer […]

Reaktionen unserer Leser

Stadträte – nicht einwickeln lassen Die ersten Äußerungen von Hans Schaidinger nach seinem Sieg bei der Stichwahl beschäftigen den Sprachwissenschaftler Professor Herbert E. Brekle. Schaidingers „Regierungserklärung” am Abend der Stichwahl lautete: „Viele, die jetzt eingebunden werden wollen, werden eingebunden.” Ohne über eine Mehrheit im Stadtrat zu verfügen, zeigt diese Festlegung (oder ist es eine Drohung?) […]

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